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Full text of "Zeitschrift für deutsche Sprache"

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3etif^rift 
2)eutfc|e 3SortfDrf(|uug 

frie&rlcb ftlude. 



abrittet 33anb. 




3troßkirg. 

Seilag von StaiX % Xcübnei. 
1902. 



3R. Xu9Ront'5(l)aubfrfl. Straftburg. 




dtfM ttitb mütt» ^eft. 6eite 

^.efllid^, SBil^etm, Über bie Qhlparung oon gfCe^oni^ unb BitbungdfUden bei 

copulatiocn Serbinbungen 1 

i^aumgartncr, CSugen, Sl^atertalien aur neu^oc^beutfc^n SBortbitbung n. . 53 

SabriciuiJ, 3B., 3ur ©tubcntenfprat^e 91 

«Ibcrt, ^ctcr %, ©abencr ober »abenfer 102 

öo^ncnberöer, St,, Hörre unb pl&n 106 

Äluge, gricbrit^, S^neipe 114 

SBeife, O., girlefana, CLuirlcquttfd^, 3:rip8triae 122 

Stof*, 3oMnncd, SRübling 128 

C>intncr, SaL, Troje ^ribtocg, Sie^meg, ©ie^trib 129 

Sprenger, fH., j^teine Seitröge sunt neu^oc^beutfc^n SBortfc^a^ 133 

^d^malip, Sfricbric^, ^te ^(onetennamen in SBoIframd $arstoa( 140 

(5^oc|c, aifrcb, Oleic^ 1^ 

(S^ombert, 91., 9lo5ert 9tmo(b über 9tidfacb ^ttftt» Sier^unbert ^djüa^toortt . 144 

(i^ombert, ^, ^oäf einiget über (S(^(Qg»orte unb 9{ebendarten 159 

Oloelc, aifreb, ^uti^rlW 183 

Stof*, 3foMnncd, 3:ölpct 198 

Sßunberltt^, *., ©(^iftfieaer 202 

Se^ag^el, O., 5)ie ©tommformen be« ©orteö flein 215 

, 3Re|c = leichtfertige« ©elbi&bllb 218 

Singer, S., Beiträge aur oerglei^enben Sebeutung^Ie^re 220 

«ilfinger, Od., St. Seitdtanj 238 

»eife, O., SBorterftörungen 241 

C»intner, Sal., siegikar, ©utterfofe, »utterfüber 249 

SRäCIer, (Sari, Seitröge )um neu^o^beutf^en 9Bortfc^<» 251 

Sprenger, 9«., ftieine Seitröge 261 



IV 3n^att. 

Björfman, (Stil, ^ie ^flonsennomen ber atti^oc^beutfc^en d^Ioffen 26B 

&ombttt, 21,, 9lo(^ eini^ed über ©c^tagtsorte unb 9{ebendarten ((S(^lu|) ... 308 
fR^idftl, (Sugen, Sugoben ^um j^teinen ©ottft^b^äSdrterbuc^. 92eue Seiträge 

5ur 8eftimmutig ber tieu^oc^beutfc^n äBortd^ronoIogie 3^ 

«rnolb, afJobert granj, ffiortgeft^lc^tllc^S 347 

^orban, Seo, (Sin mittelnieberbeutfc^d ^flonaengloffor 353 

»lumfc^ein, ®., aU!ötnif(^e!^ 357 

®tof(^, 3., Xixoliiäf Tolm 350 

9la(^trdge unb Berichtigungen oon 3. ©tofc^ unb Otto Sobenborf .... 361 

kleine Beiträge aum neu^oc^beutfd^en SBortfc^a^ oon 92. Sprenger u.$. Becf 366 
Bflt^c^au oon Qt, fttrc^er, 3. ^aa», (&. (S^riSmann, (S. Burger, 

«. ffio^t, O. heilig, «. ®om5ert 368 

aWitteilung 382 

Sdl^eft 3ttm brittftt 8onb: 

(i( opfert, ®., ^ie Bergntanndfproc^e in ber ^axtpta bed ^o^onn Tlatf^^vt&. 
8». 107 ©eiten. 1902. 



"M 



übet Me (Etfpanittg wn litmns- unt 6tllintt0Bftlben 

bei copnlatitien Detbtnbttttgen« 

I. Einleitung. (£tne ber mertmUrbigften f^ntattijc^en (Srf (Meinungen 

btr beutfc^en Sprache, meiere biefe(6e t)on aÜen t)ermanbten 3biomen 

untfrfc{)eibet, ift bie (Srfparung bei 93i(bungdjtt6en. (Sd mirb barunter 

bie ^ä^tgteit t)erftQnben, in ^erbinbungen üon jmei (refp. me^r) coor^ 

biniert fte^enben äBörtem mit gleicher @nbung ober gleichem @uffis beim 

erften (refp. ben erften) bie betr. Silbungi^filbe audfaKen ju (äffen, fo bag 

fte bann gleic^fam burc^ bie bed (e^ten erfe^t mirb; 93eifp.: mit Herz- 

und Bändern ®oetl^e, in der alt- und neuen Zeit ib., mit kühn* 

und schnellen Sehritten fiicfjtm., im Steig- und Klettern ib., ein 

rnth- und weisses Gesicht ©eßert; ein tag- und stündliches Behagen 

&octhc, 2)ieje Jäl^igtcit ift ber l^eutigen ©prarfie allerbingd mieber faft 

ooüftänbig öerloren gegangen, fie ift aber im 17. unb 18. 3l6bt. etmaiJ 

burdjaud ©emöl^nlit^e^ unb fpiett in ber poetifrfien Sprache jener 3^^ 

eine gro§e Slolle. So auffallenb biefc Srfcfjeinung nun auc^ ift, fo ift 

fte boc^ üon ben O^rammatitern faft gar ni(|t beachtet morben. 

3cf)ottcliuo criüä^nt fic in ber ,3(uöffi^rL ^rb. b. 5. 2:cutfd). pavbt 2>px/' 
lih. II, 6np. XX, 8 (bgl. auö) üb. I, 6. Cobrcbe, 63) nur nebcnOci in ber Qnter« 
punctionö(ct)rc, roo er bie (^e^ung bcö „9]RittcIftricl)ed'' (lineola, sijinum con- 
junctionis) für bie betr. gäüe berlangt, ebenfo iBöbifer, in btn .©nnibfö^cn ber 
Xeutid)en ®prQd)en*' I. ^aupt^5:Wl/ '• 3tüc!, XX, 9. Kelter wirb bie Gr- 
fdKinung ermäötu oon ©rimm, 3). ®r. IV* 3. 488, erfter unb ^melter '^ü, 
TT. unb 3. 497; fteftrein, CV$ranim. b. beutfcfyen 3pr. be« 15. bid 17. '^l^bt^, III, 
^ 140 unb 145 (mit 5a^lrelc()cn ©elegen); ^Äcln^olb, 4«6b. @r. », § 487. 493. 
495 (DflL autf) Slnm. ^u 3. granc. Ceb. 6861; ^oul, SW^b. ®r. \ § 235 §lnm.; 
(Obmann, örb.v b. b. 2Dnt. I, § 56a nnb 57a (mit 5aölreid)en SBelegen; bgl. 
aud) 8 09o unb 119); ^aUmannö, 3). ÖJr. II, § 394, 3 Hnm. unb 401, 5 
9nm. 1. 3onft ift nod) ^le unb ba bon ben ^erau£(gebeni m^ber. ^erfe ht 
bfu Änmerfungen 511 einzelnen 3teüen auf bie ^djeinung ^ingemiefen; auf 
einige biefer anmcrfunflen foü gcleflcntUd) ^iug genommen werben. 

?tbgefe^en baoon, bag bie Qrfc^einung meift nic^t in i^rem ganzen 
Umfang ober menigftend nic^t im 3u)<^nintenl^ang berüdfic^tigt ift, ift 
nur ganj oereinjelt eine Srtlärung berfelben oerfuc^t worben. $au(, 
$rinc. b. gprad)g.^ @. 279 ff., fie^t in ber g^iondlofigfeit bed erften 
@Itebed ein, roenn aucf) nic^t unsmeifell^afted Äriterium für bie ^»fonimen» 
faftung einer ^erbinbung ju einem einheitlichen 93egriff, unb biefer Snfic^t 

3f^S. III. 1 



2 äBil^elm ©teglic^, 

fc^einen ftc^ (Srbmann unb SBilmannd anjufd^Uegen, ebenfo fiel^mann, 

gorfc^ungen über ficffing^ @pr., @. 191, 3). ©nc beftimmtc ^^po* 

tl^efc [teilt SBel^agl^el in ben äBiff. Scil^. gut 3f- b. ollg. btfc^. ©prat^üer. 

^. 14/15 auf, tpo er @. 147 bic „Grfparung cincg ©lieber bcr Qn^ 

fammenfe^ung'' bel^anbelt. 

„Söcnn Attjci jur äiüeigliebrigcn gormel t)crbunbcnc 3ff. ein gcmcinforneö 
©lieb l^aben, fei t^ ber erfte ober ber jtoeite ^ei( bed ^ortei^^ fo braucht biefed 
blog einmol auiSgefproc^en ^u tDerben'. 

93e^Qg]^eI leitet biefe (Srfc^einung t)on bem 3uf<^ntmenn)a(^fen ftin- 

tottifd^er ^erbinbungen, bei benen üon üornl^eretn eine folc^e Stellung 

moglid) mar, ju une^ten (Sompofitid ab, benen fic^ bie ed^ten ange- 

f(^(offen l^ötten, unb föl^rt bann fort: 

.... fc^Iie^Üc^ l^nt ba^ öftere Sflf^bt. auc^ bei blogen ^ilbungaplben bie 
@rfparunfl eintreten loffcn: gött* unb menfc^lic^, menfc^« unb mögllrf), an aUcn 
Ort unb Snbcn, ein S3erfQ^rcn, ba& loieber foft gönjlic^ tjcrloren ö^go^öen ift" 

n. S^ftematifc^e ©liebcrung ber gcfamten (Srfc^cinung. 
Überfielt über bicfelbe. 3n ba§ ®ebiet ber @t)ntaj, um melc^eg e« 
ft(^ ]§ier l^anbelt, faUen üerfc^iebenartige Srfc^einungen, bie t^ieUeic^t beim 
erften SSUd nic^t ald jufammengel^örig angefe^en werben, aber bo(| burc^ 
ein ®emeinfameg fic^ ju einer ©inl^eit jufammenfc^Iiefeen. S)iefe§ @t- 
meinfame beftel^t barin, ba^ t)on jmei paraUelfte^enben, coorbinierten 
SBörtern, bie einen gleirf|lautenben ©c^Iufeteit befifeen, bem biejetbe S8e^ 
beutung refp. gunftion jufommt, ba^ erfte benfelben öerliect, fo ba^ ber 
6inbru(f erroetft wirb, aU befifee bie ganje SBortgruppe ben betr. ©c^tu^- 
teil gemeinfam. SWnc^ ber S3efc^affenl^eit biefeS ©ditufeteitö laffen fi(^ 
brei ®ruppen aufftellen, bie lieber in öerfdiiebene Unterabteilungen jer* 
fallen. — 35er gemeinjame ©rfilufeteil ift: 

A. @ine g'^jioni^^ni^ung. — S)ie ©lieber ber SJerbinbung finb: 
I. ?lbie!tiöa (rejp. Pronomina). 

a) af^nbetifc^. 

b) burc^ Sopula öerbunben. 

II. Subftantida. 
m. «erba. 

B. ein ableitenbe^ ©uffijr. 

I. abjettio* unb fubftantiobilbenbe Suffije. 
II. leicf)tere, enbunggartige ©uffije, befonberS ßomparatid- unb 
@uperlatiöfuffij. 

C. ein felbftänbige^ SBort. SDiefe^ ift: 

I. ein Äbjeftiöum. 

II. ein ©ubftantiöum. 

III. ein SSerbum. 

^nm.: (Srf)on (Sc()olte(iu8 unb SBöbifer machen bcnfelben Untcrfdjicb 
(f. 0. 0. C); beieidinenbenoeifc fleücn aber beibc bie 3ufommenfe^ungcn mit §(bt)cr* 
bialpartifel anerfter Stelle a(i^ felbftönbige Kategorie neben bie übrigen (Sompoftta. 



übet bie Chrfporung oon gle^on^ unb SUbungdrtIben u. f. to. 3 

Sie ©renjen itvifc^n ben einjelnen @xvoi>ptn unb i^ren Unterab^ 
tetlungqt fmb nic^t immer genau feftiufteQen , ed lommen t)erfd^ieben^ 
artige Übetgänge üor, unb in mand^en fällen fommt ed ganj auf Qni 
ober Suffaffung an: fubftantiüierte ^bj. nel^men eine Sl^ittelftellung 
jmtfc^en AI unb Au ein, mand^e, namentlich abjettimfc^e, (Sompofita 
nähern fid) ber @x\ippt B, unb anbere äl^nlic^e t^äUe. Slugerbem tommen 
nod) t)erfcJ^iebene Kombinationen ber einjelnen Gruppen unter einanber 
Dor. 3m folgenben nun foD nur üon ben beiben erften ©ruppen bie 
9lebe fein — unb jwar in il^rer (Jntroiitung bi^ c. 1700 — , öon ber 
britten nur fomeit fie jur ^eleucfjtung ber beiben anbern unentbehrlich 
erjc^etnt. 

3)ie äSerbinbungen brausen an fiel) nic^t jmeigHebrig ju jein, fonbern 
burfen auc^ brei« ober mel^rgliebrig fein; jo(c^e me^rgüebrigen SJerbin« 
bungen fmb jeboc^ feltener unb tragen auc^ nic^t ein fo c^arafteriftifc^ed 
Gepräge mie bie jmeigliebrtgen. ^f^nbet. S^erbinbungen fönnen außer 
bei AI auc^ bei ben übrigen Gruppen dortommen, boc| )inb foIct)e t^öQe 
fe^r feiten unb für bie ganje t^rage ol^ne 93elang; einen Übergang bilben 
me^rgliebrige S^erbinbungen, beren beibe legten (^lieber burc^ dopula 
üerbunben finb. @tmad anbered finb untrennbare 3ufammenfe^ungen 
copulatit) fte^enber SBörter ol^ne ^artitel mit gemeinfamem @(f)(ugtei(, 
j. 95. Bittersüssigkeit 3)ie aj^nbet. SBerbinbungen beim äbj. nel^men 
gegenüber ben copulatiüen , obgteict) fie priujipiell nic^t mn benfelben 
getrennt merben tonnen, eine befonbere Stellung ein. 9!ic^t nur, bag fie 
ni(f)t immer ftreng coorbiniert finb, inbem jumeilen bad eine in einem 
engern $er^ä(tnid jum @ubft. ftel^en tann aU bad anbre, fie greifen 
auc^ fonft über bai^ eigent(idf)e, ^ier allein ju berüdficfitigenbe (Gebiet 
^inaud, inbem fie jumeilen bireft ju Sompofitid jujammenmac^fen, ober 
inbem ba^ jmeite oft burc^ bad erfte abt)erbieO beftimmt mirb; bie 
©rense sroif^en ben einjelnen ?lrten ift nic^t immer Ieict|t ju jic^en. 
3ubem ge^en fie fpäter t)ic(fac^ il^re eigenen 2Bege, unb fo mürben fie 
eine eigene Unter judjung erf orbern; aud biefem ©runbe unb mei( fie 5ur 
Beurteilung ber Serbinbungen mit ^artifel mä)t^ SBefentHct|c^ beitragen, 
fmb fte l^ier beijeite gelaffen morben. Sine etmad anbere ©tedung nel^men 
foIcf)e aft)nbet. äJerbinbungen ein, bei benen öor jebem 0licb biefelbe 
^artitel, jei e^ ärtitel, ^raepofition :c. mieberl^ott mirb, mol^I nur bei 
jubftant. Slbj.; bicfe fteUen [xd) i^rer 92atur nac^ ju ben copulatioen 
Serbinbungen. — Spejiell ju ®r. A. fei noc^ folgenbed bemerft. 3n 
üielen eitlen ift ber 9[udfa(I ber Snbung nur fd^einbar, menn nömüc^ 
ber Jlonjonant ber Snbung bem legten Jtonfonanten bed (Stammet g(eic^ 
ober öl^ntic^ ift: -es nac^ 3il4(<^ut ober nac^ einer 3tf^(<^ut entl^aN 
tenben ftonfonanten » ®ruppe, -cn nac^ n ober auc^ nac^ anbern 92afa(en, 
nd, u. f. m. Sd ift bann S^ncope eingetreten; manchmal Hegt auc^ 
blog eine ortl^ograpl^ifc^e Sigentümlic^Ieit oor. ^ied brauct)t aber burc^^ 
üM nic^t ber t^all ju fein, ed tommt gauA auf 3^it unb SJ^unbart, 
fomie ben fonftigen ©praci^gebrauc^ bed ©^riftfteUerd an. @o(c^e ^Ut 



4 SBil^elm ©teglic^, 

finb im folgenben bedmegen nid^t gänjlic^ audgefc^Ioffen. ^^^^n^^ merben 
bie attributiden ^b). im 9lominatiü unb in ber @teDung naci^ bem 
@u6ft., ebenfo bie praebtcatit)en, meiere fämtlic^ eine befonbere @teQung 
einncl^mcn, für ba§ SÄl^b. nur infofern fie eine bejonberS enge Serbin* 
bung bilben, berüdftc^tigt, be^gleic^en bie ^bj. mit ber (Snbung -e, bei 
benen ed fid^ äl^nlic^ üerl^ält. 

A. gflcrionScnbungen. 

1. ^bjeftit). 

W^b. 1. ©nbung -e. a) Si^om. (rcfp. ^cc.) ©g. fc^ttj. glej. Dar inn sich 
übt die alt und junge Slctlcr, Softn. I, 36. di S witzer wend wir toeden, 
das jung und alte blut ^(tb. Öefcb.* 704« (ßleb b. ®tr. ju ©cmj).). daz zam 
unt daz wilde ^x^. 238, 17. 

b) Siiom. Stcc. ^l. gut und arge liste ^11. 546. vür valsch und arge 
taete grauenl. 384, 3. Die Kriechen alt und junge Söotfb. !D III, 34, 1. alt 
und junge wänden daz von im ander tag erschine ^ar^. 228, 4. Des libes 
gerun^e wizzen alt und junge ßamjjr. ü. 9leg., %, @lon 86. paide alt und 
auch junge (: zungen) $intL S3I. b. 2^ug. 2392. si gerten . . . rieh und arme, 
gar diu diet ^a. 6, 11. da rieh und arme nach ir sit opferten groze gäbe 
Surften. 9^at.*Sitt. 12«, 41, 24 (6 9^om. beg gro^nl.). 

2. a) iWom. Tl. ©g. ft. gl. Die nagt eyn wissz vnd swartzer ratz 
Srant (9'iarrenfd).) ®. 154affD. u. Ein alt man und ein junger Ä(orm.) 
9W(clfter*) ß(iebcr) 304, 19. Nye mensch, alt, noch Junger ^ä^I. II, 25, 91. 
Alt vnd Junger Durst vnd Hunger Püss wir selten ib. I, 91, 240. 

b) 9^. äcc. yi, ©0. ft. fjl. Do man jn, bösz vnd guottes tüg Sf^orren* 
fc^lff 58 a, 38. 

3. ft. @en. a) 3Jl. 9^. ©g. körn, obez, win, zam unde wildes vil 
m. b. Qxott 187, 6. 

b) fj. ©g« wiz und swarzer varwe er schein $5. 57, 18. gel und 
bläwer varwe sach man manegen van Söülfb. 3) V, 191, 3. blanc und vvizer 
varwe lühten siniu wäpenkleit ^ortcnop. 13048. vnd ist och daz wazzir 
kalt unde fiuhter naturen m. 604, 32 (SWcln. 9^aturL). 

c) ^l. wand er in niuwelichen sach werltlich unde tumber site <S. fjronc. 
Scb. 6«5. der ist hübsch und cluger sit Stifte. 12 , 322, 189 {(5urf)entt).). 

3. @nbung -en. a) iDot. $(. ft. sit ga»be du allen dingen sunder namen, 
wilt unde zamen fjfrlb. 112, 159, 7. cröatiuren zam und wilden ^3)^(5. 
2, 392 b, 7 (5er ß^an^lcr). — Man sach gemainichleichen An arm und an 
reichen Hochvart vnd Vbermut Ottof. c. 11, ®. 24a 3«. Darumb gebeut ich 
alt und jungen 81C.* 1014 1? (9lofcnpI.). Vnd man von wis vnd hübschen 
seyt 9?(S. 60 a, 8. 

b) fd)tt). g^ejf. die vetter vnd herren propheten alt vnd nüwen 93rant 
(S. 164a, 19. — wider die hüntisch und mistpellischen chlälTeroy SIC. 765, 34 
(fjob. t). b. ör^ic^Ö. Äirc^f.). Ir schon und zarton juncfrawen rein gaftn. I, 
190, 2. so bin ich ir, der vil rain, der zarten ^|jL I, 96, 23. Danckt ich 
der rain, der werden Ib. II, 27, 106. Ich hört die mynneclich vnd zarten zu 
der wanckeln heben an ib. II, 8, 74. Ich nam die rain vnd zarten ib. 11, 
30, 113. Ich sach die lieben sunderhar, Die schön vnd die zarten . . . sicli 
ergan ib. IL 1, 28. Das müet die schön, die werden ib. II, 8, 342. wir junjr 
und alten g^^ftn. I, 147fo. 

ÜR^b 1. ßnbung -e. a) 9'?om. 9(cc. ^(. Mercken geistlich ^'nd weltliche 
Personen X. (Eulenfp. 141 1:. gutt odder bösse werck ^nif). ^Ibx. 18, 32i8. 
frum vnnd reyche leutt Cut^- 5'^br. 93/4, 884. vor vnser gnedigst vnd gne- 
dige herren fjartm. \). (Sronb. iWbr. 154/156, 139if. vber frum vnnd bosse 
fiutlj. 9^br. 93/94, 105t *. u. Ich nim jung vnd auch alte ©ergr. mx. 99/100, 



Über bie CMporung Don gle^ond^ unb ^Ibung^ftl^en u. f. to. 5 

(S. 89, 28. Sehr schlecht vnd fromme Bürger ©r. «ttct., gab. 25, 152. 
Halb vnd volle, was man schenckt ein f). ©ac^ö, Sfoftn. V, 29ü. Vur reich 
vnd arme vberal ib. ^djto. 374, 20. alt vnd newe bücher ©treibt, ®ro6. <S. 2, 6. 
weiss vnnd Rote Reussen @^efdjid)t!(. 355i9. vil vnedel vnd Edle ^od!., ^utfc^. 
Sefeb. III, 1. 327, 32 (@eb. Qxand). Uebr tot und lebendige klagen f^rofc^nu 
III, 1, 3, 53. kurz und lange spiess ib. III, 2, 3, 45. gutt vnd böse tag 
^öd 24, 22. Die jung vnd alte Bienen @pcc, Zm^n. 23, 293. Ihr hoch 
vnd starke Riesen ib. 24, 42. Gross und kleine Vögelein ib. 45. 38. Auch 
ihr alle, Schwach und Lahme ib. 45, 99. Alt' und Junge fjicm. Ob. IV, 25, 16. 
Drey roth und weisse Fahnen ^"^2. 28, 269, 13 (Olcot.). Gut- und böse Ge- 
wässer St^^. 28, 156, 61 (Sogau). mehr bethört als kluge Sachen ib. 212, 
429,3. weder unter Käyserlich- Schwedisch- noch Hessische @imp(ic. 354 10. 
Hundert und zwanzig gross- und kleine stücke 3^9^^^/ ^fiot ^on. 2820. 

b) iRom. (tcfö. «cc.) ©g. Tl. der drit vnd leiste haubtpunct Söarf. III, 
1, 52, 5 (®cl(ct). der frumb vnd schlechte $). ©acf)«, (5d)W. III, 169, 16. 
Thedel der kün vnd Edle Heldt Zf). b. ^aQm. 345. der jüngst vnd ältste 
Sohn dündf^. iWbr. 53/54, 2578. — 3. weltlich vnd geistliche geschrififl 
SWum. &d)m. 2932. Die gantz vnd gemeine cristenheit Tlnxn, S9^. 3502. 
auff frombd vnd nawe 1er @mfcr, 9^br. 83/84, ®. 141f6. tzweyerley priester- 
schalTt ..., eyn geystlich, vnd eyn leypliche ßut^. ^bx. 96/98, 187t *. u. 
Des Ftirwitz gut vnd trewe lehr ^. ©oc^g, fj^ftn. 8, 381. eine schön vnd 
gelerte schul ^otli^b. b. !Dt. f^uft 64 s&. kein gut noch schieinige expe- 
dition äg. albert., @)udm. 4138. ihr feucht und nasse Rott (Bpee 28 125. 
Ach ihr zahme Weiss und reine Wüllenzunft ib. 45, 89. gut' oder böse Zeit 

?Iem. @on. III, 43, 13. Meine blind und taube Seel (S^r^pgiud 9?bt. 37/38, 
, 48, 6. die nechst die beste ^acf. III, 1, 758, 8 {^dfupp). unsre kurtz- 
und lange weile 9^cuf. auStxi. ®c5. I, 35 t. — ^. das erlichst vnd beste Cut^. 
9lbr. 18, 48. das hoch und theure Wort Gottes Tbl&c, ^ofcnt. 9^5r. 125, 20ft. 
Durch das hülzen und schwangre Pferd 2frofd)m. III, 1, 16, 188. das Weiss 
vnd Rote Sincgr. ^bx. 11, 10, 9. Das gut vnd böse Glück ib. 52, 22. Das 
bewohnt' und öde Land f^km. Qb. IV, 21, 85. Gott ist das kleinst' und 
gröste (Sberub. ^anbetdm. II, 40 ubfc^r. Das atlassweich- und weisse Band 
Slcuf. I, 375, 22. 

2 a) ft. Sflom. ^Sg. 9W. wie so bleych vnd gelber ^. ©ad)«, gaftn. 30,251. 
allzu schnell vnd kiUier rath $Qt|n. ^bx. 36, 441. dessen fromb und 
Teutscher muth 2öoc!. II, 201, 10 (Söccfl^.). Ja, mild und frommer Vater 
(Bptt 14, 65. Ein gut und bester Hirt @p. 83, 48. bereitwilligst- und ver- 
pflichtester Diener ^orrib. 54ii. lang- und treuer dienst So^ft. @pi(^. IV, 494. 
2b) ft iWom. Äcc. ©0. 9^. böss vor gutles ^bx. 92, 278. ein zornig und 
pöses weih ^. (Bod)d, f^oftn. 85, 438. ein ruch vnd böses mittel ^ocf. III, 
1, 306, 18 (Gaptto). dein zeitlich, geistlich und ewiges heyl ib. 967i8 
(^pener). ein berühmt vnd warhaffliges Exempel 3omn. bit l^m. 5 40. 
wild und zahmes Vieh ©pee 25, 45. ein frisch- und lustiges gemühte 3^fv 
9lbriQt. duofem. 7ö. weder klein noch grosses (Bimpiic. 253t. 

3. -(e)s ®cn. ©g. Tl. 9^. ft. neu unnd alts testaments ßwt^. St'iflQ. 15, 
125, 19. hoch oder niders Stands ^einfp. 95. 

4. -er. a) ®en. ®g. JV. nit warlich vnd wesenlicher Predication ^adE. 
III, 1, 348, 87 (©. granrf). 

b) S)Qt. @g. 5. Lustig mit rot und weyser plüt ^. (Sac^ö, ©c^tt). 5, 7. 

5. -em. kappenzipffel von seidin vnd wullinem tuoch ^Qcf. III, 1. 
321, 8 (groncf). Von eelb und weissem Wachs <Bptt 28, 324. In still und 
sanftem Trab ib. 21, 82. von weiss- und schwarzem marmel 3^f. 48 14 ^. u. 

6. -en. a) 2)at. ^(. gelert vnd vngelerten Tluxn. ©bf. (2:it.). für le- 
bendig vnd todten Sut^. ^bx, 4, 59 is. Weder mit böss noch guten Dingen 
^. <Soc^ö, goftn. 26, 282. Peide pey nahet vnd den ferren ib. 83, 14. Den 
armen, reichen, jung vnd alten ^c^m. 41, 18. Mit . . . schwarz vnd plaben 



6 SBill^elm ©tegltc^, 

flecken \b. ISi, 149. Von kleyn vnd grossen, arm vnd reichen ^a(5. 9^br. 
49, 28, 46. Von ernstlich vnd grossen Sachen &xob, 1982. Von gut vnd 
bösen ®ef(^i(^tf(. 4494 ». u. In jung vnd alten Tagen ^öcf X, 26. Reich 
vnd Armen albert, ©ußm. 424?. für Krank- und Schwachen @pcc 18, 75. 
Von fehr und nechsten Landen ib. 28, 172. bey dürr- und wilden Stöcken 
ßljft. a^br,. @. V, 855. 

b) Übrige ©ofuö. 3)at. @g. Mit dem schön jung vnd reichen Mann 
©odjö, fjaftn. 57, 289. einem gleichfalls grün- und güldenen leib-rock 

[iglcr 127, 13. — Leucht her zur linck und rechten ©pce 11, 33. — 8Ccc. 

)g. Ain messig vnd züechtigen wandel ^. (Bad)^, <Sc^tt). 210, 110. Den 
höchst und besten Ton ®pcc 20, 18. Für den weiss und roten Schweiss 
ib. 39, 62. einen so herrlich- und blutigen sieg 8^0^^^ ^^7/ l^« — 9'iom. Slcc. 
^I. die weiss und roten rosen Söadf. II, 29, 31 (S3oIfö(.). viel reich vnd 
weisen ©ergr. 44, 8. die hesslich vnd alten ®a6:}&, fjoftn. 73, 138. alle topf, 
jung und alten fjrofc^m. III, 1, 5, 81. auf di nähest-gelägene wüsst' und 
öden ein-länder Q^l 154t6. Auch die wild- und zahmen Thier 2öacf. II, 
299, 34 (@. SDac^). 

la. Pronomen. 

1. ^ron. poff. Vmb dein vnd seiner ere willen p^i. II, 8, 145. — Es 
kostet mein vnd deinen leyb ^Baö:}^^ ©c^lu. 19, 67. mein vnd deine Seligkeit 
fRindb. 9^br. 53'54, 1004. zu mein und deinen Ehren gicm. ^. 333. IV, 51,61. 
auf dein- und unsern Grauss Sl^ft. (SIeop. I, 306. sein und ihrer Hold 
©op^. Sößibm. 

2. ^ron. inbcf. Mit manch und manchem Kuss ®pee 10, 136. ein solch 
und solcher Man gtcm. ^. SB. IV, 46, 75. 

3. „ein und anders**, zu ein- und andrer Würde @imp(. 496. was 
etwa ein und andere . . . desiderirten Söocf. III, 1, 954, 10 (©pener), warumb 
ein und anders geschehen 2öadf. 111, 1, 990, 18 (ßelbnl^). in ein und andern 
ib. 1016, 4. ein und andern Zweifels-Knoten tb. 1022, 41. 

4. !£)te betben $ron. bitben je bod erfte &ütb 5n)eier ^ompoftta mit ^c* 
tneinfament Atpeitem ©Heb: die mannich- und vielerley Sternen Söocf. III, 
1, 580, 30 (3ac. S3oe^me). 

II. ©ubftQntiü. 

W)b. 1. @en. (Sq. 9W. Sfl. heil und liebes ein vil michel teil 3tt). 3979. 
weder kint noch tödes ungeschiht ^rlft. 1345. körn unde hirses genuoc 
S^einb. S- 17- D^ w^s puhurt, tanzes vil grauenb. 42, 3. wand ez hat drum 
noch endes niht Compr. $'. @lon 1077. richtuom unde landes genuoc garten. 
1793. dör heil noch tröstes nie gewan 5R. b. 8^^^- 2^^/ ^^- ^^^ ""^e 
nides vol Ib. 212, 3. in der niezzung seins fleisch und seins plucz St^lQ. 
12«, 40, 6 (6 'iflam. beö fjronl.). In wemer und in rvners wiss 9Wör. 1584. 
was üppigen Freuel vnd muttwillens SIC* 1275, 1 (^ßet. ^terl. (S^ron.). in 
wein und brots gestalt ©ront ®. 164 a, 48. 

3. ^bung -en. a) !DQt. $(. mit hälsling strick und schnüren ^!6. 713« 
(ßleb l). <Str. 5. ®emp.). Der schaden tet mit seiner wer Den haiden weib 
und chinden Ä9^C. 11, 122, 77 (Sud)».), zechen seck mit ärbyss oder lynsen 
Sltyi2. 12«, 83, 27 (24 golb. ^arf.). nach sterben ein guot wort, wib und 
och den mannen SKontf. 18, 245. an wib und mannen üWoer. 757. Von 
mann und frawen inn der weit 9Lil. 775, 42 (3Woer.). von quart vnnd quinten 
one zal StTl2. 197, 2 (®ar.). Daz ein kele vor fürst und herren klanc tb. 
351, 3. So hab ich lewt \Tid lannden Cost vnd speis gegeben ^^l. II, 60, 158. 
Mit disen und andern underrichlung und leren ©tein^. Äf. 70^ 12. Do zoiicli 
menglich vss mit kölben, spiess, schwort vnd Stangen Ib. 210 1« n, u. Mit 
kynd, vnd narren schympfen ©rant, 5R3. 68b, 5. Vnd stellen zücht und (Mcn 
nach Ib. 9b, 57. vsz den stett vnd muren ib. 79a, 4. Von rock, rynp, 



über bic C^parutig Don Qfle^ond^ unb BUbungdfilbcn u. f. to. 7 

mäntel, borten schmal 16. 79 b^ 50. Ler sy in hantwerck, kunsten fry 16. 138^ 
168. mit hend vnd beynen 16. 143^ 143. mit irem weszen kindt vnndt wiben 
i6. leiaift. 

b) iRom. 9(cc. $(. ich hört und sach da fräudt und wunnen allerley 

§ar manigvalt 9^2. 12 \ SSO, 18 (@uc^n).). Kein alt noch venden fristen 
ich l^Tont 153bti x>. u. 

c) ^ni^efodene ^bung -n, er^oUene dnb. -en: Pei fürsten und pei 
frawen, Pei ritter, chnechten ©uc^lD. 5, 94. vor fürsten ritter und knehten 
«2.» 910, 80 (@urf)tt).). Es wer mit wurfel oder mit karten goftn. I, 110, 1. 

d) Äui^gefodene ^bung -en, er^Itene Qtnb. -n. gesanc der stAt vor 
herren wol, vor künic und keisem St^Si. 405, 30. 

926b. 1. @nbung -en, -n. a) !Dot. $r. in stett vn lendern, dörfTem, 
husen Thixn. iR^. 63, 87. Beid, weih und mannen ^\\tt,, (Slag u. t)orm. 
1546. Mit Habich vnd mit Hunden ^üm. ^^fr. 34, 5. ahn fOess und ahn 
armen (Snb. 3ub. 1886. an statt und orten ^Qcf. HI, 1, 266, 34 (Rmingli). 
sampt yren nachkommen bepst vnd bischoffen C^nifct, Jlbx. 83/84, 774 \>. u. 
schampere kleider an man vnd frawen @6er(. t). Q5än56. ^bx. 139/141, 13t0. 
mit wort und thaten Söodf. II, 58, 40 ((SQrf)ö). Mit tagwach und schiltwachen 
ib. 88, 38. Das freund und feinden namen 16. 89, 2. mit Megd vnd Knechten 
i>. ®Qrf)ö, fjftn. 42, 29. von Dieb vnd Schelcken 16. 25, 274. Mit schenck vnd 
gaben manclierley 5ftn. 68, 327. Mit stül vnd pencken <Bdjto. 16, 142. auf 
steig vnd strasen to. 115, 20. von rent vnd zinsten 16. 147, 85. mit hend 
vnd fuessen 533ac!. III, 1, 375, 16 (@c6. grancf). mit vil bitt vnd ver- 
heissungen 16. 411, 21 (®tumpff). mit spiess und stangen ^einfp. 2246. 
bey allen Gasterey vnd Täntzen @pec. btt. ^um. 62s. in werck vnnd wortn 
9M>r. 33, 20 4. an pferd und hunden grofc^m. I, 2, 15, 248. unter man und 
rossen 16. 11 1, 3, 7, 97. bey dorf vnd steten 16. H, 5, 3. 46. mit was 
elenden vngeschirkten Lehrer vnd Predigern ÖQ^. ^nbr. ütbr. 10/11, 30to. 
An Händen, Füss und Hüften ®pee 1, 27. Herab von Berg und Steinen i6. 

II, 13. Von Bäum zu Bäumen 16. 1, 53. mit Striem und Strahlen 16. 11,37. 
an Tann und Linden 16. 33, 89. Auf Harf und Lauten tastet frei 16. 22, 205. 
in Luft- und Klüften glcm. ^^. IV, 54, 143. vor viel Jahr vnd Tagen 
8knu«0tl. 115fo. auf Thürm und Mauren C^ft. ^opff. V, 102. in Flamm' 
und Bränden 16. I, 416. von Sieg und Thaten 16. III, 172. mehr mit Wort- 
als Wercken 36r. (^. I, 563. in freund und feinden 3^0^^^ 1^^/ 1^- "^*^ diesen 
Frantz- und Fremdentzen 5ÖQrf. III, 1, 1003, 25 (8cl6n.). 

b) Ü6rl9C Gofuig. 5Rom. ^cc. ^1. Wann man gab vnd schenken gyt 
Ttnxn. 9233. 42b. Fraw vnd Junckfrawen $). ^d)«, gaftn. 35, 83. eitel 
sorg vnd schmertzen Söalb. 9lbr. 49, (S. 28, 58. Aepfel, bim, pflaum und 
kirschen 5rofd)m. II, 3, 7, 50. durch alle Heck vnnd Stauden Äg. Älbcrt., 
Cuc. ftgr. 191, 20. durch die Versuchung und Anfechtungen 16. 352, 7. 
Ade nun, Weid und Wiesen ©pcc 9, 135. Heil meine Wund und Masen 16. 
29, 236. die Laut und Harfen rein 16. 27, 3. den Hirt- und Heerden scheuen 
fVlcm. Cb. IV, 5, 11. seuch über seuchen heckt ®rDp^. ^bx. 37/38, I, 57, 10. 
Schul- und Kirchen Öogou Ä9?e. 28, 189, 265. Thrän und Zehren Ö^ft. 
eicop. II, 1501. Klipp- und Syrien ®op^. IV, löO. Fleck und Schatten 16. 

III, 223. Weil dir das Kriegsfeld Palm, und ihm Zipressen traget ^gripp. 
I, 31. Die Pers' und Christen 3[6r. (S. I, 484. alle Tugend- und Würckungen 
Glmpl. 248 ts. wo kröt' und schlangen girren 3^0^^^ ^^^/ ^- L>*g' ^^^ 
rubinen iRcuf. I, 336 u. — ®cn. ^l. sorg vnd engsten vol $). (^o^ö, <Srf)nj. 
37, 24. Fast aller End und Orten (5pec 7, 54. — S)at. ®g. am Riesen, Am 
Low und Schlangen ei)ft. (Bopl). IV, 289. 

c) Äuögcfaücuc (Jnbung -n, cr^oltenc Qnb. -en (-ern). Mit kandel vnd 
mit krawten ^. ©Qd)CJ, <5(^m. III, 107, 51. Von Khü vnd Kälbern ©cf)». 
357, 61. inn Stiffer vnd Sporen ®cfd)lc^tfL 386f ». «. Bei Trommel und 
Trompeten @pcc 23, 111. 



8 SBil^elm ©teglid^, 

d) SCudgefadene @nbung -en, erl^altene @nb. -n xt\p. -ern. Unter sew 
vnd rindern (Ba&)^, goftn. 15, 203. An Thier vnd Vögeln ^ufc^m. 9U>x, 
78, 40, 15. Von Mann vnd Weibern Söacf. II, 129, 42 (grifc^}.). auff berg 
vnd bügeln Söacf. III, 1, 442, 26 (©iat^ef.). an Seer und Leibern glem. 
% 20. III, 6, 328. an Felss und Disteln Söarf. II, 328, 18 (®t^]^.). von . . . 
Dieb und Strassenräubern Söocf. III, 1, 728, 33 {^d)Upp). mit Palm- und 
Lorbern ß^ft. ^oplft. I, 50. den Feind- und Göttern ölcop. V, 3609. 

2. ^(urolcnbung. -er, refp. -em. vmb das Heyl jrer Weib, Kinder vnd 
Gesinds Sg. ^(bert ©Udrn. 665i. auff Kind vnd KindsKinder Tlo\(i^. 9lbr. 
108/109, (S. 74t. Gott- und Väter ©c^toicg. IV, I, 1, 1. feld- und wälder iReuf. 
m, 828. — Feld- und Wäldern Stlbcrt, Arten VI, 14, 2, 5, 

3. ®cn. @g. Tl. ^. vmb Korn vnd Mosts willen Öutl^. Of. 7, 14. deynes 
heyligen warhafftigen fleisch vnd bluts @mf. ^bx. 96/98, 141?. gancz meins 
gmuet vnd herzens ^. (Bad^ö, gf^ftn. 14, 134. so vol nyd vnd schalcks 
Söeinfp. 2539. Gelt vnnd Guets genueg Spcc. bit. ^um. 814. viel Dispu- 
tierens, schwetzens vnd hetzens, tadern vnd schnadems, kleppern vnd 
schnepperns Sßarf. III, 1, 609, 10 (^fclf.). voller Wust und Grawens Söacf. 
II, 256, 37 (Opl^). Leid und Ächzens voll glcm. Ob. II, 3, 21. Sem, Cham 
und Japhets Vatter Söacf. III, 1, 765, 20 (®(^upp). ein Stifiter Mord- und 
Brandes ß^ft. 3bt. (B. IV, 511. von Gott und Rechtswegen ßbr. 3Bcifc, 
mt. 12/14, 122:. 

4. ©emeinfame ^bung bet ben erften Q^üebern ^meier (S^ompof. mit ge« 
meinfamcm ©tfilufetcil. in führ- vnd wassersnoth Söcinfp. 2257. Schwalb vnd 
Spatzenhatz ^efc^tlL 21 s. kein leib noch lebens gefahr ßuc. StQX. 238, 15. 
seel- und kräftenlos ©pce 48, 421. Die beste Seel- vnd Augenweide ^(b. 
«t. III, 2, 1, 2 (@. 2)QC^). an Mann vnd Weibes Personen SÖQcf. III, 1, 683, 13 
(OUar.). Lieb- und Gegenliebesschein glcm. Ob. III. 19, 47. nach dem Sünd- 
nnd Buhlen-spiel ^enudgtl. 195». Aus Basilisk- und Drachen - Augen ß^ft. 
©op^. I, 565. ist Lohn- nicht Straffens - werth Qbx. @. V, 89. in stetiger 
Leib- und Lebensgefahr (Bimpl. 198 ts. bey Leib und Lebensstraff ib. 230it. 
Lieb- und Lebens-geschichte Printz Balacins 3*0^^^ ^^•• 

5. 3)crfc(bc gott bei S3erblnbung äjpcier @ubft. mit gemelnf. ©ufpy. nicht 
ein Christ- sondern Antichristentum fcarf. III, 1, 948, 15 (©pencr). 

m. 83erbum. 

1. 3"P"t^ö- So hebt sich greyn >Tid zannen ^^I. I, 35, 10. Erst 
hebt sich greyn vnd kerren Ib. 35, 16. Clag vnd senen war mein orden ib. 
II, 9, 50. Man wart vnd tragen muosz ^ront 134, 333. — Wer geren recht 
vnd zancken tliuet ^. ©QC^d, <Bä)tü. III, 186, 37. Thut vil schertz vnd 
schimpffens vertreiben f^oftn. 38, 61. der nichts dan höhn vnd spotten kan 
er. Älb. 5>ob. 22, 37. Was man dir sag vnd schreyen thu @rob. 2203. Mein 
dichten seufftzen vnnd mein wein vnd klagen ^örf X, 3. Mein stetes Heul- 
und Klagen <Bptt 11, 305. weiss zu streiten, krieg- und siegen @d)tT)icger, 
®. 11 81. Nicht pflantz- noch pflegen könn ß^ft. Qbr. ®. III, 455. 

2. ^ort. ^roef. der spihl- und süngenden geselschaft 3^f- 101 1«. 
zwischen Lehr- und Lernenden SBorf. III, 1, 994, 28 (ßeibn.). 

3. Sktb. fin. In wendig ausawg vnd ersterbet $. (Sat^d, ©c^U). 226, 114. 
Was wart- und zweiffeln wir? C^ft 3br. @. V, 332. 

B. «bleltenbe ©uffijre. 

I. Grf)n)ererc Oufflyc. 

1. 3ubftQMt. ©uff. a) heit. weltlich oder geistlicheit Wlxxxn. 9»^©. 75,66. 
die Trewe redlich vnnd Erfahrenheit ^öd LXII. in aller nüchter- vnnd 
messigkeit Cuc. Ägr. 182, 5. blindt- !o eylelheitt! ®r^p^. ^bx. 37/38, I, 
40, 6. wogen ihrer bunten schön- und Seltenheit 3^0^^^ ^^h ^^- 



über bie C^parung t>on gle^nd« unb iBtlbungi^fUben u. f. tD. 9 

b) Schaft. Nef vnd Nichtschafften (^efc^tfl. 94 u. Graff- vnnd Land- 
schafft 9lm(f^. 9ibt. 53/54, 6». auCf Brüder- vnnd SchwägerschafTlen 9Woftl^. 
3lbx. 108/109, 64 f 8. meiner gesel- und kundschaft Ref. 44:. Die gäntzliche 
Kind- oder Sohnschafft ^ng. @i(. 11. nicht allein Kund- sondern auch gar 
BräderschaCft (Slmpl. 3934. 

c) ung. ohne einige Geistliche stärck oder erquickung Äg. Klb. &vAnu 
701 1. die verlier- vnd entziehung ßuc. Aar. 837, 9. zu erhalt: vnd befürde- 
rung ib. 33, 9. entweder zur zahl- oder Verantwortung 3^- ^^^^ *• «• 
VerUiumbd- und Dräuung Öl^ft. C^id^. IV, 188. Liebe, verwunder- und be- 
stürtzung 3iöler 119, 27. 

d) niss. kein Kummer- noch Trauerniss SBocf. II, 344, 32 (^o^. StlaQ. 

e) in, inne. wi di Himmelinne, Lust- und Kluginne Qt\. 123 14 t». u. 
gött- und priesterin 9?euf. I, 3774. 

f) er. Rieht- und Henckers Sl^ft. 3br. @. II, 296. 

2. 2(bject. ©uff. a) in vnd ausswendig @(ef(^ic^t!(. 218 19. auss- vnd in- 
wendig !Ouc. Slgr. 367 18. sowohl aus- als inwändig 3^f* ^^^> ^* u. gleichsam 
in- und ausswendig (Simpl. 158 le. — wohn- und sässhafTtig (Sfjit. 9{euter, 
Sltt, 57/58, 1288T. 

b) lieh, gross wunder gät in gaist- weltlich gerichte S^9)'^S. 282, 2. 
— schrifft- und heimlich 9{in^. 2470. geist- vnd weltliche Vorsteher ßuc. 
«gr. 16, 20. gut- vnd peinlich @udm. 4866. Für Fürst- und Königlichen 
Pracht aib. «fr. VII, 1, 6, 2 (^ad)). glück- und fröhlich glcm. Ob. III, 22, 15. 
eine feine bewähg- und klähgliche weise 3^^ ^^^' *• «• n^^hr fräund- als 
feindlich ib. 120 is d. u. so viel jhm immer Mensch- vnd müglich ist ^3enudgt(. 
62i» to. u. Mann- und Weibliches Geschlechts <Bop^. 1,378 «(nm. mehr für 
Gött- als menschlich halten ^Qcf. III, 1, 869, 7 (ßl^ft). beydes Leib und 
Geistlicher Weise (Bimpl. 47186. mehr schäd- als nützlich ib. 3526. ein so 
absehen- und düster] ich geschrey 3^9'^^ ^^^/ ^^- ^^^^ künst- und köst- 
lichste gezieret Ib. 387, 39. 

c) bar. trank und essbar ©pee 51, 39. ihr dienst- und zinssbar (£(eop. 
IV, 2983. die sonder- und wunderbaren gerichte 3^0^^^ 206, 2. 

d) sam. Hoch-Ehr- und Tugendsam Slftr. SReuter, '^bx. 90/1, 62, 418. 

e) ig. Weil er sein Werk geheim, eilfert- und wichtig hält (SIeop. I, 586. 

f) isch. wider die Schwed- und Hessische @imp(. 254st. Die Glycon- 
Ithyphall- und Phalaecische Ode SRor^of, Unterf. t). b. b. ^px. u. $oef. 566, 10. 

3. 9bberbiQ(fuff. wärts. für und hinterwärts (Bdftbt, yibx. 144/8, 29s. bald 
recht- bald linckwerts Cleop. II, 1567. 

4. 2 ©uffiare. 

a) igkeit. die einhell- vnnd einigkeit Cuc. Ägr. 60, 30. 

b) lichkeit. Die Rein- und Zierlichkeit ööbifer, ®runbf., <S. 345, VI. 

c) erlich. in- und äusserlich SÖQcf. III, 1, 929, 27 (OJottfr. ^rn ). 

II. d^nbungöortige v^uffiye. 

1. en. in und aussen @pce 47, 147. 

2. er. drunt- und drüber ^(^kuieger I, 9, 5, 6. 

3. ern. ein stähl und steinern Hertze Qbr. 93. II, 125. 

4. en: ern. aus gold- und silbern schusseln 9Jeuf. III, 106t. 

5. 3tetgerungöfuffi|;c. 

a> (Somparottt). Die pawren waren einfeltig vnd früemer ^. ^c^d, 
@^tt. III, 99, 36. desto schön- und holder 9Jeuf. I, 275» y>. u. 

b) ^uperlottb. weder das gross noch das kleinest Haussrütlein 
©f^tft. 99io ». u. Die keusch- und kältsten ^bx. <3. I, 379. 

6) Qkmeinfamfeit bcd (Süffig bei ben erften 3:elleii Aiueier (Somp. mit ge* 
mrinf. Sc^Iu^tetl. Zu Einrichtung dieses Verfass- und Versichrungswerks 
gehörig (gemottet, «udf. «Crb. II, XI, 35 (al^ ©elfp.). Ich zun oft und ofter- 
malen ^ee 43, 345. so wol in- als ausserhalb v^impl. 260si. 



10 SBil^elm etegUd», 

m. 2)te Srfparung bei ben Safudenbungen. @rfte ^eriobe. 

Settac^tet man nun biefe Srfc^einung im 3ufcimmen^ang, fo brängt 
fic^ Don felbft bie f^rage auf, mie biefelbe, bie ja nic^tö Urfprünglic^ed 
barfteUt unb unferm l^eutigen @pra(f|gefü]^( a(d Anomalie erfc^eint, in 
ber Bpxaä)t aufgetommen ift unb $(a^ gefunben \)at, unb jmar in einem 
Umfange, ber il^r gortbeftel^en für immer gefid^ert erfc^einen Iie|. 
SBielleiddt ift fie, mie fo manche Srfdjeinung im fieben einer ©prac^e, 
überl^aupt nic^t erflärbar; e^ foH aber l^ier menigftenS ber SJerfudft ge* 
madjt n^erben, bie DueUen llar barjulegen, aud benen fie entfprungen, 
unb bie Sebingungen, unter benen fie fid^ weiter entwirfelt i)at ®Ä 
l^anbelt fi^ l^ierbei um mel^rere fragen, ©rftend, mie ift bie @rfd|einung 
entftanben, unb wie l^at fie fi(| weiter entwidfelt? 3*^^^*^"^^ welc^eiS 
ift i^re 83ebeutung in ben öerfc^iebenen ^l^afen ij^rer Sntwidttung? 
2)ritten2, wann unb wo ift fie entftanben? ©nblic^, ift fie öolfötümlici^ 
ober ein ^robuct ber ©c^riftfprac^e ? S)ie beiben erften fragen finb nic^t 
genau t>dx[ einanber ju trennen unb foQen bemgemöB gemeinfam erörtert 
werben. 2)ie Sntftel^ung tann in mannic^fac^er äBeife t>ox fic^ gegangen 
fein: entweber tonnen bie oerfd^iebenen Kategorien unabl^ängig Don 
einanber, ober eS tann bie eine aud ber anbern entftanben fein; ferner 
tonnen fie bei unabl^öngiger ©ntftel^ung boc^ benfelben Urfprung aufweifen. 
SBa§ bie Suff affung anbelangt, fo bieten fid^ folgenbe SD?bgIid)teiten : ent^ 
Weber bilbet bie SSerbinbung begrifflich nur ein SBort, weldie^ folgerichtig 
nur eine 5Iejion2== refp. SilbungSfilbe erl^ält, ober beibe SBorte bitben jwei 
getrennte begriffe, eg wirb aber au^'irgenb einem ®runbe ber ®c^lu|teil 
beg erften burctj ben be2 jweiten mit vertreten, enblic^ tann bie ganje @r* 
fc^einung auc^ blog auf fprac^Iictjen SBorgängen berul^en, bie auc^ anberwärtd 
))ortommen, fo ba^ bie anfdjeinenbe Anomalie fpradilic^ ganj conect ift. 

SBie wir gefeiten l^aben, tritt bie ©emeinfamteit bei ben Eafu^enbungen 
ungefähr am Anfang be2 13. Sal^rl^unbertS auf, bei ben 93ilbungg== 
ju^jen erl^eblic^ fpäter. 2)aburct| wirb bie Snnatime einer (Sntftel^ung 
jener aud biefer unb weiterl^in an^ ber ibentifc^en @r{c^einung bei ben 
Sufammenfefeungen l^infäKig; eine birecte Übertragung öon ben lefetcren 
auf bie SIejion ift ni(I|t bentbar. Am wal^rfc^einlic^ften ift nun eine gleic^^ 
jeitige unb gemeinfamc Sntftel^ung bei Subftantio unb Slbjectiö, bocf) be« 
ftel^en baneben nocf) anbere SKöglic^teiten. @2 wirb fic^ nun empfel^len, 
fürg crfte beibe gefonbert ju betrachten, unb jwar junäc^ft ba^ Slbjectiö. 

@^ liegen mel^rere ®igentümlicl|teiten in ber SSerwenbung ber 
Äbjectiüflejion öor, bie ju ber Srfparung ber SafuSenbungen Anlag 
gegeben fjaben tonnten. @3 finbcn fic^ 5unäcl|ft jal^treic^e gälle, in 
benen bei met)reren coorbinirten attributioen Slbjectiöen in ber Stellung 
öor bem ©ubftantiö im 9?ominatit) ftartc unb flejrion^lofe formen jugleic^ 
gebraucht werben, ganj naturgemäß, ba l^ier beibe t^ormen t)on üornl^erein 
gleichberechtigt finb. ®eijp. : durchliuhiic unde lichter schin garten. 781, 

swach und brcediu wip 3f^^* ^ Ulf ^9 (I, Ö. 126), manig luter und 
Cläres flüsslin Steinig. SlSi«. u., sin forchsam unde sin angistlichcz ur- 



über bie Chfparung oon glej^ond« unb Bilbungdfilben u. f. to. 11 

urtelde ÄSlfi. 9, 64, 6 ($rcb. U. ®cbctc), ir 6wic und ir immer wegen- 

der sin fjrauenl. 16, 1, 4. ®g läfet fic^ öicllcic^t öon l^icr au2 ein 
gemiffer @tnflu§ auf bie obl. 6af. annel^men, benn bie SJerbinbungen 
naif bcr gortnel Pect. Sbj.^Sop.* unflect. W>\,, bie an firf) cbenfo gut 
möglich mören unb in anbter ©teHung aud} Dorfommen, fc^einen l^ier 
meber im 9tom. noö) im Saf. obl. Dorjufommen. tiefer (entere Umftanb 
ftnbet aber medeid^t fpäter feine Srtlärung, unb augerbem finb bie 
copulatioen 93erbinbungen im 9!om. überl^aupt feiten, befonberd in 
frül^erer Qext 9J2an mügte benn annel^men, ba^ bie ganje 93en)egung 
Don ben afqnbetifc^en 93erbinbungen ausgegangen ift, bie im 92om. unge« 
mein oft )}ortommen, unb auc^ in ben übrigen Q^afud ben copuIatiDen 
bie SBage l^alten; bied ift aber fel^r unmal^rfc^einlid^. Sludfc^Iaggebenb 
aber ift, ba^ SJerbinbungen biefer Art für ba§ ©prac^gefül^I jener S^t 
fieser etmad ganj 92atürli(f|ed maren unb nidjt, Ieid|t ben SinbrudE 
fotc^er mit gemeinfamer @nbung madjen tonnten. ^^nlt4 t)ert)ält eS fic^ 
mit bem präbicatit^en ^bj. unb bem attributioen in ber Stellung nac^ 
bem @ubft., nur ba^ l^ier auc^ beim Saf. ob(. ein äBec^fel jmifc^en 
flect. unb PejionSl. gorm ftattfinbet, mag auf attributiüe Sßcrbinbungen 
t)or bem @ubft. einmirten !onnte. 2!)oc^ befdiränten fic^ bie le^termätjuten 
t^öDe faft audfc^Iieglid^ auf ben 2(cc., ber bei jenen 9Serbinbungen erft 
fpäter oorfommt. gür bie juerft auftretenben gälle minbeftenS finb 

biefe alfo fieser Ol^nc 93elang- ®eifp. : ouch was sin herre junger ämech- 
tiger unde missevar garten» 580. vil manegen gürtel spaehen, rieh unde 
lanc 9Kb. 576, 1. ein trunc langen und so gröz Äfi. 466, 39 (SBeinfc^W.). 
nü erkanden sl den gotes gewalt so starken und so manecvalt ®reg. 3363. 

Übrigeng fann man aug einem ®eifpiel mie wibes üp alse schoene und 
alse Clären ®3K. XXI, 16, 25 (©c^. ö. fianbegg), bag öor ber Sopula 
bad e bed Stammet bemal^rt, ertennen, ba^ biefe Serbinbungen t^at« 
fäc^Iic^ noc^ nic^t a(d 3uf^nini^f^ffung unter eine gemeinfame @nbung 
fleba(^t finb. — Breitend gel^ören l^ierl^er biejenigen SSerbinbungen mit 
ber ^(e^iondenbung e, in benen le^tered t^or ber Sopula elibiert ift. 
9{i(f|t ju Dermec^feln finb l^iermit %atit mie manege decke snt^wize, gel, 

brün, rot, grüen und blä Irift. 664, benen fic^ fol^e roie Kriemhilt diu 
höre und vil trürec gemuot dlxh, 1225, 1 unb öieüeic^t aUC^ diu rein, 

diu süeze, diu guot genant grauenb. ©. 51, 17 anreihen, in benen roirf* 
lic^ bie fle]cion^tofe gorm ftet)t. ©rö^tenteil^ gel^ören fie ber fc^mac^en 

§le^n an : der biderb und ouch der frume $art. 4208, der biderb 
unde fruote ^art. 5328, daz cristenlich und daz roemische rieh 3fb?t' 

VI, 381, 423, diu stetest und diu beste «ü. 602, 29 (^eil. 9Kart.). 
®egen eine befonbcre ©inmirtung folc^er gälle fprec^en außer ifjrer 
©eltenl^eit in ber Maffifc^en mf)b. ^oefie jmei ®rünbe. ©rftenS fommen 
ouc^ beim SJerbum fotc^e t^älle in genügenber Slnjal^t oor, ol^ne ba| 
fie bort bie entfprec^enbe @rf(f|einung feroorgerufen l^ätten, jmeitend 
fpric^t bagegen bie auffaUenbe Xt)atfac^e, bag bie @emeinfam!eit ber 
l£nbungen beim fc^mad^en Stbj. in m^b. Qnt fo gut mie gar nic^t ))or^ 



12 SBil^elm ©teglid^, 

tommt. %(u§er einigen S3eifpie(en a\x^ fpäterer Qtxt : das jung und alte 

blut ÄS. 704, 23. die alt und junge fjöftn. I, 3, 5. wir jung und 
alten ibib. 147, 20. die . . . propheten alt und nüwen Sront 164a, 19 

(alt öieKeic^t flcjioniJlofe fjorm), unb ein paar unfid^eren Seifpielen 
au2 frül^erer Qdt: daz zam und daz wilde ?ßarj. 238, 17 unb die 
2w6ne grimme küenen man 9?ib. 2038, 4, melc^ le^teted aber öielleid^t 
befjer ate SSermifdiung üon ftarfer unb fc^mac^er Slejion gefaxt mirb, 
tann ic^ nur ein 93ei{piel im Äcc beibringen: wider die hüntisch und 
mistpellischen chläfferey Äfi. 765, 34, abflefel^en öon ben oben er* 
n)äl^nten 93eifpielen aud bem fiieberbu^ ber ^ä^Ierin: die mynneclich 
vnd zarten u. f. w., rtjclc^e fämtlid^ fubftantiöifd^ gebraudbt ftnb. — Snm 
britten gehören l^ierl^er bie fdion im 12. Sal^rl^. auftretenben f^äUe Don 
5Iejiong(ofigfeit be^ äbj. nic^t blofe im Äcc, fonbern au^ im ®en. 

unb 2)at., }. 93. un verzaget mannes ^arj. 1, 5. sn^wec bluotes ^arj. 
296, 3. gesniten anker lieht hermin $arj. 14, 16. Gramoflanz dem 
höhgemuot ?ßarj. 618, 11. guot frouwen ®en. p. SWg. 14, 19 (ögl. 

SBein^. § 491 ff.). @3 ift auffattenb, ba^ gerabe bei SBoIfram, ber öon 
biefer ^reil^eit au^gebe^nten @ebraud^ madjt, auc^ bad erfte ber in 
tjrage pel^enben SSeifpiele erfc^eint. Sin gewiffer Sufammenl^ang ift nic^t 
unn)a]^rf(^einli(^, aber nidjt ju erroeifen. — Sei allen bi8 jefet erörterten 
fünften l^anbelt t^ fic^ um Sigentümlid)teiten ber f$(e^on. @^ märe 
aber auc^ bentbar, bag eine copulatioe SSerbinbung infolge il^rer 93e« 
beutung für ha^ 93emu§tfein fo eng 5ufammenrüdtt, bag fie nur als ein 
SBort erfc^etnt; ed müßten bann bte beiben ©lieber begrifflich entmeber 
fel^r nal^e Dermanbt fein ober einen @egenfa^ audbrüden, unb augerbem 
mügte bie SSerbtnbung tnapp unb präcis fein, fo bal fie leicht au^ fürd 
Dl^r aU eine unter gemeinfamem ^ccent ftel^enbe @ruppe erfc^iene. Siefe 
SBoraugfefeungen treffen aKerbingS gleid} beim älteften Seifpiele ?ßarj. 
57, 18 JU, unb ebenfo bei ben beiben ä^nlic^en SBoIfb. 2) V, 191, 3 
unb sparten. 13048, ba bie garbenbejeidinungcn, bie in biefer Sragc 
immer eine gro§e StoKe gefpielt l^aben, eine fe^r fc^arf abgegrenjte unb 
c^aratteriftifc|e 93ebeutungdcategorie bilben. Sber fd)on ha^ oierte, feiner 
ganjen Structur nad^ ju jenen gcl^örige Seifpicl, ©. graue. 685, pa§t 
n\d)t baju ; augerbem tbnnte fic^ ein fold^er SBorgang nic^t leicht fpontan 
entmidEelt l^aben, eS müßten irgenb meiere SBorbebingungen benfelben erft 
]^rt)orrufen. @d ift nun auffallenb, bag eine ®ruppe anbrer Slrt, 
bei ber eine folrfie (Jntmidlung am näc^ften tag, trofe fol^er SSorbe* 
bingungen junäc^ft nic^t baju gelangt ift, nämlic^ bie ungemein gebräuc^^ 
liefen formell^aften SBerbinbungen fubftantioierter Slbj., bie burc^ 95e* 
jeic&nung eines ®egenfa^eS eine ®efamtl^eit oon 3nbit)ibuen auSbrüdEen: 

arm und rieh, junc und alt, wilt unde zam 2C. Sro^bem fie größtenteils 

coDectio gebraucht merben, ftnben fic^ genug t^äUe im $1., bei benen 
bann baS e beS erften ®tiebeS elibiert loerben tonnte: dö sprächen arm 

unde rieh ?tß. 141, 10 (Äaiferc^r.), weder junc noch alt ^art. 504, 
klein unde gröz Irift. 7587, 5tt)cibeutig böde arm und riche ä. §einr. 



Ü5er bie d^porung Don ^itjcion^ unb ^ilbungdfttben u. f. m. 13 

1510 U. Ö. a. neben arme und riche, alte und junge Srcc 194 U. ä. — 

alt und junge ?ßarj. 228, 4, cbcnfo I. ®ion bc8 fiampr. ö. Sieg. 87, 
SBolfb. 2) in, 34, 1; rieh und arme ?ßarj. 6, 12. 3m Sof. obt. 
ftnben ftd^ bagegen 5Unä(^ft nur %dtit mie den armen joh den riehen 
%8. 181, 9 (^artm. t>. I^et(. ®Iaub.), andern edelen liuten genuogen, 
riehen und armen ?tß. * 610, 24 (Urt. au§ b. 13. ^I^bt.), der alten 
und der jungen 95it. 1871, den alten mit den jungen Älb. Xnugb. 65; 

gällc mit gcmeinf amer Snbung erft öicl fpäter. 2)ic frü^eften finb : allen 

dingen wilt unde zamen fjtlb. 112, 159, 7; cbfo creatiuren zam und 
wilden §3)?®. II, 392b, 7, zam unde wildes vil ^iloQrD. 187, 6, Don 

benen bie beiben erften nad) bem @ub)t. [teilen, bad Ui^iz mal^rfc^einlic^ 
anberd ju ettläten ift. %on aDen ermäl^nten fünften tanu folglich nur 
ber britte befonbre 93eQc^tung beanfprud^en. Sd fragt fic^ nun, ob er 
mirKic^ ben erften %nla^ gegeben l^at, mobei natürlich bie Slnatogie 
ber 92ominatit)t)erbinbungen mitgemirtt l^ätte, ober ob oieUeic^t nod} ein 
meitereS 9J2oment ^injutommt. Um bied ju entfc^eiben, muffen mir 
junäc^ft jum @ubft. übergel^en. 

S)ie erften ^ier auftrctenben götte ftel^en fömttirf) im ®en.: waer 

mir niht geschehen heil und liebes ein vil michel teil 3nj. 3979. weder 
kint noch tödes ungeschiht Irift. 1345. dd hat er erbe unde gelt körn unde 
hirses genuoc JRein^. 16. da was puliurt, tanzes vil und ander vil manic 
ritters spil ^'^auenb. ®tr. 42, 3. von hunger und von weters not ©. 5ranc 
2319. ez hat drum noch endes niht I. ®ion 1077. richtuom unde landes 
genuoc ^art. 1793. daz schult meineide untriuwe, sünde haz und nides 
vol sl din herze 9lü3n). 212, 3. dör heil noch tröstes nie gewan 9h)3lO. 
246, 11. daz vierde truoc besunder körn, obez, wln, zam unde wildes vil 

9it)3">- 187, 6. aSieltcic^t gel^bren l^ierf)er noc^ folgenbe Seifpiele: 

weder durst noch hungers not ®reg. 2907 (ogl. ob. ®. t^xam. 2319). 
heim unde schiltes rant SBolfb. ®III, 6, 3. in jämer und in leides klage 
^art. 5001. stoup und ouch gesteines mel lum. Ö. dlatiti). 854 (og(. 867 

stoupmel !) unb üielleic^t nocb einige anbre. daneben !ommen auc^ um- 
geteerte gäüe nad) bem ®ct)ema f(ect. ®ubft.* 6op.* unfJect. ®ubft. öor: 

wie harte si mfizzen verderben Goles unt ir christentuom (:wistuoin) 
^\>3iMt, t>. b. tObeS g^^Ugbe 386. die mannes nie gelüste noh de- 
heiner sunden teil (:meil) aBernf).*^ SDiatienlb. 147, 22. heten niht bekort 

ganzes lands oder landes ort ^Qtj. 14, 29 (biefeg ®cifpiel fauu oUerbing^ 

anberg crflärt werben), waz dir hazzes unde nit (:lit) 9?itl^. 75, 17 (ügt. 
Änm.!). waz der arme hat kumbers unde unrät ?12. 599, 32 (^ei(. SKatt.). 
bezzer danne vil gesteines oder silber unde golt ^äBjb. fiieb. 365, 12, 29 

unb enblic^, um ou^nol^mdmeifc basf 9!bb. J^eronjujiel^en vul sandes unde 
mul 91. bc SSo^ 6306. 3" biefen in enger Se^iel^ung ftel^en fid^ertic^ 
Sötte, in benen bie ®enitiüenbung bei bem einen ® liebe auSgefattcn ift, 
obgleich hai anbrc !ein fpeciette^ Äennäcidien für ben ®enitiü bietet: 

gast und hereberge muoz man sich vil dicke schämen 2Ba(t^. 75, 74. 
samft, härminer vedern man da vil lützel an im siht $(irj. 114, 28. loup 



14 SBil^elm ©teglid^, 

unde liehter bluomen vil Irift. 5353. himel unde erden umberinc ÄS. 

426, 27; ä^. 3fb«. VI, 369, 10; j. lit. 362, 2; ^rlb. 441, 3 
(5od^ fontmt himel und erde and) fonft fo im &m. \)ox, bg(. ^'SRÜ. 145 u Ain 
anfang himel vnd der erden; noc^ bei ^. (^ad^d ein Schöpffer himml und 
erden SÖQcf. Öcfcb. II, 50, 38; bei Öut^r Szo er schöpffer hymel vnnd erden 
ist SBocf. in, 1, (Bp. 181; ferner bei <B6)Upp nach Erschaffung Himmel und 

Erden ib. 700, 20). guot und 6ren vil tJrbft., Str. 1583, 8. ein döz des 

herhornes, jämer biterkeite vol ÄSR2. 12«, 90, 24 (@rlöf.)- wem ir be- 

velhet Hp und 6ren phant fjrlb. 292, 12. vil der schoenen bluomen unde 

gras 9?itl^. 99, 10, öiellcic^t ani) ez hat der künic von Rine golt unde 

kleit alse vil ze gebene 9?ib. 519, 2. silber unde waete gap man den armen 

genuoc 9iib. 1061, 3 (f, SSar.), got läze dich behaben heil und ganzer 

sa^lden kraft ©ngell^. 25f)4 u. e. Q. — SlKe bieje SSerbinbungcn jetßeu 
einen fo einl^eitlidien Xqpu^, bag man nic^t uml^tn tann, fie a(d aud 
bemfclbcn Urfprung cntftanbcn ju bcnfen: aKc bilbcn copulatiöe 9Ser* 
binbungcn im ®cn., öon benen nur ein ®Iieb ftcctiert ift, unb jroar balb 
ba^ erfte, batb ba^ le^te. @U(^t man md) einer (Srflörung, fo ergiebt 
fic^ bie merlttjürbige S^atfoc^e, bafe im 3Wf)b. öon jroei ober mel^r coor* 
binierten ©ubft. im ®en. fämtlidie bie ^(ejriongenbung üerlieren bürfen, 
ba^jenige aufgenommen, meldieS bem regierenben SBort am nät^ften fielet. 
9)ian tonnte annel^men, bafe in einjelnen SöHen ber Steim bie SSeran* 
taffung abgegeben l^at; aber biefer fann ni^t leicht fonft ungebräuc^Iid)e 
formen fc^affen (bie meiter unten mitgeteilte 9lu^nal^me fann bagegen 
ni(^t geltenb gemadit werben), unb bie minfürlicf)e glejion^Iofigfeit bed 
©ubft., tüie mir fie fpöter finben, mar in ber flaffifct)en Qdi no6) au3* 
gefdjtoffen. Db biefer Sraud) aber mirflic^ ber gefproc^enen Sprache ange- 
hört ober nur eine poetif(^e Sicenj ift, mufe bafiingefteltt bleiben: auf* 
fallenb ift, bafe berfelbe im ©pielmann^epo^ ju feilten fctjeint ; si vergäzen 

in den henden beide w!nes unde br6t @alm. 17,5 ift eine ßonjectur ^OUpt«. 

Später, mo ber ©ebrauc^ fcfimanfenb geworben ift, fommen öielc 9lug* 
nal^men öor, be^megen finb auc^ 53eifpie(e au^ fpöterer Qe\i ni(f)t mit 
aufgefül^rt. 3m 13. Sal^rl^. finbet ficf) allerbingS auc^ eine auffallenbe 
Slu^nal^me, ober öietmel^r jwei gleid^artige bei bemfelben 2)ic^ter: sich 

diser lande underwant, Osterrioh und Stire ©. ^elb(. 8, 1068. Stire unde 
Österland er sich mit ören underwant 8, 1201. S)a8 erfte ift mol^I aÜ 

Äppofition JU öcrfte^en, baS anbre ift offenbar burrf) ben SReim oeranlafet 
unb üielleic^t nac^ Analogie bed erften gebilbet. 2)iefe SBenbung f^eint 
übrigeng trabitionett Qthxanijt morben ju fein, wie ein weitere^ 93eifpiel 

bei §elbl. den landen ist niht gelich, Stire unde Österrtch ÄS.* 828, 18 
unb eine« bei SBalt^. Liupolt, zwir ein fürste,Stir und Österriche 75, 115 bar* 

legen; le^tered ift be^megen auc^ oben beifeite gelaffen morben. 2)iefer 
©ebraurf) fönnte i)ieKeid)t nad^ Analogie öon ^öHen ber formet ®en. i^tm. 
' ßJen. 3Ka?c. * regierenbeS SBort ober umgefel^rt entftanben fein. 6^ f^eint 
aber el^er ein rein pf^c^ologifrfier 93organg ju ®runbe ju liegen. ®eim 
antreten einer folrfien ®ruppe an baS regierenbe SBort freujen fic^ im\ 
®ebantenfe(ber, nämtid^ eine^, \sa% genitioifc^e 93er^ä(tnid, unb eined, bod 



Vihtt bie C^porung oon gfle^rton^ unb iBtlbung^ftCbcn u. f. ko. 15 

X^erl^ältnid ber etnjelnen ©lieber ber @ruppe unter einanber, entl^altenb. 
3n unmittelbarer yiai^t bed regierenbed äBorted tommt nun bod erfte [tarier 
5um Semugtfein, mal^renb ed in peiterer Sntfemung mel^r oerbla^t unb 
bad ^meite fd^ärfer l^erüortritt. Übrigend tommt btefe Q^onftruction ur« 
ftnränglicb trieUetc^t nur bem Don ^tbjectioen refp. ^büerbien, unb ))on 
3krben abhängigen @en. ju. 

9nm. Q^ fragt [xd^, oh biedetc^t noc^ onbre Slonftntfttonen burd^ einen 
ona(ogen Vorgang entftanben [mb, SJlir f^eint ed, bog Beübungen mie der 
küenen helde unde snel iRib. 449, 4 (A) fotool^l tuie onbrerfeitd alden und junc 
nbrö. 5:unb. 22, armen unde riche 9iot^. 819. 1724 auf ö^nlic^e SSklfe ^u 
erdären ftnb. 

3u biefen Subftantiüöerbinbungen fc^einen fic^ nun bie ältefteu 
SlbjectioDerbinbungen ju fteden, rne^e aucfa fömtlid^ im ®enitit) ftet)en: 

wiz und swarzer varwe er schein ^arj. 57, 18. gel und blAwer varwe 
sach man manegen van SBoIfb. S) V, 191, 3. blanc und wlzer varwe 
luhten slniu wäpenkleit ^art. 13048, wand er in niuwellchen sach wert- 
lich unde tumber site ®. 5^0^^« 685. unde ist och daz wazzir kalt unde 
fiuhter naturen 2lß. 604, 32 (SKeinauer SRaturt.). der ist hübsch und 

cluger Sit Ä5«ß. 12\ 322, 189 (Suc^cnm.)- ®or aOem gel^ört l^ier^er 
grft, wiz, swarzer münche vii ^t>Qrt). 225, 4, melc^e^ fic^ uur baburd^ 
unterfc^eibet, bafe ber SSorgang Dom ©ubft. auf bie begleitenben 3lbj. 
übergegangen ift; bad 9Jer|ältnid ift badfelbe n)ie etma bei bem oben 
ongefü|rten Seifpicl 9lü3*^- 1^7, 6. Aber and) bie anbem 5äß^ fönnen 
Don jenen nid^t getrennt werben. @d tritt l^ier berfelbe i^aU ein wie 
oben, menn auc^ unter anbem 93ebingungen : bon jmei ju einem SBorte 
g(ei(^mäBig in Sejiel^ung ftel^enben SS^^örtem ift ba^ bem erften junäc^ft 
^e^enbc f{ectiert, baS anbere unflectiert. Srleic^tert roirb ber S3organg 
oießeicöt aiicf) baburd), bafe alle bie angeführten JäHe aböerbialer Siatur 
fmb. '?(uf biefe SBeife ert(ärt e^ fic^ nun andj, marum 9Jerbinbungen 
nach bem Schema flect. Äbj.^Gop.* unfl. Slbj. fic^ üor bem Subft. nid^t 
finben. dlai) bem ©ubft. unb präbicatiö finbet fic^ allerbing« aurf) ber 
umgefe^rte galt, aber e^ befte^t ja l^ier üon üornl^erein g^^i^^it ber 
©a^t jiüifc^en flectierter unb fIe)rions^Iofer 5orm, unb aufeerbem finb 
Serbinbungen ber eben angegebenen Art ungefäl^r in gleichem ^rocent« 
fa^ vertreten. Sußer ben oben fc^on aufgefül^rten 93eifpie(en noc^ fo(genbe: 

ein man aldir unde gris ^It^. (£ lOÖ. vil manec guot snellez marc, hohez, 
schoenez unde starc ftroue 493. ir lip trüter, lüter var ÄüSBjb. üieb. 
<5. 3;)1, 233. manegen pfellel spa'hen, unde wol gesniten SWib. 798, 2 U. 
ein. a. ; im ICat. mit dem selben ding bopsen unde swach ?tß. 630, 9 
(Cttof.). 3n umgclc^rter Speisenfolge : ain valkner waidenhafl und be- 
tagter Ä912. 12 ', 157, 4 (9RinnefaIfner). der arme . . . un.souber unde 
*warcer ^fuffenleb. 90. einen alten wisen witzic unde grisen 95it. 213. 
si hßten in üz den vründin wunt unde ungcsundin ^t^. 9), 129. beten 
in licp unde werden Xrift. 509. win tuet zornic, müelich, kOene und 
ouch da bl zagen Wam. XVh, 11 ; ferner eine stange gruz und lange 



16 SBil^elm ©teglid^, 

{Reinig. 977 u. ein. a., aufeetbcm brci fonbcrbarc gälle in §/^ ö. tJ^^ctb. 

Irift.: min vriunt trüt unde guoter 180. sin muot vruot unde guoter 396. 
min lieber sun Käedin verstendic unde vruoter 410, aKc brci QUf muoter 

rcimcnb. 

2)ic frill^cften Seifpicic bcr ©emeinfamfcit bct Snbunß bei @ubft. 
unb W)}. finb atfo in ibentifc^er äBeife entftanben, menn oucf) unab«' 
^änßiß öon cinanbcr. ®eim 2lbj. bürftc bcr flcpon^fofc @ebraucf| im 
Saf. obl. mitgemirtt l^aben, medeic^t aviä) t>a^ Streben nadj ^räcifion 
be« «ugbrud«. greilic^ finb bie SBelcge für ba§ Äbj. fel^r bürftig, unb 
berechtigen nic^t jur ^(nnal^me eineS auSgebel^nten ©ebrouc^d; fie tragen 
mel^r ben Sl^arafier bcg 3"fäKigen. 

IV. ^ttJcite ^eriobe. Die fpäten, ungefäl^r feit ber erften ^älfte 
beS 14. ^I^bts. auftauc^enben ^äUe bilben teine genitimfc^en SSerbinbungen 
mel^r, fonbern jolc^e mit ber @nb. -en, öorjug^meifc im Xat ^I. @in 
paar Seifpiele jmeifell^after SWatur finben firf) ollerbing^ fc^on frül^er: 

lät iuch bereiten mit phärit und mit cleiden Utr. t). XÜX^. Jrift. 770; 
kind und kindes kinden wart ez nu Iröst hie gebende j. Üt. 473, 1. 

9iac^ ben unt. II beigebra^ten Sclegen ju urteilen, fc^eint bie ©cmeinfam* 
feit ber Snbung juerft bei ben fubftont. ?lbj. aufgetreten ju fein, bei 
meieren aucb ber Übergang Don ben fc^on oben ermät)nten ^erbinbungen 
mit elib. e nal^c lag, bie, 5umal beim engen 3uföwimenfc^(u^ in ber 
Su^fprac^e, Icid)t al§ ein SBortganjc^ erfc^einen fonnten. Daneben mirb 
ber fonftige ®ebraud| be2 flejion^Iofen Sbj. im Saf. obl. (ügl. 3JJartin 
JU SiRoerin 1104) mitgeroirft l^aben. — @^ Hegt nun fe^r naf)e, @nt* 
ftel^ung ber fubft. 93erbinbungen md) Analogie ber abject. nnjunel^men, 
jumal einige t^äDe, menn auc^ ni(f|t bie älteften, fid) begriff(i^ eng an 
biefe anfc^liefeen. Irofebem mirb eine anbre (Srflärung öorjujiel^cn fein. 
3n ber (Sinleitung ju feiner Stu^gabe ^ugoS ö. 5Üiontf. ©. 185. 186 
meift SBadernen für ben ®en. ©g. unb 2)at. ^l. bei mel^rcrcn, nament^» 
lirf) obb. 2)id)tern jal^lrcidie i^&Ue üon JlejionMofigteit beim ©ubft. 
nac^ (ögl. auc^ «nm. ju 25, 100). 2luc^ 9Jiartin ju aJiör. 757 unb 
3arnde, 9Zarrenf(^. ©. 282 b ertoäl^nen biefen ®ebrauc^. ®ei ^^Jrüfung 
ber bafelbft beigebrad)ten 133elege jeigt e^ fic^, ba^ ber Sprachgebrauch 
nicf|t ganj milttürlic^ ift: bie Snbung fef)(t nur ba, roo eine SerroecftSilung 
jroiic^en Sg. unb ^I. nic^t möglicf) ift; alfo, mo 9?om. Sg. unb ^I. 
unterfcl|ieben finb, ol^nc weitere^, bei ben übrigen, nur roo attributiüe 
95eftimmungen ober ber ^uf^mmenl^ang tcinen ^roeifel laffen. Sßgl. noc^ 

folgenbe öeifpiele: Si vielen vber die Mewer an Strickch und an Sail 
Ottot. ®. 525b23i). u., von unscrn hend abwendig werden ftÜWß. 12*, 
@. 150, 2 (?lcf. a. 33ö^m.), An land vnd leul, an manheyt gross äfi. 
776, 11 (SKör.), Mit beyden hend 93rant ©. 138, 30, von eignen dienst- 
mannen vnndt leuth 93rt. ©. 159a 34, mit füsz und hend 9iarrenfc^. 

103 b 14 „. u. (N) u. a. 93efonber^ nimmt fjieran teil bie ©tamm= ober 
giejiongfilbe -er. refp. -el. SSgl. aufeer ben unt. II angeführten noc^: 

mitt verweseren oder verantwürter SfSiü. 12*, 138, 23 (Suc^ ®e(ial), 



über bie C^porung t>on gle^ond« unb BilbungdRIben u. f. to. 17 

mit sinnen und mit gelider SD?tf. 25, 100 (f. «nm.). Suc^ bei atlbcm 
SKcbenftIben: vor künic unde keisern Ä3Kfi. 405, 30, Mit keiser, künig, 
fürst en, herren ®CUd)m. 631 U. fo Öfter bei „König**; mit Habich vnd 

mit Hunden ^. 3e^fr. 34, 5. 2)iefe ©rfc^einung ift aber wol^l nid^t 
a(d ^pocope Qufjufaffen, fonbern aU 9ngleid)ung bed ^atit)^ an ben 
?(cc., bie, in ber SSoltefproc^e entfprungen, au2 berjclben in bie @d)rift=» 
fprodie übernommen mürbe, ^oft aUe oud m^b. Qtit beigebraci^ten 
^äde (äffen fid) nun ol^ne meitered l^ier unterbringen; ob and) |o(c^e 
mie wib und mannen 3Kör. 757, ebenfo 3Ktf. 18, 245, mo nur au2 bcm 
äufammen^ong fidft ber ^(ural ergiebt, tann man bcämcifeln ; SBademell 
unb 5DiQrtin füfjren fie of)ne meitere Semerfung neben ben übrigen auf. 
Sinige Seifpielc, bie öon biefen ni(I|t getrennt merbcn f önnen : von frowen, 

Zwergen, junckfrow zart SKör. 883, von frouwen ritter junckfrow zwerg 
f:berg) 3JJör. 3904, uf bergen und in tal ^. t). @ac^fen|. Semp. 380, 
ferner daz si gen weiben und auch kind Schüssen so freueleich und swind 

fiSRfi. 11, ©. 285, 75 (93e^. Suc^ ö. b. SBien.), u. a. fönnen nid|t 
anberS crMärt merben. ferner maren formen mie wip für bad Sprach*« 
gefüf)! jeuer Qtxi ebenfo gut ?ßl. a(^ @g., unb wip und man ift gemift 

meiftenteilg ^(. (lemp. 411 an mannen und an wiben, äl^nl. 2Ktf. 18, 
118. 9Jitf. 30, 93 got hat uns geben, wib und man (: daran) ift mo^t 

mit bem ^r^g. = wib und mannen ju fefeen). S)aju foramt, bafe bie betr. 
Serbinbungen meift bei benfelben ©rf|riftftellern öorfommen, mcld|e ben 
enbungölojen Xat ^I. gebrauchen. @^ ift alfo ba2 SBal^rfc^einli^fte, 
bafe bicfelben auf biefe SBeife ju er!tären finb. MKerbing^ mirb bog 
iüorbilb ber fubft. Slbj. mitgeroirtt ^aben, unb ebenfo bie enge SSer* 
fnüpfung ber gcbräud)ti(^eren SSerbinbungcn im 3fom., fo bafe fie leicht 
al^ gäüe mit gemeinfamer (Snbung gefaxt merben fonnten. SKotmenbig 

ift bie^ üefetere jebod) nic^t, ögt. gebunden ahn füess und ahn armen 
@nb. 3ubenfp. 1886, aug fpäterer QtXt das podagram an hend vnd an 

füssen ßrajer, ferner ÜJfontf. 18,245 (aber ouct) 29, 151 wib und och 

die man. Unb 18, 118 wiben und och den mannen). 33ei biefem (enteren 

fönnte man ani) U'iä)t wib at^ Soltect. faffen. ?tuf jeben gall tonnen 
bie ber Snbung entbcl^renben ©lieber ber betr. SSerbinbungen immer alg 
felbftänbige SBörter unb al^ berechtigte 2)atii)formen betrarfitct merben. 
Xieg gilt aber nur für ben Anfang ber Sntmidlung, im »eiteren SSer^« 
lauf bcrjelben bilbet fid) allmäijlic^ eine etma^ öerfc^iebcne ?luffaffung 
l^rau^. Xa\)or\ meiter unten. Cb übrigen^ nic^t bod) ein continuirlic^er 
3uiamment)ang jmifcf|en ben frül^eren genitio. SSerbinbungcu unb biefen 
fpäteren beftetjt, (äfet fic^ mä)i ermeifen. 3)ie SSerfc^icben^eit ber beiben 
i^pen jpricöt el^er für gefonberte ©ntftel^ung. 

95eim ®en. Sg. ber ©ubft. fann nun auc^ in äl^nlic^er SBeife bie 
(^le^on auffallen, menn baS Safu^oerl^ältnid btnilxi) bleibt. S. SBeinl^. 
aR^b. ®r.> § 431 ff., SBadern. ®. 185; aufeerbem noc^ folgenbe: waz 

wir damit erczeugen Frums und Gewin (: hin) Dttof. f. 230 b 4, nyemantz 
adel schonen fi^iß. 12*, 145, 22 (ätferm. a. 95öl^m.), darumb so vürht 

;Mb». Ili. 2 



18 SBU^elm ©teglid^, 

ich s6le und llp ir beider ÄSKfi. 357, 12, den geist des leben (: gegeben) 
Ädlcr,3aftn. I, 24, 14, Mit nichten ich mich verzeihen thu, Meines adels ge- 

walts und reich tbib. 177, 21 unb noc^ jal^Iretc^c anbere, bcf. bei 
Ottot. unb ®ni)XD. (Stnige f (feinen fic^ übrigen^ an bie alten genit. 
SBerbtnbungen anjurei^en. 

@d tommen nun aud^ in anbern Safud einige menige ^älle ))or, bie 
fid| an bie 2)atit)t)erbinbungen anlel^nen, ober, beim Slbj., gleic^bered)tigte 
Pepon^Iofe gorm jeigen, {. II. SBielleidit liegt bei ben Seifpielen au^ 
ber ^äfel. SSermift^ung öon alter unb neuer S^cjion beg {c^ro. 2lcc. ©g. 
t^em. üor, abge{et)en iat>on, bag bei faft aQen @Qncope ber Snbung an^ 
genommen merben tann. 

95etrac^ten mir nun, mie bie ©ad^lage fic^ fpäter, im 16. Sl^bt. 
barftellt, unb jmar junädift beim ©ubft. $ier übermicgen mieber bie 
Serbinbungen im Dat. $(., unb jmar fommen neben imeigliebrigen l^äufig 
audi brei^ unb mergliebrige Dor, bie meiftend ganj millfürdd) unb aud 
rein äußerlichen ®rünben, in Snorbnung ber ©lieber unb Slu^bel^nung unb 
SJerteilung ber glejion^lofigteit auf biefelben gro|e 9Jfannigfaltig!eit auf=^ 
meifen; boc^ finbet fic^ am l^äuftgften äujammenfaffung ber beiben legten 
©lieber einer ©ruppe. SSertreten finb fel^r üerfc^iebene Segriff^fategorieii, 
meiftenteifö 3lu8brü(fe, bie infolge iljrer Scbeutung oft neben cinanber 
gebraucht werben, ol)ne be^roegen immer formelljaft ju fein (f. bie 93e=^ 
lege unter X, bef. ju ^. ©arf)^). 

^ier mu6 nun eine umfQngrcirfjc öruppc anbercr ©crbliibunflcn ermaftut 
»erben, btc fid) burd) ifjrc äußere 5iöund)fcit mit bcn eben bcfprod)encn nu$* 
*eld)nen. 3"nöd)ft ift an bie fd^on frübcr ^äupg Uorfommenbc, faft formelhafte 
33crbinbun0 ^meicr abftr. Qrem. 5u bcnicn, Don bcncu bci^ Mücitc Im "i^I. ftel)t, 
\^ 33. der trcw nocli eron nie plilach $15^0. 12», (S. 325, 22 {^^ixdi) u. b. a. 
3)lefc fonntcn Ieid)t olö SfäUc mit ßcmeinfamer ©nbunq bcrftanbcn mcrbcn, unb 
in Dielen ^äUcn ift bie genaue ^ebeutiutg faum feft^ufteücn. 'ün\in bicfcu iiod) 
einige gälte anbercr 3lrt, bie für acmöftnlid) bem <Sd)manfcn ,Vüiid;c» ft. unb 
fd)tü. gleyion, jmifdien b^n bcrfd)icDenen öJcnera, überhaupt jmlfdicn alte» unb 
neuen gormen in bicfcr Übergangöpcriobe i^re @ntftel)ung Dcrbaufcn. ^pecIcU 
feien nod) ermähnt R^itbcftimmuugen, bie für getüöbnlid) im <Sn. borfommcn: 
von laj; ze tagen it'M. 12», 805, 2 (5:cid)U.); W- "/ ^7, 28; ^\ 2fad)i^, 
®rf)n)änfe 318, 23. nach jar vnd tagen (Bd)m. III, 93, 9. Von zeyt zu z<*ytU'n 
SBalb., llobfpr. 23 u. a., blc rein metrlfc^cn C^rünben l^r ©afclu t)crbanfcn. 
3rerncr formelhafte attittcrlercnbc ^erblnbunflcn, 5. 33. Land und Leuten, mo 
bo8 erfle ®lieb gemö^nlld) alö @g. 5U bcrftel^en ift: land un<i loulon rechte 
luot (2. '^31.) $tm. 12', 315, 82 (3urf)U).), bögl. 2>\idi\r). 3, 82; t)ieüeid)t axxd) nod) 
Bey allen Hoictien, Land und Leutten, Bey Keysern, König Potentaten 3i^alb. 
ßobfpr. 130. ?it)nlid) Wehr un<i Waffen, md) tt)elct)cm fpäter mifeuerftänbllrf) 
Waff- und Wehren ^emi^gtl. 196 1 ». u. nebllbct, u. anb. öJröfetcntcitö läßt fid| 
ber genaue (Sinn nldit fcftftctlen, tocnn er ftd) nlt^t bireft and bem 3uf mmcn« 
l^anfl ergicbt. ^m 17. Q^bt. bietet bie SBermenbung ber SBlnbcftridie gcmö^nlidi 
ein fid)ercS Slrlterium für bie Sluffaffung. — Ü^iefe gan^e Öruppe Ift allerbingö 
für bie gan^c J^^gc nld)t mld)tig, nmgte aber ermähnt merbcn, tucil blc Ibr au» 
gc^örcnbeu S3crbinbungcn oft unflor fmb unb aud) mlöberftanben mürben, unb 
meil fie aufecrbcm nod) mand)erlel S3erübruug§punftc mit bcn anbcren ^^crbin' 
bungen jeiflen. 55efonbcrc 93ead)tung crfoibcm nod) .^mel {>älle. Grfteuö „Weil) 
und Kinder", melc^cd in ben meiften o-äüen coUectlö fte^t, = „J^amilic", mit 



über bie (frfparung oon glearton^ unb Si(bungdfU6en u. f. tD. 19 

„Weib • im ©tng., tele qu(^ „Weib und Kind" urf^rünglic^ ^n bcrfteljeu tft. 
Mit Cbinden und mit Weib Dingten sie dauon (:Leib) Otto!. 274 b« (5ag. 
Woll ir getreu sein weiben und kinden Äcö. (Jaftn. I, 168, 21). weibes und 
kinder habe ist nicht das wenigest tail irdischer seiden ^ö.* 1137, 27 
(Ärferm. a. ©ö^m.). mit seim weih vnnd kinder Urf. 5. ®cfd|. SWoar. I, ßlt. 
^r. 10, 175 11 v. u. es wurden nith souil prister weib vnnd kinder haben ^mf. 
1, 92f . Wir müssen wol nauss, . . . Ynd betein mit Weib vnd mit kinden ^. (Badß, 
[yaftn. 51, 28. Sint (1. ^L) auch sicher vor weib und kinden 64, 218. Last 
v2. "ßl.) weib vnd kinder ob aim hawffn 78, 136. Vnde quemen to eme mit 
wyff vnde kynder ^. be ©0« 6567. «Ro(^ im 17. Q^bt: (dieweil die Armen . . .) 
sich selbst sampt Weib vnnd Kindern denselben . . . verbunden Söacf. III, 1, 
3p. 554, 41 (ScJ^mon, ©petjr. 6^r.); diesem folgeten alle Bauren mit Weib 
und Kinder J!<«C. 28, <B. 248, 16 (Olcor.). ÄQum nocf) ^icT^CT 5U rettincu [xnb 
^de tDie Zu emeren ir weib und kinder @Qd)d, OrC^ftn. 64, 241 (t)g(. Mit all 
iren kinden und weiben %2.* 1195, 33 (5:ürf. 8<t[tn.). — 2)Qnebcn manchmal 
= ,^iber unb Äinber": sassen Weib und die kleinen Kinder 5Bacf. II, 84, 33 
<Sa(^). Weil du lobest die weib vnd kinder '^ad)^, ®d)to. III, 144, 51. Er- 
zürnen weder wyb noch kinder ^einfp. 975. — Weib lonn im 16. ^f)bt 
tDo^t nod) QÜoemein M $(. ücrftonben tuerben, bei |). 3ad)d aQerbinQd nur 
weiber, bod) jD. $(. weiben, ober tuo^I nur im 9ietm; bogegen $(. kind (:sindj 
föocf. II, 44, 37. G« pnbct olfo ^icr fein Stui^fott bcr ^nbung ftott. SSgL 
aUerbingd bie beiben ©eifpiele quS bem gfrofc^meuf., bie barauf ^inbeuten, bog 
bie Serbinbung tpenigftend [päter bod) old fo(d)c mit gemeinforner (^nbung ber« 
ftanben loutbe. — B*^^^^^^^ ^^^ ""^ frawen, tt)e[rf)eÖ ftrcng flenommen nidit 
Wer^ fle^ört. S3ei|p.: 'Bad. III, 1, @p. 40ö, 32 (2Rün|t. Soömoflr.); grrfrf)m. 
II, 2, 9, 16^ Man vnd Weiber Ciitl^. 353. $. äöorft 25 u. ©Qrf)ö gebraucht neben 
bcm flelouttgeren ^L mender nod) man, oud) alleiuftc^enb, 5. SBcifp. al glaczet 
kale in<m 3d)tt). III, 16, 56. ^m 2)at. ^ßl. lönntc <®^nfope an^ mannen bor* 
liegen (öfli. ^ä^jl. II, 73, 60 frawen vnd man ^. $1.). 

Sei ben im 3)at. ^^JI. ftcl^cnben Sßerbinbungen jcigen bie bcr SIcjion 
entbel^renben ®lieber bie "^oxm bt^ 9tom. "^I., eü. mit Spofope be^ e. 
9iur bct toetiigen mürbe berjetbe fc^m. fein, fämtlicf) ^em., mc(cf|e in 
bfr betr. 3Jerbinbung bie ftarfe "S^xm erhalten ^abcn fönnten, unb bei 
benen e^ teilroeije gar nidjt auf ben Unterfc^ieb jmif(^en @g. u. "ißl. an* 
tommt. So ertlört fid) aud) ba^ üerljältni^mäfeig feltcne iöortommen 
ber 3Jerbinbungen in anbern Äafu§, f)ier mol^l nac^ 3lnaIogie ber J^atib* 
Serbinbungen entftanben. Sei einigen wenigen erfc^eint al§ 9iom. *^I. 
eine t>fraltete 5orm, bie gleich bem 9iom. 8g. ift, aufeer ben beiben fc^on 

befprOC^enen noc^ land vnd steilen Gbed. 4()9 (ogl. slett vnd lendern 

Äarrenbefc^m. 63, 37; bagegen in reich vnd landen ^. 3aij^}, dorff vnd 
märckten ^. @ad)d. @onft tommen nur au^nal^m^meife ein paar ^äUe 

tmx, mober9{om. Sg. ftatt be^ ^I. fte^t: mit nachparn, kinden, magd vnd 
knechten $)• SotI|2 (äl^nlic^ bei Dttof.: vil schöner Magl vnd Frawen 

Sl*^*!«)» von frosch und meusen gi^oft^m., mol^I in 9lnlel^nung an ben 
litel bed äSedted gebilbet, u. ein. a., aud^ in Mominatibocrbinbungen. 
Sd i^ a(fo mo^{ anjunel^men, bal bie enge Serbinbung beiber ©lieber 
infolge i^red ^dufigen SorfommenS, berbunben mit bem barauf fic^ er« 
gebenben ©aftaccent, t)erf)inbem fonnte, bafe ber üautfomplej beim an« 
tritt einer onbem ©nbung au^einanbergeriffen mürbe; ba« Safu^üerbältni^, 
mrlc^ für fömtHc^e @(ieber galt, mürbe bann nur einmal, unb jmar 
an bft bequtmften @te((e audgebrüdt. 

2* 



20 9Bil^elm (Stegltd», 

Safe bic unficfticrtcn ©Heber nicfit mel^r al3 2)atiöe aufjufaffen finb, 
etl^ellt baraud, bafe bet enbungd(o{e Sat. $1. in bet @c^riftjprac^e, andf 
bei fübbeutfc^en ©c^riftftcnern, bei weitem nici^t mel^r in fo allgemeinem 
®ebrauc^ fielet, mie früher; nur l^ie unb ba jeigen fic^ öereinjette Sei* 
{piele. <Bad)^ fc^eint biefen ®ebraudE| nic^t ^u tennen. dlni in ben 92eben* 
filben auf -er unb -el ift bcrfelbc aKflemem beliebt, auc^ jpäter nod) bei 
öolfetümlic^en Sc^riftfteKern. Slnbrcrjeit^ ^atte fic^ ber ©ebraud^ ber 
SSerbinbungen Ianbfcf)aftlici6 erweitert, unb bie erroäl^nten öeralteten gönnen 
maren in ber Umgangdfprac^e, menn auc^ t^erftanben, taum noc^ allge« 
mein gebräuci)(ic^. @c^(iefeüc^ ift ju bebenten, ha^ bie SSerbinbungen 
urfprünglic^ nur ganj DereinjeU unb gelegentlid^ auftreten, n^äl^renb fie 
fic^ im 16. Si^bt. ju einer meitüerbreiteten @igcntüm(id|feit ber Schrift- 
fpradje entmidelt ^aben. @ie ^ngen alfo mol^I trabitionell mit ben älteren 
jufammen, t)aben aber infolge t)on Sinflüffen eine^ Mal unb jeitlic^ ab« 
meic^enben @pra(f)gebrau(f|ed aDmäl^Hc^ eine Sebeutung^oer{(f|iebung er- 
fal^ren. SRatürlic^ liegt fc^on in jenen ber Anfang ber (Sntnjidlung, unb 
im 16. 31)bt. tonnen auc^ noc^ f^älle üorfommen, bie ben früt)eren nal^e- 
fielen (ügl. bie ®eifp. ©. 17). Die angebeutcte ©ntftel&ung ber SSer- 
binbungen fc^Iiefet natürlich bie Slnnal^me aud, bafe bie @nbung be^ einen 
SBorted burc^ bie bed anbern erfe^t ift, fobafe ba^felbe t^atiöc^Iid) bie 
glejion^filbe üerloren l^ätte. Der 3JJangeI an belegen für bic Gnbung 
-er, aufeer et). «Weib und Kindor», fann allerbingö barauf berul^en, ba| 
geroöl)nlid) baneben noc^ bie alte ^luralform üorfommt; »gl. die leib und 
guter bei 2\xii). 9ibr. 28, ®. 66 1. Um jo überrafcl)enber ift eine auf- 
fattenbe «u^na^me aug bem 15. 3^bt. Qm Str. 814, 2 be^ 9eib.-y. 

hiusir unde dacli (C) ftnbet fic^ in a bic SSariante häus' und dächer 

(95art)d|, Üeöart. @. 93). Die^ fc^eint mir allem jonftigen @ebraud| fo 
fel^r jn roiberjpred)en, bafe ic^ einen Irrtum annehmen mödite. 3Benn 
aud) Selege feljlen, bie über bie 3Rcgli(^teit einer foldjen Sermenbung 
be^ umgelauteten Stammet ol)nc bie ben Umlaut bebingenbe (Snbung auf* 
Hären tonnten, fo fprid|t ber ganjc Gl^aratter ber 6rfd)einung in biefer 
3eit gänjlic^ gegen eine fold)e 9Ji5glic^teit. @i^ tlingt el)er roie ein Seleg 
au^ bem 17. 3^bt. — Sbenfo menig finb aber bie SSerbinbungen burc^meg 
oU einheitlicher Segriff, gleidifam al^ S'ompofita, ju oerftet)en. Sei 
mand)en liegt bie^ ja tl^atfäc^lic^ am nädiften, unb mele t)äufig t)or* 
tommenbe Serbinbungen tonnen menigftenö fo oerftanben werben: manch 
vnd pfaffen, gab vnd schenckcn, lüg vnd listen, wort vnd wercken. 
Slber {d)on bei breiglicbrigen Serbinbungen ift biei^ nidjt leid)t möglich; 

ögl. bcj. In gedanck, worlen vnd in daten ^. Suc^g (an lefeterem Seifpiel 

unb einigen anbern fiet)t man übrigen^, bai bie Kopula jur Silbung biefer 
Serbinbungen burc^au^ nic^t erforberlic^ ift). g^rner fommen and) einige 
»enige bi^junttioe Serbinbungen üor, j. S. mit werck oder worten ^. Sac^iJ. 
abgelesen baoon giebt esf eine grofee Änjal^l üon fällen, in benen gar 
nitftt ober nur fe^r gejiDungen ein einheitlicher Segriff geje^en werben 
tonnte, unb ed ge^t bocf| mo^l nic^t an, jene Don biefen ju trennen. 



über bie C^potung oon ^Itj^on^' unb 8Ubung0fi(5en u. f. m. 21 

?lu(^ liefec fid^ crmartcn, bafe bic Harc SSorftcHung einet joI(^en SScr*= 
binbung ald begrtfflidier (Sinl^eit i^te SSermenbung jur 9tegel gemacht 
l^ötte; bie^ ift burd^oud ni^t ber i^aü, ed finben fic^ baneben üielfoc^, 
öiellcidit übermiegenb, Serbinbungen mit burt^gängig Peftierten ©liebem, 
^ie fionftruftion ift aljo mo^t fo ju öerftel^en, ba^ jebe3 einjelne @tieb 
ber Serbinbung aU jelbftänbig gefüllt, ba2 Äafu^öerl^ältniS aber nur bei 
einem @liebe ouSgebrücft mirb, mä^renb bie übrigen, in ber ^^orm bed 
Stammet ober im 9?om. ftel^enb, blo^ ben entfprec^enben 93egriff aug* 
brüden. 92atürlici6 ift jugleic^ mit bem ^afudt)er]^ältnid nic^t oud^ ber 
9iumeru^ au^gebrüdt; mo aljo auS ber Stammform berfelbe nid|t ju er* 
f diüc^en ift, ift man ganj auf ben 3u|ammenl^ang angewiefen. S^ ift bemnac^ 
nic^t fo je^r öon einer 6r|parung ber ^'^pongfilbe, al3 öietmel^r öon 
einer Grjparung ber ^t^^^on bie JRebe. Xxe^ entfpric^t auc^ öollftänbig 
bem ®eift ber bamaligen Sprarfje, in ber eS weniger auf Äorrehl^eit ber 
gorm anfommt ate bar auf, bie üerfcfiiebenen Sejiel^ungen me^r ober minber 
bcutlidi JU öeranfc^au(id)en. ©e(bftt)erftänblic^ fönnen formell^afte 8?er=* 
binbungen bann immer nocf| als einl^eitlicfter 95egriff gefaxt merben. Sluf«» 
fallenb bleibt eS babei immer, bafe Sßerbinbungen mie man vnd frowen 
tro^bem balb auS ber @pra(f|e üerfdiminben. 3Kan(^mal nöl^ert ficfa bai 
unfteftierte ®lieb leicht ber toKeftiöen Sebeutung, fo ba^ oben angeführte 

magd vnd knechten, femer PfafT, Münch oder Nunnen zu werden fiutl^. 

miil. 15, @. 156, 38 (ögl. 157, 27 pfafTen, M., N.). «efonberg ift 
bie§ ber 5all, mo mel^rere ©lieber unfteftiert neben einanber ftel^en: in 
schlos, dorff, merck vnd stetten !q. @ad)S. ©rttjöl^nt feien nocf| ein paar 

CtXOa^ anberdartige ^älte: verkauften yhre mess, vigilien, betten, fasten und 

gutte werck £ut^. Ä9ZÜ. 15, 137, 28; ferner baS fonberbare: den 

schneydern, schustern, Steinmetzen, tzymmerleutenn, koch, keinem, bawrn, 
vnd alle zeytlichen handtwercken djrifti. Stb. 10, 18. Sei Dpife So bitt* 
ich Himmel, Lufft, Wind, Hügel, Hainen, Wälder, Wein, brunnen, wüsteney, 
saat", holen, steine, felder, Vnd felsen sagt es jhr L ?ßoet. 45 17. S)er^ 

artige gälle fommen jonft noc^ öor, finb aber für bie ganje i^xaQZ o^ne 
93elang. 

S^ feien nocf| bie feltenen i^äUe ermäl^nt, in benen bie ^U]don 
beim erften ©liebe erljalten, beim jmeiten aufgefallen ift. 93ei manchen, 
mic: in Worten vnd in that ^. Sac^S, ift ttjo^l ®g. anjunel)men (ogl. 
Steinm. ö. Qm. 199, 3 an worten unt an tat); unmöglich aber in anberen 
mie: mit worten vnd werck |). Saä)^. 3Kan fönute unmittelbare Slulel^nunfl 

an bie älteren i^äüc annehmen, ögl. mit groben sinnen, wyss vnd wort 

^. 0. Sadifen^. (ÄSRfi. 12«, 71, 153); au^ ben oben bargelegtm 
Srünben liegt ed aber boc^ näl^er, biefelben, mol^l nadj äußeren @rünben, 
genau mie bie anberen t^äUt entftanben ju benfen. 3n biefem f^aUt 
fprec^en fie aud) gegen bie Stuffaffung ber anberen SSerbinbungen ate ein=» 
]^eitli(^e Segriffe ober gegen bie Annahme eine^ Slu^faflg ber gl^jion^filbe. 
3m übrigen tommt auf bie genaue ?luffaffung aller biefer Set* 
binbungen eigentlich nic^t t)iel an, ba fie im großen unb ganjen bem 



22 äßtl^elm ©teglid^, 

SufaQ ober öugeren @tänben il^r IBeftel^en t^erbanfen. Sufornnten mit 
bcn oben ©. 18f. bcfprod^enen bitben fie ein »ic^tigeS ftilijHfd^eS Witttl 
fflr bie ^oefie bed 16. 3^btö., meil bad @(^ema, nad) bem fie gebaut 
ftnb, fici^ fe^r bequem in bad SSer^moS einfügt; an unb für fic^ mären 
fie aUerbingd nxi)t unt^ermeibüd) geioefen, ed l^ätte ebenfogut nad) bem 
fonftigen @ebrau^ jebe^mal eine anfÄeinenb ni(f|tfi(benbi(benbe @nbung 

angefügt werben fönnen, ög(. Von Khü vnd Kälbern, Schafn vnd Pferden 
u ©a42, auf Wegn vnd Strassen SBatf. II, 150, 11 (QaH). "St'xäfUx, 

leiftl. fiieb). 8?ielfa(^ aber fommt eg auf ben genauen ©inn ber ©teile 
gar nic^t an; mele SBenbungen merben jum öfteften nur ;ur Slu^füllung 
be^ Serfed öerroenbet, anbere werben öerfürjt ober öertöngert, je nac§ 

JBebarf. ©O l^eifet eg gemöl^nnc^ mit wort vnd wercken ober mit wort 
vnd werck, bagegen mit Worten vnd geberden 3Barf. II, 34, 29. ^. ©ac^^ 
f(^reibt ©C^W. 5, 64: in schlossern, dörffern, märck vnd stedten, im ent* 

fl)red|enben SKeiftergefang: in schlos, dorff, merck und stetten. ®2 mirb 
nur ber ©inn allgemein angebeutet, auf bie genauere ^udfül^rung feine 
Sorgfalt öerioenbet. 2)abei läuft mol^t ©djiefe^ ober Unrid)tigeS mit 
unter. §. ©ac^g bringt e^ fogar fertig, bem JReim juliebc von Kind 
vnd Weihen ju fefeen, S^pn. 9, 185, mo nur ber @g. möglicl) ift. 
«^nlic^ »abenf. XVII, 47. 

Sei ben SSerbinbungen im @en. ©g. 3W. 91. ift bie Urfac^e bed 
SuSfaUd ber Snbung mo^( barin ju fudien, bag, wie f(f|on frül^er, aud) 
nod^ mäl^renb bed 16. S^bt^. unb nocf) fpäter ba^ ©enitiojeidien (eici^t 
feilten tonnte, wenn bad ^afudt)ert)ättnid aud bem 3ufammen^ange beut« 

iic^ genug l^erOOrging. Seijp. : Nyblings schätz des alten Zwerg ^. ©et)fr. 
168, 4; des ileysch halben SBatf. III, 1, 153, 31 (fiut^.); «»»'s lieben 
Gemahel 163, 5 (Sutl^.); den namen deines Gott (.gehott) 3Bad. 11,47, 35 
(©ac^d); alles herlzleid werd ergetzt 59, 17 {®(xi)i)] von wegen eines 
Gast 3Sad. III, 1, 499, 20 (gifc^.); des armen Lehn (:gebn) Söatf. II, 
1599, 12 (9{ingm.) — wegen herrlicher Tugent, Verstandt, Geschicklig- 

keit vnnd Erfahrung SBad. III, 1, 547, 8 (fiel^m., ©pe^er. 6f)r ) — 

übertrettung des gebot gottes SBad. III, 1, 11, 7 (®eiler); v<m wegen 

des wortt gottes 150, 10 (fiutl^.; ögl. bugegeu bad umgetel^rte SSerfal^ren 
im 3JJ^b.) — neben Slbj. mit ft. ©nbung: guttis geschrey reich (^r. ?lb. 

73fo; der ... stand menschlichs geslächt äSod. UI, 1, 287, 2 (®ert^.) — 
Huä) Umgefel^rt: weltlich Stands SRurn. burc^l. ?lb. 11 is; bepstlich gcsinds 

d^r. 2tb. 23j3. SRe^rfac^ tommen nun formelhafte Serbinbungen üor, 
bie o^ne S^J^if^l ^'^ ^inc Sinfjeit gefaxt werben muffen: in wein 
vnd brots gestalt (93rant); Vil neid vnd hases (©ac^g); fiel^e Weiter unter 

X. — vnsers einigen Mitlers, Patron und Nothelffers SBad. III, 1, 418, 

20 (SWatl^ef.). Daneben aud) anbere, bei benen e« nid)t möglich ift; 
ögl. bie SBefege unter X unb au^erbem noc^ fotgenbe: gejion den man 

nur gebreng, verneygens vnd bückens braucht SBad. III, 1, 227, 33 
(^Utt.); Das Opffer des wahren Gott, leibs vnd bluots Jesu Christi Spec. 

Vit. hum. 32 1». 3n Äonftruttionen, bei benen fpäter ein anberer Ä^afu^ 



Ü6cr btc (Jrfparuitß oon glc^on«* unb 53«bunödfllben u. f. m. 23 

an Stelle be^ ®en. getreten ift, f^einen jutoetlen beibe Sofu^ neben* 
einanber ju fte^en: voller Wust vnd Grawens SBod. n, 256, 37 (Opift); 

dass man des Leimstängers Hut und Regenmantels nit vergesse 993q({. III, 1, 

616, 6 (gfeltön.); ögl. norf) @tt)p^m^, ©onn* unb geiertogfonn. 1, 15, 5f. 
Soc oKem ober finbet ftd) mand^mat bei formelhaften SJerbinbungen bod 

erfte ©lieb fleft., bag jmeite unfleh.: hab sich ainer . . . seins hawss 
(wohl = hawses) vnnd hof vnnderstanden Urf. J. ®efrf|. 3ßa£« I, 175 15 ».u.; 
anstatt brieffs vnnd Sigell (fiutl^.); des gewalts, Schreckens, fewrs vnd 
sohwerd %Q. Gilbert.; ein Land voll mords, blut nergiessen Sßad. III, 1, 
187, 34 (fiut^.); wenig gewins vnd überlauff 421, 33 (ajiatl^ef.). 

2)ianrf|e gälle erinnern gerÄesu an bie oben @. 13 ff. befprorfiene @r* 
fc^einung. — 3n einigen SSäenbungen, bei benen allerbingg gerob^nlic!^ 
jcbe 5I^)rion gemieben wirb, ift bie ©emeinfamteit ber ^l^^ion im @en. 
5ur Siegel geworben: des Grund und Bodens, unb öielleirfit nod^ einige 
anbfrc. 3n ben ©taat^pap. j. ®efrf|. Äarte V. (Sit. SBer. 11) finbet 

ficö jum 3- 1547 nocf) laibs vnd lebens ©. 409i4 ». u. (ögl. mit verderben 
vnnsors leibs leben vnd guets Urt. J. ®. 9Jiaj. I, 459 3 ^, u.),.im Spec. 

Vit. human, bagegen regelmäßig Gelt vnd Guets, ebenjo bei ^(g. Gilbert. 

SJiellcidjt l^at fid) ber ©ebraudt) in ber jmeiten ^älfte be^ 16. 3l^btg., 

unb jmar juerft in ber ^anjletjprac^e, mo bie Sludbrücte am gebräud)« 

lid)ften maren, feftgcfe^t. 2)a§ bie @prarf|e gcrabe an biefen fcftgel^alten 

l^at, jcigt, ba^ fic me|r aU anhexe al^ ©nl^eit empfunbcn mürben; bie 

fie bilbenben ©tjnon^ma finb ja and) begrifflirfi taum öon einanber ju 

unterjc^eibcn. ü8ieQeic^t l^at aud) ber gemeinfame ^ccent mit bem ^aupt« 

ton auf bem jmeiten SBort mitgemirft. (über biefc Söcnbungen, unb bie 
gon^c ©nippe, ber fic angehören, Hab und Gut ufio. f. ^anl, ^rinc* ^. 280f., 
C^bmQnn=2)jtenfin9, (Stjnt. 11, §138, and) Ce^monn, gorfd). üb. l^effmgö (5pr., 

S. 191). Über einige anbere i^dUe öon ä^iöiHi^^^foffung jiocier Subft. 

ju einem Segriffe, bie jcboc^ mc^r jufädiger SRatur finb, ift l^ier nici|t 

ber Crt, 3U ^anbeln. 3m übrigen ift ber ®runb, me^l^alb bie genit. 

Serbinbungen nic^t mit ben übrigen jufammenge^en, ^auptfäc^Iid) in 

bem Umftanbe ju fud)en, bag bad @enitidjeid)en für gemö^nlic^ nic^t 

filbenbilbenb ift, bad fiautbilb a(fo burd) (Sinfc^iebung ber (Snbung nicf|t 

in berfclben SSeife jerftört mirb mie bei ben übrigen fiafuS. 

V. Dritte ^eriobe. 93ei ben genit. SBerbinbungen bleibt ba^ 
SSerl^ältni^ mä^renb be^ 17. S^btS. baS gleiche, mä^renb bie übrigen 
nod) einmal einen Sebeutung^manbel burc^jumad^en ^aben. @^ tritt 
näm(id) je^t ber ®ebrauc^ ber ©rfparung ber Silbung^fuffije bei fopula^ 
tiöen Sjerbinbungen in bie Sc^riftjprac^e ein, unb biefe ^aben offenbar 
auf bie ?tuffaffung ber ä^n!irf|en Srjd^einung eingemirft, mie ficf) an^ 
Derfrf|iebenen Steuerungen ergiebt. 

1. 9lad) ?tu^fan ber Snbung bleibt eine ®i(be jurüd, bie fein 
felbftänbigc^ SBort bilbet. iöeifp.: Göit- und Väter @d)mieg. (aÜerbing« 
ba^ einjigc Scifpiel biefer Art; ögl. oben S. 20) — Slu^fall ber 
(beutfdien) Snbung bei fremben ©igennamen: Aleid- und Dionysen Äcc. 



24 ^ill^elm (Steglic^, 

Sff%, Massiniss- und Sophonisben btflb., fogat Nur Poppe' und Nerons 
Liebe brflb. — %ni) gäHc mic verderbet Sitt und Zeiten Sl^ft. ©0^. 

9nm. 162 is «. u. unb einige anbete tonnten megen ber ^o!o^e bed e 
l^ierl^cr gejogen merben. SSgl. l^ierju höhn- und trotzen fifift., mit Nag- 

und Zagen SSenu^gtl., Rieht- und Henckers fil^ft. — 2. ©ic einjelnen 

©lieber gehören öerf c^iebenen ©äfeen an : trotz Christ ! trotz Persen ! fi^ft. 

3br. S. I, 109. Weil dir das Kriegsfeld Palm, und ihm Zipressen trägt 

fil^ft. — ober fie finb nirf|t coorbiniert, fonbern [teilen in ganj anberem 
SSer^ältnig: Von Bäum zun Bäumen ^Bpze, manrf|mal jogar in t)erfc^tebenai 

ftafud: von Zeit in Zeiten ©J)., von Dorn auf Rosen . . . betten Sffft 

SBacf. n, 420, 36. 3"^^^'^" finb fie nur frfieinbar foorbiniert, unb 
brüden eigentlich ein ganj anbered SJer^ältnid au§: auf Liij' und 

Brüsten fifft, bezwingen Low und Klauen brflb., @pid^. V, 24, Städl- 
und Thürmen brjib., auf Fall und Schrauben brflb., ®p\i) IV, 635. — 

3. ^ie @rjd)einung ^at fi^ auf frembe @nbungen audgebel^nt. ©c^on 

bei atoHen^agen : Europ, Afrik und Asia, bann \päUx Schott und Lemmius 

SReut.; fogar bei einem lat. ©inf^iebfel in ben beutf^en 2^ejt: die ge- 

nerationes fructu- et animalium ©impl. — 4. Die ©rfc^einung \)at fxdf 

nun auc^ auf bie ^luralenbung -er audgebe^nt, nad)bem aHmäl^lic^ ber 
enbung^lofe ^l. faft ganj jurüdgebrängt mar. Überl^au^jt ijat fie im 
91. 3lcc. ^l. jugenommen ; ferner fönnen bie genit. SSerbinbungen mit 

-es auc^ l^ier^er gejogen merben: ein Stiffter Mord und Brandes fi^ft. — 

5. ©c^liefelid) ift noi) eine gemiffe Steigung ju beacl|ten, beibe ©lieber 

auf einanber JU reimen: die Strass und Gassen all ©pee, m Luft- und 
Klüften 5lem., Feld- und Wäldern $. Sllbert^ 2lr., öielleicftt au^ wer 
den adel ... in fahn und ahnen sucht S^ft. bei SKeuf . I, 303 6 ». u. — 

2)ie (£rjrf|einung fann alfo analog berjenigen bei ben ©uff., alg ein ganj 
mec^anijc^er Slu^faH ber ©nbung betrachtet werben: beibe mürben, ju* 
fammen mit ber ©emeinjamfeit be^ jmeiten ©liebet bei 3"iönimen* 
fe^ungen, ald ibentifc^e Vorgänge angefel^en, mad ja and) in ber 9n^ 
menbung ber i8inbeftrirf|e jum 3lu§bruc! fommt. $ier ift alfo mirflid^ 
öon einer Srfparung ber g-lejion^filbe bie SRebe. 3)em ftel^t nic^t ent* 
gegen, ba§, mie au^ einer ©teile in ©c^ottel^ „SluSf. Slrbeit" ^ert)or=» 
ge^t, ber SBorgang bei ben Äafu^enbungen unb ben ableiteuben ©uffijen im 
©pracligebraud) nicl)t alg gleirf|mertig angefe^en mürbe. 3n ber oben 
©. 1 angeführten ©teile Reifet eg unter IV: ^(jg njirb oud) ba^ WittU 
ftrirf)lein jumeilcn alfo gebrandet ba^ jroei) ©tammmörtcr, mc[d)e in ber legten 
(Silbe g(eid)e Ofubungen ^aben, fold)c CJnbung bon bem borberften 2öorte, burd^ 
angefügte«^ 9Jiittc(ftrid)(ein, laffcn abnehmen, unb alfo ax\^ beni folgenben ber» 
ftanben mirb, mc(d)ec( aber überaU nid)t Ieid)tlid) nQd)jut^uu, fonbern bcgutfant 

JU 9cbraurf)en ift." — @benf omenig fte^en bem entgegen Seifpiele, in benen 
bie erl^altene ©nbung eigentlich einen leil be^ ©tamme^ bilbet, j. 8. 

mit Ross und Wägen ©d)Upp, fc^OU früher mit Ross vnd Wagen vil 
aSac!. II, 1603, lo (SRingm.); aus Band und Eisen ä\)\t, Fleck und 
Schalten ^l. brjlb. Wlt au^ Seifpieleu mie so viel Thrän- und Seufftzen 

ü^ft., Gott- und Väter l^eröorge^t, ift l)ier ber Unterfdjieb jmijcl|en Snb* 



über btc (Jrfporung öon gle^nö- unb ©ilbungöniBcn u. f. to. 25 

unb 9?cbcnpI6c mcgcn t^rcr Olctc^l^cit öergcffcn; [ic bilbcn alfo cl^er 
eine Stüfee für bie barg^Iegte äuffaffung. ?lnbrerjett§ tommen, roie jd^on 
früher öereinjelt, oft göHe öor, in benen eine filbenbilbenbe ©nbung 
burd) eine narf| SKebenfilbe fte^enbe unfilbif^e erfefet mirb. Seifp.: an 

SeeV und Leibern ^Uxti., von Dieb und Strassenräubern SifVipp, Flechs 
und Adern Sl^ft., Qpli). V, 333, den Feind- und Götlern brjib., Erd- 
und Nebeln btjlb. 2)er Umgefe^rte gaU, wie ttrva Gott- und Feinden, 

tommt nid)t t)or. ^iet ^ätte bad O^t in bet etl^attenen ®i(be bad 
r-@lement öermi^t, mäl^renb e^ im anberen gaUe ni^t al§ überfrf|üffig 
empfunben mürbe; bo§ unfilbif^e n aHein l^ätte taum al^ Vertretung 
empfunben merben tonnen. @§ tarn aV\o ^aupt[d^lii) barauf an, ha^ 
eine @i(be burcfi eine anbere, bie nici^t ganj g(eid| ju fein unb auc^ 
nic^t biefclbe gunftion au^juüben brauchte, erfe^t rourbe. @o erweiterte 
fid^ ber Segriff ber glejrion^filbe über i^r eigentlid^e^ ®ebiet l^inauS 
unb griff in ba^jenige ber ?lbleitung^fi(be l^inüber; ein gaU wie Richt- 
und Henckers j. S3. gel^ört aurf| frf|on l^ierl^er. 

9{atür(ic^ tonnen aud) l^ier t)iete Verbinbungen einen ein^eit(icf|en 

Segriff bÜben; öfter bei ©pee: Weid und Wiesen, Stund und Uhren, 
Mit seinen Strahl und Pfeilen; Stund' und Zeiten 3Bacf. II, 410, 1 (?ß. 
öerl^.); so viel sundt undt schänden &Xt)pij., U. a. HuffaQeub von vielen 

Sturm und winden SReut, I, 155 15 r,. u, ®^ barf aUerbing^ nirf|t öer* 
jc^roiegen werben, bafe, bejonber^ fpäter, einige untlare gäfle öorlommen : 

wo Low und Lämmer sich gatten Sl^ft. 3br. ©., ?ßr. 63; — zugleich 
Blum und Früchte 3br. S. I, 103 ; Der wald trug blüt und fruchte JWeut. 
I, 2469 (fi^ft.); mich endlich selbst in thrän' und fluth begrübe Äf. 
83an. 421, 39, öicKeic^t auct| Den schlang und würmer fressen 9?eul. 

I, 147 14 D.U. 3)oc^ jrfieinen bie^ roiHtürlic^e SSerftümmelungen ber 
gtejion 3U fein, wie fie in ber 2)id)tung jener Qeii fonft auct| öor* 

tontmcn;t)gI. zwischen Teutschland, Schwed und Frankreich 3br. ©. I, 501. 

©^ bleibt nocti bie jonberbare ©rjc^einung ju befpre^en, mel^e 
barin befte^t, bafe bie erften ®Iieber jroeier ftompofita, bercn Aioeiter 
leil gemeinfam ift, mieberum eine gemeinfame ©nbung l^aben. ieifp. : 

Mann vnnd Weibsvolck S'ijc^v Mann vnd Weibes, Jung vnd Alten Personen 
Clear. (Manns vnnd Weibspersonen Suc. ftgr. 180, 8 U. a.), Leib- 
und Lebensgefahr ©rimmel^^. , S^r. SBeife, Fewer und Wassersnoth 
3){o{ct)er., Seel- und Augenweide ©. ®act|, an gemüht- und Icibes-gaben 
abr. SRof. 2648 (in solche leibes- und gemüths-gaben 9lf. San. 22, 37), 
ist Lohn- nicht Straffens-wert 3br. @. V, 89, Auch allen Fried und 
Kriegsgerüst ®pee 31, 53 (Zu kricges- und friedens- Zeiten Slbr. tRof. 

200»). 2)ie^ ift natürlich nur infolge riner fc^r engen SSerbinbung 
mögKd), bod) ift babei noc^ ein gemiffer Unterfd^ieb 5U beobadjten. 3n 

Mann vnd Weib<»s Personen J. 93., ober in man vnnd frawen (Zoster (^r. 

Ab. 71 25 tann ba^ beftiinmte ÖJlieb ber Äompofita ju beibcn einjeln 
geftedt werben, roa^ in Leib- und Lebensgefahr taum angelet (aUerbing^ 

Leibs vnd Lebens anfechtung Xl^eb. t). S^aKnt. 28, Leibs vnd Lebens 



26 mn^tlm ©tegUc^, 

gefahr S^r. SBcifc, ®rjn. 17 In; ögl. no^ leib noch Icbensgefahr äg. 

Älbcrt.). Sei btefem Ic^tcrcn ift olfo öon öoml^crein bic SScrbinbung al§ 
ein einjige^ SBort in bie 3"fömmenfe^ung getreten. — 2)iefe bilbcn mit 
anbcrn OcfonberS 6ei 8flfcf)Qrt fc^r 5clie6ten ^erbinbungen eine befonberc &xvppt, 
in bcncn bcr erfte Zzii bcr Äompopto eine fpruc^iortigc ober formeir^ofte Söenbung 
tft. 93eifp. zu einem Tisch vnnd Bettgeheimesten rhat ©eft^id^tfl. 93 17, 
blut vnd gut Sauger 447 a ». u. (fo noc^ manrfic onbcre mit $Rcim ober ^ffonan^) 
— des wahren Erd und Himmelzimmcrmanns (^pcc 43, 157; das Milch- 
vnd Honigland glem. ^. So. I, 9, 383; Vatter vnd Mutter-Lieb SWofct). ginf. 
©uro $Qr. 87 s (bejcic^ncnb boö gel^len bei^ ©inbeftric^ö); Aristophanes sein 
Frosch- und Wolcken -Spiel ßl^ft. ©opl^. 3Bibm.; Die angst und schmerzens- 

amme ^tntixA I, 272 10 (ß^ft.), u. nod) onbcre. — 5)ie in bcm einen ©lieb 
QU^gefaQene @nbung braud)t in bem anbern &V\eb bur^aud nid)t eine 
@ntft)rerf|nng ju finben, gans mie bei bcn fclbftänbig fte^enben ©enitiüöer* 
binbungen, 5. So. Das Narr- und Fabel-werck ©^mieger VI 3wid[|r-f ®- 9^*3 ; 

ist Seid- und Purpur-schön 3br. @. II, 449 ; Mit Gott- und Menschen- 
Rache 3br. ©. III, 343 U. a.; QUffallenb Alle Wald und Felder Zier 

«tbert, «r. UI, 13, 1, 5. mä)t bei oOcn ip e8 leicht, fit^ bie «er- 
binbung al§ einl^eitlirfien fflegriff ju benten, beSl^alb ift cS mol^l am 
beften, Sntftel^ung nad^ Stnalogie ber felbftänbig ftef|enben SSerbinbungen 
Qnjune^men. — SJor ©uffij finbet fid) biefc Srjc^einung aui) einmal: 

nicht in Christ- sondern Anti-Christenthum 3Bad. III, 1, 948, 15 (©pcncr), 

mo -thum infolgebeffcn faft miebcr al^ felbftänbigeg SBort gefüllt mirb. 
VI. Die 3tbiettit)öerbinbungen in ber smeitcn nnb britten 
^ßeriobe. Seim 2lbj. liegt bic Bad)t einfad)er. 2)ie formelf)Qften Ser* 
binbungen fubftant. Slbj., mct^e au^ fernerl^in bie grofee SRe^rja^I 
bilben, unterjc^eiben fic^ gar ni^t öon ben jubft. SBerbinbungen. ÜCic 
eigentli^en abjeft. SBerbinbungen finb anfangt im Äaf. obl. jiemlirf) feiten, 
jal^lreirfier bie im SRom. ©g. fte^enben. 2Jian fönnte an eine fetbftänbige 
©ntftc^ung berfelben öom 9?om. au^ ben!cn, ber ja in ber Pejionglojen 
gorm nod^ allgemein gebräurf|(ic^ mar, jubem nod) mand)e^ bafür fprid^t. 
8[ber man fönnte faum an bcm Sinflu^ ber alten SBcrbinbungen Dorbei 
tommen, unb fo mag man fid^ mo^I bie attrib. Sßcrbinbungcn nad) bem 
5IKufter ber anbern, fomol^l abjclt. al^ fnbftant., entftanben bcnfcn. 
2)iefe SBerbinbungen nun ncf)men aud^ aufeer^alb beg ^at ^l. an SBer* 
breitnng ju. 2Bie mir gefe^en f|aben, ift bei ben älteren SJerbinbungen 
aU 9lu^gang§|)unft bcr 9iom. ^l. 5U betrad^ten, ba fic im @g. unfleftiert 
blieben: alt und junge. 83ei attributiüer SBermenbung fonnte ber @g. 
bafür eintreten, jumal ba l^ier tcin nnterfc^eibenbeg SÖierfmal, loie ber 
Umlaut, in 5""ttion tritt, ögl. das jung und alte blut (Sieb ü. Str. ju 

©emp.), Nye mensch, alt, noch Junger »^^fel. Xa^U !ommt bie 9lug- 

be^nung ber ®rfd)cinung auf bie fc^mac^e ^l^jion. 3mmerlöiit übermiegt 
aud) je^t nod) bcr Xat ^^l. .^ierau^ crgicbt fid) üiclleid)t ein Unter* 
fd)icb in bcr ?tuftaffung ber fubft. unb abj. SScrbinbungcn. Sei jenen 
blieb ber 9?om. ^I. ber Slu^gang^punft, auf ben Sg. fonntcn fic fid| 
fd)on megen bcr mangclnbcn Safu^cnbungen nid)t au^bcl^ncn. 3ubem 
finb bie abjett. SSerbinbungcn infolge it)rcr ?lb^ängigfeit öom @ubft. 



aber bie d^porung oon gleartond^ unb ^Ibungdftlben u. f. m. 27 

md enger, bie ©elbftänbigfett ber einjetnen Oltebcr tritt tüentgcr l^eröor. 

Sgl. i^ierjU bei Sutl^et mit solchen schonen spitz und roten Hüten, n)0 

burt^ bie ^ufontmenfaffung ber beiben legten dilieber ausgebrüht mirb, 
bag fie jnfammea in einem onbern %er|ä(tnt§ jum @ubft. ftel^en atS 
bad erfte (an brefem )8eifpiet fann man übrigeni^ auc^ ben @tnf(ug 
beö ©a^accentS beutfii!^ bemerfen). ©inige meitere 93eifpie(e bicjer Slrt 

finben fi^ im dloxtl,, nichts im gleiches, hart rauh oder gezwungenes 
@))ee, sein frey vnnd öffendtliches, vngeschewtes Glaubens Bekäntnuss 
Siinctl^v auff solliche vngeüebte gross vnnd klain Hannsen Spec. vit. hum. 

13 si unb einige anbre, nid)t immer t(ar ju ertennenbe. S)a ferner 
tJöHe nac!^ bem ©d)ema flett. 3lbj.*So<j.= unp. Äbj. in bcn oM. ÄajuS 
m^t t)ortommen, liegt e^ nal^e, an mirtlid^en ^uSfaU ber Snbung unb 
(Srfe^ung burd) bie anbere ju ben!en. S)urd) ba§ ein paarmal dor- 
fommenbe Seifpiel hoch oder niders Stands mirb bieg aber fel^r unmal^r* 
fc^einlirf) gemad^t. 5)ie unges^ungenfte ?lnna]^me ift wotjl »ieber bie, 
bafe l^ier bie fleponSloje gorm beS Slbj. öorliegt, bie ja nurf| jonft in 
ben obl. ÄajuS öortommt, jumal bei ber Snbung -en unb (e-)s. Seifp. 

Zu toetlich sünden hie gerist 9?arrcnbejd)tü. 81, 18. in tewtsch landen 
^ad, III, 1,273, 8 (S3ert^.). ynn solchem grawsam bild des zcorns fiut^. 
9?br. 93/4, 71 2. dass wir ja nit Boesis mit Bös vorgelten SBact. III, 1, 118, 
19 (fiutl^.)- für den zahm Bäumen oder Garlenbäumen 135, 25 (2ut^.)- 
auffliegend schlangen SBad. II, 114, 4 (gifc^.) I fö^ ^^^ ®^n. j. ob. 

©. 22, unb aufeerbem in ewig todes fal äRurn. Sbf. 35, 168. ?tu3 
fpäterer 3rit: Dem künftig Hirten gut ©pee 33, 50. S3ei weniger engen 
SSerbinbungen ift überhaupt feine anbre Stnna^me möglich : Nicht aus einem 

schertzend, sondern gantz engstlirhem hertzen £utl^. ; aUC^ UJO^t bei mel^r* 
gliebrigen : Mit dem schön jung vnd reichen Mann ^. Bai}^. ^ic enge 3"* 

fammengel^örigteit ber beiben ©lieber, mo^I jumeift auf Sufömntenfafjung 
unter gemeinfamem äccent beru^enb, l^at bann bie 93ilbung öon SSerbinbungen 
na^ bem umgetel^rten @rf|cma üerl^inbert. SBie eng bie SSerbinbung fein 
fann, o^ne bafe an begriffliche ©inf)eit ju benfen märe, jeigen fo(cf)c gälle, 
in benen bie einjelnen QJIieber auf öerfd)iebene Snbiüibuen ge^cn, bejonber§ 
wenn fie noc^ mit gemeinfamem 9lrt. üerfcfien finb. S3eifp. von weiss und 

rotem Schweiss ©pee, weiss vnnd Rote Reusscn ^if^v <*y" wissz vnd 

swartzer ratz Sraut. — 5)ie fpäterc änpaffung an bie Sluffaffung beg 
17. 3^bt§, jeigt fic^ nur in ber Slnroenbung ber 5Binbeftrid)e. ®ie fann 
au^ nic^t eine fonfequente geroefen fein, benn bei Spee finbet fic^ 
Was hoch und schweren Tax, uub ot^niid) noc^ 24 42 ; bei S^]cn allerbiug^ 

eine sehr höh' und dük-bewachsene Sommer-laube 43 13 0. u 

SSiete SSerbinbungen muffen infolge i^rcr 33ebeutung aU bcgrifflid)e 
©inl^it gefaxt werben, barunter einige befonber^ rfjaratteriftifdie Äategorien. 
3unäc^ft bie 5orbenbejeirf)nungcn, menn bie beiben ÖJüeber nur auf ein 
Snbiöibuum ju bejie^en finb, ipofür mir ^eute bcffer ba^ jfgej. ?(bi. 

anmenbeni Den weiss und roten Held >i!pee, Drey roth und weisse Fahnen 

DIear. 3^r ®ebraud^ fd^eint eine ä^i^Iang in ber ®prad[)e bie Siegel 
gewefen ju fein, boc^ ögl. bei Clear. (ÄSWS. 28, 264, 16j: item drey 



28 ^il^elm ©tegltc^, 

blaue und weisse [Standarten]. — SBeitcr bicjcnigen SScrbmbungcn, in 

bcnen ba^fclbc Slbj. roicbcrl^olt ift: Mit stark und starkem Singen ®pet, 

bcj. beim ?ßron. in jen und jenem Wald ©J). ; SScrftärtungen bc^ einen 
Segriff ^, tüiejie fonft ol^ne ^op. öorfommen: fel^r oft im 17. gi^bt. 
selbselbsi. Si^nlirf} finb SSerbinbungen, in benen ?ßof. neben ©up. 
ftel^t: Ein gut und bester Hirt Bp. %\id) fonft fommen JBcrbinbungen 
öor, bie burc^ Sinf^iebung öon ^o|j. in af^nbetif^e SSerbinbungen ent=» 
ftanben finb, melrfie bie SSebeutung öon 3"fommenfefeungen ^ben: Der 

Herren bereitwilligst- und verpflichtester Diener ®r^J)^., ögl. allezeit 
Dienstfreundlichst Reisefertigster SchelmuCfsky 9?br. 57/58, @. 4. gemer 
Verllucht und falsches Volk Sl^fi, mä) folgen mie Verteuffelt-böser Mensch 
fi^ft. @pirf|. III, 318, verzuckert -süsser Gunst ÄgripJ). II, 425, inbem 

bie l^op. jur Sr^altung beg JQmbifi^en Sl^tjtl^mu^ eingefc^oben ift. — 
gcrnet «ein und anderes», mol^l fo entftanben ju benfen, bofe fi^ bie 
gorm ber 93erbinbung in attrib. SJermenbung, lüie in ein und ander 
lustiges Spiel ÄSRfi. 37", 480, 26 (Satir. 9iom.), junö^ auf baS 
abjolut öemenbete «ein und anders» au^gcbel^nt ^at, öon roo fic^ ba^ 
unfleftierte ein weiter öerbreitet ^at — Änberer ?lrt ift folgenbe^ 
SBeifpiel bei ?lnbr. SWu^cuIu^: das hoch und theure Wort Gottes, inbem 
l^ier eine JBerbinbung aböerbialer SRatur aU attrib. Äbj. öermenbct mirb; 

ögl. bei ©|)ee: Ei wie so weit und breites Feld. 

2)ie SBerbinbungen im Slom. ©g. fomie biejenigen mit ber ©nbung 
-e finb infofern ben übrigen nirf|t gleid)!üertig, aU fie, wie frf|on il^r 
l^äufigc^ SSorfommen im Ocgenfafe ju jenen bemeift, nic^t eigentlic!^ ate 
Slnomalie ju betrarf|ten finb. 2lm beutlirf)ften jeigt fi(^ bieg bei meit* 
läufigeren ®ru|)pen, f. bie S3eif|)iele unter X unb aufeerbem noc^ folgenbe: 

ein andächtig, gläubig, demütig vnd fleissiges Gebet 3Bacf. III, 1, 517, 37 
(3o]^. Slmbt); ein lieblich, sanftes und stilles Sausen 580, 18 (3. 95oe^me); 
ein engelisch hymellischs vnd lebendig brot ßartm. t). Sronb. 24 15; ein 
frei cristlich vnd vngezwungne versamlung mUm. 9?br. 153, ©. 3087; 
Der hochgelehrt und gar verständige Astrologus Sßact. III, 1,756, 1 (©rf|U^)J)); 
die rechtfertigend odder die genehm machende gnad Siutl^. 9?br. 103, 64 j; 
ssouil ketzerisch NTid vnchristlich, ia vnnaturliche gesetz £ut^. 9?br. 4, 12*4 ; 

der höchste mittelst vnd der letzste Sberl. 58 1 ». u. anbere, bie fic^ ben 
rein af^nbetifd)cn äJcrbinbungen nähern. — gerner bei SBerbinbungen nad^ 
bem umgefc^rten ©rf|ema, vqI, unt. X unb aufeerbem folgenbe: Grosse 

und herrlich leut zu werden äBact. II, 34, 6 (©ad)^), paide, zame vnd 
aucli wild ©ad|g, ©C^ro. 206, 33, fogar Der karge vnd milt ©d)». III, 

102. SlKmä^lic^ wirb biefer freie @ebraurf| etmag eingefd^ränft, borf) noc!^ 
bei Sol^ft. : Irdisches und Sterblich Voick. — 3m allgemeinen jeborfi mußten 
biejc nominat. SBerbinbungen, befonberS roo ber ©inn e^ na^e legte, öom 
©prarfigefül^l al« mit ben übrigen im Äaf. obl. ftel)enben ibcntifc^ be* 
trad)tet roerben. SlHerbing^ frf|eint nod) im 17. 3^bt. oft ba3 g^l^Ien 
be^ e a(d Slifion angefel^en morben ju fein, mie bie ©e^ung bed ^f)oftrop]^d 
ftatt ber Sinbeftric^e bei einigen Srf|riftftenern öermuten läfet: ®rt)j)^. 



über blc (Jrfparunß oon 8fIc?ton^ unb ^Btlbungöni^cn u. f. »o. 29 

Dein' und meine Feinde 9?br. 37/8, I, 55, 6. gicm. Alt' und Junge 
Db. rv, 25, 16. gut' oder böse Zeit ©on. III, 43, 13 gegen Gut- und 
böse Gewässer flogau fiSRS. 28, ©. 156, 61. 

Sei ben abjeft. JBerbinbungen lommcn je^r oft gäHe öor, in benen 

@9ntof)e ber Snbung dortiegen tonnte; Das sind die albem vnd einfeltigen 
SBad. in, 206, 8 (Sutl^.), weder gros noch kleines Sutl^., von kleyn 

vnd grossen flßalh, ^ölle wie gut vnd büsses üniij, mad)en biefe ^nnal^me 
über^ffig. SSo jebod) bie erl^altene Snbung mirtlid^ ober {c^einbat un^ 
ftlbifd^ ift, mirb toofjH @^nfo|)c anjune^men fein: gross vnd kleins grojc^m. 

I, 1, 10, 187, ein reins vnd wyss facilletlin SQium. ®rf|m. @. I662». u., 
was einer kostlichs oder hübsch hat @bcrt., Clixd) Diser zuechtig vnd erbern 
frawen §. ©ac^^; Weiter vmb die schönn vnd zartten §. ©ac^^, ©rf|n). 

18, 6, roo bie ©^ntoj)e aud) burrf) bie ©djreibung QU§gebrürft ijt. 

©c^Iiegüd) ift nod) 5U ermähnen, bag fic!^ ouc^ bei ben abjeh. Set« 
binbungen ein öereinjelter gafl nai) 3lrt ber oben S. 25 f. bei ben 
fubftant. SSerbinbungen befprorfienen finbet: die mannich- vnd vieieriey 
Sternen 3Sad. IH, 1, 580, 30, ä^nl. 574, 10 {^ac. SSoe^me). 

YII. 5)ie öerbalen SSerbinbungen. Über ba^ SBerbum ift nur 
menig ju fagen: bei bemfelbcn ift bie in Siebe fte^enbe Srfc^einung nie 
}U größerer ^Verbreitung gelangt, unb toa§ fid) an Seiegen finbet, be- 
fd^ränft firf| faft au^frfiliefelic!^ auf ben 3nf. 55ie ätteften firf|eren Sei- 
jpie(e {eigen fd)on ben X^pud, meldjen bie t)erba(en Serbinbungen bi^ 
julefet mit wenigen Stu^na^men beibehalten l^aben: cntweber fann ©^n* 
fo})e ber ©nbung ftattgefunben ^aben — fdjon frül^jeitig Seifpiele bafür: 

lä dich man :an 9lÜ* 845, 6 (3Bartbg!r. ) , die sßle also minn beginnet 

fiompr. Z. ©ion 441 u. a. ; — ober e^ ift fraglich, ob ba^ enbungg- 
lofe ©lieb nirf|t el^er a(^ Subft. ju öerfte^en ift. Seifp.: So liebt sich 

greyn vnd zannen ^fel-r Clag vnd senen war mein orden ibib. SSotjI fontmeu 

noä) ein paar i^&lk anbrer Slrt öor, boc^ bei Xi^tern, bie aud) fonft 
bie Snfinitiöenbung auffallen lafjen: Man wart vnd tragen muosz Srant, 

Noch wil ich bey der warheit bleib Vnd schreiben ^Utt. ; ögl. wolt irs 

alssamt aussricht (: nicht) Äeller gaftn. I, 201, 17 unb ä^rncfe 5um 

9iS. ©. 282 b. 3u kinnent weder guck noch garken bei iDiurn. Ogl. 

Das er allein guck gucken kan ®c^m. 1546. — SSeiter^in bleibt ba^ 
Ser^Itni^ ha^ nämliche. 3c me^r ber fubftant. ß^arafter bei ber ganjen 
Serbinbung l^eröortritt, um )o mal^rfd)einlirf|er ift für bad erfte CÜIieb 
reinem ©ubft. anjunel^men, abgelesen baoon, bafe ©ubft. unb 3nf. in 
i^rcr Sebeutung einanber nä^er ober meniger nal^e ftel^en fönnen. 3n 

trauen tOXt Den köpf henckt nider vss clag vnd thrauren @berl. 157 19, 
Mit Wucher, raub oder betriegen SSad. II, 49, 11 ©arf|« (boc^ ögl. 52, 33 
Mit Stelen, rauben oder liegen), kein vorteil ist bei krieg und streiten ^rojrfim. 
ni, 3n]^. 47, in vollem streit und wallen 9ieut. I, 97 10 ». „. ift taum an 

ben 3nf. ju beuten; el^er in folgenben: Trieb mich von jm mit tro vnd 

schmehen ©a^^, J^ftn. 32, 204; Dein pit vnd sagen ^öftU. 82, 276; 
In weltlich schrei noch plärren Ich nie will stimmen ein ©pee 17, 51 ; 



30 ©il^clm ©tcßllc^, 

Sic nimt an Klag' und Seufzen zu SBad. 11, 357, 13 (SKft) ; Dass ihr klag 

und trauren spart SiqUx 423, 38 u. a. 93ci anbem tritt bic öcrbole 

5unftion beutlic^ l^eröor; Gehn spielen, scherz und schimpfen ©pee; f. bic 
Weiteren Seifpiele unt. X. ^n Thun vnde lasens, schimpff vnd scherzens 

finb bic beibcn SScrbinbungen ate einl^eitlic^er Segriff ju öerftel^en, boc^ 
fann schimpff trofebem fe|r mol^l alg ©ubft. öerftatiben werben (ögl. 

bagegen des Wucherens, Betriegens, Schinden und Schabens 9lg. 211b.). 

3)aneben gälle mit (Btjtitope, f. X unb au^erbem fotgenbe: etwas ver- 

dienn noch vergleichen SBad. III, 1, 292, 10 (Sertl^.); Den Doctor zu 

höhn oder schmehen Baä)^, gaftn. 83, 136, äl^nl. älber. 22, 37. 3n 
dn paax gäUen liegt allerbingg Stu^faH ber Snbung öor: Wer gerne 

recht und zancken thuet ®a6)^, ögl. ebenfalls bei @. Kriglauffen, zanck 
vnd rechten; tn Was man dir sag vnd schreyen thu ©cf|eibt tonnte sag 

Gonj. fein, ©olc^e gälle werben fpäter etroa^ l^äufiger, infolge be§ (Sin* 
fluffeSber anbem SSerbinbungen: Mein stetes Heul- und Klagen Bptt u. a., 
unb bie @rfrf|einung erftretft firf) bann auc^ auf bag ^art. ^ßr., aber nur 
in öereinjelten gäüen, f. X unb noc^ SBacf. III, 1, 994, 28 nicht nur 
zwischen Lehr- und Lernenden (üeibu.). gür bag S?erb. fin. öermag \df 
nur jwei Selege beijubringen, beiieicl)nenbcrweije beibe mit ber Snbung 
-en: Wir solt- und musten scheiden glem. unb uod) eing bei iJol)enft. 
Über ben Urfprung ber @rfd)einung fann mo^I fein 3weife( fein. 
Slnjunel^men, bafe etroa formen mit apofopiertem e, alfo 1 . ^. ©g., ben 
?lnfto6 gegeben f)ätten, wag bei mand)en öfter gebrauchten SSerbinbungen 
nal^e läge, gel^t nid)t an, ba fic^ bann bie grfc^einung l^ätte früher jcigen 
muffen, unb jwar f)auptfäd^(id) beim 9Serb. fin. 3tud^ bem erwäl^nten ©ebrauc^ 
beg apofopicrten 3nf. ift weiter feine 93ebeutung beijumeffen. SBielme^r finb 
bie urfprünglirf|en SBerbinbungen einfarf) foId)e, bie fid) in ber Siei^enfotge 
©ubft. — Äop. — 3nf. barftellen, anftatt 3lnf. — Äop. — 3nf., wie 
Ieict)t 3U erjel^en, aui^ ©rünben beg 9)ietrumg. 5c mel^r bie üerbate gunftion 
l|ert)ortrat, \mi^ befonber^ bei einigen ^äufig üorfommenben SSerbinbungen 
wie „klag und trauren", „schimpf und scherzen" awd) an fic^ möglich 
war, um fo me^r mufete ba^ erfte ®(ieb, im ©egenfafe ju ben fubftant. 
SSerbinbungen, an ©elbftänbigfeit einbüßen. 6^ ftcüten fid^ bann !eirf|t 
fold^e 5ä(Ie ein, in benen üon üornfierein fein ©ubft. entl)a(ten fein fonnte, 
unb bie lydlU mit Si)nfope ber ©nbung fd)Ioffcn fid^ ebenfafl^ an. @g 
tritt f)ier aljo wirflic^ Srfparung ber Gnbung ein. .^ier liegt nun ein 
GJrunb für bie auffaUcnbe ©eltenl^eit ber ßrfcf)einung beim fficrb. ©olange 
in bcrartigcn Serbinbungen für ba^ enbung^lofe ®Iieb ein felbftänbigei^ 
SBort erforber(id) war, mußten Jade, wie bie oben gefc^ilberten, al3 
fprac^wibrig erjd)einen, ed war i^nen alfo öon öornl^erein ieglid)e ®nt*= 
wictlung abgefcfinitten. ©päter, al^ bie ©pracf)e infolge beg Einbringend 
ber ßrfparung bei ben ©uff. fid) baran gewöhnt ^atte, fiel biefer ©runb 
weg. 2Ö0 aber ba^ erfte ölieb al^ felbftänbige^ SBort erfd^ien, l^ätte 
öieflcid^t ber fubftant. (£l)arafter be^fetben bei SSerb. fin. unb ^art. 
ftörenb auf ba'iS ^erftänbnid gewirft, fobag auc^ nac^ biefer ©eite feine 



Ü^ bie (j^parung oon glea^ni^ unb SUbung^ftlben u. f. tu. 31 

SnttDic&ung eintreten tonnte, ^ag eine (Sinmirhtng feiten^ ber fubftant. 
Serbinbungen mal^rjci^einlii^ ift, tann nid)t geleugnet werben, aber nur 
nac^ ber formellen @eite. 9{omina^ unb Serbalenbungen finb eben l^in« 
fid^tlic^ i^r gwwWon unb il^re^ SJerl^ältniffed jum ©tamm ju fel^r 
t)fr)(^iebener Katur, aU bag Uii)t ein Überganii bemerffteKigt merben 
ßnnte, unb anä) äuBerlic^ unter jc^eibcn fie firf| ftart; beim Snf. aber, 
auf m^ldft^ infolge feiner fubftant. 92atur eine Stnmirtung am e^eften 
möglich mar, ift meniger t)on einer @nbung a(^ üon einer 92ebenfilbe bie 
Äebf. Übrigen^ fommen im 16. 3^bt. ein paar gäHe mit äuSfaH ber 

(hlbung beim JBerb. fin. öor: Der den menschen ... Inwendi;^ ausawg vnd 
ersterbet ©0^^, Er welcz vnd schlecht @ad)3, ügl. au3 Späterer 3^it 

Da er sicher sitz und ruht SBacf. II, 339, 42 (^ar^b.), borf| finb biefclbcu 
90^( nur auf 9tac^täjftgteit ber ^u^jprac^c ober Crt^ograpl^ie jurüctju- 
führen; an ber ©ac^e mirb baburc^ nid^td geänbert. 

Sie öerbalen SJerbinbungen ftel^en alfo in ber Sluffaffung benjenigen 
mit ableitenbem ©uffij am näc^ften: um fo auffaHenber ift ed, ba& fie 
auc^ fpäter, roo bieje in bie ©prac^e einbrangen, )xij nidjt er^eb(ic^ aud- 
jubreiten dermod)ten. @in paar @rünbe finb oben fc^on angeführt; 
meQeic^t ift auc^ bad t)erl)ältnidmä^ig feltene ^ortommen jioeier regie- 
renber SBerba im ©a^e mit l^ieran fd)u(b. Xer |)auptgrunb frf)eint 
jebodj ein anbrer ju fein. 3tuf bem regierenben SSerb. rul^t gemöl^nlirfi 
ber ftärtfte 9?ad)brucf, unb e§ ift bes^l^alb 2!röger bc^ .öauptaccente^; bei 
Serbinbung jmeier Djerba ift bieg umjome^r ber 5aH, unb beibe tragen 
gleic^mäftig einen ftarten Slccent. Jiiejer Umftanb mußte einer öerfür* 
jenben 3"ittwiwt^nfaffnng joIrf|er i^erbinbungen öorbeugen, unb biejelben 
nnMrfebrt erhalten. 

VUI. I)ic ©rjparung bei ben ableitenben ©uffi^en. 
9fi ben abteitenben ©uffijeu tritt bie ©rfc^einung erft öiel fpäter auf. 
Stoax fübrt Qaxnde in ber 9lnm. jum ^JiS. 60, 8 (S. 396 a), mo er 
auf biefelbe ju fprec^en tommt, gerabe für ba^ ©uff. jmei Seijpiele aug 

früher 3^it On. 3nt erften Daz hüro ich froz vnd Irinker saj?en 9?enn. 

10131, ift aber, mie leicht 5U je^en, frez al§ ^(. öon vraz ju öer- 
fte^ — vrezzer in ben mf|b SSbb. überl^aupt nicftt ocr^^eic^net — unb 
fo lautet aud^ im älteften 2^rucf (5rtf. lo49, Ö(. 53b i) bie betr. 

SteQe: Da» höre ich Dn^ncker vnd frässo khigen. Da!j< jmeite 93ei|piel ift: 

war vnd sicherlich Sinti, xüa; eg ift mal)rj(i)einlic^ nic^t anber^j ju 
tKtfttfien aU 5. ö. Sngell^. 0190 zewAre und sichtTliclien ; immerl^iu 
tonnte bei Sintler« SBorliebe für bag ©uff. -loich leicht ein jolt^er i^aü 
mit untergeloufen fein. (Sin weitere^ Seijpiel: inn vnd ausserhalb Rurger- 

lich<fr vnn peinlicher recht vnd handlungen 93rant ©. 170a 24 ift auct| 
nur fc^einbar; ed ift = in ober inne u. ausserh.. ögl. üzerhalp und inne 
SKgf. So, 26, ebjo grib. 40, 17, 4; uzen und innerhalp der brüst 

XrifL 8056. SBeitere iöeifpiete: ynn vnd vsserhaib der urden Sberl. 
68. St.«. unb nod^, mie bie Snterpunftion jeigt, in, vnd ausserhalb der 
seseUschaffi ©c^ibt @rob. ©. 106 Übfc^r. ©päter mirb aKerbingd in 
a(d innerhalb ütrftanben : so wol in- als ausserhalb, ©imp(. 



32 SBil^elm (Bte^Ud), 

2)tc beibcn crften fixeren 95eijpte(c finben \\i) in ben SWciftcrIicb. 

bcr fiolm. ^f. in gaist-weltlich gerichte 282, 2 unb bci 5Kurn. welllich 

oder geistlicheit SWS. 75, 66. aJicrtroürbtgcnpeijc finben fie feine SJac^* 
al^mung, unb erft feit bent legten Viertel be§ 16. S^btö. erfc^einen fie, 
junärfift gonj öereinjclt, in ber fiitteraturfpta^e, um bann öom JBeginn 
beg 17. S^btg. ab in immer fteigenbem 3D?afee l^eröorjutreten. @« 
fommen nun f^on in fel^r frül^er Qext gäfle gemiffer Art öor, bie bie 
©runblagen ber gaujen ©rfc^einung l^ätten abgeben fönnen. ©c^on in 
S)en!mälern be^ 13. ^ilbt^. ^nbet man topuL SSerbinbungen jmeier ©ubft., 
beren jroeiteg mit ©uR. gebilbet ift, mäl^renb für ba^ erfte, meift burc^ 
ba^ SJictrum öeranlafet, anstatt be§ correfponbierenben SBorte^ mit 
gleirfiem ©uff. ein fufpjIofe§ @^nont)mum gemäl^lt ift: behalten kiusch 
und reinekeit 95r. ^^il.'^ SRarienl. 475, äl^nl. 1340 (aHeinfte^enb 

kiusche UUb kiuschekeit), unchiusch unde reinicheit SIS. 157, 7 (^einr. 
t). gem. Seb.), Minn Stajt und auch Gerechtikait ©urf|m. 23, 1 1 (fonft 
St«tikait unb Staete) U. a.; mit aubem ©uff.: und also gar und lüter- 
lich lebete Slfi. * 1056, 24 (grtf.), drivalt doch unspaltec grauenl. 37, 

11, 5 u. a. 3)ur^ ein SRifeöerftänbnig in ber Äuffaffung Rotten fie 
leidet folc^e gäHe l^eröorrufen fönnen, in benen bag ©uff. mirflic^ fcl^Ite. 
©0 fönnte man \\i) and) bie erften öereinjelten gälle entftanben bcnfen, 

t)g(. Mir rein, vnd gsuntheit widergeben Sbf. 34, 18 mit bem obeu QV^ 

ber 9183. citierten Seifpiete. Slber biefe SSeitermirfung ^ätte benn boc^ 
fc^on frül^er eintreten muffen, unb gerabe fpäter finben fic^ bie betreffen* 
ben gäde feltener. 3n ber ftanjleifprad^e finb fie aud) ju finben; in 

ben ©taatgpap. J. ®e)d). ÄarU V, ©. 5268 sampt oder sonderlich, 
gleid^ Dörfer 3- ^ samptlich vnd sonderlich; ©. 4154 auf derselbigen 
comiss vnnd instruction (üg{. 419 i ». u. die comiss). ^ier fönute ben= 

felben allerbing^, menn fie häufiger öorfommen follten, eine gemiffe 
SSSirfung nic{)t abgefprocfien werben, üorau^gefefet, bafe bie ©rfparung ber 
©uff. in ber San^leifprarf|e entftanben ift. Über analoge SSerbinbungen 
mit unbetonten SRebenfilben , bie fpäter noc^, im 17. Sl^bt., jiemlic^ 
l^äufig finb, unb über beren Urfaci)en ift l^ier nic^t ber Ort ju reben. 
©ie entjpre^en ganj ben oben ©. 18 ff. befprod^cnen fubftant. SSerbinbungen 
ä^nlic^er ?lrt. 

^njunefimen, bafe bie Srfparung ber ©uff. narf) ber äl^nlirfien @r* 
jd)einung bei ben gtejion^enbungen gebilbet ift, verbietet fid) üon fclbft: 
erften^ ift bie Sebeutung, mie fd)on angebeutet, junäc^ft bei beiben eine 
ganj öer jd^iebene ; jmeiten^ nähern fid) bie ©uff., um meiere e^ fi^ 
meiftenteil^ ^anbelt, nac^ gorm unb 93ebeutung öiel mel^r ben jmeiten 
@((iebern t)on ^ompoj. ald ben (Snbungen; britten^ ^ötte ber me^r ober 
minber ftarfe 9Zebenton, ben bie betr. ©uff. befifeen, nur einen ganj aß* 
mä^lic^en Übergang, über bie fürjeften unb am menigften betonten, ge^ 
ftattet; öon üom^erein finbet fic^ jeboc^ Srfparung bei ben jd)merften 
©uff., unb gerabe beim Ieid|teften, -ig, aud) bei -isch, tritt fie fel^r fpät 
unb feiten auf. 95ei ben ©teigerung^fuffijen, bie vermöge i^rer gorm 



Ühtt bie C^parung oon 9itvion»= unb SilbungdfUben u. f. tu. 33 

ttiib tl^rer ^unftion ben ßofu^cnbungen fel^r m^t fte^en, gel^t bie @r^ 
fporung aüerbingd t)on ben objett. SSerbinbungen au^. 3n ber Sluf^ 
faflung tommcn fie ben leiteten gonj gletrfi; "fo unterbleibt beim fufpE* 

lofen ®Üd) et), ber Umlaut: weder das gross noch das kleinest Haussrüt- 

lein 5if(!^. @. SSeijpiele unter X unb aufeerbem: das edelste vnd 
köstlich Gut aSad. in, 1, 521, 13. SJie SSerbinbungen fommen juerft 
bei §. ©Qc^§ öor unb finb ftct^ jel^r feiten geblieben. Übrigen^ beftanb 
beim @u^erlatit){uff. fd)on (Snger eine äl^nti^e (Srf^etnung, nämlid) bei 
ben jfgf. DrbinQtjal^ten, meiere urfprüngtic^ jebed einzelne ®Iieb mit bem 
©uff. öerfa^en, fpäter ober al^ ein ®anje^ gefaxt würben (ögl. ym sechs 

odder sieben vnd vierzigsten iar Sutl^. 9?br. 96/8, @. 108 17). ©e^r 

auffaQenb finb ein paar dereinjette t^äde aud bem Slnfong be^ 1 3. Sl^btd. : 

ßsl al ein, sieht und ebener danne ein zein 3BaIt]^. 83, 34; der tac ie 
lanc hoher schein (g langer) ^J. 282, 8. 3m erften ift sieht Wol^l QÖ 

$of. 5U derftel^en, unb bad jmeite ift mol^I iuföllig nai) fällen mie 

urloup näh und näher baz . . . gap in minne Ion SBolfr. Sieb. ©.5, 14 U. a, 

flcbilbet. — ©inige fpät unb feiten auftretenbe SBerbinbungen mit (eid^teren 
obDerb. ©uff., roie drunt- und drüber ©rf|n)ieger, finb ebenfalls r\ad) ben 
abjett. Serbinbungen gebilbet. 

61g wirb alfo Sntjte^ung ber ©uffijöerbinbungen nad^ ?tnaIogie ber 
gleid^artigen SBerbinbungen jufammengefefeter SBörter angunel^men fein. 
^e^ag]^e( nimmt für bie le^teren @ntftet)ung aud ben une^ten fubftant. 
3ff. an; ob unb inroicfern bancben onbere ©ruppen felbftönbig entftel^en 
fonnten, foH l|ier nic^t erörtert merbcn, bagegen joH üerfurf|t merben, ju 
jeigen, naö) melc^cr %xi öon 3ff- ^i^ ©uffipjerbinbungen gebilbet morben 
finb. Stimmt man aU bog SBa^rf(^einlid)fte einen allmä]^lid)en Über=» 
gang an, fo ift für einen folc^en eine gemiffe Übereinftimmung in ber 
innem unb öuSern ©truftur ber Stomp, unb ber ©uffijbilbungen er* 
forberüc^; e§ finb babei breierlei fünfte ma^gebenb: erften^, ba§ fi)n«» 
taftifi^e SSer^ältni^ jroifc^eu beiben leiten ber Q). rcfp. jroifc^en ©tamm 
unb ©uff., jroeitcng bie SBortflaffe, ber bie erften 93eftanbteile ber SJer* 
binbungen angel^ören, britten§ bie 3Bortf(affe, ber bag ganje SBortgebilbe 
angehört, o^ne Siücffic^t auf bie fpcäielle ober urfprünglic^e 93ebeutung 
be§ gemeinfamen 83cftanbtei(§. ü8on ben fubftant. 3ff- li^S^n foId)e am 
näc^flen, in benen bag jroeite ©lieb fic^ ber Sebeutung einer Slbleitung^* 
filbe nähert (3Bi(m. II, § 411). 3""ä^ft ift l^ierbei an foIrf|e ju beuten, 
bie entmeber ju inbefl. Stbj. gemorben, ober a(g 3tbö. refp. $rap. er« 
ftarrt finb, alfo folc^e auf -hant, -lei; -weise, -mal, -mals, -halb(-en) 
u. ein. 0. Slufeer etma benen auf -weise befifeen fie ben fubftant. G^arafter 

nod| jiemlicö bcutlirf) (bod^ ög(. SäJacf. II, 140, 29 geistlicher Spruch 
allhander ^ufc^m.). S3eifp. : Spiral oder Pretschetweiss @efrf|ic{)ttl. 183,13; 
Comoedien oder Spielweis geschrieben $a^n., |). ^^fricm (%\t be^ 35}erfeg); 
zwey oder drey mal gebraucht Si9?2. 12 ", 269, 12 (®eiler); einmal oder 
fönir Solföb. Ö. 2)r. gauft I04i9; nach- wie vor-mahls 3llb. ?lrien IV, 
21, 5, 8; nil jro, sonnder vnserthalbcn SBacf. III, 1, 245, 41 (3wingli) U. 0. 

3fbfB. in. 3 



34 ... SBtlllelm ©teglic^, 

S)o^ jtnb bie ©uff. alle, aufgenommen -mal, jiemlic!^ feiten, unb t^r 
@ebraucf| auf ein fel^r enged 93ebeutungdgebtet etngefd^räntt, melc^ed ffir 
bie ganje tJrage »enig in SSetrad^t fommt, aufeer ettoa -weise, fie^tere^ 
fönnte auf anbrc ?lbt)erbialfuff. eingemirlt l^aben, namentlid^ -wärts; aber 
bie betr. ^erbinbungen tonnten aud^ t)on anbem ^om|)., mit ^bderbial^art. 
an erftcr ©teile, ausgegangen fein, unb finb aufeerbem fel^r feiten; aQer* 
bingS ift für unt hinterwaertz bei ®(i)ü>t einer ber älteften SSelege. — 
@d tommen bann ^ovxp. in 93etracl)t, bie jn)ar il^ren fubftant. S^arafter 
bemal^ren, bereu smeiter 93eftanbteil aber tuegen feiner l^öufigen SSer^ 
toenbung unb abgeblaßten 93ebeutung tttoa^ ©ufftjartiged f)at, mit -sucht, 
mann, -werk uftt). (f. SBilm. a. a. D.); berartige SJerbinbungen fmb 

fc^on im 16. 3W* "i^t f^*^"- ®«ft>- Deren hoch vnd übermuol 
SKum. 91S. 86, 68; handwercks vnd ackerleut Sutl^. rf|r. ?lb. 7«8; 
Esels und pferds gleichen äuti), ÄSJIS. 15, 132, 21; das gemeine pawren 
oder handtwerksvolck (Smj.II, 143i7 ; gauckel odder narrenwerck 175 ig ^t. u.; 
Thaimb vnd Chorherren §Öd 31, 11; ein gemeiner Kauff- oder Handels- 
man Älbertiu., ®USm. 430 i ». u.; dem angebomer Adel- vnd Herrnstand 

Suc. %r. 5, 9 u. t). a.; ögl. nod^ ia^ merfmürbige ober vnd vnterthon 
bei ^. ^aä)^, ©c^m. 194, 209 u. ö., nacl| ben mit trennb. ^art. 
jfgef. Sterben gebilbet. Sin auffaHenbeS Seifj)iel nun, unb jmar mit 
ber ältefte SSeleg, finbet fic^ bei gifrf|art: alle Schwerd vnd Spilmagen, 

all Sipschafften, . . . Mumschafften, Nef vnd Nichtschafften. @S fcf|eint l^ier 

-Schaft unter ©influß ber öorangel^enben Somj). unmiHfürlic^ als Äom* 
|)ofitionSglieb gefaßt ju fein; „Nef und Nicht" ift aber tt)ol)l alg ein Se* 
griff JU öerftel^en, ju bem ba^ ©uff. nur einmal treten fonnte, ganj ent^ 
fprerfienb ber grabe bei gijd^. fo beliebten Srf^einung bei ben Somp., 
bie oben @. 25f. befproclien ift. 2)er gaU tann ol^ eine ber öielen 
©jcentricitäten gif^artg auf fprac^lic^em ©ebiete gelten, bie ol^ne ^ai^^ 
ol^mung blieben. Smmerl^in tonnte er fic^ nac^ einem fi^on beftel^enben 
©ebraud^ gerichtet ^aben, boi) vermag id) tein 93eifpiel bafür beizubringen. 
2)ie nä^ften 83elege finben firf) erft ju Anfang be^ 17. 3^bt^., unb 

Jinar junärfift mieber bei -SChaft: Kein Freund noch SpanschafTl ^öd, 
GrafT- vnnd Landschafft Sündig.; banebeu -heit: redlich vnnd Erfahrenheit 

^'id, melc^e§ nacf| ben aQerbingd Selteneren ^omp. mit ^bj. ald erftem 
Seftanbteil gebilbet fein fönnte. daneben frfion häufig -lieh unb -ung, 
mä^renb -sehaft bann mel^r jurüdtritt. — Übrigen^ f^eint bei mani^en 
3ff. mit fuffijartigem jmeitem ®lieb bie Srfparung erft fpäter infolge 
berjenigcn bei ben ©uff. eingetreten ju fein, befonber^ bei folc^en, mo biefelbe 
l^eute nicl|t me^r juläffig ober gebräuc^lid^ ift: Vom Frech vnd Hochmut 

©pee 51, 131; Die Schwind- und Gelbesuchl glem. ^333. II, 2, 21 (boc^ 

fc^on bei 2Jium. hoch vnd übermuot); bauu befouberg folclie, bei benen 
ber elfte Seftanbteil ganj t)crfd)iebenen SBorttlaffcn angcl^ört: So spricht 

sie weh- N-nd vnmutsvoll älb. ?lrien V, 16, 2, 2 (5)ad^); Di an- und 
namenschrift 3^f- 346; seine sondere Ab- und Irrwege äliofc^. 134 14 

(3nf. Sura ^ar.) u. a. 95ei einigen mit „Liand" 5fgf. tritt in fpäterer 



über bte C^porung t>on gle^ond« unb 8ttbungdf!(ben u. f. to. 35 

3tit anäf bann (Erf|)Qrung ein, menn ber erfte 93eftanbtet( bed einen ober 
andf beiber ®(ieber ni(^t me^r a(d felbftänbiged SBort entpfunben mirb: 

Lief- und Russland t^ltm, ^ßSE. IV, 48, 24. aus Hol- und Hohch-Deutsch- 
land St\. 109 so; teils nahch Se- teils nach Nord- und Süd-Hol-land 147 so; 
aus Hol- und Engelland 9{eul. I, 212?; in Holl- und Engelländischen SSoct. 
m, 1, 1005, 21 (Seibn.); den Holl- und Nieder-Ländern 1022, 22. 

85on bcn abjeft. SSerbinbungcn fommen junörfift ßufommenbilbungett 
oud nicf|t jufontmengefe^ten SS}ortgru))))en t)ermittelft ber Snbung -ig (ju^ 
»eilen qu($ -lieh) in SBetra^t (SSSilm. n, § 349), 5U benen in weiterem 
©inne Ableitungen au^ jfgef. 9?om. treten ; e^ entftel^en babei 3fi-f beren 
jmeited ®Iieb felbftänbig nid^t ober ni^t in ber gleidien 93ebeutung qc^ 
brou(ftt mirb, unb bie infolgebeflen eine SRitteipeflung jmifrfien ^omp. 
unb ©uffijableitungen einnel^men. derartige SJerbinbungen finb im 16. Sl^bt. 

nicftt feiten. 33eijp.: Das drey oder vierteglich Fieber §. @arf|g, tjoftu. 
26, 6 (ögl. 17, 215 Obs dritt- oder viertegig sey Unb bajU bie Änm. 
bed ^^. 9?br. 39/40 ©. VIII); von mehr als drey- oder vierjährigem 
Unlust @im^lic. 58i8; in einem zwey oder dreysilbigen wort ^UJchm. 17s7, 
Sfyxi. 22i5 12s 24is; kriechende Thier, vier vnd zweyfüssige SSIföb. Ö. 
S)r. tjQUft 48 so; er sey schwach oder starckgläubig 3Bacf. III, 1, 517, 14 
(3. ?lmbt) ; in Förder- Mittel- vnd Hinterörterischen Antheil ©«I. Sl^riftl. 
Slitt. 616; recht baisam oder Specereikräfftig ®ejrf)irf|ttl. 112i8; gegen 
Morgen- und Abendländische Feinde SSSad. lU, 1, 994, 16 (fieibn.); 
scharf- und klug-sinnige köpfe 3^f- 206 17. Qvi bicfeu gefeHeU fi^ Äb^ 

leitungen öon anbem ©uffijbilbungen: Spinnen vnd Schneckenmässig ®e^ 

fc^it^tfl. 292 11; wohn- und sässhafflig SReuter 57/8, 12887; in- vnd 
auswendig t^l^äf, U. Ö. (ift lefctere^ etroo auÄ ynnen vnd auss wendig tXiU 

ftonben, mie e^ (Smf. I, 96 4 ». u. lautet? SRotroenbig ift biefe Slnnol^me 
aDerbing§ nic^t). ^ierju norf) bie Äbj. auf -selig, meld)e mol^l immer 
afe Stomp, gelten: Hart und armutseelig leut 3Bacf. II, 55, 24 (§. @arf|«); 
Durch ihr hold- und lihb-säliges zu-sprächchen S^fen 1234. Son biefeu 

3fi. tonnten mieberum Ableitungen gebilbct merben; für und hindersich- 

tigkeit @ej(^irf|tfl. 149i4; trüb- vnd armseligkeiten flg. SKbert., Suc Ägr. 
204,* 28; arm- vnd vnglückseligkeiten ®U3m. Ö^j (ögl. arm- vnd vnglück- 

«elig 2uc. Ägr. 167, 7). Son biejer ®ruppe au^, fpejieH öon ben 3ff- 
mit QdffitüMexn, tonnte fe^r lcid)t bie erfte Slnregung jur ©uffijerfparung 
aui^gegangen fein: fie tritt fd)on jtemlicfi frtt^jeitig unb nid^t gerabe feiten 
ouf, unb bann bilben bie erften Seile ber 3f- ftct§ ungejmungen eine 
felbftänbige fQntattifd)e Serbinbung, faft formelhaften Sl^arafterd, genau 
fo wie bei öielen SBerbinbungen mit Suf^jerfparung : weit- und geistlich, 
freund- und feindlich u. a. 2)orf| gel^ören biefelbeu öielfad^ einem ju engen 
JBegriff^treife an, anbrerfeit^ l^aben bie ©^lufeteile infolge i^rer Sänge 
unb ©dimere noij^ 5U wenig Suffijartige^. — I)ie übrigen Slbjeltiölonq). 
finb folc^e, beren jweiter Seftanbteil wirlli^e^ äbj ift: los, leer, voll, 
reich u. a. (SBilm. II, § 392 u. 412); bei benfelben tonnte bie 3ufammen- 
faffung in gan5 äl^nlid^er SEBeife aud ben une^ten 3ff- tntftel^n, tuie bei 

3» 



86 äBtl^elm ©teglic^, 

bett fubftant. ^ont)). 93eifp. : da das die fraw nam wardt ... die säld vnd 
tugentreich §fel. ü, 23, 139; Der bott ist lob, vnd eren wertt 9i©. 78*, 
33; Mit schwarzem blei, weiss, gelb und rotfarbe 5^o}(^nt. I, 2, 15, 280; 
dermassen trost vnnd hülfflos OuSnt. Zog; Vatter- vnd Herrenloss 43«; 
vilmals lab : vnnd trostloss 238 8 ». u. ; vor andern Geist vnnd Fleisch- 
würdigen ©CJC^t^tft. 32825; merck und denckwürdig ftiind^. 9ibr. 53/4, 
©. 625 U. a ; bojU bic ©t^trib. auf -fach: mit zwey- oder dreyfacher 

Kreyden 2uc. Ägr. 203, 3 u. ö. ÄHc bicfc ncl^mcn fc^r (eic^t ©uffij* 
c^aratter an unb ftel^en überl^aupt md) t^orm unb 93ebeutung ben 2(bi. 
ouf -lieh, -sam, -bar ic. jel^r tial^e. 3lm bcutliAften tritt bcr ©uffijc* 
d^araftcr l^cröor, »cnn bcr ccfte ^cftanbtcif bc^ Romj). ni^t mcl^r aU 
fetbftänbiged SBort derftanben mirb; boc^ finb berartige ^äHe nur feiten: 

ruch vnd Gottlos gelebt SJlfeb. öom 2)r. gauft 1228, ögl. wohn- und 

Bässhafftig. S3ei fubftant. 3ff- sparen berartige SSerbinbungcn auc^ 
möglich, fc^einen aber ntcf|t dorsutommen ; über einige SäQe au^ beut 
17. 3$bt. }. 0. 3n biejen SSerbinbungen tonnte aljo mit großer SBal^r* 
fci^einlic^feit, lei^ter ate bei ben öorl^er bejprorfienen, ber Urj|)rung ber 
©uffijerftjarung liegen, jumal bie le^tere grabe bei -lieh jc^on frü^ unb 
fel^r l^äufig auftritt, äflerbing« f^eint bei biejen 3ff- (unb ebenfo bei 
ben jjgj. Äbö.) bie (Srfparung erft ungefäl^r glei^geitig mit bem ?tuf* 
treten berjenigen beim ©uff. l^äufiger ju werben. — Seboc^ ejiftirt für 
bie öerjrfiiebencn 5Kögüc^feiten fein fidiereS ^terium. Sei ber ©|)ärlic^!eit 
unb 3^^ftreut^eit ber ^Belege ift über]^au|)t teine @ntjrf|eibung möglirfj; 
eine folcfie tann rool^l nur auf Orunb einer Unterjuc^ung bcr Äanjiei* 
fjjrarfie in ber s^eiten §älfte beg 16. 3]^btg. erfolgen, in ber fic^erli^ 
biefe Srf^einung entftanben ift. 3)o^ ift überl^aupt nic^t öiel ©eroic^t 
barauf ju legen; ed ift fel^r gut möglid), ha^ bie Srfparung bei ben 
Äom^joj. infolge i^rer l^äufigen SSermenbung ganj allgemein bie Srjparung 
ber ©uff. nad^ fid^ gejogen l^at, ol^ne ba| bie Slnregung öon ber einen 
ober anbern &x\xppt ausgegangen märe. 

2)ie Srfc^einung ift nun mo!^l öon öornl^crein als mirf(irf|e @r== 
ft)orung ju beuten, aU ?lugfatl beS erften ©ufftjeS unb Srfefeung beS- 
felben burdi baS i^meite; nur menige ^äQe im Anfang liegen fid) als 
burd^ 3ufö^ni^nfaffung ber beiben ©tämme ju einl^eitlic^em 95egriff 
entftanben beuten, bei ben meiften ift bie§ nid^t ber ^all. 3)aS fuffij* 
lofe ®(ieb braud)t bann aud) nid)t ein felbftänbigeS iBoxt 5U bilben, 
boc^ fc^eint biefe grei^eit ni^t unbefd)räntt ju fein. Sei ©rf|otteliuS 
ftnbet fid^ jmeimal, lib. I, 6, 63 unb II, XX, 8, III wort- und thäilich 
als Seifpiel, nnftatt wärt- u. th. S33enn bieS auc^ nur ein oercinjelter 
gaß ift, fo ift barauS boc^ mol^I ju entnehmen, bag, menigftenS in 
früherer Q^ii, ba§ erfte ©lieb in ber ®eftalt beS felbftänbigcn SSorteS 
erf^einen tonnte, fofern eS fid^ äufeerlirf) öon bemfelben unterfd)ieb, menn 
bie beiben ©lieber ol&ne ©uffi^ als formelhafte SJerbinbung gebräurfilic^ 
toaren, mie «Wort und That*, bagegen nur münd- und schriftlich, täht- 
und würklich 2c. ; überwiegeub aber tommt ber öeränberte ©tamm öor : 



IXbtt bie C^porung Don gle^rtoni^ unb Silbuttg^ni^ert u. f. tu. 37 

ffdtt- und menschlich, räht- und tähtlich IC. VuBerbem tft ed, tDte ed 

fd^t, erforberlt^, bag ber ©tomm beuttic^ ettennbat bleibt; ed l^etgt 
»0^ münnd- und schriffilich u. ä., aber «fröhlich» luirb taum getrennt 
»nben fönnen, unb bei Ableitungen oud SBerboIftämmen bleibt ein 

fttoatged Strbalfuff. unangetaftet : in erober- und Plünderung, viel eher 

befiirder- als hinderlich, fogar mortüicir- und disciplinirung , gegen Richt- 
ond Henckers, verräht- und mörderlich. 

Sd tommen oÜerbingd int 3ß^b. einige t^älle t)or, in benen eine tof^uL 
Serbinbung mit gemeinfoniem @uff. derfel^en ift: vröudeheifelös äBaltl^. 
45, 1, liijerösevarwe 92, 55 unb ein paar anbere; f. SBeinl^. § 287. 
£iefe ftnb Don t)om^ein ald ein Sßort 5U faffen, gleic^fam aU ^t)an^ 
biKttonip., benen ein @uff. angehängt ift; fie bilben el^er einen SBemeid 
bafür, bag eine ®emein|amteit bed @uff. bei SJerbinbungen mit Stop. 
nid^t möglich mar. ^^nli^e ^onftruttionen aud fpäterer Qtxt: Deiner 

Bilter-Sässigkeit Älb. Arien III, 30, 2, 4, mol^l auc^ von einem sonder 

wunderbahren Gewechs SBad. III, 1, 614, 37; mit emp^atift^er SBieber*» 

^lung beÄ Stamme«: lieder- liederlich ©^mieg. VII, 10, 1, 4; tausenl, 
Uusent, tausent mAl t^Iem. Cb. V, 27, 30; So tausend, tausentfalt @pee 
21, 104 ; ögl. tausent- und noch tausent mal glem. ?ß. SB. IV, 19, 

11 u. @. 28 ob. 

d2i(^t auf aQe ®uff. l^at fi(^ bie (Srfparung gtei^mägig erftredt, 
manche nel^men nur feiten ober faft gar nid^t baran teil, ma« mit ber 
geringeren ßöufigteit ber betr. @uffi{e jufammenbängen mag. ^ie 
fcü^e ©elbftdnbigleit be« ©uff. fpielt babei feine SioHe : lieh ift aller«» 
bing# bad om l^äufigften erfc^einenbe, an jmeiter ©teile folgt aber ung, 
bann schaft unb heit. 2)ie ©uff. tum, haft, sam fd^einen faft gar 

siebt Dertreten JU fein — SBad. III, 1, 511, 1 Gott solte sein Besitz 

TDd Reichtumb seyn (3- ärnbt) mol^l nic^t ^ierl^er gehörig — , für bar 
finbfn fic^ nur ein paar 93elege. ^ud^ anbre ©uff. finb feiten ; ob bei 
ben Sedleinerung^filben (Srfparung ftattfinbet, lägt fic^ gemö^nltc^ nic^t 

OUd bem 3uf<immen^ang erfel^en: 300 Bärgk vnd Färcklln von der Milch 

kommend @ef(^irf|tfl. 375 15 ». u. fcl|eint ^ier^er ju gehören, öieHeid^t 

«neb bei ©pee Ried und Röhrlein allerhand 41, 58, Die Zelt und Kämmerlein 

23, 232. X)ag bie (Srfd)einung ald ein gan5 mec^anifc^er Vorgang ju 
brntm ift, jeigen gäHe, in benen gleii^jeitig jroei ©uff. auffallen, be* 
jcmbcrd -igkeit bei %lbertinu§, mö^renb -ig aÜeinfte^enb nod) gar nic^t 
«n ber (£rfparung teilnimmt, ^araud entmictelten fid) bann t)erfd)iebene 
Snomalien im ©ebrau^, f. bie Seifpiele unt. X. 

3um ©ci^luffe feien noc^ ein paar ^^äUe ermähnt, in benen bei 
Serbinbung jmeier ftomp. bie beiben erften Seftanbtcile berfclbcn eine 
gentfinfame Äbleitung^filbe befifeen (ügl. ©. 25 f. u. 29): dieses Verfass- 

ond Versichrungswerks 3cl|0ttel, Hu^f. ?lrb. U, XI, 35, Ich zun ofTl 

und omermalen ©pee 43, 345 u. 347, mo^I ald ^omparatit) ju t)er^ 

fite^, unb Durch Brientz und Thunersee 5ifrf)., tVO ba^ ©uff. fi^ mol^l 

m bie Snbung bed @en. $1. bed %bj. angelehnt l^at. 



38 Bili^elm ©teglid^, 

IX. MUgcmcinc Semcrfungcn ü6cr bcn ®cbrau(^ bcr 
Srfparung. 93on einer etngel^enben (Scöcterung ber nod^ unerld)tgten 
fragen fott l^ier abgefel^en werben, ha ju biefem 3^^^ etnerfeits eine 
genaue Unterjud^ung be« ©ebraud^g bei iebem einjelnen ©(^riftfteKer, 
onbrerfeitö bie ^eranpl^ung weiterer Quellen erforberlid^ märe. 

2)a8 ®ebiet, auf welchem bie Srfiieinung, foweit pe bie gl^J^on^ 
enbungen betrifft, juerft ju Sage tritt, ift wol^I, na^ ben Seiegen ju 
urteilen, ©übbeutf^Ianb, mie biefelbe ja au^ auf eine Sigentämlid^teit 
obb. 2)ialette jurüctgel^t. @d fragt fi^ nun l^auf^tfäc^Iic^, ob bie @r^ 
fparung ber glejion^enbungen bIo| ber ©Ä|riftfpraÄ|e angel^ört, ober ob 
fie aud^ jemafe in ber lebenbigen Sprache ®eltung gel^abt l^at. Über 
Die erfte ©c^id&t genit. SSerbinbungen au§ bem 13. 3^bt. ift oben ©. 14 
bereite gefprot^en; bie jweite ®Ä|iä|t, öom 14. Sl^bt. ab, tritt öon öom* 
l^ereln gleichmäßig in S^rif, @po§ unb bibaftifc^er Sichtung auf, bie 
^rofa tritt bagegen jurüd. S)er ^auptjweig ber ntl^b. $rofa, bie 
SK^ftif, jeigt, wenigften^ auf il^rem §öf|epunft, noi) feine ©pur ber^ 
felben (ein öereinjelte^ SBeifpiel au^ einem fpäteren 2)fm. f. @. 6), 
ebenfomenig, wie e^ fc^eint, bie älteren @täbted|roni!en. 2)aß fie ur* 
fpränglid) auc^ bem 93oIfdIieb angef|ört l^ätte, melleid)t gar l^ier juerft 
gur SSerwenbung gelangt märe, ift nic^t mal^rfc^einüii, unb bei ber eigen* 
ortigen fprat^Iit^en Überlieferung be^ SSolföliebeg aud^ nit^t ju ermeifen. 
SSon öornl^erein fteHt fi(^ nun bie Srfd^einung, il^rem ganjen SBefen nac^, 
ald ber poetifd^en @prad)e angel^örig bar: ed finb l^auptfäd^Iic^ metrifd^e 
®rünbe, ba^ Ser^mafe unb ber JReim, bie bei ber ©ntftel^ung unb ©nt- 
wirflung berfelben mirffam waren. 3wfammen mit ben oben @. 18f. be* 
fproc^enen öerwanbten SSerbinbungen bilben fie für bie metrift^e ©pra^e 
beS 16. 3l^btg. ein wichtiges ftiliftifc^e^ SKittel, welt^e^ nac^l^er öon ber* 
jenigen be8 17. Sl^bt^. übernommen unb bort ju einem öortreffli^en 
unb fel^r wirfungSöoIIen SluSbrufemittel au^gebilbet würbe, ba^ fic^ ber 
^oefie, jumal ber S^rif, bi8 nacf| ber flaffifc^en Q^xt unentbel^rlic^ ge^ 
ma^t l^at, wenn e^ auc^ aHmäl^Iit^ eingefc^ränft würbe. §. @ac^^ ift 
ber erfte, welcher biefe^ SRittel in l^eroorragenbem 9Jiaße angewanbt l^at, 
unb nad^ il^m giebt e^ wol^I !aum einen 5)icf|ter be§ 16. S^bt^., ber 
baSfelbe gönjiicfi öermiebe, wenngleich einige, wie gifc^art, e^ feltener 
gebrauchen; bei mancljen ift eine SRadEial^mung ©acftg' l^ierin beutlic^ ju 
bemerfen. @in ©influfe be8 3Kciftergcfangc3 auf §. ©arfi^' ©prud^* 
bic^tung ift übrigen^ nid^t anjunel^men. 3m 17. 3l^bt. ift e^ bann 
©pec, ber juerft unb mit großer SSorlicbc ficf| biefcg 3(u§brudf^mittel^ 
bebient. Äcin S)icf|tcr öor ober nad^ il^m l&at einen fo au^gebel^nten 
®ebraucf| baöon gemacf|t, unb wenn eg auc^ oft übertrieben erfcfjeint 
ober ermübcnb wirft, fo wirft c^ bocl) nie gefcfimadflo^, im ©egenteil^ 
ber ^HjUx weiß bcbcutenbe ftiliflifclje SBirhmgen bamit ju crjielen. 
^. 5Ici"i"9 fommt if)m f)ierin fel^r nal^c, wenngleich er bei weitem maß* 
öoHer oerföl^rt. Äud) ^ier entjiefjen fid) wo^I nur wenige Xicftter, j. SB. 
?lngelug ©i(efiu§, ooUftänbig bem ®cbraud^. SBenngleid) nun ber @e- 



öder bie C^porung Don gle^nd* unb iBilbungdfilben u. f. to. 39 

Brouc^ im 17. 3l^bt. ftd^ aHma^Iid^ aud bem be^ 16. entmidelt f^ai, fo 
ift boc^ ber %\)pn^ ein mefentlic^ anbetet, mad jum %t\l Dutc^ bie Det« 
fd^iebenottigen metttfc^en ©tunbfa^ bebingt mitb. ^m 3l(^tfi(blet finb 
bie SJctbinbmiflen öiel lofet, bie einjelncn ©liebet ftel^en mel^t felbftänbig 
neben einanbet; mo ed bie @ilbengal^t julägt, fönnen bie SSetbinbungen 
ebenfo gut butdjflettiett {ein. Slnbetd in bet iambifdjen 2)id^tung: n^egen 
bed tegetmä^igen Slccentroec^feld mu^te l^iet in ben betteffenben 93etbinbungen 
beim etften SUeb bie @nbung audfaOen, bie SSetbinbung bitbet gemöfn» 
li(^ einen metrifc^en Slbfc^nitt innetl^alb bed 93etfed, mobut^ biefelbe ju 
einet engeten (Sinl^eit jufammengejogen mitb. 2)ie S^nal^me bet abjett. 
Setbinbungen gegenübet bem Übettmegen bet jubftant. im 16. 3l^bt. ift 
ret^t bejeid^nenb, ebenfo ba^ Qmüitttttn mel^tgliebtiget SJetbinbungen 
unb ^olijtx mit fleftiettem etftem ©lieb; ^ietbutd^ witb aud) bie ob. bat^ 
gelegte Äuffaflung weitet geftüfet. Äud^ bie SegtiffSfpl^äte, bet bie SSet^ 
binbungen angel^öten, mitb eine anbete, ^ie ganje Stfd^einung mac^t 
nic^t mel^t, roie ftül^et, ben ©nbturf be^ SKotbcl^elf«, ttofebem !ann man 
beinal^e be]^au))ten, bie 3ambenbi^tung l^ötte fic^ ein betattigef äRittel 
f (Raffen müflcn, menn jie eg nicijt fc^on üotgefunbcn l^ätte. Übrigens 
tonnte man medeic^t aud^ in bet filbenjäl^Ienben X)icl)tung be§ $. Sad^d 
bei bet SSetmenbung bet @t{patung baS unbewußte 93efttebcn nad) einem 
fin^tAd) jmifd^en ©ilbenjäl^lung unb ^ccent etlennen. 

®S tonnte nun aUetbingS bie Stfpatung fcl^t wol^l auS bet (eben^ 
bigen ©ptacfte übetnommen fein. SBie bie et^en gätte auS einem öolfö* 
tümlic^en @ptad)gebtau(^ entfptingen, fo mäte ed möglich, bog betattige 
f^Qe anä) mittli^ in bet UmgangSfptac^e, menigften^ in @übbeut{c^(anb, 
gebtau^t motben mäten. ^atauf fc^eint manches l^injubeuten : monc^e 
läuftget üotfommenbe SSetbinbungen, unb anbte, in benen bet ©cbtaud) 
weniget getegelt ift, finben fic^ im 16. Ql^bt. ^äufig in ^tofa, nirf)t 
bIo§ bei öoltetümlic^en ©d^tiftftettetn, mie mit münch und pfaffen ®bctl., 

an hend und an füssen Smfet, von gut und bösen ^ift^v mit kölben, spiess, 
Schwert und stangen ©tainl^., fetnct ^^He tt)ic solchen schonen spitz und 

roten Hüten Sut|., abet eS ift boc^ auffaflenb, bafe bie Srfd)einung in 
bet ^tofa fo fe^t jutürftritt. @S finben fid) mo^I bei ben mciften ^tofoüetn 
mel^t obet meniget betattige gälte, eine bet ge)ptod)encn Sptacfie ange* 
l^ötenbe Stfd^einung l^ätte abct bod), gtabe im 16. 3l)bt., in bet $to)a 
einen bteiteten JRaum einnel^men muffen, ^ie SRcgef finb bod) bie un* 

gefütjten SJctbinbungen — ögt. bei ®arf)8 vor feinden und freunden 

©c^nottS Ätdi. XI, 57iOü. u. ^ie Srfc^einung loirb alfo ef)et au3 
bet ^oefie in bie $tofa cingcbrungen fein. @^ tommt nocf) bie oben 
©. 24 angefül^ttc Steße bei ®d)otteliu§ at^ 3c"9"i^ ^inj"' toäl^renb 
et bie @tfpatung bei ben ableitcnbcn Suffijrcn a(g ba§ Siotmale bettaditet, 
tebet et öon berfelben bei ben Gnbungen ak öon etioa^ Ungeioö^nlidiem, 
meiere« „bel&utfam ju gebtaud)en" ift. Stud) giebt et nut Seifpiete auS 
poetifc^en lejten. 

3m 17. Ql^bt. tt)itb bie Sachlage butd) ba^ ^injufommen bet 



40 SBUI^elm ©tegüd», 

(Srfparuitg bei ©uffijöetbinbungcn fomplicicrtct. Sediere bürftc, mic 
f(^on crroäl^nt, in bcr ftanjleifptad)e cntftanbcn fein: erften^ fl^nt^t 
bafür bic l^äujigc SBerwcnbung bei ©^riftftettern, bie mit bcrfelbcn öcr* 
traut finb, wie Äg. Ätbert., p'6d, fpäter ©rimmetel^. ; anbrerfeitd treten 
in ber Äanjleifpra^e ft^on in ber erften §ätfte beö 16. Sl^btg. (Sr* 
ft^einungen auf, bie auf eine gemiffc bementfpred^enbe lenbenj fc^Iie^en 
(äffen. Sw^öd^ft eine ungewöl^nlid^e ?lrt ber @rfparung bei 3ff- i« 
einem einjelnen 5^11 : bey ettlich chur- vnd fursten ©taat^p. IC. 257 4 ». u. 

jn ander chur- vnd furstenthumb ib. 256 3 ». u. Ewer Chur und Fürst- 
lichen Gnaden Urf. b. fc^tt)äb. »unb. U, 32316 (Sit. «er. 31) u. ö.; 

ferner der oder dieselben sollen auch . . . SRümb. ^otiieiorbn. 288 
(Sit. SSer. 63), dem oder denselben vergweltigten landsstenden Ur!. II, 
323 2 ». u. ögl. den- oder dieselben SRbr. 44/47 , 68 ig 0. u. (!aif. 
2)ructprit).) ; ferner vnersuocht oder erfordert einiges rechtens 3&ixd. III, 

1, 211/2 (^utt.), ficfter auc^ au^ ber Äanjleifpra^e ftammenb. ©d^liefe* 
l\6) fei nod) ein merhoürbiger gall erwäl^nt: in ben Staat^p. j. &t\6). 

^axl^ V. finbet fid) @. 410 is die hoch und wichtigkait dises handeis 

*,, Hochwichtigkeit"; l^ier finb, mag too\)i aud) fonft üorfommt, jmei 

eigentlich n\6)t foorbinierte Slbj., beren erfte^ ba^ jmeite aböerbial be^ 

[timmt, bur^ Äop. öerbunben; fie bilben trofebem nur ein SBort unb 

infotgebeffen !ann bag ©uff., mie eg ja aud^ ber ©inn erforbert, nur 

ber ganjen Sierbinbung gemeinfam beigelegt merben. Sin foldjed SSeifpiel 

l^at für bie ganje i^xaQe feine Sebeutung, immerl^in ift eg für bie ange- 

beutete lenbenj innerl^alb ber Äaujleifprac^c d)araheriftifc^. S)ie Sr» 

fparung ber gl^jion^enbungen !ommt in ber Äanjleifprac^e biefer 3^it 

auc^ Dor; in ber frül^eren Urtunbenfprad^e fc^etnt biefelbe nur menig 

ober gar nid)t üorjutommen, fie mirb alfo oud ber Sitteraturfprac^e 

entlehnt fein. 3)o(f| fann nur eine genauere Unterfuc^ung ber älteren 

Urfunbcnfprac^e barttber üötlige filarl^eit üerfc^affen. Sine Urfac^e für 

bie meitcre Slu^breitung ber förfparung ber ©uffije läfet fic^ mieberum 

oug einer Semerfung bei ©d^ottetiu^ entnel^men. Lib. III, cap. II, XXXII 

f^reibt er: „Q& ift [xdj 5U ^üten, bog man Der abgeleiteten, auf nn^ au^ge^enben 
92ennn)örter bre^ ober l)ier ntd)t (etc^ttic^ be^fommen in eine ^pruc^rebe bringen 

muffe: S)cnn fol*ed flingct gar Unteutfd) ..." Unb Söbüer bcmerft KI. 

©t., XXIX: „aWon mufe nlc^t auf elnma^t biet SBörter jufammen fcöcn, bie 
Quf elnerlet^ C^nbung^ als ^ett, feit, (et^, ung, audgel^en, benn ed Ift unitebltd).' 
©idjer l^at bag ©treben nad^ ^ürje fid^ ber Srfparung bemächtigt, um 
fonft toeitlöufige ober fd)merfällige SBenbungen in gefälliger, !napper 
^orm au^jubrüden. 

Seibe Arten ber (Srfparung werben nun, obgleich fie äufeerli^ 
jufammengefallcn finb, boc^ nic^t gfeictimäßig t)ertt)enbet (ögl. bie ob. 
citierte Steße bei ©cftotteüu^). 3m allgemeinen lä^t ficf) fagen, bafe 
bie ©rfparung ber Snbungen mc^r in ber ^oefie, bic anbre 9lrt mel^r 
in ber $rofa jur Oeltung !ommt, mag auc^ ibrem SBefen ganj gemäfe 
ift; in ber 2:icf|tung ber jroeiten .^ätftc bcg 17. ^l^btg. nimmt bie 



Über bie (frfporung wn gtejdond« unb SUbungi^rtlben u. f. to. 41 

leitete aQerbingd einen breiteren 9laum ein. 3Reiftend ftnben fid^ bei 

einem ©^riftfteUer beibe Wirten ber Srfparung, aud^ bie Dolti^tümli^en 

^^faiter ni(!^t aufgenommen; bei einigen Don biefen jeigt fid) ber @in« 

fluS bed ßanjleiftitd, boc^ mol^I nid)t überall, mo man il^n ermarten 

bürfte, }. 9. nidft bei ^ofc^erojc^. S)er @ebrau(^ ift burc^n^eg ein 

jieinlici^ regeUofer unb !aum ju fixieren; über einj^elne ©c^riftftetter fei 

mir foigenbei^ bemerft : einige öermeiben bie @rfparung ber ©uff. gönjU^, 

in ber 1. |)alfte be« 17. gi^bt^. j. a. 3ol&. Slrnbt unb fiaj. ©anbrub, 

ouffaKenb am @nbe bed ^l^btd. (Sl^rift. SBeife. ©anj gemieben n^erben 

beibe %rien mo^t nur Don jmei ©c^riftfteHern : auffadenbermeife t)on 

Opi|, ben to6f)l fein ©efül^I für Äorreftfieit ber gorm baüor bemal^rt, 

unb Don (S^r. 9leuter, fel^r bejei^nenb, ba beffen @ti( fic^ ganj in 

DolfötümUc^en t^ormen bemegt; nur jmet 93eifpie(e in ironif^ gemeinten 

©teilen finben fic^ bei i^m. 

(£d mirb alfo anjunel^men fein, bag n^eber bie Srfparung ber 

Snbungen noc^ bie ber ©uff. je ber gefproc^enen ©prac^e angel^ört l^aben 

(bei (e^terer märe ha^ il^rem Urfprung nac^ fd)on nid^t ben!bar), ba§ 

Dielmel^r bie erftere fid^ innerl^alb ber mctrifc^cn ©prac^e entmirfelt l^at, 

mäl^renb bie le^tere aud ber ^anjleifprac^e l^erDorgegangen ift; beibe 

bitben aber im 17. 3l^bt ein beliebtet Slu^brurf^mittel ber allgemeinen 

©{^riftfprac^e, bie ©rfparung ber ©uffije l^at \\i) fogar, befonber^ in 

einje(nen SBenbungen unb in ber ^meiten ^älfte bed 17. Sl^btd., fidierUc^ 

DoWommen eingebürgert, ©c^otteüud fcf|cint biefclbe fogar für bie Siegel 

gu galten, mie au« fofgcnber ©teile l^erDorgel^t : „(Snbiidj Ift ju miffcn, bofe 
man ba^ 3)>litte(ftri(^leln 5un)eUen ungebraucf)t, unb alfo bie geboppelten ober 

abgeleiteten SBörtcr ganft fönne (offen." 2)em mibcrfpric^t aber fein eigener 

©prac^gebrau^ (Lib. n, cap. XX, 8, VII). 

Sin paar ^älle jeboc^ fd)einen in bie Umgang^fprac^e Eingang 

gefunben ju l^aben. @rjten« bie ob. ©. 23 erroäfinten formell^aften 

Serbinbungen f^non^mer begriffe, bie fic^ bi« l^eute erl^alten l^aben, 

Dielleic^t au« ber ßanjleifprad)e l^erDorgegangen. ^ann bie ^erbinbungen 

Don Äbj., meld)e i^axbtn bejei^nen, Dorau^gefe^t, bafe fie nur einem 

3nbiDibuum jufommen, Dgl. bie Seifp. bei Oleariu«; jeboc^ machen 

i^en fc^on Dom 93eginn be« 17. 3^bt«. an bie äfgf. Slbj. Sonfurrenj, 

»ie fie l^eute allgemein gebräuchlich finb, unb mt fie fic^ fc^on im SJil^b. 

nac^roeifen laffen, unb fogar bei Qc]tn, ber bie !opu(. SJerbinbungen 

fel^r gerne Dermenbet, finben fic^ bie af^nbet. oft, j. 93. : mit schwarz- 

weissen mam - gesichtern 118 is, einer rächten lähbhaften röhllich-weissen 

färben 264 18. ^Dritten« ba« ungefäl^r feit bem legten Viertel bed 
17. 3^bt8. erfd^einenbe «ein und anders», melcfteg iebenfall« auc^ au« 
ber Sanjleifprac^e ftammt, fic^ aber einer auffaUcnben 99eliebt]^eit erfreut. 
5Boc^ auc^ biefe« l^at ficft nic^t erl^alten; eine ä^nlicfie Serbinbung, bie 
tool^I l^ute noc^ gebräuchlich ift, «ein und derselbe» (f. $aul, ©. 280, 
»ilm. II, § 433, Se^m, Seff. ©pr., 3. 191), fc^eint im 17. 3^bt. noc^ 
nidit Dorjulommen. 



42 aSill^elm ©teglid^, 

a^ jeien nod^ einige fonberbare ^^älle ermäl^nt, bie man aU Sud« 
artungen ht^ @ebrau^^ bejetc^nen fann, unb bie bemetfen, mie mec^anifc^ 
etgentlid^ ber SBorgang aufgefaßt mutbe. Bwnä^f* fol^c, in bencn bie 
beiben ©uff. einonber nid^t genau entfpre^en, »ie heit u. keit, igkeit 
u. ligkeit, f. bie SBeifp. unt. X; auffaÜenber freundt- vnnd willferig 
SRbr. 157/159, @. XIX «5 (au^ einem SBriefc ^öt!«) u. ä.; f^Iimmer 
finb f^on folc^e mie fürsich: vnd notwendigkeit Älbertinu^, grabeju 

finnlo« mit verbünd- und versiegeltem Munde Sol^ft. ©Opl^. II, 209 änm. 

^n6) bie Srfparung bei nidjtbeutfd^en Snbungen fann man l^terl^ 
jäl&Ien: junäd)ft fel^r erflärfic^ bei Sel^nmörtern, ©igennamen zc, ögl. 

bie SBeifp. unt. X unb no^ Comoed: vnndt Tragoediweis @C^n. ÄtC^. 

XI, @. 625 8 U.U.; bann aber auc^ in rein latein. SBbrtem, ögl. ein ft^on 
crmäl^nteg Scijpiel au^ ©rimmet^l^aufen, unb baju nod) das gegen mir 

sub et obreptiti^ . . . verfaren SKbr. 157/159, XXXVII 1 ». u. (auS einem 

©(^reiben §ödg), fic^erüd) ein au^ ber Äanjleifpra^e ftammenber ®e« 

braUC^; fd^erjl^aft bei Sündig, der Papisten fabulae Aniles, prob vnd lügen- 

dae 9lbr. 53/54, ü. 172 f. golgenbe Sei)>iele bei So^ft. : den Mel- 

und Manlius dpxä). I, 522. Den Ach- und Machmet Sbr. @. V, 310 

feien noc^ al8 Seifpiel einer fpra^Iic^en @ejc^marf(ofig!eit erroäl^nt, mic 
fie fonfi noä) bei Sl^ft. unb, feinen SRac^al^mern fi^ finbet 

X. S]^rono(ogif(^e Überfi^t. ffion biefer Überfielt bleibt ba« 
ÜRl^b. au^gefd^Ioffen, ba bag nur fpärlic^e SRaterial f^on üollftänbig 
unt. II öorliegt: fie umfafet alfo bag 16. unb 17. 3al^rl^. 9tid[|t be* 
rürffic^tigt finb bie gäHe mit e- ©nbung, ebenfo alleg 3>^rifel^afte, 
überl^oupt aQed, mad genau genommen mijt l^terl^er gel^ört. Wogegen 
finb bie menigen umgefel&rten gälle mit ber ^lejion an erfter ©teile 
mit aufgefül^rt. 

Xf), 9Wurncr. ^bj. S'i.Sg.S'i. du zart vnd fründlichs hertzen leydt 
©cudjm. 1639. — ©.©g.SW. geistlich vnd weltlichs statz Cutl^. 9i. S3orr. 
@. 13 14 (Ä9^C. 1711). geistlich oder weltlichs stats 9ln b. burd)L m. 4t9 

SIeubr. 153). sie syend weltlich geistlichs standt "SJl. b. ®rf)tt)tnb. 1341. — 
cc.©a.2». Das du so schedigst alt und jungen 9^53. 21, 2 (bietl. «cc.^l. ?) 

— ^-vl- iung vnd alten SW. b. ©c^tt)tnt>. 297. gelert vnd vngelerten nutz- 
lich zu bredigen und zu lesen ©ob. (U5f(ftr.). armen vnd auch rych 9i©. 
21, 68. — ©ubft. @.(Sg.9W. Schulmeister, prediger, vatlers zorn (S>3- 41, 35. 

— g. nach Sant Luci vnd Otilien tag C9f?. ®. 199io (@d)ln6fc^)r.). — 3).^. 
mit münch vnd pfaffen alle sandt &d}m. 5181. mit zücht und eren 53ob. 
7, 25. in stett vnd lendern, dörffern, husen 9?©. 63, 37. — 9(cc.^l. Wann 
man gab vnd schencken gyt 9J53. 42 b. — ©erb. vnd kinnent weder guck noch 
gacken (BQ 46, 6. — ®uff. heit: es syent leyen oder pfaffen, weltlich oder 
geistlicheit ^l^. 75, 65. 

Ulr. b. ^uttcn. (Subft. 1D.$I. Beyd, weih und mannen (Ilon u. borman. 
1546. — ©erb. Noch wil ich bey der warheit bleib Vnd schreiben (Slag u. 
borman. 757. 

Cutlfter. ^bj. 9?.5Xcc.(S9.9^. es sey leben, sterben, sund, frumkeit gut 
vnd böses 9ibr. 18, 26tt. ein gerüglich vnd stilles Leben 1. $;im. 2, 2. ein 
gros vnd mechtiges Volck 1. Tlo\. 18, 18. Mein Vater thut nichts weder 
gros noch kleines 1. Äön. 20, 2. ein geengstes vnd zuschlagen Hertz **^f. 51, 19. 

— @.3ö.3Ji.9?. die selbige schrifft neu unnd allts testaments St^2, 15, 125, 19. 



fteet bie C^porung tion glejrioni^ unb SUbungdfilBen u. f. to. 43 

offenlich lasier geystlich vnd weltlichs Stands ^Ibt. 96/8^ 116t4. — iD.^g.iDl. 
der nit auss eynem schertzend sondemn gantz engstlichem hertzen gehet 
9912, 16, 161, 13. — «cc.Jpi.SDfl. alle menschen . . . frum vnd bössen 2Ö0(f. 
ßefcb. III, 1, 186, 6. — S).^I. das Mess für lebendig vnd todten werden ge- 
halten 9tt)t. 4, 59 18. unter solchen schonen spitz und roten Hüten ^91S. 15, 
127, 22. — @ubft. @.(Sö-2J'l.9^- vmb Korn vnd Mosts willen Of. 7, 14. gottis 
dienst vnnd wortts wartten ^bx, 93/4, 78?. das widder hauen noch 
Stechens bedarff Ä9W!. 15, 107, 10. — an statt brieffs vnnd Sigell ^bx. 93/4, 
42 1«. damit ich teilhaftig werde eures Glaubens Kampfs Trosts und Danck 
gegen Gott ^Qcf. III, 1, 167, 25. ein Land voll mords, blutuergiessen 16. 187, 33. 

— ^.$(. für den grossen hochmuthigen Schwulst und Blasen den Gottlosen 
SBotf. III, 1, 121, 39. mit geschenck vnnd gabenn mx. 93/4, 107^8. — mit 
gesetzen oder werck iRbr. 18, 2838. 

emfcr (I. yibx. 83/4, 11. 96/8). Slbj. iR.©g.3». nith ein naturlich oder 
wesenlicher geist II, 171 1 ». u. — 9i.Äcc.®g.9fi. nichtzit gros oder gutes 
I, 110 t. — 3).^L weder vor lebend noch todten I, 126 1«. — <B\ib\t @.<BqM. 
ampt vnd Standes halben I, 76 ts. deynes heyligen warhaCftigen fleisch vnd 
bluts 11,141?. vmb ewers schelten vnd lesterns willen II, 4tt. — 3).^l. das 
podagram an hend vnd an füssen II, 33 11 d. u. die heiligen Aposteln sampt 
yren nachkomen bepst vnd bischofTen 1, 774 ». u. — 2)te auögcfoßcnc (Snbung 
ttttnmt nid)t genau mit btx anbcrn überctii: ®.<BqSDIM. vmb deynes bitter 
leiden vnd todes willen 1, 144 u ». u. 

§[0^. eberlin t). ®ünaburg, 15 SBunbcögenoffcn («Rbt. 139/141). 
Äbj. ®.^ö.9i. was einer kostlichs oder hübsch hat 159«. — 3).^(. für 
labend vnd todten 41 10. — (Subft. S).^I. allen münch vnd nunnen 12 10 \>. u. 
ein brunn alles bättels vnder münch vnd nunnen 87 6 0. u., ebfo 92 10 ü. u. 
by münch vnd nunnen 94 it. von münch vnd pfaffen 150». allen vnseren vögten 
yn dorff vnd stetten 112«. ir regenten teutscher nation in land vnd stetten46». 

^artm. b. (Sronberg (9ibr. 154/7). TOj. ^ad) «uöfott bcr enbung 
erft^cint ba» Äbj. tn bcr ©eftolt beö flc^ionölofcn ©tammeö : ©.©g.SW. er sey 
hoch oder niders stants 155 1». wo yemantz hoch oder niders Stands 155»i. 

— ©ubft 3).^(. auss des teufeis band vnd stricken 91 16 ». u. tzwischen 
den Christlichen Künig vnd Fürsten 37 15 ». u. 

^. ©ac^ö. 9lbj. 9i.@0.3Ji. Mein auserwelt vnd lieber gast fjaftn. 71, 85. 
O Fabi, wie so bleych vnd gelber 30, 251. — ^Mcc^Q.^. Het weder grab 
noch schwarczes bar f^ab. u. (Sc^tt). 242, 92. Der Ring ist gut vnd klares 
Goldt gfftn. 49, 277. Den ein zornig vnd pöses weih 85, 433. Du heyloss vnd 
krafftloses weyb 3, 97. Du heyloss vnd verfluchtes Weyb 56, 173. — ®.Sg. 
5. ft. Doch arm vnd einfeltiger art ^ab, 265, 124. — fc^tü. Diser zuechtig 
vnd erbern frawen ^ab. 312, 11. — S).®g.2yi. ft. Aus alt vnd newem testa- 
ment fjob. 3, 49, 28. — fc^m. Aim woluestig vnd frechen leben »tob. 375, 4. 
Hit dem schön jung vnd reichen Mann fjftit. 57, 289. — 3).^g.g. ft. Lustig 
mit rot vnd weyser pluet fjob. 5, 7. Mit still vnd eingezogner Hand 859, 
82. — Slcc.^g.SW. Ain messig vnd zuechtigen wandel f^ab. 210, 110. Vmb 
ein ring vnd zimlichen gwin 384, 140. — ^IMcc.^L Die jung vnd alton 
grab. 353, 105. vil feint die jung vnd alten gftn. 79, 191. die hesslich vnd 
alten 73, 138. die mechtig vnd reichen i^ab. 3, 218, 25. Die jungen, alten, 
arm vnd reichen 'i^ab. 68, 20, ebfo ^ab. 3, 134, 20. - QJ.^t.ft. Vil alt vnd 
junger frösch g. 3, 15, 20. — T)at ^I. jung vnd alten ^ab, 138, 59. von 
thieren jung vnd alten ^ab. 206, 27. pey jung oder alten ^ab. 3, 191, 56. 
Im eling stand, pey arm vnd reichen ^ab. 55, 7. Weder mit böss noch 
guten dingen fjftn. 26, 282. Mit . . . Hinderlistig vnd bösen tücken {Job. 7, 153. 
Mit hofflich vnd freuntlichen werten 153, 126. Pey gaistlich vnd weltlichen 
stenten 353, 61. Mit im reisen in weit vnd ferrn Landen i^]tn. 76, 237 In 
ober vnd in vndern stenten i^ab, 221, 91. Jung vnd alten, arm vnd reychen 
gftn. 24, 309. Bey Reich vnd Armen, alt vnd jungen ^b. 291, 120. Den 



44 Sßil^elm ©teglid^, 

armen, reichen, jung vnd alten 41^ 18. Pey unter, ober, jung vnd alten 
180, 154. Frumb. posen, reichen oder armen 212, 27. Von reich vnd armen, 
man vnd frawen 384, 29. — ^on. poff. 8lcc.®9.9)ff. Es kostet mein vnd 
deinen leyb gab. 19, 67. — ®SßU Mein vnd deinr klain kinder verschon 
239, 70. — <Bub\t @)en.(Sg. So ist er gancz meins i^muet vnd herzens gftn. 
14, 134. Vil neid vnd hases sich pegeit gftn. 82, 822. — «R.Äcc.^I. Drumb 
Fraw vnd Junckfrawen Soln auff die Schmeichelwort nit trawen gftn. 35, 
83. Yhn flohen hasen, bind vnd hirschen f^ab. 21, 12. — ®.^I. Erst ward 
ich sorg vnd engsten vol fjob. 37, 24. — 5Dat ^I. In wort vnd wercken 
lindt vnd sidtsam fjftn. 26, 371. In wort noch wercken fjftn. 17, 242. Mit 
wort vnd wercken zart vnd milt gfab. 182, 36. Mit wort vnd werken fjftn. 
30, 424, cbfo 60, 39. Mit wort noch wercken widerspenig fjab. 229, 108. 
Sues vnd lind mit werck vnd Worten 89, 11. mit werck oder Worten 
245, 111. mit werck noch Worten fjfftn. 66, 251. Sey mit geberd, Werck 
oder Worten 8, 386. Mit wort, werck vnd bedanken mein 4i5, 79 u. fonft 
nod^ fe^r ^öufig. In gedank, worten vnd in daten g^ftn. 68, 402. Ist selzam 
mit wort vnd gedancken ^ab. 242, 113. Vnschamhaft in wort vnd 
gebern 6, 99. Das thuns mit wort vnd daten rechen 374, 35. In Stetten, 
schlossern, dorff vnd märckten Bey man vnd weih, bey meid vnd knechtn 
gftn. 5, 10. Bey stetten, schlossern, Dorff vnd mercken, Inn königreich, 

grouintz vnd lendern f^b. 37, 54. In schlossern, dörCtern, märck vnd stedten 
, 64. In schlos, dorff, merck vnd stetten fjab. 3, 202, 68, ä§n(. ^ah, 124, 
23. 262, 39. Auff mess vnd merckten vberland 9, 145. mit Megd vnd Knechten 
gfftn. 42, 29. Von meid vnd knechten, weih vnd kind ^ab. 259, 14, fern. 193, 
122. Mit nachparn, kinden, magd vnd knechten 130, 29. Weib, maid vnd 
knechten nit mer drawen 148, 240. Mit kind, maiden vnd knechten fjfob. 3, 
176, 5. Vnd stelst nach andern reich vnd landen fjftn. 44, 103. Vnd ist leut 
vnd landen geferlich ^b, 209, 69. von Dieb vnd Schelcken gftn. 25, 274. 
An Genssen, Sewen, Küh vnd Schafen i^\tn, 36, 221. Mit küen, sewen, genss 
vnd schaffen f^ab. 29, 68. Von Khü vnd Kälbern, Schafn vnd Pferden 357, 61. 
Auch zwischen kaczen, mews vnd raczen 200, 6. mit Flö vnd Leusn, Mit 
Wantzen, Ratzen vnd mit Meusn 4 59. Von Vögel, Thier, Wurmen vnd 
Fischen fjftn. 26, 164. Die er Freundt vnd Feinden beweyst 47, 95. von 
feindt vnd freunden mein 47, 268. Vor etlichen monat vnd tagen 61, 287. 
Mit schenck vnd gaben mancherley 68, 327, ebfo ^ab. 350, 66. Auch mit 
mancherley gab vnd schencken 301, 89» Mit pit vnd schenken mancher 
weis gftn. 84, 87. Mit lüg vnd listen zu gericht ^ab. 8, 170, ä^nL 206, 93. 
Mit betrüglichen list vnd lügen 302, 81. Mit stül vnd pencken ein gedümpel 
16, 142. Darmit phing er an heck vnd standen 95, 27. Vnd auch in hecken, 
streuch vnd stawden 220, 73. An kirchweich oder denczen 112, 8. Mit rennen, 
stechen vnd gastreyen, Dencz vnd kurczweilen mancherleyen 310, 17. auf 
steig \'nd strasen 115, 20. Mit hendt vnd füssen elent krabeln 330, 54. 
Zittert beide an füss vnd henden 360, 99. Bef aller Bettler schuld vnd 
plagen 364, 62. Solt tuch würken zu Hem vnd rocken fjftn. 52, 311. — 
Vntrewlich mit wercken vnd wort 18, 147. mit worten vnd werck ijab. 
249, 45. Züchtig in worten und in that fjftn. 39, 196. — ©erb. Qnpn. Krig- 
lauffen, zanck vnd rechten ijab, 8, 69, 48. Wer gerne recht vnd zancken 
thuet 186, 37. Hat nicht verstanden dein pit vnd sagen ^ab. 351, 108. 
weyn vnd klagen 292, 66. — Wt ®cntttt)€nbun0 : Thun unde lasens, schimpf 
vnd scherzens gftn. 14, 133. Thut vil schertz vnd schimpffens vertreiben 
38, 61. — S3crb. pn. Der den menschen schmaychlet verderbet, In wendig 
ausawg vnd ersterbet ijab, 226, 114. — @uff. Äomporottbfuff. die weib 
Weren gailer, vürwiczi<i, vnkewscher von leib, Weder die man f^ab, 3, 51, 
4. Die pawren waren einfellig vnd früemer 99, 36. 

33urfl6. SBotbiö. ^bj. ^cc.Sg.S'i. Mein starck vnd festes Schlosser. 
49, 13, 18, 2. — !DQt. $1. Von kleyn vnd grossen, arm vnd reichen 28, 46. 



über ble C^porung tion glqriond« unb iBilbungdfilben u. f. to. 45 

— <Subfi «cc.p. Gebirl mir eitel sorg vnd schmertzen 28, 58. — 3)at. ^l. Wurden 
die lewt zu Hund vnd Katzen, Zu Slangen, Fröschen, Mews vnd Ratzen 18, 27. 

$). mnb. manuti, 2öci«fplel («Rbr. 101/2). Slbj. gte^oniSL ^j. In 
bn gronn beiS unfl. Stammet: ®.<BqM. Rych, ann, hoch oder niders 
Stands 95. — <Subft. @.(5ö.3W. Wie stäckist so vol nyd vnd schalcks 2539. 
Wie steckt sie so vol schalck vnd kybs 2545. — ^.$1. Im haupt, vmbs 
hertz, in hend vnd füssen 928. mit spiess vnd stangen 2246. — ^emeinfam» 
feit ber fjlejton bei ben erften ©liebem bon 3ff»- Vnd bracht in führ- vnd 
Wassersnot 2257. 

(5afp. <S(^etbt, ©robtanu« {^bx. 34^). «bj. S).$I. Von ernstlich 
vnd grossen Sachen 1982. — ©ubft. &,^Q,Tt.yi. was Stands, wesens, alter 
oder Condition jr seyen (S. 9«6. — $).$I. Vmbhengt mit wursten, kess vnd 
fladen 64. — Setb. Was man dir sag vnd schreyen thü 2203. 

«b. ^uft^mon, ©rünbl. ©erlebt (mr. 73). @ubft. ®.$l. auff die 
Blumen oder Coloratur der Pauss vnd Schlagreimen 26 »7. — S).$I. ächzen 
der Bücher sein von Spruch vnd spilen eben vieler Scribenten fein SBocf. 
n, 140, 22 (ßobgeb. auf ^. <Bad}8), — !I)le ©nbungen ftimmcn ntd^t genau übetcin: 
S).^r. An Thier vnd Vögeln gross vnd klein 9Jbr. (S. 40, 15. 

^. @(^ebe 3Wellffu«, ^falmenübf. (mr. 144/8). (Subft. 9^.$t. Dan es 
seint mein' hüft' und lenden Mir elenden Voll' unflats 145 13 ». u. — ®uff. 
wärts: Der- d'erhelt für und hinterwaerts 293. 

gifc^art «bj. !D.^L von jung vnd alten ©efc^ic^tfl. 390 15 ». u. (9^br. 
65/71). Von gut vnd bösen fa; b guten) ®efc^. 449 4 d. u — ®ubft. 3).*^l. eine 
solche vergleichung unter Mann vnd Frawen Qbt\6). 451 7 ». u. zwischen 
Hund Katzen, vnd Ratzen ^8(; 53 Hund vnd k.) 81. ^t. @to6m. 11 «7 (9Jbr. 2). 
Zugleich mit Büchsen vnd Armbrust Sföacf. 11, 114, 30 (Ölücf^. (2rf)iff). — 
Chibungen ntcftt Ibentifd^: Von Mann vnd Weibern, Jung vnd Alt Sßacf. II, 
129, 42. — ©emetnfame ^nbuug bei btn crftcn ©Hebern jmeict Äompofita : du ... 
Haussvergessen Mann vnd Weibsvolck @efd). 16 is. — Schwalb vnd Spatzen- 
hatz 21s. Katz vnd Motzenfleisch 78 1». — (Superlotiöfuff. welches Thier.. . 
vnter allem das Philosophisch vnd gutartigest ist Qbz\6), 22 4 0. u. weder 
das gross noch das kleinest Haussrütlein 9J^ 10 ». u. — Slbjectibfuff. in vnd 
ausswendig, hindersich vnd fürsich QJcfc^. 218 1». — ^ubftonttbfuff. all Sip- 
schafften . . . Mumschafften, Nef vnd Nichtschaften @cfd). 94 1«. — ©cmcin« 
fame^ ©uff. bet ben erftcn ©liebem ^meler Äomp. : Durch Brientz und Thuner- 
see Söarf. II, 118, 11. 

^a^necciu«, <g)an8 Pfriem (9^br. 36). Slbj. 9?. ©g.aJi. allzu schnell 
vnd küner rath 441. — (Subft. 2).^l. Mit hend vnd füssen, hals vnd 
bauch 833. 

C^tj^erj. fjerbinanb, Spec. vitae human. rS^br. 79/80). (2u6ft. ©en. 
©g.SW.iR. Gelt vnnd Guets genueg 43b, cbfo 8*4, 15si, 18»8. das . . . OpfTer 
des wahren Gott, leibs vnd bluets Jesu Christi 32it. — 3).^I. bey allen 
Gasterey vnd Täntzen 62^. 

9*oUen^agen, fSfrofd)meufelcr. 5tbj. 2(cc.(Sö.9^.Trug ein lang, gelb 
und krauses bar 111, 1, 16, 94. — 'ilcc.^L alle topf, jung und alten 111, 1, 
5, 81. — S).i3l. Das klaft sie senlich reich vnd armen 111, 1, 1, 91. — 
3ubft. ^.^{., Gnbg. -er : Das soln unsr weih und kindr bestellen 111, 1, 16, 9. 
Da man, weih, kinder, vieh mitliefen 111, 2, 7, 111. — (Jnbg. -en: Aepfel, 
bim, pflanm und kirschen klauben II, 3, 7, 5^. — !D.$I. von frosch und 
meusen I, 1, 1, 24. an pferd und hunden 1, 2, 15, 248. an gens und enten 
III, 1, 3, 145. an bienen, mucken, würm und fischen III, 1, 15, 15. Von 

fifeilen, Schwertern, spiess und stangen 1, 1, 6, 39. mit stein und pfeilen 
II, 3, 4, 8. Unter anderm raub abr ross und mannen Und den römischen 
kriegesfanen III, 1, 16, 135. Da fand er unter man und rossen 111, 3, 7, 97. 
Insonderheit bei dorf und steten II, 5, 3, 46. — i^otein. ©nbung: Europ, 
Alrik und Asia HI, 2, 1, 112. 



46 SBtl^elm ©teglid», 

$>6ä, ®(^öne« ©lumcnfelb (»Rbr. 157/9). «5j. S).^. In jung vnd 
alten Tagen X, 26. Hilffl wenig Jung noch Alten LXXI, 15. — ©ubft. S).^l. 
Bey Mann vnd Weihen XIX, 30. — @cn.3JI. Der liehes Leid vnd Freuden 
II, 3. — QJcmclnfamc fjle^ion bei crftcn ®ile5cm bon Äom^).: In Glück vnd 
Vnglückszeiten LXXIV, 27. ~ 35erb. Vnd ander schimpff vnd schertzen LXV, 9. 
Mein dichten seufftzen vnnd mein wein vnd Idagen X, 3. will verdien vnd 
kauffen XVI, 47. — ©uff. -schaft : kein Freund noch Spanschafft XVII, 37 
heit: die Trewe redlich vnnd Erfahrenheit LXU Überft^r. 

Tlaxt mindf^axt, eiöleb. (S^rtftl. SRlttcr (mr. 53/4). Slbj. «[cc.©ö.9^. 
solch frey vnd öffentliches religions-exercitium <B. 48, ä^nl. 4a8. Ein 
gwiss vnd frommes Ertz 1590. Ein Dicht vnd lötigs Grold 1565. — ©ubft. 
&cn.$I. Dass wir des Papstes Schinderey, Rent vnd Zinsen sind worden 
frey 2760. — Äbjcctibfuff. -lieh: dieser beyderseits weit- und geistlichen 
Ritterschaffl (5. Se. schrift- vnd heimlich 2470. — ©ubftontibfuff. -schaft: 
Graff- vnnd Landschafft <B. 6». 

äglb. %lbztün\x^. Äbj. Äcc.^I. beherbergte ich. . Dieb vnnd Schelmen, 
Reich vnd Armen Sanbft. ®uöm. 424 7 (%u«0. ÄugSb. 1619). — @ubft. ®cn. 
©g.SW.^i. so vil Gelt vnnd Guts QJuSman 1696 0. u., cbfo 398:, Suc. Ägt. 
156, 3 (S^iRS. 26) u. ö. die allermaiste Laster des Wucherens, Betriegens, 
Schinden vnd Schabens ßuc. Ägr. 259, 8. — sondern auch dess gewalts, 
Schreckens, fewrs vnd schwerd ßuc. Ägr. 307, 3. — iR.Slcc.^I. durch alle Heck 
vnnd Stauden Cuc. St^x. 191, 20. jhre List vrmd Verschlagenheiten QJuöm. 340*. 
die fleischliche Begierd vnd wollustbarkeiten 531 14. die Ehr vnd digniteten 
verblenden die Menschen Cuc. Ägr. 104, 18. die Einöd vnd Wildnussen der 
alten Religiösen 298, 23. dieselbigen vntertruckt er durch die Versuchung 
vnnd Anfechtungen 352, 7. — ©cn.^I., ^b. -en: ein Belohner aller eyfrigen 
guten bemühungen, arbeit vnnd schmertzen ©U^m. 3498. — @nb.-er: vmb 
das Heyl jrer Weib, Kinder vnd Gesinds Q^uSm. 665 1. — 3).^I. wehre dich 
mit Hand vnnd Füssen &}x&m, 4568. — ^emeinfame @nbung bei erften Q^Iiebem 
bon Äomp.: kein leih noch lebens gefahr Cuc. Ägr. 233, 15. — ^bjectibfuff. 
-wendig : in- vnd ausswendig Cuc. Rgr. 367, 25. auss- vnd inwendig 367, 17. 
— lieh : die geist- und weltlichen Regenten Cuc. Ägr. 44, 23. die geist- und 
wellliche Rechten 116, 28. in beysein Geist- vnd Weltlicher Personen 5, 31. 
der hoffertigen, geist- und weltlichen Ignoranten 99, 13. jhren vorgesetzten 
geist- vnd weltlichen Vorsiehern vnd Obrigkeiten 54, 20 u. ö. also schändt- 
vnd vnnülzlicher weiss &uS>m. 473 14. — Sbb. besprachten jhne gut- vnd 
peinlich (äJuiSm. 4866. schimpf- vnd spöttlich Cuc. Star. 251, 34. münd- und 
schriftlich 314,4. lawig- vnd hinlessigklich 328, 13. — ©ubft. (Suff, -heit, -keit: 
wegen ihrer Eytel- vnnd Thorheiten Cuc. SJgr. 133, 1. in aller nüchter- vnnd 
messigkeit 182, 2, ebfo 182, 5. mit der ketten der Vnbekehrlich- vnd Hals- 
starrigkeit 337, 7. schaft : Brüder- und Schwesterschafft Cuc. Ägr. 257, 5. 

ung : zu ihrer beweg- vnd erwaichung jrer Herzen @(itdm. 107 &. ohne einige 

Geistliche stärk oder erquickung 701 1. eine newe vnd lautere verwirr- vnd Zer- 
rüttung Cuc. Ägr. 60, 20. in Zier : vnd schmuckung ihres Kopffs vnd Angesichts 
128, 7. die verlier- vnd entziehung der Göttlichen Gnaden 337, 9. ein zer- 
stör- vnd Verwesung dess Leibs oder Menschen 342, 23. in erober: vnd 
Plünderung der Statt ®udm. 561 10 0. u., ebfo Cuc. Ägr. 162, 15. mit der 
mortificir Mid disciplinirung jres Leibs @)Ui^m. 535 s. auff die oberzehlte dess 
Einsidles mir beschehene erinner- vnd vnderweisung 562 4». u, zu erhalt: 
vnnd befürderung dess geistlichen vnd der Ehr Gottes Cuc. ^gr. 33, 9. zu 
probier- vnd erweisune seiner Lehr 77, 3. — SlombinoHon jmcier ©uff. : 
die streit vnd vneinigkeiten Q5u$m. 325 3 0. u. die einhell- vnnd einigkeit 
der heiligen Vätter Cuc. Ägr. 60, '^0. die einfalt oder die auffrecht- vnnd 
redligkeit 295, 3. — 2)oS QU^cfoücnc ©uffiar entfprirf)t ntrf)t bcm crl^altcnen: 
mit einer solchen Bescheiden vnnd heimbligkeit (^uiSm. 60, 3. von der fürsich : 
vnd notwendigkeit (9leg.), kDOl^l Quc^ alle faul vnnd kaltsiimigkeit 348 2 0. u. 



übte bic (Stfponing oon Slefiond« unb SUbungdfilben u. f. to. 47 

8aa. ©anbrub, Delitiae bist, et poet.(mr. 10/11). Slbj. iR.Äcc.^g.g'l. 
Gottes Heylig vnnd sdlein Seeligmachendes Wort 51 sa. als ein schändtlich, 
▼und in Gottes Wort hoch verbottenes Laster 8186. — ein vnkeasches 
mnd vnzdchtig Gemüth 113 ta. — 9(cc. @g. iD'^. zeitlich vnnd Ewigen 
schaden &3tt. 

Binfgref, au«crl. @cb. bcutftl^er ^octcn (mt. 15). m>'i ^cz.<Bq.TL 
Damit es Alt vnd Jungen Anstecket vnd verblendt 2b, 10 (Safp. SHrdiner). 

^pee, 2:tu^na($tigQL 9(bj. ^.<B^.Tt. Der schön und weisser Tag 
6, 90. Ja, mild und frommer Vater 14, 65. Ach, du so fromm und treuer 
Gott 16, 33. starck und reicher Gnadenguss 29, 251. Ein gut und 
bester Hirt 33, 48. — iR.Äcc.<Sg.9'?. so gar nichts im gleiches, hart, rauh 
oder gezwungenes, (B. LXI, 5, 3* 17 (Sott.)- Da bebet wild und zahmes Holz 
28, 89. Gross und kleines Federvieh 45, 22. Ein rein und lichtes Licht 6, 98. 
Das falb und bleiches Recht 11, 96. frisch und zartes blut 21, 46. du 
reines. Hübsch und Feines Bächlein 46, 55. du schwach und krankes Reh 
47, 87. Ei, wie so weit und breites Feld 28, 25. — ©.©Q.g. ft Reich und 
edler Herzenkunst 46, 146. — &,<Bq. \d)to, des jung und schönen Knaben 
41, 125. — !X).^.^ ft. In herb und süssem Brand 10, 144. Von weiss und 
rotem Schweiss 9, 68. Von gelb und weissem Wachs 23, 324. Mit stark und 
ftarkem Singen 28, 14. In gleich und selbem Wesen 29, 70. Mit sanft und 
lindem Saus 10, 112. Von frisch und leichtem Sinn 36, 60. — 3).<Sö.f}r. ft. 
Auf starck und steter Reis 6, 58. Mit gelind und süsser Red 49, 156! — 
£.39. fc^to. Leucht her zur hnk und rechten 11, 33. weh mir Frech und 
Stolzen 16, 102. Im kraus und hohlen Holz 20, 54. Stimmt an dem wert 
ond lieben Gott 26, 5. — acc.^g.SW. Den weiss und roten Held 10, 96. 
Den bx'hst und besten Ton 20, 18. So mild und frommen Herren 30, 80. 
Meinen frisch und neuen Athem 44, 123. was rot und guten Wein 48, 48. 
— &.^l fc^W. der hart und schweren Bürden 40, 125. — !D.$[. Was nur 
Ton wild und zahmen 31, 46. Was von Vögel, wild und zahmen 45, 23. 
In ganz und halben eben ganz, Ist ganz in gross und kleinem 51, 109. so 
för Krank- und Schwachen Dienen mag 18, 75. Mit süss und weissen Gaben 
d2, 38. Mit sanft und süssen Qualen 34, 76. Nur von doli und vollen 
Knechten 41, 37. — gleflonöl. Slbj. In Me gorm bcd (Stamme« üurücföerfe^t: 
Was hoch und schweren Tax 23, 306. — $ron. Von ein und einer Seiten 
29^ 174. In Jen und jenem Wald 21, 102. Wol manch und mancher Traub 
33, 92. Mit manch und manchem Kuss 10, 136. So manch und manchen 
Zähr 11, 300. — ©ubft. 3).<Sö.9?. fcftto. mit hinzugenahtem Ganzen Herz und 
Seelen 44, 121. — 9t«cc.$l. Ade nun, Weid und Wiesen 9, 135. alle Stund 
imd Uhren 14, 17. Ihr Cimbel, Harf und Fleiten 25, 4. Ihr Kräuter, Stand 
und Hecken 27, 74. Heil meine Wund und Masen 29, 236. Eich und Buchen 
laubenlos 45, 200. Lorber, Balsam, Palm und Myrthen 49, 226. die Strass 
und Gassen all 51, 149. — &,^l Der Perl und Edelsteinen 28, 193. — 
^.^ in den Sprung- Reim oder Versen <B. LXI, 5, 3* '^'^ (33orr.). mit beiden 
Füss und Armen 48, 133. An Händen, Füss und Hüften 1, 27. Ab falber 
Stim und Wangen, Füss, Händen, marmorweiss 9, 65. Von Bäum zun Bäumen 
springet 1, 53. In Feld und Waiden singet 1, 55. Mit Spiessen, Beil und 
Barten 9, 95. Leucht her mit Striem und Strahlen 11, 37. Mit seinen Strahl 
und Pfeilen 23, 165. in Kett und Banden 11, 382. V(m Mensch und Menschen- 
kinden 21, 155. Mit Harfen, Laut und Geigen 24, 43. Trutz euch allen Pfeif 
und Geigen 49, 47. von Zeit in Zeiten 29, 266. Es liebet Schaf und Hirten 
Das hirtisch Kindelein 33, 33. Mit wilden Low und Bären 33, 77. an Tann 
und Linden 33, 89. An keinen Ort noch Plätzen 34, 48. Bei meinen Schaf 
und Geissen 34, 98. Mit bunten Füss und Sporen 36, 125. In hohlen Wald 
und Kluften, Feld, Wiesen, Berg und Thal, Auf müden Bein und Hüften 
97, 5. zu meinen Qual und Feinen 43, 259. von Bären, Wolf und Hunden 
44, 36. bedeckt mit Dorn und Weiden 45, 175. Rasten auf den Äst und 



48 aßili^elm ©tegltd^, 

Zweigen 49, 45, — ®cmclnf. @nb. bei ben erften ©üebcm 5»clcr Slomp.: bei 
dem Sonn- und Sternenschein 26, 11. An Buch- und Eschenlaub 33, 90. 
seel- und kräftenlos 43, 422. — ©erb. Qnf. Gehn spielen, scherz und 
schimpfen 8, 24. Mein stetes Heul- und Klagen 11, 305. — ©telgernngöfuff. 
^ompor. Erdenkt noch schön und schöner Weis 5, 83. Viel weiss und 
bleicher als der Mon 38, 11. — @uperl. Er sechster selb und sieben 51, 18. 

— Slbberblalfuff. Bist nun in und aussen rot 47, 147. — Äbjectlbfuff. -bar: 
trank und essbar 51, 39. — «^ubftontibfuff. !Die beiben (Suff, ftnb ntc^t g(ei4: 
Dein Schön und Lieblichkeit 13, 34. Lauter Süss- und Lieblichkeit 18, 74. 

— QJemeinf . ©uff. bei btn erften ©ücbent jmeler Ä'omp. : Ich zun oft und ofter- 
malen 43, 345, ebfo 43, 347. 

^etnr. Albert, Strien (^bi. 44/47). ^ron. poff. Hier zwischen mein- 
und jenem Vieh' V, 17, 6, 4 ((S. ^^ad)). Sein und unsrer Feinde Thor VllI, 
12, 5, 6 (@. 3).). — ©ubft. &m.<BQM.^. Bin ich Glück vnd Reichthumbs 
voll II, 12, 5, 6. — 3)at.^l. Feld- vnd Wäldern VI, 14, 2, 5 (ß^rift. Sßilfom). 

— QJemetnfamfett bcr J^ofu^filben bei ben erften ©liebem bon itomp. : Die 
beste Seel- \Tid Augenweide III, 2 1, 2 (i)Qd)). Ihr Ficht- vnd Linden- 
Bäum' alihie V, 17, 6, 2 (2)ad^). — @uff. Slbberblolfuff . -wärts : mit geschwin- 
den Noten auff- oder abwärts <B. 35 15 t). u. (S3orr. 5U II). — Slbjectlbfuff. -lieh: 
Geist- vnd Weltliche Lieder @. 3i6t). u. (Sorr. 5U I), ebfo @. 33 le d. u. 
Für Fürst- und Königlichen Pracht VII, 1, 6, 2 (2)ac^). 

3r lern tu 9. 9lbj. ^cc.(Bq.'^. der Gut und Böses nimmt $oet. Sföälb. IV, 
50, 39. ein süss und liebhches Getöne ^. 3ß. V, 10, 2. — ^ron. poff. in 
mein- und seinem Herzen Ob. IV, 36, 12. von mein und ihrem Herzen 
@on. IV, 12, 3. dieser dein- und unsrer Not Ob. V, 5, 4. dein und meiner 
Lieben ^. SB. IV, 53, 455. zu mein und deinen Ehren $. 3ß. IV, 61, 61. 

— Inbef. ein solch und solcher Man % 333. IV, 46, 75. — ©ubft. ®en.(5g. 
3W. Leid und Ächzens voll Ob. II, 3, 21. — 9^om. Slcc.^L auf den die ganze 
Welt nun Aug' und Ohren hat ^. 2Ö. IV, 53, 65. hältst Ohr- und Augen zu 
Ob. V, 20, 24 bögt. ©on. 1, 3, 10. Au' und Gärten werden jünger Ob. III, 
17, 39. den Hirt- und Herden scheuen Ob. IV, 5, 11. — S)Qt.$L arm an 
Blitz und Keilen % Sß. III, 6, 273. in Luft- und Klüften $. 2Ö. IV, 54, 148. 
Ich schwöre bei den Flitz' und Pfeilen Ob. V, 18, 19. — 3)te QU^gefattenc 
Gnb. ftimmt nlc^t genau 5U ber erhaltenen: lass Türck- und Tartern stark an 
ihrer Schwäche sein ^. So. IV, 54, 159. an Seel' und Leibern ^. 2ß. III, 
6, 329. — ©nbung -ei : reisst Pol und Aklei aus ^. So. IV, 23, 59. — ©enictnf . 
®nb. bei ben erften ö)llcbern 5tt)clcr J^omp.: die Sonn- und Mondenpferde % 2Ö. 
IV, 5, 2. — Lieb- und Gegenliebesschein Ob. HI, 19, 47. — 33erb. ftn. 
Wir solt- und musten sclieiden ^^3. So. IV, 35, 35. — Slbjectlbfuff. -lieh: 
was gött- und menschlich ist ^. 2Ö. III, 2, 44. glück- und fröhlich Ob. 
III, 22, 15. 

8(b. Olearlu«, 9^cue orlent. 9^elfebefd)rclbun9. 9(bj. «cc.^g.iR. 
auff solch feindlich vnd bosshafftes angeben ^acf. III, 1, 676 lo. — für ein 
kluges vnd rühmlich Stücke schätzen 673, 32. — iD.i^g.SW. auff geel und 
schwartzem Taffet $J9?C. 28, 267, 7. — $).^(. in allen Ständen, so wol Geist- 
als Weltlichen, hohen vnd niedrigen, Mann vnd Weibes, jung vnd alten 
Personen 35Jacf. 678, 36. in seiden damaschen rolh und geelen Röcken iJ^JiC. 
263, 37. mit vier silbern und vergüldeten . . . Seulen 256, 26. — ©emctnf. 
©üb. bei erften ©Hebern bon ^omp.: an Mann vnd Weibes Personen $öacf. 
683, 13, bögl. 696, 13. 678, 38. — Slbj.Suff. -lieh: f. 0.; Erb- vnd Eigen- 
tümlich begnadiget 676, 5. 

3Wofd)erofd). <Subft. ^cc.^l. damit solches auff Kind vnd Kinds 
Kinder kommen möge ^n\, Gura ^arent. 74i {"Jlbx. 108/9). — ©emelnf. (5nb. 
bei erften &ütbtm bon Somp. : vor Fewer vnd Wassersnoth 91 15. weder in 
Leib noch Lebens Gefahr 61 1 . ob sie ein Mann- oder Weibsbild wäre ^ad. 
III, 653, 32 (^^11. b. ®ltt.). — <3ubft @uff. -schaft : auff Brüder- vnnd Schwäger- 



Übtz bit Chfpantng ooii glqrione« unb 13Ubungi»tUben u. f. to. 49 

schafilen 92bT. 64t». vnder dem betrieglichen Schein der Freund- und Schwäger- 
schafft 135 1. 

3cfcn, abriat. Slofcmunb (Siibr. 16ö3i. i«,'3(cc.:59.^. ein frisch- 
and lustiges gemühte Is. ein trau- und aufrüchtiges gemüht 134 3 0. u. ein 
überaus belihbt- und schönes Fräulein 130 it. ein rächt-gut- und schwäster- 
bches erhöhten 153 10 ». h. ein über-aus-grohss- und prächtiges gebäue 1(56 :> ». u. 

— X'.3g.3R.9?. ft von weiss- und schwarzem marmel 43 u ». u. mit schwarz- 
ond weissem marmel gepflastert 190i4. — ^I^ot^g. f(^n). in keinem alt- und 
erkalteten, in keinem trähg- und verdrossenen harzen Tö. mit einem rein- 
imd lauteren harzen 1744 0. u. auf dem rächt- und vihrten teile des Marks- 
plazzes 159 10 0. a. in der roht- und blauen tracht 77 «0. — Äcc.(29.i)l. den 
weiss- und gälben koht 221 1 0. u. — Äcc.^l. sich . . . auf di nähest-gelägene 
wuhst' und öden einländer begaben 154 t«. — ©en.'JJl. die zakken der schwarz- 
ond rohten korallen 1899 ». u. — 2)Qt.^l. mit einem kränze von roht- und weissen 
roiien 94 2 ». u. mit roht- und weissen marmelsteinem plähtlein 157 9 ». u. — 
"Bnm. pofl. I)u mein- und deiner Zeit geehrtes Sonnen-lücht 2i5 4D. u. ihr- 
and unsrem Gott* 231 1». — ®ubft. ®cmeinf. (htb. bei ben crftcn ©liebem ,peicr 
Üomp. : beides an gemüht- und leibes-gaben 2643. — 33erb. '^ort. i^röt. der 
»pihl- und sün$[enden geselschaft 101 1». — Stelgenmgöfuff. Äonipor. noch 
währt- und höher hält 239, 338. — 3upcrl. in den alier-schön- und lustigsten 
iandschaften 154 is. — 9bt)erbialfuff. schön von auss- und innen 251«5. — 
^bjecttufuff. -wendig: so wohl aus- als inwändig 159 1 » u. — -lieh: eine 
feine bewähg- und klähphche weise 100 7 0. u. am Kaiserlichen, an fürst- 
and gräflichen Höfen 204 13 ». u.. QÖnl. 205 5 I8 ». u. so vil als mehr immer 
mansch- und mühglich wäre 98 1«». mehr fräund- als feindlich 120 13 ». u. 
raht- und tähtlich 133t. welches si täht- und würklich marken lasset 
173 10 ». B. — -ig: dass eines manschen libe hast- und häftiger wäre l.'iTie. 

— iod aufitflffaUene 3uff. ftimmt nid)t flcnau ju bem er^oltencn: so vihl 
eüld- und silberne bächcher 163 \s ». u. — 2ubftQntit)fuff. -schaft: meiner 
gesel- und kimdschaft 44t. — -ung: solcher unbilligen verschreib- und ver- 
pflöchtung 107 8». u. wähl- sazz- und behorschung ihres Stat-wäsens 1732 0. u. 
entweder zur zahl- oder Verantwortung 191 6 d. u. eine so jählige ver- 
zükk- und vergeislerung 143 4 x>. u. — -mne: cli ädlen Doutschinnen, die 
lihblichen Muld- und Eibinnen 12 12 d. u. wi di Hinimelinne, Lust- und Klu- 
ginne 12314». u. 

3lnbr. Q5rt)p^iui^. 9(bj. "Jiom.^g.SÖi. Kein feig und frembder schützt 
£mau unb J]^teTtQgdfonn. I, 30, 13. Der Herren bereitwilligst- und ver- 
ptlichtester Diener ^orrib. 54 u (t'Jbr. 3|. — 3ubft. @en.3fl.lll.^V. geist' und 
mutt' und eyvers vol 3onn. I, 4, 2. Der geitz und rasens voll manch schafT 
zu tode krüncket II, 16, 4. — 'D'^.^tcc.'l^l. sind so viel sinult undt schandon 
Gantz f»hne straf verübt 3onn. I, (>3, 4. seuch iibor seiu lu'n hockt l, 57, 10. 
Wir sehen sehr gerne (^oma»di und TragaMÜen ^.^. 3ouent5 1-^ »* i'Vbr. ♦►). — 
Xöt. "Pl. hat mich mit Eyd und Thränen versichert .f>orv. 2". 12 4 0. u. — 
Xk au0()efoUeiie Chtb. ftimmt nidit ^maii 5U bcr erhaltenen: l'nd stossen <>nt 
an Felss und Disteln an ti^ad. 11, 328, 18. — 2iibft. 2uff. -heit : (► iin- 
vervtand! o blindt-! o eytelheitt! Bonn. 1, 40, »5. 

\fOßou, 3innflebid)te. ^bj. ^(cc.Sq.'^^ n<'>s* und (Jutrs kann er kennen 
*Ja«f. II, 310 23. — D^M. Hös- und Guten dienstbar lohen «lUV. 2s 1(J1, 

9ü, 6. — 3ubft. ^CCi^l. Schul- und Kirchen aufTgeri«htet Srhul und 

Kirchen gantz vernichtet »9^t». 189, 265. 

:6cnuöflärtlein r)lbx, 8*;9 . V(^j. 'J^Sn.')?. <) Hossheii vt»ll und falsches 

(ilörke |87«t ((VJrefflinfier». Dir falseh und wildes (Üücke (hr 187 4 p. «. 

Wlfffl.'. — Tot i<l. Hässlirhen, Schlechten. Kintälti;:- vnd Annen :54m WürlUfl». 

— 3ubft. ^J^iU. stärker n(»ch als <iul vntl Geld, Kisen. WatT- und Wehren 
19*>2». u.(<>>ör.). — r.iJl. bev Sehaaf und Ziejn-n 84i (t^ojrttlnnberi. vor viel 
Jalir und Tagen 115i«. — (yieineinf. Cfnb. bei erften (vJüebcrn uor Monip. : ein 

af^«. 111. ^ 



50 9BlI^cIm ©tcßllc^, 

Dirn- und Damenputzer 63 7 ». u. f®ör.). nach dem Sund- und Buhlen-spiel 
1959 (öJreffL). — 33er6. ©ubftant. 9[nf. mit Nag vnd Zagen wird vmbgeben 
72 19. — 5lbjcctit)fuff. -lieh: so viel jhm immer Mensch- vnd müglich ist 62 15 b. u. 
(©örlno). bar: müst auch straff- vnnd scheltbar seyn 20t)i8 (fjlncfctt^.)- 

Söaltl^. (Bd)ilpp, Slbj. IDQt.^I. nicht in silbern oder güldenen, sondern 
in irdischen Gefässen 'Bad. lll, 1, 726, 34. — Oubft. (3tn.(B^M. der Kinder 
Noa, Sem, Cham und Japhets Vatter Söacf. III, 1, 7G5, 20. — ^cc.^-Pl. sie 
berauben ihre Weib vnd Kinder 710, 35. — ^at.^I. von Stöss und Schlägen 
712, 9. mit soviel Geschenk vnd Gaben beladen 762, 19. — zu den West- 
phälischen Mammen, oder Braunschweiger Wurst 760, 32. — 2)ic crl^altcnc 
6n5. gehört jum ©tamm: diese oder jene Provintz mit Ross und Wägen 
durchzureisen 756, 34. — $)ie QU^gefoUcnc @nb. ftimmt ntt^t genau au bcr 
erhaltenen: so voll von . . . Dieb und Strassenräubern 728, 33. — öateln. 
@nb.: da aus einem Saul ein Paulus wurde 703, 35. 

3c^mieger, gel^arn. SBenuö {^t>x, 74/75). ^bj. ^at.p. In' den wild- 
und wüsten Gründen IV, 7, 5, 1. — ^ron. poff. Hey dein- und meiner treuen 
Brust I, 9,8,4. — @ubft. !Die erhaltene (5nb. gehört jum @tamm: das Gött- 
und Väter zwinget IV, 1, 1, 1. — SBerb. Qnf. weiss zu streiten, krieg- und 
siegen, (S. 11 ai. — ^art. präf. Du kanst nicht schlaff- nicht wachend 
sein II, 9, 3, 3. — 9(bb. und alles drunt- und drüber gehen I, 9, 5, 6. — Slbject. 
(Suff. Kombination jmcler (Suff.* sind deines Nahmens Ruhm zu fällen ver- 
räht- und mörderlich gemeint IV, 6, 3, 6. 

Sing, ©ilefiu^, G^criib. Söanberömann. (Subft Srcc.®g.3)l. So 
wenig wirst u dort den mensch am menschen kennen 1, 24, 2. — 'i^at- ^l, 
vor Zeit und Tagen V, 90, 2. — SubftantibfufT. -schaft : die gäntzliche Kind- 
oder Sohnschafft ©. 11. Die widergiltliche Kind- und Vatterschaft I, 256. 

Öol^enftein. Slbj. 9?om.<3g.9Ji. ein leer und blosser Traum ®op^. II, 
333. — 9eom. 2rcc.(Sg.9?. Verflucht- und falsches Volk! 6lcop. 11, 1253. 
Auf ein von Scham entfernt- und Treue-leeres Weib (Bopf). IV, 413. — Irdisches 
und Sterblich Volk SÖßacf. II, 419, 26. — öen. <Sg. fc^m. Durch die des warm 
und kalten Unterscheid . . . Die Speiss und Tranck des Nass- und Trocknen 
zu geniessen Q|br. 95. IV, 375. — ^at. ^l. Mit Körner-leer- und tauben 
Hülsen 3br. (B. II, 618. — ^ron. poff, auf dein- und unsern Grauss (SIcop. 

I, 306. — !J)ie erhaltene (Snb, gehört Aum (Stamm: Die Wahrheit steht auf 
sein-, das Recht auf unser Seiten V, 3814. — (Subft. (iJ.®g.3Ji. ein Stiffter 
Mord- und Brandes ^bx. (Salt. IV, 511. Ist unsre Marmel-Haut nicht Stich 
und Gifftes wert Gleop. V, 3672. — "iflMccMßl wir opfern Thrän und Zehren 
(5leop. II, 1501. Die Lästerung sieht auch an Sonnen Fleck und Schatten 
(Sopi in, 223. Auf was für Syrt- und Scyllen IV, 401. Begierde sieht 
Comet- offt auch für Sonnen an IV, 231. — i), Gg. Aleides hat am Riesen, 
Am Low und Schlangen nicht mehr Hertz und Krafft erwiesen (Sop^. IV, 
289. — 2).^l. als Stadt- und Thürmen gleichte Glcop. I, 91. auf Thürm und 
Mauren gehn <Bopf). V, 102. Von Palmen und Gel-Zweig- und Mirten (Eteop. 

II, 1777. Mit Fleck und Farben spielen V, 3987. in Flamm' und Bränden 
Gop^. I, 416. Nach überwundnen Schlang- und Riesen IV, 510. auf Lilj' und 
Brüsten III, 358. — !Dtc @nb. bcö jtüclteu <3ubft. gehört jum (Stamm: Was 
er auff so viel Thrän und Seufflzen uns nicht giebt 9tgripp. 111, 203. aus 
Band- und Eisen (Sop^. V, 367 u. ö. — 3)ie auögefaücnc Gnb. ftimmt nirf)t 
genau 5U bcr erfjalteuen: der Eich- und Cedern bricht Gleop. V, 4020. ihn 
mit Myrth- und Lorbern kräntzet Qbr. (S., i^rol. 84, öl^nl. Gleop. V, 4236. 
den Feind und Göltern fluchen (Jlcop. V, 3609. Die Sonne giebt auch Erd- 
und Nebeln (ilantz und Schein Qbr. ©. III, 492. — Sfafuöcnb. bei fremben 
(Eigennamen : Dass Ptolomeens Stamm Aleid- und Dionysen Zu seinen Ahnen 
hat (Steop. V, 3502. Betrachte Masiniss- und Sophonisbens Thaten ^opl). 
5i}ibm. Gib, Göttin, Sophonisb- und Masinissen Glücke 111, 97; ferner 85. 131. 
Nur Poppe' und Nerons Liebe 9tgr. IV, 433. — ©emetnfante ©nb. bei ben 



über bie Chrfparung oon gteariond^ unb ^Ubung^ftlben u.f. m. 51 

erften OJliebcm jmcler Äomp. : Der Sieg- und Liebes-Frucht zusammen erntet 
ein Glcop. IV, 3276. — Ihr todtes Anlitz hegt noch Held- und Fürsten-Striche 
V, 3901. Aus Basilisk- und Drachen-Augen <Sopl^. I, 565. Mohr- und Egypten- 
land Y, 044. — ist Lohn- nicht Straffens-werth Qbr. <3. V, 89. Frag- und 
Zweiffelns werth V, 823. — Cotcin. Qnb, Den Mel- und Manlins (fpid). I, 522. 

— 3kTb. 3nf. Wie der VerzweifTelle noch höhn- und trotzen kann v3op§. 111, 
31 ?5. Des Sultans Liebes-Saaten Nicht pflantz- noch pflegen könn ;3br. ®. 
111, 454. — ^art. ^5räf. Ras- und Wütenden Qbr. ®. V, 107. — S3crb. pn. 
Was wart- und zweiffeln wir? Qbx. <S. V, 382. — (SupcrlQtibfuff. Die keusch- 
and kälteten brennen J$br. (3. I, 379. — Slbbcrbtolfuff. -wärts: bald recht- 
bald linckwerts (Sleop. I, 1507. — Slbjcctiöfuff. licli: Mann- und Weibliches 
(ieschleohts 2op§. I, 378 3(nm. die Männer in weib- die Weiber in männ- 

lii'hen Kleidern ebb. bar: ihr dienst- und zinsbar GIcop. IV, 2983. — 

-isch: des Mauritan- und Numidischen Königs Sohn CSIcop. 4046 %nm. 
Zembl- und Caspisch Riss ®op^. IV, 371. — -ig: Weil er sein Werck ge- 
heim, eilfert- und wichtig hält Glcop. I, 586. ern : ein stähl- und steinern 

Hertze Qbr. 33. II, 125. — ©cibc ©uff. fttmmcn nid)t flcnou übcrcin : die Gold- 
und silberne Müntze Qbr. (5. V, 232 5(nm. Ein Seid und Hanffen Strick, 
ein püld- und rostern Schwerdt ©ptcf). V, 693. — ®ubft. (Suff, -heit: für 

Blind- und Thorheit ^bx. 3. I, 71. schaft : Freund- und Schwägerschaffl 

(ileop. L ^'^l. ung: von seiner zerfleisch- und wider-zusammensätzung 

^nm. ju CSleop. 2(J44. Verläumbd- und Dräuung zu vermischen (5pic^. IV, 188. 

— -er: dass ein Verdammter offt noch Rieht- und Henckers lachet Qbr. 
3. II, 296. — Kombination ^njcicr Guff.: durch Geschick- und Annehmlich- 
keil 3bt. ©. I, 378 2lnm. — ©uff. bei Öonbcts u. 33ölfcmQmcn : Arab-Arme- 
nien. der Med- und Parther Land CSleop. I, 729. als er Pers und Indien nam 
ein V. 4067. 

ÖrimmcUl^aufen, (Simpliciffimuö [mx, 19y25). Slbj. i«.?tcc.(^8.9e. 
weder klein noch grosses 253t. soviel närrisch und unsinniges Gesind 144»7. 
durch mein gewöjmlich, obzwar verbotenes Mittel 141»©. ein so hurtig, 
geschicktes und lleissiges Mensch 518»». — ÖJ.^g.fJ. grausam- und jämmer- 
licher Wfise 177«:.. ~ ÜJ.'Sg 3)^ mit allerhand nothwendigem Vorrath, auch 
gross und kleinem Viehe 404«6. — S).*^!. in lauter wiewol groben, jedoch r 
mnmüthig- und holdseeligen Goldsorten 48637. — $ron. lasset sich aber in 
dessen ein und anderer der Hülsen genügen 470»i. und richtete ein und 
anders zu 234«. worzu ein und andres gut war 313«, fem. 254«.-,. 518«. 
etwan an ein oder anderm Ort 239 1:. zu ein- und andrer Würde zuge- 
langen 49*. dass es ein oder andern verdross 236 1:.. ein als den andern Weg 
M^% ebfo 353«7. — (2ub|t. Stecht, alle Tugend- und Würckungen 243.$. — 
<^metnfanie ^nb. bei elften (^Hebern t)on ^omp.: auch oflt nicht ohn Leib- 
und Lebens-Gefahr 135sh, fo noc^ 150 1« 319 10 u. ö. bey Leib- und Lebens- 
strafTe verboten 153i«, ebfo 280 1». Slbjectiöfuff. -wendig: gleichsam in- und 
ausswendig 15S««. — -lieh: die Geist- und Weltliche Vorsteher und Häupter 
der Christlichen Völcker 214..». beydes Leib und (ieistlicher Weise 4713«. 
mehr schäd- als nützlich 352^. weder schrillt- noch mündlich 5810. — 
-isrh: keine WafTen wider die Schwed- und Hessische zutragen 254 u. — 
2ubftQntit)fuff. -schaft: nicht allein Kund- sondern auch gar HrüderschalU 3934. 
— -ung: an meines seel. Hertzbruders Weissag- und Warnung ITüi — Ö5e« 
meinforne^ 3uff. bei ben erften ®lic5ern ^tüeier Slomp.: so wol in- als ausser- 
halb der Vestung 260 si. 

(il^rift. SGÖeife, b. brcl ätflften (5r.snarreu (^r. 12/14). ^Jlbj. ^Icc.Sö.iR. 
in »ein zeitlich und ewigs Verderben 1234 ». u. — ^J^'Pt. die Venetianisch- 
und Genuesischen Patritii 50od, u. — 3ubft. W.^g.'D^^J^ von (iott und 
Rechtswegen 122 7. — Wenieinfame Cfnbunjj bei erften öJliebern bon .Vlomp.: 
m Leib- und Lebens Gefahr 1027, ebfo 225 13 d. u. 

3ie9ler, «fiot. «onlfe i9tm. 37 H). ^bj. 3:Qt.3fl. fdno. von roth- und 



52 SB. ©tcfllit^/ Über blc (Erfporunö öon &Ici*iond» unb ^bungfiftlbcn u. f. ». 

gelben Damast 132, 28. in einem blau- und güldenen kyrass 340, 11. — 
ÄCC^g-SW. einen so herrlich- und blutigen sieg 367, 9. — @)en.^l. Eine grosse 
Menge Griechisch- und Römischer Cavalliere 450, 3. — <5ubft. iRom.Slcc.^L 
Die in dem hertzen peitsch' und scorpionen seyn 420, 44. Schliest aug' und 
sinnen mir 442, 20. — 2)Qt.$L erweckte in freund- uud feinden ein ungemeines 
trauren 145, 19. — ©cmetnfamc @nb. bei erften QJltebern bon Äomp.: Lieb- 
und lebens-geschichte Printz Balacins 95, 6. mit leib- und lebensgefahr 
253, 14. bey leib- und lebensstraffe 330, 7, cbfo 838, 18. — SlbbcrbialfuR. 
in- oder ausser landes 95, 35. — ^bjectibfuff. -wendig: aus- und inwendig 

132, 26. lieh ; König- und Väterlicher gnade 57, 23. durch ihre beweg- und 

klägliche stimme 116, 32. ein so abscheu- und düsterlich geschrey 143, 15. 
viel eher beförder- als hinderlich 234, 2. so wohl ein zier- als nützliches 

ansehen 290, 30. aufs künst- imd köstlichste gezieret 387, 39. bar: eine 

sonder- und wunderbare augen-lust 133, 1, ebfo 206, 2. 373, 26. ig: ein 

verdächt- und mächtiger nachbar 278, 17. — OubftQntibfuff. -heit: wegen 
ihrer bunten schön- und Seltenheit 131, 39. — -ung: durch grausamste 
blutstürtz- und Verwüstung 24, 1. liebe, verwunder- und bestürtzung 119, 27. 
nicht so wohl zu beschirm- als würcklicher bekriegung dieses allgemeinen 
feindes 278, 6. in erhalt- und Verbesserung unserer grund-gesetze 278, 37. 
— Satetn. @nb. Wie Theodos und die Honoria 451, 17. 

9?cuflr4, 9lu«er[efene @ebld)te. Slbj. ^i.Slcc.^g.i«. Ihr hart und 
kaltes hertz I, 254. Als mein getreu, doch frisches blut 401 lo. — 3). ©g. 
ft^to. er geht zum schwartz- vom weissen 224 n. In der entseelt- und be- 
seeleten brüst 291t». — ^cc. @0.3Ji. Den fremd und kühnen Gast 175 19. — 
2).p. mit bestürtzt- und blassen Augen 60 1 (9^euf.). — @ubft. ©.©g.SW. 
Nicht Durst und Hungers sterben 3966. — 9^om. ^CC.^L, @nb. -en: Der 
sonnen heisse glut auch kröt' und molchun heckt 160«. Der schnee ward 
funck und flammen 248 18 ». u. (Cl&ft.)- Lüg' und rubinen 336 u. — (Snb. -er: 
Sollen feld- und wälder sprechen III, 826. — 2)Qt. $(., @nb. -en: zu thier 
und wölffen I, 140i«. in wenig stund und tagen 188 1 (9icuf.). aus griff und 
küssen 389it (9ieuf.) — @nb. -ern: mit bild und büchern 19H 9 ,,. „. _ ©emeht« 
fQme Qnb. bei bcn erften ö)Itebem ^mcter Slfomp.: durch feur- und wassers- 
flut 54to (9?euf.). — 2)ic QudgefaQcne @nb. ftimmt nid^t genau mit bcr erhaltenen 
übcreln: Wie schlang und naltern auch an baisam- Stauden hängen 111 1 d u 
(9?euf.). — Catein. mb. Als Schott- und Lemmius 202 1«. — SIbberbtalfuff! 
-wärts: kan vor- und rückwärts blitzen 187 ts. — S^omparatibfuff. desto 
schön- und holder zu erscheinen 275 e ». u. (C^ft.). — 3lbjectlt)fuR. -lieh: Ob 
ich dein wesen soll gött- oder menschlich nennen 158. — 3)ie bciben 3uff. 
ftnb nidjtt gletc^: aus gold- und silbern schusseln III, 106 7. — vSubftanttbfu|t. 

-heit: sind schwach- und dunckelheiten I, 229? d. u. in: Dich gött- und 

priesterin zu heissen 377*. 



Materialien jnx nendot^beutfr^eu lOortbilbung. 



2. Die neuljodjbeutfdjen ADoerbia auf -lings. 

Sugen SSautngartner. 

3R\t biefem fta))tte( ber beutfc^en ®ratntnattt betrete tc^ ein bebtet, 
bad jmar fc^on burc^ftreift, boc^ noc^ nic^t DöQig erforfc^t morben iji. 
SBo^l ^aben bie @rimm'fc^e ©rammattl unb bad SBörterbuc^ fel^r me(e 
bifKT in unferer Sc^riftfprac^e im ?lbfterben begriffenen Slböerbien ange* 
fü^rt, bo(^ feine l^iftorifc^e Sntmictiung gegeben, ßbenfomentg ift 
3. fiel^retn in feiner ©rammattf be« XVI. unb XVII. Sal^rl^unbert^ 
nä^ borauf eingegangen. SSilmannd mibmet il^nen ein längered Kapitel, 
betont aber me^r bie aiU unb mitte(^oci|beutfci|en t^ormen, o^ne auf ben 
Übergang ind iReu^oc^beutfc^e nö^er einjugel^en. SBeinl^oIb gäl^It einige 
biefer 9bt)erbien auf in ber atemannifd^en unb bairifc^en ®rammattf. — 
So ift alfo ber Smd ber t)or(iegenben %b^anb(ung, einen Überblid ju 
grben fiber bie im ^lU, ^IxtteU unb S^eu^oc^beutfc^en Dortommenben 
9teerbien auf -lings, unb beren gefc^iditlic^e Sntmidfung Dom Slt^oc^^ 
betttfc^ bid gur heutigen Sc^riftfprac^e ; baran anfc^Iiegenb l^abe ic^ bie 
in ben ^tigen 3Kunbarten Dorlommenben beigefügt, um ben Unterfc^ieb 
fejijufteDen, ber noc^ ^eute jmifd^en @ci|rift)prac^e unb ^ia(ett einerfeitd 
unb in ben 2)ia(eften fclbft anbcrerfcitd l^errfc^t. — SBenn ber 3*^^^^ 
bitfer Arbeit, eine erfc^öpfenbe SJarftcHung ju geben, nic^t erreicht mirb, 
fo liegt ber ®runb in erfter !^inie in ber Unmög(ici|feit, bod gefamte, 
fe^r reichhaltige 9)2aterial unferer fiitteratur unb ade ^ia(efte ju umfaffen. 

1. ^te SRaterialten. 

anderlinge altrinsecus. Xiefenbod), glofforium noDum (atino^germ. 
(fjianffurt 1867): 18*: anderlinge — altrinsecus, ouö einem i^ocob. ü. 1420. 
<btr. öon 3d)röer 1859). (bßl. bad nleber(änblfd)C onderling -- bcijbcrfcitig, in 
«ramer'ii nbl. mb. Don 1719. II. 33anb. <3. 39 c. 

arawingün frustra. 3telnmei)€r u. <3icDcrö: I. 3. 1411/147: .J)rabQnifd)* 
S)nronif(^ 3tppe: arouuingun iCSobex* pariflnuö); arouuin;;nn Kobcy 3. OJalll 
1*11»; aruuingoin icobey CSaroI<«ni6. ^ug. C. \\)} aruingun (Cirm. 5153»). — 
ibib. I. 3. 17G/177: frustra : - arauuingun (CObCf portf.j; arouuinkun (3. Wolll 
i*ll . — ibib. ©onb 11. 3. 330, Acilc lU: gratis . aiia Um aruuingon. 
92». .5, 42. 4.3) 42. $>icroimmuö in üüiatöäum. Chn. 19. (409). — ibib. 1 30<>, 3. 46: 
gratis - *aravingun a 5»; arauvingun h 12»»; arawingün q237'^; araumgun 

» a -= Cnm IH 140; h = cobcr ^Ptnbob. 272:5; r = cob. ^Mnbob. 27:X2; d = cobcr 
fiotiüic. 103; e = Glm 13UI2; q = «Im -22201. - 



54 (Sußcn SaumßQrtner, 

c 14*; arauingun d 46*; arauuinge e 217**, — - 9^otfcrö ©c^riftcrt ^r. 
t). $aul "^Ipzx, grcl5ur0^3:ü6lnöen 1882. SBanb II, @. 5: „Et populi meditati 
sunt inania . id est frustra? ünde ziu dähton sine liüte ardingun (^folm: 
II, 1). Ibtb. 33Qilb II. @. 23. 3ßllc 5: ,.unde si6 uuänent alliü dinch temere 
geschßlien unde fortuito. daz chit stuzzelingun unde ardingun.*' (^^3fQlm 
9, 2.) 3m 3DU^b. pnb bcibc formen nlcftt bor^anben. 

arfligen, ärfligen mit tioUen ^rmcn. ©c^ttjclj. QS^loticon I, (Sp. 444: 
„Arflige =r per cumulos, ^oufcumciic". Obtoticon ©cmcnfc). — 

aerschlings rüdfiüörtig. aj 3m TÜ)b. btc gorm: erslingen (Dgl. Scjer 
Syil^b. 2ötb. I. „erslingen gen dem viure gän". af)b. 3ölb. b. ®r. „ich will 
mich ersling von euch wenden, das man mir kein pos wort thut nach- 
senden: gQftnad)tfpiclc bc« XV. 3^bt«., l^cr. b. 21. S^eßcr 1853 (5. 561, 25 
(bgl. ßcjrcr I. 672. ®rimm 2ötb. I. 567). — arschling retrogradus in 
einem SSocobuIor be« XV. S^btö. in granff. o. Tl. erfrfjiencn. (SBgL 2)icfcn* 
boc^ unb SBüldfer 33ßtb.); „so sein etleich fraun, die arsling umh die kirchen 
gen und haissen die totten aufsten" in S3lnt(erö ©(unten bcr ^ugcnb (1486 
gebrutft), ^erauög. t). Singerte, ^nnöbrudf 1874 S5crig 7926. — „und an der 
rauchnacht wirfet man die schuech, als ich gehört han, über das haupt ars- 
lingin, und wo sich der spitz cheret hin, da sol der mensch peleiben'*. 
iblb. S5cif.« 7 940. — ärschlich für tüdfwärtö gebraucht bie ©erjogin (Eleonore 
in i^rer Überfcöung bon Pontus u. Sidonia (c. 1480) LI (bgl. ßejcr ^&th, 9^Qcfttrg.) 

— „Wer dich erschlich gen Rom trüg und herwieder und setzte dich ohn- 
gefähr einmal unsanft nider, so w^äre es alles verloren", ^gricola, @prid)tD. 
131. ^ogcnom 1529, l^cr. t). Cotcnborf 1862. (bgl. ©onberö @rgänä.s^tb.). 

— „eine Stiegen aerssling abgeschossen" 45b in (Simon (St^aibenreifecrd 
Obl)ffea, Slugöburg 1538 (ügl. (Sonbcrö 2Btb. I. 46.), — „so geht beyde 
ärsling hinaus" |)Qn§ Soc^l, (it. ©er. 37, 200; — „und steigt auch ärsling 
auf die dillen" 37, 201. — „er hett mir arschling nah muessen tantzen". 
40, 368. — „der geh' aerschling die stiegen nauff" 17. 321. 16. „und fall 
aerschling die stiegen nah". 17. 321. 21 (ögl. „53eiträge ju einer ^onö-^Sorf^ö^ 
©rommotif ", fjreiburgcr 2)iffcrtQtion bon Sllbrec^t.). — „die plumpen schlagen 
rad auf rad, und stürzen aerschlings in die hülle" @)oet^ed S^uft II. 
5. mt 33. 11. 737. (SBelmarer Sluög. XV. 1, 322.). — „müssten all aersch- 
lings zum teufel gen" ©oetl^e: @in gfoftnacfttfpiel bom ^ater ©ret)* XVI. 59. — 
ärschlincs bei ^ol^n, Tltxtt 5. beutfd)cn ©olfötum 1833. @. 149. ©efommt- 
5Berfc ($or 1883) IL 2, ©eite 581: „Eine Stromfeste darf nicht ärschlings 
am Wasser liegen oder wie der Biber mit dem Schwanz im Wasser sitzen. 
Zwischen sich muss sie den Strom rittlings haben und durch eine Brücken- 
stadt bebrücken", b) S)iefenbQ(^ nov. glossar. (1867): „retrogradus r= arsch- 
ling" QUO einem 33ocab. ex quo: dh. 1737 bcr fjronff. !Domlnifanerbib(iot^f. * 
„aerschling u. aerschlings obt).: cessim, recessim; aerschling 
gehn —^ regredi, .,die Krebse gehen aerschling (cancri retrorsum pro- 
cedunt. fhinc : gressus cancrinus) ein aerschlinger gang" !l)er beutfd)en 
©proc^e (Stammbaum tjon ©tieler, 9^ürnberg 1691 (S. 58 (bat. ©anbcrö I 46. 
gfrifiuö I^Qt eö nid)t. „arschling, bulgär — rücfmörtö: ^o^, ßeon^. fjrifd), 
mb. (1742) (S. 36. „ärschlich" bei ©tcinbarf) 3ötb. (1734). ärschlich 
gehen :^ regredi; die Krebse gehen ärschlich = cancri retrorsum pro- 
deunt" (ögl. bei ©tictcr 58). c) a. Odjttjei^: (Sd)mei5er. Q[bioticon I 467: 
ärschli(n)ge(n) ^= rüdfüngö. „der weg in das dorf soll als wyt syn, das 
man mög ein buechen houen, und die iirsslingen den weg abfüeren, und 
als wyt die äst begryffend, als wyt soll der weg syn". Offn. Dieticon. är sch- 
iin gen - binter fid): Offn. beö angrcnjenbcn '^oifeö Gpreitcnberg. Z'ärsch- 
lige--Quf ben ^intern fi^enb (Stargau). ß. 53aiern: arschling :^ rücfwärt^, 

» Ter S^crfnffcr nennt nd) Laurentius de Hallen in valle eni (Onntfjalc); ba^ 
5^ocab. tft 1421) nottcnbct. 



^ie neu^oc^beutfc^en Slboerbia auf -lings. 55 

relro, en arri^re, old ®cgcnfa^ bon fürschling (ooxto&xt^)} [Qn 33(Jan0erog: 
ersel = rödfmärtö]. „Ein Klaid ärschlings anziehen = bcrfc^rt, mit bcr 
Äufecnfcitc nad) innen, „ärschling göths = rüdfwärtö ßc^t c§, cö gcl^t fc^let^t; 
hinter ärschling {and) m bcn VII Comuni: erseng, in erseng, hinter erseng) = 
Öinter [\d}, jurüdf, ölntcnju. „bi' houch auffi gstigng, hdb ei' hi 'gschnäcklt, 
Und 9' bissl hat sa si' grüart, äfa' hintar ärschling". (©c^mcücr, Doir. 2Btb. 
I, 148. 2. SIufL m\xnd)m 1872). 3n 5f?orbbö6mcn bic SJarlonte: „aersch'lich*, 
- - rftcfwärtö; Tlit bcn Ceuten, bic Unglücf l^obcn, gits aerschlich'. [grommonnö 
b. Tibi. II, 60]. 93rcö(Qu: „Und wenn se mich aerschlich ufhingen, so hält' 
ich nischte bemmor'* 93re«(QUifcf)CÖ (Bprlcf)mort bei ^rom. b. i^bt. III. 408, 323. 
Siebenburacn: arilich :r- rücflingö (Sti^d), m]im Sßörtcr 1900; (5. 8.). 
ßcipjigcr SJtunbort: aerschlings =: mit bem ^intcni tjoron. „er wurde ärsch- 
lings zur thüre naus geschmissen" ($R. 2(lbrerf)t: 2t\p\. Tibi. 1881). 2:^ü« 
ringen: ärschlings; in 9?orb^Qufen im nörbl. 5:Wr. fogt man: „das spiel 
geht ärschlings". C. 4)crtcl, Stl^ür. (gprQrf)fd)Q^ 1895 (5. 60. 

augenblicklingen in $erm. J^ifd)crö <Bd)Xoäb. ^tb. \, 442. 

balings, beiläufig, ungefähr. ÜDicfeö ^btierb, beffcn Slbleltiutg nic^t rec^t 
Hat ift, ^abc icf) nur bei ©rfjmcüer, boir. SBtb. I, 225, gefunbcn. 

bambeylingen, tt)c(d)eÖ luie balings =z ,,beUäufig'' bebeutet, nur in 
Älein« .!3)eut)(^em ^robinaiaNJ^örterb." 1795 (ö. 45 gefunbcn, wo e« otö 
bairifc^e gorm be5eicf)net xoixb. 

^ bässlinge" unmerfürf) ftelgenb ober pd) fenfenb (Se^tDcij. 9>^iot.: IV 
3p. 1665: „D*s Mannli mit schiner Tregi emab bis uf die Kalputraner Briggu» 
und van da» bässligu" der un (burc^ bcn) Grächer Berg enbrüf". 3Ö. ^ogen 
(So. 3ta(ben). 

bainzling (fte^e einzelingenl. 

blächlings obenl^in, flad), bom ^bject. blach floc^, tbtxx. Tlxx nur au& 
einem Sluffa^ bcr „©reniboten" 18(51; XX 1, 214: bcfonnt: „In meinem jähen 
Zorne hatte ich nicht gesehen, das ich ihn so arg getroffen, auch meinte 
ich, meinen schlag mehr blächlings geführt und ihn nur ein wenig geritzt 
zu haben*', (circa 1730). 

(zesämme) — beinlinge mit gefc^Ioffenen 53einen (roie jum ^Sprunge 
bereit): „ich möcht nid z'sämmebeinlige in Ehstand in e" gumpe: J. B. Egli 
1871 (pcbc @d)tt)ci5. 3biot. IV. (5p. 1307). %udi boö ^fäläifrf)e ^bioticon bon 
Slutenrict fennt ein beilinge mit bcr 53ebeutung: „mit belben J^ü&en ober 
Firmen", 5. 33. in bic $ö^e ftc^n. ,,mit beilinge füss in's Bett springe". 
.,en beilinge ufhebe, einen an belben 5"&^" aufgeben*. — 

Slnmcrfung: !Die 33ebeutung, bic 9(uteuriet ongiebt, „mit belben Firmen", 
fdKint auf bem jicmlid) nolietiegcnbcn ^i^rtum ju bcruben, bof^ blefec^ beilinge 
mit „beibe* Aufammenl^ingc; tt)äf)renb e§ bod^ mit bein ^ufammen^ängt, rt)ic 
bic Sd)tt)ei3erird)c gorm betoeift; möglirf) jebod) tDöre eö oud), boß man bic ©e* 
beutung: beilinge = mit bcn güBcn cinfad) aud) auf 53ctüegungcn mit bcn 
Firmen übertragen ftat. — 

bilingen unlängft (aud) heiligen), ^abc id) nur im Sc^tücl^. Qbiot. 
IV. 908 gefunbcn. 

bäuchlings = prono -- Uormärtj^. aj 2>d)on im 3)M)b. „man sol in 
bfichelingen uf ein pferl legen* lAlsatia dinlomatica Schöpflini 3)iann6eim 
1775) pars. II. 9h. 966 ^um ^abre 1:«>6 (ügl. Öe^cr 9^ad)tr. u. (^rimm I. 1168). 
Jflr bie folg. Qbbtc babc idi feine 53clegc gefunbcn, erft iolebcr bei .5>eine 
0ieifebi(ber III. G. .'^07 ('Jtuög. b. Q. (Alfter): „dass sie zu b<»tte liojre und 
zwar bäuchlings". — .J)Qcf länber : bcr Ic^tc iBombarbier I, 167 (2>tuttgart 
1870» „bäuchlings auf der Krde liegend*' — 3Jiaunic$ Q[ofai, bic 9^arrcn bcr 
Ctebe, 3ettc 70: „er war bäuchlings auf die Spitze des Heuschobers ge- 
krochen* (II. Sluflagc: 'Berlin, Ctto 3^"^^ ) (^9^- 2)anberd (5rg.'-'-l\3b. <5. 54). 
b) „baue Illingen : auf den hauch gelegen - - pronus in ventrem ;^ofua 
SWoaler: tcutfd) 3prad}, ^imd) 1561. 3ticlcr, 3d)önolcbcr, S^ifiu^, Steiubac^, 



56 (Sugen ^aumgartner, 

gfrtfc^ u. ^Ibetung l^abcu cö nic^t. c) ©c^tDcij: büchlige := super ventrem 
prostratus''. (Bd)mibt§ Idiot icon Bernense (gromm. 5. ^\ii^. „bSuch- 
lingen u. bäuchligen = auf bcm SBoucfic liegen b ouö ©tolber, !Cerfud) eineS 
fd)tt)eiä. a^blot. ^orou 1815. — 9?ad) bem ©cfimeti^. O^toticon, IV. @p. 976, 
fogt man in ©crn u. ßu^em: büchlingen; in ©ugglgpera (95cm) büchlege«: 
Smeierlel ©ebeutungcn: 1. öäuc^IingS, 2. ben ©audl t)or{trcrfenb, pcf) brüftenb; 
5.^. büchlige oben-iche» chon -= groß t^un: BoE. — Qn Srienj (53cm) bie 
gorm „büchlingeö''. — 

bärig. 3n Ol- ^^^- ®cf|mib'ö @(^tt)äb. 2ötb. boifommenb: focbcn, toor 
tt)enigen Slugenblicfen. — „er ist bärig da gewesen" (©. 43). !5)iefe^ ft^cint 
mit bem bome^mlic^ bairifcgen ^bti. urbaring ^= plö^üdb ^ufammcn^ul^angen. 

blindlings, a) (Bc^on im ^l)b. blintilingon : Q^raff glcbt nur 5n?ei 
©teilen auiS O. an: „drof ni zuiuolöt ir thes, biginnit er es nachtes, ni er 
blintilingon uuerne ioh s6ro firspume (Otfricb HI. 23, 38; ib. III. 20, 116. 
^uög. t. "^^yxX 'ißiper 1882: I. ©. 377 u. I. ©.356). ^m SWI^b. blindeslinge: 
u. plintzling (ßcyer SD'l^b. 5ötb). ,,Sy haiszt mich plinzling mausen gan*\ 
c. I. 98, 8 be« ßieberbud)§ ber S^lara ^ä^Icrin, 3(ug«b. 1471. „mit dem 
machten sie, dasz sie plintzling in den streit lieffen*' etc. (©Igmunb 33'lciftcr? 
lein« ai^ronif D. 9Zümbcrg 1488; (Hl 55, 6. Gtäbtet^ronifen.). ©cmcrfenömert 
pnb bie ^bmcirf)unaen ber einzelnen ^bfc^r. biefer ß^ronif in ©cjug auf imfer 
Slbberb: 3-53. C>bf*r. A« (eine ^apier^fc^r. b. XVI. ^\)\A^ goL 81 im «rrf)ii)« 
conferbatorium 5U mrnbcrg) ^eigt l^ier: blintzlich. ^bft^r. S« C^opier^bfcör. 
be« 16. Q^btS. in ber ^Xo^X^iWA, %, 9Jürnberg) ^i^Cki pflützling {— plöfell*); 
6bf(f)r. M ^ C^apier^bfd)r. b. 17. Q^btö. ^0!. 15, 956, germ. SWufcum ju viürn« 
berg): plützlich; 4)bfci^r. H. (^apier^bfd)r. bc8 16. jg^btö. gol. N. «Mn ber 
ßanbclöbibl. 9?ürnberg) plitzling. $bfrf)r. W« (^bfd)r. be« 16. Q^bt«. &0I. 
^erAogl. 53ib(. in SSÖolfenbüttcl) blinzennig. „de moll (SRauImurf) de blinde- 
hnghe wroet voort und voosf f. 31 c. Spieghel der zonden. ^bfc^r. auf $erg. 
15. 3^bt. in aWünfter i. 2B. 9h:. 1139 (bgl. (5d)iacr^Öübben SBtb.). Öut^er: 
„daran man wol spürt, wie viel wacker, rüstiger, vleissiger leser bisher ge- 
west, und wie einer den andern blinzling gegleubt". (Sludleg. ber cpift. u. 
ebang. u. %. !Drelfönigigfefte (1525) fij. b) bgl. 3)ie(}, ßut^cr*2Btb. „aber mein 
lieber Ecolampad trifft wie blinzling eine rechte zwingelische alleosin" (bom 
«benbma^I CS^rifti 1528; rj» .... ^Daneben öat Cutter bie gorm: blinzlich: 
5. 33. „die weit blinzlich regirn": 5lu§I. ber epiftel. u. ebang. b. ß^riftag. 
1522. 53rief Co^nc !Datum 1529 an $an« SD'lefc^, Hauptmann ju 5öittembcrg ». 
9h:. 1176 9(uög. b. De Wette 53€rnn 1827: 3,534: „wie wol blinzling, 
fein und eben abgemalet". !Dleland)t^on: „dasz man so blindlich in 
des Carlwitz richtscheit nit gehn soll". (SJurAC ©iograpftie ber c^riftl. Ceftr 
(1524): 3, 621. ßranf ©pric^to. (1541, granffurt): „das es nit blindlich 
thö*' 1,55a. SBalbiö: „die leut blinzlings im fmstern plagt", päpftifc^ $Reid) 
(granff. 1554) Z. 2b. SRart. 3JiontanuÖ (3tra6b. 1527): „dann der selbig 
die äugen zu thct und blinzlingen von einem bäum zum andern sprang**. 
(3. 277,28 (it. 3?er.) '^Jaracelf u^.^: ..das seind arzt, die blinzlich als viel 
wissend als sehendhch'' (d)irurg. «Sdmft. 1618) 657H. ÜDlofc^crofd): , .da man 
keine zeugen herzu forderd, sondern alles blinzlingen hergehet** ((5Jefid)t. 
^^ilanber^ Don Slttcmalb (3tranb. 1677.) 1, *247 (251). 93utfd)f i) im ^'^Jatbmoi!^" 
ii?eip5ig 1677) bilbct bon blinblingö einSlbbcrb: blindlingsweise 1*26; 987; 
(£^r. ill^cifc: „wer blinzling das grösste Stück erwischen kann?* (3meifad)e 
^oetcn^unft 1678: 6. 5luftr.». .J^agcborn, J^abeln 17*25: „ein thor sucht blind- 
lings rühm im lahyrinth der schände'* 1, IJ'2. i.'cffing: „d<»n wurfpfeil 
blindlings lt>nket*' 1, *24 i^uvjg. b. ?ad)mann). Ö)oet&e : „um blind- 
lings dahin zu ;rehn (Ülöcim. "^ludg. 20, 16 1. ^rfiillcr: „die wähl, die man 
sie blindliniis trrfTcn lassen, war ihre Züchtigung**. .■K)7h (^tutt^art 1840). 
ftant bilbct ein "Xbjcftiu: ..dem blindlingen zufall" (Ä^crfe nad) .j>artenftcin 
1838; IV, 158 ibiefe löclcf^e finb jum großen ^cilc (VJrimmd Wq, 1. 1*26 entnommen). 



^ie neu^ix^beutfc^n ftboerbia auf -lin^s. 57 

«> Josua Maaler 1561: blintzlingen: ,,ein ding blinlzlingen thun" mit 
bffchlofinen klugen (opertis oculis aliquid facere). (Stielet, Wirnbcrg 1691: 
blindlings-blinds caeco impetu: „ich wollte den weg blindlings treffen**. 
Jrtftud hat c^ ntc^t. (Steinbock: 2Bb.: blindlings, caeco impetu, oculis 
clausis, lemere). blindlings fechten = andabatarum more pugnare. er wagt es 
blindlings = ignorantia ductus audet. ich wollte den weg blindlings treffen 
vel effossis oculis locum istum attingerem" (bgl. Gtlclerl). Q. C. ^rlfrf): 
blindlings obD. clausis oculis: <S. 110. ^Ibclung fc^reibt „ba^ Cbcrocutfc^c 
blinderlings ift Im ^od)bcutfd)en unbcfonnt". Gampc, 3ßb. b. bcutfc^. Gpr.: 
9Tauttfd)ro. 1807: blinderlings (bgl. (Sonbcrö 1;. (SonberÖ fül^rt im 
(h^.s^b. au« ©tettcn^im fÖit)pd)cn 23 eine (Stclgcrunq bon blindlings an: 
„Wenn sie mir blindlingser vertrauten ... ". !5)icfcnbad) unb SBülcfer 
fennen aud *pomcDÖ öJro&cm SBörterbuc^, ^ranffurt 1715, u. Indirulus üniver- 
mIis (9Jümber9 1720) eine gorm: „blindling —. caeciter. — 9W. Ätaamer, 
?«iebeTlänb.^^od)b, 3öb. «Rümbcrg 171^: blindlings .:=: blindeling 11. @. 43a. 
c) 3n aüen Wunbarten mit blintzling, nic^t blindlings: vSd)tt)ei5: 2>d)mibt^ 
^biot. 33fnienfe: blinzlige oculis clausis. ®ta(bcr: blinzlingen = 
blinMIngd, mit gefc^foffenen ^ugen 1 185. (Sd)n)äbifc^«9lugdbuTgifd) ^b. b. 
öirlinger: blinzlingen r- mit t)erfcf)Ioffenen klugen; bei :3ci^emiaS öJott^clf: 
blinzlige. ©oiern: bie gorm blindlisch (bgl. ^dimcUcr, balr. 59b. 1, 328). 
ftuT^efen: 53ilmard 3^iot.: „blinzening, Qud) mo^l, bod) fetten blinzeling 
— mit 5ugefniffenen Äugen, blinbling«, ed ift allgemein gebräud)lid)''. OaU 
junger SWbt. («öeftl. ^^üringen) ^ertel ©al^. 9Wbt.: bleinzeleilg — blin* 
Adnb. C><nnf^^^öUd)* 3pie«, ^Ibiot. .,blinzelig =^ im bunfeln, o^ne Cid)t 
fel^ib..V 

bruntzelings. 9hber«^od)s5:eutfd), u. $orf)^9?iber*^eutfd) Jöörtcrbuc^ 
Don SWat^ia Äramer, iWftmberg 1719 Tom. 11 pag. 47: „gleichsam bruntzend, 
bruntzelings, seichelings, id est: dünn rinnend, gleich wie man bruntzet, 
pisselings, lappelings." — 

bölzlige perpendiculariter = fenfred)t, baö ic^ auö ©c^mibtö Q^ioticon 
Semenfe fenne, unb an^ bem 'Sdiroel^. ^bioticon IV. ©p. 1228 „das Pferd ist 
bölzlige aufgestanden, i^at fid) auf bic Hinterfüße gefteüt (a. 33. bölzlige inö 
©atfer ftür^en)". Sern: in ber ©ebeutung „ber ßänge nacfi, fopfüber". — 

breit linga in bie ©reite. 9Wir nur au^ gri^ JReuter ,,Oac ÄameUen 
<'f3Qn5 8, 3. 279j befannt: „un hei wis'te sine nüdlichjn fäut girn breitlings". 

br>slingen (oum, mit Tluf^. (33om ©ubft. bösi f. fd)ied)ter 3wft<^"^. — 
Thx nur oud orfiroeti. Qlbiot. IV. (5p. 1728 befannt. 

brütlingV in örimm« (^rammatif crtüä^nt, fel^lt jeborf) im 'löb., and) 
fonft nid)t 5U belegen. 

brüstlings =- 1. bortoärt«: Öegenfa^ ju rücklings; 2. ficf) brüftenb; 
V 55. ..aufrecht und brüstlings daherschreiten'*. ftennc id) nur auö 5anberö 
Qi^'fßb. 115, ber e« au« 3i(berft. 2). 1, 107 anfflbit. 

bücklingen in gebücfter Stellung. ^lad\ bem Sdimci^. :3bioticon IV, 
cp. 1143 in ©ern borfommenb <bom 3^^^^- bücken . 

büntlingen bünbelroeije. „(hroais büntlingen träge - (hroaö bunbel^ 
weife tragen; in Untenüalben (Gngelberg» gebräurf)(id). (^diiüci^er. 3^i«^ticou IV, 
3p. 13»»5) Dom «bj. büntlig - einem 93ünbel öbnlid). 

bürzlinge" fopfuber. Gbcnfalld tele bie beibcn borftcbcnbcn 9lbberb. eine 
fpe0. fdm)et5er. 33ilbung: „Das do N. hindnan zuo im sloih und nam in 
bindnan bi sinem ars und sties in bürzlingcn in das Wasser*. 1413 
3ärid)er Stat^bud). „Vil der heimbschen und fn'imbden oflcrmaliN-n g«'daclit 
gewesen, den buchen ab d<T kanzel hürzlingon zu stürzen*. 1588. .\Hofter< 
ordiit) 0. Cinfiebeln. ^ibe 3^eifpiele tlnb auci bem 3d)!üci.^. ^biot. IV. 2p. 1»U7. — 
üwb für ben Mutigen ferner Dialcft bezeugt. — <53gl. bcas 3ttüt.: bürz«»ln 
-- einen i^urAelbaum fdilagen.) üherbürzling^'u fopfuber. X^aiS Sdnueiv 
35wt. IV. 1047 fö^rt bafür auö ^i^xm meiner 2:raöe|tie öon 3d)iUerici ^aud)er) 



58 Gußcn 53aum0artncr, 

folg. ©cifplcE an: ,,Und überbürzlige rönnt er drüf oni Grusen vo» früschem 
dermitzt i" de» Strudel üse"". — 

draelings im Greife l^cnim. ©c^mcHer, boir. ^tb. I. 559: dräli's, drälis 
um ad 'um, abt). im Greife l^erum. — 

dümlingen. ©in fpc^. ®d)tt)cl5. ^bb., fobic[ tt)ic „mit bcm !Daumcn* 
bebcutenb, ÖJegcnfol} ba^u ift füstlingen — mit ber gouft (fic^c bofelbft). 

dunkelings im bunfeln. ^n eJrimmö QJrammatif (II, 93b. <B. 339, 
SBcrUn 1878) eriDöönt, fc^lt jcbod) im !D.3ötb. — 2)q« ec^mcij. 3biot. I. 874 
tcrmcift bei „finsterlingen" auf bcffen <St)non. „dunklingen'' im bunfeln. — 
e. !DQDib ermähnt in Germania 37 <B. 394 in feinem ^uffafe „S)ic SD^iunbart 
tion Shofborf (SR^eln-frönÜfcft) ein: „dungalang — bunfellnoe". 

eilin^gs cilenb^y aO'^ir nur ouö |)et)feö ©ramm. I. 828 bcfannt, wo es5 
o^nc 93ele9 erioä^nt wirb. — 

einzeling einzeln. «Sc^on im Tlf^b. 5, 93. ^Sammlung ber ^Rlnnermgcr 
(93. b. ^agen, Ceip^. 1838) 9luö Gl^uonrat ö. ^öür^burg: „wil ez sich einze- 
lingen under sine vüeze smucken": (IL (B. 331). ©loffar auö granff. a. 3)1. 
t. 1376: „besundern einzelinge innemen". u. ib. 1442: einczelinge uzgeben'*. 
(Diefenbac^ u. SGBülrfer 2Btb.). S" einem 93ertd)t ber Ci^ronif b. i^ürnberg l^cißt 
eö: „Item darnach zugen unserr gereisig hie aus und trabanten bei einczigen 
und brahten teglich reub und gefangen." 1450 (S^ronif II 201, 19.) n. anno 
1419: „und die unsern zugen bei einczigen her heim" (II, 180, 26). Qn 
einer Urfunbe aWayimilianö (f. 102) b. Saläre 1496 finbet [\d) bie gorm ain- 
zing: „so wellen wir dir dieselben dreitausent drewhundert guidein und 
darzu ander suma geben, so du bisher auf unser gescheft ainzing aus- 
geben hast, wider zu bezalen verordnen", irfeiferöberg: bilger (1512) 
28 d: „in disz werk setzt Gott ein knöpf zusammen alles des das er in den 
andern geschöften einzlingen zerteilt und gewirkt hat". 

2)ie 93ebeutung bon ainzing ift gemö^nlld) =t einzeln, bon Soften 5U 
Soften, bon ^unft 5U •i|3unft; fo gel^t eö in bie 93ebeutung bon „aümä^lid) 
paulatim, über; in biefer f^rm fommt c^ bei 9lbentin (2:^urmair'ö S^ron.) 
b. Qa^re 1580 bor: 5. 93. 93ud) 1. ^ap. 3 ((5. 51 3. 14): „da darnach zu 
ainzing (=1 oümäl^Iid)) in jares frist solch gewässer abnam". 3" beod)ten 
ift ^ier bie 93erf(^ieben^elt ber formen ber einzelnen ^bfd)r. 5. 93. ^bfd^r. D: 
„so eintz/ing eins jares frisf; femer „und hübschlich mit der zeit nach 
der einigen regirung zu einzing rang" (3. 558. 18). — „fiel zu ainzig 
jedermann vom Keyser zu den sünen" II. 180,26; ^bfd)r. D: einzing; — 
„nach dieser zeit sein die Baiern wieder aufkommen und der Römer zu 
ainzing (= aümä^lld)) herren worden*' II. (S. 2. 13.). ^bfd)r. A a. zu 
aintzig; Abfc^r. D: ,,von tag zu tag", ^anö 2>Qd)^ Ijcit ba^ urfprüngl. ing 
(gegenüber bem ling hi btxx übrigen Slbberbien) nur in biefcm e int z ing bemal^rt. 
„da wil ich in nit eintzing zupften" (23. 81). Qn ber ^u Celjben 1646 er^ 
frf)lenenen ^uögabe bon ^onö 9Jlirf). SR öftrer ofd) ®efid)tc *iß^il. bon (Bitten)., 
fommt bie gorm einzeling en bor: 5. :©. darumb ich eines und des andern 
tugend und laster einzelingen anzurühren vorbeigehe" (5, 54). 93fll. ÖJrimm 
2öb. III. 351. 93ortrag beß ©taatöfanjlerö bon Öfterreid), Äauni^, bom 
21. 3(ug. 1755: „Ist gewiss, dass bei diesem Plan viele und grosse Diffi- 
cultäten, Bedenken und Gefahr vorhanden seien, dass aber solche nicht 

einzling und abstractive zu betrachten, sondern " £)fterreid). Elften 

aur 93orgefd)lrf)te_bed fiebenjäl^rigen Äriegei^, fter. bon (^. .^üntjel. Celp^ig 1899. 
(O. 149). — bj ^tieUx t)at: bey einzeln —singulatim u. einzelich; ebenfo 
<Steinbad) u. Slbelung. — cj ^m 93airifd)cn 2)laleft nod) ^eute lebenbig 
in ber gorm: ainzigen (ao'zing), ainzling, bey ainzigen, (z'a.»'zing) 
u. zl)'ai'nzling - einzeln (f. 3d)meller, bair. 9Bb. 1.89). ^n ber Ober» 
$fal3 (^egnij) ift bie gorm: bainzig, z'bainzling gebräud)Ud). ^n ber 
Söetterau jagt man: „das haus steht einzeling — abgcfonbcrt unb elnfam; 
babon ein ^bjeftib: der einzelinge mann (bgl. ®rimm SlL^b. III 351.) ^ ber cim 



^ie neu^od^beutfc^en ^(boerbia auf -lings. 59 

5elnc SWonn. Ätofborfcr Tibi. (SR^cln^ftönfifd)) : äzaleno = einzeling (fiel^c 
©crmanio 37 ©. 394.) i^icbcrbcutfd): ente-lingen, entelinge = ein* 
Acin, aUmä^ltc^; 5. 33. in bcr SWaobeburgcr @§öppcn(t)ronlf 377, 16 
i^clöt cd: „In dem sulven jare began dat körn up to slan unde wart duer, 
so dat dat gemeine volk und dat armode nicht konde to kop kriegen ente- 
ling na mallikes behof einen schepel, edder twe, sunder by ganzen voderen". 
„winstock, de was entelingen in knoppen" (crescere paulatim in gemmas) 
^albcrftöbt. 53ibcl I Tlo^ 40, 10. „so werd de erde entlingen (ofimäl^licf)) 
vorteret*' ^olbcrftäbt. ©Ibcl p\ob 14, 19 (bgl. (Sc^lüei^ßübbcn 2Bb. I, 672). 

emborlingen == fopfüber; etnc 3öcitcrbi[bung tiom ^btjcrb empor; 
©rfmmö 2Btb. fü^rt aui SJeifcröberg, [xbtn ©djmerter bb. 3d ein ©cifpicl an: 
,,als man da ainen emborlingen die Stegen über abwirfet". Qu btn ^tb, 
fc^lt eö, ebenfo fc^cint cd In ben (ebenb. SD^bt. ungcbräudiltc^ 5U fein. 

faerlingen rrz insidiose, auf l^intcrüftlge Söctfc. (Stcinmet;cr u. ©icbcrd 

1. ®. 148: ^rabanift^'fcr. ^ippc 21: subito = faringun (cod. Parisinus). 
farinkun (cod. S. Galli 911). repente ::= faringun (cod. Parisinus). — (Stein* 
mcDcr u. ©iebcrö I, ©. 122 3. 36; ibid. I, (S. 196/197 R. 34. ^m Tlf)b. 
finbet cd fid) öfteid: va^rlingen (dolose) in Ciblänb. Sfteimc^ronif (^cr. b. 
Pfeiffer 705, 14»): ,,do sleih er vßrlingen dar, daz si sin nicht wurden 
gewar''. „förling'* bei SJafp. t). b. diWn.: ßourin 120. IDonebcn nod) bie 
alte gönn auf -ing: vaerinc, vering bizen: 3:cicftnerd ®ebid)tc, ßicbcrfaal 

2. 700, u. vaeringen, veringen bizen: SRcnner 13227; 13232. <Btf^x oft 
aurf): vaerlich: 5. 33. in einer S^ürnberger @ö(bncr=Orbnung b. 3. 1356 
(93el(Qge IV. B. ^u Itlmon ^tromerd G^ronif) I, 3. 171 3. 16. „wer aber 
der wer, der ein reitten verlih (insidiose) versozz . . ." u. in einer SSer« 
orbnung b. ^. 1388: . . . wer dann verlihen für die panyr reit ... I, (S. 176 

§. 14) u. 1400: „und dasz ewer dheiner verlihen widerspreche I, ^. 202. 2. 
m 9?^b. nid)t me^r bor^onbcn. 

feiglings — auf feige SBeife. SJennc id) nur oud QlQfob S3aed)to(bd 
®cfrf)irf)tc b. beiitfcf). Cittcrotur in bcr ^rfjmcia (1892), mo cd «S. 338 ^ciöt: 
,, Diese (Verleumder) bringen feiglings ihre weiber als zeugen mit". 

verrelingen, verrlingen ^^ bon fem, bon weitem. Ce|"er Tlf^b. 2ötb. 
III, 200 aud bem „53ut^ b. ^^atur" b. S^onrab bon 3Jicgenberg 247, 30 (^cr. b. 
'Pfeiffer, i2>tuttg. 1861) u. Cejer 9?od)tr. oud bm „2lltbeutfd)en ^rebigten oud 
bem 93cncbictincr=®tift (St. ^oul in Äänitcn" 8, 6 u. 45, 2 t (^er. b. 51. gcittclcd, 
3nndbrudf 1878). 

finsterlings = im ginftcru, im !DunfcIn. gür ba^ 91 §b. bon öroff 
nid&t bezeugt Q|m Tlf)b. finbet cd fid) 5. 33. ^arAifol 2442: „vinsterlingen 
spiln." ^m troj. Jhicg b. SJonr. b. ^Bür^b. 8499; fenter in bcr P^neide b. 
4). b. S3clbcfc 8493 „im 3:rlftQn'' b. Ulrid) b. Stürfieim: 429; — (Straf^burger 
G^ront! II: Sönigd^ofen 5. capitel, 511m ;JQ^re 1397: „die muoslent ir swebel- 
ringe und ir liehter löschen und vinsterlingen stön.*' [2. 33Qnb 3. 755 

3. 16] ®ei(cr b. Äeiferdberg: bilger 161 b; finsterlingen: u. 56»: finsterling 
„du sollt lernen finsterling spinnen" (56a). "Ziü Gulenfpicgcl (1515) 
(3. 13: „und schlug den hindersten finsterling mit den füsten nach dem 
köpf f$Qae'fd)e 5^eubrucfc). Cutl&cr: ©riefe (De Wette) 8, 357: .,er sagt's zu 
mir, der steg und weg bei tag und nacht finsterling treffen kann". 33Q(cnttn 
3d)umannd ^orf)tbü(ftlcin Slugdb. 1559: .,si u'ieng finsterlichen*' dit. 33cr. 
S3anb 197 3. 237, 9>. 33ci ^of). ^ot^cfiud (1562) finbet fid; fd)on bie ^orm mi= 
Qknctib. s: finsterlings: „denn so das geschehe müsten wir warlich alle finster- 
lings schlafen gehn" (^Uidg. b. 1562: 62b; 1587: 44b). ^a^ Sdimcij. 3biot 
ticon I, 874 füt)rt axin*: 3:icrb. 1563 ein 33eifpic[ an: „also finster 1 ige wirt 
die stuol verwänt (ju bcr 3)lcinung gcbrorfit) als oh es {bai^ untcrgefrf)obcnc 
C^etein) ein rossfüllin wäre*\ i^. Jvifrf)Qttd (^cfd)id)tdfl. (1592'* „er fand das 
maul finsterling" (3. 128»), ^>and 3ad)d ^ot nod) CV)rimm'd 3öb.: finster- 
lich (1612: IV, lll, 7i. 3(i)rcrd !Dramen rMmb. 1618): „wen ich finster- 



60 (laugen 8aumgartner, 

ling fangen künd". ßlt. «er. SBb. 78 @. 2149. 24. — „so darf ich michs nicht 
understehn, finsterling zum brunnen zu gehn 31. (B, 2356. 7. — Ungotift^ 
® I m p I i 3 1 f f i m u §(1683) @.ll : „lieszen mich finsterling im kelleralso nackend 
liegen'*, bj Qofuo SIWaQlcr: „finsterlich = nlt ^ctjtei, obscure (<5. 136)". 
SDöolfgong (Sc^önölctcr Promptuarium germ.-lat. ®. 176: finsterlich. 
3[. Ö- &^ifc^* finsterlings sine luce, in obscuro (S. 268; ©tcinbod): 
finster lieh @. 446. Stbdung f(t)reibt im 2Ö6.: ,,finsterlings 2lbb., loclc^cö 
nur in bcn nicbrigcn ÜRunbartcn, bcfonbcriS Oberbcutfc^lonbö, borfommt = tm 
fjlnftcrn, 5. 95. finsterlings sitzen, finsterlings sehen wie die kalzen''. 
c) <k>d)\v^iy. SD^cift bic gorm: fisterlig (Sern); feisterlig ((Solot^unt, 
UntcrtoQlben, ©ngelberg u. Storgou). Scf)tt)cl5. Sbloticon. I. 874 ©Ifafe: SBb. b. 
S^lortln u. ßlcnbort: „fmsterlinge", finsterlings. Qn ©ul^mott: fens'terlaeng; 
®cbcrfd)tt?clcr (wr. ©cbwcKcr): fins'terling; ©trafeburg: fens'terlen«; ^ru* 
mat^ (Ar. (Stroßburg): fins'terli; ßobfonc (Jh. ^eißcnburg): fins'terlings; 
3. 93.: „de bruchs't ke»" lieht für in de" kBller, de fmds* s'Fass fins'terlig" 
(©cbcrfdiwclcr). „Zünd mer e wenig, ich find mini Hülschne (^o(5fd)u^) nit 
fens'terlengs" (in IDürrcncnjcn, Sh. Äolmar). „no ist er heimlich d'Stej nuf 
gschliche un fens'terlengs in's Bett'*; ib. „Dass si dem R'einhold syni 
Tracht Schläj dert finsterlings anmesse" 111,7. „^ftngftmontag", ßuftfplel 
in «StroBb. SÄunbort b. 2(molb. ^djmabcn: <3d)mib'§ <BS)Wäb. 2ötb. ermähnt 
finsterlings = im gtnftcrn, ol« .Ulmifcöc gorm'' (®. 192). 

flächlingen in mogrcc^tcr Cogc. aj Ccj"cr belegt e§ fc^ou fi'ir baö 
Wf)b.: „vlechelingen mit flad)er $)onb". ».einen flechlingen übers gehurn 
schlahen", ßimmr. e^ron. I, 488, 34. 9?Q(f) Od)mel5. ^biot. I, 1159 bet 3tcHj 
änno 1521: „er traf in mit sinem schwert flechlingen uf das hopt". lüoS 
^[biot. bcmerft bo^u: cö fc^eitit ettDOö onbereö gemeint ^u fein al^ .mit flacher 
ÄÜnge". — bj fjriflu^: „In planum rota versari dicitur, wenn des rads ax 
oder nah schnuorrichtig obsich sieht, flächlingen umblaufen, und nit der 
schneiden des rads nach, das da heisst „in cultrum versari". — (Qlbiot. 1, 1159). 
j3. SRoaler: ,. flächlingen umblaufen = in planum rota versari" 137». 
N5tieler491: flächlings obb. late, oblique „einen mit dem degen fläch- 
lings schlagen". 

flecklingen. „Qn bcr 9?cbenöart: G'rad flecklige umfalle, jäl^ u. 
fd)n)er, bon Tla\\d}tn u. 5:ieren. Änmerf.: ©genttidy fo, ba^ man breit u. 
regungSloiS boUegt, lote ein fc^merer gledfüng (blerfantlg be^auener ©aumftomm); 
bod) bgl. Qucf) m^b. vlechelingen, au^ welchem e§ umgebeutet fein fönnte." 
©d)tt)eia. S^iot. I, (5p. 1192. 

flämmlingen flammatim. (JJrlmm'Ö ^th. III, ®. 1721 ertDö^nt ein ^bb.: 
flämmlingen=flammatim, ouSbcm ©Impli^lfflmuö (1684) 3, 758 : „es wäre ihm aber 
alsobald von groszer hitze das haar angangen, dasz es flämmlingen gebrunnen". 

flüglingen — volando, im g^uge. 3R^b. vlUgelingen: „wand er 
mich flügelingen stach hindez or" Parz. (Cocftm. 91u%) 4'24, 20; 385, 10; 
500, 8. „er swebte flu gelinge" 407: jüngerer 2:iturel ^er. b. Jpo^n 1842. 
„Meleranz flügeling erreit den hirz" 2078 aj^eleran^ bon bem ^leler, ^er. 
bon ^^artfd) 1861. öJr. SBtb. III, 1847. Qn ber neul^od)b. (Sd)riftfprac^ u. 
in ben Icbenb. SRunborten fc^eint ed nid)t bor^onben 5U fetn. 

fürschling u. fürsichling (bon ,für fid)") — öormärtö. (Speziell 
bairifd)e§ Slbb.; (Sd)meaer SBalr. mb, I, 746, ber feinerfeit« auf geltfc^r. II, 85, 
35; III, 405, 23; V, 337 beriDcift. 

fürlinges. Sößeinl^olb, Sdemann. (VJramm. 3. 248 crtüä^nt fürlinges 
Aum 3. 1346 a\i^ bem OJefrfjlditefreunb 8, 53. aPÜtteil. b. i^itox, Jöerelnci bon 
Ou^em, Uri, 3d)tDi)5, Unterroalbcn u. 3"9- 

füszlings - gegen bm 5"!^ ^^"' ^^^ ^<^" 55inVu boran, pedibus. 
aj %l}b. u. 3Rf}b. unbefannt. iHtterar. Belege furo "Olfjb. fenne irf) nlc^t. 
bJ ^Jrifiu^: dictionarium latino-germ.: Tiguri 1556: ,.füszliiijren Slbb. btc 
^üße boron (in pedes procedere et pedibus gigni), mit ben Jü^en boron 



^ie neu^oc^eutfc^n STboerbia auf -lings. 61 

^n geboren tücrben; füszlingen an die weit kommen 1062». ^ofua 
9>{aQlet 1561: füszlingen = mit bcn güßen boran (145d). ©corg ^cnifdi: 
leutfcftc Spta^ u. 33ßet«l^it (1616): lüszling 1316, 18. (Stielet 1691 
(S. 591: fyslings^ju grufe = pedibus ; u. föszlings. cj ^n bcx ^6)tt>ti^ 
rwdf feör gebröud^Ht^: 3d)n)cl5. Qbiot. I, (Bp. 1096: füesslingen abefalle := mit 
bcn 5"Ben Doian. — (Jlne bemcrfenötoertc Swfömmcnfetjung ift boö Slbb. ze- 
sammenfüesslingen (z'sämmefüesslige) — mit gcfd) l offenen güöcn, ba9 in 
«argau, ^öofel, 93em u. Cuacrn fc|^r öerbreitct ift. 3. 95. in ©ottl^lftö „Uli, 
5er Änedjt* (Sicclom 3. 312): „wie wenn sie in die Hölle fahren wollten 
z'sämmefüesslige'^ @. 119: „aber kaum fühlte Stini festen Boden, so 
5türzte er z'sämmefüesslige wie eine Hyäne auf Crsi los" u. f. io. 

füstli(n)gern) — mit ber gauft. 3m 9(^b., mf)b. u. 9Z^b. S^riftfprac^c 
unbefomit, eine eigentümlich fd)tt)ci5crlfd)c iöilbung: vSd)n)ciäer ^^i^ticon 
L Sp. 1125: „füstli(n)ge(n) melchen (= o^nc bcn 2)aumcn), Öegcnfat5 5U 
du ml ige (mit bem QDnumen). STu^ bem ^af^xt 1510 tüixb quo 5)icner, O&L 
ein 33etfpie( angeführt: „Mortlichen mit einem heimlichen bymesser füst- 
lingen erstochen, dass biderb lüt, die daby gewesen sind, nit anders 
wyssend, denn er hett in nit mer denn trochenlich mit der fust geschlagen'*, 
ferner: ,Jhre Gwör über die Achseln oder füstlingen in der Hand getragen*'. 

gichlings, jächlings: a) 3tcinmel)er n. '^iebcrö 1. 243. 3-36^ subi- 
laneus ■— kahingun: ^rQb.=fcron. ®Ioff. quo Qm 29. $:atian bogcgen ge^ 
fnaudut nur gähi; Ctfrlb: gahun u. gahi. — 2Slox. öcpnc fü^rt in bcn 3(lt* 
nieberbcutfd)en !Dcnfmälcrn (1877) ^. 124 ein §lbb. gaiiko — fdincü, 
pi^iitb an, u. ^tt>ax eine <5tellc quo ^ßfolm 63, 5 bcr oltnb. :3"^cr(. ^^^crfion. — 
Ve^er bezeugt furo SWftb. blc JJrorm: gachlichen — plö^Iirf) au^ '^Itcrolf u. 
3>ietCeib 9091 6cr. t». Qlänicfe il«66) u. J)ietri(^d glud)t 6821 b. 2«artin .18^J6) 
fachliche im jüngeren ^iturel 264 I)cr. b. C^a^n il84j); ibem iBertl^olb 
ö- 9*egen»burg b. W*ffer (1862). 1. 314, 18; u. iföcrn^er b. ^aeberr^elu b. 32ß. 
OJrimm (1839) 3.'), 18; gähelingen im 3lntid}rift 508 (gunbgnibcn I.) unb 
«onrab bon SWcgcnberg 77, 7; 139, 28. ^m 3)attelbeut|d)cn fontro^icrt 511 
gälingen: «Ibredit bon 4)alberftabt (c. 1217) ^cr. b. J*. 33Qrtfrf) 1861; 18, 79. 
^m altern 9?l)b. tritt eü5 in großer äJiaffe auf. .J)einrirf) (Stcin^ömel, De* 
camerone (149:3) gächling: ..gächling nider fiel und starb" 3. 2!<7 
lit. 55er. 51« ,,indem sich gächling anders bedacht' I, 7 (3. 44). „du solt mich 
nicht umbsonst so gächling angesprungen sein" I. 7 (3. 44). ,,sio gäch- 
ling alle lieh vergasse" 11. S (3. 128, 29); ferner: 3. 195, 8; 3. 202^^. 12; 

Pasquino gächling oder urbering zu der erden sank''. (3. 2^1. 

3. 11-17»; ferner 3. 361 3. 8. 536 3. 36; 3. 5:^7 3. 1; 3. r>47 3. 2 u. 16; 
irtnmal gebraud)t er bie ^or"^ gächeling: „das solich schiene creatur so 
gflcheling vergen solt" 3. 623. 3- ^*\. "i^^eben bicfcn bnir. J^o^^^f" ^"f 
ling. gebraud)t 3t. axid) bie alemannifrfie Übcrgongcform auf lin^'o: .,gärh- 
lingf starb** '3. 2H9 3- 9; „und sich alle gächlinge vorkeref 3. 294 3 18; 
..das sich der Himmel gächlinge offt betrübet* 3. 3.')! 3. *29; bie ^^ariante 

fachlich: sunder gächlich nider lielcn (33orrebe 3. 4) „zchaud 

i:ä« hlich nider fielen". ©.4. Die fogen. IV. iBibelüberfcluing: '147:1? 
m 3trofeburgy gebrucft) t^at bie beiben Jvormen gechling u. j:aclilin;re 
nrbcneinanber. „wann sie ubergussen gechling* 3. IX. 2. le^Uc 3ci^f '• -^"^'l 
dl«* 5t«-rkeste d'veind viele gachlinge" 3. 95 d. 3palte . ..wann oh ymanl 
g»*«hling sterbvorim* » 3. 65. 3. 14 b. unten), ^hlrnbergcr 3tabtd)roni! 
bertdrtet ^um ^at^xt 1413 II. ..it«*m ez gedaclit kein nx-nsch in M) oder .V) 
iar»*n keins grösseren wasser als gec blinken ze kuincn". (Dn.^u benierft 

ber ^KTQuegeber biefer iSöronif in einer '^nmerfung : g^chlinu'" forrigicrf >. 

3n einem Serid)t b. 1445 Mv^t eö : „das wassrr kam auch so j<'iil in \:. dass . . ." 

n. 3. 413, 11). ^n einem MriegoberidU b. 1449: „do hat un«'r volk die 

Mal so geh ling nicht erobern mugm'* '3, 170. ^Jliimcrf. li '^anb II. ibtö. 

..«iarumb sie alsdann daseibist so gehe ling nicht geschicken mochten*. 



62 ®u0cn 53aum0artncr, 

* 

(IL <B. 181 Sin. 2.). UuqUixxqzx (Sl^ronif bc« ^cctor Tlnlxd), c. 1490: 
„starb... gächlingen III. (B. 9. 3- ^^/ ". „starb gechlingen" 111261,6. 
,, . . . schickten die von Augsburg gehlingen 170 man..." (anno 1439). 
i®inc um 1500 cntftonbcnc Slnon^mc Stugöb. (S^ronif berichtet Äum Qo^rc 
1424: „.., das die ain starb gechlingen . .." (III. 479, 20), 2)lc Sffcan* 
Hc^'id)c S^ronlf 931. 274a j. 1529: „da ist in diese stat Augspurg gech- 
lingen ain krankhait gefallen" (IV. 247), IDic gortfe^ung bon |)CCtor 

Wlniidj^ S^ronif berichtet j. 1508: starb hertzog Albrecht tzü Minchen 

gechling. (IV. @. 457 3- l^)- (Center f)at Ijitx bcn Rn^Cit^ „was nur ein 
tag krank, sitzlingen in ainem sessel"). !l)tc GÖrontf bcö 93urfatb 3*"^^ 
(um 1450) „. ..das man so gechlingen berait was". (II 272, 4). ib. ... so 
hett sie den turn gechlingen nider zogen". @. 328. 28. !l)ic (S^rontf bcd 
Giemen^ ©cnbcr (1536) „mit denselben ist er gechlingen auf Hessen zu- 
geailt". IV 305. ibb. „ist er also gechlingen verschiden". IV 329. 2. u. 
ibib. IV 329. 3- ^} "• 3- 1^ "• !"• ^trafeburgcr (Sbiontf: „das er gehe- 
lingen slarp". II. SJönlö^^ofcn 3. Siap, <B, 548. 3. 25). — !Dcmcri^ a^ronlf 
(StUQöbutöer IV 457.) 5. Q. 1512: „fielen zwai heis?er gelungen in see". 
— 2BII^. Sf^cm. : ß^ronlfa ncwcr ©cid)lrf)tcn (c. 1526 cntftanbcu) : „da lieff 
das wasser so gechlingen z&*'. (V. 37. 10); — da starb der pfarrer von 
sant Steffan gächlingen" (V. 39. m). ib. gächlingen: V, 39 1*; V, 49 is; V, 
73«i; 75to; V, 76i; — V. 132 10; — V. 217«; — V, 228i9; — V, 238t6; 
277 16; Sconl^art SBlbmonö e^roulf b, af^cgen^bura (1511— 55 „Hans Portner 
regirer des almusen ist jeheling gestorben." ('S. 59. 3- 1^) ib.: .,. „ist 
er jeling gestorben" vS. 59. 3- 28). [!Dtc SlRogbeburocr (Sd)öppcnc^Tonif 
(c. 1460) ÖQt: „he starf gahens'* I. v5. 23 3. 19]. (Ecboftian 93rQntÖ ^:)iQrrcn = 
frf)iff (1494) f)at bic gorm: „gähelich sterben". 86,9. Qn einem ^rofaromon 
.Striftan u. Qfolbc" b. 3. 1498 (Siu^g. b. ^faff. Üt. ©erein 93. 125) e. 159 
3. 16: „yechling" im 3öormfer ^rucf; ber ^ugöburgcr !Drucf bagegen ^Qt 
$ter: „gählingen"; ferner (S. 47 3 ^' Söormfer !Dru(f: „yehe und be- 
hebende"; — Slugöburger: „gehling". O^eimö (Sl^roulf b. 9ield)enQU (um 
1500): gächlingen: lit. 33erein. (3. 38. ®ei(er b. Slelfcröberg : büger 155»; 
geelingen; ibiö. 156b; 157» gächlingen in ©ronatopfel 198b; — jreheling 
im ßcbfuc^en: „thu nichtz urblickig oder geheling." B. 39; 33'lurner: 
©cuc^mott 93afel 1519: „gehelich Alexander starb". (1105 5lu§g. b. (5rf)eib(e). 
SHeyonber ^ug: SH^orifo (1528): „gehling (S. 160b; u. gehlingen" 
@. 155b; _ ^cter 4>QQrerg ©efc^reibung bcö 93auernfrtcge§ (^aüc 1881) b. 3. 

1525: da begunten sie gehlingen auffzubrechen" ((5.81). „SWorgunt 

bcr $Hicfc": Überfe^ung beS XVI. Q^bt^.; 1531 (®d)tücli^erifd)er 5,^crf affer) (S. 17. 
3- 17: „und kam gechlingen wider" u. <S. 58. 3- 9: „do erschien gechlingen 
vor ihnen ein gross wyss pfert". — Qo^önn !Dtetemberger, SBibÜQ, SO'^Qins 
1534: Und so yemandes vor jm imversehens schnell oder gehe I in g stirbt" 
(4. ©u^ aWof. 9ap. VI. 3. 9lbfa(5). (Seboftion granf: ©crmanloe (S^ronicon 
1541: „gehling. 9». d».: SCßeltbud): „dasz oftmals im tag ein rauch ausz dem 
berg pfurret in der grösze als ein haus g a h 1 i n g über sich wie ein bolz 
von der sennen". 230 b; d®. (Sprirf)tt)örtcr : „die sonn vertreibt den lag gäh- 
1 i n g " 1, 188 b ; Softer : kij „darumb werde sie auch der tag des herrn g ä c h I i n g 
und unversehens überfallen". — vg. (5cl)ertnn'^ 93rlefe, 3UigÖburg 1547 (Sludg. 
$1^. ^erberger): „... wir wollen nit also geheling hingezogen werden". 
e. 174 (Sörtef III 58, botiert b. ^ngolftat 1546). ^o^. ^auü: ,(5cf)impf unb 
ernft" (Sranff. 1555): „gehling sterben" 61» u. 83b __ ^örg JUMcfrom, 
9ioün)agenbüd}(ein (1555); ^er. b. .J). Äur,^, 1865): „darinn überliel jn die nacht 
so gar gächlingen, das er...". 3.120 3.8. 3)^artin 3)lontQnuÖ 1557: 
(lit. 33er.): gebroud)! gehling u. gehling«w burdieinnnber : „gehling mir 
ein grosser schein kam" 3. 65; ,,und sich gehlingeti verkeret'* (3. 65); 
..des erschracken die knecht gehlingen" (3. 160 3- ^3); ,,wie also geh- 
lingen... ist aufgestanden 3.239. 3- 28; „die ihme gehling sein grobes 



T^ie neu^oc^beutfc^n ^boerbia auf -lings. 63 

pemüt bt-kerel <B, 241 3. 24). „bin gehling erblindet''. (©. 518 3. 14). — 
Saleirtin 3d)umonnö vlad^tbndhlcin, Sliigdb. 1559 ((it. 33ct.^: „als er sach 
sein m&tter so gehlingen verderben" vS. 208. 3- 22.; . . . „als war er geb- 
lingen gestorben''. 3.259. 3*^/ C^onö (Badi^: „die wasser ströme gehe- 
lingen — über unsere seel aufgiengen" 124. '^falnt; 5(iii8g. (it. S3er. 18, 
3. 481 3- ^' [^^^ ön biefcr einzigen 3te((c locnbct |). 3. bic gorm auf 
fingen an, too^t nur bcö ^Rcimcc^ mit -giengen trcrten, fonft ^at er bic boir. 
^mt -ling.] 5. 53. „als er sich thet gechling pucken" 5ab.'3rf)n). 178,48. 
..was krankbeit hat dich angestossen so gehling?*' 16 147. „wer er so 
gehling nit gestorben'* 50,245. „nembt gehling auf, den wider ab" 68/416; 

— ..und geling soll dieses götzenbild zerhawen". (it. 33cr. 33b. 15. 3.529. 
3. ^. — ^OÖ. ^l^urmoit 1 Aventin) 1580: ,,es starb auch gächling march- 
graf Hainrich**. II. 285. 8 und starb im nächsten jar darnach jtlchling" 

1. 805.28; ^ler ^at bic C>bfd}r. C: „gählingen". — „das ir vil jächling 
Sturben**: I. 521 3. 31; C')bf(^r. M: jähling; ^ibfcf)r. Aa. D: gehling; — 
..und dieser Kaiser Anastasius ist jächling gestorben 1. 1184, 1; $bfd)r. a: 
gehling. — „ist in Ungern im ellent jächling gestorben** 11. 296, 5. .... und 
starb desselben jars jäheling'* II. 73.27: ^b|d)r. A: gehling; ^bfd)r. a: 
gehling: ^bfd)r. S: jähling; C: gähling. (Sontobinuiii Ungcrijd) 3urf)t 

1574): „die gavling im schlaf auffahren...'*. 134; Qo^. 5tfd)ortö öJc« 
IdnAtenittenrng 1592: „gählich saufen** 99». Qn einem l^icberbud) b. 1601 
m .iHitter 3t. ©eorö" (bt^ Knaben ^öunberftorn I. 3. 189 ^empetö Sluöfl.): 
..da^s gähling er zur Erden sank**. — ^cter Uffeubarf) ncueö 9?0Bbuc^, 
Sronff. 1603 „gählingen** 2, 248; gel. 3\3ür.^ %kaHila ber Sßunbar^nel 
Äifel 1612: „gählingen*' 32. — ^ac. Slljrer'ö 5:^ramcn (Stu^g. b. (it. 
^ft » „der so jehling ist nider kommen', 12. 1009. 9. „dass er so jehling 
sterben soll**. 1*2. 1009.22. GWftop^ l?cl)mQnö: Gmeutcr pol. 33(umcn' 
({arten, granff. 1640: „die gähling angehen, gehen gähling wider unter**, 

2. 39. V'tiiiipp b. 3cfenö ^briat. i)iofemunb, Stmftcrbam 1645 (§lu§flabc b. 

^fQtnetf, ^>alle 1899' das man nicht wüste, wi er so ja hl igen di 

ärde beträten hatte** 3.73; — ^ul. 3i3i(ö. 3tnfflreff tcutfd)C "Äpop^t^cßmata, 

rtrafeb. 1653: 1, 254; u. 2, 45: , ihn jähling aufgelösef*. — J^rimmelcJ* 

baufen Im 3impll5lffimuö 1669: „als wan sich alle Bäume gähling 
veränderten** 3. 42. (^aüe'fc^e SCuSg. b. 1880). ..da ward mir gehling als 
<»b einer" 3. 436; — .,der stirbt gähling" 3. 461; — .,also wird keiner 
gehling und sozusagen in einem augenblik zu einem Schelmen** 3. 487; 

— ..erhub sich gehling solch ein Ungestüm'* 3. 55. — 1. C.ontinuatio 
3imp(i.5ifrimi: ..drauf fing ich jehling an zn frohlocken** (9(u3fl. b. Äurj 
II. 3. 27*2. 3. *22;); — (Mr. bcutfdjer 9)llrf)e(: ..gaehling**. — 9lbra()Qm a 
3anta (S(ara 9Werfös3Bienn (1680): ., er wurde gähling vom tode überfallen*' 

3. 36. Äauni^, 3taatdfan5(er bon fcfterreid), faßt in einem S3orlrag bom 

21. Vni. 1755 dass der Ausbruch des V^>rs('hlags wie ein Dcmnerwotter 

gähling u. auf einmal erfolgt'*. * i?irf)ttDer§ gabeln (3Bien 1772); ..so sprjuig 
er gählings auf ihn zu". — öeffinq (SluiJg. b. yarf)mann, Berlin 1838—40): 
..in dem er gähling aufsteht** 2, 49; — 3d)i((er 3pa5ierflanö 1795: „tief 
an des Berges Fuss. der gählings unter mir abstürzt? (^Jluog. ö. OiJoebefc 
f^. 11 3. 84. 33erd 32». gledfo: V. Slft 1. 3jene: „und gählings schnürt 
dich der tödtliche Wirbel". (3.136. 3- l«^); — ^i"C f^rof^mütine |)anblunrt: 
„Fr verlies gählings Teutschland**. II. S3anb 3. 3K9 3. *20. — Ton CSarlOi^: 
r ^cm). 1. Sluftr. „doch gählings kam die Angst an si<''*. "^^anb \, 1. 
3 14 iöcrd 225; — ^eU: IV. 1: ,.dasz solch ein grausam mr>rdrisrh un- 
gewitter gählings herfürbrach aus dos (Jotthanls Schlünden*. (Hoctl)e: 
rirfjtung u. J^a^r^eit 4. !^eil 1H. '^xid): „wir lösrhtiMi gähling unsern 
hffligen Durst" i'Ökimarer ^uög. 33b. '29. 3. 117 3- "•> '^cnau, {5^u|t: ..und 

* :P(lL Cftcrreicb^ Äften jur i^orßcfdjirfjtc bcc^ ucbcnj. Mricgcv^ bcr. o. «ün^cl. 
wrlp^lg 1899. 3citc 158. 



64 . (^ugen ^aumgartner, 

stürzt j ä hl in gs in den mord". (©. 19 bcr ^cmpcrfc^cn Stuög.). — g. ö-^aJ^n'^ 
SBcrfc (|)of 1883)11. 93Qnb I. TOt, (B, 458: „Freude lasset sich nicht erfüttem 
und einsam, gehlings u jählings, ertrinken'*. (3)cutfrf)C !I)cnf tage.)*) 3) iefen - 
bad)^ novum glossarium bcjeuflt au^ einem 2Bb. bed 15. Q^bt. ,,der de gech- 
lingen stirbet". (@. 220). J)afl)pobii !Dictionarium, 1544: „gächling 
/ repente, subito j. 33. gächling werffen / praecipitare; gechling angreifen 
/ adoriri; 3[ofwö ^Raalcr, 15ßl: „gächlingen / behend / eylentz / repente. 
.,gächlingen verdarben und zu arinüt kommen / abire praecipitem. — „leüt 
die gächlingen aufkommen und verrömpt werden / homines repentini. 
g&chlingen / under sich / praecipitanter / gächlingen abhin lauften / 
praecipitem ferri**. ..einen gaechlingen oder höuptlingen abhin stürzen 
/ adigere praecipitem. grifiuö, ß^'^^'^ 1556: .,im lauf gächlingen gston" 
/ comprimere habenas cursus". ((Sd)a\ .^biot. III. ®. 103). — Öeorg 4)enifd), 
teutfd)e 3prad), ^uflöburfl 1616: „gählings (1383) (SBoIfg. (Sd)öniSIeber: 
^romptuarium, 5löln 1647: gab = repente). ©c^otteliuö, 33on ber beutfd)en 
|)QUptfprQd)e, 53raunfc^!Delö 1663: „der berg Etna steiget sehr gehlings** 
(663). — eticler (1691) „gähelings / subito, renente". — 901 »romer 
mU mb. 1719: jähling = pjö^lid), II. 162a — StelnDod): gählings / 
repente, praerupte / raptim; ,.gählings reich werden / repente divitem lieri. 
gählings darzu kommen / repente advenisse. — gählings sterben / re- 
pentine mori. — gählings ertrinken / gählings einbrechen/. — der borg 
geht gählings in die höhe / mons praerupte altus est. — Q. C. fjtlfcf) 
1742: gäling / subito, festinanter / (313). Slbeluna ^b.: „jählings reich 
werden; er starb jählings". „(5^ toirb aucf) für jteil gebraudit: „der berg 
geht jählings in die höhe**. — „^m 06erbeutfd)cn gähling, ht bem ^ud)e 
ber 9?Qtiir t). 1483: gechlingen. bei Ceo ^ub. gacklich, quo n)eld)em -Heb 

bic ^bfUbc-ling eat|tQnbcn tft". c) ©Ifäffifdje Tibi.: mb. b. 3JUrtin 

u. Cien^ort I. 197: .,gähli(n)gs, gählingcn, gähning [kälis in ©eubert« 
^im: Sir. Otroßbiirg; kdneng, kAnleng in 3}^u§ig, Str. aj^olöljetm.] = jählings, 
plöljlid), unl)orrid)tig. De muest nit so gälUinge« dri" springe". ^d)ii)el5: 
<5d)mci5. Ql^^otlcon: ^onb II. 2>. 103: ,,. . gächlinge** in 3d)Qff Raufen ; 
gächlige in ^u^erii; "Solotlnmi; 3"^*^)- -gälige in Wuggtöperg (Jöern); 
Vebcrberg (tocftl. b. Golot^urn); Uri; gäliche: QJraubünben; gächligs: QJaftcr 
(Ät 2>t QJQÜcn), 5. ^. gächligs sterbe; „Es ist mV gächligs i»g'falle'*. 
((2t. Wollen) „Gächligs chömme drei Räuber us-em Holz use z'schiesse 
(geftür^t). '3d)n)i5erb. — s' Welter hed gächligs umg'körf. ibb. [3d)tt). ^b. 
II. 53Qnb (12. ^-)eft) iS. 6.: jächlinp, jälig. gälich ^uföUig, ctma ($h. ia^atliöi: 
„Wenn's jächling nit so wä(r)i. - 2)ie ^rormcn mit onloutenbem -j- auf- 
föülg, ba fonft im 3(lcmQnnlfrf)cn burduüeg -g- gilt".] — 93Qiern: 3d)me(Ier, 
bair. 2öb. I. 887: ..gaehing (gähhing) gaehling (gäling) plö^jlid); boii 
o^ngeföl^r, biellelAt, etma. ,*VVenn a' gäling ne't dohaam war, ivenn er ettt)a 
nirf)t 5U 4^Qufe märe." — .&ean5en ""Mbt: „i pin gälings umigsprunga *. 
(grommonn, b. 9)lbt.: VI. 21). ^m Vefadnbalc (.j&ev^ogt. Kärnten): „an gÄchen: 
plö^Aiid), unbermutet, ift 5unicf,^uffi^ren auf mbb. en. in gächen". 5>romm. II. 
241 ff. '^fols: (•'ßfälscr •ObioticoH): „gehlinue = iä^ling§. ^Köcinfrönfifd): 
„de bönien sich jlhlings di IV'd**. (bo bäumen fid) jäljlingö bte ^^Jferbe)* 
^rommonu b. Tlbt. II. 547. 3- ^^' ^da sind sie jihlich z.samen.*' ib. II. 
547. 3. 64. ^»eipjigcr ÜDibt.: mibredit, ep,v Tibi). .Jälnings = jä^Iingo; 
gewöJ^nlidier jelichen, gelchend = fdniell, unberjehenö". — "itbüringer i)lbt. : 
i^. ^ertel): ..jälings = ellenb; galrens in (Erfurt u. $tltenburg; galgend in 
"i^öT.^e; gelrens in Oft=5:I)ürtnflen. 

% n m c r f u n g : '3d)iUer l*übben bezeugen für baö 9)? i 1 1 e l = i)? I e b e r b e u t f d) e 
bie 5otmen: gahens, tiahes, gas = jnb." — {^rommanncJ b. 9)ibt. II, 394 
Qlu /"yürftenauer ii^lQttbeutfd)e) So^"^- gJi"e = göft, fdinell" 5. 'S, ji 
scholTn doch gaue koinmen**. 

gitli"ge» gierig. Z'gitli"gen essen gierig, '^Inberu niditö gönnenb: (VJrau* 
bünben. (5öon git ^abfud)t öei^ abgel.: 3d)tt?. ^biot II 507. 



!Dte neu^oc^beutfc^en SCboerbta auf -lings. 65 

gleichlingen = ßlctc^. a) Slttcr. 33c(cgc l^abc tc^ feine, b) 5) oft)» 
pobii !I)iction: (1544): „gleichling gegen einander gesetzet / mutuo com- 
paratus / das gleichling ausgeteilt ist / demensum; das etwas gleich- 
ling teilet / dimetiens'*. ^o\ua Tlaaltx: gleychligen / mutuo (®. 185). 
SÖßolfö- (Bc^önölcbci: gleichlich: assimiliter, aequaliter*' 249, (Stielet: 
gleich hch / aequaliter. — (Steinbock: gleichlich; Q- 2. ffi^Hc^: 
glei Chi igen (aiiö ^ictoriuiS.) — c) ©Ifofe: 3Bt6. b. 9«Qrtin u. ßten^ort 
1 256: „Die zwen Buewe« sin«* glichlinge" gross'* (im ^retö SGBeifeenbutö). 
,3' Glas is't glichlingen voll = bt§ an ben SRanb (Ar. Tloi^t^im). „M> wikle 
d'Schnuer raecht glichling uff'*, ^tr^ ®eb. 222. ^fingftmontag D. Slmotb: 
glychling. ^fäljlfd) Obioticon bon ^utenrlet): „gleichlinge abt). 1. 
gleich, eben; 2. gleldjI^eitUc^''. 

glupelinges:=: tüdftfcf). meucftUngö. S5om 5lbj. glüp = tüd Ifcf), (auemb. 
Sc^taer^ßübben, Tl.-^m, 2Bb. II, 123. „vellet di glupelinges*' Sir. 12. 
.,dat he umme der hören willen synen kop so glupelinges verleren moth". 
Husp. Qo^. ©apt. b. X g. ß. Sßoefte: ^^olföübeilieferungcn in ber (5Jraffd)aft 
Tlaxt, nebft einem ©loffor, ^ferlo^n 1848. 

grättling, grittling — • mit gefpreijtcn 93einen. ^^b. u. ml^b. ni(t)t 
belegt. (Stctn^ömel, IDecomer. (1471): „dorauf (auf bem 93rett) er gritlinge 
sass". ©. 76 3. 8 (Ölt. 53er.). „und gritling auff in sasse**. ®. 567 ß. 24. 
ßeon^art Libmans (Sl^ront! ton D^egenSburg (1555): „da sassen zwen 
Landsknecht zu obersten auf der mauer grietlisch und den ein fues 
aussen über die mauer hinab, den andern herein in die stat** {^. 229 3- 22). 
(Jifc^ort, (5Jefc^ld)töfI. : „dass er im Sattel wie ein Fraw zusitzen kam, doch 
nicht wie ein Hundsruckerin, dann dieselben sitzen grattelig wann sie zu 
Acker fahren" {^aüt\d)n S^eubrudf ©. 365). 3. ^burmoir'd (Aventin's) 
SBerfe: „so weit ains gritlisch schreiten mag", ^bftbr. AaD: „so weit 
einer grittling schreyten mochte" II, 147, 20. — ^an& @arf)d, 2öelt(id)e 
^iftoric: ,,und oben grietling darauf sass" 162» b) !DTe SBörterbüc^er ^oben 
ofle rittlings (fiel^e bort), c) !Dq§ ®d)mei5. Qbiot. II, (Bp. 823 u. 828 giebt brei 
fjormen an: grättlinge" = über^roerd); 5. SB. grättlinge»» ufs Ross sitze»" 
in ©ofel; jum 3citn)ort grättlen =:= grätfd)en, btc ©eine oui^einanber ftrcrfen, 
oe^örenb; ferner: griggiinge" grQtfd)enb = rittüngö, au^ Cii^em (bom 
abjcftlb griggig = mit grätfd)enben (Sd)enfeln) — u. grittinge» u. gritt- 
lingen — niit gefpreijten 93elnen, rlttltngö, auch bon 3öeibern, wenn fie mit 
gefprctjten Seinen, rtttlingö, nod) 9lrt ber 3J^äuner 5U ^fcrbe jl^cn. „Schi sitzt 
grittjign uf em Rosz wie d's Mannevolch", u. bon S^inbern, bercn eine^ auf 
bem onbem »reitet", ^töt eS ebenfalls grittlinge" ul enander sitze (an^ 
SalliÖj. f^n Golotl^uni: z'grittlige; in i^tebenwalb: gritligs; 3rf)mibt'ö 
^bioticon Sernenfe: grittlige ultro citroque nexis pedibus. — 3d)mib'3 
S(^tt)äb. SBb. f(t)retbt: „g'rittlingen = reitUngö, wie man rcitenb fi^t". [^\u 
merfung: @§ fd)clnt, bofe (5d)mib ba^ g nur alö 33orftlbe auffaßte u. ein 9lbbcrb 
rittlingen annal^m, mäbrenb bod) ba^ fd)tt)äb. grittlingen firf)cr mit bem 31 b^ 
jeftib gritüich ^ grätf^enb, äufammentiöngt]. — Daö (Slfäff. tö3b. b. 9)lartin u. 
$ien6art (®. 285): grätling, grätlinge", grätlings (krallig in Orfdimeicr 
btd Äabcnt^al; kratlige in Cieböborf; krathgs in .^pirfingen ($lr. Stltflrrf)), ^^ul^- 
mott (ftr. @ebtt)eiler) u. Oberg^eim {^x. ©ebioeiler)] abb. rlttUngö, mit ge« 
fprci^tcn ©einen, quer, (^ann glcbt ba^ 2öb. ba^ obcnangcfübrte SBcifpiel quo 
gift^. @efd). u. bertueift auf ba^ ^d^tüti^. Qbxot u. ba^ •t)efnfd)e bon 33ilmar}. 
©(^melier I, 1017: gritthch, grittisch, grittling abb. mit aui^einaubergefpemen 
©einen, ritttingö. ..Gridlisch auf etwas sitzen". — 2)anu fübrt '5d)meüer 
QUO ^and <Bad)& baö obenfte^cnbe ^Beifpiet an. — S5l(mar giebt in f. Qbiot. 
für »url^effen bie gormen graddeling unb gralling =mit auögefprci^ten 
Bc^enfeln.' „hat doch das Weibsmensch gralling auf dem Pferd gesessen". 
(Estor. t. Rechsgel. 3, 1409). 

grupplige» semisedens. ©djmei^: 3n 3d)mibt'i^ 3^**^ticon ©ernenfe 

8fb». IIL 5 



66 (Sugen Saumgortner, 

(grommannö 5. Ttbt). Sc^mela. ^[bioticon II. ©onö @. 791: „grüpligen 
mtt untcr0cf(f|(Qflcncn ©einen (93crn, Öuäem*@ntU6u(^)*. SWortin u. Clen|art 
öaben für 5a§ (Si\a% ^mai ein 53erb gruppen = fouern, gebüdft Ti^en, boc^ letn 
abbetb. 

grottlinge». ^ui in bcr 33erbinbun0 grottlige dick = biöyt gehäuft, 
3. 53. tion Ämcifcn. Qn 53em*ßQufent^o[; (Don grottlen = rütteln; Dgl. grüttlet 
Dottj; 3biot. II, 828. 

gügglingen, güggligs ^erauSforbemb tt)te ein Güggel (^al^n); 5.©. „sich 
gügglige vor Ein hinstellen", 3ürl4 <5rf)m. ^blot. 11, (Bp. 195. 

halblings, mir nur au& ®d)err, ©lüc^r u. feine 3^*^/ Öclpjlg 1862, 
III. ©onb ^. 113 befannt: „. . . Wittgenstein . . . scheint . . . dem Andringen 
Blüchers . ., angriffsweise gegen den herankommenden Feind vorzugehen, 
nachgegeben zu haben. Freilich nur eben in seiner Art, d. h. halblings, 
indem er York und Barklay am 18. V. über die Spree vorgehen liess . . .'* 
(blelleld)t In ^nle^nung an bo§ cngUfc^c halflings = teiüpelfe; bgl. ^onbcrö 
fer0.»2öb.). 

häuflingen = I^Qufenmelfc. (iJroff fü^rt für ba^ ^f)b. ein ^bD. hüf- 
llhho / cumulatim an. — 3^1 Tlf)b. fc^clnt eö unbcfannt aj Qacob Diuff, 2lbam 
u. $etoa (3ürlc^ 1550) „in'n eer und guot hüffling zuofalf* ©erö 3664. - 
Cecr u. ßabcn beö IDlogencö atjnlct . . . (3ürlcb 1550): „und als die lüt 
hüfflingen zühin lüffmd*' (c. Vb), — ©eedjtolb, rediv. 111 (ein fc^mcla. 
@eblcf)t au^ bcr SRcformatlonöjelt): „Vor allem bösen Zwang und G'walt, der 
sonst häuflichen auf uns fallt''. — 2)aö Sc^mela. gblottcon, II. 93b. <S. 1052, 
fü^rt folgenbe S3c(ege an: (BtridEI. 1531: „Wie unsere knecht hüfligen hin- 
wegloufend". — ^fd)ubl, Gallia: „Sy tuen sich häuflingen zuesammcn 
zu offenem streit'*. — 33 gelb. 1557: „Schwalmen, welche häufligen 
zueher geflogen". — C. ßob. 1582: „Blätter, w^elche herpstszeit häuflingen 
hinabfallend'*, bj ^af^pob (1544) \)at hauffiglich u. hauffecht / cumulatim. 
3of. ^Raoler: „heüfflingen / aceruatim. — heüfflingen zum thor ausshin- 
fallen / jiceruatim ruere portis. — dz volk laufft heüfflingen zÄhin / fallt 
mit grossen hauffen zÄhin / affluit multitudo («3. 220); JJtlfluS (1574): in- 
fluentia negotia / geschäft, die häufligen und gerad einanderen uns zue- 
kommend'*. (5d)önö(cber: „hauffen weiss zum thor hinausfallen, acer- 
uatim ruere portis". 3tieler: heufig. — cj (Bd^xoziy. @d)mlbt'ö Qblotlcon 
SBcmenfe: „hüflige / aceruatim". (Srf)tDel5. S^lotlcon II, 1052: hüflinge«; 
In 3üttd): g'hüflingen = hüfig; In ®d)tt)l),v zhüflinge" wis. Qm ©Ifaß: 
hüfig = ^aufenmelfe (nocf) SI'lQrtln u. Cleu^art). [9^leberbeutjcl): ®eorg 
@d)Qmbod), (VJöttlnglfd)«®ruben]^a0. ^blotlcon: hüpige = gel^öuft, 5. 93. „hüpige 
vul".] 

häuptlings = fopfüber. a) öroff ^at für ba» ^^b, feine Söclegc. 
öeyer Im m^b. 2Bb. bermelft bei houbetlingen auf Oberlin 698. Oirlmm« 
206. IV, 2 füW ou3 5:^oma«^later96 einen 93eleg an: „da ich in das 
schiff wolt tretten, träte ich darneben und fiel häubtlingen in das schiff" 
(«u^. b. ged)ter 1840). !Da« ©djmcli. ^blollcon II, (»p. 1502 bezeugt eö aud 
^ot |). ®rob 1599 (maWc^inlld) .ßobfprud) ber ;5,d)ü6en''V): „da fallt vr 
höuptligen die steg ab". — ^Worgunt, ber SRlefe (Überjeft. beö XVI. '{if^bt^.) 
©. 29 3. 31: „Und Leonett fiel höptlingen über sin pfert ab". ^J. ö. ^Ijrfer, 
^nlfmd (!ilBten 1819): „. . . sank ir bild doch häuptlings hinunter zum 
abgrund' 5, 122. — „er sank . . . häuptlings hinab" 0, 167. — Stlclft'Ö 
^ent^plw, 15. Sluftr.: „hast du ihn wirklich ... an deiner Axe, Jhn 
häuptlings um die Vaterstadt geschleift?" ($emperfrf)e ^uög. I, 157). 
^) Sof. 'iö^aaler: „einen gaechlingen oder höuptlingen abbin stürzen/ 
adigere praecipitem". — »yrlflud: höuptlingen abbin geworfen werden / 
deferri in praeceps. — Stleler ^at eö nld)t. — 3. ß. iixi\d) fü^rt ein 
©elfplel aui^ Lex. Ilelvel. bed Pict. an: „einen liäuptlingen hinunterstürzen 
/ praecipitem agere aliquem". — Slbelung ^at cö nid)t — c> 3d)tüel3: 



^ie neu^od^bcutfc^n Slboerbia auf -lings. 67 

'3<:^inibt'd 35ioticon Scmcnfe: häup tilge: ,,er ist häuptlige gfalle, capite 
impegit labendo**. — ®cött)ci5cr SMoticon: „häuptlige"" (53crn u. Unters 
toalben). — Slnmcrhmg: i)aö ©cbroei^cr. Qbioticon l^at ein fcftmeiser. ^5t)crb. 
haapthöchlige — a) mit f^od), ftol^ Quf9erld)tctem f)aupte (Slorgou, ßu^em^ 
^9); b) im ^öcftften aßofee, mit oüet Tladjt (^otöau, 33ofcl, ®(aru«, 
^t, i5ki(Ien, 3^9/ äöi^i^)- — ü- ©-^ „haupthöchlige tantze = bott ßuft, 
t?oll ^krgnügen. D^Bäum blüje haupthöchlige — in tioUer ^ad)t. Es 
gai haupthöchlige zuo = e§ ge^ ^od) ^cr, 5. 33. bei einem Gffen. — 33om 
eiligen Sauf, fiatö über Äopf (®(Qruö, ®t. ®QÜen): „Was chunt iez auch dort 
für Eine eso hopphölege, laufst nit, so gilt's nit?" (©loniS). — S3on 93e- 
tenerungen, ^u^fagen: ^od) unh teuer, allen ©rnfteö; 5. 33. „Er hed haupt- 
höchligen behauptet, er heig Frösche g'seh mit Schwänze** (Öujern). 
,.Öppis haupthöchlige leugne'* (3ürld)K — 33on ber Stimme ^= überlaut: 
haupthöchlige singe, lache. — ^ier ift bann ba^ haupt- einfach al^ ^bftrolt 
öcrftärfenb aufjufaffen, bafür fagt man au^ lut-höchlige lache-grine (tt)elnen). 
— 2talber, 33erfu(^ elneö 3d)mel5. Qbtotlcon: häuptlingen := mit bem 
{HUtpte ooran II, 27. — haupthöchlingen = mit aufgertd)tetem Raupte. — 
haupthälligen — ^od)laut, ^od)fc^nenb. — (Sd)tt)äbiid)eö S33b. b. G^mib: 
haupt höchlichen=^l. mit aufgerid)tetem fioupte, 2. laut, munter ((S. 264). 

an-heblinge» — fid) an Qtwa^ l^altenb ober ftü|jcnb, 5. S. an hehl ige 
gehen, schiessen; für ®d)n)l)j bezeugt an^ b. (B6)rot\^. Qblot. II, 942. 

höchlingen — bic^t, eigentlich fo blc^t mie bie Rä^ne ber ^ed)cl; s'Gsicht 
he Chi ige voll Bibeli (|)itblätterd)en) han: in 33afcU^irfecfe (3bioticon II, 971). 

ghempermligen =: in bloßen $)embärmeln, o^ne ^od ober 3^cfe; 
3ürid) (3d)roei5. 3biot. I, 459). 

he h lings — fteimlid). ®raff IV, 844 belegt für baS Slftb. eine gorm 
..hälingon" 01t« Ctfr. I, 17, 42 ^ Ctfrib'ö ebangeltenbud) ffier. b. ^aul 
*iper, 3reiburg'5:übingen, 1882), 5Banb I, (5. 89: „mit in gistuat er thiiigön 
loh filu hälingon** (ber codex Frisingensis l)at hahngwn). Ce^-er im 9W^b. 
Wb. für ba^ Tlf)b. haclingen aud Gilftart 1153 unb anö bem Cieberfaol 
•0. Öaßberg) I, 313; au5 ^lbred)t bon ^albcrftabt ^^er. b. «artfdi, 1861) 22, 
371. — 3m 9?a(^trag jum Wlf)b. 30b. auö Sant Cecilia 33. 93 (fie^e ^aupt'« 
^itfdjr. 16, 480), ferner au« Qiiljaxt 9300, 24 (^er. b. ßid)tenfteln 1877). — 
uDaneben !ennt Ceycr bie abberbiale gotm heilichen — ^elmllc^, auö bem 
Vocabularius theutonicus, 9?ürnberg 1482, unb eine gorm haele -- ^eimlid^ 
ÜU0 ben „GhTAä^hmgen altbcutfd)er 6anbfd)riften" (^er. b. Steuer, 3tuttg. 1H55) 
254, 11. — ^n bem ^rofaroman .iriftan u. QfolbeJ^ b. 1498 (l^er. b. ^faff, 
^it. 3?fr): „und sprach hehlingen zu ym selber*» 3. 183t; — „und sagt 
ir heling« der ding also vil", @. 188 10. — ÜJaneben bie J^orm heymlich, 
..der sagt er he vm lieh die Botschaft'*, 3. 196 16. — (^tein^ötuel, Xeca- 
merone: X, 3, ^at\.heymlich'*. — X)aö Sdjroci.j. Qlbioticon II, 11^''3 fü^rt au« 
bem 3ö^te 1524 (?lbfd).) an: „Sich by den hotten hälinjien erkunden**, 
u. ib. bon 1530: „als es denn nit häling belyben möcht". — 2lu« otrtcfl. 
1532: „diss ouch heling zuo halten, damit uns nüts darus entstiu'nde*. — 
ÄuÄ ©f. ö^r, b. 1476: hellingen. — örimm'« 33ßb. fennt auc; ber 3immc^ 
rifdjen G^ronlf (1564— 1566) bie formen heling u. helingen: „sollichs 
«*ardt von inen baiden so heling gehalten, das hievon niemandts wissens 
tmjr*. 4, 362, 21; u. „. . . sprucht es helingen zu dem frawenzimmer . . .'*, 
4, 369, 19. — (Vj. fölcel in Söintertail Homiliae ortodoxae, mam^ 1546: „sie 
zf-igel unbillig an". — ©anber« Grg.^Sötb. 265: he h lings eingenistet 36; 
3?eife ro. mü. S(), 119, 2:^2. — Wrimm« n. (Sanberö 5öb. bringen am ^luer^ 
bodj, Xorfgefd)id)ten, Stuttgart 1863: „es war fast wunderbar, wie das so 
..h#»h lings** geschehen konnte**, 93anb I, 2>. 149. hj !Daft)pob, 2Raaler; 
<cdjotteltud, 3d)önöleber, ^ticler, 3teinbad), 5^M'd) unb ?lbelung 
beben fein abb. hehlings ober hehlingen, meift heymlich. cj 2>d)\vtiy. 
3d|»ei^. 3biottcon II, 1134: haelinge": 33afcl = 3tabt, ^^urgau, 3ö^^/ 

5* 



68 C^ugen ©Qumöattncr, 

hälings: ®c^affl^aufcn*@tabt. Qn 5:^UTgQU bebeutet eS berftol^lcn, l^eimlid). 
„E Büebli göt hälingen ane und bricht e Trubel ab", Allem. 1843. — 
^om Äaifcrftuöl fcimc Ic^ blc gform hehlinge = l^clmüc^ (fcl^r öcloufig). 
elf afe: 2öb. b. SJiortm u. ßlcnbart I, ©. 319: hälinge», hdlenga, ha^linga In 
©ttafeburg, ©rumotl^, Söövt^, Öü^elftctn; heiinga In ©ül&L ,,er is(t} häelinga 
üwer d'Gränz gange»". — hälings in Vlltccfenborf {Stx. ©trafeburg), hälis in 
©eubertl^etm (flr. ©trofeburg). „er is* i^m haelings noch gangen*. „Es muess 
als (d)em Bue haelis Geld schicke"" (blc gfrau muß bcm ©ol^nc l^intcr bcm 
SfHldfcn bcS 2RanncS ®elb ft^ldfcn), au& ©cubctt^cim berichtet. Änmcrfung: 
33on haeling gicbt e§ eine Sößelterbilbung : häl inglich (ha61inli in S^Joppen^elm, 
Ar. ^ogenau), 95[bb. ^ctmUdö. ©(^luabcn: ©c^mib'ö ©djlub. 2öb. : helingen 
u. hei igen. — grommomiö b. 2Rbt. criuäl^ncn quo ©ü^rer ^3)aö (Sondert", 
3tt)el ^o^üen in ©teinloc^er SRunbort: „bi* no hehlinga einegschlupft 
hinter da ü Ofa" (gromm. 3Jibt. 7, m. fj. 1, ©. 412 g. 36). 53om Obern 
iRcdfar: .,. . . wie er hinter 9 heck krocha ist und h&lings in dTascha 
odar in 9 brief nei guckt hat" (gromm. 2)W)t. II, <B. 429 Q. 47). SBaicrn: 
®d)mcner, ©olr. Sößo. I, 1079 glebt eine gorm haelingen obb. an unb 
bertt)eift auf 3^ltfc^r. II, 432, 97; helings: „'s Babele ischt bald dernoch 
hehlings niderkomma". gr^rmcnic^ 11,437, 19. Sind) btc gorm helleich: 
,.Daz er jn seins viehs hell eich entwert habe" VII, 74 In b. SBeftcnricberö l^tftor 
»ertrage, 10 93bc. 1786—1817. unhellich -^ unl^clmll4 o^nc 53cr^clmlidbung. 
^fal^: Qbioticon bon ^utcnriet: hälings — ^Imlic^; boncbcn gicbt cö ein 
Abb. zßlinge =: ^eimüc^, ba& qu8 ze helinge cntftonbcn Ift (S^icbcrfäcftf. an 
hulingen). §ür Söürjburg u. S3ambcrg gicbt SBobarta 3i> ®. 234 cincgorm: 
„hehlinge" an. S^lcbcrbcutfc^: heHnges ^cimltc^ (SC. Öübbcn, afttttcl* 
ntebcrbeuttd)e ©ramm. <B. 123.). 

heemlings, ^clmüc^. ^n einem ©cbic^t bcS ©clcgcn^citöbic^terö 
[R. ^oljcr in ^oUe a. b. ©aale (c. 1890) ,,Nee. was nur de Fra Mastern 
macht so heemlings in der kiche". ($)aS ®cbic^t ift übcrf d)riebcn : „bcr 
apelfuc^cn*.) — 

hendelingen fog(eic^): 53on ^^onb" abgeleitet, be^cnbe, gefc^toinb. — 
„di andim hendelingen zu irem rate faren . . ". $)eutfcbe S^^eic^ötagöoften 
(SJ^olnj 1381) ^cr. b. 3»eiafäcfcr (2Ründ)cn 1867) 1, 306, 2. — Oberlinu«: I, 
608: „hendelingen, hendeclingen cito, behend*'. 53artfd), ©ermonia 
30(5.117: 3m Slnfangbeö 14. ^a^r^btö. erfdjclnt hendelingen in ßocombletö 
Urfunbcnbud^ III, 5^^.48, a. 13ü6 (Stöln) „so sal hie ieme hendelingen ze 
helpe kumen; ib. 9?r. 120, a. 1312 (Äöln): ,.so sulen wir in ze helpen seine 
hendelingen binne Kolne kumen mit nuyn ridderin." — 

g'hampflingen mit boQer ^onb. SSomÄbj. gehampnig = bic^QnbfülIenb'', 
^anb-boQ; (fec^tueiA. S^ioticon II. (5. 1304: „(g)hampflingen: Öu^crn, 
Aüric^; hämpflingen:@raubünben. Untcrroolben^^hgclbcrg; g'hilmpflige"; 
&nem, Qüxxd)} z'hämpflinge« (Solot^um; = mit boUer ^nnb (j. 33. etmoö 
faffen; befonberö: g'hämpflingen melken = hampfeien (fo mclfen, bafe man 
mit ber ^anb bie gan^e Qü^c umfaßt). — (ÖJegenf o(j baju Ift: chnödlince"; 
bgl. dümlingen.) SRartin u. Öicn^art I. 339 bezeugen für ba^ ©Ifafe (Rtetd 
Ältfird)), ein Slbberb: ghampflinge = z'hampflewis." — 

g'höcklingen in ft^enber (Steüung. ©bcnfaflö n^le baö borige fpejififrf)« 
frfinjci^erlfc^e Stlbung, mit bcm S3erbum hocken = ft^cn 5ufammcn]^ängcnb. 

— 3DRir nur ouö bcm ©t^luclicr. ^blotifon befannt II ©. 1127 ..Ase p buck- 
lig e inuncke« (clnfd)(ummem) (Slargau, Cuicrn); z'höcklige in (Solot^urn. 

— Sljnonbmon baju ift: gesitzlinge"". — 

hinderwertlingen ^intcrmärtö, rüdftingö. ®raff ^at e« fik baö Sl^b. 
nlrf)t bejeugt. gfiir« W^b. fü^rt ßcjrcr auö (iJricö^aber bcutfd)c ^rcblgtcn bcö 
13. Ql^btö. (Stuttgart 1844 — 46) an: ,,gant hinderwertilingen zuo" 2,47. 

— !Daneben tm Tl^b.inad^ Ccjcr) gcbräud)lict) bie abbcrbicHcn formen: „hinder- 
wert, hinderwart bon leinten u. jurüdf, tn ^erbort bon fji^löt, het von Troye 



^ie neu^oc^beutfc^en ^boerbia auf -lings. 69 

(^u§g. 3frommann 1832) hinderwertec bon leinten : „ bcö 5:cufcrs 9Zc6 * ^t. b. 53ara(f 
{3tuttöart 1863) 1197; — (hinderwerteclichen iblb. 366; (hinder-wise Don 
hinten: „der hunt in vrevellih umbvie hinderwise in diu bein'' öJcfonitsStbcnteucr 
ö. 5. ©. t). 5. ©aßcn (3 93än5c IBcrün 1850) 1. 176, 281. — liefen ba c^, nov. gloss. 
auö $ctcri^ «(u^iug quo einer ©bfrf}r. b. Voc. ex quo a. 1432: „tergo-tenus = 
hinderwärtling. (<S. 362). ^ic fog. IV. ©ibelüberfc^unö 1473: „nit lasz 
hinderwärtiing, die dir s&chent ze fl&chen*'. 53. ®lr. 4, 5. — „sie giengen 
in hinderw&rtlingen'' 1. 95. SWof. cap. IX. 35. 23. — Slbelbcrt ^cittefcö, 
ncu^oc^b. SÖßortbtIbunfl (2öicn 1865) <S. 51 bcjcuflt ouSSut^er, bcr jc^n ®e» 
bot ©otteö eine fd)önc nüfclic^c »uöflerung, SunSöburg 152ö. ©1.69»: hinder- 
wertlingen. — ©ebaftian 2Rünftcr: Cosmographia (95afc( 1544): „gath 
^me hinderwertlingen harzÄ.*' 642. ^m „SJiorgunt ber SRtcfe* (bcutfc^ 
Überf. t). 1531 Ut. ©crO „Oder ich würd sust genottiget, dich hinderwert- 
lingen zeschlahen*' ((^. 30, ßeile 27). (2cb. granf: Söcltbuc^, 5:übtn9cn 
1534: „den verordneten menschen zum opfer schlagen sy hinderwertling 
zurück". 66b. — !Die ^ugöburger (S^ronif beö Giemen« <Senber (1536) 
„da warfen sie im ain handzwehel mit einem latz hinderwerfingen an 
hals" (Don rüdfroärtö). IV ©. 108 3. 11. — „und hat in hinder wertigen 
verwundt". IV ®. 210 3. 12. - (3u 3. 108 3. 11 giebt eö ble 35artQnte 
im 5^e^t: „da gingen si hinderwert/ingen hinzu''). — „... schier bis 
auf den todt hinderwertlingen verwundt''. IV 212 3. 5. — 2öi(^. 9*cm'8 
Ci^ronifa nciper ©efc^td^ten (c. 1526) „und schlug dem vatter hinderwert- 
lingen den köpf ab*'. V (S. 49 3- ^- ^ic Öangcnmantcrfd)e G^ront! 
(1540)951.113*: ,,da begab es sich, dass ein baur ein andern baur daselbst 
hinderwertlingen mit einem bqjichel schlueg". (2tu«gÖburger (E^ronif) IV. 
244 31. 1. — ^anö<Sod)ö: „der ritter da bekennen thet. der hinder- 
wertling gsehen het das meerwunder ins meere springen''. 16. 231. 13. 
„verwund den keyser in den hals hinderwertling.." 16. 419. 32. 3!)a. 
neben l^at ^. ®. bie 3rorm hinderwertlich: „in hinderwertlich greifen an". 
(95anb 3, 152^ [nad) QJrimmiS Sötb.l 3ifd)art in ©oebedfcö: ©engenboc^ 
C^ompl^tluö, ^annobcr 1856) 415, 30: „welchen nicht an die händ freurt, 
sol den ofen hinderwertling ansehen". (9^ac^ (5Jrimm§ ^i\). I (3p. 15'23). — 
^eter Uffenbac^, 9?euc« SRo&buc^ 1603: „laufen den menschen und andern 
thieren hinderwärtlich oder von hinten nach*' 2,39. — G^rifttcni ^etfe, 
Sfoaf« Opferg. „hinderwärtlich und schelmisch kann der beste kerl ge- 
schmissen werden*' 1, 14. b) !DQfl)pob l^ot hinderwertz unb hinderrucks. — 
SJlaolcr bot nur „hinderwärt = retrorsus*. — (3rf)ön«leber : hinderwertz/ 
a tergo. retro / 3. 317. — <3tleler: liindersich retro, a tergo. — 3. ß. Jtifd): 
„hinderwärtz.*' — c) gür ®d)n)Qbcn ift eine gorm hinter wertlingen 
unb hinterbärlinjren burd) ©cftmlb« '^i^th. bezeugt. — 95irnngcr im 
3d)tt)äb.«2lugöb. = 5ßtb.: ..hinter wertlingen zu einem lauffen'*. 3. 416».» 
„und würfen ihn mit dem Har h i nt er wärtl innren on alle barmherzigkeit". 
au« Cgm. 402f. 138b. gür Söotern fcnnt ad)me[Ier« mtb. hinta' wärtlen' 
„Unta's gsirht froi'dla-r und hint»)Vdrtlen' grundfalsch" II. 1009. — eine 
$ormhinderwertlingQUöCgm.714f. 10. hinderwartling,au« gl.a789*'.— 
herwä^tling öerroärt«, öi^^crmort«. 9Jiir nur ouö (Sd)meUcr« batr. 
2Btb. II. 1009 bcfonnt. — 

h i n n i n g e n über« 3^^)^/ ^Q^ i^ ""^ ^^^^ ©rf)mlb« 3d)U)äb. 3öb. (S. 280 f enne. 
hürli"gen nicbergefouert. i)a« ®d)mci,5er. Qlblotlcou II 3p. 1583 
fübrt au« 3olot[)uru ein 'iJlbucrb z'hürlingen = nicbergef aucrt , aw (5um 
9lbj. hur ig niebergcfauert, gebörig). 

huiling tm $ui, eilig. C)öbe id) nur bei 3d) melier I 1030 gefunben 
(ü. bcr -Jnterjeftion hui = gefdjminb). ©r belegt e« au« einem a)hmd)ener 9?er^ör 
ber rtommunion bnlber (1571) Cgm. 4901 9k. 5;") „ er könn so liuiling 

* 3. = 3cnberc CSörontf ooit "^lufioburg l.xiTx — 



70 C^ugen Saumgartner, 

nit bös haissen was er über 20 Jar herbracht" — u. 9'Jr. 110: „könn sich 
so huihng nit resolviren'*. — 

italingun eitel, bctöeblic^, vacuum, frustra. <Stetnmct)er u. ^ieberö I. 
176/177 3^*^^ 12: „uacuum = italingun (codex parisinus); italingun 
(codex SGalli 911 ^tob.'fer. <5lppe). — 

knielings fnieenb. f^ür ba$ ^^b. nlc^t bezeugt, Se^er belegt e^ and) 
nfrf)t fürs mf)b. - 5lug«burger ©l^ronlf bon !Dcmcr (931. 259a) ^.^. 1503: 
...„sie pettent knieling und kussten offt die erden" (IV. 99 wtm. 3.). 
(5. g. 2Rel)cr, iRobeüen (2 93änbc, Öcip^tg): „eine Fülle blonden Haares in 
das der Mönch entschlossen hineingriff, knielings mit weit ausgestrektem 
arme**. — !Dtc altem SGBörterbürf)er f)abm cö nlcf)t. — 9Son bm neuern belegt 
^etjne ein „knielings" nur mit biefer SRe^cr'fc^en <SteUe; ©anbcrö eriüäl^nt ed 
als „munbortlicf)'', ober o^ne ©elege; ^aul u. ©ac^S f^abtn eö ntd)t; ebenfo« 
»entg ®rlmm; btefer aber ^at „knielig, abj. fdiitetj. unfeft In ben Änieen; ein 
Äbberb kneuligen, knüligen aber, tn fnleenber ©tcUnng (©talbcr, grommann) 
tt)trb ein mf)b. knielingen enthalten; knielings.*' — c) (5d)tt)ei5: (Sc^mlbt« 
Sbloticon ©erncnfe: „chneulige = flexis genubus". !Doi8 ©d)meii. )3bioticon 
III. ©p. 777: „chnewwlinge» tn ©cm (93ricn5); g'chnüligen ©afel u. 
®lamö; ©raubünben, ©cfiaffftaufen; ©c^ro^j, (Solotl^urn; Untermnlben. — 

ig')chneuligen 8largau, ©raubünbcn, Cujern, 8ütlc^; chneuliche" ®rau= 
lünben Silbers ; chnündlige" ©afel, QMdj} norf) mit borgcfefetem z in 
Äargau, ©afel u. ©olot^um — ©tjnontjm: (ge)chnüwlet; „Chn. dur«h e 
stotzige Halten uf ga» (©raubünben)." — Sßie eö fd)elnt, Ift blefeö Slböerb in 
ben übrigen beutfc^cn 9Jiunbarten nld)t gebräuchlich. — 

g'chnödlingentn 93erbinbung mit melche«» = chnödlen, in ßujem, 3^1^*/ 
bgl. füstlingen u. g'hampflingen; [chnödlen, eine befonbcre 8trt ju mclten, 
tt)obei ble 3t^en Alulfct^en ble Änödjel beS 3^löcftnger8 einerfcltö u. ble beö in 
ble ^anb ^tnelngefrümmten !Daumcn« anbererfeltS gepreßt merben.] ©(^melj. 
3blot. III. ep. 736. 

köpflings fopfüber. ©raff u. ße;rer belegen eö für§ SCftb. bcjm. Tlf^b. 
nidjt. a) 3o^. granfö Slugöburgcr Ännalen (um 1470 entftanben) berld)ten 
*. 3- 1457: „da viel oben in irem haus zä ainem laden höpflingen heraus". 
V. 315, 11. 93ürger, ^Wcl^: „röchelnd stürzt er herab von dem schönge- 
zimmerten wagen, köpflings in den staub". V. 585. 5:lecf: „schon war 
ich aufgestanden, um mich köpflings über das Geländer der brücke zu 
stürzen" 7,310. (5d)err, ©Iftctjer unb feine 3elt, ßclpälg 1862, I. ©b. ©eile 84: 
„...wenn sie zu Tod gemarterte, verstümmelte köpflings in Sümpfe ge- 
stürzte Kameraden auffanden..." — c) ©Irllnger, Sd)lPäb. ^ugSb. SGßtb.: 
köpflingen ®. 288». S5erfuc^ eine« brentlfd)*nleberfäd)f. 2öörtcrbud)ö : kopp- 
langs (ib)o. MuptllngS, über ^alS u. Äopf, 5. 93. enen kopplangs to'n huse 
henut smiten" (II. 9'ead)tr. ®. 147). 

krai:5lingen circulatim. Ceyer fü^rt bafür ein 93eifplel axx^ Äonrab 
t). SJtegenberg (l^er. b. Pfeiffer) an: ..daz diu slang krai?lingen lauft und 
hin und her zeuht" 263, 10. 

krcuzlingen freujmelfe, a) weldjeö ©raff furo 3(1^ b. nldjt bezeugt. Öejrcr 
belegt cS au« bem Qa^re 1418; ba^ ^aljburger S^onjll nämlid) eifert gegen bic 
3:rad)t ber grauen, ba^i, ^\z ba^ $)aar tragen „mit groszen ingeflochten wuIsten 
und chräwzling über die stim aufgepunden". (Sln^elg. b. gcrm. 9Wuf. 1864/135.) 
3J'hd)ael 93e^eim: 93ud) b. b. 3iMenem (c. 1465) kreuzlinge (= freujmeife) 206«8. 
ßeyer im 9?acf)trag bejeugt eine gorm: kriuzlinge auö il^ifolautf 9)luffeU 
93efd)rcibung bct ^iabi SHom (15. ^l)bt.) ^cr. b. 3Ö. 93ogt 1876. «Heiligenleben, 
Augsburg 1472: ..und hiesz da äschen auf die erden ströen und hiesz sich 
creuzlingen darauf legen" (163b). (Sd)meller au§ (Igm 4883. f. 104: ..du 
scholt mit aufgepraitten armen chrewzling stt*n". — ^rogelö ^Roftar^nelbud) 
Ms. f. 104. lOo; ..dem (ross) sol man den aiss chrewzling dunliclprinnen. — 
„die haut chrewzling aufschneiden**. — Qm SD'llttelnleberbcutfcften: 



^ie neu^oc^beutfc^en ^boerbia auf -lings. 71 

cruvslinge (fteuiloeifc): 8ü66cn, Tbxb. ©ramm. G. 124. b) S^ramcr: 9^bl. 
iS^tb. S^üniberg 1719: „kruisselings = kreutzweis" II, 127b. 

krünimliDgs in frummcx SRic^tung. ©raff belegt e8 für öoö Sl^b. ouö 
:)iotfer ^f. 66, 5: ,fUnde diß chrumbelingun ganten diete. gerihtes du 
ze rehtemo wege bei ^out $ipcr 18ö2: II 252. 3m Tlf)b. fcf)cint nur ble 
Jorm krumpliche Qebräud)lid) $u fein ffie^e ßc^er 2ötb). gfürö ^fjb. audi) 
nur wenige ©elcge: $l^ili|)p 3^1^"^ SRofcmunö, Slmfterbam 1645 (^uög. 
^Qe 189^9) „di den hohen flus, dehr alhir recht krömlings mitten durch 
gihet, innen hatten. ®. 154. g. Ö. ^nl^n: aJlcrfc j. bcutfcficn 53oIfötum, 1833. 
»cfamt'SBerfe, II. ©onb, 2. Slbt. 3. 519. (4)of 1885): „was auf geradem richt- 
steig verloren, ist niemals auf srhlangenwegen krümmlings zu erlangen." 
®raff gtebt int S(^b. ©prfc^. olö Überfeßung b. %f)b. chrumbelingun bie gorm 
krömmlings. b) ^it Sßörterbüc^er l^oben ei^ nic^t; ebenfo fc^eint ed in btn 
lebmben Tibi, nitfit me^r gcbräuc^Iid^ ju fein. — 

kürzlingen = fürjlic^. aj ©raff Ifat eö nic^t. ßejer giebt für bad 
fRf^b. nur kurzliche(n) n. „kurzliches = in furjer 3cit* an. 3!)en crften litt, 
«eleg fonb td) in einer S^erorbmmg ber 53aöler 9ftcd)tdquel(en b. 25. IX. 1402: 

wie das kurzlingen ettelich erber lüte von todes wegen abgangen 

«yenl** I, Q>. 80. !r^aneben and) bie fjorm kürzlich: ..wie wol wir kurzlich 
mit brand . . . geschädigt sint worden" (anno 1418) I, <B. 104. — b) !Da« 
füpob, aWoaler, ©ticter, (2teinbacft, f^ri^ifd), 5lbclung ^aben kürzlich. — c) (Bd)\vtiy. 
SJWoticon 93emcnfe b. (2?d)mibt (grommann III, 294): kürzlige = nuper; 
^tQlber: kürzligen = fürjlid) II, 147; ba^ <Bdim^. 3biot. III, 499: churzlich 
in @rQubünben-53afö; churzlingeninUri;chürzlingenin Slargau (Swr^ac^), 
3oIotbum; ..Und derno^h chürzligenn göi si und säge^'s 'm Ätti". B. Wyss. 
Worttn u. ßienöort bcjengen für baö @(fa6 bie gorm kürzlig I, 472. 
cKiebrrlänb. SBtb. b. S^ramer 1719: korteling = neulld) II, 153^). 

leisling u. leising = feife, fachte. Citt. ©elegc bafür fanb ic^ ntd)t; 
34me(Ier I, (ip. 1513: leising gf^n; z'lei's. z'leising g'salz'n = ju roenig 
gefoli^en igrommann« 3eitfd)r. VI, 193). — !Dqö ©c^wetj. Qbiot. III 6at Hs- 
lige» obb. (eife: Qüxid)} ..Eim lislige" öppis sage"" 3ö^^=®tabt. — „Den 
Corporalen leissling das Wort in ihr Ohr geben", ö. Cab. 1(>44. 

liegerlings = in Uegenber ®teöung. a) ®raff l^at eö nic^t; Öejer 
bringt im 9?a(f)trag ein 93elfpiel auö 9^einfrieb b. S3raunfd)n)eig, Sluög. b. 
f^ortfd) i%xib. 1871): ,.swaz Hutes nach des trankes trift ze der erden sunken 
und ligelingen trunken'*, 15 872. — ©c^mib ftiftrt auö einem D^at^ßprotofoU 
Dom ^o^re 1505 an: „Martin Reublin von ettlichen knappen lieglingen 
geschlagen". — (Söronlf b. 9(ugöburg 5. 3. 1514 (Cgm. 3i2. f. H-i^): „Man 
must im den köpf li gl in gen linbcm ber Verurteilte auf bem ^^oben lag) ab- 
schlahen-. — Ü^o« ^&,m\^. Qbiot III, 1216 fennt au^ U. Meyr. Chr. i:)40/73 
eine Jyorm liglinen: ..er ist also liglinen g'richt worden".— 3- Sifcfjart 
in b. 6kfd)id)tdflitt. bat ligerlings: „. . . feldgeschütz. welches er . . . auf 
liger lings Rädern versteckt ligen hatte . . ." (^aUe'fdier ^J^eubr. 1891 3. 82). 
— bß Xie ®örterbüd)er beö 16.— 18. :^l^bt. ^aben eö nidjt. — rj ^d)\my 
^biot III, 2p. 1216: g'ligglete»» in od)n?l)5 (©infiebelm; ligglinge" in 
Sfni, 3olot^urn, Untermalben, fonft g'ligglinge" ~ liegenb in 5largau, 
Sern, 30^^*^/* ÖJegenfa^: g'ständlingen: g'ligglingen (mit öorgefc^tcm z: 
"Äaröu. 2olotbum), schribe«. 9lnmerf.: ^Taö ^If. 55.Hb. b. 3J^arttn u. ^[»ienhart 
fennt toobi boö vjubft. ber ligerling = baö gaölagcr, a[>er fein "Jlbbcrb liger- 
lings. — J'ie i'eipjlger 2Wbt. Ijat liegends, 3. SB. liepends kann ich nicht 
gut trinken [«Ibred)t ?. SDJbt.] 

leuflingen = im llaufe. aj 5^ei Öraff nidit, ^nxx belegt für ba^ 
5Wbb. nur loufe-liche = cursorie. ^n litt, belegen fnnn idi nur ben aue bem 
Schroet^. 3öiot. III, 1149 anfüören: G. Mels. „Di*' v(»n Haj>ol lufltnd läufli^e 
in ir statt und entrunnend fast kum und beschlusst-nd alh* tt»r', Kdlib. 
bj ^on ben ^il^tb. ^at eö nur ^TafDpob: leufflingen = cursim, u. grifiuci: 



72 (Sugen 8aumdattner, 

läuflingen = im ?auf, cursim. c) gfür \>tn @c^tt)cl3crs5)ialcft fö^rt ba^ 
(5d)mci^. Qblot. III, 1149 für läuflinge» jiocl ©ebcutungcn an: 1. im ®c^en, 
tüä^renb bc^ ®c6en«: „Ase lauf 1 ige» lese«", A. Gysi 1881; 2. cilcnbcn 
<Sd)i*ittcö (bfll. obige« SBcifplel). 

lüftlings = burrf) blc ßuft. SRir nur auö ©anbcr« Grö-Sßtb. bcfamit, 
b(\^ ein 53cifplel au« ^^Jic^lcr Sia. 47 anführt: „Schleuderten ihn lüftlings 
über den Zaun". !Dafür ouc^ baö Abb. lüfte ns: „Als ob dich der teufel 
lüftens holte" ibtb. 107. 

meuchlings, a) gut« %\)b. nlc^t bezeugt. Cc^cr gicbt im 9)l^b. 333tb. 
ein miuchelingen = ^cimlic^ au« Obcrlln 1070 u. müchelingen o\x^ Vet. b. 
48,18.» Öut^er (ÖJcfamtnjcrfc, Jenaer Slu«g. t). 1540ff.): „der teufel, der 
heimlich und meuchlings so herein schleicht" 8, 59^ In »Söibcr bic ^imm« 
litten ^rop^ctcn. S3om ©aframcnt (1625). — .,wo er meuchlings wider 
uns handelt". <Sc^rtft Cutter« on 3). ©tcgorium SBrücf 1528. — „die solchs 
meuchlings und im finstern helfen anfahen" Iß on @^efa d)en 1530: 5, 239». 

— „der on jren willen un wissen heimlich und meuchlings wegleufet. 
S3on (5^cfad)cn II. Steil 1530: 5, 255». — „da nun der herzog von Brunschwig 
meuchlings, ploetzlich und unversehens war angezogen'*, ©c^rift Cutter« an 
(S^urfürftcn ju <Sad)fcn u. ßanbgrafcn su Reffen 1545: 8, 250*>; — „so ist 
der erste und stellet sich als ob er dir helfen, und feilet dich meuchlinges**. 
<Str. 12, 18; die haben keinen meuchlings lassen umbringen". Xifd)Tcbcn 
267, 6. — Cutter gebraud)t auc^ ein Slbjeftiö „meuchling"; 5. 33. „die ge- 
stohlene, meuchlinge, ungehorsame Winkelehe". 33on ©l^fac^cn 1530 II. %X' 
tifcl Ocnacr 3rofio=3lu«flabc 5, 244 b). S3on meuchlings bilbct er meuchlings- 
weise in ben 53rlefcn 4, 478;* nad) ber Sluögabe ber ©riefe Cutter« bon 
S)e Sößettc, 93erUn 1827, lautet biefe (BteCle nid)t „meuchlings weise", fonbent 
„Nichts desto weniger bestehet euer beruf, welcher öffentlich, unverhohlens, 
nicht meuchelnsweise geschehen** (©rief b. 30. IX. 1533 an bie ^rcbiger 5U 
@rfurt\ 3" ^cn SludAügen aw^ im 9kd)nung«büc^crn (16. Q^bt.) bc« 
«mtc« 5:ennenberg bei ®ot^a (^er. b. $rof. Spiegel in ®ot^a) ftc^t 3. 3. 1534: 
„das er dem landknecht pfantunge hatt weren, dartzw mucheling hat stechen 
wollen". ~ .g). 2B. Äircf)^of, mihtaris disciplina, granff. 1602: heimlich 
und meuchlings überfallen (89). — Ceffing: ,.. . . meuchlings zu morden'* 
10, 213 (©crlin 1793). — Oanberö Grg.*3Btb.: ,,Wo ihr den Polier am Stuhl 
vergraben und den beim Prosit meuchlings knallen liesset". SD'l. ®reif, 
^rinj Gugen 120. *> ^ticler (1691): meuchlings / clam, clandestino.dolose. 

— 30^. SBöbifer, (iJrunbf. b. <2pr. 1729: meuchlings b. i. im 2)unfeln, ^im« 
lid), fte^t 3ir. 12, 16. — 3. i». 0rifc^ bcrtt)eift auf biefe 93ibclfteUc unb auf 
®obicr im 9?ec^t»(3p. P. I. bom fealbamt: „die Wäld stillschweigends und 
meuchlings verhauen lassen", clanculum. — ol. muchelinge, „einen in 
Schriften an einen fürsten meuchelinge angreiften". — Oberliu (1781): 
meuchling / occulte: Ander Rettung Test. li. Brenzs p. 140. — ^heymlich 
und meuchling in die Jugend einschieben". — 3löelung: ..meuchlings 
Slbj. u. 5lbb., ein im ^od)beutfd)cn feiten gemorbene« Söort, mcldienJ nur uod) 
jumeilcn im gemeinen Öeben gcl^ört trirb; l)eimlirf)cr, Ijintcrilftiger 3öeife." 
c) "SRxx in feiner mt>{. bcfanut. 

mittlings — in ber 9Jiitte, fenne id) nur au6 3anberö (5rg.*ülötb. .Er 
schwingt, sie mittlings fassend, eine Lanze'- QJrie«, 5:affoi2J befreitei> 3»PrU' 
falem (53erlin 1853) 9, 82. 

mordlings = auf mörbcrifd)c 3ßeifc. ^n C^rlmm« ÖJrammatif II, 339 
ermähnt, feblt jebod) im 3ötb.; gcfuubcu habe id) eö nur im „^^erfud) einev^ brc- 
mifrf)^mebcrfäd)f. ^ÄUb." 1767 III, «2. 187: „mordlinil-s = mörblid), mörblid)er 
5öeifc" ibeadötcnömert ift bie (^d)reibung mit k\. (Bonft überall mördlich. 



' Vet. h. ^ Ter Veter huoch « (f itbc b. 14. ober ^litf. b. l.x vM)btv\ her. 0. i<nlm, iSfvJ». 
« \')laA} «rimmo äötb. VI, 21»vJ.j 



^ic neul^oc^beutfc^en W>t>txUa auf -liags. 73 

murzilingun absolute. (Steinmeper u. <B[tt)tx^, ^ie af)b. &l 11^ 
<S. 113/114, iRr. 72: „absolute murzilingun eindrafto a 246 *>; b 251; 
eindarhafto (endarhafto c). vel murzilingun c 93b; d 107^; murzilingun 
g 44»; h 18b; auS canones conciliorum et decreta pontificum (conc. 
Chalc. VI), [«nmcrfunö: a = (S[m 1814Ö; b = aim 19 440; c = Sob. S3ln5o6. 
2723; d = (£ob. »inboB 2732; g = (£lm 14 689; h = (Sob. »Inbob 361.] 

mündlings ftatt münbUd), txto&hnt bei ^bcCung 2ötb. II, ©p. 2074; 
t)gl. S'ilcbcrfanbifc^ mondeling (Äramct, mbl 9Btb., ^Jümbcrg 1719, II, (B, 148b ) 

nächlingen = in bcr iWä^c, betna^. gfür« 5l^b. u. SWl^b. ntcf)t bc* 
Seugt, mit überhaupt nur aud Stoiber II, 228 befamit, n>o andj eine gorm 
nöchlingen u. nöchligs angegeben tft. 3)aö (Sc^tocU. S^tot. IV, <^p. 641: 
nächlich, 5lbb. bermutUt^, mdgücbertüelfe (®t. @aUen^3Wefö), 5. ©.: .er chunt 
nächli nüd". — nächlicbs = na^eju (3üri(^'gtf(^entQ0. „Was si für Schueh 
verströli (betbrauc^en) nöchlis jedes Jor es Par" (J. Senn 1864). — näch- 
lingen = in bet ^&f)t (93em*>ii)ibentQl). 

nochaintling = nod), nur bei ©dimelter I, 1715 gefunben. 

näsling = bortüärtö. ©c^meüer I, <Bp. 1758: näslich, näsling ^bb. 
(Sf^ürnberger 3btot. b. S'^ifolot) = ber S^ofe nad), auf bei 9^afe, bor ftd), mit 
ier 9Jafe am^oben. „Isaak legt sich nesüng auf den altar nieder" $aniS 
ead)« 10,72 (^Ui^g. b. Sleßer u. ®oe(je In 16 ©änben). — „N. N. ist für tot 
hingefallen, an paiden äugen erplindt und drey stunt näsling gelegen**. 
S5otlbtQfe( In ^Itenöttlng. 5)te 2ötb. ^oben e« nic^t, and) frfielnt eg In bcr 
I^cutigen Tibi, nidjt me^r gebräuchlich 5U fein. 

niuwelingen, neulings = neulid). ßej:er belegt aug bem Tlfjb,: 
.er was niuwelingen hie" (ßonj. 3038); .ir sprächet niuwelingen daz** 
(Öana- 2448). — „den ich niuweling han gesetzet" 3529 in S)toclettQn3 
^tbm bon ^an^ bon ^ü^cl (l^er. b. SJcfier 1841). — „eine nüwe secta, die 
ist nüweling uzkommen" Fragmente 30» (bei SD^Üer Öanb3). — granf furter 
9Jeid)dconefponbenA b. 3»- 1411: nuwelinges 1, 124 u. nulings 1, 194 u. 
1, 197 (öer. b. 3. Qanffen 1863) — Qn bm ©oöler $Red)t«quellen L @. 80 
^iRt eö in einer Urfunbe b. 1402: ^Wond für uns meister und rate nüwe 
und alte ze Basel nüwclingen mit klag fürbracht". — <Sc^retber, Ur^ 
funbenbuc^ II, 299: gn einer grelburger Urfunbe b. 1420: „. . . darumb 
wir nüwelings vor unserme gnedigen herren dem marggraven zu tage 
gewesen sind". — QJrimmö Söeiöt^ümer 3, 503 berlcf|tcn bon ber Öaqn 
1442: „auch wan ein apt newelings zu V. gekhomen ist, dan soll ime 
ein glockner mit allen glocken entgegen leuden". — 3!)le (Strafeburger 
IS^ronif (S^önigg^ofen) 4. CSopitcl juni Ö^Öre 1892: ^auch werent die herren 
nuwelingen in der stat gewesen" (^. 693 3- 2)- »'die Christen, die nuwe- 
1 in gen bekert worent*' (®. 728 ß. 12). ..wan es nuwelingen was in die 
schüren gefüirt" (®. 756 3. 6). ^n einer iöerorbnung b. 1411 ^ifet eö: „als 
man iejrnote nuwelinge alle constofele und alle antwerke besendet und 
den vorjrelesen het . . .'* (®. 9(i2 3. 17). Oberlin II, 1119 giebt axi^ „Dialogi 
Gregorii Papae, von den heiligen Welschen Landen*' fol. Argent. 1476 für 
neulinges = nuper ein 53eifpiel: ..der neuwlinges zu der zeit meins vor- 
faren Bapst Johannis seligen godaechtnuss gestorben ist**. — Gci)Qbe, (2a* 
tiren unb ^aöqulüen quo ber SHeformatlone^jeit, ^lannobcr 1856—1858: .,neu- 
ling hat der Fucker fünf tausent gülden unib pfrunden geben**, 3, 46, 26. 
..ich wolt, du hörtest das betlein, so ein Kaufmann neuling gereimpt ge- 
macht hat'* 56, 16. „er hat es neuwlings in seinem namen auszgan und 
drucken lassen** 3, 57, 25. — 3(f) liier ^Öübbcn be,^cugen eine gorm nilinge u. 
nilinges =: nuper nuö einem Vocabularius ex quo lauB bcr $)Qnb b. ßombertud 
'3mQrten .5U Öltjeboe b. 3. 1429 i^iBibl. 5. SSolfenbütteli; fenier ein ©eiipiel 
QUO ben ®efdiid)ti^pucnen bcö C^r^ftifteci unb ber <2tQbt 33rcmcn ißer. b. 
^. f[fl. ßQppenberg, 1841): ..Also halp Rot, . . . dat die stad, die so nylinges 
begrepen wart, de bleef unuorsturet van den vygenden" 64. — on einer 



74 C^ugen ^aumgartner, 

bcutfd)cn Übcrfe^img 5e« 16. ^i)bt&. (1531) b. ^3)brgunt, bcr IRicfC Reifet c6: 
„die nuwelingen an sinen haf kämmen*', <&. 60 3. 26, u. „die was nuwe- 
I in gen us der kindbet gangen'*, <S. 96 3- ^• 

nüchterlingen lnnüd)tcriicm3wftönbc. a> ©raff l^at c§ nirf)t. Öcycr: 
ntichterlingen Slöö. nüchtern Mone 3,286 (15. ^a^r^bt). C^^rmonn gfifd)ct 
bcröffentlicf)t in ©ortfd)« ©crmanlo 30, ©. 99 ein f^rogment eine« f diroäb. ^rancl* 
buc^cö, boS Inö 15. go^rl^bt. gcl^ört, tworln cö Reifet: „Niem entzian ge- 
bulvert und trink den Jn warmem win nüchterlingen und so er Schlaufen 
gaut etc." (!Dic 4)bfc^T. f)at nüchterlignen.). — ^onö <5ac^ö: gaftn.^^p. 1199, 1 : 
„darzu man nüchterling sol schmecken.'* 1(». 1200, 29: ,,das niesz der 
siech umb vesperzeit ganz nüchterling vor allem essen." — Tl^ld). ® cbi^, 
flcbcn ©ürf)cr t»om getbbou 1580: „dreier löffel voll nüchterling eine 
stund für dem irobisz und nachtessen genossen** (94). — Opi^, $ugo 
(5rotiu§: „doch dasz man nüchterlich und also leben musz wie die 
eesundheit heischt" (231) — !DtefenbQd) unb SSSülcferÖ mb. bringt aiiö bcr 
gronffurtcr ©tabtbibüot^cf III. 25b nüchterlingen (784). — ®d)meacr 1, 1720, 
glcbt ein nüchterling auS Cgm. 638. f. 48. — „Honig nüchterling genossen**. 
Xterbud), 1563. — „Nüchterling 6 lot einnemmen". 3.3. 9eüfd), 1608; 
„Rettich nüchterling gessen bewart für Gift'*. Q. Qoil Slränciburf) 1710 
(ögl. ©c^toctj. 3biot. IV. <Sp. 665). ©anbirö fü^rt ein nüchterling an ou« 
33üd)fenmciftcr 7; ©trofeburg 1729. b) SDic Sötb. ^oben nur nüchter u. nüchtern, 
lilrf)t nüchterling. cj{&{\a^: SSStb.b. SJiartin u. Öien^art 1 758: „ni achte rl in gs 
in Diufa^ (©cblpctler) niechterlaeng im SDlünftcrt^al; „s stosst »hm niechtarlaeng 
uf wie ins Müllers Säü am Noc^mittag er tft in oüer Srül^e fd)on betrunfcn. 
(Out^mott); niachterlings ka« mr guet le^re** (lernen) in ^Riifad); „ar es, 
niextarlaeng e ti *Syul käga'* in ÜRünftertl^ol. — ^falj: nichterlinge 
Obloticon t»on Slutenriet). — 

olings etnft, bor alter 3^^*- ^) SWagbeburger @d:öppend)ronif 
(c. 1460) „in diesem sulven jare buwede men de mole benedden der bruggen, 
dar (mo) ol dinge s (bor alter 3^^^) ok vor ein mole stan hadde" III. midj 
(5. *2(j5. 3- ^ö- — ,,und Sandow hadde old Inges to ter Marke gehört**. 
b) Xtefenbacftö novum gloss. (2). 271 ernjö^nt auö einem lat-nteberbeutfcficu 
5Btb. b. 1417: oldinghes, holdinghes = olim." ©djotteliuö, S3on bcr 
beutfrf)en |)auptfpr. 1663: ohlings / antiquilus (<B. 549). 3. 8. grlfd): II, 31 
frf)reibt borüber: „oling tft bom SS^ort „alt* in iRicberfad)fen (ba man bcr 
,Ole* für ben ,®[(te" fagt), formiert Sorben, meiere« einige Oberteutfd)e o^nc 
®runb bom ßatein. olim nirf)t nur I)erleitcn, fonbcm gar etnö bamtt marficn 
tt)oUen; olim tft burc^ ben pcbanttfrf)en ©tilum, bcr immer Catein tnö 3)eutfd)e 
mengt, alfo bcfannt tuorben*. — c) gri^j 9^euter Oüe flamcllen: „dat was 
en herkommen von öltlings her (bon 9(ltcr§ l^cr)" III, (S. 174. — fjrom« 
mann (beutfd)e Tibi. IV, 271. 79) fennt au§ bcr SWärfifdien SWunbort 
eine gorm „fanalingas, bon alter Qc\t ^er, luofür eine Urfunbc b. 3. 1482 
van ayldinges bietet, u. benteift auf fan faeringas, bon fem, bon ttjcitem. 
— 2)a« 53remtfc^'^9?ieberfäd)fifd)e Sßtb. (9^ad)trag II) r)at oldings, ol- 
dinges. oldelinges / meilanb; „e« finbet fid) befonberö ^äupg in bcr Gl^ronif 
bon DitjncSbcrcft unb (Srf)ene". — 

piepling. pieperlings tt)ie a\i^ einer $Rö^re flief^enb. In Strömen; 
bon piepe — SRöftre abgeleitet, aj 8(n Ittterar. 53elegen fenne id) nur ben ani^ 
5:imotl^. $)erme^, (Sopftienß {Reife bon ÜWcmcl nad) <Bad)\m, Cci^jig 1776: 
,,der regen rann pyplings. wie man bei uns sagt, von seinem Überrock 
(5, 96); bgl. @r. mh. VII, ©. 1844. — b) ed)Ottelluß ermähnt auf ®. 663 
ein piperlings. c> gri^ SRcuter, CUe Sfamelleu: „denn dat regent all 
piepling8"((5. 125). öJ.®d)ambadj,2Btb. b. nb. 2)?bt.: „piperlings.gleid)fam 
ourc^ eine 9Rö6re flicj^enb, mie ein ^trabl*. .,det wäter leip mok p^perlings 
fit dem müle-. — Q. g. !Dancilg mb. bcr altmärf.^plattb. 3Wbt. fü^rt 
boi&fclbc SBcifpicl an. — Xaö SBeftfölifd^e mb. b. :ö3ocftc: piperlings 



^te neu^iK^utfc^ S(boex6iQ auf -lings. 75 

o. piplings. „t'wftter lÄpet em piperlings üt der näse"; „de sw^t es mi 
piperlings längs den kopp lopen". — Qn einer merfwürbigen IBebeutimg 
wnb piperlings in ^olftein nac^ ^diüt^eQ £)o(ft 35iot. lU, 211 (1^^02) 

gbzaväst: „he füll piperlings daal" (et fiel platt l^in 5ur Grbc). — i^oön 
rinfmQnn, »afper C^m m Id (4. SCufL 1890) (B. 247: .,de hellen tränen 
follen man üromer so piplings cewer de back**. — 

pisse lings. 9he5er < $od)b., ^o(^s9{ieberb. Sßtb. t)on ^atf). Gramer, 
'Xömbtrg 1719 I @. 298: pisselings, i. e. bruntz-, seich-, ober zinsel- 
weis, tappelings. — „de W^ti loopt maar pisselings uit't Vat etc. = ber 
fBeüi läuft nur zinselweis aui^ bem f^a^, tft auf ber 92eigc. — pisselings 
betaalen [nu en dan wat, en als de Verkens pissen] =^ ^tnfelmeid bcjol^Icn, 
haxm u. toann toa^, u. koie bie ^meine brun^". 

plitzlingen, pflüpfling, ploetzling pld^lic^. ^t biefem Slbberb 
fM bie t)frfd)iebfnen formen aui^tnonber au galten, bie im Q^ebraud) bei ben 
^dnrtftfteDem u. !Dic^tern beig XV.— XVII. ^i^btö. o^ne Unterfcfiicb ber 93ebcu^ 
timg buTd)einonber t)orfommen. a) Se^er fül^n im 92ad)tragdbanb eine ^orm 
^phlupfling=:pldQlic^, an auS bem .9(dfermann aud ^d^men' (15. :^^bt.) 
ber. ö. Shriefd)e(f, ¥rag 1877) 52, 12. — 3immr. (S^ronif 4, 765b f^at bie 
^rmen: arplitzlingen, urblutzlingen, urplützlingen u. urplutz- 
lingen. — Äeiferöberg In bilger 162<i: „urblitzlingen dust du ein 
ding ohn bescheidenheit*\ — ^rimrnd ^tb. II, 169 giebt ein $)eifpiel aiid bcn 
^Tüdien öon 4>on^ SoU (15. 3^bt.) „mit dem ich plüpfling sie anfiel''. 
Ifwupt, 3eitfd)rift 8, 513 ©er« 106). — @d)meUer an^ bem Codex germ. 
Monacemis 3633. f. 13: ,,das fewr verzM urplupfling alle ding**. !rie 
Cberbeutfdjen »ibelgloffare beö 16. Q^btö. (g-reiburg. 3)iffertat. ö. Jri^ 
Douner 1898). 2)aö neu ieftament Don «bam ^ctri, ^afel 1522 : b 1 otzl in g 28. 

4>. ©teinerS Slugöburger %u^Qaht bon 1528: bloetzling 28; 

• 1529 blotzing 

* • m » f» l^^l • * 

• • IT t » 1533 , „ 

» m m « • lt)oO ^ y 

• 1537 blützling . 

«u^Qbf b. aiear. 5ßetffcn6orn, Stugöb. 1535 blotzing 28. «u«g. öon 
t^omaö 550^otff, ©afel 1523 blotzling; ber i«ürnbcrger 9?ad)brucf b. C>crr = 
gott blÄtzling; ^.'« «uög. b. 1526 blützling; Qobft ®utfncd)tö Stuög. 
ö. 1527 blützling. — öJrimm fü^rt auö einem Äircticnlieb b. 3. 1527 (2öocfcr= 
nage( 3, 739, 3) eine Stelle an : „der herr mein wainn erhöret hat, heschenipt 
mein feindt ploetzlinge'*. — Öutl^cr, ^uölcg. ber X (Gebote (15*28): „aber 
darnach ploetzling en ist er über sie komen**. ^n Cutter« !rit. Öefomt^ 
«uÄflobe (toeimar 1899) 16, 469: „er kam blot z lingen über sie' ib. Itl, 469. - 
„er kam plÄtzling über sie** in ber Qenacr Äu8g. bou 1540: IV. 93nnb 511b. _ 
u. H^ 41 b „solt doch gott mit donner und blitz ploetzling darein srhlahcn*. — 
Sdxibe, ^at. : 1, 100, 32: „indes zum ufer drungen dar plüzling der sein 
eine grosse schar** u. 102, 97: und het das schif mit feuor plützling gc- 
ziimiet an**. — ^anö 0ad)§ 57. ps. (18. 231. 20): „welirhcr des Jammers 
mein -- kann urplüfflich machen ein end.** — U. 18. *236. 14: und sniln 
arplQepflich nit erschrecken*. — 20. 418 6: „hat sie urpliipfflirh ab- 
genommen*. — 16.500.3: „das sich denn urplüfling abwend'*. - 19, 341.,*J(): 
„em gut genlcht aus ferren landen eim mann urblüpffling zu-gestanden*. 
— 8urfarb«SöaIbi« im ©fopu« 1565 bot ploetzlirh A, 13, IH, 56, 61. — 
^. «J. ftird)^of, SBenbunmut (1581) I. 207. 293. 475: })loetzli<h. w. 1, 393: 
plötzlich. — — !^iefenbadi u. ^ülcfer führen nui^ einem Vorab ulorum 
rerom promptuarium a. 13... ^cip^ig 1517 bie ^oxx\\ plutzlich repente. 
Oft — Srf)mener I. 405: «Itöttiiig. $)lftor. b. 1698 pflüpflich, jilitzlirh, 
urplitzlich. — Äy .3. !335bifer: ,,zu schänden werden plötzlich". -— vi^d)önö = 



76 CSugen Saumgartner, 

tcber: blöizlich = g&hling (81). — grlffuö u. ©ticict l^obcn plötzlich; 
Obcrlln fül^rt ein urblüpfelingen (ex improviso) auö SJciferßbcrg an. — 
c) gür bic Obcrbeutfcficn 2Rbt. ftobc td) feine ©clegc. — 3Ö o c ft e giebt für bie 
SöeftfäUfc^c aJlbt. ein 8lbb. plümpelings proe^jlirf) an Hebenfoü« 5U» 
fommcnl^ängenb mit plumpen = fallen u. plumps.]. — 2Jl. Äramer, nicbcr* 
länb. Sötb. 1719: „plotseling sterven ^ plöfetirf) ftcrben" II 162a 

radschiblung, radscheyblich im Shcifc l^crum. a) ©raff u. Öejer 
l^abcn e§ nicfjt. ©tein^öluelö Überfcöung beS 3!)ecamerone ^at radescheybe 
(<S. 16, 8): sich radescheybe umbe si auch nider setzten." — (S. 54, 15: 
„... nider setzet, und ir gesellschaft radescheybe um sie; — ©. 164, 38: 
„ir gesellschaft radescheybe umb sich; ©. 310,17: ...sich radscheyb umb 
den külen brunnen; cbenfo (5. 379, 22; 466, 15; 587, 14; — Slbcntin ^t 
rundscheibet ; b) 3!)cr Vocabularius b. Q. 1419, gcfc^rleben b. (£anonicuö 
bon 3nbcr«borf (nörW. b. !Dad)au) ^at radscheiblich. — Obcrlln, Glossar. 
Scherzii, Arg. 1781, II p. 1259: radschiblung = late, circum, in modum 
rotae. — de Leronis: Belial contra Christum (Bibl. Argent. fol.) pag. 49: 
„das blut deiner heiligen habent sy vergossen radschiblung umb Jerusalem*', 
(ßutl^cr redit : „si habent blut vergossen umb Jerusalem her wie wasser'']. — 
©ttcicr im bcutfc^cn @prjd)^. lt)91: scheibicht = orbiculatim. — 

rittlings = mit ge|prei$ten ©einen, n^ie ein SReiter, a) ge^t In feiner 
Sebeutung unb ^nmenbung neben grittling ^er. $(^b. u. 3)1 ^b. unbefannt. 
CSl^rlftop]^ Öebmann, ©lumengarten (1640): „setzt sich der äff rittlings 
aufs holz und spaltets mit der axt" (32). (SanberS fü^rt für rittlings fefir 
biete ©clegc an, s. 33. 93. ^uerbac^, SDIrfjtimgen 4, 183; ®. greptog, Goa 
\xx\b |)aben, ßcl^jig 1885: „...schwang sich darauf (auf bm älfc^) und blieb 
rittlings darauf sitzen" I ®. 43. — tb. I, @. 104: „und setzte sich 
rittlings auf einen stuhl". — grefe, ®oet^c§ ßebcn unb (Sd)rlftcn 2, 102; 
^acflänbcr, Söec^f. 1, 71; ^elne, ^tta iroll, $lap. XllI: „rittlings sassen sie 
zu pferde" (nämUrf) bie ^Jtjmpl^en), Sluögabe In 12 93änben, 9. 93anb, Hamburg 
1876. — b) v5d)0tteliuö: „setzet sich reitlings aufs holz / sedet instar 
equitis". — ©tieler: reitlings / instar equitis. — SW. Gramer, ^b(. Sßtb. 
1719: „rittlings = rydelings, schrydelings, scherdelings" II 170b. — 
grlfc^: „rittlings auf etwas sitzen = reiten". — 9( betung fc^reibt barüber: 
reitlings Slbb., melc^eö nur im gemeinen ßeben üblich ift, nad) 9lrt ctneS 
SReltenbcn. Reitlings auf einem Stuhle sitzen, fo bafe man bie ©eine ju 
betjben Gelten über benfelbcn gefdjiagen l^at. — Qn einigen ®egenben au(^ 
rittlings. Sutfter 6, 141b (Qcnaer golio^^uögabe): „setzt sich reitlinges 
darauf". — c) i)le alemannlfc^n, balrifd^en unb l^efftfc^en 3Ji bt. bilbcn atte 
grittling bejm. graddeling. 

rücklings, ©teinme^er n. (5leber§ 1 , S. 301: supinus :=- ruchi- 
lingun 20a codex S. Pauli XXV d/82. — !I)luttöfa 111, 62: „rucke- 
lingen giengen si dare" aui^ einer metrifc^n Bearbeitung eineö ielfd bcd 
erften ^\x6:^ SWofeiS (cod. D. I, 137 in 5ölen). — ©gf. Öebld)te beiJ 12. Qil^bt«. 
(^er. b. 3Jia6mann 1837) (5. 253b __ ^cinric^ bon JiBelbecfe, CJneit ((ht« 
müHer 105, 16): „her liget ruckelingcn, der arme verlorne". — ;3tt)elu 
247: „er warf in ruckelingen under sich". — ©lttero(f=2)iet(elb 113»: 
,.ez gönt, sam krebzen üz dem bach, min herre und alle sine man von 
siegen ruckelingen dan". — Jlonrab b. SJ^egenberg 99, 17: „wen die 
leut g<^nt für sich, so gßt ir bild rücklint?en hinder sich" u. Ib. 147. 31: 
..ist daz er dir nachfolgt, g6 ruckelingen, daz er dich anseh . . .'•; ib. 
198, 12: ..der vogler treibt in rürklingen in ein netz". — ßieberburf) ber 
(£(ara ^ä^lerln (1471^: ,.auch hett es sich rückling gen uns her gekert" 
(C. II. 68, 54). — (Steln^ömel, SDecam. V, 6: „und da an eine seüle rück- 
ling und also plosse gcpunden worden" (3. 348, 7). — 9Mcolauö bon 
Sßble, ^ran^lat: „do der honker das füre rügklingen hinder im wolt 
angezündet han (3. 229, Stuögabe fteUer). — Cutter, 33lbcl: „si giengen 



^ie neu^o(^beutf(^n Hboerbia auf -lings. 77 

rücklings hin" (55kimarcr frtt. «u«fl. 1900, S3anb 24, ®. 209), I SWof. 
9,23. — gpö. ü)lctcnberacr, 93iaUa, 9Waliul534: „sie giengen rücklings 
hinzu- I 9Wof. 9, 23 (t)gl. Cutter u. fog. IV. 33ibe( unter hinderwärtlingen). — 
c) Q^ednerS S3o0c(bu(^ übcrf. bon |)cu«nn, 1557: „dasz der fisch, welchen 
er (bei 2feablcr) gesehen hab, sich von stund an rücklingen umkere (8b}. 
3inimcrtfd)e CS^rontf: „der grafe . . . fragt mit grossem gelechtert, ob 
SIC auch noch so gern rücklingen im prett spilet*' 1, 274. 17. — ^onS 
3Qd)d. ^ob, u. 3d)mönfe: ,.fielen auch rückling paidesander hinab'* 200/104. 
— 5o(tn.=(Epie(e: „wie du rückling gehst d'stiegen ab" V, 53. 314. — 
S. »rügcr, ßon« S^(a»crtö SßctfL f)iftorien (1587): „sie fiel rückling in 
die Hüllen'* (@. 45). — Qo^ann SR äffet ju enfifebcim (ölfafe), ^oftiüa c^tiftl. 
catboC. ^rebigen . . . 1595 foL: .,und namen ihre Kleider und legtens auf ire 
beide schultern und giengen rücklings hinzu", @. 203 (fie^e Wem. b. ©Itl., 
8.x, B. 203). — Äbcnttn rückling ®. 327, ß. 32. — gricbr. b. ßogou, 
3imi8ebid)te (1654): „es ist nicht löblich, einen loben ins gesiebte, ja vil 
minder ist es löblich, das man einen rücklings richte" 2, 190, 74. — 
..der schlaf heiszt rücklings falsch" 1, 46, 85. — ßenou, ^bonorofa: 
..da raubt rücklings ein Strauchdieb ihm den Degen" (^cmpctg ^w^^aht 
S. 127). — ©erth. Sluerbod). !Dorföefcf)ld)ten I, ^tuttgort 1863: „er fiel 
rücklings*' -3. l40. — h) !Dlefcnbac^ u. SBülcfet führen au^ einem „Voca- 
bularius rerum", 15. 3örbt. (oberbeutfc^) eine gorm „ruckeling =z retro- 
grade** unb au5 ben ÖJloffarien beö 15. Q^btd. (oberbeutfcf)) ein rücklich — 
supinus an ibgl 9Rone, Anzeiger 8, 247, 255). — Qofuo SRaaler: „rück- 
ligen liegende, den bauch und das angesicht gegen den himmel keerende r— 
resupinus". — 5^*f^*^^' ».rückling, rücklich / so auf dem rügken liegt, 
supinus / resupinu««". — ^d)Ottenuö: ,,rücklings reiten" u. „hinter- 
rücklings** ^. G6,>. — (Sttefer: ., rücklings, rücklingisch, hinterrücks, 
more inverso. rücklich =^ supine, retrorsum**. - 3R. Ätamet, 9?bl. S5^b. 
1719: ..rücklings— ruggelings over, rücklings fallen, stürzen" II, 172». — 
0ottfd)eb, Stcutf(^e ^pto^funft: rücklings — rücfmärtö (3. 370). — 
^teinbad): ..es geht rücklings / retrogreditur; wie ein krebs rücklings 
gehn / ut Cancer retrorsum ambulare; rücklings liegen / supinare, rück- 
lings beugen / resupinare"; boneben ^Qt Stctnbod) rücklich / herunter- 
fallen — retrorsum prolabi; ferner: Überrucks, hinterrücks / a tergo. — 
3. 2. 5rtfdj: ..rückling / retro / retrorsum". — Obertinud: „hinderruck- 
lirh / a tergo" 1, 673. — ^beluug frf)reibt barüber: „rücklings §lbb. bon 
bem fwxuptioort D^ucfen. rücklings gehen, so da.ss der Rücken, nicht aber 
das Gesicht nach dem Orte gekehret ist, wohin man gelit. — 9lud) ^utueltcn: 
auf dem Rücken liegend: rücklings schlafen, der ruckenschwimmer schwimmt 
rücklings; ingleid)cn: im Rücken, von hinten; jemanden rücklings an- 
greifen. üb(»rfallen'*. — cj Zö^xoziy. 3rf)mibt'« ^^toticon 33emenfc (S\rom* 
mann HI, 443): ruglige / resupinus. Sc^tüaben: 3d)mib, 3d}tüäblfd)ed ^l^b.: 
rücklingen. ..ihrer badknechl einer legt ihn rücklingen auf das pfi«»tz" 
tfloben im 3immer), 9flmitt)olf-. iRieberbeutfd): ed)iner=ßftbben, SUhttcl- 
ntrbtrbftitfd). 35Jb.: „so hebbe wy unse secretum wittiken taten drukken 
ragghelings uppe dessen brefT* (3. 14: Styffe, Bydrag tili Skandinaviens 
Historia, 3tocfT^olm 1859). „so vellen alle" rugghelink to der erden". 
17, Passio CJiristi aw^ bem ^fnfong bed 16. Qöbtö- — ..»dt schall nemandt 
van ruggelink werpen, houwen, luken eder slain" Urfiinben beö S(rrf)lbd 
ju Clbtiiburg, (ötoffor bon Tr. ^eberfu^j an^ bem ^(i\)xt 1547. „und sloh 
den sulv«'n nicht van ruggelinges ader deff liehen . . . etc. . . . (1537», 
tBI^mnr, (i^ertditdacte. — ^eutigeiJ iRicberb.: J^ri^ $Rentcr, OaefiameUen: 
..Bräsig foll ifiel) rügglings in en Dornbusch", 3. .')17. 

samahaftingun frequenter. 3tetnmct)er u. Oicbertf I, 178: fre- 
quenter ^ samahaftingun (cod. parisinusi, samahefticum (cod. S. Galli 
911; (nrob.'feron. 3ippe. 



78 C^ugen SBaumgartner, 

schleinings — longforn, aamäl^nc^; bon ®cl)meaer (^air. 3Btb. 11, 525) 
aui^ bem <^peffart bezeugt, mit ber ^ebeutung oamä^lic^, fanft abhängig (toom 
2:cnain). 

schnittlings In GompcSSötb. unter lings ift !Drudffcö(cr für schrittlings. 

schrittlings = Im ©Cordten, fc^rcitcnb. a) ©raff belegt eS für« S(§b. 
nlcf)t. Ce^er, W)b, mb. quo SBolfbletrld) 298, 1 «nm. „schritlingen" (tn 
Sänifcö ^uögobe). ©onbcrö fttl^rt im 2Btb. au« SöaTter JRljff, ^icvbudj 
älbcrtl SOlagni 1545 (gronlfurt) ein 53eifple( an: „dass er auf solchem Delphin 
schreitlingen gesessen" 213, 210. — ©rimmelöl^Qufen, ©implijlffimuß: 
„ich satzte mich schrittling auf eine bank nider" (©. 142). — (Sd)(egct, 
©^afefpeore 6, 158: „stelle dich schrittlings über mich". — 5:tcdf, SBictorta 
«ccorombona 1840: „. . . sitzt schrittlings" 1, 268. S^alfer Octablanuö 289. — 
3o^. ÄQr[ Stuguft 2Rufäu«, ^^^ftognom. SReifen 1778, 4, 13. — ©ott^elf, 
®c[b unb ®eift ober btc S3erfö^nung, Berlin 1861. (©efammelte <Scf)rtften, 
©. XIII), (S. 68: „ich will dir schrittlings Brot holen" =:: fte^cnben guöe«, 
fofort. — b) (3d)0ttcHu«: schrittlings, ä chevauchons, instar equitantis. 

— ©ttclcr (1091): „schrittlich u. schreitlich — gradatim, pedetentim, 
per gradus". - Tl. S^ramcr, mi mb. 1719: schrittling SlbD. II, 190b. — 
3. ß. 8fTlfc^: „der mars gradivus wird schrittling gebildet und gemahlt 
= Mars gradivus divaricatus et distentis pedibus sculpitur et pingilur". 
(II, 227.) — Slbelung: „schrittlings Slbb. frfjtettenb, Im ^djxittt; ein nur Im 
Oberbeutfd)cn üblidjed 2Bort". -- c) @ine merfnjürbige gorm sclgt bie ^eft^ 
fäüfc^e a^bt. (2ötb. b. Söocftc): strllings = id)ttttang«; eö ftel^t für strld- 
ilngs, boiS bom ^erbum strlden = fc^relten abgeleitet tft. S^lcberlänblfc^. SBtb. 
t). Tl. Gramer 1719: schrydelings u. schrydling II, liK)^. 

seitlings e latere — fcitnjärtö. a) gürö U^b. öon ©raff nlc^t bezeugt; 
Cei'er bermetft auf bnö SBeifpiel quo Obcriln: „banden in an daz krüze site- 
lingen mit seilen" (myst. 8, 30). — 5)lefenbQ(^, novum glossarium 267, be* 
jeugt QUO Tl^b. Sötb. b. ©enedfe II, 2, <B. 92: „obliquus = schaelb vel seitling*^ 

— ©art^olm. JHingmalbt, !Dte lauter Söaßr^eit 1585: „wenn er seitlings über- 
schießt" (199). — graujöf. ®lmpM683: seitlings 1,8:^. — vSonberöörg.^^ 
Sßtb. fü^rt ein seitlings an quo Dfiofemann 219 u. Söeftcrm. 253, 40» — b) gofua 
2)iaQlet:„seytlingen/ besey tz / überzwärch här — ex transverso, oblique, in 
obliquum". — @d)önS(eber: seytlingen/ oblique (635). — 3)^. S^ramer,9lbl. 
SQBtb. 1719: „sei tling, 5ur @clte = zydeling, ter zyde, seitlings segeln -=mtt 
©citcnminb" II, 195b.— 3. 8. fjrtfrf): „seitlings 5lbb. gcbrQud)cn einige für 
oblique" II, 262. — ^belung ^at nur seitwärts. — c) gür bte (Srfjmelj 
fü^rt ©talber II, 369 ble 5>orm „seitlingen =1 fcitlingö, feitmärt«" an. — 
Sh\d) bejcugt In m^mx 2öt. u. 533cnb. (1900) alö i^öönet gorm „seitlich -: 
feitlingö. — S^iebcrbeutfd): Od)iner = Öübben: „sidelinge, sUlink, 
Äbn. feitUngö, frf)rQg, ex obliquo; Etymologicum, studio Cornel. Kiliani 
Dufflaei, Ultray 1623. — „item etlyke mynschen hoft he sydlingh laten 
doerspeten (burd)fpte6en). Van dem quaden Dravole Wyda 1456 (p. 77). 

sitzlings — ft^jcnb. a) S3on ©raff u. ßej:er ntdbt bezeugt. — ^ug«- 

bürget (I^rontf bon ^Denier: starb . . . was nur ein tag krank, 

sitzlingen in ainem sessel" IV. ©b. (5. 457, 11. — 53crt^. Auerbach, 
!Dlc^ter u. Saufmann II (®ef. (5d)riften 1864, XIII. ©b. ©. 114): „Auf einer 
Fusswanderung begegnete er einem jungen Bauern, der sich sitz lings 
auf dem Pferde hielt, das den Pflug heimwärts zog" (sitzlings fiicr fo biel 
al^ bcibe güöe narf) einer <Seitc beö ^ferbcö ald öJegcnfa^j 5U rittlings — mit 
gefpreijten ©einen). — Ibb. !Dorfaefd)id)tcn II, ®. 180: „sitzlings kehrte er 
auf seinem Pferde heimwärts" ((Stuttgart 1871). — bj ^o\na 3Jiaaler: „sitz- 
lingen sedendo, die sitzlingen werkend oder arbeitend und iro hand- 
werk Ireybend, sedentarii". — 3d)ottelluö: sitzlings <S. 373 (fielje 
ständlings). — c) ©djmibt'ö Q^^oticon 53erncnfe (grommann IV, 15): 
si tzlige = sedens; 3d)mib'Ö '3(^n)äbifd)eÖ liötb. : „sitzlingen". 



!3)tc neu^odK^utfc^n Stboetbta auf -lings. 79 

spälterlings. ^adjtx^ 3eltfc^rtft f. 5. Wl 17, 448 fü^rt au« 
..Trorbachische Ehren -b&ul oder Geschichtliche Beschreibung der fürstl. 
Sponhcymischen Oberamtsstatt Trorbach an der Mosel . . . durch Johann 
Hofmann, Stuttgart 1669**, an: „spälterlings: spalten (ble Söui^er) sie 
ibad nidft tauglich) Holz^und tragens spälterlings weiss mit sich an- 
heim* 486. Änmerfung: Über ble Stlbung mit -weise bgl. auc^ blindlingsweise 
bei »utfdjfD, ^t^mo« (Öcipaia 1677) 126; 9ö7 unb meuchlingsweise bei Öut^r, 
In ttn ©riefen 4, 478). 

stalingun furtim, Don QJraff VI, 669 auö 9^iebcrbeutf(^en 6JlofTen be« 
codex parisiensis 2655 oud bem Vlll. ^a^rl^bt. ermö^nt. Qm Tlf)b. u. ^f)b. 
uitbefannt. — 

ständlings = fte^enb. aj S5on öraff für« Sll^b. u. ße^rer für« mf}b. nidjt 
bezeugt 9(ug«bUTger ^bronif bon IDcmcr: „also hat er dem knaben 
st endigen den köpf abgehauen (b. f). tpä^renb ber Shiabe ftanb) (<B. 110, 1.) 
ib.: „und zö dem ersten hat er den hüben stendlingen geriht'* (0. 109, 28). 
(Btb. Sronf, SBeltbud): „ständling/* 66b; 3. gifdiart, ®cfc^id}t«n. : „er 
zog also ständling den sattel wider hinauff' (S. H64 (i)a[Ie 9?cubr.). 
|>. Tl. aWofd)erofd), ©ef. ¥^U. „ständerling" (5. 412. - 93albc, de 
vanitate mundi: „da Rom fiel ein, möchst du der seyn, der ständling 
wollt verharren" ^fic^c ©(^meücr, bair. 2ötb.). — ©albe, Öob ber SWagcren: 
..Was ständling aufrecht seine Füss kann sehen, on alles Rucken" (ftel^e, 
3dnncncr, bair. ^tb.». *> <Sd)Otteliu«: stehendlings: „der pfau leget 
seine Eier nicht sitzlings sondern stehendlings'* 3. 373. Oberlin, 
pag. 1556: „st&nderling = staute pede, cf. Keysersb. Postilla 1491*'. — 
c> '^m Älemannifd)cn ift bic 2fonn ständlingen ^cutc nod) fe^r üerbrcitet, 
^ ©. „ständlingen trinken**. (3ta!bcr II, 392: „ständlingen = ftc^nben 
^rwie«". — ©cftmib, 3d)tt)öb. 3ßtb. ständlingen. ^n ber Öeipjiger 
^unbart fagt man: „er ist stehend s eingeschlafen*'. — 

Stillingen = frtQe, ^eimlit^. Cearcr, Tl^b. ^tb. bezeugt e« au«: Gil^arb 
oon Obcrge ((^be be« 12. 3^bt«.) ^cr. ö. Cirf)tenftcin (1877) sti Hinge 7089 
u. im ^Jiad)trag sti 11 in gen au« 33cr« 8617; ferner ou« ber bürlngifd)en 
iSbronif (U. ^ob. diotf^e): „quomen stillingen zu der statt*' (167). — ^u« 
*9ontu« u. ^Ibonia (m^b. ^bf(ftr. be« 15. 3brbt«. im SJölner 3tabtarrf)ib): 
„sie zogen s^re stillenge in einen husch" 83c. — Öeyer im ^Jiaditrag: 
^bote« gereimte« C^üfabet^en^Qeben (in ber Soburger ^bfc^r. nad) bcn SJ^itteit. 
ö. ©i^fd)el in ©ermania 18, 370ff. 10b): „dyt thed sie stillingen an ge- 
whrei**. — ^iefenbad) novum glossarium il867) ein sti Hinge = basim. 
au^ einem (at.^nb. Alphabet, «ßtb. b. 1417 (f. 12— 240 in Äölner ^Sibliotbcf). 
^enbunmut t)on Äirc^bof: ..gieng stillingen von ihr hinwe«** I, 410. 

sträcklings. ftenne ic^ nur au« @)oetbe: „ich flog sträcklings dem 
Orte zu ... " a^etm. «u«g. 1, 28. 3. 121 (iDid)timg u. Söabr^., 111. 5:ell 12. 93ud).). 

strieklings, mir nur au« Sdjü^e« ^otftein'fd)em ^bioticon IV, 
3. 211 befonnt; i^. 53. .,8trieklings to peer sittcn = gerabe, uid)t in ber 
Ciirre auf bem ^ferb fUjin" lUteöeidU t)ermanbt mit bcm 33crbum streichen?). 

Stuckelingen = minutatim, in 3tücfen, meldye« 3d)incr = Cübben au« 
ber i^alberftdbter 33ibe( 15*22) 3. Tlol 2, 6. belegt. Öutbcr gebraurf)t bie 
gorm stücklich, j. 33. „nur halb und stücklich ß<*fastet 5, 408» {nad) 
^anber« Cfrg.^iBtb.). — !Die Söörterbüc^er l^aben slückelicht divisim. parti- 
caiatim. 

^ «tulingun = beimlid). 3teinmei)er u. 3icber«, Xic apb. CVJ(. 93b. II. 
2. 107, 3^ile 30—33: „Subintroductam (mulierem) stullinj>ingisleihtaz b *247 
fttulingun ingish'ihtaz c 91»; d 105«; stulingin insleita g 44»; Stulln- 
gun ingeleitas h 3»; [Canon es conciliorum et decreta pontilicum). 

flnmerfuno: b = Clm 19440: c — codex Vindobonensis 272): d = codex Vindob. 
2732: r = Clm l4f>98: h = ccxIhx Vindob. 361: cUm = tarningnn fol stuliDf^an. 
BtctnotfOfi u. Steoer^ I, 3. 73, S^^^ 8.) auc gl. hrab.-ker. Sippe ^codex VindoboDaoait). 



80 C^ugen Saumgartner, 

stürzling =tm ©tur^c. ©Irlingcr Im ©c^njäb.s^ugßburg. Sößtb. belegt 
c§ auiS bcr „SÖQl^r^Qftlgcn ©iftoric u. SBcfc^reibung bon 5cm trojnnlfd^en Shicg 
unö öer (Stobt ^^roja öurcf) Die l^oci)gcQ(f)tcteu @cfcf)ld)töfd)reiber 3!)ictt^n ©retenfcn 
mxb 2)arcm ^^r^glum u. f. tt). 9(ugg6urg 1540 bei ©tainer: und sind ir vil 
erschlagen oder in das Waszer stürzling getrieben worden" 37a. — 

Stützungen praecipitanter. aj ^l^b. stuzzelingun, njofftv ®taff VI, 736 
eine äicl^c Don 93elcgcn onfül^rt, 5. 33. qu5 9?otfcr, ^folm 2, 1: „stuzze- 
lingun unde ardigun, temere et fortuito (^iper 1, 306,). — ferner ouiS 5er 
af)b, Übcrfc||jung ber 2 erften 93ttd)er beö Mart. Capeila: „de nuptiis Mercurii 
et philologiae" (cod. s. gall. 872.) u. QUO ber Übcrf. bcö Boetius, de consol. 
phil. (cod. s. gall. 825.) (fiel^e: ^Iper: ®d)riften i^otfer« I, 762). Öe^cr l^ot 
c« furo 2Rl^b. nlc^t bezeugt. — Öltterar. ©elegc l^abe Icf) furo iR^b. feine. 
bj ^o\na SD^aoler: Stützungen, praecipitanter: Stützungen züfaren 
bösen gewonheiten, capessere se praecipitem ad malos mores". ©. 394. — 
©c^ön^tcber: Stützungen, praecipitanter (®. 691). (Srf)llteri ©loffarium, 
Ulm 1728: stuzzelingen temere. ObcrÜn: stutzlich repente; a „stutz 
= impetus" (©. 1594). cj 9?ur im Stiem an nlfcf|en, tote eS fc^eint, gcbräucf|Ilrf) : 
®d)mibt, ;^bitiotlcon SBemenfc: stozlige, perpendiculariter (grommami IV, 
<B. 16). — Stoiber II, 403: stötzlingen senkrecht. — 

sunderlingen = befonberö. Qm ^f)b.: ^ r a b o n l f cf) * f eronlfc^. 
@I offen: suntirinkun (codex S. Galli 911); — suntringun (codex Carols- 
ruh.). = seorsum (©teinmetjer u. (Sleberö I, 246, Q. 34). Otfrib: 
„ih uueiz thih süntaringon in thines selbes Ihfngon*', (codex Vindoburg.) 
(im codex Frising: suntiringon) : fiel^e $Qul ^ipcr: I, 589, 40. — Statian 
^er. b. <Siebcrß (^^^aberbom 1892) : „Seorsum autem discipulis suis disserebat 
omnia (74, 5) = Suntiringun uüarlihho sinen iungiron gioffonota allu*'. 
<B. 98, S5erö 5. Nation 66, 2: venile seorsum: quemet suntringun..." 
(corriglert In o) (Steöerö ©. 90. — 79, 13 : ... fuor tlianan suntiringun = 
secessit inde. . . seorsum (corriglert in o). — <B, 105. ib.: 109, 2: „acceperunt 
autem et ipsi singulos denarios = intfiengun sie suntringon phenninga" 
(@eitc 157). ($:atiQn 220, 4: suntringon = separatim (©. 276) u. <2>. 287 
(Bp. 2. — ßejer fül^rt furo SJi^b. eine yiel^e bon belegen an: 5. lö. „die er doch 
sunderlingen (eln5eln, elnß nod) bem oubern) von der frouwen dringen 
began. SDoß ßeben b. ^etl. ©(tfobet^, ^er. b. 3Ji. IHIeger 1868 33. 6868. 
„ieclicher sunderlingen bot kraft mäht dö für sin sterben" SRelnfrteb bon 
©rounfc^mela (^er. b. ©ortfcf)) 20048. „ich diente ir sunderlingen" ^ito^ 
IQUÖ bon 33afel (14. ^f)bt.) ^er. b. ®d)mibt, 3öien 1866, 257. „die Kriechen 
sunderlinge schriren" jung. Xtturel 8, 33. (l^er. b. $>a^n), „im waeren 
sunderlinge drizic pfenninge von dem guote worden" : SKoltl^crÖ b. SH^clnou 
äJ'lanenleben 147, 56 ^er. b. Äeüer 1844. — „was üch der milte got sunder- 
linge furlühen hat" 9McoIquö bon 93afel, 134. ~ „dö er si sunderling hin 
dan verre an daz gespraeche nam** Dielnfrieb bon 93rQunfd)loetg 10069. — 
„des Türken volks was sunderling vil erslaeen" iSBefteimö ^el^n ®ebirf)tc 5, 419 
(^er. b. Äorojan, 5öien 1848). «Sci^relber, grelburger Urfunbeubud) 1,1, 136: 
„man sol aber den vierundzweinzigen (Öiat) ieglichen sunderlingen dar 
gebieten" anno 1295. (Dicfelbe Urfunbe in älterer goffung b. 3. 1275, ®. 83.) 
— 3n einem ©tm^burger ©diloörbrlef b. 17. X. 1334 bclfet eö: „diesen 
vorgeschriebenen brief und alle die artikel die daran geschrieben stant und 
ieglichen sunderlingen han wir . . . gesworen". (^tro^biirger ^l^rontf 
(5. 933) ibtb.: „und zu einem waren und steten Urkunde und einer gantzen 
bewerunge aller der vorgeschriben artikel und iegliches sunderlingen, so 
hant wir . . unser insigel . . gehenkt". (Str. CSbr. 0. 934)". ^falterium germa« 
nicum: ps. 32. ©Ibf. 3U 2?trQBb. „er stifte ire herzen sunderlingen". 
ßieberbucf) ber CEIaro .{>ä^lertn: „das sind die varb sunderlingen" C. II, 
19, 25. — ^Beiträge ^ur Slenntnlö ber flölnifdien Tlbt tni 15. 36bt. b. ^rof. 
Pfeiffer: „Sonderlingen" axi^ Hrev. 205 (fte^e grommann, !D. ^bt. IL 458). 
an. Äromer, nbl. SGBtb. 1719: fonberlld) = zonderling ^b. II, 198b. 



Die neu^oc^beutfc^n ^Iboerbia auf -lings. 81 

tarningun== dam, ^eünlid), tt)cld)cö ®raff V, 458 quo Rab. belegt (cd 
Wngt mit bcm iöcrb. tarnjan = berbergcn jufammen). (®ie§c unter stulingun.) 

treiblings feraie id) nur aug $c^fc ®ram. 1,828, ber eö o^ne bic 93e* 
beutung anführt, ©anber« bcrtpeift Im ©rg.^SGßtb. cbenfaüi^ nur auf biefc ©tettc 
bei ^cDfe. ©rlmmd ©rommatlf crwöl^nt eß auc^ nur, o^ne ©elege bofür ju geben. 

tröpflingen tropfentt)c!fe. a) ©roff u. Öe^r bejeugen eönld^t. 5Diefen* 
bod), nov. gloss. ©.350 aui^ Ortus sanitatis, 5Waln$ 1485: „die droplingen 
härmen''. .iDod 3,^ierbud) «(berti SRagnl burd) Söoltcrum SRpff berteutWt* 
(gronff. 1545) öot auf ®. 53: „trüpflin|en". — (^melier balr. Sötb. \, 673: 
..so ainer tröpfling harmbt" avA Cgm. 3721, f. 94. ÄIcmanniQ XIV, 40 : „das 
ist die do mit Nötten tröpflingen härmen (strangwiriosis)". — h) ©tleler 
ÖQt tröpfehcht, guttatim. — Sr^Hc^* „tröpflingen, tropfenweis, guttatim". 
— SWot^. S^ramcr, 9ibl. 2ötb. 9iümberg 1719, I, 74: „droppelings 
tiopfenwelö. droppelings vallen, tropfenwcl« fallen. — II, 215: tröpfling = 
tn>pfenn)eid, droppelings". — 

Iwirhiingen transverse, überzwerch. Öejcr belegt eö au3 ^ar5ifol 
♦>15, 20 f3(u^obc t)on ßadjmann, 1854) „da si so twirhlingen sprach*'. — 

überwi ndlings. a) ©telnmetjer u. ©ieberö I, 768 3- lö „non ex 
gentibus ... superstitiose — ubarwintelingun a. 34b (cod. Carolsruh. 
Aug. LXXXIil. ©riefe ^auü OiM btc ®alater). Ce^er i)?od)trag3banb belegt für« 
SR$). bie Sorm „Überwindungen" auö ©crt^olb ö. 9^egen§burg 2. ©anb 
ffintr ^rebigten 48, 15 : „die kalt und trsege sint an gotes dienste und als 
übcrwindli.ngen gote dienent" (^uiSg. b. 3- ©trobi). — !Die ^atmonöflnber, 
in beutfd)er Überfeftung be« 16. Q^btö. (^r. b. %. 93ad)mann im lit. ©erein): 
..Magis spraach: „du hast unrecht, ich kann dir nüt überw^indlingen guotz 
thuon- 235. (ber franjöf. %tp. lautet ^tcr : „je ne te puis bien faire par force'*^. — 
bp Die :iöörterbü(t)cr fcnnen cd nid)t. c) ^vx Stlcmannlf djen üblid) 
ift bie gorm ..überwendlingenu. Überwindungen. $.33. überwend- 
lingen nähen, b. % beim ß^fö'n'ncnnä^en ^mcicr ©tücfe bcn fjabcn fo über bie 
^btn ber Äanten roenbcn, \^o!^ fie tolc mit einer (Sd)nur jufammcngcfügt ftnb". 
<adjmlb, 3d)mäb. 2Btb. 527). ^m ©alrlfc^en bie 8form: überwindling, 
überwi ndlings u. überwindlich ((^mcöer 11, 947). Qn „©abarla" 
III b €>. 234 mirb ein 8(bb. „überwindlings- (eine ^Trt bcö ^}?ä^n«)" 
angeführt „in ©ürjburg u. ©amberg gebräuchlich*. — ?fal$: 3m ^nnbfd)U^d:^ 
btimtr 5)ialeft (ber. b. Ccnj) fennt man ein (Subftantib: die iw^rwintlingsnot 
• = 'Jia^t, mo jtnei @nben ancinonbcrftofecn). ©gl. aurf) \^<3i^ ^fäl5. Q^^oticon 
öon Äutenriet. — 

unforawisinkun fortuito. ©tclnmeber u. 3icbcrö 1 148/149: 
fytab.- fcr. ©loffen : fortuitu = unforauuisingu (codex Paris.) -unforawisinkun 
(cod. S. Galli 911) — unforouuisingu (cod. Carolsruh); fortuitu unuua- 
ringun (codex Vindobonensis). — ib. casu : unuuaringun (cod. Vindob.l 

unvorwaringes ol^ne fic^ ^u magren, unad)tfani, unbcrfebcni^. „lln- 
Torwaringos he ummetöh de tafel, dat se henne vlöh.* $Hcincfc be ©oö, 
btr. 0. Äug. Cübben (1867) 1483. .,anstikkede unvorwaringhes iin^'he- 
boket vlas myt der tortisen** i?üb€cfcr CSbronif 2, 103. (ficbc (Scfilller-Säbbcn 
fBtb. V, 98) unwaringes = unwarlinges unberfebcnß. 3d)iner = ^übbcn 
belegt e^ au6 Math. Normanni Codex antiquissimi juris Vandaliro-Hujjiani 
eji vetustissimis obsorvantiis Rugianis compilatus circa initiuin scculi XVI. 
ber. b. iJreber in b. Monumenta Anecdota. Tom. 1, 229, c. 76, 3. 325. — 
X^oÄ ©remlfd)snleberfäd)flfd)e Sößtb. ^at: unwaarlings — unber* 
Wkn^ — unverhoddinges ouö llnborfidjtigfeit, unterfc^cnö ©rcmifc^* 
nteöerfadif. $^tb. II. 'J^ad^trag 637. 

urbaring. urbring. urb<'rling. urblinpe : plötUtdn $^rotj ber böufigcn 
Bdnretbung mit b fd)etnt eö bod) nod) ScftmcUcrö (iJrammattf 407 urfprüng= 
lUfi urwarig (bgl. bad 3elttt)ort waren) gc^ctBcn ^u baben. Xic alte v^pracfie 
bat onauaringun, casu, fortuito, gloss. a. 40^, Ws bei ^^e^. I, 410; !Diut. III, 

df^fB. HL 6 



82 G^ugen ^aumgartner, 

226—284. unwcringun ®(off. ^ra6. 578 (ftcl^c ©. 81 ßeilc 15 b. u.). Ce^cr 
bezeugt für 5ad SR^b. ble fjormcn urbering u. urbaring, 5. 93. Slfarojand 
^nmcrfnnö über ^clnr. bcn 5^ctcf)ncr A. 211<i: „so kumi urbaring ein ge- 
triuwer'. — 9luö einem oftlec^lfc^cn SSocabuIorluö „ex quo" b. ^, 1432 belegt 
fjfrommonn IV, @. 298 ein uebring r= ex improviso. — Qln „atriftan unb 
Sfalbc*, einem ^rofaroman beS 15. Ql^btö. (S(uög. ^ßfoff) fommt (3. 131) 
ein urbering bor (nac^ bem Söormfer 5)rudf; nad^ bem Sfugi^burger !Drndf 
lautet bie betr. ©teile „gähling"). — U(rid) TJuctererö ^rofaromon bon Conjelot 
(15. Ql^bt.): „urbering warf er sich umb" (Citt. 33er. @. 17). — Tlid}, 93 e* 
^elm§ ©uc^ b. b. Söienem: urblinge (212, 5). — S^ur^mannS Stmlcuö u. 
^meüuS, ^Ibonuö, <3peculum (15. Q^bt, «Steiermarf): urbarigen u. ur- 
bering (236b, 242b, 243a). S)lad) b. SWItteil. ouö oltb. ^bfc^r. b. §1. Oci)ön^ 
bad), 1878. ÜJlonumenta ^abi^burgica: „des wir aber so urbaring nicht 
wol tun kunnen" 2, 684; u. urbering 786, 877; übe ring 2, 702. (X)ic 
llrhmben finb au^ bm 70er Qja^ren beö 15. Q^btö., cltiert nad) Gelten; bgl. 
ße^er, mtjb. mb,). — !DtaIog. ®reg. $Qp. 3trg. 1476, gol. 77: „da kam 
urberingen der paur mit einem gebeiin . . ."; ibib. fjol. 104: „da sach 
es urbering zu dem man gottes hinein gicngen ethch man ...'*; fjol. 106: 
„da stillet er urbering die stym der singenden'' nad) Oberlln ^. 1900. 
— 3)ic ®ebQrltrf)felte» be§ Xetürbanfl^ö: „urbering kam im in seyn syn 
ein rat" (96, 50j. — Ortl^. f^uc^öpergcr, Seeöfonft, ^ßaffau 1542: „. . . dan 
das die khinder urberling und mit unlust dieselben zu fassen sollen 
werden gedrongen". — 3:roiQn. J^rtcg, ©totjner, Slugöburg 1540: „hat sich 
urberling ein Adler hineingelassen" 29 u. :M) (bgt. ©irltnger, Stugöb. 9Btb. 
421). — (Sdimtb fül^rt im <Bö)\väb, mb, axi^ einer S^aftenorbn. b. 3. 1552 
folg. 93elfpicl an: „so oft dienstknecht auch andere fremde urblingen 
niedorfiillis und krank wurden ...*'. — SCbcntin: „urbarig wendten sich 
bid tail" ii, 439, 8; ^'>b|d)r. a: urbaring; ^bfd^r. D: urplotzhch. — , .er- 
stachen si in urbaring'' II, 59, 13. — „urbering redt ain jetlicher ain 
besonder sprach" I, 63, 12. ^bftfir. M : urbaring; ^bfd)r. A : urberling: 
^bfc^r. D: bald. — „urbering kumbt dan ain zeit" I, 187, 8. — „der 
stund . . . urbering auD' I, 238, 29. ,,ur bering da kam hergeritten 
Artabazus*' I, 353, 19. 4)bfcbr. C: unversehens; „sprang er urbaring hin- 
aus ins mer" I, 276, 30; „draus redet eins urbaring", I, 277, 18; „das 
es gar bald urbaring mit inen aus sei" 1, 381, 25; „er ward urbaring 
tötlich siech" 1, 879, 13. ^bfc^r. D: „urplötzlich tötlich krank*'. — 2Ö. S^ird)^of, 
Sßenbimmut, gfranff. 1581: „si ward seiner urbrisch gewar" I, 391. — 
^oniS (Bad)^: „urbring kompt die stieg rauff geloffen" 43/198. g. <3cf). 
161/73 190/72 u. 15, 272, 40. — 15, 380, 37.— 9inmerfung: (5d)mtb fcl)rcibt 
im ©cbtoäb. 3ötb. über bie Gtt^mologle btcfeö 2öortc8: „9?ad) &. O.» lautet bod 
933ort QUd) urberig, urberingen, urherlicli, urwaering: bd^ r blefer {Jo^m^H 
fd)elnt In bem oben angeführten 93elfpiel (urblingen) in / bcrwanbelt 511 fein; 
nimmt man cd aber, wie eö in bcr angeführten (^teüe borfommt, fo möchte ein 
blinken barin enthalten unb baburd) ein fdmclled, in ble Singen faUenbeö ®r- 
frf)einen 5U bcrftel^en fein." — ^Demgegenüber bgl. man bie (Srflärung, bie 
®d)meUer giebt, unb eö ift flar, bafi bie leljte rlrf)tig ift. 

vorlings — bortDörtö. ü)hr nur au^ Qlal^nö beutfdier !tumfunft be= 
fannt, ber eö bort al§ (iJegenfatj bon rücklings gcbraud)t; aber vorlings unb 
rücklings bejeid^ncn bloR bie 9?id)tung beö SÜörperö In Sage, Stellung, Haltung 
beim Ai^ftanbc ber ^ubc; vorwärts unb rückwärts aber beuten feine Jöcitegung 
an (55gl. Wefamt-a^erfc, |)of 1885 II 1, ©. 51, 57 u. f. to.; bgl. aud) ble 
?(bbcrbien ber 3:unifpradje : seithangs. (|uerhangs, aufgriffs. untergriffs, Zwie- 
griffs u. f. io.). 



* 3.0. = Scherzii Glossarium cora Oberliu. 



!Dte neu^od^beutfc^n 9(boet5iQ auf -lings. 83 

waldinges — mit öJctoalt. Tlix nur au^ ^iacr*Cü66cn VI, 314 befonnt, 
5er cö auö .bcm SRit^tftelg ean5rcd)tfi;% ^r. b. ©. ®. |)omc^er (53er(ln 1857), 
Qc^nr. 31 § 3 belegt 

wekelinges = toöc^entUt^. 5)a« 2ötb. bon ©c^iiaer^Cübben bezeugt eö 
auö Sf^iebelö (Sobej !Dip(om. ©ranbcnburgcnftiS I, 15, 436: „myth vigilien unde 
zelemissen wekelinghes eins*'. 

Willinges -= mit SBiOen, abfiditUc^. 33ei 3d)taer--eübben V, 721: „Ik 
bekenne, dal ik nicht w i 1 1 y n g s hebbe ud ghelaten veel groter daet . . .", 
|)ermann bon Cerbecf, (Sd)aumbnr0lfc^e G^ronlf, |)bfd)r. b. 15. Ql^btö. (öer. b. 
ür. guc^iö 1872), § 6. 

wendling = bermutüc^. <Bdj\mUtx fül^rt im ©alr. SBtb. II, 920 ein 
^bbcrb an a\\^ obberenftfc^em d^ebiet: „wendling (tDO^rfc^einlic^ mit ,,w^aenen 
= bermuten" bertoanbt, ml^b. waenenllichen). „die Braut hat, glaub i, hei't 
ja gsaol schü' frisch und schö' laut; wann's a' l^gng hed müassn ior pro- 
fessio' hed s wendling (bermutllc^) so rewi' iarn Aadschwur n6t tha'" 
IWouruö ßhibermatjr in J^oItenbrunnenS oberöfterreic^lfcfiem ^afycbnd) 1844, 
<3. 257. — „Ja, wendling, Muada, du hast ä Plag . . ." (fogt bcr <&o]^, 
baö bon ber aRutter (SJefagte befräftigenb) Ctnberma^r, iDicfitungen ®. 147 
(1822). 

würffelings nad} ^rt bcr SBiirfcL 5^. 5!ramer, 4)0(f^9iieberb. u, 
9«ebcr'$)od)b. 3Btb., S^ürnberg 1719, II 89c: „Gehäcke: id est würffelings 
geschnittenes und in ein Brühlein eingemachtes Gebralens = terlings-wyze 
gosneeden, en met een Saus op gestoofl koud Gebraad" u. II 272b: „würf- 
lings / würffelicht (viereckigt) schneiden etc. ^= vierkantig, terlingwys 
snyden". — „wörfflings geschnitten — und eingemachtes Kalt-braten." 

zählings nur bei Söcigonb 3Btb. I 1118 ermähnt, ol^ne beigefügte 
^ebcutung; ift offenbar nur 3)ru(ffc^ler für jä^Ilngig. 



B. (Bnftmatmtt Seil. 

§ 1. ©ntftel^ung ber -lings-Äbberblen unb tl^rc urfl)rünglt(^c 

©eftatt. 

2^ie Slbberbien auf -lings, bie mit ben SD?a^!ulinen auf -ling ber*^ 
manbt finb, jinb abgeleitet tcit^ bon Subftantibcn, teit^ bon ^Ibjeftiben, 
teit^ bon Serben, tei(^ mit ?ßräpofttionen unb Slbberbien jujammengefe^t. 
Sie brücfen bie Art unb SBeije an^, mie ciwa^ flejrfiiel^t, bcjiel^ung^meife 
bie 9ii(f|tung, nac^ melcfier l^in eine Semegung ftattfinbet. 3n biefer 
^infirfjt gteit^en jie ben (ateinijdf|en Slbberbien auf -im [gradatini =: 
fc^rittling^ ; singulatim =: einjetingen; u. f. m.]. — SBitmann« fc^reibt 
barüber (@ramm. § 457): „2)iefe Slbberbien müfjen junäc^ft Gafuö 
jener 9?omina jein, aber fte bilben frül^ eine eigentümliche &iuppt, bie 
fii| ol^ne Vermittlung bon 9?ominibu^ bermel^rt unb f(fton in ben öltefien 
2)enfmälem mcber ju ben Slbjeftiben norfi ju ben ©ubftantiben auf -ng 
nähere 33eiie]^ung jeigt. Sd l^at l^ier alfo eine äljnlic^e Snttuictelung 
ftattgefunben, mie fie bei ben gotif^en Slbberbien auf -ba angenommen 
ift (8 440) ; neben biefen fel)len bie SRomina, auf bie fte bejogen merben 
tonnten, überljaupt, neben jenen finb fie jmar borl&anben, aber fie l^aben 
ni(f|ts mel^r mit i^nen ju t^un. — I)ie bem ©ufpj folgenbe (Snbung ift 

6* 



84 C^ugen Saumgartnet; 

öcrjcfiicbcn nnb (ä^t annehmen, bafe öon ?lnfang an öer}cf|tcbcnc Saju^ 
gut tlböcrbidbtlbung gebtaurfit marcn. 3m @otijd|cn, bag nur einen 
JBeleg bietet (un-weniggö uuöerl^offt, ptöfetid}), l^aben wir bie gemöl^n^ 
(Üe ©nbung ber ?lbie!tib*?lböerbien ; im ?ltt|o(f|b. bagegen werben -on 
unb -im aU (Snbungen gebraucht, jwei formen, bie auc^ fonft neben* 
einanber [teilen (§ 452, 2)". — 

Urfprünglid^ atfo lautet bie ?lb(eitung8filbe : -ingun, bejm. -ingon; 
ba aber j(f|on fel^r frül^e biejeg ©uffij an ©ubftantioa bejm. ^Ibjettiba 
angehängt würbe, beren Stamm auf -I enbigte, fo jog man biefeg -1 
jur Äbteltunggjilbe, unb nun ^ngte man biejeg ©uffij-Iingun au(^ an 
Stämme an, bie nici^t auf -1- enbigten. S)ie Qdf)l biefer Slbberbien auf 
-ingun ift bejd|rän!t: arawingun, ardingun = frustra; faringun = 
subito; gahingun = jä^ting^; samahaftingun = frequenter; sunta- 
ringun = fonberlingen ; unforawisinkun = fortuito. SDiit bem ©uffij 
-llngun: blintilingun = btinbtingg; halingun =: l^el^tingi?; italingun 
= frustra; chrumbelingun = frümmlingg; raurzilingun = absolute; 
hruckilingun = rücfüngg; stalingun, stulingun (u. tarningun) =: 
l^eimlicli, öerfto^len; ubarwintelingun =: überwinblingg. 

§ 2. Übergang in« aßittel^o^beutjt^e. 

SBie beim Übergang in« SD'iitteI^ocf)beutf(I|e bie alten, frfiweren @n* 
bungen erleirfitert würben, fo ging auc^ ba« u in -lingun in e über, 
fo bafe at« mittctl^oclibeutfd^e ©nbung -lingon gitt; j. 95. erslingen, 
büchelingen, verrelingen u. verrlingen = bon ferne (Äonrab bon 
SWegenberg) , vinsterlingen, vlechelingen (mit flarficr $anb), flüge- 
lingen, gähelingen, haelingen, houbetlingen, hinterwertilingen, krai;- 
lingon, ligelingen, miuchelingen, niuwelingen, ruckelingen, schrit- 
lingen, sitelingen, stillingen, stumpfelingen, sunderlingen, twirch- 
lingen, Überwindungen. 

§ 3. 12. big 14. Sal^rl^unbert. 

3m 12. 3a^r]^unbert ift bie Gnbung allgemein in -ingon, bejw. 
-lingen übergegangen unb ift auf bem ganjen oberbeutfc^en ©ebiete 
l^errfc^enb geblieben, ©orfi jeigt fi(^ auf bairifc^ * öfterreic^ifc^em JBoben 
fel&r frü^ bie SReigung, ba« @nbung«-n- abjuwerfen, woburc^ bann ba« 
-e ungej(I|üöt war, fo ba^ auc^ bicfe« abfiel; j. 39. l^at ber leirfiner, 
ein Öfterreiclier (2. ^ölfte be« 14. 3a]^r]^unbert«) vaering unb urbaring, 
bie fonft väringen, vaerlingen feigen. 3)er ^latjer, ber (narfi Pfeiffer) 
6nbe be« 13. 3^bt«. im @aljburgifd)en lebte, l^at flügeling (9Jieleranj 
2078). — 2)a« 14. Si^bt. jeigt faft burc^weg no(I| bie gorm auf -lingen, 
j. 89. erslingen (?l^b. SB. ü. @rimm), büchelingen (dipl. Alsat. 1366), 
vinsterlingen (©trafeb. ß^ronif), hendelingen (9ieic^«tag«a!ten öon 
1376— S7), sunderlingen (Strafeb. Sci^wörbrief) unb SWüolau« öon 
89afel, ber ein sunderlingo ^at. Sluc!^ ein Seric^t au« granffurt a. 9Ji. 
jeigt eine a))otopirte ($orm einzelinge. 



^te neu^oc^eutfd^en ^boerbia auf -lings. 85 

§ 4. ißautfotm im lo. Sal^rl^unbcrt. 

3m 15. 3a]^r]^unbcrt mäclift btc Qalill bicfer ?lbbcrbicn fcl^r, aber 
c§ beginnt ^ier fd|on bie ©c^eibung ber einjetnen formen naii öer^ 
ft^icbenen fianbfc^aften. 3m aQgemeinen beljalten bie a(emannif(f|en @tf 
biete bie boHe (Snbung -lingen bei, j. 95.: 3öri(I|er 8fiat«bu(f| (1413) 
bürzlingen; Sanier 9ie(f|t8queIIen (I, 80) kürzlingen unb nüwelingen. 
3n ©trafeburger ©rucfen gelten beibe formen auf -lingen unb -ling 
nebeneinanber l^er: Äeifcr^berg emborlingen unb urblitzlingen ; bie 
fog. IV. S9ibe(über|efeung (1478?) gächlingen unb gächling, hinder- 
wartlingen unb hinderwärtling; bie ©tra^burget Sl^roni! nüwelingen 
unb nuwelinge; SBrantä 9?arrenj(f|iff meift ein stümpflyng auf; baö 
fc^roäb. Slrjneiburfi ein nüchterlingen. 

Augsburg, bad (Srenjgebiet jmifc^en alemannifdiem unb bairifc^em 
3)ialeft, jeigt auc^ jolrfie Übergang^formen. S)ie ?lug§burger S^ronil 
l|at gechlingen unb köpflingen; ba^ Äug^burger Heiligenleben öon 
1472 kreuzlingen. 2)a§ 2ieberbu(ft ber Slara Malierin l^at beibe: 
rückling unb sunderlingen. 2)er ?lug^burger ©rucf beä ^rofa^ 
romanS „Sriftan unb 3folbe" (15. 3^bt.) I^at hehlingen unb hehlinge, 
unb gächlingen, mofür ber SBormfcr 2)ru(f yechling fagt. 

Auf bairif(i|'öfterrei(f|if(f|cm (Sebiete ift ba^ a^ofopierte -ling bejw. 
-ing öorl^errfcfienb, borfi ftnbet fid| bi^meilcn norfi ba^ ©nbung^e. 2)ic 
SRümbcrger St)ronif l^at einmal gechlingen, jel^r oft gechling unb 
jechling. 2)ie gaftnat^t^fpiele beS 15. 3a]^r^unbert« l^aben ersling, 
$an^ golj pflüpfling. ©teinl^ömel l^at brcimal gächlinge, einmal 
gritlinge, fonft überall gäheling, gächling, gritling unb rückling. ©tc 
JRegen^burger S^roni! jeheling unb jehling. S)ie @ebicf|te be^ SKic^ael 
95f^eim l^aben noö) bie Überganggformcn kreuzKwjre unb HThlinge, 3)er 
liroter ©an^ SJintler l^at bie ftreng bairifc^e Jo^nt Erding, ebenfo baS 
©aljburger Sonjil öon 1418 chräwz/in<7; bie 3)Jonumenta ^ab^burgica 
urbarfwjr; bie Urfunben 5ÖJajrimilian§ I. ninzing. 2)er Slcfermann au§ 
93ö^men l^at pflupf/fwjr. 

§ 5. Srfte§ Stuftreten be^ genct. s. 

Sluffällig ift e^ nun, bafe f(f|on im 15. Sal^rl^unbert ba^ Gnbung^s 
fü jeigt, jum erftcnmal in ber ^^^anlfurter 3tci(f|^torrcfponbenj (I, 197) 
jum Sollte 1411: nuwelinges: bann 1442^ üon ber iial^n: nüwelings 
(ÖJrimm^ SBei^tl). III 50:5); in 2)ialogi 'ißapae ©rcgorii, fol. Argent 
1476 (Oberlin II 1119): neulinges. 3n einer ^wburger Ur!unbe 
oon 1420 (Srfireibcr II 299) ein nüwelings. — 2)ie)cg s, rvdijc^ )i6) 
l)ier auf ober== unb mittclbcut)cl)cm @ebicte jum erftenmal finbet, ift auf 
nieberbeutfdien Ginflufe jurücfjufül)rcn. 5^enn )cf)on fcl^r frül)e treten im 
2Kittelnieberbeutjc^cn Diele 3lbücrbien mit ber 93ilbung^filbe -inges, bejw. 

* in einem ^civMam. 



86 C^ugen Saumgartner, 

-linges auf, j. S3. oldinges, unvowaringes, kortelinges, glupolinges, 
wekelingos, ruggelinges, waldinges, willinges, holinges. „^it alU 
[ai)^\)ä)t 5orm auf -ungo (agj. iuga) \jat fid^ ol^ne s nl(f|t im 5IRittct= 
ntcbcrbcutfc^cn gehalten, au^cr etma in entelingen, stukelingen, sunder- 
lingen, mofür häufiger sunderlinges gebraucht wirb." (fiübbcn, 9)inb. 
@ramtnat. ©. 123). S)a nun ba« SRicbcrbcutft^c in bet Äböcrbiatbilbung 
eine 93or(iebe für bad genetit). s jeigt, unb aud| l^eute noc!^ in allen nieber^ 
beutfrfien 3)iale!ten bie Slböerbien auf -ling ba« genctiö. s l^aben, fo er* 
giebt fiel} barau« ber ©rfitufe, ba^ ba^ s in unfern Slböerbien ber Schrift* 
fprac^e auf nieberbeutfc^em Sinflu^ berul^t. 

§ 6. ©ntmidlung im 16. Qal^rl^unbert. 

JBerfoIgen mir nun ben ^ortjc^ritt biefer Steuerung auf mittel* 
beutjt^em ©oben, fo begegnet un^ ba juerft ißutl^er, ber fel^r oft meuch- 
lings unb rückZingrs gebraucht; borf) finben fid^ bei il^m aurfi ba^ alte 
hlitzlingen unb bie Übergang^form finsterKnjr unb hlinziing. S)ieten* 
berger l^at in ber Siblia, SKainj U^U. TÜcklings (I. aJJof. 9, 28), 
mad l^ier mal^rfc^eintic^ eine 9(ngleid|ung an fiutl^erd (Stelle ift; baneben 
^at er gehding (IV. SRof. Aap. 6, 3. Stbf.). S5ann folgt ber §effe 
SBalbiä (1554) mit hiinzlings unb gifcliart mit ligeriin^S; bocf| l^at 
biefer auc^ simdling (©. 364 9?eubr.), S3. JRingmalb, fiauter SBal^r^eit 
1585, seiUings (199). 2)ie Satire U (©d|abe III 46 u. 56) au8 
ber Sfieformation^jeit (in ber 9?ät)e öon SBorm^ gefclirieben) l^at beibe 
formen: nenling unb neulings. ^. SÖiatl^efiu^ (geb. in SRoc^lifc) l}at 
ünsieTlings (Aufgabe bon 1562: 62 ^j. 

3luf oberbeutfrfien (Sebieten brang biefe Steuerung in ber Sitteratur* 
fprarfie nur fel^r langfam burc^, l^ier l^errfc^t bei alemannifrfien ©d|rift* 
ftcöern be3 16. 3]^bt«. bie alte gorm auf -lingen, bei bairifc!^*öfter* 
reid|ifc^en bie apotopierte auf -ling öor, bod| ge^en beibe formen neben* 
cinanber ^er, auf beiben ©ebieten. S)er 3öri^er 3ofua SOiaaler f(^reibt 
burcftmeg -lingen: bäuchlingen, blintzlingon, füszlingen, gächlinjjen, 
seitlingon, Stützungen. Sluc^ ber 3üri(f|cr grifiu^ !ennt nur feine 
-lingen: houbtiinge«, leuflingen, flächlingcn. füszlingen. 3!)a{t)pob 
(Strasburg) fagt jmar Rohling unb gleichZmjr, aber leuflingen. SJiartin 
SWontanu^ l^at gechling unb gechlingen unb blintzKn^ren. 3lud^ Äei}er§* 
berg l^at finster/tnjr neben finster/tn^en, gehling neben gehelitigen. 

Auf i^rer ftreng bairifrfien go^m auf -ling finb bie bairifdien 
©cfiriftfteöer be^ 16. 3^btg. be^arrt: ber lemrbanfi^ l&at burcbmeg urbe- 
ring; ber ©rammatifer 5u(f|8bergcr (^^affau 1542) urberling: eine 
SSotiötafel öon «Itötting (16. 3^bt.) l&at näsling; ßonrabinu?, Ungri)i| 
©U(f|t (1574) gayling; |)an§ ©ac^^ gehling, ginctling, ärssling, hinder- 
wertling, nüchterling, rückling, urblüpffling. J)a^ urjprünglic^e -ing 
^at $an^ ©arf)«^ bemal^rt in eintzing unb urbring. 9tuc| Stöentin 
(I^ummat)r) l&at nur bag bairifrf)e -ling; gächling, jächling, jäheling 
unb basf alte aintzing. 



^ie neu^o(^beutf(^en ^(boetbta auf -linics. 87 

§ 7. Ällmäl^Itt^cg Bö)toinhtn bcr -lingen au§ bcr Sittcratur 

bc« 17. Sal^r^unbcrt«. 

2Btr l^abcn in § 6 (jefcl^cn, ba^ 9RtttcIbcutfc^(anb (fiut^ct, bieten'* 
bctfler, SBalbt«, gift^art, SRingmalb, ®at u. ^a^q. [bcr 9icfit.] aRat^cjiu«) 
[\df ber nieberbeutfd^en Steuerung be^ genetio. s ange)d|Ioffen l^at; verfolgen 
wir nun ben Jortjc^ritt bicjcr 3icuerung in Dbcrbcutfd|lanb im 17. Sl^bt., 
]o bemcrfcn wir, ba^ bic alcmannijrficn ©diriftficHcr nic^t me^r fo fcft bei 
i^rcm alten -lingen beharren, f. j. 95. I^at SRofc^erofrfi jwar no(^ blinz- 
lingen unb einzelingen, aber aud^ ständeritnjr. 'Sßalbe, ein geborner 
©(jäffer, aber in 9Ründ|en lebenb, fagt: ständling, — S)ie 93aiem 
Abraham a ©anta Slara unb ?l^rer !ennen nur finsterling unb jeh- 
ling. — 3n 3RittcIbeutf(^(anb bemer!en wir, wie aHmä^ticfi bie alten 
-en f(I|winben ober s an bog apotopierte -ling antritt. S)er $effe 
@rimnteUl^aufen fdireibt ^war nod| flämmlingen, aber boc!^ auc^ bie 
Übergang^totm gähZinj, iehling unb schrit/jw<7. — S)er ©pet)rer 
6^r. Seemann ^at ^khling. — 2)er ^effe Äird|l^off l^at f^on meuch- 
lings. 5)er ©ci^lejier SBeije nocft hlinyJing, fiogau ^at fc^on Tüdklings. 

Am meiften gortfdiritte machte ba^ s bei ben @rammati!ern unb 
Üejifograpl^en beö 17. 3^bt^. §enif(f| (1616) ijai jwar einmal noc!^ 
fuszling, aber fd|on gkhlings, — ©rf|otteliu2 l^at burd|weg s-gormen: 
reitlings, rücklings, schritlings, sitzlings, stehendlings. — ©tieler l^at 
einmal ärechling, jonft nur -lings. — blindlings, meuchlings, reit- 
lings, rücklings. (Slud^ ©ottfc^eb fagt rücklings.) 

§ 8. fiautform im 18. ga^rl^unbert. 

3m 18. 3ö^rt)unbcrt werben bie alten -lingen unb -ling immer 
feltener, fo bo^ -lingen in frfiriftfprac^Iic^cn SBerfen äberl)aupt nic^t meljr 
öortommen, bog apotopicrte -ling nur nodf| al^ 2lu^nal)me unb ver- 
altete 3orm gebraucht wirb, bo^ werben in Öfteneirfi fogar in offi* 
i^iellen ?l!ten nod^ gotmen auf -ling gcbraucl)t, jo jagt Äounife 1755 
noc^ eintzling für einzeln unb gähling (®. 15S). (Sielte unter: 
einzeling unb gähling.) grifcf) fagt noc^ gahling unb schritling; 
ebenfo wenben fieffing unb @oet^e ein altcg gähling für jählings an. 

^ie @rammati!er unb 2öörtcrbü(f|er be^ 18. 3^bt^. er!ennen nur 
-lings al^ fc^riftfprad)Ii(^ an. Steinbarf}: blindlings, gählings: rück- 
lings; 33i)bi!er: meuchlings; Jrifc^: blindlings, finsterlings; rittlings, 
seitlings. 0ottfcl)eb: rücklings; 2lbelung erfennt nur jählings unb 
rücklings alö „]^orf)beut)c^" (fc^riftiprac^licft) an; blindlings, finster- 
lings, meuchlings; reitlings, rittlings, schritlings finb „für bie eble 
unb anftänbigc S(f)reibart ju niebrig unb nur im Cberbeutfcfien üblic!^ 
unb nur in ben niebrigen SJiunbartcn borfommeubc SSJorte". 

So ift alfo im 18. 3a]^rl)unbert ba^ s faft üotlig burd)gebrungen , 
aber nur auf Iittcrari)d)em ©cbiete, bie oberbeutfrfien 3Jiunbarten ^aben 
uac^ wie oor i^re überlieferten formen bewahrt. 



88 Qpn^tn öaumgartncr, 

§ 9. heutige @(^riftjpracf|c. 

SBcrfcn mir nun einen SBfid auf unfcrc heutige ©c^riftfprac^e, fo 
jeigt jtd| un^ eine grofee Verarmung an folc^en Äböerbien, bie burd^ 
tl^re ?lb(eitung^jilbe baä augbrütften, ma^ man |eute nur noä) mit §i(fc 
anberet Slböerbien ober burc^ ä^f^mmenfe^ungen au^brütft. SBol^l ge* 
brauchen ©oetl^e, ©dritter, ^eine, ^t|r!er, %mihad), S. SB. SBeber u. j. m. 
unb moberne ©c^riftfteller biSmeiten noc^ manrfie ?lbberbien, bie in ber 
gebi(beten llmgangdjpra(f|e nic^t me^r gebröuci^Iic^ jinb. 

©oetl^e unb 3al^n j. 39. ft^reiben bi^meilcn ärschlings für rücfmärt^. 
^einc jagt bäuchlings = auf bem Sauere (iegcnb. 

?lögemein öerbreitet ift nocfi l^eute blindlings, ©emerfengmert ift 
f eiglings = auf feige SBeife bei 3. 93aec^toIb „®ejc!^i(f|te ber beutfdien 
ißttteratur in ber ©t^mcij". SBöl^renb (Soetl^e gähling fcf)reibt für jäh- 
lings, jagt ©c^iHcr gählings. — ©rfierr („SBIüd^er unb feine 3^^*") 
!ennt ein halblings = in ber SBeife eine^ „^albling", eineö Unent* 
fcf|iebenen. — ^^rfer unb fileift gebrauchen häuptlings für fopfüber; 
Äuerba^^ S)orfgcfc^i(^ten entsaften ein hehlings, S. g. 9Re^er'^ SRo* 
öellen kniolings. — Jiccf bebient firfi be^ poetifcf)en köpflings für 
lopfüber. — Sa^n fagt krümmlings ftatt „auf hummem Söege, fcftief". 
-- ©anber2 Srg.-SBtb. fül^rt aug ^id^ler, M. -kl, ein lüftlings = 
burc^ bie fiuft an. — Mgemein gebräut^Urfi meuchlings. — ®rie3 
bilbet in laffo^ 95ef reitet 3crufalem bie ungemiJt)n(ic^c ?$orm mitt- 
lings = in ber 3Ritte; jiemlic^ berbreitet ift rittlings = wie ein 
JReiter mit gejpreijten Seinen; rücklings ift aQgemein bcfannt. — 
3D?u)äu^, @(f|(egel, liecf gebraurfien norfi schrittlings. — Sluerbacf) 
wenbet bie öcraltete gorm sitzlings an. — ®oet^e bilbet bie ungewb^n* 
lic^e 5orm sträcklings. — @in fpejielter ?(u^brutf ber lumfprat^e ift 
vorlings a(^ ©egenfafe ju rücklings. 

§ 10. heutige SKunbarten. 
1. Cbcrbeutf(f)c 9)lun5artci!. 

1. 2tlemannif(f|: %m reirf)ften öon allen oberbeutf(f)en SOiunbartcn 
a) ift bie 3c^meijerifcf)e, me(rf)e biefe 3lbberbien auf -ligo bilbet. 
z'ärschlige, auf bem »^intern fi^enb (3largau). z'sämmebeinlige 
mit gefrf)loffencn Seinen lögt, ©d^mei^v Sbiot. IV 1807). biligo, un= 
längft, aucft beilige. — büchlige bäucf)ling^. blinzlige btinb(ing§; 
bölzlige fopfübcr, fenfrcc^t; böslige !aum; bucklige in gebüdtcr 
Stellung: büntlige bünbelroeife; bürzlige fopfüber; dümlige mit 
bem *lJaumen; finsterlige im finftcrn; flecklige mic ein ^'^cfling, 
Älüfe; - füesslige mit ben J^üfecn üoran; z'ämmefüessligo mit 
gefd)loffcnen ^yüftcn. — füstlige mit ber S^uft. — gächlijj:e jä^ling^; 
gitlige gierig; grüplige mit unterfc^Iagcncn Seinen; grottlige bi(f|t 
gehäuft; gügglige ^erau^forbcrnb mic ein ©üggcl (.^al^n); grätt- 



^ie neu^iK^beutfc^n Stboerbta auf -lings. 89 

Uge grötfc^cnb; grigglige rittlings; hüflige ^aufcniücijc; häupt- 
lige topfübcc; haupthöchlige 1. mit ^o(f|aufgcri(f|tctcm ^anptt, 
2. in l^öc^ftein SKafec; a'^heblige ficf| an (Stma^ ^altcnb (j. 93. gcl^n). — 
höclilige bic^t (wie bic Qä^nt bcr &td)ä); g'hempermlige in 
^cmb«8rme(n ; h&hlige ^cim(i(ft, ^cl^Iing^; hämpflige mit öoKcr 
ßanb (©cgcnfafe baju ift chnödlige). — g'höcklige in l^odcnbct, 
^cnbcr ©teQung; hürlige nicbcrgc!auctt ; chnülige tniclingi^, 
hiicenb; chürzlige filrjlit^; liglige liegcnb; nächlige in bcr 
Siäl^c; rugglige rüdling^. — gsitzlige fifcling^; stozlige 
fcnfrcd^t; b) ©Ifafe: öer|rf|icbcnc gocmcn in bcn cinjcincn Ärcifcn: 
finsterlinge, finsterlings (ÄrciÄ SBeifecnburg) ; fonsterlengs (©träfe* 
bürg); finsterling (®cbcr)c^mcicr) ; — gäclilinge,gähning, gähligs; — 
glichlige (glcic^, Ärci^ SBcifecnburg) ; — gratling (grätjci^cnb), Drf(^^ 
ttjcicr ; gratlinge (ißicb^borf) ; gratlings (Ärei8 SKtfirc^) ; — haelinge, 
Strasburg; haelings, (Scubcrtl^cim (^r. Strasburg); — niechterlings, 
Äufarfi (©cbmcitcr); niechterlaeng, SRünftcrt^al ; c) @c^mabcn:heh- 
lingen ^cimtic^ ; hehlinga ©tcintat^cr W>t ; hinniugen, 
übcr^ 3a]^r; — rucklingen rüdfing«; ständlingen ftcl^cnb; 
überwendlingen überroinbling^. 

2. S9airijd|c ^ öftcrrci(I|if(f|c 3)?bt.: a) Siiebcrbaiern: 
ärschling rüdmärt^ ((Segen ja^ baju ift fürschling öormärt«), 
unb hinterÄrschling; balings =beiläufig; blindlisch für blind- 
lings; drälings im Äreijc l^erum; aenzing, ainzling, z'aan- 
zing, z'bainzling = einjeln; gdhhing, gäling = pföfelit^, 
oon ungefäl^r, etwa, mcQeic^t. — grittling = rittUngS. hinte' 
wa'rtlen ^interroörtg. — herwärtling l^ermärt^. — Überwind- 
ung, überwindlich = überminbling^. b)Dberöfterreic^: wendling 
öcrmutlic^; c) ©übtirof: 2)ie jicben (Semcinbcn : erseng, hinter- 
seng l^inter jic^; d) 9iiebcröfterrcic^: Snjel SBangerog: ersel 
rüdmört§; e) Steiermar!: gillings jöWing^ (§eanjen - SRunbart) ; 
f) Äärnten: Sejarfit^al: an gachen plöfelid), unöermutet; g) Ober* 
Pföfj (^^egnife): bainzig, z'bainzling einjefn. 

II. 3DUtte(5cutfd)c SJlunbartcn. 

1. grönÜfc^. a) Oftfränüjc^: a) ®rabfelbifd| : blinzolig 
im 2)un!eln fc^enb (§ennebcrgtf(f|). ß) Unterfranfen : hehlinge (SBürj* 
bürg). — b) SHl^einfränfifd): a) "^^ial^: boilingo mit beiben Jüfeen. 
dungelengo, bunleling^ im Dunteln (ftrofborf). äzeleno = einje* 




einzeling cinseln (SBcttcrau, nad) ©rimm). blinzening blinbling«, 
mit jugehiiffenen Slugen (Aiur^e}jcn). graddoling unb gralling mit 



90 C^u0en33aumgartner; ^ie neu^oc^beutfc^en 9(bDer5ia auf -lings. 

au^gelprcijtcn ©c^cnMn (Äurl^cffcn). — c) SWojelftänüft^: ©icben=« 
bürgen: arzlich rütfroärtg (SRö^nifc^). 

2. Jl^üringtfc^s'Dbcrjäc^ftfcfi: a) J^ürtngcn: a) ©übiocft- 
tl&üringcn bleinzeleng btinjctnb (©aljungcn). gaWens jä^Iing^ 
(Srfurt). ß) ©übofttl^üringcn : galrens jä^Iing« (?l(tcnburg). t) 9?orb= 
tl^üringcn: ärschlings rüdfroärtö (SRorbl^aufcn). — b) Dbcrfäc^fifii: 
@anf(|: ärschlings (Scipjig). heemlings l^cimtidEi (^allc). 

H. Dftmittclbcutfrfi: a) ifZorbböl^mcn: aerschlich, rüdmärt^. 
b) 9?icberj(^lcficn: aerschlich (SBre^Iau). 

III. 9ilebcrbcutfcf)c SWunbarten. 

gtife JRcutcr fagt: pieplings in ©trbmcn; rügglings rüd* 
lingg; breitlings in bic 95rcitc; von öltlings her öon ?lltct8 l^cr. 

1. SBcftfalcn: ©übroeftf äli|(f| - märfif (I| : piperlings unb pip- 
lings; plümpelings plöfelit^; strilings f^tittling^. 

2. @ngrifcf|: ©öttingcn: piperlings. 

3. 9?orbnicbcrfäc^fi|(^: a) SBrcmcn: oldings, oldlings mci* 
lanb. mordlings mbrblid^ct SBcifc. unwaarlings unb unver- 
hoddinges unöcrfel^enä. b) ^olftcin: piperlings (j. S3. he füll 
piperlings daal = ®r fiel platt ^in jut @rbc). strieklings (j. SB. 
strieklings to peer sitten = gcrabc, ni(f|t in bct Ducrc auf bcm 
^fcrbc fifecn). 

4. Oftnicbcrbcutfc^: SHtmärfifc^: piperlings. 



.M 



3itr Shtbetttettfpradie. 

SB. gabticiu«. 

Xte naci)foIgenben 93eittäge erl^eben feinen 2lnfpruc^ borouf, aU 
buTcbgearbeiteted, obgefci^bffened ©anjed angefel^n ju tperben. @d finb 
Siefefrücfate, bic ic^ im Üaufe ber 3^* in mein 6]remp(ar bon filugeS 
„ Stubenten jpra^e'' eingetragen l^obe unb bei^l^alb in engem ^nfc^Iug an 
biefe* 5Bui| miebergebe. @riÄ Sci^mibt^ ©efprerfiung in ber Q^d^t- be« 
«crein« für «olfehinbe V (1895), 3o^n ajieier^ ^aflifc^e ©tubenten- 
fprad)e unb ttteemonnd 9{a(^le)e ju ^luge in 93b. I ber borüegenben 
Stfcbr. finb jur ftontrote ^erangejogen roorben; etma mir entgangene 
JBieber^oIungen bitte id^ ju entfc^utbigen. 

ffiinleitenb mö(ftte irfi einige S9emer!ungen über jmei Cuetten ber 
beutf(f)en Stuben tenfprac{)e machen. 

SoUmann^ burfc^üofe« SBörterbud) betrachte id^ af§ eine fc^r 
Derbäc^tige Cuelle. ®ie fd^mu^ig^jotige Xenbenj meitaud ber meiften 
ber in i|m entbaltenen ^ui^brüde mar mir fc^on löngft üerböditig unb 
roieber^olte Unterrebungen mit juöerläffigen fieuten, bie um 1H4(> ftubiert 
^oben, befeftigten biefe^ SJügtrauen. So — berb gejagt — fc^mcinemöBig 
^ben bie beutfc^en Stubenten jener 3^it ni(f)t gefprod^en. (Si^ lag ber 
^erbac^t na^, ba$ ber Sargon SSoHmannd ber Iüber(id|er ®t)mnafiaften 
fei. Um barüber ftlarl^ett ju betommen, mußte ber malere 9{ame bed 
Serfaffer« eruiert werben unb bag ift mir, wie ic^ glaube, gelungen. — 
Xai „IMmann" ein „roüfter Scftmeijer" fei, bemertt fcbon (S. ©d)mibt 
in feiner JBejprec^ung; in ber I^at mirb bic^, a6gefet)cn Dom (£ricf)ei* 
nungdort bed 33u(^^, burc^ fpecififdi f(f)meijerifd|e Sti(eigentümlid)!eiten 
— j. ©. .t)eibelbergerfa& in einem SKort — gcnügenb bemiefcn. 3luf 
bie Spur be* Serfaffer« leitete mic^ ber Slrtüel SBefelar, in meinem 
auffaUenber SBeife unter ben @t)mnafiaften bie Sc^roci.^er V^öorge^oben 
finb unb eine .t)e(t)etia aU ^ennalDerbinbung genannt mirb. $)txx 
ÖJpmnafialbirettor Dr. Jel^r^ in SBeblar l^atte bie öütc, mir 9lu^jüge 
au« ben Slften be* bortigen ®t)mnafium^ mitäutcilen: in ber "Hjat finb 
in ber ^Seit Pon ls:U bisj 18^59 .'> Scf)roei,^er in ba^ Syetjtarer Wpm* 
nafium eingetreten, al« ber lefete im |)erbft ls.'^9 ^ol^ann Wräfeli, ein 
iBauemfobn au^ WxaH im Manton St. Wallen, 19 ^atjxc alt, in bie 
Sftunba. iiefer öräßli ift ber gejuc^tc „i^ollmann". I5r perließ ju 
!KeuiQ^r 1^41 bad @qmnafium aU Setunbaner unb ging nac^ einer 



92 2B. 8fa6rlclud, 

9Zotij in bcn SHtcn auf bic Uniöcrfität 9Ründ|cn. 3)ort tft er nac^ 
bcn ©tubcntenöcrjcici^nifjcn im ©ommcc 1841 afe Surift immatrifuticrt 
flemcjcn. ©pätcr finbct er ^xö) im SKünrfiencr SJerjcic^ni^ nidit mcl^r, 
and) in ben SSerjcidiniffen ber anberen beutfc^en Uniüerfitaten l^obe ic^ 
i^n nic^t finben tonnen. 3c^ nel^me an, ba§ er narfi einer fdjrocijerifcfien 
Uniberjität gegangen ift, beren JBerjeic^niffe au3 jener Q^ii mir leiber 
niclit jur SSerfügung [teilen. — 3n 3Künd|en l)at @rä^li einer ber an= 
erfanntcn JBerbinbungen nid|t angcl^iJrt, mal^rf^einticfi aber einem obf!uren 
JBerein öon ©c^meijern (ögl. ben ?lrtifel 9Rünc^en), in bem ein gemiffer 
Satob ©uter, stud. med. aud SJiaftril« in ©raubünben, ber met)rere Qla^re 
in 9Jiünc^en ftubierte, bie Hauptrolle gejpielt l^aben mag — „bag erfte 
unb öerfoffenfte origineöfte ©c^weijerl^aug", wie it)n SJoHmann fefbft in 
bem ?lrti!el ä la (guter nennt, ©rä^li unb ©uter wol^nten im ©ommcr 
1841 jujammen in einem ^aufe ber lürfenftrafee. 

An öielen ©teQen feinet 93u(I|e8 \)Qt ©räfeli feinen ÄunH)anen 
in fingierten ßitaten S)en!mäler gefegt. 95efonber3 oft mirb ©uter ge* 
nannt, öfter« no(^ ein gemiffer 9Jie^er (Slnbreag SKe^er, stud. jur. aug 
Iron^berg in ber ©dimeij, 1840 — 42 in SJiünci^en) unb ein ©precfier, 
ber o^ne S^^if^I ibentift^ ift mit @eorg ö. ©prec^er au« ©raubünbten, 
ber 1887 in bie Duinta beg SBe^larer ®^mnafiumg aufgenommen 
würbe unb biefe ©(ftute Dftern 1840 al« 18jö|riger Quartaner üerliefe. 
©id| felbft cittert ©räßli ©. 269 : Graesslius, de re ignotica seu 
knotica, Diss. bursch. Wetzlariae 1840*'. ?llle fo citierten ©Ariften 
finb natürlich nie erfcf|ienen. 

1)ie Sbentität SSoHmanng mit ®rä§Ii fönnte burd| augfüt)rli(f|ere 
lBetrad|tung beg 3n]^a(tg bed äßörterbuc^eg nod| beutlic^er gemacht werben, 
aber bag ift überffüffig. 1)er SJerfaffer !ann nur ein ©rfimeijer, ber in 
SBefetar Ö^mnafiaft unb in SJJünrfien ©tubent gemejen ift, fein unb ha^ 
trifft nur bei ©röfeli, bei bicfcm aber auc^ boHfommen ju. 

SBetrac^ten mir narfi biefer gcftfteltung ben SBert be§ SBörterbuc^g 
ate Ouette, fo mu| er fel^r fragmürbig erfd^einen. 3)ag fpejifif^e ©tu= 
bententeben, bai ficfi bama(g faft augjc^Iie^(icf| in ben ^erbinbungen 
jeigte, !annte ©räfeli offenbar nur öom .^örenfagen. 3cf) fönnte bieg 
oug bem 3n^a(t beg Suc^eg, namentlid) aug bem, mag über (Somment, 
SJerbinbungen, färben u. f. f. gefagt ift, in augffl^rlic^er Darlegung be= 
weifen, wenn md)t f(f|on ein Slid in bag 93uc^ bem ftenncr SJeweig ge^ 
nug wäre. Sauftarbt, ben (Sräßli üabl^arbt unb fiautl^arb nennt, fennt 
er nur aug ber beutfc^en Sierteljal^rgfclirift 1841; nur 5^1 i;r ©d)nabel 
unb 9){artia(ig ©c^(u(t {d|eint er wirtHc^ gelefen ju l^aben. %ielmel)r 
entftammen bie öon i^m überlieferten Slugbrüdfe ber ^auptfac^e na^ 
einem (überliefen SBefelarer ^ennätcrtreife, wie auc^ bie Iraffcn Über* 
treibungen ertennen laffen, in benen l^eute nocf) bie 'ißennäler allcg 
©tubentiirf)e nacfi^ua^men unb wieberjugeben lieben. 3)iancl)eg mag and) 
in jenem ©rfiweijerflub in iDiünd)en unter ber 5lgibc ©uterg auggel&ectt 
worben fein unb mög(icf)erwei)e i^ai &xä^ü and) einmal eine 93e)uc6g^ 



3ur 3tubentenfprac^. 93 

reife nad^ anbern Uniöerjitätcn gemad^t unb fo mand|e^ fenncn gelernt, 
tva^ er bann in feiner SBeife üermertet i^at Äfö Duelle für bie beutfrfie 
Stubentenfprarfie wirb baS 85uc^ nur mit großer Sorfirfit ju benufeen fein. 
3Jie i^meite Dueöe, über bie einiget borau^jufc^iden ift, ejiftiert nur 
^anbfc^riftlic^. @3 ift bie „Oratio archaeologica sacro-bursicosa pro 
gradii Doctoris Quomodonis", metci^e au3 3Qt)n8, beg lurnöater^, 
fieben^efc^ic^te befannt ift. Sa^n verbreitete fie a(g ©tubent in ©reifä- 
roalb unb mürbe be^megen 1802 relegiert. @r mürbe biSl^er aU x\jx 
Serfaffer angefel^en unb bel^au^jtete in fpäteren Seben^jatiren, fie fei eine 
Satire auf bie „Somment^elben". 3?a« trifft aber nid^t ju unb anä) 
3a^ng Serfafferf(ftaft ift minbeften^ fe^r jmeifel^aft. 2)ie SRebe ifi 
mclme^r in ben 90er Sötten be^ 18. 3]^rl|bt3 in ^atlt entftanben unb 
medeic^t, ja fel^r mal^rfci^einlidi, Don l^auct^arbt oerfagt. 3^ {)abe ba^ 
rüber in bem 3luffa^ rrSol^n atö ©autu^ unb ^autu^" (58urf(f|enfc^. 
»latter Cttober 1<S97 unb ?ttab. aRonat«^. XV, @. 2 ff.) au^fü^r- 
lieber gcl^anbett unb bort aud| groben ai\^ ber 9}ebe mieber gegeben. S)ie 
ganje 9]ebe !ann il^red an ben meiften Stellen fel^r fdimu^igen, jum 
Iril and) bta^p^emifc^en 3nl^alt^ megen md)t gebrudt werben; inbeffen 
bfjie^t fü bie^ me^r auf ben 3nl^alt felbft, ber eine burf(f|i!ofe ^arobie 
btr ®ibel ift, ald auf bie ber Umgang^fprac^e ber ©tubenten entnommenen 
SuJbrüde. 3(^ befi^e eine 2lbfd|rift nac^ ber im 9Jiufeum ju SReubranben* 
bürg unter „Sal^niana" öermaljrten unb citiere fie im golgenben mit „Or". 



ftluge 3. 7. ff. »eltot^en = Äiel (Btammb. 1815). — fHijdfat^en = ©reiförnolb 
(Or.). - Cfmbod)»8ltöen = 3)orpQt (^Ittg. Stg. ©eil. 1895 9h. 279). 
- äfiWnat^n = iJui^burg (2>t 35. 1794—97). — ßoönat&en = (VJicöen 
(2t, «. 1776). — Phylurea -= Cetpäig (Qbilt 27. Vlll 1G82, 53oöeld 
Stnnolen <S. 819). 53ruber ©tubeo: ftet« bei Cöbcr, ber Vernünftige (Stubent, 
1723. — 33ruber ^tubium (Or.). 

Ä(. 9. 50. iiolfpopen = ^ennäle, (onge bor 1738 (3fJoftoc!er etro.). — ^^en = 
(Stubenten (JRoft. Gtm. 1738). — 3d)uelfeu(f^ (<S(f)röber, grrtebcnöpofQunc 

(B. 37). — 5ud)Ö: nonnuUos vulpes vocaverinf (^Itborfcr ßbift 

gegen ben iknuallömu« 14. IX, l<>61i. — ,.J)lerumb mo^nt ein J^n;r, 
ber muB un^ mo^I fpenblren* (1658, f. $Hlcf)ter, ©plel bon ber ftrcitcnben 
ftiT*e, bg. o. ^Dcorlcnt, 3f. f. töür. ©efd). XI 1883, 3. 45). - ..Fuci, 
impium ac i^naviim pecus, disciplinam . . . detrectantes. a reliquorum 
consf)rlio arceantur* (Leges scholasl. scholae Salderianae 1706, ^Ix. 1 
in: Cfterprogromm 93ranbenbur0 o. ^. 1893, 3. 23. 3ft fucus ber lotin. 
guthö ober beißt eö ^Drobne?) — , . . . jRefoIutlon, boö J^ud)ös?eben ju 
Qutttiren'' (^ollt. SD^ouIoffc 1679 3. 51), ^gleld) oon ber 5ud)dban! mcg" 
(ebb. 3. 55). Gd bonbelt ftd) ^ier um 3d)ürcr, bie ouf bie Unlberfität 
,^le^ moUen. — ©ronbfud)<5: Comedia b. frommen ^\aat b. 3d)(u, 1*^06, 
eb. Jrepbe 1892, 3. 81: 

3o bcbm fc mi) mit 33ürbrcnbcn flon, 

3cl) fonbe nldit gabn mcbber fto^n. (^länfcln in 53eröen>. 

$M. 10. ,'Pennolpu^cr*' Wfet nidit ber ^ieuüng, fonbeni ber Absolutus, ber bie 
i^nfile frpiü&t'' = oglrt, triüt. — Fareliae p(;nnaliiim 1618: ^Jebonten 
ÖelBeii 3d)uim(^, Umbratici 3tubenbel3er, 3d)Qtt^äufer, 2)lntenfreffer. 



94 ©. gabrictuö, 

~ 3l^nööcr Srltfd), Scolaris peccans 1679, 3. 113: ®(^war^ 9Jlänte(. 

Ääfcnäpfc, ^rölfcr. 
$W. 11. CSercblönomcn: ©pur bei Öaudföarbt ((^dfüba I, @. 234. 236): Stoßet 

aenannt JRolfo. !Dq§ 51c aRltgÜeber 5cr ^tubcntenorben aügentein be 

fonberc Orbcnönamen geführt Ratten, fonn ic^ nicf)t beu»elfcn; bermiitct 

fann eS toerbcn. 330(. „2)er gel^elme 53unb ber fcf)tt)ar5en ©rüber ...* 

bon 3:tjrtäuö (= öJ. fjriebrtrf)). S5cl ben |)anbtt)crfcrn bgl. (Bd^abe, üom 

bcutfcf)cu öonbiücrfölcbcn 1856. (S. 25. 
$11. 12. „©icrs Srob* unb ßucfien« (nicf)t 5!ücf)ens!) Professores, bcr0lcld)en mon 

Quff QOen UnlbcrRtäten bat* ((Scf)rinöfcf)Ianafcf)rorum, c. 1690, (5. 5) „J^egcl. 

^rofeffor" (eb.), grefeprofcff. = ©pclfciolrt (^oübor« ßebenölouf 1728,®. Iö3). 
Stl 13. ^^llifternomen: -,!I)u läufiger ^4^acf)ant ober ^Qnbtuerfö'S^ rote" {^ai$pcU 

^ond 1684, (5. 146); 5!rote a(fo nlcbt = Jlnote. 'yiid)t untoi^iße %u^ 

füörunß Courf^orbt« über „^^lllfter" in: <Sd)ilbQ II (S. 157. 
Äl. 14 ff. 3)o6 ble 33ud)bru(fer9efeüen nlc^t äu ben Slnoten 0ered)net mürben, 

bot feinen ®runb borin, boft jene immotrifuliert moren. — Sc^tDoger: 

Öieb ber ^43oftfned)te : 

(S^ (eben bte beutfcfjen $oftfnerf)te, 

3)ie »SdjtDößer bon jebem ÖJef(^led)te, ^op l^cifa . . ." 

©c^ubart, 53aterlQnb. ai^ronif 1789, (5. 648. @. oucf) 3i^örterbud). — 
©ogen: 3:übin0en 1784 {33übrer, 9^euja^r«nQcf)t). — JJamuff: nid)t = 
5!ammQrf)er; e^ ift Qu^aü, boß ^^IcbcrgaU einen fo(d)en mit bcm 2öort be- 
Aeid)net. S3oUmann bud)t e^ unter 6 : ©amuff = S)ummfopf, ^"ci, S^dilingel, 
bummer Qunge (tool^J eigentüd) = Jlameel). — Übrigenö fommt Äamuff 
im 5)Qrmftäbter ^Ibrcßbud) alö gomiliennomen bor. — $Ja(jenfd)inbcr: 
.g^aöpel^onö 1(584, (S. 103. — >pc$fär^er: (Stubentenfonfeft 1667, (5. 7r>. 

Ä(. 17. ^oli^iften: ^ . . . äuöertcn biele, fie fönnten mit ben (iJr ünen (ober Öoub' 
fröfd)en, wie ble öcr^oglic^en Qläger faft noc^ gemöl^nüdier genannt 
merben) feine 9?od)t In einer (2>tabt zubringen" (Unpart. 9?ad)ric^ten bon 
g[ena 1795, <S. 31). — ^n ^Roftocf: Äremt = iihebfe, bon bem rotben 
§rodf. S5elege bei akuter. 

ftl. 18. öiefeer Stor^ernamen Cordanopolis (nld)t Cardanopolis) bom Äarj^er^ 
fned)t „Cordanus", ma« roicber onogrammotifd) ouö bem wirlUc^en Sf^amen 
(Sonrob geroonnen ift. (3. ßaucfbQtbt, 93eiträge ju 33al^rbt§ Cebenögefd)id)te). 

AI. 19. gür 33ocff!fd) = unreifer 3(^ulf ud)d (f. Oxid} ®d)mibt, SHecenf. e. 12) 
ein JÖeleg: Judicium theologicum super piis desideriis D. Speneri, ab- 
gebrucft b. ^rltfd), Scolaris peccans 1679, O. 62: „mit fold)en un- 
Seitigen 33acf|tfd)en eilet man auö ber ^dnikn. 5)enn ber 3o^n muö 
bolb 'Stubent ober Academicus fetm u. Reißen". 

AI. 21 ff. $:runfenlltanel. — Ru Q, <3d)mibt, @. 6: 9[od)en (3rin!eljod)en) --= 
^odiem (bon ^ebel im SÜbein. 4)ou0freunb gebraud)t) = ^Bein (l^ebr., 
Äunbenfprat^e). — ©ienmmen nod): Söurftologia unb !DurftoIogla 1662, 
o^ne Seiteuio^Ien: 93o(f^inger (= SBocf^ängen, ©ergeronifd) ^ier, „babon 
Qefd)rieben ftel^t: Bergerana est omnibus sana" — ©ernoufd) SBier, SBrot)^ 
9on in ^annober, „ab inventore vel calore, quo etiam Gallum coquere 
possit" — SBrod)»jorb, 53rufc ^ufe, .£)oaifd) SBuff, 2)on5lger goppenbler, 
englifc^, Gmbbifd), CJlnbecfifd), (Julenburgifc^ JBter (oud) in: ®d)öne 
JRorÜätenfoften s. 1. e. a. Gtr. 43) greiburgifd) S5ier, ®ofe in ®oölor; 
©lücfelö^oni (= ©lucfelba^n) ^orlemotfd) neben f)arIemofd)e, ^ottcnbad); 
^unb, 3;d) toeift nid)t toie, Stoter fd)on 1(>62; Jlioegern. ^orfinf, treffen 
in !ü3ittenberg; SJatjterling, Stiatfd), Slnifenarf, Jtufuf fd)on 1662; SHmit, 
fticfiiberbetubun, JMobmild) ^u S3autien, Sacfebctie ^u Gcflenforte, üDlaffanifdi 
S^ier, ajlorbbomer; moxb' unb Xobfd)Iag fd)on 1662; 9?eumogifd) 93ier, 
^ofcnell in ^ofewolf; Omie! fd)on 1562, ebenfo ^^reufeing; ^JJrifon, $Rofe^ 
mann, O^orfoter, 9lopplnifd), JHoftocferöI, Strecfelbör^el, 3trol^^enning; 



3ur ©tubentcnfprat^. 95 

3d|op8 ober totter Söranßcl au 33rc«Iau, (Staffcrin. — 1662, ai\o and) 
tm 17. 3^.: Ciuitfd)art, iWelBfopf, ^RoUtnßöblcr, Dhitctopff, eolot, (Sd)ap= 
fcf)Iap. — ferner Philosophia Salustiana (1663) G8v: ^fc^ toiU lieber aOe 
$:oae ein paar ftübid)en Galblnifrf) ju 3^^^^/ o^^ 5tt)ölff Ouartier Cutl^crffrf) 
AU Öemau, ober Sat^olifd) ju ^onl^en gebrauct 33ier auötrinfen\ ^(Salbinift^ 
Sier" tommt nod) me^rmalö Dor. — Stpoftel: tn ^obHabe, ©jamenöfcenc. 

Stl 29. StrinfgefäBe : !Doctor, Gerap^ in 3ena. — 9Jlllrf)pfeuni0e = 3Ruttcr* 
Pfennige: ®picl b. b. ftreltenben Äird)e 1606. 

Ar. 36. ©acftanten (fo meift gefdjrtebcn) fmb bie ^ribialfcfjüler; ^SBarf^anten* 
Verberge" = ^d)nk. 

Stl 39. gflbibuö: Sßelfc, C^bnarren 1672, ««eubr. (3. 158; Äau^fd), 2)aÖ frlfd) 
imb öoU eingefcf^enfte Slerglaö 1685, ®. 95. — ^attorum: fo in 53ogel« 
Ceipaiger Ännalen im SHcglftcr unter ^aße; im Z^xt (©. 111) ^elfecn pe 
^ian593uben. — Sprum — Carum — eijrifrtmum o. C, 1712, f. QJoe* 
becfe 111 267. — ^^oft ^eftelorum* in Qac. Salbe (1603-68), Slga^- 
t^UrfiiS Xlll, 4. — „<Bo leben mir in glimper gloria": $)offm. b. ^aüox^* 
leben, öJefeUfd)oft§lieber 3. 182. 

Äl. 46. —toben: !Die 3:öffellabc ift juerft 1836, bie ^iftoriabe fd)on in ben 
20er ^a^ren erf(i)ienen, le^tere 1879 In 9kubruc!. 5^erf. ift ber fpäterc 
SWinlfter b. !Daln)lgf. — gtmer: !Dle grla^lobe 1850 bon (ps.) SR. !Dre^* 
Ac^n; $>andn)urftiabe bon aRen!, 2. 3lup. 1840. — $unfd)abe (um 1830j: 
«. e. iöagner, 'Ku^ bem öfterr. Stlofterleben 1870, II 264. 

ftl. 47. (VJried)ifct)c Elemente: uirepflug: iBcifc, Sr^narren, Sf^eubrurf (3. 44. — 
.fuc^te feine ftubenticofifc^ 93ü(^r mieber ^ur ^anb": 93ertt)üftete unb 
beröbete iSd)äfereij 1643, B4v. — ,ea müffc ftubentifofe ^erge^cn" : <^tu^ 
bentenconfect 1667, @. 131. 

Äl. 55. 3oologie. |)e(l)t: im Olegener ÜJioleft ^eißt eine fnr^e pfeife ^äad)U 
ftomp. — (Srf)neppe: ^9Jlägbe*3:rö|ter* 1663 3. 251 fommt ^d)näppe im 
heutigen 3imt bor. „Hhapsodia ad Brautsuppam'' (maccaronifd), im 
SBeim.^aljrb. IV, 356): „quia junga velut modo Schnappa pulabam'^ 
93gl. 9«ünd)ener 3)ialeft: 3d)napperl, öJfc^napperl. — grifc^linge = 
m&bdfen: ßaurfbarbt, <Sd)ilba 111, 66. 

9i. 56. aWofen unb l^ropfteten: ^ippelö SBerfe HI, 75: ,Söie aber 3ie? . . . 
5U aWofen unb ^rop^eten?" 2)oau bie 9?ote: ,|)ie6 5u ber ßelt (c. 1757) 
in Äurlanb öelb unb &ut, ober wie einige tooHen, GJolb^ unb 3ilber^ 
gelb, ober im ^robin^iolauöbrucf grob unb fein, groß unb f lein ©elb, ba& 
loia fogen Älbertet^ler imb 33ierlina«.* — S)en ^eil. Ulrld) annifen = 
vomere: „. . . tot causabit Spiritus i)a^ er Ulric^ fd)rcicn mu6". Titfurtb, 
X)tfd). 53olfd« unb ©efeUfdiaft^lieber, 3. 242 „nad) einer alten $fd)rift.''. 
— .Ulrian- eup^miftlfd), ©ier^iJlafe <B. 79. 

SU. 62. eo-(3prad)e. 3d)leo, ^öileo bei aj^orionuö 1832, 8. 174. — 3d)mebeö 
^at tn ber 3tfd)r. f. btfd). $^ilol. 29, ©. 431 meine Grflänmg angegriffen, 
»ie id) glaube mit llnred)t. ßd fommen tn Setrod)t 33erlin: ^Jkomard)ia 
1813—19, il^eopomerania 1817. ^J^eoboruffia 18 :6-66, .öaUe: iReomQrd)ia 
1820, 8re«lau: ^J^eofilefm 1848-49, Ceip.^ig: 9^eoboruffta 1822-33. Die 
Äbfür^ungen 9?eo'9Jleo, 9ieo=Soreo, 'Df^eo^Sileo lonren allgemein bräud)lid); 
SReo«3)ieo t^abt id) in einem SBrtefe aud ben 20er Qabrcn gelefen. 

«I. 64. JRüffeloge: offi^ieO im Äieler Slomment 1817, f. 8?eröffentl. beö SCrd)ib« 
ber 93urfd)enfd)aft III, 69. 

Äl. 66. SWe^^eitauf s: ISelonber, 3krlicbt. 3tubent 1709 bietet oft: grauen«, 
2)irnen«, 9Wäbgen^, SWörber^, (Stänbgenö u. f. m. ined)tbu(jer 1627, 
5. 11: „SoldK 33engeli5 mollen ftrocfö 3tubentcn fein". — ^offnmnn, 
Laus deposilionis 1688: „T'er tterle^ fielet !^ir im Spiegel gor ^u gleich". 
2)ie Oratio ^t burd)tt)cg Äerrlö. 

SH. 73. 9(ud) ba^ "S^oxt Kartell, bod ^eute in parlamentorifdiem imb fo^tat« 
politifd)em 3inne biel gebraud)t mirb, ift ftubentifd)en Urfprung«^. 



96 9B. Sfaerlctuö, 



Qnm SBörtcrbucfi bcr ©tubcntcnfprarfie. 

StbbQuen: 1734 In ^-Pöünl^, !DqÖ galante ©adifen @. 268. 

abbrennen: abgebrannt in @)oet^eig ^Did^tung unb ^al^l^eit VIII (Sefud) in 

2)reö5en). 
^bmurjen = ermorben, Or. 
^bftec^en = ein @cf)mäiiöct)en: ^o\p\^ 27, eine ©cfunb^eit ebb. 83. — ^eute 

= abführen (auf SÖfienfur). 
9lbfto6cn ((Sd)utbcn) = bt^af^kn: ßel|)5iger 9?oblnfon 1757 <B, 117, 369. — 

Q[cm. abftoöen = tl^m auf« glmmer rüdfen, um bei t^m ju ft^maufen: Or. 
Slglren (ble Tenuate) = quälen, Im 17. Qb^ babon 9(girer, ^ctioncn; = re* 

nommiftift^ im|)onieren: $>aüz 1805, 35oml^agen b. ©nfe, ©riefe b. b. 

Unlb. 212. 
^nbienen (bie !Damen mit angenel^men tRebeniSarten) Gr. 
^naeftoc^en fommen: Um 1670: ®rimme(i8l^aufen, ©ourage X. 
Slnfcöleppen (ein Tltn\di) Or. 
Äpoftolieren: ^rebigcn ber stud. theol. auf ben 2)örfem um &tlb, ßöber« 

«ernünfft. <5tub. 264. 
ÄppeH = |)onbeälttem im Äofeenjammer, in 4)elbe(bcrg, gfeliar ©c^nabei 

(S. 339. — C)eute: „S3ergnügte Ringer*, 
^rfc^roc! = &t^xod, Or. 
Äffa fal^ren (jum cmigen Ceben) = obfal^ren, Or. 
8lu«brummen = bur^gel^en, Or. 
Sluöbrel^en = enttüenbcn: 1667. ©tubentenconfect 121. 
Äuöfümmetn (aufö Canb) = 8Iu«flufl mad)en, Or. 
8luStt)ommfen (bcn ^el^), @opl^ien§ Dtcife II, 460. — 3)urrf)tt)ammfen: ^f^ieber^ 

gaü, Stoü. ^unb. 
Slbantage (bei gorberungen), fd)on SÖfiartiali« @d^Iuc! (1776). 
Avec (l^aben) oft bei Caucf^arbt. 
Särenl^e^e (obfcöneö S3ergnügen Cei|)5iger ©tubenten in S^an^Iofalen ber 55or» 

ftäbte um 1805.) 3)aiu: 6§r. JReuter, ®raf e^renfrieb : „ein alter ©ünber 

ift nacf) einer SBärenmupf nacfenb um einen 5:annenbaum getauAt"; S^tncfe, 

(£^r. IReuter in «bb. ber fäcbf. ®. b. SB. 21, (B, 574. 
93är anbinben: oft bei ßoebcr 1723. (ibb.: Uniberfitätö « 33ertt)anbter, auc^ 

2Wfferabilitäti^S3ertt)anbter (= ©cbulbner.) 
©algen, ^algen = bueOieren, aWofeOa ®li(jofaborin, Disc. def. 1624. 
f alt er SB au er = sperma ejaculatum. Or. 

©el&umorirt = bctrunfen, Caucf^arbt, ©c^ilba II 36. — Q;bb. III 14: bef(f)eniect. 
©eiftecfen (^u einer ©träfe), ^eibelberger Stften, anfongö ber 30er ^a^xc. 
SBemooft: (Stoppe II 141 „®e^e mit beinem bcmooften ©ei^ime*. ©leid) nac^cr 

^berfc^immeltc ©liefe*, ^©ein, 'Dlaxl, bie ^irnfc^al famt berfelben 3Woo0 

ift gut..." euriöfe ^außapot^ec, gfronff. 1699, ®. 33. „3)ie C)im* 

Srf)alen, ba^ &zmM ber ^irnfcbalcn" Clavis pharmaccutica Joh. Schroederi, 
»f. b. Äoft^miö, 9^ünibcrg 1685 ff.; ^Auög. 1693 ©. 31. — „Älter moflger 
^err" Or. 

©infen, in bie SBinfen ge^en = berberben. <3d)eint abgeleitet bon »in bie 
^il^e geben" (Stoppe I 21 u. 122. — .3)le Sßeiöl^eit würbe barüber tn 
bie ^il^e nacf) @d)tt)ammcn ge^cn" Pliilos. salust. 1663, A 8 v. — SCud^ 
SWenantei^, 3at. ^Roman, ßinbenfclblfc^ie ^amo 1719, (g. 7. 

©irfcnmeier: 33lerfrug au» 33lrfenl^ol5, an oem bie SHinbe bleibt: Hospitiuin 
78. 89., Orat. 

©lamagc: gorbftreifen an ber SRü^e; SBlamagcbenbcl: S3orrirf)timg um bie 
©l. SU uerbecfcn. 3?or. 1840. 

©lacffd)eiRer: 2pl|jnamcn ber Sdireiber, (Seberinu« b. 9^auenf elö 1670 (S. 6 u. oft 

©lauf fein: fein (iJclb ^aben, 3op^. ^eif. I 231. 



3ur ©tubctttcnf protze. 97 

33nnbboII = ganj betruufcn, Hospitium 84. 

«loy! == topp! ßaucf^arbt, (Bd^iiba I 381 u. oft. 

33orfti9 = üicl, ftarf. 18. g[^. 

©orften l^aben = ®el5 ^abm: ©tro^cr, 3)cfenrtonör(5d)rifft bcr Schreibet 
1670, (5. 11. 

33ronbbrief: jebt ftubcntifc^: bcr ©rief, bcn bcr (Stubcnt nad) $Qufc ftfjrclbt, 
tT>citn fein @c(b olle Ift. 

53roft = Öoft, |)Qufcn ob. ä^nl. Coucf^arbt, ©c^Uba III, 12 u. oft. (,!Dcn 
gongen JBrojt be^aölcn*). 

93rummen (er brummte 5um $:eufel) = burt^ge^, Or. 

S3urjjt)O0t (Ȁorjerburgoogt') Or. 

Öurt*. ^urflren = sufammen too^nen 1557, glatter eb. ©ooö, 3. 286: 
,3)0 purftrten wir bie 5^t*. — ,,Tota Burschalitas" De reputatione aca- 
(l«>mica 1695 (S. 42. — ©urfc^enfoforbe Or. 

©üjier = 93urfd)enfd)Qfter: jiüeifeUo« bon ber ©üc^fenfnelpe om ßerrenberger 
SJcg in 5:fa)ingen, mo bie ©fc^ft. üor 1820 fnelpte. .eorpper" ift ol« 
SRctorfton bogegen oufgefommen. 

chapeau: SBielonb, b. neue Slmabiö XVII, ®t. 41 .ein ^itt ouf jebcn Unter« 
rodf' ib. 6. je ein $err unb eine Dome) baju bie ^nm. SKielonbö: „um 
1770 öicfeen bie SD'iannöleute chapeaux". 

CSomma für (Sommcnt (9Wcicr ©. 38 u. 46, SfJotc 251 u. 453) beru^ auf 
Irrtum. 3dmabel giebt nur bie SluöfprQd)e ber 4)eibe(berger micber. 

CSonbiügcn = 3cf)mQuö, ^ifanber, Söciberftifenblen 26. 

creben^cn: bom @Iaö fo biet abtrinfen, ba^ ein fingerbreiter 9^anb bleibt, 
Hosp. 38. 

Doniele, reifenbc: rcifenbe ©olanteriemorenl^änbler. Or. 

Dotterid) = ^änbe^ittern, mob. 

Dcceiii: „bon allem (fc. wa^ bie ^ufmärterinnen beforgcn) muß man decem 
geben, ftft^l, 3^^^"W"Ö ö- 3^^ 1798, 3. 155. 

b rillen --= trillen, f. b. m. agiren, ?luöbruc! beö ^ennolidmuö. ^nd) bon 
^d)upp gcbroud)i. 

burd)fallen, nömlid) burd) einen ^orb, fpe^iell bon abgeblitzten Sieb^obem 
gebraudit; bubli(^ bargeftellt im Pugillus facetiarum 1608, 1637: ^roei 
grauen galten einen Äorb, burd) ben ein 3Rann ^inburd)fäat : borunter: 
Armer Mannas og«. per corbein fallere cogor . . ., in bcr ^uugabc bon 
^^37 ein (Bcitcnftücf bo^u: eine grou fällt burd) bcn Äorb. !J)abon Kor- 
bissare = burdjfoUcn burc^^ (Sjamen, 1657 in Facetiae facetiarum, de 
niiiltiscientia; 3. 334. 

burd)läud)tig motten (bcn ®elbbeutel): Oleonber, Unpart. QJcbonfen. 

Xnti, auf bcn Tu^ trinfen: fd)on im lus potandi. 

i^ibgen riöquircn: 9Wart. <3d)lucf. 

(Jlenb (jc^t: befoffeneö, grauet G.): „^r fünfte bcmcint boi^ trunfen ©lenb" 
ttur. 3pongcnbcrg, C^bcfpicgcl, ^troßb. 1578 in Sdjciblc, Älofter VI 419. 

(Entjungfern (pass.) = cttuoi» ,^um erften 3Walc crlclben (i>icb auf SWcnfur, 
©erluft im 3picl x.) Unpart. yf^adjric^ten, 3cna 1795 3.37: »ßcutc, bie 
fid) gerühmt botten, niemals in i^rem ßeben coram judirio geftanben .^u 
fepn, mürben beb btefer ©clegenbcit citirt unb alfo entjungfert". 

(Entgleifen — bom gemä^ltcn 3tubium abfommen. SD'iobem. 

(irluftiren, fid): Xad frlfd) unb boll eingcfd)enftc ©ierglaö 1685, 3. 32. 

Et«elera -= ^^unb^fott, oft bei 3Beife, ©rsnarrcn 1672. 5. ©. 3. 170. 

^auftjunfer = masturbator, Or. 

^cnfterfononabe: l'oucfborbt, '3d)ilba 111 03. 242. 

Jlnfen ,,ftlire obfcurcr J^lnfcn*) Or. 

Jtrcipoftl)olter ~ leno: \?aucf6arbt, 3d)ilba lll 108 u. oft. 

?Jud)dtage: («nfunftötage ber '^ü(i)\c): Reld)nung bon 3<^na 1798 3. 18. 

auf ben 5—5 gepfropft = in übler yogc. Or. 

3f>«. ni. 7 



98 SB. gfaörtctuö, 

futf(^ = bcrlorcn: ßoucfl^arbt, ®c^ilbo III 47. 

golont: t)icröc6raud)teö ftub. Sößort im 18. ^al^rl^., noc^: ©op^lcnö SRcifc 1 190. 

Gaudium studenticum: Stitcl eineö tnaccaronlfcf)en ®cbld)teö bon 1693; 

bon mir rcprobucirt in SBurfd^enfcl^. 531. So. @. 18'.»7/98 9h. 2. 
©rofeboter: „Den ®r. bcfud^en" = ouf ^oc^jeitcn gelten: CS^elonbcr 1714, I 

990; ®r. = 9lad)ttopf: cbba. I 53. 
©runbciö: „2)cr Äopf g^l^t mit &x/ <Sop]^. 9f?cifc III 375. — SWobern 

berber: ä)cr 3t. Qtf^t mit ®r. = Stngft öaben. 
l^öngcn = f(^ulblg fein: bon (5o6anuö ^effuö in 33riefen gcbraud^t: haereo 

apud Judaeos. cfr. Jhaufc, $cff. ©ricfu). 
|)ofin, 3Rorbl^a^n = ^auptfcrl: Or. 
^ f c n finb nic^t SWöb^cn, f onbeni bcrliebte (Stubenten. ^qL Nugae venales, 

Hasibililas u. f. f. 
|)auöburfrf)c: SRaueÖ 3ttJifc^enfpier 1648 eb. 53ortc O. 33. 
ferauöbcifeen, fic^ fc^Icc^t l^crau§bei6cn (burrf) \d)Ud}tz^ 35etragcn) ©eibcl* 

berget $rotofoüe 1825. — SWobern: eine Slbfu^r l^erougbeifeen. 
l^etoifc^ = betrunfcn: oft bei ßoucf^orbt; aud) ®aubt^, ^d)nelbergefcll, 'SReclam* 

audg. ©. 5. 
l^ojen, l^ujcn = l^utfc^cn. $)er SSorgang beö $utfrf)enö tuirb ol^nc bicfe S3e* 

äeid[)nung gcfc^ilbcrt: ©elanber 1714, I 995. 
ßunb: bor bic $unbc gc^en: (Stoppe I, 3. 
^unböfott. ^unbSfutte = cunnus caninus: ©tubentenconfect 1667, ©.107. 

— ßunböfutt: ©eberinuö b. Dtauenfeia 1690, 23; Jungfer JRobinfone 

1724 (S. 72. 3)fiunbQrtlic^ bei 2)ormftobt : öunbSfo^e (plur.). — ©teftt 

in biefcm 3"fQn^"icn'^ö"9 ^^^^ fü^ €>"^c ^ 3" ^^» gronffurtcr ©totntcn 

b. 1297 Reifet ein ^urenfol^n: ^unböfo^n, Äricgf, !Deutfc^eÖ Bürgertum 

im Tl%. II 277. 
urcnmajor = leno, Coudf^orbt, ©c^ilba III 71. 
onitfd)arenmufif = lues ven. Or. 
lluminirt = beäed)t: fjlögcl, ©urfeSfe 1794, @. 78. 
u^: ®op^. $Reifc II 159. — luftige ©treic^e: Or. 
obad)e, ^urcnf abätze = elenbeS ^au§, Or. 
Äolbaunenf(^IU(!cr: 53alt. Od)Upp, S5on bcr ©nbilbung 544; (Schling* 

fc^langfc^I. im 3:raumgebic^t 15. 
J^almcufer: nod) G^rtjfonber, jübifc^-beutfdie ®ramm. 1750, @. 6: jübift^« 

beutfc^, ein Tlann aller S^ünfte, bcr aüeö ^u lernen fuc^t. 
J^ammer-Cougc = Urin, 53iergla6 1685, (S. 54. 
Äoöenmufif : ßaucfftorbt, ©d)ilba 93: „m^ bcr Serfaffer 1777 in ©ießen 

[tublrte, befoni ber Dtector Döpfner ein ^enbftänbdben unb Attjcl 5:Qge 

barouf eine Äo(jenmufif unb eine ^^nfterfanonobe". ^n äl^nlic§cm <5lnne 

„Äa(j* unb ^unbemeffe" in CS^l^r. Öfeuter, ber anmut^igc Süngllng ®d^U 

mufföft^ (Oper), cfr. Aarnrfc in ^bf), bcr föc^f. &. b. 2Ö. 21. (g. 548. 
Äerlö, Slerlcö, Äcrlcfe: «riefe ber (Slifab. ß^arlotte b. 1678, 1679, 1705. 

53ibl. beö ©tuttg. lit. 3J. 53b. 88, ©. 2. 7. 426.) S3ergl. oben «nmcrhmg 

ju Äl. (S. 66. 
J^effel. 33icaelc^t 3f^fl- ""t bcm im 17. ^^, (Nugae venales u. a.) biclge^ 

brauditen «g@fel", „gefd)offcne gGfcln"? 
Änöpfe l^oben: ßQudfi&arbt, ®d)!lba I 110. 
Äonbition: ^QuölcbrerfteUc 1779, S^inbleben, (Sd)Iuterlu« @. 164. ü^abon 

abgeleitet ©icrfonbitlon, ^^t^nopöf onbition k. (ttjobei einer bic anbem freihält.) 
Äorb, im ftorb liegen i^mit ©d)miffen): SWarburg um 1843 (<S. ^id, 2tfmi^ 

bilbcr, 3. 217). 
Äorpö: offizieller 5^ame für bic Canbömannfdjaftcn in ^elbclbcrg 1810 (noc^ 

'^ften). CSftor, CSborburfd) ift Icbigüc^ unortl^ograpl^ift^e (Schreibart, 
lo^en -- vomere: Gelaubcr 1714, l 953. 
Ä reibe, einem in bic ftreibe fommen: Caudf^arbt, ßebcn II 397. 



3ur ©ttibentenfprad^. 99 

freplrcn, M^ hxpixt mld)" (ötöcrt micß): (Bopf^xen^ SRcife II 304. 
Äüntntcitftrfc: bei ^oOc njurbc btel Äümmcl gcppanat, bg^. ^omlfc^, 9Wcin 

CcBcnömorgeu \3. 103. 
ftu^fd^tDOof (öemclncr ^an^). Äul^ft^tüiff: ^cibclbetger Otommb. 1827. 
lujonircn: Or. 
lurlänbifrf): alö 53erftärfung acbraucf)t; fur(änbtfcf)cö 3)onncrh)ettcr (glud^) 

ßourf^orbt, @cl)UbQ I 3; „furlänblfcöeö Unglücf" W^^P Reifer V. 
ßampcnmänncr = ^äfc^cr, Ccip^ig um 1725. ^Icanbcr, ©riföufcr ©. 67. 
Öonbluft, eine ß. mQd)en = ju 2)orfc fteigen: Oleonbcr, Unp. ®ebonfcn. 
Satte = Denis erectus. Stoppe II 199: „2Ber mit ber ßatte läuft unb alö 

ein 9iQrr pc^ fteüt*. ^m 16. unb 17. 3^. ttjurbc bafür ßelmftengel ge:= 

braurf)t. 
Corcnü = Kompliment: ßaudfl^arbt, Öeben II 43. 
Co^cifen, ficf) (öon ®d)ulben). ÜJiobem. 53acf)eaobe <S. 163. 
lufer (eben — flott (eben: Le Sansfa^on, ©^opoft 1745 (S. 11: „..bafe 

53niber @tubio brab lufer (eben fann*. Gbba. @. 59 fommt lucfcr = 

(ocfer bor. 
9Ranfti)etten (5urd}t). „Unb bie fonft fta()(gettJOl^nte $onb — Mert fc^on bic 

4)Qnbmonf$ette* : ^rorectortt)a^(, ftoöe 17Pü. ^ier ber urfprung ber 

^Keben^ort, mer SWanfcftetten trögt, i\t unmel^röaft. — Oratio : SÄonfcöetten- 

bringen, ot^fige, gemaltige Tl., ,^te 3Ji. mürben fo (ang, ba% fie fte mit 

Den Äanonen abtreten mußten*, 
«flircfler: ©olbat. ©ac^eliabe 1857, (S. 39. 
3»ucfer = p^iliftröfer <Stubent, $olibor 1728 (B. 174. 
SWutterpfennige: (Scl)on Dioue« ßmif^enfplel 1648, eb. 53olte (S. 31. 
9lagelprobe: Philos. Salust. Cio; „Hoc vicinum Francorum est, ad nagelum 

bibere ; M(?urerus in quaest- meteorol. p. m. 254. 255". 
^afe. „Qi lieö Ret) bon Sfeinem auf ber ^f^afe fplelea* Or. ,3)ie 9'Jafe bc* 

gießen • (Stoppe (5)ebid)te I 71. 
naß ^ubecfcn = bctrunfen mac^n: Hospitium 80. 
S^aturalift. ,,^m gelten mar er in naturalibus" ^Ippel, Söerfe III 77 (e« 

l^anbclt fid) ctma um 1757). 
9'legocc. »^^egojdien machen* ßaucfl^arbt, ©d^ilba III 59. — ^Unb trügt ber 

^oroli, mup S'^egoce Äraft mir geben* S^ioftocfer (Stammb. 1813; babel 

3eirf)nung einer ©orole, auf melc^er „9?egoce* ftebt 
9?ic!el, (Schimpfwort für 3Jiäbd)en: Gelanber, 33erl. (Stubcnt 1714 I 235; ^i* 

canbcr, ©r.^föufer 1725 3.36: „'Du infamer Äommiß 9?i(fel*, ebba: ^3)u 

abgefäumteö 5:reppenflcifcf)''; — Söeiberfttpenbien (S. 18: ^f^icfel, 25 ©r*. 

nicfel, 21 alteö 2:omifter (^ufroartefrauenjimmer), »5: iD'leubelgeii (3Jiäbc^en). 
Oblongum = 3:^ür; „mo ber ßintmermann ba& Oblongum gelaffen l^atte". Or. 
^abft. 9*einti)albö 8lfobemieen^ unb (Stubentenfpiegel 1720, <S. 50: »hierauf 

ging ber ^an\i red)t an unb fing man an, ftc^ ^um ^abft 5u fouffen, 

morüber ßeloteö faft gelacfiet Wtte ..." 
^cc^: Qmmermann, CSarbenio unb Selinbe 1826. 1. Slufa. 1. Sluftr. — (Saupec^, 

ßuberped); Coucf^orbt, ©ulerfapper 120. 
gebaut: roer claffifdie Gitate anzubringen fuc^t: 2B. SWeifter« SBanberja^rc II, 4. 
$cnur = (iJelbmangel, ßeipjig 1852. ©rief bon 2:reitfc^fe, (Sc^iemann <S. 72. — 

^adi 3tammbüc^rn l^ieß bie (Sulfurla bon 1809 ayxd) ^enuria. 
peften. 2Bcr pcbt, ^cißt in ©ießen au ßaucf^arbt« 3eit „ShliauiSbruftfrecf, 

53lauftrumpf". 
^infel: ©op^. SHeife I, 398. — Wcl«, bie in ^oftitten bcrgraben liegen: 3)er 

angc^enbe (Stubent 1767, B. 40. 
pifafcn = peinigen, Or. 
ptffen, 5:^ränen piffen = meinen, Or. 
pomabiren — ^luöbrudf im ^eibelberger Äomment 1815. 
Sonnig, „ein großer 6¥onniger" »lcr*®la6 1685, (5. 177. 



100 9B. gabrtclu«, 

poufflcrcn, ftrf) bei einem SWäbcficn poufRercn, b. ^. angenehm macfjcn, Or. 

^roc, ba^ ^roe l^oben, Or. 

$rlfe, fotole '>ßx., Courfborbt, Sd)ilba I, 218. 

pritfc^ = futfc^, @d)ilba III, 158. 

profaner: ftammt ouö bet 3^^ ^^^ ©tubentenorben, alfo 18. Q[^rbt. 

rafiß (njütenb) njcrbcn, Or. 

mauf)bz\n. ^ie ^Berliner SBüracrpoIiiei ftlcß um 1806 „ble SRauöbeinigcn". 

!DürTCö Ccbcn ©. 10. — SÖcobem: ein iÖienfc^ ol^nc feinere ©rjiel^ung. 
SRcceptionöliturgie: ftammt nic^t bon ber 35urfc^enfci^aft, fonbem ift öon 

biefcr au^ ber S^onftttution ber Q[cnenfcr 33onbQ[en bon 1811 übernommen. 
SReff (masc. unb neutr.): ein fd)(ed)teö ^ferb. gelij (BdjiiaM 191. 
riöliercn, einen 3)rucf riSIiercn: fi(^ brücfen, Or. 
falbabcrn: Iftierl^er gehört bieUeldit folgcnbe @teüe: Philos. Salust. E 10: 

„. . . Pfaffen, lueldie bonnermäfeig auff ben Äan^cln bie ^runcfen^eit 

(welcher [xt bocf) gro^e @^re t^un unb manc^ ^eclbobt l^a(ten) fd)clten . . ." 
(Stfiarmlerfirc^e: btc ©arnifonflrt^e in Q[eno, S^ic^uung b. Qena 1798, S. 11. 
©c^ernjenjel: 2öcibcrfned)t; bafür and) BipWt^er, Or. 
d)ieben, ,cr fd)ob jur St^ürc l^inau«", @op^. »«eifc III, 274. 
'(öief (öJegenfa^ ^u red)t) oft in ©ct)ubortS (S^ronif. 
c^icfeen, ®c^u6, SSicl^ft^uö = enifd^ulbborcr ^iebftol^I, Or. 
(^ifferig Or. 

(Sd)mifje = öiebe, ©opö. 5Reife 111, 218. 
@(^m Ollis. Ableitung bon „(Schmal ouS" ^Dlart. @d)Iu(f. ^ieröcr gehört: 

Philos. Salust. 1663 C 10: „. . . barbarica nostrorum hominum philo- 

sophia, cum jubent ebibere, usque dum fiat caliga alba, eine tücij^c 

4)ofc, quod Saxones dicunt &ax utt: (seu rein Ute)." (Sbbo. H 8 v.: „eine 

Äanne im fc^molen Rüglein ober im (Safj, tüic man fpnd)t, megiic^cn" 

{=■- einen ÖJauAen trlnYcn). !Do5u: »ßeel ut!* ^Refrain eincö 2:rinfliebeö 

bon 1609, ^offmann b. gaacröl., ©cfcüfd). ßicber <B, 162. „3:rinffi^ gar 

an^l" Qbba. e. 168. 
(Sc^mu^er. „^ fei) Schreiber ober <Sd)mu(jcr*, (3tro(ja, !Defcnrionö»(Sd)rlfft 

ber ed)reibcr 1670, (S. 9. 
fc^nobclieren, fd)nabilieren: ©lolbi, ^er beöperate (Stub. 105. (Sc^nobu* 

lieren: ©c^od), Gomöbia 11, 3. 
(St^nerfcl = 'Bi^, „wenn ber ^rofeffor einen Gc^ncrfel mit borbrac^te", 

^olibor @. 170. 
©cfinöbler = Söi^e, leid)tfertige (Streidie, geliy 3cönabcl, 3. 194. 
Schnurrbart (Söäc^ter): ^olibor (1728), 3. 158. Cöbcr (1723) @. 96. 
(SAnurren =.®amifon: ^cna 1795, unpart. S^oc^rlt^teu (S. 25. 
©c^nurpfeifen: Stn^ang jum Hospitium <B, 35. 
©c^mänaer (ber feinen ®läubigem burd)brennt), ßoeber 1723, (5. 30. — übba. 

©. 260: v5d)ttJänbere^ = 53ctrug ber Slufroartefrauen. 
<Sd)n)ager (f. ob.ju m, (S. 14) ^oftitton 1770, 1776 (Sop^. ^Wcifc 1, 5. — 

®egenfcitige Sinrcbc ber ^onbmerfSburfdjen bon 7 günften: Gartenlaube 

1864, (S. 699. — ©oct^e, 2). u. ^. XIII. 
©cöman/^factur, Sdj.^^arobe (obfc.) Or. 

©(^mefelbanbe = ®efeUfd)aft bon <Stubenten, bie ni6)t losgehen, Or. 
@d)rouHtät: 1767, !^er angcl^nbe ^tubent (3. 41. 

vivat sequens ! pereat remanens ! 3unäd)ft beim 3(ufru6r gebraucht. Tl, <3d)lu(f. 
sonica: „er fupr sonica ^um 5:^or ^Inauö", Or. — „^cr totrb sonica colle 

gcfd)Ieppt" C^kbeß in: ^tix |)ampclmann fud)t ein Öogiö bon Tla[% 

c. 1825, IV, 6. 
Spaiierböl^er = ©eine: finigge, ^Roman cinei^ ßebcnö, 3. ^ufl. 1783, II, 13. 

^ort an onberer «Stelle: .3}?arffnod)en". 
©pieß = öelb: 1647 (iJerlod), Eutrapeliae II, 9h. 615. — „3)ie opieBigfciten 

werben leicht flam": I^aö ®elb gel)t fort, Or. 



3ur @tubentenfpra4€. 101 

3tan5cn = erectiones hastae, Or.; cbbo. für 3"fto"ä^ 9cbrQUtf)t. 

ftt(t)cln: onjüglic^e SRcben: 3opl^. ^t\\t IIl, 176. - ^^icbcrgaa, !Datterlc^: 
3ticf)clc{cii. 

2tiefcl. ,,^0 er rul^ig feinen Stiefel nad) .^aufe o^ne unö ßegonöcn mar", 
.£>oUe 1805 tn 33orn^Q0cni5 ©rief. b. b. Unit). (S. 171. — 3Jlobcm: 
Stiefef = eine 3Wenge. 

Otroörenommift, Or. 

Strumpfe: .3n Soften auf ben Strümpfen fein", Sd)ilba I, 214. 

Stuben fjef^ll: 16H8 3)ürcrö $:i)c^onber S. 10, Hospitium S. 23. Stuben* 
loboa 3enQ 1687 fr. örenjboten 1861 1,215. Sc^njeiaerif^ 1551: b^liger, 
^piQtter eb. ©oo« 191. 

Stubiermacf)ergefe((, im 18. ^l^rbt. fcfter^l^oft für Stubent in ^Inle^nung 
QUO i^onbrnerl oft gebrnudit, 5. 33. ßuftige Gr^äl^Iung jtoeier ÜJiufenfö^nc 
1745, S. 55. 

Stübd)en, l)ölieme ©ierfanne in ^tna, Hospitium S. 82. 

Sttnbenmurm = penis, Or. 

5öee, bei ^tm, ouf bem Il^e fein: gut angefc^rieben fein, Or. 

tolliercn, Or. 

trorfener .'^oöpeö: ber fein 53ier l&erbeif(^offen fö^t, Hospitium S. 81. 

untcrÖQuen - unterf (^reiben, 19. Ql^rbt. 

fid) öer^auen: fdion 1624 M 3Jiof. ©liftofoborin. 

oerbonncrn, öcrfnorren (ju einer Strofe): beibe 1825 .(peibelberg (Elften). 

Der möbeln = öcrfaufen: ßeip^iger SHobinfon 1757, S. 5. übba. 32: er* 
möbeln -- (ö)elb) löfen. 

3? erruf = «crfct)iB, «ipeibelberg 1881, Elften, ^uf bem 33erfd)tö fein: ^ma 
1798, ^eirfmung 124. !Die ©cäeic^nung S3erf(^. fcl)eint töotföc^iic^ auf ber 
burd) fie be5cicl)neten unäftöctifd)en ^anblung au berufen, (ielanber (1714) 
I, 994 mirb erjä^lt, tt)ic Stubenten ongeblict) freunbfc^aftlit^ einen anbem 
befu(f)en, ber fut) feige benommen l^otte. Sie 5erfd^[agen oded auf bem 
3tmmer, „löfeten bie 4)ofen ouf unb bere^reten bem . . . eine fo(cf)C SWoterte 
auf bie Stuben, bie man fonft auf ben ä^ift^aufen ober nad) bem ^im« 
lid)en öJemad)e 5U bringen pflegt." 3Benn bie^ eine gebräud)lid)C Strafe 
für itcifl^eit mar, ift ber Sluöbruc! ganj flor. 

3?irgil: ^Äod)ttopf, Or. 

ttje^jen: 5öeifc, (Srinarren 1672, 9?eubr. S. 157. 

»eben = ftrafen, ,.N. N. um 1 ^f){x. geroe^t", SWarburg 1841 (^rotofoO). 

fid) n)ud)ten = fid) fortmad)en, Or. 

Rieben: bit :IBebeutung 5 ift ibentifc^ mit 3. 

^icrbengel Or. öfier<^. 

;*)Obel: lauberc 3^^^ Jungfer $Robinfone 1724, S. 64, 75. 



ßattntx ober 6abenfet? 

$ctcr $. aibcrt. 

SSor Sal^r unb lag l^at bcr „Scrcin bcr Sabcnfcr" ju 93crlin eine 
Umfrage batüber Deranftaltet, mie fic^ bte (Sinmol^ner bed üianbed 99aben 
cigcntli^ fprac^ric^tig ju benennen l^ätten, ob „93abener" ober „93abcnfcr." 
Der Herausgeber biejer S^iti^^if* if* bann in Sb. 1 berjelben (Strafeb. 
1901), @. 60—63 ber ©ac^e mciter nachgegangen unb l^at neben ben 
beiben genannten formen nod) eine britte unb vierte: ,,83abnijrf)e" unb 
^©abifd^e'' auf il^re ^erfunft unterfuc^t. (Sbenjo ift ber ©rf)riftleiter ber 
„SKonatöblätter beg ©abijrf). Sc^margmalbber." inSal^rg. 3 (greib. 1900) 
biefer 93lötter @. 238 ber t^iaQe näl^er getreten unb l^at feine SReinung 
l^ierüber bal^in geäußert, ba^ er ber einjigen im roirtlicften, üoltstümlic^en 
©prad^gebraurf) lebenben gorm „Sabijc^er'' ben SSorjug bor bem \ttoa^ 
fteif unb fc^ulmeifterlic^* flingenben amtlichen „Sabener" geben mürbe. 
Sr meint and) ganj richtig, ba| ed nic^t o^ne Stufen märe, menn S^rac^- 
unb SolfStunbige i^re t)erfd)iebenen 9lnfi(^ten unb 93eobac^tungeu öu^ern, 
jU neuen Unterfuc^ungen beranlaffen unb fo gur Älärung ber Slngelegenl^eit 
beitragen mürben. (Sine Sammlung ber t?erfc^iebcnften 9Keinungen, menn 
onberS folc^e auf bem Soben gefunber SSernunft fiel) bemegen, frf)eint bemnac^ 
öorerft ju einer befriebigenben fiöfung ber ^xaqt baS SKeifte gu öermögen. 

83ei biefer Sage ber Sac^e bürfte eS nic^t menig bie 3lufmerffamfeit 
erregen, gu erfahren, bafe bie %xaQe frf)on üor 70 Sauren einmal biefelben 
boran beteiligten Greife greiburgS mie l^eute befc^üftigt ^at. S)ie l^ierüber 
gepflogenen ©rörterungen finb für bie gefrf)iAtUc^e (Sntmicflung ber grage 
ni(^t gang ol^ne Gelang unb Derbienen umfomel^r mieber ans XageMi^t 
gegogen gu merben, als fie bamaU in einem 93(atte gebructt erfc^ienen, baS 
^eute menig mel^r äea(^tnng finbet unb in bem man nad) foic^en Dingen 
erft red)t nic^t fuc^en tann unb fuc^en mirb. (SS ift baS „®ro&t)ergoglic^ 
®obifrf)e privilegierte gj^^iburger 3Boc^cn^ unb UnterJ^altungS* 
Statt", baS in feinem 30. Sal^rgang 9ir. 13 öom 15. gebruar 1S31 
fofgenben, üon bem unbe!annten SBerfaffcr am @rf)Iuffe mit St. 3)1. unter« 
grirf)netcn Strtifet brachte. „Sinb mir 83abenfer, SBabener ober 
S3aben?" „5n ben ge^attöoUen „©riefen eincS in Dcutfc^Ianb reifenben 
Deutfc^en'' ^ Reifet eS im 1. ob. B. 32s : *UebrigenS nenne ic^ bie Sicmol^ner 

» »on «Qtl ;snlim SBeber «1707— 1«32>, 4 Sbc, 3tuttfl. 182G— 28; in bcr 
3. «lufl. 6 «be. Stuttg. 11H13] 1, 1K7. 



»abcncr ober ©abcnfcr? 103 

93abend 93abner, ipenn gleid^ me(e Don Sobenjem jprec^en, ma^ an 

3encnfcr erinnert unb unbeutf c^ ift ; felbft öiele 93abner nennen fic^ fo, t>xtU 

Ict^t um ber ÄoHifion mit SBaber, mie anbere fc^reiben, au^juroeirfiett. Sobnet 

l^älfe allem ab/ — Offenbar ift (entere ^Benennung angemeffener unb 

Qud) gebräuchlicher, aU eine ber übrigen ; allein nac| genauer (Srmägung 

bed t$o(genben roirb man jugeben, baf aud^ biefer 92ame aU 'üolUnamt 

nid^t ganj geeignet ift unb burc^ einen beffern bertreten merben fann. 

2^. ^einfiug fagt ätuar im l. Sbe. § 116 beg leut ricf)tig, ba& bor* 

güglicf bic ©übe er jur Scgeic^nung ber SSölfemamen gebraucf)t merbe; 

cg ift aber augenjc^einfic^, bafe biefe Silbe überpffig unb falfc^ ift, 

wenn ein SBolf^name fc^on aU ©tammmort öorl^anben ift. S)ie Slna»» 

logie ift ferner ein allgemeine^ ®efefe in ber SBortbilbung. SBüre e^ 

bem Gnott^nten gemäfe nun faljc^, toenn ber Semol^ner öon ^^Jreufeen ein 

^reufeener, bon Reffen ein ^effener, bon Sc^maben ein ©d^mabener 2c. 

genannt mürbe: fo ift e§ aucft fitf)er unrichtig, roenn ber Semol^ner 

bon 83aben ein Sabener ober Sab*ner unb nic^t bielmel^r ein 

JBabe genannt mirb. ©el^r überjeugenb mirb bie ©ac^e au^ ber %m* 

logie bon ©c^toeben: ©cl)roebe, ©c^mebin, unb Söabcn: SJabe, Sabin. 

3)er Jranjofe l^at and) richtig: la Suödo, le Sii6dois, la Su6doise 

unb la Bade, le Badois, la Badoise. 3D?an fagt aljo gut: ic^ bin 

ein ©abe, unb: bie SBaben ftnb freifinnige, il^rem SüJ^ften aber nichtig 

beftomeniger treu ergebene ©taatiJbürger. Sil« Siegel aber gcl^t au« bem 

©efagten f)erbor, bafe mit ben fiönbernamen 2)eut|^lanbg, bie fic^ mit 

ber ©Übe on fdf)Iie^en, bie entfprecl)enben SBölfernamen in ber SJiel^r^eit 

gfeic^lautenb finb, mie bie« aufeer ben oben angefül^rten SBörtern ^reufeen, 

.Reffen, Stf)roaben notf) in granfen, öb^men, Sac^fen, SBeftfalen, 9Kä^ren, 

$oIen unb mit weniger JBerfc^iebenl^eit in ^ommern, 93at)ern unb Ungarn 

beutlic^ ift. 2)a« Ungemüf)nlic^e ^ebt bie ^Ric^tigfeit ber Sac^e n\d)t 

auf; ba« SBefrembenbe berlicrt fid^ auc^ ba(b, mie e« mit anbern 

?lenbenmgen, mie mef)r ftatt mel)rcre, ber gaU ift. 2)er entfernte öleid^* 

laut bon 93abe mit 'ijjate fann, mie jeber anbere fabe 2öi^, ber ©ac^e 

mol^I fc^merlid^ 9(bbrucf) t^un. 3ur Slu^gleic^ung ber l^ie^er gel)örigen 

Stellen bon J. S. Sclir^pfliui Alsatia illustrata j). I. pa^'. öüS unb 

3. örimm, 2)eutfcf)e örammatif 1. leil S. 77ti/SO \)ahc\\ mir nur 

nocft ju ermähnen, bafe e^ boKig unbefannt ift, ob nirf)t in ben früf)eften 

Seiten auc^ eine Certfic^feit bie JBcranlaffung jum Kamen be« SBoIfc« 

gemefen ift; ba§ auf jeben ^'yaß taufenb SSegriffe, bie iet5t mit böHiger 

Wültigfeit ohne 3lnftop gebraud)t merben, bem S^iiall if)rc Gntftc^ung 

berbanfen unb baB ber burcf) bie beiben angefül)rten ©teilen l^erbortretenbc 

Umftanb für unfere Qcit, roo eä ficf) um einen paffenben bolt«tümlitf)en 

9famen ber burc^ dlatwx unb Äionftitution ju einem iUolf bereinigten 

Öeroof)ner eine« l'anbe« l)anbelt, nirf)t* gegen bie ^Inalogie bermag. 

?(l« Sabeu finb mir Wlieber i>c^ Staat« unb i8ol!«; ein '^^abencr ift 

ober genau genommen nur ber CSinmo^ner ber Stabt iöaben. Ubenfo 

ift allein ba^ :öeimort babijd) im iJergleicI) ^u babenfc^ unb bem bi«* 



104 ?ctcr % aiöcrt, 

meilen Dorfommenben babnifd^ n(^tig, met( man nur Don ^reugifc^en unb 
f(^mebi)rf)cn Stulpen unb einem jä^fijc^en, fd^mäbifc^en unb fränüjrfien 
Greife l^ort. — WöQen nun anbcre biefe Darlegung nad) ®ebül^r mürbigen 
unb nadE) ©cfallen anroenbcn. SBir mcrben öorerft ein treuer Söabe 
bleiben unb aufgeflärte Saben unfere 3Ritbürger nennen; im i^aü ber 
SRifefälligfcit ber ©ac^e aber mutatis mutaiidis un^ mit bem auf 8. 89 
ber oben angeführten 93riefe gelefenen Sprüchlein berul^igen: 

S)cutf erlaub ober Xent\d)[anb. toa^ liegt baran? 
S^ur beutfc^ gebac^t unb teutfc^ getl^an. 

Unb barin mörf)ten mir bem 3BilIen nad^ mol^I feinem nac^ftel^en. — Ä. aJi." 
S)ie Anregung beg §errn ?l. 3Jl. blieb nic^t unroiberf proc^en ; fie 
forberte ben 3Biberfpruc^ eine^ §errn S).,^ öielleic^t be^ Mebafteurg beS 
Stattet, Ä. SR. Dutle, felbft, mie e^ fc^eint, l^erau^, ber am 1. aSärj 
in Sir. 17 folgenbe ®rroiberung beröffentüc^te : 

ff^d) erlaube mir, über biefen Auf jafe einige ?lnmerfungen ju mad^en. 
3)er SSerfaffer be^felben ftellt bie Benennung 93 oben mit anbern 
ßänbemamen, meiere auf cn au^gel^en, mit Reffen, 8arf)fen, ^reu$en 
unb fo weiter jufammen, um bie bidl^erige ©rf)reibart 83abener für un= 
tauglich ju erflärcn. @r nennt fiel) analog mit jenem Flamen „SBabe'' unb 
feine fianb^Ieute „83aben". Dabei aber ift auf bie @efrf)irf)te be^ 3Borte^ 
Saben feine Slüific^t genommen, unb in ben ©äfcen, meiere jur SRerf)t= 
fertigung biefer ?lnaIogie angefül^rt merben, liegt ein SBiberjpruc^ »erborgen. 
,r3n Sejiel^ung auf bie ©teile, mo $einfiu^ bon ber ßnbfilbe er 
fpric^t, ate meiere befonberg jur 83ejeirf)nung ber SBolf^name gebraucht 
merbe, jagt §err 9Ji.: „6^ ift aber augenfc^einlic^, ba& biefe ©übe 
überpfftg unb falfc^ ift, menn ein SSotf^name fc^on al^ ©tammmort 
öorl^anben ift. " Unb er f erliefet nun öon ber Unri^tigfeit be^ ?lu^brucf ^ 
*^reu6ener,' '^effener' ober '©^mabener' auf biejenige öon 83abener. 
Die« ift ein SJiifegriff, melrf)er an^ ber SBerroec^glung ur]prüng(irf)er 
SRationalnamen mit Benennungen, bie öon Sänbern ober D^naftien ^er- 
rül^ren, entjpringt. ^^Jreufeen, Reffen unb ©d)roaben l^aben i^re SJamcn 
t)om SSoIfe, unb nic^t umgefel)rt. Da« ©ort SBaben ift fein ©tamm= 
namc. G^ gab fein SJoIf, ba^ i^n gefül^rt l^ätte, mie c^ Sct)roaben 
ober ©acf)fen ober Reffen giebt. Die Bürger unjercg ©rofel^crjogtumg 
finb oon 2lb!unft teil§ granfen, teilst ©dpaben ; oon ber .^errjc^aft aber, 
morunter fie bereinigt mürben, nannten fie fid) na rf) gemeinem Sprarf)^ 
gebrauch, ber nid^t fo leicht l^intan gejc^t merben barf, Babcncr, 
mie fic^ unfre 9iacf)barn SBirtcmbergcr nennen. Unfer Jürften^au^, 
bie ^Jiad)tommen IJtartgraf .^crmann^ besf .öciligen, irf)rieb fic^ oon ber 
33urg SJaben l^cr, mie ba^ ^ürftcn^au^ unferer 3Jact)barn oom ©dilofjc 
5ßJirtembcrg. So nannten fid) auc^, a(g ber römijdje ©taat gcgrünbet 
mürbe, bcffen Bürger Koma/ii, unb nid)t Komi. 



Om ^Hegiücr 3. 411) ift bie (rntflcfliunifl mit i*. unter5Cict)nct, 



©abencr ohn ©abcnfer? 105 

„2)iefen Unterfd^ieb jipif^en %o(fSnamen, meldie in politif^en ober 
örtlichen ^er^ältniffcn il^ren Utfprung ijabtn, unb fo(d)en, bie auf bem 
Öcblüt bcnil^cn, ijat bcr Serfaffcr mo^I gefüllt unb beruft fic^ be^megen 
^ur ?{u^glei(|un9 ber ©teilen bei ®rimm unb ©cftöpflin auf bie SRög* 
liebfeit, ba^ in ben frül^eften 3^^*^" ^"^ ^inc Dcrtlirf)feit bie Seron* 
laffung jum 9?amen eine^ Solfd gemejen fein fönne. Slllein, mer in 
bicfem Jetb gu -t^oufe ift, mirb gefte^en, bafe e^ fic^ mit ber SBilbung 
ber alten 93o(tdnamen gang anberd Derl^ält, aU nad) ber äßanier be§ 
Serfafferd, ber und 99abener gu Saben machen toiU, b(og weil ber 9tame 
ber babijc^en @tammburg auf en audge^t. 

„3)iefe Slnmerfungen (ege mir §err SR. nic^t übel aud. 3c^ el^re 
beffen oaterlänbifd^e @)efinnung unb mUnfc^e, ba% fie ade 93abener mit 
il}m teilen mörf)ten, mie irf) fie mit i^m teile.'' 

,Öerr 9Ji. fd^eint fic^ mit biefer Abfertigung gufrieben gegeben ju 
^oben, menigften§ ift feine @)egenäu^erung t)on il^m Derlautbart. 9ber 
lebrreic^ ift ed bo(^, ju feigen, mie bie l^eute mol^l allgemein a(d unan* 
nei^mbar, ja aU abgefc^matft erfc^einenbe ^orm „3)er Sabe** allen 
(Srnfted öerteibigt werben fonnte ju einer Qtxi, ba )\d) bad amtliche 
^Sabener'' bereite feft eingebürgert l^atte, bad noc^ i^eute bem &t]d)madt 
ber 3Jiel^rl^eit entfprec^en unb feinen $lafe gemife auc^ in 3"^""f^ 
behaupten mirb. 



Herre unb plan. 

Ä. 93o^ncnbergcr. 

3n feinen ergebnisreichen ntl^b. ©tubien (3eitic^rift f. beutf(^e§ 
Slltertum 44.45) bel^anbelt S^^ic^äi"^ ^^^ ^^^ nil^b. @Jebraurf| ber 
3)oppeIform herre : herre unb beS ^^embmortö plan. 93ei herre 
fommt er Dorübergel^enb auf bod SSerl^alten ber l^eutigen äRunborten ju 
fprerfien, bei plan fielet er ganj baöon ab, ^d) fann l^ier gum munb* 
ortlid^en ©ebrauc^ beiber SBörter (Srgönjungen geben, bie iUQldd) ge« 
eignet finb, Sic^t auf bie ntl^b. SSermenbung 5U werfen. 

1. Qn herre, herre. 

gür bie ]&eutige SBermenbung ber e-gorm jitiert 3- in 3- f- 3)- 51. 
45, 26 f. bairifrf)eS ]^?ar m^ 3nift narf| ©c^afe unb alemannifrf)* 
fc^mäbifd)eS her, l^airte bei bem Sejifograpl^en ®eSner, ben 93aSlent 
SranbrnüHer unb ©ailer unb in Auerbachs „3öo ber ^airle*" nac^ 
aWartin («njeiger f. 2). Sl. 14, 287). es lo^nt firf), auc^ bie übrigen 
®elege auS bem Dberbeutfct)en unb Dftfrönfifc^en beijugiel^en. 

3m alemannifc^'fc^mäbifrf)en ®ebiet ift bie e-gorm allentl^olben 
mit 3luSna^me beS Si.SB.'S reicfilirf) belegbar. 3n manrf)cn ©cgenbcn 
ift fie jmar im nomen appellati\iim möl^renb ber legten 3a]^r3e]^nte 
burrf) bie e-gorm frf)on böllig berbrängt, an anberen ©teilen menigftenS 
ftar! gefäl^rbet morben, aber fie ift borf) burrf) baS ganje ®ebiet mit 
SluSnal^me beS 91.333. '§ norf) aus jüngfter SSergangenl^eit genügenb be* 
jeugt. Unb roirb fie aurf) in abfclibarer 3^it ^^ appellativum faft 
ganj öerfc^munben fein, fo mirb fie boc^ in meiter SSerbrcitung in ben 
Kamen fortleben. 2)aS SBort ift ber Statur ber ©a^e narf) in DrtS* 
unb Flurnamen l^äufig bermenbct unb ba bleibt bie e-gorm unberbrängt. 

5ür bie gange beutfc^e ©c^meig, aurf) baS 3BaHiS, aufeer 93afel 
giebt baS ©c^meijer 3biotifon II, 1521 bie Selege (öergl. bagu aurf) 
3. ^unjifer, ?lorgauer SBörterbuc^ ©. 127, ©ttrfelberger, Öeitr. 14,389 
unb 3o^. aRet)er, Deutfc^e ajhmbarten VII, 180), für 83afel gelten 
bie oben genannten Sitote. 2)ie Dualität ift mieber mit Ausnahme bon 
83afel bie gefd^Iofjene, e, 83afel l^at offenen fiaut, f. 

Siörblirf) beS^ SBobenfeeS unb SRl^einS meftmärtS bis jum 
©rf)marjmalb folgt ^, ai unb 9a, alle brei auS m^b. e ^eroorgegangen 
unb öerteilt narf) ben auf Äarte 10 öon 5ifrf)crS ?ltlaS gegebenen 



H&rrd unb plan. 107 

©renälinten. Jüt bic mcpfd^wäbifc^c ai^gorm nenne tc^ neben ben 
anent{)Q(ben ju ftnbenben Seiegen für abgegangene^ ober abgel^enbe^ ^air 
unb l^airte bie Drtö* unb tJlttrnamen: Haireb^rg (^errenberg, mürtt. 
Cberamt^ftabt unb glumame bei ®rbfeingen*9?ürtingen) , Hairawisa 
(^crrenwiefen, Flurname bei 93empflingen'Urac^ unb (Snbingen*93alingen), 
Hairewalfi (^crrenroatb, 5(umame bei 83obeIgl^aufen=SRottcnburg unb 
aj{eibelfterten^9Künfingen). SBeitere ^Warnen ol^ne Ortöbcleg nennt 5K. 9t. »ucf , 
Cberbeutfc^eg glumamenbud), 1880, @. 99. S)aju tommt auf bcr aib 
ber bort roeittjerbreitete ^Panjennanien hairoschlaiife (pulsatilla vul- 
garis). 2)ie oft)d^n)öbifc|c ?a- (90-) gorm ift au^ 3Bürttemberg belegt 
burc^ ^äarle (93ej(^reibung bed Dberamt^ (Sllmangen @. 187), pfarrl^ärle 
(genauer -paarte, Sefc^r. b. D. 31. SlereSl^eim @. 86). gür Vorarlberg 
ift fter mit gejcf|(ofienem e bezeugt oon 3ol^. JBorbun in 55eutfd)e 9Kunb^ 
arten 3, 21Ü unb Sagen SBorarlbergg 2 31. @. 280. 3lug bem ale* 
mannijd^en Sa ben fte^t mir lein Seleg für bie e-gorm ju ®ebot. 
5ür ba^ eifafe öerjei^net aj?arttn=2ien^art, (Slfäffifc^eg SBörterbudj I, 
367 ^er mit offenem fiaut au^ bem „©übftreifen*", alfo anfrfiliefeenb an Safel. 

3lug bem bairifc^'öfterreid^ifc^en ®ebiet liegen öor für lirol 
außer bem genannten Selcg bei ©c^afe bie eingaben bon ©rf)öpf Sirolif c^eg 
Obiotiton: l^er, ^ear, l^carl, l&earifci^ unb im befonberen noc^ für 9Keran 
^eor bei 3of. Zijakx in iJeutfc^e TOunbarten 3, 329, für äufern ^ear 
bei 3in9^i^'f' fiufemifrf)e^ SEBörterbud^, unb 3o). Sac^er in B^itfc^r. f. 
SoÜ^hinbe 11,177, für ftärnten bei Üejcer, tärntifc^e^ 3Börterbu(^: 
hear, hoarl, hearisch, für bie ®ottjrf)ee bei ?(b. .Rauften, 8prac^infel 
©ottfcftee, ©. 22 (Duellen unb 3orfc^. jur @efc^icf)te u.f.m. oon Defter* 
reic^ III) hear mit langem gefc^loffeneh im S)ip]^t^ong. 3lud ben 
nörblid)eren Seilen beS bairifc^*öfterrei(^ifrf)en ©ebiet;^ fef)lt mir 
leber Seleg. 

Cftfranüfc^ erfrf)eint bie e«3orm in bem meitoerbreiteten herlo 
= Orofeoater, jo in ^o^enlof)e mit offenem e (eigene Seobacbtung 
unb oft bei ben S)ialettfrf)riftftenern. haearli Deutjrf)e üDiunbarten 3,537 
iiat roo\)l mit Unred)t Tipl^tl^ong), im ^ennebergifd^en, jo beerte neben 
^errle nac^ 3B. ^. 5. Dteinmalb, ^ennebergifc^e« 3bioti!on 1793 3. 62 
unb bamacft S. Spiefe, Seiträge j. e. §enneb. SbiotÜon ©. 102, roäl)rcnb 
Spieß in I)eutjci^e SOiunbarten 7,29S t)earle unb tjerrle giebt, IumIjv, 
hArle in Sibra, 15 Stitometer füblid^ IJieiningen, nac^ 3)eutfd)e SDhinb* 
arten 2,77, horlo in ©(^malfalben nad) Silmar, 3biotifon oon Äur* 
iKffen S. 165. 9?ur l^errle mirb genannt für SBürj^burg, 3Binb^f)eim 
oon 3o^. Sapt. ©artoriu«, aJiunbart ber ©tabt SB. 1S62 unb CS. OJroB* 
mann in Xeutfc^e ÜJJunbarten 6,132. 3n gl um amen !enne id) bie 
e-Jorm mit offenem üaut in l^^ramifa (.^errenroicfen, Stieberftettcn, 2öürtt.) 

Son ben übrigen 2){unbarten fel)e iif ab, ba mir au^ bereu 
i^biet nur t)ereinjelte Selege ,^u OJebote fteljen. 

55a^ Ser^ältni*^ ber lieutigcn Cualität beg e^Saute^ ber 
lierre-Jormen jur mittell^od)beutfc^en ift bei ben bairifd)en unb jur 



108 St. ©oj^ncnbcröcr, 

^anpt\aä)t anä) bei bcn alcmannifc^cn gönnen ilax. SBnirijc^e^ unb 
oftfrf)mäbij^e§ §a ift au^ offenem ^ ber m]^b._3cit l^erjuleiten (f. 3lle* 
mannia 24,34). (Ibenfo fc^tiejicn alemannifc^eg ? unb barau^ entroidelte^ 
meftjrf)tt)äbi)rf)eg ai unmittelbar an a(emannifrf)e^ gejc^tojfene^ e ml^b. 
3eit an (?llcmannia 24, 35). 

S)ie offene Qualität ber e^gorm in 83afet unb im jüblic^en 
(Slfafe entfprirf)t bort ber allgemeinen öe^anblung öon e öor r. 3n 
Safel mirb narf) Eb. ^offmann, SD?. 3t/(ic^er SBofaü^mud öon Söafel, 
§ 153 e öor r ftet^ often gefprorfien. Diefe offene Dualität bed e bor 
r l^at l^eute öon 93afel an rl^einabwärt^ ein beträrf)tlid)eg SSerbreitung^^ 
gebiet unb gilt im befonberen jum grojjen leil in bem ©renjftücE be^ 
lllemannifc^en, aug welchem mir 83elege für bie ^erre^gorm fef)len. So 
^aben ?r Dtten^eim (^eimburger, SR.-«, bon D. SBeitr. 13, 221), 
©trafeburg (&. ©ütterlin, @tra|burger "SätM. in Slrnolb« ^fingft- 
montag, § 11), bie @üboft|)fa(ä (®. §eeger, S)ialeft ber ©üboftpfalg 
1. 1896 § 5). dagegen gilt auc^ öor r gefc^lojfene^ e ober ein 
barau^ abgeleiteter Saut öftlic^ biefe^ Streifend in Dberfc^opfl^eim 
JBej. Sa^r (S^menb, Beitfc^rift f. ^orf)b. 9}?unbarten I, 324), t)er= 
mutl^lic^ in gorbarfi, fid)er in ©ttlingcn famt feinen öfttirf)en unb 
fübbftlirfien Nachbarorten (fr. SWitteilung öon D. ^eilig), auf elfäffer 
©eite im SKünftert^al (9Kanfel in ©trafeburger ©tubien 2, 122) unb 
angeblich auA in Solmar unb Umgebung (Vict. Honrj^ le dialecte 
alaman de Colmar, Bibl. de la fae. des lettres de Paris 11,25). 
SDie offene Dualität be8 e öor r fann auf alemannifd^cm Soben nic^t 
urfprünglic^ fein. ?luf fc^malem ©treifen in ber Gbene jmifcften bie 
gefc^loffene gorm cinbringenb flnb jufammenl^ängenb mit breiteren ?r- 
öebieten im 9?orben mirb fie frf)on burc^ i^re Sage al^ Steuerung er* 
miefen. S)aju fommt, bafe mir mol)l innerl^alb be^ er-®cbietg ben 
Uebergang fonftiger gefd)toffencr Saute öor r in offene, nirf)t aber inner- 
l^alb beg er-®ebiet^ ben umgefef)rten Uebergang offener in gefc^loffene 
Saute fennen. 55a§ ?llter bed offenen e öor r auf atemanni|rf)em Soben 
ju bcftimmen, finb mir junäc^ft nicf)t in ber Sage. S)er SReim her : mor 
im Slappolfteiner ^arjiöal, ben S^^i^^äi"^ Sf^^l- 44,291 auffäf)rt, fann 
für fic^ allein ni(^t 9lugjd)lag geben. SJi. @. ift bie Unterfud)ung ju= 
fammen mit ber öon er im benachbarten 3J^einfrän!ifc^en gu fül^ren. 

?luf oftfränfifci)em 93oben fel)lt ung junäc^ft fdion bie nötige 
Älarl)eit über bie i^ertcilung üon offener unb gefcl)loffener Dualität 
in ben l)eutigcn hene^^Jormen mie für fonftiger e üor r. 3)amit muJ5 
äunäd)ft aud) Slltcr unb Gntftet)ungÄjcit bon offenem 9 öor r unbeftimmt 
bleiben. !Da^ im allgemeinen genommen im Dftfränfijc^en be^ 13. unb 
14. 3at)r^. ö auc^ oor r gc)d)loffcn mar, ift burd) 3«^- ermiefen. 3Benn 
er mciter 3- ^^4, 281 am ^eilige S^arftellung ableitet, bafe im Jauber 
grunb ^r crft nad) ber Xct)nung ber ftürj^cn entftanb, fo ftimme i^ 
aud) bem bei, nur mage ic^ bei beni bermatigen ©taube unfere^ 35Jiffen2 
nidjt, Sd)lüfie für ba$ fonftigc (Gebiet t)on yr barau^ ju jiel^en. 



H^rre unb plan. 109 

Db innerhalb beS l^cutigcn ^errc*®cbicteg einmal, abgcfcl^cn 
öon bcr SScrmcnbung öor Flamen, bic langöofalifrfic 5orm adein 
üolf^tümlic^ mar, ober ob bancbcn bie e^gorm öcrmenbet mürbe, 
läfet ficf) l^eute nic^t mit öößigcr ©emife^cit fagen, ift and) taum me^r 
für größere ©ebiete mit ©ic^erl^eit ju entjc^eiben. ^oi) mufe na^ bem 
l^cutigcn 83eftanbe erftcre Stnnal&me afö fe^r ma^rjrf)einlicf) gelten. 
Slurf) ift öon öome l^erein gu ermarten, bafe beibe formen menigfteng in 
gleicher SBebeutung nid^t längere 3^^* ö" bemfelben Orte neben einanbet 
öermenbet mürben. SBenn nun Qrv.*^ UnterfuAungen ermiefen l^aben, 
bafe auf alemannifc^em unb bairifc^em ©ebiete in ben poetifrf)en 
35enf malern beg 13. unb 14. Sal^rl^unbcrtg al^ JRegel bie bort gum 
allerminbeften gum Jeil munbartfrembe 5otm herre auftritt, fo fommt 
in biejem QalU ber Uebernal^me ber munbartfremben SBortform befonbcre 
Sebeutung gu. Xa^ 93ebürfni^ beg 9teim§, ba^ fonft munbartfrembe 
SBortformen in ber Sitteratur eingebürgert l^at, fann l^ier nirf)t afe aug- 
fc^laggebenb angcjel^en merben. SJie auci^ ol^ne bie l^erre-gorm aui^gu^ 
iommen mar, geigen mieber 3tt)-'^ SBelege. G§ liegt nafe, bie SSer* 
breitung ber e-gorm in Buf^nimenl^ang gu bringen mit ber (Sntmiilung 
be^ 9tittertum§. 3Burbe bie furgöotalijc^e %oim auf irgenbmeld)em Söege 
im ©pecietlen 93egeirf)nung ber Ängel^örigen beö JRitterftanbe^ (öergl. 
Srfiulte 3fS9l. 39, 210), fo mag fie auc^ mit biefer Snftitution 
in ^5fi)d)en fireijen al^ 9)ioberoort Verbreitung gefunben l^aben. 3n 
t)ol!§tümlicf)en Äreifen märe bann baneben in gleid^er 83ebeutung heiTe 
geblieben. 2)ie^ bemeifen bie Drtg* unb Flurnamen aU 93egeic^nung 
ehemaligen 3lbefö' ober JRitterbefifeeg. 

3lu^gang^pun!t für bie Verbreitung ber herre* 
5orm unb Urfprung^gebiet !ann ein eingelner 93egirt fein, 
bie Steuerung fann aber and) unabl)ängig an öerfcf)iebcnen Stellen 
gugleic^ entftanben fein. SJeibe 9Jiöglirf)feiten finb in S8ctracl)t gu 
gießen. Siefte fid) öon irgcnb metd)er ®egenb mit ®irf)erl)eit nad)« 
roeifen, bafe bort in ben legten 3al^rt)unberten bie l^erre=5«^rm unbetannt 
mar, fo müfete biefe öor allen anberen für bie ^eimat ber !urg* 
öotalifd)en 5orm in öetrad)t gegogen merben. 35ie turgöofalifd)e govm 
fönnte bort öolfetümtid) entftanben fein, fie fönnte bann üon ba au^ 
al^ 3Kobe^ unb Stanbe^mort in anbere ®ebiete eingetragen fein, mo fie 
in l^öfifd)en unb litterarifc^en ftreifcn üermenbet morben märe, mä^renb 
in üolfötümlid)er Spraye Die e^gorm blieb. Xa aber in abfel^barer 
3eit menigftenö eine fotc^e Jcftftellung nid)t gelingen mirb, fo finb anbere 
ffiege gu fud)en. (£^ liegt na^e, mit 3"^- ^"f )^^^^ 3Jiunbartgebiete 
abgu^eben, in bcnen bie ('y-J^oxm mit alleiniger Veränberung ber 
Quantität ol^ne fold)e ber Clualität entftanben fein Knute. So 
meint 3"^- 3- ^^h -•'> • rr2)ie Äürgung fann man am beften öerfte^en 
au^ ben üauttjerljältniffen be^ bairifd)=öfterrcid)ifc^en unb oftfc^mäbifc^en 
Xialeft^, benn l)ier l)at ba^ e t)or r fd)on im 13. 3a^rl^. bie offene 
Cualitöt be^ e.'' SD^eine^ (Srac^ten^ ift man jeboc^ nic^t t)on Dorne 



110 St. 8o^nenberger, 

l^erein 5U biefer @infd)ränfung bered)tigt. 6d ^ätte burc^aud md)td 
^uffaQtged, mcnn bie Seränberung ber Ouantität and) eine folc^e bei 
Dualität mit fic^ gebracf)t f)'attt. 3Rit ber Jtürgung langer SSotale ift 
ja oft genug beren Deffnung öerbunben* Snt befonberen ift auf aU^ 
niannifrf)em ®ebiet biejer SBorgang ju treffen, t^üx 93afel l^at ^offmann 
(§ 9) bie allgemeine JRegel aufgeftellt: „e unb nel^men in ber Äürjung 
offene Dualität an." I)ie Snterjettion s^ erfc^eint getürjt ate s^, fo 
gemeinfc^mäbifd^ unb alemannifc^ bejeugt für ben Slargau öon t^unjifer, 
Slargauer SB.S8. @. 237, ol^ne Drt^au^gabe aug ber ©c^roeij öon ©talber, 
SSerfurf) eine^ ©^meij. 3bioti!on^ 2,296. Solmar, ba« er gefc^Iofjen 
be^anbctt, f)at nad^ §enrt) bei Äürjung ^r in ?rst. 

?lIfo fc^on bie @injrf)rän!ung be^ in 93etrac^t tommenben ®ebiet« 
auf bie ?^2Wunbarten bleibt fraglic^. ©eftel^t man fie aber aurf) ju, fo 
ift neben bem Sairifc^en unb Dftfrf)mäbifc^en auc^ ber9?.3B. bei^ Slle- 
mannifc^e^n unb ber anfc^liefeenbe Steil beg 9tt|einfränfifc^en 
mit i^ren ?r=5ormen ju berüdfirf)tigen. 2)a« öft(irf)e ®ebiet l^at ja mol^l 
ben ^orjug, bajs bort bie offene Dualität t)on f fc^on Dom 13. Sal^r^. an 
unbeftritten ift unb aU gemeine t^oxm ju gelten l^at, mäl^renb am St^ein 
norf) öorau^gel^enbeg e feine ©puren l^interlaffen l^at. SBir tonnen aber 
boc^, mie bereite oben gefugt, bie 3KögIirf)feit nirf)t beftreiten, bafe e 
bor r am 9t^ein fc^on im 12. 3a^r]^. offen mar. 

©ajul^in frf)cinen gerabe im alcmannifrf)en 9tl^eingebiet ©puren 
felbftänbiger Äürjung üon herre üorjuliegen. 3m ®ebiet üon heutigem 
gefrf)loffenem e t)or r giebt ©c^menb für Dberfrf)opf^eim (3- f- l^oc^b. 
3R.«3l. I, 324) ein h$r mit gefc^loffenem furjen e neben haerigot mit 
überoffenem e an. (Sbenfo erfc^eint im benarf)tbarten Dtten^eim, ba« 
e üor r offen bel^anbelt, h?r mit offenem unb haerigot mit überoffenem e 
neben einanber (SBeitr. 13, 221). 3n beiben Drten mirb bod| mol^l bie 
eine gorm bobenftänbig, bie anbere eingebrungen fein, ©oßten fie beibe 
öon au^märt^ übernommen fein, fo müßten fie mol^l immer nod^ Der* 
fc^iebener §eimat^ fein. 3Bir fc^einen aljo l^ier 93elege für ber* 
frf|iebene^ ^ürjung^öerfal^ren unb bamit auc^ ben Semei^ für öer== 
fc^iebene Urfprungdgebiete ber ^ürjung bor und 2^ l^aben. SBad bie 
SSerteilung bed gormenpaard angelet, fo fc^eint junäc^ft mo^l her ber 
Dberfc^opf^eimer Äudfprac^e an Drt unb ©teile au8 herre entftanben, 
haer bon auömörtd übernommen ju fein. Sntfprec^enb l^ätte in Dtten^eim 
h^r < h^rre alö bobenftänbig, haer ald eingetragen jU gelten. ?lnberer* 
feitd fprid^t aber mehrere« für bie Urjprünglic^teit bon iiaerigot. Äud 
ber ©c^riftfprac^e ift bie gorm megen ifred 9Kittelbofal8 fcfimerlid^ 
übernommen, obmo^l i^ eine neuerliche @infd^iebung bed f(^mac^en äSofald 
nic^t für böllig audgej^loffen ^alte. 3luc^ ift ber S33ortbebeutung nad^ 
bolfötümlidie gönn ju ermarten. 3Benn irgenbmie ba§ Söort l^erre 
bolfötümlic^ gebraurfit mürbe, fo gefc^al^ ed in biejer SBermenbung. Äu^ 
ertlärt ficb l^ier bie fiürjung rec^t mo^l. ©0 lange ber ^auptton auf 
got lag, tann bei (Srl^altung bed äSotald ber unbetonten ©ilbe bie Sänge 



H^rre unb pUn. 111 

ber gcfc^foffcncn Slcbcntonfilbc gcfürjt morbcn fein. üKan nimmt ja 
l^crfömmlic^cr 3Beifc bic SEBirtung bcr Kcbcntonigtcit in bcr Stellung 
öor 9?amen unb biefen gfeic^ ju ac^tenben äppedatiöen nur für bie 
©ntfte^ung öon her aug herre in 3ln)pruc^, fie fann aber boc^ and) 
für bie ftürjung herre > herre in 93ettarf)t gejogcn merben. 3n biefcm 
eJalle l^ätte fowol^l Dttcnl^eim ate Dberfc^opf^eim ju ae gefürjt. §aben 
bann bic beiben anbern formen al§ eingcbrungen ju gelten, jo mad^t 
ober mieber her in Dberfc^opfl^eim_ ©rfimierigfeit. (Sntmeber mü^te e^ 
au^ einem ®ebiet ftammen, mo er > ^r gefärjt mürbe, ober müjjte 
einbringenbeö h|r bei ber ?lufna^me in bie -Ö^unbart unter (Sinftufe ber 
Sinologie öon jonftigem gefc^loffenen e in Cberfc^opf^eim gegen oRene^ 
ber 9{ac^bQr{cf|aft in her gemanbelt morben fein. @d bleiben noc^ 
meitere @c^mierteg!eiten, benen id) l^ier ni^t nod^gel^en miQ. 

93ei biefer Sachlage fc^eint mir bie ^eimat^frage für herre fo* 
mol^l nad) Sinl^eit ober Sietl^eit a(^ nad) ber Sage bid 2^^ SSortegung 
weiteren 2Waterial§ noc^ unlösbar. Um fo münfc^engmerter finb meitere 
^Mitteilungen über bie munbartlici^e Se^anblung be^ SBortd unb iä) 
empfef)le ^iefür in^bejonbere bie 93eijie^ung ber Flurnamen. 

2. 3u plan. 

3mierjina l^at beftimmt, ba& ha^ grembmort plan, mäl^renb c§ 
nac^ äu^mei^ ber SBörterbüc^er in ben Sichtungen be^ 12. 3^'g. noc^ 
fel^lt, öon SBotfram unb SBirnt gerne gebrourf)t mirb unb jmor bon 
SBolfram aU m^c, öon 3Birnt al^ fem., ba§ .^ortmonn, ©triier, 
5lec!, ®ottfrieb, ^einricft ü. lürlein, ßerbort, Siibetungenlieb, Älage, 
(Srnft 83. bog SBort ni^t benüfcen (3fl)3l. 45, 35) unb boß e« bei 
Sllemonnen unb SBoiern beg 13. 3o^rf)unbertg erft bo ouftritt, mo 
eg SBolfrom'fc^em Ginflufe jugefc^rieben merben fonn. Qro. fcf)liefet bonn 
einerfeitd ou^ ber SSermenbung beg 3Borte§ bei 9Bolfrom unb SEBimt, 
baJ5 eg in ber ^eimot beiber 3)irf)ter ber „Umgong^fproc^e" onge^brte 
(ä. 36), onbererfeit« ou^ bem gel^len in olemonnijc^en unb boirifd^en 
CueUen, bofe bog SBort, „im 3Bortfc^ofe bcr betrcffcnben 3)ic^ter nic^t 
üorl^onben gerocfen" (@. 35). 3)a nun gu Seginn beg 13. 3of)r^. bie 
„Umgonggjproc^e" im ®egenfo^ jur Sittcroturiproc^e genommen foum 
öon ber öolfgtümlic^en SWunbort ju fc^eibcn ift unb ein ber Üitterotur=» 
fproc^c jener Q^t nod) fel^lenbcg g^embmort fic^erlid) ourf) bem öolfö* 
tümlic^en äSJortfd^o^e noc^ abging, fo ift bomit gefogt, bog bod Oft« 
fröntifc^e ber ®egenb öon Ängboc^*S8at)reut^ bog grembmort ju ®e^ 
ginn beg 13. 3oi^r^. in feinen öolfgtümli^en @prod|fci^ob ouf* 
genommen l^otte, mäl^renb eg bem Älemannifd)en unb 99oirifc^en 
biefer Qtxi in meiterer Äugbel^nung noc^ fel^lte. ©iermit ift bie ijroge 
gegeben, mie meit unb monn le^tere 3){unbarten bog 3Bort auf» 
genommen l^oben. Sog iBerl^olten beg Soirifc^en tonn ic^ nic^t 
genauer öerfolgen. Sc^ mei^ nur ongugeben, bo$ $lan l^eute in 3;irol 



112 st, ©ol^ncnöcrgcr, 

unb ©tcictmar! ein beliebter gfurname ift unb bafe @ci^öpf*S, lirolijc^e^ 
3bioti!on ba§ SEBort auffütirt. ©rf)meller nennt ed nur a(§ frönfijc^. 

Sluf atemannifc^em 93oben ift ha^ SBerbreitungggebiet mie bie 
lautliche gorm öon Snterefle. @rf)roäbifrf) unb eljäfjifd^ erfrf)eint plail 
unb plö wie gaü, mau mo < ml^b. mäne. 2)er SBotal ift atfo wie 
a^b. ä be^anbelt. Da« S'^^^ttjort mufe bal^er in bie SDiunbart auf* 
genommen morben fein, aU alk^ ä feine Dualität noc^ nic^t mejentlic^ 
öeränbert ^atte, alfo t)or ber Diphthongierung ju au bej. bem Uebcr^ 
gange in ö. Spätere Uebernal^me mit Stngleicftung be« fremben ä an 
bie bipl^t^ongierte ober ö*gorm gu einer 3^it ^Ig nac^ Slbänberung be« 
alten ä unb Dor (Sntftel^ung be« jüngeren ä burc^ Del^nung au§ ä tein 
ä in ber SRunbart öorl^anben toax, ift nirf)t benfbar. Somit mufe plan 
in ber jmeiten §älfte be« 13. Sal^rl^unbert« jrf)on ber äRunb* 
art angel^ört l^abcn (j. meinen Stuffafe über ä Seitr. 20, 541), bie 
Uebernafme mug a(fo fd^on ba(b nac^ ber Slbfaffung ber a(emannifcf|en 
Dichtungen erfolgt jein, bie nac^ 3>^-'^ Beobachtungen ba« SBort nod) 
nic^t fennen. 

Slöem 3lnfrf)eine nac^ ift plan aber and) nur im nörblic^en 
ÄIemannifrf)en l^eimifrf) gemorben. Dafür fprid)t äunörfift bie l^eutige 
Verbreitung be§ SBorte«. Slu^jc^Iaggcbenb tonnte biefe für firf) allein 
freiließ nid)t jein. Dag SBort ift überall im ?llemannijci^en im @ct)n)inben 
begriffen, jein ®cbict fönnte al|o fd)ün jurüdgegangen fein. Slurf) geben 
bie bisfl^er ju ®ebot ftel^enben lejifalif^cn Sammlungen feine genügenbe 
®eroäl[)r für bag JBerl^alten ber betreffenben üRunbartgebiete. S3eac^ten8* 
mert ift aber borf), bafe oon ben älteren fc^meijerifc^en 3Börterbüc^crn 
ba« SBort nur für Daüo« öergeicftnet mirb (öon Stalber). Dort fann e« 
entmeber neuerli^ au« bem JRomanifc^en entlcl^nt fein ober ber SBalfer* 
fprarf)e angel^ören. Die närf)ften iJieferungen be« Sc^meijerifrf)en 3biotiton« 
muffen ©eroife^eit barüber bringen, ob ba« SBort mirfli^ ber übrigen 
Sc^meij fel^lt. Dagegen lebt ba« SBort g. %. I^eute noc^ im nbrb* 
liefen Srfimäbifcften. (Sbenfo ift e« au« jüngfter SBergangcn^eit für 
ba« eifäffifcfte bejeugt (f. (£^arl. Scfimibt, ^iftor. SB.-», b. eifäff. 
aR.-Sl S. 210). 

3u ben heutigen ^Belegen fommen al« SSertreter eine« älteren 
Seftanbe« bie Flurnamen. Sie geben jugleict) eine genauere geo* 
grap^ifrf)e ^Ibgrenjung. SBo plan öolt«tümlic^ mürbe, ift e« gerne 
jur 93ilbung öon Flurnamen üermenbet morben (f. meinen ?luffa^ über 
bie Flurnamen in ben ^f)ilologifrf)en Stubien, 5^ftgabe für Sieöer« 
S. HH9). '^üx alemannifd)e glurnamen fte^en un« öortrefflirf)e Quellen 
jur SSerfügung in ben topograpl)ifd)en Sltlanten ber Sc^meij (Siegfricb* 
3ltla«, 1 : 25 000 unb 1 : 50000), be« ©rofe^. ®aben (1 : 25000) 
unb be« ftönigr. SBürttcmberg (1 : 25000, im ©rfd^einen begriffen). 
Seiber fehlen entfpredjenbe braudibare unb allgemein gugänglic^e Quellen 
für ba« ISlfnfe unb ba^ bairifc^e Sdjioaben. Der babifc^e Sltla« 
t)erjeid)net ba« SBort auf alemannifc^em S3oben in ben blättern 78 



H^rre unb plan. 113 

©ccba^ unb 127 aßüa^cim a. 9t^. 2)cr iDürttcmbcrgijc^c Sttlo» 
retd^t, abgefel^en t)on 4 93Iättern au^ betn 93obenfeegebtet, füb(ic^ nur bi9 
greubenftabt, lübingcn, SRünfingcn. (S3 fielen mir aber neben ben 
tttla^btöttern eine Steil^c einzelner SWitteitungen qu§ bem fianbe 
jur äJcrfügung. Damad^ fcnnc ic^ g^urnamen mit plan bei folgenben 
Crten unb ©tobten: SBeil b. ©tabt, SBarmbronn (93ej. fieonberg), 
ajJö^ringen, ^lieningen («cj. ©tuttgart), U^Iba^ (93ej. eannftabt), 
9?edarlenjtingen (93ej. 9?ärtingen), ©ed^ingen (©ej. Urac^), Älein* 
©ngftingen (Sej. 9teutlingen), 9lottenburg, Cnfhnettingen (93ej. 93atingen) 
unb bem l^ol^enjoUerifdjen Sungnou (Sej. ©igmoringen), alfo jüblid^ bi9 
ju einer fiinie 5Rottenburg—(Sbingen—©igmaringen unb erft bei ©igma^ 
ringen an bie ^onau reidjenb. 9{un ift burd^aud nic^t audgefd^Ioffen 
ba^ fpäter^in (üblichere ^artenblätter aud^ nodEi 93e(ege für jübUc^ 
gelegene Crte bringen lucrbcn. Do ober glurnomen mit plan im 
®ebiet füblid^ ber S)onau nid^t ollein meinen SRotijen, fonbern, foöicl 
eine flttd^tige S)ur(^fi(^t ergeben l^at, aud^ ben tueftlic^ anfd^Iiegenben 
babi)d|en Ht(adb(ättem tro^ red^t t)er{c^iebenartigem @e(änbe feilten, fo 
wirb boc^ fein Qn^aU öorüegen, fonbern cg »erben meine ©ammlungen 
onnäl^emb ber mirftic^cn Verbreitung entsprechen. Daju tritt befräftigenb 
bog ©rgebnig, bog ber @iegfrieb*ÄtIag für bie ©d^meij oufiueift. dlaä) 
ber SJurd^fid^t, bie einer meiner äu^örcr vorgenommen, fel^tt l^icr plan 
in ben nörblid^en, an S3aben unb SBürttemberg onjc^lie^enben @c^id)ten 
ebenfoQd. @g ift jmor nid^t oudgejc^loffen, bog bem äBort in früherer 
Seit eine größere Verbreitung jufom, ol^ fic l^cutc burc^ bie g'ur« 
nomen borgefteüt loirb, ober grofe ift bie SBo^rfc^einlicfifeit l^iefür bo^ 
nidt|t. Dafür finb bie g^w^wo^^^ 8" ^^^ Semol^rcr alten ©proc^*« 
gut^. SBi^ aug Urfunben ober fonftigen juöerläffigen Duellen anbereg 
ermiefen toirb, l^oben mir und on bod burc^ bie t^Iurnamen gegebene 
Verbreitungsgebiet ju l^otten. @S ift olfo in l^ol^em @rabe mol^rfcfiein* 
Itc^, bo^ plan nur im nörb(i(^en ^(emonni)c^en in ben Do(fd« 
tümlidEien SBortfc^o^ oufgenommen mürbe unb, jo Diel l^eute ju 
fogen, fdEieint ber Vereic^ bed äBorteS fc^on nörbUc^ ber Donou ein 
@nbe gefunben ju l^aben. 

93ei biefer befd)ränften Verbreitung be8 SBorted erl^ebt fid^ bie 
groge, ob fein t^t^tn in ben öon S^- noml^oft gemod^ten otemonniic^cn 
Dueüen md)t öielmel^r räumlichen oIS jeitlic^en ©rünben ober menigfteng 
erfteren neben (enteren cntfpringt. Vei ®ottfrieb fc^eint mir bieS ober 
ouSgefc^toffen. Unb frül^cr ofe in ©ottfriebS ptxmat bürgerte fid^ 
plan boct) oud^ mol^I in ber $eimat ^ortmonnd nid^t ein. 



8fto. m. ö 



titnbnä) Älugc. 

^ie äBortgefc^tc^te t)txf)'Qit )\ä) jur (esifaltf^en SBortbel^anblung 
tote bie 93iograp]^te ju biogtapl^ifd^en SRegeften. (Stgentltd^ fann SBort^' 
gefc^id^te erft t)erjud^t werben, fobalb bie fie£t!ogtap]^te il^re @c^ulbigfeit 
getl^an l^at. SBer aber auf ®runb ber ©etegfammlungen unb ©egriffs* 
anal^fen, bie unjere $ülfdmitte( l^eute liefern, einzelne ^orte biogropl^ifc^ 
barfteQen tpollte, mürbe ba(b einl^alten unb bie 92otmenbig!eit einlegen, 
{e(bft t)on neuem ju fammeln. 

?[ber nic^t§ ift fc^merer, aU für ein einjelneg SBort ju fnmmeln. 
S)enn nur in ben feftenften gäHen fann man eine beftimmte fiitteratur^ 
gattung in^ ^luge faffen ate ®ebiet, luorin man fii| (Srfolg öerfprii|t 
— unb babei entgelten boc^ noc^ bie mic^tigen S^fäKigfciten, bie in ber 
Sßortgefc^ici)te mie ttberaU eine fo gro^e Atolle fpielen. Unb befonberd 
bebenflic^ ift bie ©efal^r, blofe einfeitig einen einjelnen ©ebrauc^^bereit^ 
ou^juforfc^en, tuäl^renb ed unfere Aufgabe fein follte, jebed SBort au^ t)on 
noc^ fo befd[)rän!ter ©pl^öre in feiner Sejie^ung jur ©efamt^eit ber 
©})rad)e unb ber fie oertretenben Sitter atur flarjuftellen. 

^m meiften eingefd^ränft l^at 9iub. ^ilbebranb in ben oon il^m 
bearbeiteten Steilen bed ^äBb. burd^ umfaffenbe^ CueKenftubium ba§ 
Spiet be^ äufall^. (Sine fo aKjeitige SSerioertung ber oerfc^iebenften 
fiitteraturgattungen fül^rt bie entlegenften 93etege in ben Oefid^t^trei^ beg 
f^orfc^eri^, unb barin l^at bie fie^ilograpl^ie noc^ immer nid^t genug oon 
|)ilbebranb gelernt. 

S)er folgenbe SSerfuc^ berul^t aber nic^t btofe auf bem Sßaterial beÄ 
beutfd)en SßörterbudEied. (Singemeil^ten ift e^ längft geläufig unb ed mug 
mit d^ac^brudt l^eroorgel^oben merben, ba^ auc^ @anberd fic^ um bie 
lejifalijc^e (Srjc^Iiefeung befonberS beS 18. unb 19. Söl&rl^unbert^ grofee 
JBerbienfte enoorben l^at. Unb grabe für unfere SBortfippe l^at ©anberiJ 
toertooHe 3^wgniffe beigebracht, bie loir im folgenben mit $ilbebranfc? 
SDtaterial unb eigenen Seobad^tungen 5U einer mortgefd^id^tli^en ©tijje 
verarbeiten ttjotlen. 

3unäd)ft brängt fic^ ung ein Unterfcf)ieb jmifrf)en ber lejifaüfc^ 
unb ber n)ortgefcf)irf)tlic^en Sel^anblung auf. 2)a^ SBörterbuc^ orbnct 
jumeift rein äu^erlid), e^ fc^eibet kneipe unb kneipen, kneipschenke 
unb schifferkneipe, bierkneipe unb kneipbruder u.f.m. aber bie SBort* 



«nclpe, 115 

gefc^ic^te [trebt tnel^r banad), ba^ im äBörterbuc^ jerlegte unb jerfe^te 
9KatcriaI in feiner (Sinl^eitli^fcit ju erfoffen. 

Unfer kneipe ift mobern. Die SBörterbüc^er l^aben un^ au^ 
Sd^iHer unb ©oetl^e noc^ feine 99etege beigebraiit. ©omenig bie ^eip^ 
fcene in Suerboc^d J^eQer bat)on mei§, fomenig trifft man ed 45 ^df^it 
fpäter im 93uc^ bed @c^enfen oom SSeftöftlic^en t)xt)an, obmo]^( barin 
belanntlid) ber ftubentifc^e Katzenjammer eine floffifc^e ©teile gefunben 
^t. 99i^^er ift au« ©oetl^e nur bie 3ufommenfefeung schifferkneipe 
oud ber Eam})agne in granfreid) beigebroc^t, unb biefe ift erft 1820 
entfionben unb 1822 erfd)ienen (SBerte 38, 183): ,,aKein Diener ging 
mit il^m in eine ©i|ifferfnei^)e, irf) ober bel^arrte unter freiem §immel 
ga bleiben unb (ie^ mir ein Sager auf äJtantelfad unb ^ortefeuiQe 
bereiten." 

Sknn ©oetl^e ba« äBort erft fpät gebraucht, mu^ e« bamit eine 
befonbere 93emanbtnid l^aben. Unb ed äbenofc^t und nun aud| nid^t, 
mtnn Dor l^unbert ^Q^ten bad SBort kneipe noc^ fo ungemöl^nlid^ mar, 
baB ein ©^riftfteller, ber e« einmal brandete, burd^ eine t^u^note für 
bad ä^erftänbnid bed äBorted forgen mugte. @o finbet man in einem 
fomifc^en Spod in Slumaueri^ 9}{anier ,,bie ©tu^iabe ober ber ^erücfen« 
trieg" ©trafeburg 1802 I 19 mirtlic^ eine gu^note ^kneipe SBinfet* 
fd^enfe" ju ber folgenben ©tropl^e: 

fjnbeö fo für i^r (Seetenfieil 
a3aö ^äuftein frommer ©ötter 
^eforgt tuar, toar ein anber ^eil 
Söeltfinber ober Spötter 
Qn einer $)immelöfncip' beim 93ter 
töte oft btc ftarfen ®etfter l^ler 
^cd)antenmdgtg luftig. 

Die oltefte ©pur unfered SBorted ift bie 3wfommenfcfeung kneip- 
scbenke, bie ©anberi^ au9 Slabener unb ^ilbebranb au« Seffing belegt. 
fe ^ifet in SRabener« ©atiren (1755 TU 42 = 1759 III 45): 
.34 ^alte mid^ mit meiner ^xan, meil id) feinen Dienft l^abe, l^auffen 
in ber Äneipfd^enle am ?lnger auf"; in fieffing« ?lntiquar. ©riefen 
(•S 203): ^Der SBirtl^, ber in feiner Äneipjd^enfe miffentlic^ morben 
läBt, ift nid^t ein $aar breit beffer aU ber Wörber." 3n benfelben 
gefährlichen ©ereic^ unb ju berfelben SBortjufammenfe^ung fül^rt und 
ein oberfäc^f. @aunerpatent, ein 3){anbat gegen Diebe aud bem Solare 
1717, bad in bem SBer! über ben a»aufe-Damb (Stotmelfc^ I 182) 
1722 S. 25 abgebrucft ift.^ 

DaB mit bem SBorte junöc^ft bie gemöl^nlic^fte ©c^enfe ber niebrigen 
Sorte gemeint mar, mirb ma^rfd^einlid) burct) ]^anbfrf)riftlic^e Sluf* 

« (ftnm wetteren »eleg für kneipschenke 9?cuc «apem. bcutft^ 8t6llot^cf [17961 
f^enb .31 ©tüd 1 in l'anßertf SHcücnfton ber <2(ötUcrCSJocttjtf(^n aEcntcn: ^Äxfton 
ipimmelt ed oon 92etotfionen, ü^cgcnpräfenten, ia tuot)l noc^ ßtöbeten ^{ac^rfungen 
h€i lenicn felbft, btc enblt4> unfer inttetotunoefen in eine C^orfüc^ unb ftnctpfd^nfe 
h«t Midd^tdHten ttct umsutoanbeln bto^en'' (8oq^ II 43). 

8» 



116 gfttcbrlc^ Älußc, 

}etc^ninigen jur ©aunerfprodje, bie ungefäl^r 1760 in C6er{acf)|en ge^ 
marf)t finb: ha finbet fic^ kneipe '©ieb^l^erbergc* ate ©aunermort (JRot* 
md]d) I 240). 

Dag ift bcr ältcft^ SBcIcg für unfcr SBort. 3unäc^ft fäHt auf, bafe 
kneipschenke älter bcjeugt ift at? kneipe. S)a« bcmcift ntcf)t öicl; 
benn immerl^in ift ed möglich, bag bie 3ufammen{e^ung boc^ nur ein 
t)erbeut(ic^enbeg litterarijd)eg @ubftitut für ein t)u(gäre§ unb bedmegen 
nid^t überaß glei^ öerftanbene^ kneipe märe. SebenfadiJ aber beftätigt 
„breier S^W^ 9J?unb" Dberfac^fen ate Sluggang^gebiet für unfer SBort. 
Unb jo überrafc^t unS nic^t, menn ©eume 1802 ©pajicrgang nac^ 
©^rafug (§cmpcl) I 42 unfer SBort bei feiner lour burrf) Dberfaiifen 
— unb fpöter nic^t mel^r — anmcnbet: ,,3nbeffen mer mirb gern in einer 
fc^Iec^ten Äneipe übernachten, roeun man il^m fagt, bafe er eine SWeile 
bat)on ein gute^ äBirtdl^au^ finbet!'' HHerbingg fällt I)ier ber 3ufa^ 
auf: „eine fc^Iec^te Äncipe" ; benn öon ^au^ aug ift kneipe ol^ne 
weitere^ eine fc^Iec^tc Sneipe, SSieHeidit liegt l^ier fc^on ein Slnjeicf)en 
öor, bafe ba8 SBort unter Umftönben feinen Übeln Sinn öerlor. ^ — dlod) 
einmal in üble ®efenfct)aft fül^rt un^ bann ein meitereiJ, auf Dber}arf)fen 
beutenbed S^ugnid: ,,bann ging ber Slbbeder, bie $eitfrf)e quer über ben 
breiten Stücfen, nad| einer Kneipe, bie auf bem $(a^e (ag . . . ein 
grü^tütf einjunel^men " $cinr. ö. steift 1810 SDiidiael Äo^ll^a? 
(Si5er!e II 180).« 

®o mand)eg in biefen belegen auf bie ®aunerfprarf)e l^inbeuten 
fönnte, fo fctjeint ber SSerbac^t boc^ nicf)t l^intängli^ begrünbet. Stfian 
finbet unfer SBort nid)t in ben oberfäd^f. Cuellen bed 9{otroeIfd^ Dom @nbe 
be« 17. 3a6r]^unbertg (Stotroelf^ I 165 ff.). Unfere SBörterbürfier nel^men 
gern nieberbcntfrf)en Urfprung üon kneipe an. Stber üon ber ©ecfüftc 
!ann unjer SBort in feiner un§ befc^äftigenben ©ebeutung gemife nid)t 
ausgegangen fein; fonft müfete eS in ben älteren Sbiotifen 5Wiebcrbeutfi|* 
lanbS einmal auftreten: loeber 9lirf)el) «Hoö nod^ baS SBremifiie SBb. 
öon 1767 ff. no4 ©c^üfeenS l^oIfteinfd^eS Sbiotifon 1800 ff. buchen unfer 
SBort, baS bei bem JReid^tum an Sc^riftftelleru üon nbb. ^crfunft im 
18. Sal^rl^unbert gcwife in unfern SBörterbüc^ern löngft mel^rfa^ mit norb* 
beutfct)en ^Belegen ftel^en loürbe, loenn eS nici^t junärf)ft nur ein ober* 
fäc^fifc^er SuIgariSmuS geroefen märe. ®emi^ aber ift eS anfäng(i(f) auc^ 
fein ftubentifc^er SluSbrurf gemefen. ?luc^ aU ftubcntifc^eS SBort müfete eS 
lange oor ben biSl^er befannten ftubentifc^en S3e(egen bei jntinberling 

«) 'JMdjt flor tft btc Änrocnbuitfl unfercd äöortcd ,ln ©cnmed 5(iito6to0ropötc 
ClftlO); mctn lieben (^'»cmpch 3. 15 cr^äbU Scume, lutc fctn Später uniuctt V.'cU)i\t0 
etnc 3ötrtfdjQft flcpocötet unb manrf^crrci Jöcrbricfeltdjfett tnfolflc fctticc (J^araftcrö hu 
erfoftrcn öottc. „^di) wtU bo(^ bem teufet unb fetner ^^öHe entlaufen, fnpte metn 
!Sater, unb foUte ic^ in einer Kneipe 3(^ul^ime((en fc^ni^en unb 3d)tDefeU)0(.)(i)en 
madfcn metn Veben lan^.'' 

») aW. a, D. löömmel aiis fleborener (Jöurfatöfe — er öntte ^ubem in i^ctp.^ifl 
ftubiert — hat unfer äöort woöl n^^önnt, ober old öulpär oermieben, luenn er 1764 
©illHJlmine (Äürfdjner) ®. 28 fcbrelbt: „fo muffen 3ie <>l)ren emiübeten itörper einer 
obßeleflenen (»c^enfe, einer Spl^bubenberberge öertrouen." 



ftticlpe. 117 

1781 unb bei ?[uguftin 1795 belegt fein. SBi^l^er ift fein ftubentüofcr 
S3eleß au^ bcr erften $älfte beS 18. Sa^rl^unbertg aufgetaucht. 2)a6 öor 
allem bie xt\i}l\i) fliefeenben jenijc^en Duellen jur @efrf)ic^te ber ©tubenten=^ 
fprad)e, bie ic^ aufgearbeitet ^abe, j. 9. and) ber (Stubentenroman 
©alinbe, feine 99elege für unfer SBort ergeben ^aben, ift bei bem ober- 
fäd)fijci)en S^arafter bed SBorted nic^t befrentblid^, für und l^ier aber 
eine micfttige Seftätigung. ^ 

3lber an ben oberfädififc^en §ocf)fi|uIen §alle, SBittenberg unb 
fieipjig ift ber $}u(garidmud in ben burfc^ifojen ^ortfc^a^ übergegangen, 
unb fo tritt ed mefentlic^ ald ©tubentenroort in unfern (Sefic^tdfrcid. 
?[ber i(^ bin nid)t in ber fiage, einen älteren SBeleg beijubringen, otö 
ben fc^on ^itbebranb beibringen tonnte — nömlic^ Äinblebend ©tubenten* 
lejricon (§alle) 1781, bag nur furjiueg kneipe 'eine \i)U(i)tt 93ierf(f|enle*, 
ober baju meber bad 3^i^^ort kneipen noc^ Ableitungen unb 3«fömmen* 
fe^ungen bu(f)t. (Stmad gemi(bert, aber jugleic^ reicher unb DoQer l^eigt 
cd im ^alUfc^en Sbiotifon ber 93uri(^enfprai|e üon 1795: ,,kneipe 
ein äBirtl^d^aud, bocf) ftel^t ed bem ^affeel^aud entgegen unb bebeutet 
bal^er eine 93ierfc^enle ober über]^au))t ein öffentdc^ed $aud t)on ber 
geringeren Ätaffe. — kneipen l^eifet in ber Ä'neipe fic^ aufhalten unb 
bafelbft feine Stxi jubringen, bod^ roirb bieg auc^ öon größeren öffent* 
Ii(f)en Käufern gebraucht. — er thut nichts als kneipen l^eifet er liegt 
beftänbig in ben aBirt^d]^äufern^ — «ud Sei|)jig für 1787 belegt ba« 
2)2Bb. unfer SBort mit 2). ^rafc^d oertrauten ©riefen über fiei|)jig 
©. 102: „^er SBeg ba^in (narf) gutrifefc^) ift j^öc^ft traurig, bad 2)orf 
totijXQt bie ©^en!e eine malere Äneipc." Slber für Sena^ fann ic^ einen 
93eleg erft öon 1798 beibringen; in bcr 3^i^nwwö ^on 3cna 1798 
@. 8:i. 215 merben SJorffc^enfen kneipen genannt. 

So manbert bad SBort üon $)orf)frf)ule gu §oc^fcf)ule. Sc^on 1818 
5eigt fid) in bem SBcr! „^er Oöttinger ©tubent", bad am ©c^lufe ein 
©loffar ber Oöttinger ©tubcntenfprad^e entl^ält, ©. 101. 102 eine 
rcicl)^altige SBortfippe: 

„kneipe ^Ifet nidjt nur jebcd SöirtSfJQUÖ, fonbem aud) jcbeö 3^"^"^^^- ®wc 
fidele kneipe ftciBt *ein freunblicf)cd ß^uuuc^* "ub Qurf) etn oiitcö Söirtö^auÖ. 
Slucf) mlrb Kneipe gleidibcbcutenb mit *3^d)c' gcbraud)! : „^Qö ift mir eine 
t^euve Äncipc gcmefcn*. — kneipen f^eißt luftifl leben, ben QJaftmirten ^oU) 
fcim: *tt)o f ncipcn mir öcutc ?' — kneip-genie ift jcmanb, mc[d)er biet fncipt. — 
kneipier f)at biefelbc SBcbcutung. — kneiperey lultigcd, milbcd Ccben. 3ft ^^m 
3Öortc kneipier tt»le gasterey bon gast abgeleitet". — 

S3ei biejer fo jc^nellen SBcbeutungdentfaltung unb biefem ra)cf)en 
^udmac^fen bcd anfängtid) fo bebenflict)en SBorted fällt t)ier bie Sebeutung 
'3intmer* für kneipe auf. 3rf) fann biefe 99ebeutung in bem fomij^cn 
JRoman i^^ilipp Xulber 179:5 ©. SO für SBittcnberger ©tubentenfreife 



*) Ten töürinpifdien ajimtborten fclilt unfer ^ort unb feine Sippe, wie neuer- 
btnflci M. ^>crtel IHJIT» iuflrinfler 2prad)fd)oif S. 140 oucbrürfltdi bcrporljebt. ^lebenbel 
bemertt fennt 3djmeUeri5 Saicr. it^b. unfer 3i^ort ntdjt. So pat nudj ber Sdjleftet 
^teinbQC^ 17iU eo nod) nid)t, ebenfotoenig ber $(ltmör!er Jrifc^ 1741. 



118 grtcbrtd^ Äluße, 

ttoi|iDcifcn. 2)a befuc^t ein ^nd)^ einen alteren ©tubcnten in jeinem 

„@i&ii}tn** unb öermunbert fic^: „SBaS Jeufel l^oft bu benn für eine 

nörrifc^e Äloufe, ^err S3ruber?" unb erl^ätt bie Slntmort: „SBie meinft 

bu bag? mofirft bu bic^ über meine ^txpt?" 2)ie ]^QlIt)cf)en SBort- 

öerjeid^niffe ber ©tubentenfprad^e — ^nbleben 1781, ?[uguftin 1705 — 

lennen biefe neue SBebeutung nic^t. Sie fc^eint einen öfttirf)eren 8lu^^ 

ganggl^erb ju l^aben, menn ?lnton für bie Dberlaufife 1835 in feinem 

tttp|abet. Serjeid^niS mel^rerer in ber Dbertaufi^ üblicher ufm. SBörter 

unb Steben^arten 9, 9 kneipen *fic^ aufl^atten, mol^nen* burf)t. 35ie 

©tubentenfprac^e fül^rt unfer SBort fd^nell üon ^oä)'\d)\xk ju ^oc^fc^ule: 

§auffÄ 9Äemoiren be^ ©atan^ 6. Äapitel (^cmpel @. 45) frf)cinen 

jte 1825 für Tübingen ju bejeugen: „el^e mir mä) en einful^ren, 

l^atte er mir öerfpro^en, eine fixe kneipe, ba^ l^eifet, eine anftänbige 

SBol^nung augjumitteln." Sei ©enebij finbet fii| biefc 93ebeutung für 

kneipe SBemoofteS §aupt IT 2 unb bie ßot^jeitSrcife I 3 ; §i(bebranb 

fügt nod^ l^inju ^oltei, brei @efd^. ü. SRenfc^en u. liieren 2, 3 : 

„§viä)^f mo l^aft bu beine Äneipe'' ? 

SSorübcrgcl^enb l^at btefcö kneipe für '©tubentcnbubc* ein iQutbcrmanbtcö 
^^non^mon an kniff gefunben. @in atpl^abetifc^ed ^er^eic^nig ber oebräulidiftcn 
6urf(^tfofen Äuöbrürfe („ba» Scben auf bm Unlbcrfitätcn*) 1822 @. 213 buc^t 
kniff 'eine ©tubentcnttjo^nung ;* bleö pnbet [xd^ a\xd) in einem iDiorburöer 
©tammbucfi 1824. 

3m ®egenfafe ju ber öorübergel^enben Sebeutung *SBube' für kneipe 

l^at fic^ bie erfte Sebeutung beg SBortS unb feiner ©ippe überrofc^enb 

feft eingebürgert unb entfaltet. @g ift baS SBirt^l^aug, ttjorin ber 

©tubent öerfel^rt. Diefe 93ebeutung ftammt auÄ einer 3^^^/ in ber „ba^ 

3u*2)orfe*fteigen" meit üblicher mar alg l^eute. ©o fommt ba^ SBort 

öon ben Dörfern ber Umgebung — ben ,,95ierbörfem" — in bie 

Uniöerfitötgftöbte felbft l^inein unb auÄ ber beben!(icf)en 93e3eic^nung 

entmitfelt fii| ein l^ormlofereÄ 3Bort. @§ ift nid^t me|r bie geringere 

S3ierfc^en!e, fonbem bann bag ©ierl^auS überl)aupt, infofern ber ©tubcnt 

brin öerfe^rt, brin fommerfirt. ©cf)on 1822 l^bren mir in bem 93ürf)(ein 

„2)a^ fieben auf Uniöerfitäten" ©. 29 baoon, bafe jebe iJanbgmann^)d)aft 

unb überl^aupt jebe SSerbinbung il^r befonbere^ ft^ommer^l^aug l^abe, ba3 

man bann j. 93. alg ^ranfen^ßneipe, ©ac^fen=Äneipe ufm. bcjeic^nc. 

Unb für ba^ ganje 19. 3a]^r^unbert ^ä(t fic^ kneipe im ftubentifdben 

93erei(^, mie benn l^eute SSerbinbungen unb Vereine auf unfern §oc^fcf)uien 

il^re Slntritt^fneipen, il^re SBeitjnac^t^fneipen, it)rc ©rf)tu^fneipen ufm. 

I&aben. 6^ tritt babei eine (eirf)te Sebeutung^oerf^iebung jutage: kneipe 

iehtnki ftubentifrf) eben aud) bag offijieKe 3uföi"n^^"f^in ^on Stubenten 

im Äneiptofal unter burfcf)i!ofen Irinffitten. 

3m allgemeinen f)at unfer SBort feinen gefätjrlic^en, minbeften^ 

unfeinen, rotjlänbti^en öeigefc^matf abgeftrcift. SBä^renb l^eutc jeber* 

* ,;.«netpcn f. d. n. Tidi ido oufftalten, trnenbmo lüohnen. (Jtflcntlic^ beint Ci>: 
ftc^ In .ttiiclpcn, nlcbriflcn Sötrtoftd ufern nuf!)altcn/' Sdjon ^tlbcbronb bcjcid)nct ^(ntonc» 
SBortc all? merfiuürbtg; feine ötflörunö beratet mo^l auf eti;moloöifct)eni ^tonbpunft. 



ihteipe. 119 

mann — ob ^od) ob ntebrig, ob Hriftohot ob @octa(bemofrQt, ob 
ftubicrt ob iHitterat — bag SBort ol^nc fc^Iimmen 9?cbcnfinn gebrauchen 
iann, roar e« öon ^an^ auS *bie niebere 35orffncipe*. 2)afe bag SBort 
ben {d)(tmmen 9{ebenfinn abgeftreift f^at, l^ängt tool^I jufammen mit bem 
im 18.3a]^r]^unbert öon ben SKufenföl^nen |o unmäßig gepflegten ju^SJorf^ 
Steigen: ba§ Ä'ommerfieren auf ben ©ierbörfern mar frül^r mcit mel^r 
im ©d^roange ald neuerbingd bie @{bumme(. @o mod|te kneipe ftubentif^ 
leicbt einen äl^nlic^en Sinn annehmen wie l^eute etma exkneipe. @o 
lieft man in einem Obttingcr ©tammbutf) öon 1816 öon „fttieipercien 
nac^ SBeenbe, ^teffe" ufm. unb bamit finb 'Ausflüge* gemeint. 

@o unjmeifell^aft eS fd^eint, ba^ unfere l^eutige Sprache baS SBort 
kneipe au8 ber @tubentenfprarf)e übernommen l^at, fo fi|ioer ift bie 
3eit beg Übergangen aud bem engeren 93ereid^ in weitere ^eife genauer 
ju beftimmen. ä3ielleid)t l^ätte bie Generation, ber 9iub. ^ilbebranb 
angel^ört l^at, nocf) bad ^al^rjel^nt bejeid^nen fönnen, in bem bad SBort 
allgemein DolfSüblic^ unb bann auc^ litteraturfäl^ig getoorben ift. fieiber 
aber ^at $ilbebranb toeber aud eigener lebenbiger (Srfal^rung no(f) aui^ 
bem i|m jur Verfügung ftel^enben ©elegmaterial bie 3^it näl^er beftimmt, 
in ber bad SBort aÖgemein gelaunt unb allgemein gebraucht tourbe. 

«ber cg bleibt feftsufteüen — unb bag 9Watcrial im S)SBb. foioie 
weitere 93elege erioeifen bie^ — , bafe in ber fiitteratur mit kneipe junäd^ft 
borf) nur bie niebere fd^mufeige äBirtfd^aft gemeint ift: fo schifferkneipe 
in ©oetl^eg Kampagne 1822; Fuhnnannskneipe mirb im S)SB3b. mit 
SBöttigcr« fiit. ^uftänbe (1838) I 20 belegt; unb entfpred^enb bei 
$eine (gtftcr III 260) „®n ift jefet eine fd^mu^ige fineipe für gul^r* 
Icute". Branntvveinkneipe bei Ctto Subioig (1856) 3ft>if^^ ^immel 
unb 6rbe (SReclam ®. 99): „yiun ertönten bie ©ranntmeinlneipen öon 
feinen Späten unb biefe nal^men immer mel^r öon ber SJatur ber Um* 
gebung an" — unb entfprec^enb fc^on 1810 bei ^einr. ü. fileift (9teclam) II 
369 in ber Slnefbote „^er Sranntroeinföufer unb bie ^Berliner GJlodten''. 
?tuc^ ba§ fonft nod) öon ^ilbebranb unb üon Sauber^ beigcbracf)te 93cleg* 
matcrial auiJ ber erften ^älfte be^ 19. ^al^rl^unbert^ firf)ert für unfer 
SBort junäctjft bie SBcbeutung *nicbnge Sd^enfe, 93ier* unb SBranntnjein* 
au^)cf)auf für gutjrleute, «^anbmerfer, Slrbeit^Icute, Sctjiffer, ©ettler, 
SBogabunben'. S^a^in gehört ber öeleg aug ^ebel AlII 188: „5)er 
Sd^nurrant fingt unb fpiett in jcber ftncipe 3a^r am ^af^t ein bie 
nämlichen Sieber." ^mmermann 1H22 GJebic^te 20 „ba bu [ein Sclineiber] 
5U SBcin gej(blicf)en bift, ba t)aft beine (Sil ocrloren: bu licßeft fic in 
ber iincipc ftctju". 2o ift bei .^eine unjer kneipe nodf) burrfigöngig 
}u oerftetien: „(5^ ift jefet eine fc^mu^ige ftneipe für iynljiUntt" (1829; 
SBerfe CSIftcr 111 260). „Speisten in berfetben fineipe unb ba feiner 
roolte leiben, baß ber anbere je be}af)Ie" u. f. to. I 354 (Stomansero: 
Qroci ^Kitter). „Spanijdie Sltriben in ^ofaben, Kneipen, S^enfen" 
I 390. .öiertjer gef)ört auc^ ein Öeteg au^ Senau; baS ®ebirf)t ift über^ 
jd^riebcn „Sin eine !£ame in Iraner" unb ift ein Siügelieb über 



120 Srtebttd^ ftluge, 

^flirfltecrgeffcnl^eit unb fiieblofigfcit gegen ben eben öerftorbenen (Satten 
(§empel@. 113): 

S)a« St^räncnfd)llb, btn gflot l^eruntcr, 

anit bem bu bi(^ bel^önat ! 

3n blefer JJnelpe ttJlrb blc Stl^röne, 

sbte cb(c, ntd)t gefcftenft! 

Überall, mo fic^ bie ältere {d^Iimmere 93ebeutung no(^ jeigt, ift 
unfer kneipe norf) ntc^t unter ftubentifc^cn ©inflüffen, fonbern nur crft 
bie gortfefeung unfcre^ oberjäc^). Slangmorte^ be« 18. Sal^rl^unbert^. @o* 
lange bie l^eutige Sebeutung fel^It, fann üon einem Einfluß ber Stubenten« 
f))rac^e auf unfere Umgang^jprad^e nid^t bie Siebe fein, ^eute gel^ört 
jum SBegriff ber ^eipe ber ©egriff ber @emütlici[)feit. „©emütlici^e 
93ierf neipennatürlic^tcit" ift eine bejeic^nenbe SBortfd^bpfung ©c^open* 
l^auerg au^ feiner fpäteren S^^^'j f^^ P"^^* i" ^^^ jnjifcf)en 1856—1860 
entftanbenen Slbl^anblung „über bie feit einigen Salären metl^obifc^ be* 
triebene SSerl^unjung ber beutfc^en ®pxa6)t** (aug bem 9?arf)Ia6 @rf)open* 
Iraners juerft üoKftänbig unb getreu Derbffentlic^t üon @b. ®rifebac^ bei 
gtectam 2919/20 ®. 146): ,,3u ben beliebteften unb fogleic^ mit an= 
gemeiner 9?ac^a]^mung aufgenommenen 99uti^ftabenö!onomien neuefter Qtii 
gel^ört auc^, bafe man ftatt dieses ober es ober welches ober jenes 
aUemal das fefet, melc^eg bem ©tit eine rec^t gemütliche 99ierfneipen* 
natürlic^feit^ erteilt". 9loc^ mcnige Sal^rjel^nte frül^er l^ätte ein bebeutenber 
©d^riftfteKer fo nid^t f^reiben fönnen. SBann aber tritt in weiteren 
Greifen biefer neuere SJBortin^alt auf? ^eine fennt biefen neueren Qfhl^alt 
noc^ nirf)t — bie brei oben (®. 119) au§ feinen SBerfen beigebrarf)ten 
Selege »erraten un^, bafe er in feiner beutfd^en Qext eg fo norf) x\\i)i 
gebrauchte.* 3n ben ©^i(berungen au§ ^arig (1822—1823) i^eic^nct 
Subm. 93örnc unter XV (©efammette ©Triften, SBien 1868 III 59) 
bie ^ßarijer ,,6ftaminet^" mit gemütlid)en beutfc^en g^^tjen, aber unfer 
SBort fommt il^m babei auf fünf Seiten nicf)t in bie geber unb auc^ 
fonft mirb man ba^ SBort oergebeng bei il^m fuc^en. ®rft nad) 1830, 
mo $eine unb 93örne 3)eutfc^tanb mit ^^anfreic^ üertaufc^ten, fann fomit 
unfer kneipe in ber ^armfofen gemütlicf)en Sebeutung burc^gebrungen 
fein. 9iub. ßitbebranb^ Strtifel im DSBb. erfrf)ien 1867, ©c^openl^auer^ 
„gemütliche Sierfneipennatürlicftfeit" liegt jmifc^en 1856 — 1S60. öe^ 
beutfam für un^ fädt in biefetbe Qdt baS @cf)riftcf)en be§ 9KoraI= 
p]^i(ofop^en 93ogumi( @o(fe „3)a^ ftneipen unb bie Äneipgenie«" (1866). 

2)ag fleine |)eftct)en üenöt feine fprac^(icf)en ^ntereffen, aber man 
erl^äft ben Ginbrud, bafe ber Serfaffer üon bem SBac^gtum ber SBort- 
fippe in meitere ft reife l^inein angemibert mar. „^ie 9?atürtic^teit unb 
bie @emütlicf)fcit'' ber Äneipe (3. 3) ftofeen ibn ab, toeil fic au^ 
bemofratifierenber 3^itftrömung ftammen: „bie jc^t im ©cf)mange gef)enben 

• (Jtiic nnbcre J>n"unfl bcö C^ntiuurfc bat „eine retlit Dicrfjauc^mofUfle ^Jiatflrlldjfctt". 

* -Oeinc fcnnt natürlid) audj ben ftubcntifcicn iBortflcbrautl); üfll. l^^i in beni'^tuffae 
über "aJictUfcffel (*öerfe7,222», „beffen Vlebermelobicn...foiüOl}l im «rdn.^djen fanttmütirter 
^btUftcrlcln olo in ber luUbcn iincipc jedienber ^urfc^en Utnöen unb lülberfUnflen". 



ftnetpe. 121 

2;enbcnjen l^aben ba§ ^ctpcn bcr Ocbilbctcn mit SBtoufenmänncrn auf^ 
flcbrarf)t; 3)octorcn, ?[ffcfforcn unb junge Äünftler cnfilirten fic^ im 
3a^re 1848 mit ^anbmerf^gefcHen unb SBirtl^^l^oug^Ialentcn 3)u auf 
3^u" fS. 50). 3n bcr H^ot beuten ode SBetege barauf l^in, bafe unferc 
SBortftppe smifd^cn 1830 unb 1848 in weiteren Greifen burc^gebrungen ift. 

SBelege, bie ben SReij ber Sieul^eit für unfere SBortfippe öerraten, 
feljlen bi^^er big auf eine ©tette in ©ufefonjg Sauitxtx üon 9iom (1858) 
III 165 „der sich bei ihren Eltern [im ffiirtSl^aufe] — wie man 
zu sagen pflegt — eingekneipt hatte'\ 

3n einjelnen gäHen !ann cg fc^rocr fein, feftjufteHen, ob unfer SBort 
burfc^itod gemeint ift ober ob fd^on bie neuere Ausbreitung ben @ebrauc^ 
bebingt l^at. SBcnn SB. ^auff 1827 ^l^antafien im ©remer SRatSfener 
(^mpel) @. 46 ben Slpoftet ^autuS gcringjd^ä^ig üon „fineipenraufereien*' 
räen läßt — was scheren wir uns um euer miserabeles geschmier, 
eure kleinlichen ekelhaften gassenstreite und kneipenraufereien, 
um eure poetaster — fo mag auf afabcmifc^eS Sitteratentum unb 
fittteratengeiänt mit einem afabemifc^en äBort abgejie(t fein. 3n ben 
SKemoiren beS SatanS (^empeQ ®. 133 ift üon jübijrfien ^anblungS^ 
reifcnben mit Iitterarif(f|en 3ntereffen bie JRebe: Glückliche nomaden! 
Ihr allein seid noch heutzutage die fahrenden ritter der Christenheit. 
Und wenn es euch auch nicht zukömt mit eingelegter lanze ä la 
Don Quichote eurer Jungfrauen Schönheit zu vertheidigen, so 
richtet ihr doch in jeder kneipe nicht weniger Verwüstung an 
wie jener mannhafte ritter und seid überdies meist euer eigener 
Sancho Pansa an der tafel. ^ier fc^eint abfid^tüc^ baS ftubentifd|e 
SBort gebraud)t: fo(c^e junge ^anbtungSreijenbe topiren ftubentijd^en 
Srau(^. 3lud^ bei 8. 2B. Sd^Iegei begegnet unfer SBort mol^t aU ftubent. 
©ort, menn eS [1803J in einem ®pottgebicf)t auf ®arlieb aJJertet, ben 
^aus^geber be§ „^reimüt^igen" l^eifet (bei SoaS II 273): 

Äuö ßänbern fort, in 3täbten umgetricbcn — 
Quousque tandem loirft bu bid) cntblöben, 

3n ftnetpcn, Stiubb^, 3Dfierfuren belnc fdniöbcn 
nttjürögcn aWerfelroürbigfeiten übcnV 

Jür ba§ !£urc^bringen unfer« SBortc« ift e« beroeijenb, toann 
St^riTtftettcr ber Sc^meij e« üerroenben. SBäl^renb j. 93. 3i^o!!e in 
feinem ®olbmad)erborf 1817 ftneipe überf)aupt noc^ nid)t fennt, 
treffen mir t^ bei 93itiu3"®ottf)eIf (1848) Uli ber 'iJJärfiter (5. SBetterg 
Sieubrud 3. 391): davon hat natürlich keinen begriff, wer den 
christlichen zug nicht bloss in sich trägt, nicht gcistijjen hungor 
und durst hat, sondern bloss fleischliche triebe und nuKlome 
richtung nach kneipen, kaffeehäusern, spektakc'ln von allen sorton, 
kurz nach etwas diesseitigem. — ©ottfr. Didier jd)reibt ilsofi) in ben 
beuten Don ©elbmpla II 3. 145 schien der schwank gehr»rig durchdacht 
und abgenindet, so wurde er ei-st in einem kneipchen probiert, 
ob die pointe die rechte Wirkung thäte. 



33on 
D. aScifc. 

1. Duirlcquitfc^. Die brci Stu^brücfc tjirlcfang, Duirlc^ 
quitfd^ unb Zxxp^tixlU gufamtnen ju bel^anbeln, berechtigt nid^t nur 
il^re ScbeutungiJöeriDatibtf d^aft, fonbern ouc^ bie (Sletc^l^eit il^rer SBitbung ; 
benn alle brei finb Qiiiömmenfefeungen, beren beibe 93eftanbteile mit bem=^ 
felben Äonjonanten beginnen, alfo alliterieren. 3)aiJ SBort Duirle* 
quitfd^ l^at 3. SBoIte in biefer ä^itf^^ft I. 268 auS einer Steige üon 
Schriften be^ 18. Sal^rl^unbertÄ belegt, aber nic^t erKärt. @Ä bejeicfinet 
junä^ft einen unfteten SRenfci^en, j. 83. noc^ jefet in Jl^üringen (ögl. 
^ertel, Sl^üring. ©praiifd^afe @. 190) unb öermutlic^ aud^ an ber öon 
»otte angefül^rten ©teile öon 1793 „§err unb x^xan Duirlequitjd^" ; 
fobann tuirb ei^ aber aud^ in 93ejug auf £)rt(i(^feiten gebraucht, in benen 
berartige 3Kenfcf)en luol^ncn, unb er|ätt fc^Iiefelic^ ben ©inn einei^ Crte^, 
ber in üblem 9lufe ftel^t, wie ©d^ilba ober Äräl^minfel. ©o mirb e^ 
noc^ je^t in ©ad^jen, j. 93. in £ei|),^ig aU ©pi^name beg ©töbtcf)enÄ 
Äönigftein üermenbet. ^ fragen mir nun nadf) ber (Sntftel^ung beS 
SBorteS, {o giebt uuÄ mieber bie tl^üringifc^e SKunbart bie befte 3lu8=» 
lunft; benn in biefer fommen bie beiben ^eftanbteile nod^ felbftänbig a(^ 
ißerba t)or: quirlen begeic^net eine quirlartige 93emegung t)orne]^men, 
auc^ t)on 9){enjc^en,' unb quit{(f)en l^in^ unb l^ergel^en; auc^ merben 
beibe oft formelhaft mit „unb" üerbunben, j. SB. in ber SBenbung: er 
quirlt unb quitfc^t mir immer t)or ben i^tt^en l^erum (t)g(. 
©ertel a. a. D.). SBie nun au^ fid!en unb fad!en (fid!fad!en unb) girffad 
fertjorgegangen ift, fo aug quirlen unb quitfc^en bag ©ubftantiö Duirte* 
quitfc^ mit ber 93ebeutung eineS unfteten 3JJcnfcf)en ober eines CrteS, 
too fold^e loeilcn." Stn «Verleitung bcg Slu^brudf^ au« querelarum quies, 
bie man frül^er für mal^rfcfieinlid^ t)ie(t, ift a(fo nic^t ju beuten. I)er 
üble Öeigcf^mai aber, ben ßrtlictjfciten biejcg SRamcnS l^atten, erüärt 
ftd^ jum %e\l aug ber 5orm, äl^nlic^ mie bei Älo^jd^e unb SKufefc^en 

> aulU ft(u0c, <3tubentenfpracf)e S. 2-3 crfiicbt Tief), bnft um 1700 boiJ 33ter uon 
ftöntflftein Cuoroloiuttj ßcnonnt würbe, ein ^(iicbrucf, ber mtt Cutrlcquttfrfj öeriuanbt 
au fetn ftftetnt. 

» ©in Cuirröüftntöcn tft ein bcweßltdjer SWenfcf), ber überall ;,^eruinqutrlt^ 3n 
ftämtöen hcint ber ^:poli5ift ^oliquetfdi; üfli. TM. f. 0. ^oli.^ei 2d. 

* Über bie 53Ubunfii?meife oon ^icffarf u. ä. Vüicbrücfen Oßl. oben II S. 12 ff.; ferner 
^Donboofornportto wie iammerfdiabe, winbeioet), 'JJu^ntefeunß; Sd)lei>roi0^j£)oIftein u. a. 



gtrlcfons, Ouirlcqultfc^, Strtpi^trtac. 123 

Über bic fid) g. ^oKc, SBic bcnft ha^ fßolt über bie @proi|e? 2. Stufl. 
®. 70 folgenbermafecn äufecrt: „5)a§ @täbtrf)en 3Äufefc^en in @Qcf)fen 
unb bag 25orf Älo^|(f|e bei ©reiben ftel^en in bem JRufc, bafe il^rc SBe^ 
roo^ner einfältig, tölpell^aft, grob jeien. ^i) jroeifte nic^t, bafe lebiglic^ 
bie ro^ Ilingenbe JRamcn^fonn biefer Orte ba« Dcrfc^ulbet f)at", ober 
roie bei Srä^roinfet, rooüon S. ttnbrejcn, 2)eutjc^e SSolf^et^moIogie @. 75 
fagt: „2)q6 ftrö^minfel allgemein für ben Ort be^ ftelnftöbtifcften, fpie^*» 
bürgerlid)en SBefenS gilt, boran ift mal^rfc^einlic^ ber bürftige, nic^t^ 
®roBartigel^ üerjprerfienbe filong beg 9?amcnS fc^ulb". 

2. girlefanj. Über girtefonj fogt Äluge im St^m. SBörtcrbuc^, 
r>. Sufl.: „m^b. virlefanz m. eine Art Sonj, unter ?[n(e^nung an lanj 
entftanben ou^ mt)b. virlei, ein lanj, baS öuf frj. virelai SRingeUieb 
beruht. 3lu^ jener noc^ im 16. S^l^rl^. geltenben Janjbenennung ent* 
widelt fic^ im 16./ 17. Sß^rl^. firlefanj^en gesticulari, ineptire (bei 
fiutljer firlefanjen, bei $eni)c^ 1616 firofanfeen f piegelf ecf)ten , 
bei ©(Rottet 1663 firtfanfeen)*'. ^f)nlirf) fpricf)t fi^ ^aul SBiJrterb. 
S. 141 au^; üorfic^tiger ift ^e^ne SBbrterb. ®. 918; benn er er* 
flärt ben erften Jeil be^ SBorte^ für bunfel. ^oc^ ift beachtenswert, 
baB er bie perfönlic^e ©ebeutung beS SBorteS = 9?arr, Jl^or für bie 
älltfte anfielt, i^üx bie Stid^tigfeit biefer Slnnal^me fprirf)t ber finnoer* 
»anbte ÄuSbrud ^Ihfanj, befjen jmeiter Jeil, mie man fc^on längft 
crfonnt l^ot, ben ©tamm beS al^b. SBerbumS ganavanzön fpotten enthält 
unb mit ml^b. vanz @(f)alf, venzelin 9Zäncf)en, älter nf)b. i^cinit 
hypocrita (grifc^) jufammentjängt. SBerroanbt bamit fd^eint auc^ ba§ 
t^ringifc^e Serbum fänern ju fein, ttjelc^eS lebl^aft träumen, irre reben, 
um)erftänblid^ fprec^en bebeutet, unb neben f an jen ^offen treiben, Oe* 
fanj hoffen, i^orl^eit ftel^t (Dg(. Wertet a.a.O. Seite 92). älfo ift 
bie Änno^me ber ?lnte^nung an ,,2an5" ni(f)t nötig, njcnn eS gelingt, 
bie erfte öälfte be« SBorteS gi'^Iffönj ju ertlären. 5Wac^ bem XSBb. 
III, 1672 foll firle au^ agj. feor, procul, a^b. ver fern ^erüorgegangen 
fein, fobaB eS bie 99ebeutung alienigena i^ötte. 3)ocf) ift ba^ fe^r un- 
mo^rfc^nlic^, t)ielme^r fci)eint mir barin baSfelbe Si^ort ju ftecfen, baS 
mir im tl^üringifc^^oberfäc^fiftfien JirlefidS, flinter SOtenjct) (j. 93. 
in Slorb^ufen bei .^ertel a. a. C ®. 95, in Seipjig bei 3Ubrec^t, £eip* 
jiger 2Munbart @. 112 = brodig, flinf, jappelig, fal^rig, ^IbjeftiD unb 
Subftantio) Dorfinben. .^ält man baju baS tf)üringifd)e ^^^le ftrcifel, 
girieren tleiner ftreifel, firlig, fic^ bre^enb, baS jd(|lefi)c^c 5'irt, 
hurtiger 9)ienf(f|, gefirle, be^enbe (SBeinl^olb 20^) unb bie altenbur(^i)d)e 
SSknbung munter mie eine Jy^i^l^r )o fommt man auf einen 4?erbaU 
ftomm f i r t e n , ber bie nämliche iPebeutung ijat mie ba§ oben bcfprodicne 
quirlen. Jirlef idS bejeidinet einen 'Uicnid)en, ber fid) unauf^örlid) l)in= 
unb ^bemegt, immer gejd)äftig ift, unb enthält in ber .yüeitcn i^älfte 
ba^ im SJSBb. f. d. genannte S?ort 5^^^^^ f^^h ba^ »^ir bcfonbere in 
oeroc^tlic^en ÄuSbrüden antreffen mie bcrlinijc^ SpirrfidS, fd)mäd)tiger 
9Keni(^, mtftfälift^ S u r f i d sj , ü auerer, ^amburgif d) Ä n i r f i j, ^ n i r p « , 



124 O. ©ctfc, 

altctiburgif d) @ p i n t c f i d ^ , bcr gern fpinttficrt, Ä n i e f i d ^ , Änaufer u. f . f . 
3lad) aKcbem l^aben ton cg bei girlcfaitj mit einer öl^ntid)en Öitbung 
ju t^un mie bei Cuir(equitf db ; benn e^ bejeid^net einen 3){en{dben, ber 
Steigung l^at, ju firlen unb ju fanjen ttjie Alf anj einen, ber aKertei fanjt. ^ 
I)ag SBort g^nt aber ift nid^t^ anbereg aU ba§ itatieni)rf)c fante, 
Änabe, 3)iener unb l^at öieüeic^t unter ©nftufe öon ^anj ettüo^ üblen 
©eigejc^matf erl^alten (= junger, unreifer 9Jienfc^), ber bei ber ©runb* 
bebeutung (= infans) nal^e liegt. Unter girtefanj t)erftef)en roir jeboc^ 
mi)t b(o| einen närrifc^en Sltenfc^en, fonbern ouc^ ba^, roa^ ein alberner 
3Kenjc^ gu treiben pflegt, 9iarren^poffen, ineptiae, rva^ ju firlen unb 
befonber§ ju fangen üortrefflic^ pafet; enblid^ brtttft e^ einen Sanj auS, 
toie ja and) firlen fic^ breiten bebeutet. 3Jiit virelai l^at ba^ SBort 
olfo nic^tg JU fc^affen, l^öc^ften^ tonnte man annel^men, bafe bie gorm 
bed ml^b. firlefei barau^ entftanben fei, unter lautlicher ^ntel^nung an 
ba^ ed)t beutfc^e firlefanjen mit ber beliebten Sltliteration unb ber l^öufig 
öorfommenben ©nbung -ei, bic mir fcf)on in ml^b. guggaldei, ba^r. 
I^oppalbei, in 3)ubelbei untv SZarretei (= 9?arrenteibing), antreffen.^ 

3. Jrip^trille. ßincr au^fül^rlic^eren Erörterung bebarf ba^ 
SBort 2;ripgtritlc. 3n ber SBebeutung jeigt eS 3t^ntirf)!eit mit Quirle* 
quitfc^; benn man üerftel^t barunter )omot)l eine ?ßerjon mie einen Ort, 
beibe^ mit etmag fomifd^em Stnftridf). 3n ©onn ift ein Irip^trill ein 
(meiblicl)er) Duälgeift (ügl. 3- Äoulen, 2)er Stabreim im Wunbe bcg 
SBolfe jmijc^en 9tt)ein unb JRoer, 2)ürener Programm 1896 @. 22), 
in ber ^roöinj ^reufeen bejeic^net ©repöbrell einen unbel^olfenen, 
albernen unb unüorfic^tigen 3Kenfc^en (Dgl. grifc^bier, ^reufeifc^eiJ SBörtcr* 
buc^ I, ®. 151 unb ©aSb. f. D. 2)ripgbrill), ober^effifd^ ©ripgbrull 
ein fd)mufcigeg SBcib (ereceliug, Cbertjejfüc^eg äßörterburf) @. 300), 
mefterroälbi)^ Srip^tritl einen gleicbgiltigen , langfamen 9Renjd)en 
{Äef)rein, SBolföfpr. im $)cr5ogtum 9?af)au I, ®. 410), in S^üringcn 
(Slorbl^aujen) Sc^brib^jc^brillct)en ein alte^ fränllici)e^ 5Diäbc|en 
(Wertet a. a. 0. ©. 239); in einer ©c^manffammtung üon 3o]^. ^eter 
be 3Kemel auS bem Sab« 1657 erjd)eint ein einfältiger Sanbjun!er 
unter bem SJamen ©tripftril (Dgl. S3oltc im Ärc^iü f. b. ©tubium ber 
neueren ®prarf)en 93b. 102 S. 251), unb in ©optjieng 9tcife öon äJiemel 
narf) 3ad)jen üon .t)ermed (t 1^^21) ift Irip^trill ber Spottname für 
einen 9J{en)rf)cn, ber fid) blöbe unb albern benimmt; baljer b^fet eg bort 
bafifecn mie ein Irip^trill. SBir böbcn e? alfo burd)n)eg mit einem 3Kenfi|en 
JU tfjun, ber ba^ Gegenteil Don einem 9){ufter bilbet, ba er mit allerlei 
DJängcln behaftet ift. 

Gbenfomenig ftebt ber Crt, ben ba^ SBort 2ripx^trilt bejeit^net, 

* al — all, lüie tu nI6cru — nljb. alawäri, nxdit (wk .^cunc an3iinc()mcn fc^ctnt) 
ton al — aliiis. aIicnigr<Mia = frcmbcr, hergelaufener '2d)alf. 

* T?liif bie urfprünfllid) oerbale lUatiir bcc erften iöeftanbtcili5 beutet au<ii ba^ 
erhaltene o in ,>irle= unb Cuirle- tufll. baflenen Cuirl) liin, bav5 an ^^Ubunocn wie 
Vefeburt), Vebemann, i'abeftocf, ^Heipctinrter a. a. flemaunt. "I^qI. älMImannc*, Seutfdje 
(VJronini. II, r>J7. 



8flrlefana, Ouirlcquttfc^, Ztip&tMt. 125 

in fonbcrlic^ gutem IRufc. S)cnn man öermcnbct biefcn Stui^brucf immer 
al^ Slbmeijung auf unnü^e fragen, bie an einen gerichtet merben. SBenn 
j. 93. jemanb Don einem anbem ju roiffen münfc^t, mol^in er ge^en tooüt, 
unb biejer leine fiuft i)at, e^ il^m mitjuteiten, {o antmortet er gern au§« 
meirf)enb: nac^ SripStrill (ügl. ©c^meKer, Sa^rifdfieg SBörterb. I, 499, 
©c^mib, ©d^mäb. 3Börterb. @. 189, ©töber, gIfäff. SBoIfebüc^t. I, 51, 
©c^öpff, 2;iroli)cf)eg 3bioti!on ®. 757, meine Slltenburger 3Kunbart, 
©. 121 u.a.) .t)äufig wirb and) noi) eine »eitere ©eftimmung l^inju« 
gefügt, )ei e^ in gorm eine« aböerbialen ©a^gliebe^ ober eine^ ganjen 
Sicbenfa^eg; j. 95. fagt man in fieipjig: narf) JripStrilte ouf ben 
5ebermar!t^ ober nad) 2;rip^tril(e, mo bie ^fü^e über bie 
Säeibe l^ängl (ogl. 3tlbrec^t, Seipjiger SJiunbart ©. 224)* ober na^ 
2;ripgtrille, wo bie ^unbe mit bem ©c^wanje betten (ebenba); 
in ber ©c^meij, in 9?afjau u. a. nad) S^rip^tritte, mo bie ©änfe 
^aarfäcfe tragen (ügt. SBanber, ©prüc^mörterfejifon IV, 1327, Äel^rein 
a. a. 0. ©. 410), in Jl^üringen nac^ Sripgtritte, wo fie Starren 
feit l^alten (ügt. ;^ertet ©. 247); mitunter finbet firf) anc^ beibe«, j. 83. 
in 2!]^üringen : nad| 2!ripStritIe auf bie ^etjmfll^te, wo man bie 
otten SBeiber mal^lt (ügt. SBad^^mutl^, ©efd^i^te bed beutfd^en ^olU^ 
tum^ I, 145). §tu^ alt biefen Slngaben erl^ctlt, ha^ man e^ nic^t mit 
einem wirflid)en Crt ju tl^un l^at, fonbem mit einem ^l^antafiegebitbe, 
einem Utopien ober Slirgenbl^eim. Denn eine @egenbr n)o bie ^unbe 
mit bem ©c^wanje betten, giebt ed ebenfowenig wie eine fotdie, wo bie 
©änfe ^aarjäde tragen, 9?arren unb g^bem feitgel^alten werben ober bie 
?ßfü^e über bie SBeibe l^ängt (nicf)t umgefel^rt : bie SBeibe über bie ^füfee). 
SJamit l^armoniert e^, wenn ein tirotifc^er ftlopffe^ter (3- 9?. "SScx^^ 
linger, 5^6 SJoget ober ftirb) 1726 öon ber ^Reformation Sutl^er^ fagt, 
fie l^abe üor bem Saläre 1517 ju Jrip^tritt brei 3Keiten l^inter 
bem ftac^etofen in ber SBetterau unter ber 93anf gelegen, 
ober wenn ein jc^erj^after Sicbe^brief in einer ftubentifc^en Guriofttäten^ 
fammfung beg germanischen SDiufeum^ ju SRürnberg bie Unterfc^rift trögt: 
S)atum Srip^tritl ben 7. Stpril 1688 (ögt. Sötte a. a.D. ©.251). 
3)a]^er lann bad äBort auc^ gelegentlich burc^ ba^ übet beteumunbete 93 u ^ t e ^ 
l^ube erfe^t werben; j. 93. fagt man in ^ipjig aud|: nad^ 93u;rte^ 
l^ube auf ben gebermarft (ögt. Sttbrec^t a. a. D.). Ober e« wirb 
überhaupt gebraucht für eine Örtti^feit, bie aud irgenb einem @runbe 
nic^t gut angefc^rieben ift. äBie e^ atd ^erjonenname 9}{en)c^en mit 
fcf)Ied)ten 6igenfct)aften bejeic^net, fo aud^ atd Ortsname, ©o |[eiBt ed 
in SBien: gel^ nac^ 2;rip stritt! = gel^ jum genfer, gel^ l^in, wo 
ber Pfeffer wöd^ft (^Itbred^t a. a. Z).), fo oberl^ef^ifc^ : ©c^wifet im 
©autftatt bag Seber, fommt ber 9Binb öon 2;rip8trilt, 



» (ibcnfo i^. ©. Im C^cnncbcrglfcöcn, ößl. Splcft, 3?orwtömIld^d quo bem ©cnne* 
beröifcbcn S. (X). 

' :2(n5cTCiDo ^eißt cü: nocO ^ripi5trt((c, tuo bct Sac^ Aber bie SBcibe 
fliegt; Dg(. 9o(te in {>errtgd Hx(f)ir) 9b. 102 8. 251. 



126 O. fficifc, 

fo gicbt ed anber SBetter, ed mag fo (onge bauern, a(d ed 
tpttl (ßrcceltu§ a. a. D.)f fo in Äöln: er l^at ju befehlen in 
Srip^trill, roo nicmanb ift (girmenid^, ®cnnanicn^ SJötferftimmcn 
I, 475, ^önig, SBörtcrb. b. Sötncr aRunbart 156). 

©omcit bic SBclcgc, nun bic ßrttärung! 8lm Icic^teftcn madjt \\d) 
bicjc baS SSoIf, inbem eg cinfad^ bcn 9?amcn 2;ri|)§triII an bic Sejcic^* 
nung eined äl^nlic^ füngenbcn Orted anlehnt, ber noc^ Dorl^anben ift 
ober menigftend einft t)or]^anben mar. 3n X^äringen unb anbern @egenben 
SRittelbeutfc^Ianbd benft man allgemein babei an bie meimarifd^e @tabt 
Iriptig bei JKeuftabt an ber Dria. ^ Salier berietet Äö^(er, Solfebrauc^ 
im SJogtlanbe: „6^ mirb erjäl^lt, bafe nic^t roeit üon Sriptia im 9?eU' 
ftöbter Äreifc bcg ®rofe]^erjogtumg SBeimar ein Icic^ gelegen l^abe, bie 
Jride genannt. I)iefer mar mit 3Beiben umfefet, bie jum Seit fo ge=* 
bogen maren, bag )ie in^ SSaffer l^ingen ; bal^er {(^reibt fic^ bie Siebend« 
art: SBo bie ?ßfüfee über bie SBcibe ^ängt". 3n ©übbeutfc^Ianb fpiett 
biefelbe 9loKe ein Ort im SBürttembergifd)en. @o fingt ÜÄörife in bem 
©ebic^te (Srjengel WöjatU geber 6. 3lufl. 1876 @. 388: ,,3uguter- 
le^t id^ me(ben mid, ba bei bem 33erg liegt auc^ ^^rip^triUr ^^t 
mie il^r ol^ne 3^^ifrf ^ife^f ^i^ berül^mte ^etjmül^te ift". Unter bem 
93erge ift ber 5Ö?ic^aeföberg ju üerftel^en im Dberamte öraden^eim, an 
beffen gu^e ein aud brei ^äujern beftel^enber SBeiler SreffentritI bid 
1685 gelegen ijat 2)a ed nun in biefem 3Bciter fdne 9}iü^te giebt, 
fo l^at man jur (Srflärung ber $e(jmüt)(e ben benachbarten 93aIj]^of 
^erangejogen, melc^er beim I)orfe graueujimmern liegt unb beffen erfte 
9?ameng^älfte 93alj an ^ßelj erinnert. Man fielet auf ben erften ^lid, 
mie gefuc^t eine fotc^e SJeutung ift. 9Wit JRec^t |at aud) Jöottc a. a. C 
(Sinfpruc^ bagegen ertjoben, in bem er fagt: „SBenn biefe äRül^te (bie 
^e(}mü^le Don Sirip^trill) mirf(ic^ in @c^maben gelegen l^ätte, fo mürbe 
fie bodf) auf ben ftupferftirf)en bed 17. unb 18. Sci^tl^unbertg, mo öon 
ber ^elämü^Ie bie SRebe ift, in ber alte SBeiber jung gemal^len merben, 
old fc^mäbifd^ bejeic^nct morben fein". 3lu(f| ftimmt ber 9?ame IripdtriH 
n\i)i, ba Sireffentrill nur baran antlingt ; bod) tann man annehmen, ba^ 
ber 9luf ber ©c^maben, fie mürben erft mit bem 40. Satire tlug, bie 
S3eran(affung gegeben l^at, jenen 9{amen an bicfen anjulel^nen. ferner 
ift ber Umftanb ju beachten, bafe Srip^triH auc^ eine "ilSerfon bejeic^nen 
fann, ja oietlei^t e^er bejeidtinet l^at aU einen Crt. Überbied merben 
und noc^ öerfc^icbene 9?ebenformen bed ?tudbrud!d überliefert mie Iruten« 
trül in einem @ebici)te bed 15. Sa^rl^unbertd (der kunige sprücli in 
einem SWünc^ener Sobej üon 1464: gen Irutentrül millft bu? 2)a fielet 
man frumme 9{adlörf)er tragen) unb Jrippo tritt in bem SJümberger 
gaftnac^tfpiel üom Jürfen, mo ber ^erotb mit ber ?tufforberung fd^Iie^t: 
|)err SBirt, nun gebt und euern Segen ! $5rt i^r jemanb, ber nat^ und 
moüt' fragen, ben meift ju und gen Srippotritt, ^ ba fi^t ein SBirt, ber 
l^eifet ber SüH (Sötte a. a. D. S. 252). 

« 5PoI. tn blcfcr 3cttft^ft II 3. :Äi 

* ^tefe öromt tft ocnnutltd^ bem aWetrum jultcbc quo ^rippdtrta jurcc^tgclegt worbcn. 



glrlcfana, Clulrlcqultfc^, StripStrittc. 127 

Sine anbete (Srftärung, bie öon einem fd^mäbifc^en Pfarrer l^er^ 
rül^rt, befagt, bafe treffen tritt eine ärmliche 3Kü^te (Srill) bebeute, 
in ber man l^bc^ftcnS Ora^famen (Steffen = Sredpe) gemal^Icn l^abe. 
S)a biefe fi(f| nur mit bem SBorte ireffentrill, aber nid^t mit 2!ri))§triII 
bejc^äftigt, fo rirf)tet fie fic^ fetbft. 3. ftouten (a. a. D.) öermutet in 
ber erften ^älfte ba^ engfijc^e SBort trip, ©rf)Iag, ®riff, wagt aber bie 
jmeite nid^t ju beuten. 9Rann^arbt (©eutjd^e ^Ir^ti^ol U, 19G. lU, 116) 
bringt ben 3lu^bru(I in SSerbinbung mit Irilpetritfc^/ momit man 
in ©(^roaben einen bummen 2)ienfrf)en bejeic^net, ben man auf bie Sagb 
md) einem fobolbartigen SBefen gleic^e^ Slamen^ fenbet, offenbar be^*» 
felben, ba^ in Dberl^effen Slbentritfc^ Reifet (ügl. Sreceliu§ a. a. D. 
©. 478f.; ferner »ilmar, @. 168, ©c^mib, ®. 162, ©c^meHer I, 66, 
fie^rein @. 127, SBeintjotb I, 35). 3)oc^ ift e^ lautlich unmöglid^, au^ 
Slbentritjc^ ober Srilpetritjc^ ein 2ripStriII abjuteiten. äßeitere (Sr^ 
!(ärung^Derjucf)e finb mir nicf)t befannt*. 

ÜJtan tonnte nun wegen bc^ fomifc^en Seigefc^matfÄ, ben bie Drt§** 
bejeirf)nung t)at, an |)erfeitung Don Sropf benfen, Srip^trill alfo atg eine 
8lrt SRarragonien auffaffen, al^ eine ©egenb, in ber man Iröpfe triüt. 3)afür 
fprirf)t ber Umftanb, bafe in bem erften öeftanbteite öon Slbentritfd) unb 
Don Irutentrül bie ßlben unb Gruben entl^alten ju fein fd^einen. 5)o(^ 
macf)t bie gorm einige ©d&roierigfeit, ' unb bie ^ßerfonenbejeic^nung bteibt 
babei unerHärt. gerner tonnte man in bem erften 2eite ba^ Serbum 
tripfc^en, bripfci)en fud)en, über ba^ xö) meiter unten fprect)en werbe, 
unb im smeiten bag ©ubftantiü 2rulte ^ebämeib, $ure ober Srutte 
(in üeipjig ein tleine^ pojfierlic^e^ grauen jimmer) ober SroU gefpen^» 
ftifc^eg, jauberl^afte^ SBefen, ungejc^Iad^ter Süienfc^, Jötpet, Unl^olb, Un^ 
getüm (ogt. DSBb. II, 1428, @rimm, 3)eutfc^e aK^t^of. 986, 997), 
fobafe alfo ba^ SBort ein tripfc^enbeg SBefen beseic^nen würbe; aber 
auc^ bie^ l^afte id^ für unwal^rfd)einlic^, fonbern glaube, bag bad SBort 
in gteic^er SBeife gebitbet ift wie girtefanj unb Duirtequitfrf), bafe wir 
atfo jwei ?lbteitungen üon SBerbatftämmen barin ju fuc^en ^aben, bie 
mit einanber oerfnüpft finb, nämlic^ oon tripfd)en unb tritten ober bripfc^en 
(= bripjen) unb brillen. 3)ag erftgenannte SBort bürfte üerwanbt mit 
trippeln fein unb liegt oor im Cber^effifc^en (ßreceliu^ a. a. 0. 299), 
in ber SBetterau unb am Soge(gbergc wo bripfc^en bebeutet: gef(f)äftig, 
meift ol^ne beftimmten S^^^ uml^erlaufen, befonber^ um ju fc^wa^en unb 
SWeuigfeiten ju ^ören (ogt. auc^ au^bripjc^en = au^tunbfc^aften, ferner 
ober^effijdf) 25rippet, träger SDienfd) unb I)rt^pet, wol^t = 25ripjel, um* 
l^erlungernber unb f^wafeenber 3)Jenfd)). Dag j weitgenannte SBort ift 
britlen, breiten (ügt. bänif(| trillc, jd)wcbifc^ Irilla) unb bilbet ba« ©runb* 
wort oon 2)riIIbot)rer, ober^eff. Drillet tieincr ftreifct, t^üring. SriHer* 

» ^rilpctritfcö tft offenbar eine oatterterenbc Umöcfmltunfl öon ^tbcntritfc^. 

« '*Jladi ber ^eltfdnr. f. liocöb. aJhinborten oon ^eillfl unb Vena II, 90 ^oben audf 
i»Qtftner, 9JebelfQßen 3. 827 ff. unb iHocööoU, 3)ret CVJaußötttnnen über 3;rlpi!itria ge* 
fdirtcben, boc^ ^nbc tc^ blefe löüt^er nic^t nodjfdjloöen fönncn. 

» ®0l. inbcö t^ürlnötft^ trippeln = tropfen, tropfen. 



128 O. ffictfc, gtrlcfong, Cutrlcqultfc^, ^IrlpStrtOe. — 3. @tof(^, aßübünö. 

^än^äjtn, Scl^ältnig, in »clc^c^ ^rcölcr eingefpcrtt unb mit »cft^cm fie 
l^erumgebrel^t murbenr fdiriftfprad^tic^ brau, runbr eig. gebrel^t u. 0. 
Xrip^triQe bejeidinet alfo junäc^ft jetnanb, ber immer in 93emegung ift 
mie ein Duirlequitjt^ ober ein girlefanj, ftc^ flefc^äftig l^in unb l^et- 
brel^t, um ^{euigfeiten ju l^ören ober ju erjagten, unb mtrb bal^er om 
Itebften öon (Jrauen gebraucht, nimmt aber al^ Slu^brutf be3 SSormurf« 
(eic^t abmeic^enbe Sebeutung an (fc^mu^iged Sßeib, olted träntet Sßeib u. o.). 
@obann mirb bod äBort Don einem Orte gebraucht, mo man l^in unb 
l^ergel^t, um etwag 9?eue^ ju erfal^ren. @o erftärt jtcö aut^, mt e^ tommt, 
bafe ber Slu^brud gern bei abweifenben ober au^roeic^enben antworten 
Dermenbet mirb: na(^ S^ripdtrilte gel^n l^eigt eben an einen Ort gelten, 
mo man bripfc^t (b. 1^. t)iet fc^wa^t unb audjutunbjdiaften fuc^t), mo 
man alfo burc^ läftige, unnü^e t^ragen quält, unb mo man auc^ jemanb 
briQt b. 1^. nic^t jur Stulpe tommen (ägt, übermäßig ptagt (ogl. ^receliud 
a. a. O. ®. 298). 

Ülöbling. 

33on 
Sol^anne^ Stofc^. 

3eitjd)r. 2, 300 frfieint SQ3ü(fing bie fcfittjeijerifc^e ^erfunft be^ 
SBorted SJ^übting 5U bejn^eifetn, meil badfetbe aud^ Don Sal^n unb 
Siofegger gebraucht mirb. Slllein bag fprit^t nic^t gegen jeine fc^meijerijdje 
Stbftammung. 6d Derl^ätt jic^ mit S}{tib(ing tooijll äl^nlic^ n)ie mit 
^eimmel^, beffen ©eft^it^te Äluge gefc^itbert I|at: bag ©c^meijermort 
ift im 19. Sa^rl^unbert in bie ©c^riftfprac^e gebrungen. 

©c^meijerifc^e Setege für 3J?übIing an^ bem 16. — 18. 3ö^r- 
l^unbert finbet man in reidier Änjal^t im ©t^meij. Sbiotüon 4, 92. 
®a§ ©oetl^e, ber ba« SBort einmal in einem JBrief t)om 6. 3Rärj 1776 
an fiaDater gebraucht, ed t)or biefem angenommen l^abe, mie ^e^ne im 
S)SBb. 6, 2622 öermutet, täfet fit^ jefet au^ ben ÜÄitteilungen im 
16. 93anb ber Schriften ber ©oetl^egefellfc^aft (*®oetl^e unb üaöater*. 
©riefe unb lagebüc^er ber. öon ^einrit^ ^md, SQSeimar 1901) jiemlid) 
fieser feftfteQen. ®^ ift grabeju ein Uieblingdau^brucf £at)aterd unb 
mag auc^ im mUnblic^en SBerfe^r Don i^m oft genug gebraucht fein, 
am 25. Januar 1775 ft^reibt er an @oetI|e (16, 19): *!^ebe mol^l . . 
unb trage ben fc^mac^en, allen alle^ fe^n mollenben ®ebanten«9JUbling'. 
Unb in bemfelben Sal^r l^eifet e^ in einem örief mm 3. September an 
Ooetfie^ SSater (16, 250): *3Sergeffen Sie nie, bafe ic^ bin ein bantbarer, 
obgleicf) unbantbar fc^einenber, armer 3)iüblingV* S)arum nennt bann 
and) &otti)t in feinem ©cfireiben t)om 6. Wdxi 1776 ben gj^eunb einen 
SWübling nacft beffen eigner Slu^brucf^meife (16, 65): "ermatte bic!^ 
nic^t, aRübling, o^ne 9loi\)\ 

Stud) SBielanb l^at bad SS^ort £at)ater nad)gebrauc()t, menn er ed nic^t 
meUeic^t fc^on Don 93obmec tannte. l^aDater fc^reibt i^m am 13. Februar 



9. Stofrfj, aßübllnö. — 2J. ©tntner, Troje Striömcß, «tc^tocß, 25lc§tri6. 129 

1776 (16, 400): *S)cn!cn Sic, lieber SQSielanb, oft an ben armen 

SWübltng, biefe SBort tigt mir immer auf ber <3wnge, ben armen 

SKübling £at)ater\ unb SBicIanb antmortet am 4. Wdti be^felben 

Sal^reg (16, 347): *(®oetI|e) ift aut^ ein äRübüng, nur auf eine 

anbrc Slrt: benn ai}\ lieber £at)ater, bencfen ©ie fic^ einmal gö^ont 

unb fac totum unb ®oetl^e jujammen!* 

Übrigen^ I|at ®oetl^e auf ber 1774 mit Saöater gemad^ten SR^ein^ 

unb Satintour auc^ ba§ ^ort ^eimmel^ t)on i^m aufgenommen. Saüater 

fd^reibt 'SmS ben 18. 3uli 74. 2Rorgen^ 6 U^r' in fein lagebu^ 

(16/304): 'Sa mal^rlirfi, icf) barf oft t)or greüb' unb ^eimmel^-gurt^t 

nic^t bran beuten, bag i^ noc^ fo miitlic^ unb eigentlich ein jo liebet 

SBeibc^en, unb jme^ jo (iebe Äinber — unb jo t)iele liebe SJiebenbe ju 

^aufe l^abc — * unb ba^inter ftel^t ein 2)ictat ©oetl^eg (16, 305): 

•@« ift fo bicl ©cimmc^ in ber 3Gße(t, 
3)a6 ctnö bcm anbern bie ^Bage ^otf ufm. 

mit bem übermütigen ©c^Iu§: 

•er (CabQter) lehret unb bcfcl^rt bie ßeüt\ 
Sd) fa^r jum fd)önen ßiefct ^eüf. 

SBarum l^at ®oet^e bag fc^öne SBort jpäter, 5. 93. bei 3)?ignong fiieb 
(ogf. Äiluge 3^itjc^r. 2, 238) mieber aufgegeben? 



Troje S^ribuieg, Diel)uieg, )Oiel)tnb. 

33on 
SSal. ^intner. 

2)a^ gemi^ alte unb merhoürbige Sßort ift Dietfac^ ern^äl^nt, aber 
nod} nirgenbS erjc^öpfenb bel^anbelt n^orben. Sd^ mid im folgenben ben 
©prac^forjdiern, namentlid^ aud} ben ^o^tfe^em be^ S)SBb., fallg eÄ 
nic^t 5U fpät ift, bie ber ^auptfac^e nac^ »ollftänbige ®runblage liefern, 
bie il^nen ein Urteil ermöglicht, ob bie big je^t l^errjcfienbe Slnfic^t ober 
meine neue Srltdrung bag SRicfitige trifft. 

äunäc^ft mollen »ir bie t)erjcf|iebenen formen beS 3Borteg öerjeic^nen, 
ha^ Verbreitungsgebiet angeben unb bie SSebeutung feftftellen. 

«ug lirot bringt ©c^öpf (758; 754; 761) troi, troie ra., trein, 
trei," trän (? ?) m., tnije (Stanjertl^al) m.; in ber S)eferegger MA. 
troijen m. (.^intner 93eitr. 41); in ben liroler SQSeiStl^ümem troy,* 
troyen,* troien,' truie,* trete,* trey,^ threi,' threue,® trewe. ^ 

• albtroy, 17. {^am. (ISB. III, 312, 14) am 'tarft^ In 3?lnf*0au. » nach dor 
troyen a. 1&45 (ZW. h 235, 37) am ^^öttinoen 5ei ^nni^brucf. ain gemainer weg und 




IHO, 1) QUO 5:f(^n0eIÖ in S^lnfdjflau. « in den gemainen threuen, 17. iVoörb. {ZW, II, 

148, A) am l^mft im Ober ^nnt^. » von seinem trewen, 16. 3oW. (<^*ö- I. 246, 25) 
am filxam bei ^nndbrucf. 

ßfb«B. III. ö 



130 SJal. ©Intncr, 

Slu8 ftärntl^cn bietet Sejer (72) troije, troijen, troi. 

3n ©teiermarf l^abe ic^ trojen and) gehört, Drtgimmen be* 
ftätigen bieg. 

S)egfllei(^en fommt ba8 SQ3ort in ©ottjc^ee t)or in ber gorm 
troje (ßlje, britteg Söi^re^l^eft be^ SJerein^ bog frain. fianbeMuf., 
Soibac^ 1862, ®. 63. (Sd)röer, (Sin Sinkflug nat^ ©ottft^ee, ©ifeung^b. 
b. p^ixUW- ®{- b. f. 3lfab. b. aSijf. LX, 1869, ®. 74 beg ©eparatabbr.). 

©omeit, wie ba« SBort troje, reichen anä) bie Ortg* unb ^er^ 
fonennamen, bie t)on unjerem SBorte ftammen. 3n lirol erjd)einen fie, 
wie man au3 bem ^oftlejifon für iirol erfiel|t, fo 5iem(i^ überall in 
ben formen Troi, Troien, Trojen, Troyen, Truien, Truijen. Troier, 
Trojer, Troyer, auc^ Trajer, entjprec^enb bem beutfc^en 5ß. U. Sßiemeg 
(^ott ^$Ram.« 180; 365). gür Äärnt^en bezeugt burt^ Sejer {^m. 
72.5rommann3 3citf^r. IV, 157),für ©ottfc^eeburd) ®c|röer (a.a.O.). 

Stu3 älterer Qnt bieten bie Fontes Rerum Austriacarum fotgenbe 
iRamen: Troy a. 1318; 1321 (36, 225. 34, 454), am Troyn a. 
1305—1316 (36, 300), Troja a. 1188 (34, 63, 164) an^ Sojen. 
Trojer a. 1355; 1455 (34, 268, 522. 34, 600, 791), mefleicfit aurf) 
a. 1308: Nicolaus de Treuen (34, 210, 420). 

3n ben t)on ©dimifeer herausgegebenen Urbaren ber Stifte SKarien* 
berg unb 9Jiünfter u. j. \v. (3nn8br. 1891) auS bem 14. 3a^r]^. finben 
fic^ bie 9?nmen : Troy, Troye, Metz-Troy unb Under-Troy, Sub-Troy, 
Troya, Troio, Troyum, Troyra, Troon, Truy, Trey, Troyer. ?lnbereS bei 
(B^ndUx (öeitr/jur DrtSnamenfunbe SCirof^, Snnibr. III, 1896, @. 85 f.). 

91uS ©teiermar! bringt Qa\)n (DrtSnamenbuc^ ber ©teiermart 
im 3JiitteIaIter, SBien 1893, ©. 150) folgenbe fid)er l^iel^er ge^örenbe 
Siamen: am Troyn a. 1437, am Troyen a. 1450, je^t Trojana. an 
dem Troyn a. 1350, jefet Troin. am Troyn a. 1305, jc^t Troyn. 
das Trewprant a. 1480, je^t Troinbrand. 

2)aS ältefte mir betanntc Seifpiet ftel|t im ©albud) beS filofteri? 
Slcuftift bei JBrijen (©übtirol), nömlic^ Troja a. 1163 (©innad)er 
»eitr. jur @ej(^. b. bifc^öfl. Sird)e ©üben unb 83rijen, Srijren 1823, 
III, 361. Fontes Rerum Austr. 34, 34, 101) au3 SJefereggen 
(bamalg in ber gorm Tofriche). S)er 5Wame ift be^wegen wichtig, weit 
ber Ort ober bie ®egenb noc^ ben 9?amen: im Trojen trägt. SS ift 
ber oberfte Iei( be« 2)orfeg ©t. 3a!ob, burt^ ben ba« Sie^ in baS 
Troyer «(m^I^al (fo bie itarte t)on Slnid) 1774) getrieben wirb. > (£ine 
Änja^f Troyer-9?amen finbet man im SKegifter ju ©innadier 156 f. 
@ot)ie( über bie gormen unb bie Verbreitung be« SBorteg. 

SBa^ bie Sebeutnng betrifft, ift fie überall biejetbe. SiirgenbS be* 
jeic^net troje einen SBeg fc^lec^t^in, jonbern ftets nur einen SBeg, auf 
bem bai? SSiel^ getrieben wirb. „Auf allen Wegen und Troyen'^ ift 
eine ältere JRebenSart. ain gemainer weg und ain troyen. 3a, SBeg 

« Tagcßcn flc^ört mo^rft^lnUt^ nlc^t ^ie^cr ba^ a. 1163 (Fontes Rerum Austr. 
34, aß, liW) au^ ^efercßöcn erwähnte Triyach, bQi5 ötcUctc^t bne l^culige Rnj^ch In 
^opfgartcn in. 



Troje Xtibtücg, Stc^mcg, 53tc5trib. 131 

ift fo uniücfentlid^, bafe au^ 5ß(äfee, mo c^ gar feine eigentlichen SBegc 
giebt, unb auf bie bag JBiel^ jur SBeibe getrieben mirb, trojen l^eifecn. 
@^ ift bann ööllig =: trib SJiel^meibe. ^ 

@c^en mir nun 5ur Srflärung bcg SQSorte^ über. 

©teub (3ur 3t^ät. St^n. ©tuttg. 1854, ®. 77) fü^rt an: „Tru, 
ifntw. truig, SBeg, ein romanifc^e^, med. rl^ätifc^e§ SBort''. fiejer 
(ÄSBb. 72) gefte^t, bag SBort nic^t erflären ju fbnnen. ©cf)ö|)f (754) 
öcrgleic^t lat. traiiies, frj. train, ital. traino. ©c^ neuer (bie romanifc^en 
SSoltemunbarten in ©übtirot, ®era 1870, ©. 257 unb ebenfo f^äter 
JBeitr. UI, 85) öerbinbet unfer SBort mit px. trieu, SBeg, ©trafee, öon 
lat. trivium. Dag ift auc^ bie Iierrfc^enbe Anficht geblieben (t)g(. ?l(ton, 
Die (abinifc^en 3biome, 3nngbr. 1879, ©. 364. Seitr. jur etl^nol. öon 
Cftlabinicn, Snn^br. 1880, ©. 66. Unterfor^er 5ßrogr. t)on fieit* 
merife 1885, ©. 26. JBucf Dberb. gfumamenbuc^ ©. 283). 3^ 
felber tonnte m\ä) öon ber SRic^tigfeit biefer 3wjammenfteKung nid^t über* 
jeugcn unb backte (im I. ^efte meiner Seiträge 1873, ©. 41) an irifc^ 
traig guß, Dcrfelbe ®ebanfe ift fpäter t)on anberer ©eite au^gefproc^en 
unb meiter au^gefül^rt morben (ögl. ©c^udiarbt ä^i^f^J^ f- 9^0"^. 5ß]^il. 
IV, 125. Jlinrne^fen Selto-rom. 114. 93efonberg 3^"^"^^^ in Äul^nd 
3eitfd)r. XXXU, 232 f. Überfielt bei Körting fiat.-rom. SBb.« 880, 
9lr. 9762). 2)oc^ nac^ meiner jefeigen Überzeugung ^aben weber bie 
romanifc^en noc^ feltifc^en SBörtcr mit troje etma^ ju tl^un. 2)ag Der* 
bietet fc^on bie 93ebeutung, bie freiließ bid )e^t ungenau angegeben morben 
ift. 34 ^üfete nit^t, mit welchem fiunftftüd man öon „5u6" ober 
trivium jum tribwege ober ju trib, trift gefangen tonnte. 8n einen 
folc^en salto mortale brauchen mir nic^t ju glauben, jumal eine (Sr* 
tlärung au^ bem Deutfc^en fo nal^e (iegt, bag man fic^ munbem mu|, 
marum nod^ niemanb barauf getommen ift. 

troje ift bud)ftäbli(^ = tribweg. S)ag foll im fofgenben begrünbet merben. 

2)ag SBort troje unb bie baju gel^örenbcn Drt^* unb 5ßcrfoncn* 
namen finben fid} auf bairifc^cm Sprachgebiete. 9?un ift aber in ben 
bairifc^en 3Ra. roeber bag b öon trib nod) bag g t)on weg feft. tri 
für trib bejeugt ©dimcUer (l\ 641; t)gl. SBein^oIb öair. 0r. ©. 130, 
§ 126), we für weg ebenfaÜ^ ©dimeder (IP, 874; t)gl. ©c^metter 
bie 9»a. JBaierng ©. 96, 477 ff. SBein^otb 93air. ®r. ©. 183, 
§ 177). Übrigeng tommt bog auc^ in anberen 3Ra. öor. ?tuc^ 
Äel^rein (Siaffau I, 440) l^at we für weg. Slnbcre JBeifpiele öon 
SBörtern, bei benen au^Iautenbe« g nic^t gefprorfien wirb unb feit altet 
Seit nic^t gefproc^en würbe, ift ber fo l^äufige Ortsname Gasteig. 3n 

« trib tn btcfer «cb. fiäum S- 33. a. 1585 (Cft, SöcliM^. 1, 157, 18) au^ JBarten^ 
ffid tm 3orA6. a. 15V) i^trol. Söct^t^. II, 141, 13) au<i' Görroalb im Obcr-Ii^ntttö. 
16. y^affxff. rßft. SöekMU. vi, 582, JU) aue 3t. ^aul in fttirnt^cn. a. 1008 (Oft SöcifJt^ 
VI, 116, 81 unb 32) Quc» S^orau tn Stclerntorf. a. 1715 {tiu SBciotU. VI, 445, 8) oud 
«molbftcin in «ärntl^cn. W- 3cööpf 75*3, 3cfimcl(cr I«, 641, «öctgonb II», 928^ 
^eonc ^3Bb. III, 1041. ^m Sni^b. a'ercr II, 1516) mit trib und trat schaf-trip 
(i'cycr II, 636;. 

9* 



132 25al. ^intner, Troje ^rlbnjcQ, SBlel^tocö, «tc^ttib. 

2;iro( gtcbt c8 einige 20 Gasteig, in Oberbaiern 19 (©ottl^arb "äßrogr. 
t>. ^reifing 1849, @. 36), gefprod)en das Gasta. 2)a^ 8tubaier Gasteig 
crft^eint fd)on a. 1234 ab Gastei (Monum. Boica X, 433 f. Oefele, 
®ef(f|. b. ®rafen t)on Stnbec^g, Snngbr. 1877, @. 198. ^intner, Sie 
©tuboier Ortsnamen, SBien 1902 s, v. Gasteig), ^^nliäi kelper au^ 
kelperc (^intner JBeitr. 122). 3a nic^t einmal im Sniaute fi^t g 
feft. ©0 lautet wegen jd^on im 2Rl^b. aut^ wein, weine, wen (iJejer 
ml^b. SBb. III, 728). ^I^nlic^ ift al^b. hiene, hiene ansa, menn meine 
@rftärnng in biefer S^itf^t. (I, 373) ba^ SRic^tige trifft, mäl^renb ®tein= 
me^er (al^b. ®Ioffen III, 223, 52) an tat. hyaenia bentt. ©o t)ie( 
fielet jebocf) in jebem ^^aüt feft, bafe ba^ SBoIf bairifc^en Stammet bei 
tribweg getoi^ feit alter Qdt ttjeber ba§ b nod) ba^ g gejproc^en I|at. 
§ö(^fteng eine Sljfimitation t)on b an ba^ folgenbe w fann man an* 
nehmen. SQ3ir erl^alten fo bag SSotfömort triwe (triuue). gormelt fällt 
bie^ triwe mit ml^b., al^b. triwe, -a. Streue, jufammen (Sejer II, 1520. 
®raff V, 466). gg muffen bemnacf) auc^ bie munbartlid^en formen 
für beibe SBörtcr biefelben fein, ©o ift eg tl^atfäd^Iic^. „Irene" lautet 
in ganj 3^iro( troje, truje (fiintner 93eitr. 41). Sbenfo in Äärntl^en 
(fiejer 70), mie überhaupt in ben bair. 2Ra. (©dimeller I^ 638. 2)erf. 
bie aRa. JBaiern« ®. 59, 258. SBein^oIb «air. ®r. ®. 99, § 9S). 

9?eben biefem 8?oIfgmorte troje = tribweg, beffen eigentliche Se* 
beutung ja nie öerforen gegangen, erl^ielt fic^, um mid^ fo au^jubrücfen, 
bag SSolfefc^riftmort tribweg längere Qe\t ®g ift bejeugt fd)on in ml|b. 
Seit (®rimm SBei^ti I, 201. V, 152. Sejer SWaSb. II, 1511), 
erfd)e!nt alg tribweeg a. 1585 (oft. SBeigtl^. I, 157, 24 aug SBarten- 
fefö im ©aljburgifc^en), tribweg a. 1612 (Oft. SBeiStl^. VI, 470, 33 
au8 (Sbenmalb in Äärnt^en). 

SBag bie gorm beg 5ß. SR. Trajer betrifft, fann fie auf traib, 
einer Siebenform öon trib, berul^en (Sc^melter P, 640. ^intncr, 
S)ie ©tubaier Ortsnamen s. v. trabesail). 

a. 1142. 1151 (Fontes Rerum Austr. 34,7, 12; 15, 40; 16, 40) 
lommt ein D. 9i. Truige öor. ®el|5rt ber 9?ame ^iel^er, fo fann ha^ g öon 
weg (auf dem triwege) l^errül^ren, ober e^ l^at fid} au^ w »erhärtet 
(©aSb. XIII, 3. ^ in tue r Die ©tubaier Ortsnamen s. v. ögste = al^b. 
awist, ewist, ouste al^b. ®I. III, 476, 49). 

%bfi(^t(i(f| nic^t ermäl^nt l^abe ic^ bid je^t bie (abinifc^en Sßörter: 
tru, troi (ätton SDie lab. 3b. 364. JBeitr. 5ur St^n. 66). SautH^ 
fönnen fie aüerbing« ju trivium gel^ören. grcilid) lab. Tr6o, Tr6bo, 
Tröbe foll nac^ 91 1 ton aucf) öon trivium abgeleitet fein. I)a3 mat^t 
bie Baä)e ft^on bebenftic^. 9tber ber öebeutung nat^ ftellen fie fic^ ent« 
fc^ieben jum beutfc^en troje. 3n ÄoUfu^c unb in ®röben fommen bie 
SBiejennomen trei, troi t)or. ©inb bieje SBiejen gemäht, ioirb auf fie 
bo^ Siel^ jur SBeibe getrieben. S^ ift alfo trei, troi ööltig = trib. 
®iefe SBörter finb alfo mal^rft^einlic^ au« bem S)eutfc^en entlefint, mie 
unjäl^tige anberc. 



fileine Beitrage ;um neul)od^beittrd^en U3odfd^a^. 

33on 

9t. ©prcngcr. 

«(tfat^ofiic^. — Dicfcg SBort ^abcn bie »ruber ©rirnm ni^t 
hl i^r I)eut)(^c« SBörterbut^ aufgenommen. S)oc^ mar bcr Segriff fc^on 
1807 geprägt. SWon öergteic^e 3ö^oria3 SBernerg üutl^er ober bic 
SBei^ ber «raft 4. äft 1. Scene, mo ber fiurfürft t)on ajJainj fpric^t: 

.5)em alten ©tauben bin xd) ^uget^an, 
3)em altIatöorfrf)en näm(ld), ber entftaltet 
Xurc^ Äranf^cit, bie, toaö ja ber l^eirge 33ater 
^(6ft eingefte^t, bom ßaupt in aüe ©lieber 
®ebrungen ift; bnim t^ut und $)ei(ung not^". 

JBIattt^en: „So ft^ofe mic^g burc^^ JBIöttdien". - Diefe 
bei ©ningi, SBoItemörter ber ^roöinj ®ad)fen ©. 4 u. 22 in bem Sinne 
Don „ba fiel mir ein" belegte 9iebengart mar bi^l^cr nur in ber gönn 
^mir fc^iefet bad 93Iott" attgcmein belannt. 3n Sngcl« ^err üorenj 
Start «bf^n. 80 (JRecIam S. 115) l^eifet e«, mic ^err Öanbgerit^t^rat 
Stund nac^roeift: „S)er S)ottorin fc^ofe auf ber ©teKe ba« Statt". So 
frf(^eint fie au(ft in ber neueren fiiteratur, unb jmar in ^. t). ÄIciftÄ 
5Dfr jerbroc^ene Ärug 7. 3Cuftr. S. 939 ff.: 

JRnprec^t — 

9hm fliegt, 
S)a id) ©lodf etlf ba^ %^ärd)en ^ier begegne, 
— &[od je^n U^r jog irf) immer ab — baö 93latt mir. 

I^pl^il 3oaing in feiner «umgäbe ber SBerte Äfeift« II. leit S. 53 
ftnort mit ©erufung auf örimm« SBörterb. II, 75 bie 9tba burc^ „idf 
bin beftürjt, ic^ tomme jur filarl^cit, bic Slugen gelien mir auf". 3n 
Sfri^ Sieutcrd „SJöntjen" »»SBat bi ne Äemerrafc^ung rute famen fann" 
(Si^urt a»un, SBerte, Solf «ausgäbe 6. Sb. ®. 7) mirb erjäl^ft, bafe 
9tatd^rr 2)ariu$ eine ^ifte, bie einen Sutfdibocf entl^ält, abfic^tlid^ bei 
feinem @(^mager 3^nte!om a(d Sßeil^nac^t^gefc^enf l^at fte^en (äffen. 
Xa er ober im S^erje angegeben l^at, baß fie eine ÖJiraffe enthalte, 
bie für ben 8<^ulbire!tor feiner Saterftabt beftimmt fei, l^at biefer fie 
t^m nac^aefc^idt: 

SBäprenb beiJ fömmt benn nu ber 5Rat^*^err l^ax'\\i^ ut ben SRatl^ 
tourägg, un ad l^ei in ftn Strat 'rin Kimmt, ftcit oll 3oc^en .öilgenbörp 
in be 5^ör un feggt: „ÖJu'n Worm, §err Slatl^d^cr, G^r 0it-«p id 



134 di. ©prcnßcr, 

of onfamen". — „„'ilßat XtnmlV*" benft bc 9tatt)g^crr, un a« l^ei 
naf) finen ^uö 'ran fümmt, jcggt oK ©olbfmib So^n: „^err SRot]^^- 
l^crr, wenn ©ci bcn ®ir*9(pcn 'rut loten ut bcn Saften, mijen @' mi bat 
Seift üf mal." — SDen ^errn »tat^g^errn fc^ütt bat »latt bi befe 
SReb', un a« l^ei np be 2)er fümmt — rid^tig! — - bor fteil|t fin @ir^ 
«ffen-fiift. 

2)aju bemerft ber Herausgeber: „^ä)k^t ba« 93(att (3ä})f t^en im 
^alfe) erjcf)ri(ft". Qn öergfei^en ift auc^ fiäufc^cn un SRiemelS 31, 5- 
SRr. 22 (aSerfe 3?o(föauSg. IL ob. ®. 50): 

„^^iu frf)ütt bat SBlab beun unfen ^anö, 
Un ^el fängt an bcn SJopp tau fraßen". 

unb baju bie JBeinerlung: „nun jc^iefet baS 93Iatt, b. 1^. nun friegt unfer 
>an3 eg bcnn mit ber 2lngft." SBie eS fc^cint, ift bie 9iba erft in neuerer 
|eit an^ bem Hod)beutfc^en in ba^ 9?ieberbeut{(^e eingebrungcn, benn bie 
Herausgeber beSSKittelnieberbeutfc^enaBörterbuc^eS bemerfen 93b. I, ®. 353: 
,rS)ie öon g^. SReuter gebrauste SBenbung „em fc^ütt bat S9Iatt" = 
er würbe beftürjt, argwöl^nte ift unS im 3Knb. noc^ nid^t begegnet''. 
®a äofling unb SBilbranbt Statt öerjc^ieben unb jmar ber erftere burt^ 
H^rjblatt, ber jweitc burd^ göpfdien am ^alfe beuten, fo ift eS 
toüi)l angebracht, einmal bie Literatur über biefe diebemenbung ju muftern, 
bereu äwfömmenftellung ic^ jum großen Iei( Herrn Dr. ß. SBaltJ^er* 
Homburg öerbanfe. S)er t)on S^Hing angejogene ?lbfc^nitt beS Seutfdjen 
SSäörterbut^S II, 75 lautet: 

Statt 6, blatt bebeutet waS l^erjbfatt, diaphragma,* baS jmerg= 
fcH, ^m^d) 407 beutet eS burii ferd), ben fife beS lebenS unb l^ier ift 
bie rebenSart ju merfen: baS blatt ft^ofe il^m, er marb beftücijt, auf^ 
geregt, al^nte wichtiges (baS l^erj ftieg i^m?), baS btatt fiel i^m, er 
fürchtete: weil er aber nu filmet, b«S unfre firc^c teglic^ merfjft 
unb feine Pfarren werben wUft, mbc^t itim baS blatt aud^ 
freier fallen (l^eute, baS ^erj in bie l^ofen fa(Ien). fiutl^erS tijc^r. 
171a; ba war il^m baS blatt gefd^offen. ©d^weinic^cn 1, 358; 
ba fd^og i. f. gn. baS btatt, unb wären bife nac^t gern fort 
gewefen 2,218; bifem ft^ofe balb baS blat. unw. S)octor 197; 
baS l^erjblatt begunte mir ju filieren, feljenb. 1, 201. ©berfteinen 
fc^og baS blat foglei^ irrgarten 378; il^m fd^og l^ierüber baS blatt. 
Sol^enft. 9Crm. 2, 1353. aber wie fc^ofe mir baS blatt, als ic^ nac^ 
riner flüchtigen bewunberung beS l^eiligen ftrumpfbanbeS ben päpftlic^en 
ablafebrief überlas. Stammet, reife 3/202; jefet ft^ofe mir baS blatt 
— i(^ unbesonnener! 3,550; l^icr f(^o§ mir baS blatt, bo(^ war 
i(^ nic^t einfältig genug eS ju leugnen 6,335 (10,198). man 
l^ört auc^, baS blätteren fcljoB mir, bie äugen gingen mir auf. 

» ^apeö öJrie(6.^Xcutf(^. öonbiDörtcra. 53b. I, 3. 'm: .,bid<ppaTMa, tö S^^ift^n-, 
@(^ibeioQnb. ^a^cr bao 3^t)ergfcU, n)cld)c>5 bie cblercn C^inaoueibe oom Untcr(ei6e 
f*elbft\ 



5{(cine !@eiträ0e sunt neu^oc^^beutfc^n SBortfc^a^. 135 

Stbehmg menbet bie Sebeutung t)on blätt^en an, ba^ anä) ben mirbe( 
auf bcin fopf meint, bcr bcm finbc offen fielet unb nur mit bünnet §aut be* 
jogcn ift, *bag blättd^en ift bcm finbc gcfc^offcn ober gefallen*, fei mag 
bie är5tc siriasis nennen, aeipiaaig aber ift sideratio, fonnenftid^ unb 
wie ftimmt ju biefer crftärung bcr auSbrucf l^ersbfatt? btatt fc^cint 
l^ier mic in ben folgcnben mortem im finn öon laniina, tabula, discus 
JU ftcl^n. 

i)er öon ®rimm angejogene Slrtücl Slbclungg ftel^t im SBörtcrbuc^ 
bcr l^oc^bcutfc^cn 9)?unbart 1, 1048 unb (autet: 

„^ßetj ben Äinbern mirb bie ©egenb bc^ ftopfe^, mo bie ossa breg- 
matis äujammenftofeen, ober bcr nad^maHge 3BirbeI, bag JBIättc^en ge^ 
nannt, meil biefe ©tcKe al^bann noc^ offen ift, unb bie Jpaut über bcr=» 
fclbcn einem bünneu ^Blatte g(eidE|t. @d l^eigt auc^ bad t^ontaneU. 3)ad 
©lättcfien ift bcm Sinbc gef^offen, ober gefallen, metc^er Swf^tt ^^^ ^oi 
Slrjtcn ben Stammen Siriasis l^at. 3)a]^cr öcrmutl^Iit^ bie im gemeinen 
fieben üblidic 9t. 31. bag 93Iättd)en frfiofe mir, id) roaxb beftürjt, a^nbetc 
etmad mic^tige^. (£ampe in feinem S93b. bringt bicjclbc (Srtlärung, aber 
etmae 5meifelnb: „^icrl^er gel^ört t)ie((eic^t and) bie im gemeinen £eben 
gemöl^n(i(f)e 9}ebendart 2c.'' 

Scöon 3. 2. 3rifc^, Steutfcfi^atcin. SBb. (1741) I, lOoc crflärtc: 
93(at, bag meidjc auf bcm Äopf bcr ftinber. Da3 ^iat falten ober 
ft^ieffen, siriasis. ginc Ärancf^it bcr Äinber an bicfem noc^ offenen 
ftopff unb bc^fen 93(at. 3Jior. .^c^nc im ©rimmfc^cn SBb. IV, II, 
1220 (1877) fc^reibt: 

^crjblatt. 1, bag jmerc^fcH, at^ fife beg lebeng gcbac^t J^crjblatt, 
jmcrgfcH, diaphragiiia grifd) I, 447 a. S)ag j^crjblatt fdiicfet in bcr 
angft: nunmehr begunte mir aud) bag I|cr^b(att jU fd)ie§en 1, 201 j. unter 
l^erjbtättd)en. Unter ^erjblätt^en Reifet eg 1, nad^ ^erjblatt 1: menn 
mir bag tugelmc(^fe(n, mclc^eg mein l^crr X)ox fid) i^atte, in bie gebauten 
lam, fc^ofe mir bag I|eräblättrf)en auf cinmaL fetfenburg ^5, .'{83. 3n bcm 
aj.aSb. bcgfelbcn SBcrfaffcrg 93b. I, 444 (1890) ftc^t nur: „93(att 
bi(b(i(^: mir fc^ie^t bad blatt, gel)t bie Qrlenntnig auf'. 

äug ben oben angefül^rtcn Scicgen ergicbt fid^, bafe bei bcr Äcbeng* 
art „mir fc^iefet bag JBIatt (jpersblatt)" bie Sd^riftttcücr, meiere fie öcr* 
rocnbcten, fomol^I an bag 3^^^^t^fcII CiU an ben SBirbcl auf bcm ftopfe 
gcbac^t ^aben. S)a aber bei Sngel, Äteift unb Acuter nacf) bcm 3u* 
fammcnl^ange nit^t an ein Ängftgefü^t jU bcnfcn ift, fonbern „mir fc^icfet 
bag SBIatt" l^icr nur foüicl J^eißt mic „ic^ merbe aufmerffam", fo ift 
mol^l nur an le^tcrcn ju beuten. SCafür jpric^t auc^ bie t)on JBrung 
öeräcidincte SBcnbung „ba fdE|oß mic^g burt^g iBtättc^cn". JBlatt ftel^t 
l^ier, mic eg fc^cint, pai-s pro toto, benn man fagt auc^ in bemfeibcn 
Sinne: „25a ft^ofe (fu^r) cg mir burc^ ben Äopf". 3Bag bie iJcutung 
öon Statt alg „^äpfcftcn im !Qai)t" betrifft, bie in bcr ißotfgauggabc 
oon Äcutcrg SBcrten gegeben mirb, fo fc^cint eg faft, a(g ob fie auf 
äor. SJiefcnba^g Glossarium Latino-drermanieuni (1SÖ7) bcrul^c. ffi* 



136 9i. ©prcnßcr, 

j^at: angina, ba^ biat ba« öor b^ !c(c f^ucft 115 = §clfr. Emmelii 
Nomenciator quadiilinguis, Basil. (1592). 

JBotfgbcutcI. — 9Kor. .^c^nc in feinem S)eutfc^en SQ3b. 93b. I, 
@. 464 bemetft (1890): „Unerflärt bleibt bocfSbeutet in bet im 17. u. 
18. 3al^rl^. I^äufigcn 93cbeutunfl ©c^lenbrian" (b. 1^. I^artnätfifleg ^^ft* 
l^alten am Slltl^ergebracf|ten.). ^- fd^eint bälget bie jucrft öon ©d^ü^, 
ßolftein. Sbiotifon I, 126 vermutete Slbleitung öon bem botegbubcl 
(f. SWnb. SBb. I, 375 u. fiappenberg 5. fiaurcmberg 252) ber |)am* 
burgerinnen ju »ermerfen, bie SQSeiganb 3).S33b. P, 239 (1878) unb 
muge fc^on in ber 2. «ugg. feinet ®tt)moI. S35b. (1883) mit SRec^t an- 
genommen l^aben. 2)iefetbe Sebeutung$entn)i(f(ung mie bad l^amburgifc^e 
Sooföbübel l^at in Sremen ba^ 3la^boof burt^gemat^t. Sluc^ biefe^ 
bejeid)net „ a(tt)äterift^e^ ^erfommen in ber bürgerlichen Seben^art''. 
SSgl. 93rem.*nieberf. SBb. I, 28, mo bie 9ibaa öerjeid^net werben: „®c 
l^et ba^ 3lagboo(! im §u|e; fie öerftel^t jic^ am beften auf bie ftäbtif^en 
ßeremonien. ®e l^et nod^ een 93lab uut bem SlaSbotfe: jie meife 
Ttot^ etttja^ öon bem alten §er!ommen". 93o(f§beuteI in ber 93ebeu= 
tung „läftige Seremonien" finbe ic^ bei 3Ji. Slaubiu^, @. SBerfe I. u. 
IL SC. ®. 77. g^ Reifet ^ier in „SBanb^betf, eine 3trt öon Sfiomanje" Str. 26: 



„!Dlc Tlobt, melc^ ©tftbtcr amöngt, 
;3ft Iftter gefaßt mic ©erlangen, 
unb ^o(^ an unfern ^id^en ^ngt 
SBocfös33cute( aufgefangen". 



)ier fc^eint aljo noc^ bie alte finnlic^e SSebeutung be^ S33orte^ bur^. 

fn gr. fiubm. 3al|ng Seutjt^em öolfötum (1810) @. 48 [SReclam] 
' l^eifet c^: 

„2)er SDeutfdie ift ba^ größte SRet^t^öoIÜ SJBa« ift nic^t atte« in 
ben jal^Irci^en S)orf==, ©labt* unb fianbrec^ten erwogen? SBie öiele SJer=» 
faffungen jinb nidit in Steic^d- unb anberen @täbten, 3Bal^(ftaaten unb 
©rbfürftentümern burc^gefül^rt? Sin neuer ?lriftote(eg, 9)?onte«quieu unb 
SKadiiaoell fönnten in biefe überfel^ene unb mit öeräditlic^em 9?ajenrümpfen 
abgemürbigte @d^ute t)on @emeinmefen ge^en! ^ie @ci^ulfra^en bed 

länfeto, bie 93o(f3beute( ber Qün^Uf ber ©tubentenfomment, bie 

fleinftäbterei — mie öiet öermal^rtofete treffliie Einlage fpric^t an^ 
il^nen!" SSod^beutelei nennt ©eume bie ju feiner 3^it noc^ übliche 
genaue ?ßa§ret)ifion an ben ©renken; ogt. Spajiergang n. (3t)ra!uä 
(SBerfe l^er. 0. SBagner ®. 89): „35er !aiferlic^e Dffijir jenfeit be« 
5Iuffe§, ber meinen ^afe mit ader Sc^merfälligfeit ber alten öocfg* 
beutelei fel^r lange reoibirte . . . '' unb (ebb. @. 173): „3lm I^ore 
würbe ic^ ben achten 3uni mit oieter 3tngftli(^feit ejaminirt unb fobann 
mit einem (befreiten nad) ber ^auptwac^e gefc^idft. 3^ fannte bie 
JBocf^beutelei, ob fie mir gletd^ auf meiner SBanberung I|ier juni 
erften 9J?a(e begegnete". 2)ie GntfteKung be^ SBorte^ erüärt fid^ an^ 
ber in Sauremberg« Sc^er^gebicfiten ju finbenben Sd^reib weife 93o(f^^ 
beutet, Soed^beutet, benn d bel^nt im 9{ieberfä(^fif(^en ben t)or^er^ 



ftletne Settrdge sunt neu^ot^beutfc^n 9Bortf(l)Q^. 137 

gel^enben $ota(. @o mtrb ber 92ame bed betannten .^amburger 2)i(^ter9 
Srocted in 92orbbeutfc^lanb Dtelfac^ ber (Schreibung gemä^ au^gefpro^en, 
lüäl^renb bie J^milie fic^ noc^ l^eute 95roIg nennt (f. Äorrefponbenjbl. 
be^ äJerein^ für nieberb. ©pradifortt^ung III. 3a^rg. 1S79, @. 84fif.). 
®d)übe a. a. O. ermäl^nt aud}, bafe ein öon einem gewiffcn öorfenftein 
Derfa^te^ l^amburgijd)e§ Sitten^' unb f^amitiengemälbe ben Sod^beutel 
(Vrföntm(i(f|en 8c^(enbrian in gemiffen fonft mittfürlit^en ^anblungcn) 
ijerjpottet. 3(u(^ befafe er ein gebrutfte^ Öoc^jeit^gebidit „S)er befdierjtc 
Soolbeutel". S)a6 ber l^amburgijc^e SÖo!ej^bubeI fcI)on 1781 in 
SBodjjbeutel umgebeutet iourbe, bejeugt Sol^. 6ar( Dienert, ^(att*3)eut](f|e« 
S3örter^93u(^ nai) ber a(ten unb neuen ^ommerfc^en unb 9tiigifc^en 
9Runbart, ©tralfunb 1781 @. 50: „Soot^bübel. eine oltc unbe* 
beutenbe @emol^n^eit, morou^ ein Dielet gemacht mirb. @o(I Don bem 
gierüc^en 93eute(, ben bie f^rauen e^mald an ben @eiten getragen, il^r 
@e}Qngbu(^ beqm föirc^engei^en borin hü fteden, l^ergenommen fepn. 3) er 
gemeine 3Rann fagt — SSut^bübeL " S)äl^nert bcjeugt atfo l^ier 
jmei Derfc^iebene ^u^f prac^^mei Jen : Soot^b&bel l^ieg e^, entjprec^enb 
ber urjprttnglic^en 93ebeutung, mo^( in ber „i^äu^lic^en Sprache ber 
SBornel^mern'' (j. Sorberidit S. 2), mäl^renb ber gemeine ÜDiann fc^on 
bamaU ba* So! (Suc^) in einen JBuf [^od) umbeutete. 3)a 93üof§* 
bübel mit beut)(^en l^ettern gebrudt ift, l^at ed S). baburc^ aU eine ju 
feiner 3^'^ nod| (ebenbe gorm getennjeic^net, mäl^renb er ade au^ge* 
ftorbenen unb nur qu9 alten Urtunben belegten ^^ormen mit (ateinifc^en 
Settern l^at bruden (ajfen. 

junger in 3iiiöntmenfefeuugen. — 9Jon ben mit junger 
5uf ammengef efeten Subftantiüen f inb ^ungerjalir, |)ungcrfur, 
|>ungermal^(, |)ungerteiber, ^unger^not, ^ungertob, |)unger* 
türm allgemein betannt unb bebürfen feiner @rf(ärung. %u(^ t)om 
^ungertuc^, bad in ber W>a „am |)ungertuc^e nagen (nä^en)'' noc^ 
^aufig Dermenbet mirb, ift e^ betannt, ba| bamit bad Znd) bejeic^net 
würbe, womit jur gaftengeit ber 3lltar »ergangen warb, ©teic^bebeutenb 
ift ba^ berbere „^ungerpfoten fangen", ba^ in ber ^^Jroüinj ©ac^fen 
(f. auc^ DanneiU iltmärf. 2Bb. 3. 87) unb in ^annooer verbreitet ift. 
e« foü bamit woijl nur bejeid^net werben, baft ber öon ftarfem junger 
QJequälte jur ©tittung be^felbcn an ben Jingcrn fangt, wä^renb ©c^ambac^ 
®. 88 mit SJenoeifung auf Dten^ Siaturgefc^ic^te @. 1670 bie (Snt* 
fte^ung ber S^ba öon ber angeblichen ©ewo^n^eit be^ öftren, an feinen 
Jofcen JU fangen, ableitet. ,f)unger quellen, b. 1^. äDuetlen, bie ju 
Seiten öerfiegen, giebt e§ überall in 3)eutfcölanb. I)er 9iame ift wo^l 
fo JU beuten, bafi beim SJerfiegen ber Cluellen bieg umliegenbe ßanb 
au^bönt, fo baß burt^ „TOifeernte" ein .öungerja^r oeronlafet wirb, 
dagegen ift e« ein noc^ im ißolle oerbreiteter ölaube, baß teuere Seiten 
beüorftel^en, wenn bie .^pungerquellen fließen. (B. 3d)ambad^ unb ÜDiüllcr, 
Wieberfäd)fifd|e Sagen unb ajiärc^en S. 59; Äe^rein, Siaffouifdie« 
9iamenbu4 SBeilburg ISG:{ @. 4G4). (Sin ^ungerborn, on bem biefe 



138 m. ©prcnßcr, 

©agc l^aftet, befinbct fid^ bei Ginbccf. Über ^ungerbrunnen ogt. 
SBirlinger, 3Jo(f^tümIic^e^ qu^ 'Schwaben ^^eiburg 1861, 9?r. 220, mo 
meiterc Siteratur angegeben ift. SBegen bc^ fteinigen, unfruchtbaren 
S3oben^ wirb eine ©emartung bei meiner SJaterftabt Dueblinburg ber 
^ungerplan genannt, ^ungertal al^ fing. Ortsname finbet ftc^ im 
Kenner 1644 (8e;rer 1, 1387). Sll^nlid^e ©emarfung^namen giebt Äel^rcin, 
SRamenb. S. 464. Hungerblume, Hungerblümchen, auc^ einfacf} 
|)unger ift ber 9?ame melirerer auf bürren 5ßläfeen ma^fenber Unfräuter. 
3n ber ?lltmarf (®. S)anneil ®. 86) mirb befonber^ bie Kornblume 
centaurea cyanus fo genannt. 9?ac^ Äel^rein a. a. D. ®. 464 A, 4 
fommt im 9D?^b. eine big jefet nic^t erflärte (unb in ben 3Bbb. feb(enbe) 
l^ungebluome t)or, öon ber er üermutet, bafe eg Hungerblume, chrys. 
segetura fei. H^^fl^^^o"^" ^^^6^ ^"^ ©öttingift^eu bag befonberg an 
feud^ten ©teKen l^äufige 9Kuttertorn. 2)er 9?ame rü^rt mol^I bal^er, ba§ 
bur^ fein l^öufiged SJorfommen bie Srnte gefc^mätert mirb, ganj abge- 
feigen baöon, bafe eg in ben Slpotl^efen jiemlirf) teuer bejal^tt mirb. 
Hungerl^arfe l^eifet nad) bem SBrem. =» 9?ieberfäcftf. SBb. 5,385 „eine 
grofee ^axk, ober Sieche, bereu ^öfb ober Ouerl^olj, morin bie Qäiim 
fifeen, et(irf|e (Stten lang unb bi^meilen fo grofe ift, bafe fie t)on einem 
^ferbe gejogen mirb". 9?a(f| bem 9D?nb. äöb. 2, 333 mirb fie baju 
gebraud)t, um bie jurücfgebüebenen ^almt nac^träglicf) ju fammeln. Xa 
bieg nur öon befonberg fparfamcn (n erigen, l^ungrigen) fianbleuten 
gefc^iel^t, mäl^renb anberc bie 9?ac^Ieje ben Slrmen überlaffen, fo erflärt 
fic^ ber 9?ame (eic^t. ^er Hungerreigen, mie nat^ S. H- äReijer, 
2)eutf(^e 3?o(!gfunbe @. 179 in ÜKittelfranfen ber @t)ren* ober Söraut^ 
tanj genannt mirb, l^at ben 9iamcn baoon, bafe er am ^odfidt^taQt mx 
ber H^uptmal^ljeit, menn alfo bie ®äfte hungrig finb, getanjt mirb. 
©c^tieBtt^ mögen noi:^ ermähnt roerbeu bie H^ugerl^aare, eine ooffg* 
tümüt^e JBejei^nung bcg H^armuc^fcg auf SSäarjen fomie §""9^^"^^"" 
in ®octI|eg gauft II, Sß. 5784 unb H""9^»^Pöftor alg litel beg be* 
tonnten SRomang öon S33i(^elm SRaabe. 

furrig mürbe nad& SBeiganbg 3).aBb. 1, 1035 etma 1773 oon 
Sürger aug bem 9iieberbeut|c^en aufgenommen. @g finbet fic^ bei i^m 
in „9?euc meltlic^e J^oc^teutjc^e 9ieime" Str. 30 (Äugg. oon Slrnolb 

@. JBerger:) 

JDag SRögblcln, burcf) 5cn (Schein 
93on 3tttfamfclt betrogen, 
SGßarb cnbürf) i^m gemogen. 
„^oUt er mol^l (urrig fein*?" 
3prad) fic }U i^rer §(mmc, 
„Qx gleicht |a einem Camme!* 

unb im 9(nfang öon „S)er ftaijer unb ber ^IbV*: 

„iüd) miU eiic^ er^äfilen ^\n SJMrdicn gor (c^nurrig: 
00 mar 'mal ein Äolfcr, ber Äalfer mar furrig". 

85erger fafet in beiben Stellen bag SBort = „regfam, luftig, munter, jum 
^pQ^ oufgelegt". l^tx 3wiflinincn^ang »erlangt aber melme^r bie Öe* 



ftCeine Beiträge jurn neu^oc^beutfc^en SBortfc^a^. 139 

beutung „ftbrrifc^, launift^". Der Qrrtum fc^eint burt^ ©t^ambac^«* 
®öttino. ©rubcnl^agenft^e^ 3bioti!ou ©. 117 öeranlafet, wo für furrig 
bie ©ebeutungen „lebl^aft, munter, regfam, luftig unb broKig" angegeben 
werben; Donneil, ?l(tmärf. SBb. @. 121 erfiärt eg burd} ,, munter unb 
lecf, mit bem Siebenbegriff, bafe ber, öon bem bie§ SBort gebraucht toirb, 
leitet l^eftig unb jornig wirb, ©^ilfee, ^otftein. Sbiot. II, 367 l^at: 
„fturrig, wel^tig, brodigt ($amb. 3l(t.) leicht erjürnt aber l^eipt e§ 
nit^t in unferer SSoltefprac^e, fonbern fnurrig". Se^tere^ ^Ibjeft. brauet 
man ni^t nur öon einem biffigen ^unbe, fonbern auc^ öon einem laut 
murrenben 3)ienf(^en (f. SBeiganb I, 374). S)icfe JBebeutung pa^i für 
bie beiben Stellen au^ Sürger. 9hin fbnnen wir auc^ SBeiganb^ Srage 
nac^ ber ^bftammung bed S^orte^ beantworten. @d gel^ört unjweifell^aft 
3U mnb. furren, fnurren, brummen, murmurare. Jen I^oornfaat ftoolman, 
feftfrief. S93b. II, 415 öermutet wol^l mit SRec^t, bafe fit^ furrig mit 
bem formell nal^e (iegenben tärig begriff li^ gemifc^t l^at. 

§crr Urian. — $err Urian, ber jefet aU „Ur*3an, ?tlt^an3" 
erfiärt wirb alg iRame beS Steufelg (f. (g. ^. SDie^er, @erm. 3)lr)Üjol 
§ 341) ift anB ©oetl^eg gauft I, 3959 betannt. 3n bem St^crjliebe 
öon 3)iattl^ia^ ßfautiu^ „3Benn einer eine SReife tl^ut", fann aber un> 
mögtidi biefcr gemeint fein. Snx Srflärung bient, tva^ im 93rem. SBb. 
V, ®. 154 öon bem SBorte bemerft wirb: SBir brauchen e3, im unbe* 
ftimmten Sinn, aH ein fc^erjl^afte^ Schimpfwort, wenn wir einen 2Rann, 
öor bem wir feine Sichtung l^aben, ^err Urian nennen''. 3laä) 2)anneifö 
SBbrterbut^ ber altmärfifrfi-plattbeutfc^en ajiunbart S. 233 ift Urjaon 
1. Seiname be^ 2;eufel8; 2. ft^erjl^afte^ Scheltwort, um ju bejeicfinen, 
ba^ man einem nit^t trauet. — Urion bei ß(aubiu3 ift bemnad^ etwa 
fomel wie Sluffc^neiber. ?i[l^n(i^ wie 3)1. 6(aubiu3 gebraucht „Urinn" 
U(r. Sraefer, ber arme 3)iann im lodenburg (9?eue Äu^. in 9lec(am3 
U.^^JBibl. $Rr. 2«01, 2 S. 115): „§ier machte mein Urian oor (Snt- 
jücfen orbentlic^e ^urjelfprünge". ^Jerner (®bba. S. 143): „Sinft fprac^ 
ic^ einen biefer Uriane (falfdjen g^eunbe) um ein ^a(b 3)ufeenb Dublonen 
auf einen 3Ronat an''. — (Sine weitere 85ebeutung^fc^attierung jeigt fi^ 
bei Däl^nert, Pattb. SBb. ber ^omm. u. JRüg. aKba. 1781 S. 512: 
Urian ein Sd^impfwort auf einen, ber fic^ einesJ Serfel^en^ fd^ulbig 
geben mufe. „^ax ftunb §err Urian". Morrefpbt. be« 9?ieberb. 
©pra^öereing XV (1891) S. 72 (au« Cftpreufeen, aRitte be§ 12. Sa^rl^S.): 
„Sin ,^err Urjal^n (Urian, Spifebube) fam l^erein, mirf| fal^ bie Sröte". 



Die ))lanetennamen in UOolframs |)ar^itial. 

33on 
gricbrirfi Qi)tüatlt). 

Siben sternen sie dö nande 
heidensch, die namen bekande 
der riebe werde Feirafiz, 
der vor ir saz swarz uiide wiz. 
sie spracb nu prüeve Parziväl. 
der boebste planete Zväl, 
und der snelle Almustri, 
Almaret, und der liebte Samsl, 
erzeigent saelekeit an dir. 
der fünfte beizt AUigafir, 
und der sebste Alkitör, 
und uns der naebste Alkamßr. 

^ara. XV. 1-Wrl— 1451. 

Unter ben ficbcn Siomcn ftiib in bcm Kommentar JBartfdi'd, bcficn 
&ctoöi)x^mann xii nic^t tenne, fttnf richtig erfannt, nomlid^ 

Zväl = J^J zulial = ©aturn 

Almustri = cxLiIll al-raushtari = SSenug 
Almaret = jCl' al-mirrih = üJiarg 
Samsi = ^^^ shams = Sonne 

Alkamer = ^^1 al-qamar = 2Ronb. 

Dagegen jinb bic ju ben beiben norf| übrigen 9Zamen gegebenen 
©rläuterungen burc^au^ öerfelirt, wofür natürlich nidit ber ©ermanift 
Sartft^, jonbern fein @emäl^rgmann öerantroorttidE} ju motten ift. 

G§ l^eifet nämlic^ in ben 9ioten : „AUigafir, SSenu^, rool^I el^er \>Qi% 
©tembilb cl-jafr^ [muß lieifeen al-^hafr] am gufee ber Jungfrau; e^ 
bebeutet „Xerfe". Alkiter, ajierfur, V, ögl. arabifc^ el-kedr, ber Siuntte; 
beffer el-kidr [mufe Iieifeen el-qidr], ber Äod^topf, ein ©tembilb." 

9){an nm^ nun t)or attem baran feftl^alten, \^oS^ nac^ bem ^onte;rt 
l^ier nic^t irgenbmelc^e obfcure ©terne, fonbern eben Planeten ju ermarten 



* ^ic ccfigcn ftlommcm Hnb üon mir. 



griebric^ Sc^madv, ^ie ^lanetennamen tn SBolframd ^arstooL 141 

finb. Unter bicfer SSoraui^fcfeung ift (eic^t cinsufcl^cn, bafe Alkiter nic^Ö 
anbercÄ ol^ eine Sntftellung au^ iLtiil al-*utärid = SWerfur fein fonn. 

Somit bleibt für Alligafir nur noc^ bic ©leid^fefeung mit einem 
9!amen für SBenu^ übrig. 3t^ l^abe alle erbenibaren !&?ög(i(f|feiten ber 
SSerlefung entjogen, aber e« ift mir nic^t geglücft, ein arabifd^eg Slequi* 
imfent für Alligafir ju finben. Iro| beg arabif^en Slrtifelg al, ber 
offenbar in ber erften ©übe oon Alligafir ftedt, mirb bag SBort bo^ 
ni<^t arabifc^ fein. 3c^ vermute melmelir, bap ligafir bag (ateinifc^e 
Lueifer ift. 

3ur @rt(ärung ber fonberbaren S^l^atfadie, bai^ in bie fonft 
rein arabifc^e Siamenliftc eine lateinijt^e Sejeidjnung l^ineingeraten ift, 
bieten fic^ jmei 3J{ög(ic^teiten bar. (Sntmeber ift in ber UeberUeferung, 
aud ber SSoIfram oon Sjc^enbac^ gefc^öpft ^t, ber arabifdie 3lamt 

für SBenui^ i^ß al-zuhara ocrioren gegangen unb auf ®runb be3 

befannten luciler ein arabifc^er SRame eigenmächtig gebilbet worben, ober 
e^ l^at bereite eine arabift^e Duelle ben lateinifdien Siamen arabifiert. 
6in genauer Kenner ber aftronomif c^en , bjm. aftrologifdien fiitteratur 
be^ 3KitteIalter3 ift ttjol^l imftanbe, biefe 5^agc ju cntfc^eiben. 



S3on 
Stifr. @ocfee. 

2)ie S33örtcr gfetc^, gleid^förmifl unb gicirfimäfetfj treten öielfo^ in 
her JBebeutung ' *entjpred^enb, gerecht* auf, ©Icic^l^eit a(3 *@ere(^ttgfett\ 
ungleich aU *miquus* in ber abgeleiteten SBebeutung biefe^ SBorte§ 9Kit 
bcr ®efd)ic^te aKer biefet SBörter wirb fic^ in obfel^barer ^^it ba^ S)2öb. 
befc^äftigen, feinet 2)arftenung im großen SRal^men möchten bie folgenben 
85elege bienen, bie für fic^ ju einer Darftellung ber merfrotirbigen SBe* 
beutung^entfattung nic^t audreic^en, ba fie ein jeitticfi 5U enge^ ®ebiet 
umfpannen. 2)arum ift auc^ l^ier öon einer Snfnü^fung on bie 9?a(^'' 
»eife bei fiejer, ©tieler, Srijc^, Slbelung, ©(^melier unb ©t^iller^ßübben 
abgefel^en, bod^ mag bie JReil^enfolge, in ber bie Söelege mitgeteilt werben, 
ein Silb baöon geben, wie fic^ bie 95ebeutung enttoirfclt l^at. 

Dem Evangelio und Apostolischen leer glych. 3*^^"9^t 3Berfc 5g. l)on 
©c^ulcr unb <Srf)u(t5cB 1, 44; wenn jr etwas darin (im ©regoriuö unb STm* 
brofiuö) verschriben findend, das dem evangelio glych oder us dem evangelio 
fürgeben ist. baf. 1, 151; Uns bedunkt . . . der brüderlichen Lieb ganz gleich 
und gemäs sein. Schreiber, Urfunbcnbuc^ ber <Stabt fjreiburg ^. g. 3, 22; 
Kein fyndt man Moysi jctz gelich Der andre Heb hab, als selbst sich. 53rant, 
SRarrcnfc^iff 10, 21 * ; alles das den eren gleich vnd gemess ist. [Reformation 
Äaifcr gricbrirf)« 3., 4. «Irtifcl, 3. ^Dcclorotion (bei ®o(boft, SHctc^ö^anbtungcn 
171.) will mich gar fremd und unrecht bedanken, dasselb sogar, glych wie 
unrecht, verachten und verwerfen. 3^^^"ö^* 1/ 1^^/ ^ver orer eyn schal dat 
deme anderen wur he dat myt ghelike don mach to dem besten wenden. 
55rauufd)U)ei9cr ^faffcnbud), ®täbterf)ronlfen 16, 78; De kordesan sande vor- 
maningebreve an den Rad: wu se soden undad hedden gedan der fruwen, 
dar gelick vor to donde. S3rounfrf)tücigcr <2>ä)\d)tb\id), ©täbtet^ronüeu 16, 1406. 
sein lieb bey ir an allem, das christlich, gleich, recht und billich, nichts 
erfinden lassen, ßorenj i^xM, Saucmfricg In Oftfranfen 1, 228 f.; das an 
allem dem, das recht, gleich und billich, bey uns kain mangel erscheinen 
solte. baf. 1, 265. Wann ich ouch disz vmb gelt het gmaht, Sorg ich, mir 
würd nit glicher Ion. ©rant, 9'?arrcnfd)iff 111, 16 f.; wer göten wein Wil 
vmb ein gleichen pfennig schencken, Der darff derhalb kein krantz aus- 
hencken. Surf^arb SBatbiö, ßobfprud) ber alten !Dcutfc^cn b. 47; du solt iedem 
geben umb einen gleichen pfenning waz daz hawse hat. (3täbtec^ronl!cn 
1, 182 (Wimbcrg t)or 1400). Do syne heteler horden To dussen gheliken 
worden Do wart 6m harde gheduth He scholde vort to der stadt uth. 93raun» 
fc^UJclgcr ^d)id)t\pk\, ©täbtC(^ronifen 16, 177; in trostliger verhoffunge, Eyn 



» Xk 53ctträ0e 23, 245 bcmcrftc ^cjtc^unö ju 3. SWof. 19, 18 f;attc f*on 3pnntcr 
«cttT. 18, 37 fcftßcfteat. 



Mtfr. ®oe^c, ©Icit^. 143 

E. W. Radi wurde sie uf sulch Ihr zcimlich und gleich erhielten in gebur- 
liger handlhahung nach wie vor erhaltten. vStäbtct^ronifcn 27, 205 (ÜJJogbc« 
bürg 1525). Mich hat geantet wol vor langst, Die sache die geh nicht gleich 
zu. 2>cid}^ 5aftnad)tö|ptclc -15, 157 f.; Machts auch mit ewern leuten gleich, 
Das sie nicht seufftzen wider euch. ^Ringmalt, Breuer (Jcfart, gronffurt a. O. 
1590, & 2 b; Er (der Bürgermeister) geht in Sachen gleiche zu, Thut keinen 
Mann verschonen. SRiugmolt, Epithalanüum 1595, ^g. bon Gbcrfiarb @. 20. 
Nycht die werden den hymel erlangen, die vil opfer brengen, oder grosse 
kirchen bauhen, sonder die schnurgleich nach gots willen leben, ye gleicher 
einer nach gots >\411en geet, ye neher ist er got. ftarlftobt, SBon mouigfeltig* 
feit be^ cmifcltlgcn cijnigeii tt)i(Icn gottc^ 1523, B 2 a. 

Ich (Fabri) sag, dass üwer bschlussreden . . . wider das evangelium 
und wider den Paulum sind, ouch der warheit nit glychförmig. 3^^"9^t 1, 
152; Darum sollend all jre gesatz dem göttlichen willen glychförmig syn. 
bof. 1, 156: Thut gute werck, ia werck dem wort Gotts gleichförmiff. ^ctlt« 
rid) Hetteubad), 6i)ne ^rebtgt auff bzn ad)tcn ^untag nad) bent ^ftng^tag 
1521 A 4a; Dise böpstliche Satzung seind gleichförmig dem evangelio, do 
der herr gebeut, den nechsten zö strafen. Satiren unb ^aöquiflc ^g. öon 
(2d)Qbc 3, 167. flyssig im Evangelio und Paulo . . . lesen, demselbigen ouch 
(nach allem üwerm vermögen) glychförmig und christlich leben, ßti^ingli 
1, 114 f.; ob man schon nit dem gesatz gleichförmig labte, ©bcritn l^g. 
öon ©nbcrö 1, 148. 

Dem heiligen Ewangelio gleichmessig. ^ierom)muö ®c6tt)t)(cr, ©cfcfttrs 
mung bt^ (obö wnb elften bcr l&orf)gcIo6teit l)tmm(ifrf)cn fönigtn, (Strafeburg 
1524, D 1 a; Und sind gegen Ew. K. Maj. . . . erbotig, . . . dass wir uns mit 
ihren Liebden und ihnen gern von bequemen gleichmassigen Wegen unter- 
reden und dieselbigen, so viel der Gleirliheit nach immer mi^glich, vereinigen 
wollen. ^Cugöburgcr (Sonfcffion, Sorrcbc. ainige beschwerden, damit sie wider 
recht und gleychait belest igt zu sein vermainten. ßorenj fjric^, ©aucmfrleg 
in Oftfranfen 1, 40. 

Aber andre menschen ze rechtferggen, keinem blöden nüt vorgeben, 
jre kunst rümen, und jr aber unglych syn . . . kurz alle üsserliche ding flugs 
unberaten anzenemen, ja hie sind sy gut Christen. 3"^^"9^^ ^f ^^^/ ^^^ ^^^ 
aber der warheit ganz unglych. baf. 1, 601. wie wol ir weiss spötlich ist 
vnd vngleich den leren der bewerten rhetoren. (Jbcrltlt, 1, 56; Das bezeugt 
auch gottes gut gesatz, wölches vns zaygt den rechten willen gotes, w6lchem 
wir nach leben solten. Aber wir belinden vnd erfaren in vns, wie gantz 
vngleich wir jm seind. baf. 2, 139; man solte sie irer beschwerden von 
stund an hören, und, welche ungleich oder dem gemainen man nit treglich, 
ablegen. Corenj %x\t^, 93auerufricg in Oftfranfen 1, 84; Wiltu aber nicht odder 
duncktdichzu schweer und ungleich, so las dein gut faren. öutl^er 19,654 
SÖetmar; Dann ob gleich wol etwan gute schwenck darinnen seind, so der 
warheit ungleich, so ist doch müglich, das solchs oder dergleichen beschehen 
sein mag. grct), QJartengefeflfd^aft ^g. t)on 53o(te 6, 16. also mftss der hirt 
eigenlich verhüten, dass er mit der that nit breche, das er mit Worten leert: 
dann die schwachglöubigen lassend sich das unglych werk seer von dem wort 
gottes abwenden. 3tt>tn9Ü 1, 640; Desshalb er für ihn gute recht hat, aber wir 
einen ungleichen Richter haben. \2ct)retber, Urfuubeubud) ber 3tabt grelburg 
^l, 5. 1, 178; zu meines Namens Versicherung und benehmung ungleichen 
Verdachts wider mich. 8Wofd)erofc^ gegen ble 9?ad)brucfer ber ©efit^te, ^g. bon 
^obertag XIII ; Mich langt an, wie und welcher mass ich alhie ... uff einen 
ungleychen bericht zu ruck . . . versagt und verunglimpft worden sei. Äartftabt 
bei 53aumann, CiieUen 5ur QJefd)ic6te bc§ ©auernfriegö ainä SRot^nburg 161 ; 
Ich würde mir . . . bey allem volcke einen hass und von der weit ein un- 
gleiches urthel verursachen. Biegicr, Slftatifdie ©antfc ^g. bon ©obertag 251, 27 f. 



Hobert !Antolb aber Ktdiarb Mtr^txs Vterl)imbert Sdilagtuottt 

33ou 
3(. ®ontbert. 

9Jirf|. 50{ct)er§ SSicrl^unbert Scfifögiüortc finb im 2. Söanbe 
biefer 3^itfrf|rift jrfjon eingcl^cnb gehjürbigt morben; bocf) fc^cint c^ er* 
forberlic^, wicber auf fie jurüdjulomnien, tueil SJobcrt Slrnolb il^nen in 
ber 3f. für bie öfterr. ©^mnaficn (1901, 11. ^eft) unter ber Überfcf)rift 
'@in neue§ (ejifologijc^eg SBerfal^ren' eine öu^fül^rlidie Sejprerfinng 
gemibmet ^at. SRidjt al§ ob burrfj Slrnolb ba^ in biefer 3citfrf)rtft über 
3Kc^erg ©djlagmorte abgegebene Urteil irgenbmie geänbert mürbe, Jonbern 
meil 5!lrnoIb eine SJeil^e öon banfen^merten S3enier!ungen bringt, öon 
benen bie 3f- f- ^' äBortf. grunbfäfelicfi Äenntnig nel^men mufe. 

@g foll nun I|ier nid)t Slrnolb^ ganjer 5!lufjöfe wieberl^olt, fonbern 
junöcftft im allgemeinen auf il^n al§ eine beacf)ten?njertc fieiftung l^in^ 
gemiefen merben. ^auptfäcfilirf) aber möge bann eine Erörterung einer 
9tei]^e öon 83emer!ungen 8lmolb§ folgen. 5!lrnoIb mürbigt millig SWe^er^ 
SSerbienft fornol^I in bem, toa^ biefer unmittelbar in 9?acf)meifen über ba« 
?luftreten öon ©t^Iagmorten feit cUva 1770 geleiftet, wie aud) in bem, 
moju er anbre ^^orfdier burcf) richtige ober au^ gelegentlich) burrf) meniger 
richtige 93el|am)tungen angeregt l^at. 9?eben bie Stnerfennung aber tritt 
tciU in ben allgemeinen einleitenben 83emer!ungen, teifö in ben JBefprerf}^ 
ungen einjelner ©c^Iagmorte ^ltt)tx^ mani) unummunbener label, ber 
unter beftimmtere ®efid)t^punfte gcbrad)t ift, aU bieg in meinen ©e- 
merfungen l^eroortritt, fonft aber im allgemeinen an 9Ket)eri^ Schrift 
ba^felbe augjufe^en I|at mie i(ft, aurfi bie erften beiben ©tütfe meiner S8e== 
fprec^ung wieberl^ofentlirfi juftimmenb anfül|rt. Unter Slrnolb^ eigenen 
Erörterungen erweitert ftc^ bie über SRerfjte ^anb ju einem inlialt* 
reichen 5!luffa^e, auf ben f)ier befonberg l^ingemiefen fei. 

S)a6 9Ke^er in manrfie @cf)ieft|cit unb UnMarl^eit ber SBeftimmung 
geraten ift, meil er feine ®cf|Iagmorte unter beftimmte Sal^re^jal^Ien ein* 
gcorbnet I|at, fonnte feinem forgfältigen SBeurteiler entgelten, unb barum 
»in ic^ aurfj jefet mie im 2. SBanbe biejer 3f- steine SBemerf ungen lieber 
nat^ ber SBucftftabenfoIge geben. ^6) gel^e I|ierbei nur auf Slu^brüde ein, 
bie Slrnolb bel^anbelt ^at; eine größere Slnjal^I anbrer, über bie SJie^er« 
unb öftere auc^ meine eigenen eben ermähnten ^emerfungen mid) nic^t 
befriebigen, wirb fpäter be|anbelt merben. 



aHobcrt «molb über IRtc^arb SWe^crö ^tcröunbcrt ©(^(aßnjortc. 145 

3ln bem SBortc ßl^arof tcrtftif cn crflört «molb ritfitig 'i>ö« ^ÖHfelic^c 
öorfcfincner Stu^nufeung littcrarif^er 3^"9^^ifK für neue SWobcmortc', 
tnbem er jcigt, mic üaube norf) in ben fiebjiger Sö^rcn ber SRcinung 
tüQX, bag bie$ il^m ol^ SBuct)titel üon ®u^!om Dorgef(^(agene SBort bama(d 
neu ober öiellcic^t gar eine Srfinbung öon ©ufeforo gemefen fei. 3Benn 
aber Slrnofb felber meint, bafe bic SI|arofterifttfen burd) bie ©ruber 
(Sd)(egel im 3- ^^01 mit il^ren befannten ßl^arofteriftifen nnb Äri^ 
tifcn *Quf bie SBal^n gebracht* fei, fo fpric^t bagegen nic^t blofe, bafe 
Sampc in feinem SSerbeutfc^ung^mb. (SBorrebe aug bem ^erbft 1800) 
roenigften^ ba^ SBort ^l^aratterifti! fc^on \)a\, fonbem anä), ba^ 
S^öfteöburt)^ (f 1713) öiefgefefeneCharacteristics of Men, Manners, 
Opinions, Times fc^on 1780 öon ®ott)cf|eb in feiner SSorrebe ju ber 
1. Auflage ber Srit. Dicfttfunft angefül^rt merben. Db aber bie Srüber 
©cftfegel il|ren Sucfttitel Sl^arafteriftifen unmittelbor bem ©nglänber 
ober einem fpöteren ^eutfc^en entlel^nt l^aben, meig id) nicfjt ju jagen. 
2)0^ S33ort Sl^arafteriftif felbft, a(g characteristick (merrfmaljt) 
1706 in fiubmig« @nglifd&*teutfc^em SBb. öerjeid)net, frfjeint fitf) erft aÜ^ 
mä^Iicfi einjubürgern, ftel^t 1755 bei fiejfing 17, 52 (^pl.) unb fpäterim 
beutfrfjen 2:eil mel^rfpradiiger SBbb. mol^I feit ben a^tjiger Salären beg 
18. 3I|btg., fo bei ^aa^ (1786), fiubmig (1789), noä) nicftt bei 3oI|. 2)an. 
^e^be in feiner ^Bearbeitung öon SBeber^ ©nc^cHon (1770). Sftaraftcri^ 
fieren l^aben mir f^on 1663 bei ®(f)otteI 56; rfiaratteriftifd) l^abe it^ 
erft aug fiant^ 9?oturgef(f). u. Sl^eorie be^ |)immelg (1755) angemerft, 
bancben c^arafterifc^ bei ©erftenberg, Sc^Iufe ber SJorrebe ju ben ^ro=» 
faifcfien @ebicf)ten (1759): 'SKan follte ficf| billig belj ber S8eurtl|ei(ung 
cine^ 5)ic^ter^ öon feiner ^crfon unb au§ feinen 3^^*^" entfernen, unb 
i^n blo^ nacft bem d^aratterifrfien Sw^ betracf|ten, momit er fic^ 
felbft gefcfiilbert ^at*. 

gür gamiliengemälbe jur Sejeic^nung einer öattung öon 
St^aufpiclen ift Slrnolb^ |)inmeig, bafe ba^ S33ort fo bei S33ielanb in 
ben äbberiten 3, 3 (1781) gebraucht merbe, ret^t banfen^mert, freiließ 
erft bann, menn man l&injufügt, bafe bie genannte auc^ bai^ SBefen ber 
fpäteren 3ff(anbfrf|en ©türfe gut malenbe Stelle fo f(f)on im Xeutfc^en 
aWerfur 1778 3uli, ©. 52 ftel|t: 'Stürfe, bie meber Äomöbic, no(^ 
Iragöbie, norf) ^offe, fonbem eine 8lrt oon lebenbigen abberitifrfien 
Samiliengemäl^Iben mären; mo meber gelben norfj 9iarren, fonbern 
gute e]^rlid)e l^au^gebadcne Slbberiten auftreten, il|ren täglirfien Stabt* 
9Äarft* ^au«= unb 5amiliengefcf)äften nat^gel^en*. Ob ba« angeblich im 
3. 1777 t)erfa6te, im 3- 1780 erjrfjienene unb öon mir na^ ®öbe!c 
angefül^rtc ®t&d ©rofemann« fid) fd^on im 3-1777 al^ gamilienge* 
mälbe bejeicftnet ^at, meife id) nid)t. 211 jo mufe einftmeilen bal^ingeftellt 
bleiben, ob SBielanb ben Mu^brurf in bie fiitteratur eingefül^rt ober nur 
einen fd)on oorliegenben gebraust l^at. 2)aB für biefe ^xaQt ber öon 
ärnolb befonberd angemcrfte gefperrte Drurf be^ SBorte^ in ben ©efamt* 
ausgaben ber «Bielanbjt^en Schriften («b. 19,270 ber «u«g. ö. 1796) 

3fb». III. ^^ 



146 9t. ^ombert, 

wie in bcr crften SBudiauSgabc her Äbberitcn (1781) wemg erl^cblic^ ift, 
Icl^rt bcr jiemUd) Ijäufige @Axan6), bcn SBielanb ani) fonft Dom ge- 
fpcrrtcn S)rucf macf)t. 

3ur Fata Morgana öcrrocift Slrnolb auf ßampe« JBcrbeutfcfiungSmb. 
«314. S)a« aSort ftc^t aucf| f(f)on in ber 1. ausgäbe öon 1801 unter 
gantafie mit bcm 93eleg am SaSill^. aKeifter« fiel|ria^ren 4,1 (1796X 
njo ©ötl^e übrigen^ feine gata SKorgagno noc^ beutlid), wie etwa 
^artmann feine Fämurgän, aU ^erfon fa^t: 'ein fo munberlic^cig 
Suftgemälbe, böfe gata SKorgagna felbft e^ nid)t feffamer l^ättc 
burcfieinanber mirfen tonnen*. 25ie gorm gota 3Korgagna (ober mor* 
gogna), bie SWe^er ebenfo in einem SBriefe Oötl^e^ an SBettina öon 
ärnim au^ b. 3. 1809 finbet unb mit einem ftaunenben ober mife^ 
biUigenben 'fo' begleitet, ftel^t übrigen^ in ber juerft angeführten ©tcÖc 
©öt^eS in allen ju ®ötl^e^ Sebjeiten erfcf|ienenen Stu^gaben (alfo norf) 
1828 in ber 3t. l. ^.), barum aucf| in ber neuen 2Beimarifcf|en Aufgabe 
SBb. 22, ©. 9 (1899), unb unter ben fie^arten wirb nad^ geftftellung 
ber eben angefül^rten il^atf ac^e l^injugefügt : '5)ie gleiche gorm ift in ben 
noturmiffenfrfi. Schriften V, 1, 245,2i ol&ne ®runb in gato SWorgana 
gcänbert n)orben\ ©ötl^e alfo l^at fit^er mit Slbfic^t üKorgagna ge* 
ft^ricbcn; worauf firfj aber bei il|m biefe gorm ftüfet, weife ic^ ni^t. 
S)enn wcnigftenS Qtbltt in feinem Uniöerjalwbrterbut^ (1739) wie ber 
Don il^m angefül^rte Sltl^an. Äirt^er, be^gl. Srfd) u. ©ruber, ba^ ital. 
SBb. öon lommajeo unb bie gewöhnlichen 9?a(^jcf)Iagebürf|er bieten burc^weg 
Fata Morgana. SKit ©öt^e aber ftimmt überein 3of. ©örreg, 3o^. 
^einr. SBofe unb feine lobe^feicr 15 (ab.qcbrudt au8 bem Äatl^olifen 
20, 14 fg., Strasburg 1826): 'inbem fie e^ nac^ il|ren SSerftanbeSgefe^en 
al^ eine blofee optifcfte Spiegelung il|re3 befferen SRealiMu^ in ben fünften 
eineg blofeen 3rrwal|n§ beuten, ber wie eine fata morgagna trügerifrfj 
bIo6 menfcf)Iirf|e Selirgebäube im ®ilbe wiebergiebt, ah !ämen fie öom 
^immel*. Dafe ba^ SBort, wie 3ßei)er meint, um 1809 nocf| ein '©el^eim* 
au^brutf ber SBilbung^ariftoIratie* gewefen fei, Va^i \\i) nic^t aufrecht er* 
I^Qlten. S)enn ©. 3Ji. Ämbt, ber bocfi in feinen Fragmenten über ÜWenfcfien* 
bilbung ju allen (SItern, (Srjiel^em unb überliaupt ju weiten Greifen gc* 
bilbeter 3Renfcf|enfreunbe fpret^en wiO, fagt I|ier SBb. 2, 162 (1805): 
*tüa^ man öon ben SBerfaffungen unb ©efid^ten ber alten SBeft . . pral^Ie, 
gtänje ]^5(^ften* burt^ ben Schimmer bcr ungcl^cuern 3^iten(änge unb 
bur(^ bie ^[enbung ber i^ata SJ^organa ber @inbilbung, bie um allei^ 
il^ren erl^öl^enben ^eiligenft^ein werfe". 

JBei bcr SBefprec^ung ber $aIct)onif(f)en läge SBb. 2, 69 fg. I^atte 
xH) bie Frage aufgeworfen, ob ni^t ein ®ebeutenbcrer afö bie öon mir 
al^ ©ewä^rdmänner bc^ äu^brntfsf für bo8 3a]^r 1798 genannten 9tcu* 
becf unb Knebel Dorl^er bad SEBort gebraucht l^ötte. SJ^eine äJermutung 
l^ot rafc^e ©eftätigung gefunben, ba mir teilg burc^ ben |)eraui^geber 
biefer ä^tfrfirift, teils burcft §enn Dr. Sl. fianbau in SBien mehrere 
93elcge aui^ ^ielanb jugefanbt worben finb, bie bie Stnlel^nung an 



iRobtxt $(nto(b ü6ei diidfaxb SRe^eri^ i^ter^unbert (Sc^Iagtoorte. 147 

9S$te(anb memgften^ bei 9?eube(! fcl|r molirfc^einlic^ machen, mölirenb ber 
mit bem römifc^en Slltertum mol|l vertraute Knebel anä) unmittelbar 
au^ biefem gefd^öpft l^abcn f5nntc. ®ic fünf öon ^errn fianbau mir 
freunblidift fiberfanbten Belege ftelien nun noc^ ber äBielanbaudgabe 
öon 1839/40 in 83b. 26,315 (6^ru8, 1756/57); 18,322 (ägat^o* 
bämon, 1796); 32,172 (©efpräc^e unter öier «ugen, 1798); 21,231, 
(Ärote^ unb ^ipparcf|ia 1804); baju bie l^olc^onifc^e ©tille' SBb. 
16, 119 (^ßeregrinuÄ ^roteu» 1789). «uc^ im freimütigen öom 3a^rc 
1806, SRr. 36, @. 142» l^aben mir bie I^Qlct)onif(^en 5:age: '©urc^ 
ba^ raftlofe SSeftreben eine^ ^e^ne, SÖiciner^, äJiarten^ unb meftrer an^ 
berer l|0(^Derbienten 9){änner genog bie Uniüerfität ®öttingen mitten unter 
ben Stürmen unb Ungemittern, bie bad fianb uml^r t)erl|eerten, r ulkige 
I^Qlcqoni)cf)e Xage'. SJian fielet, bag ^o^ebue unb äßertel bomald bei 
bem weiten ficferfreife be§ freimütigen boc^ ein SSerftänbni^ für bie l^alc 
Xage glaubten Dotau^fe^en ju fönnen. 9Bir merben alfo bid auf meitered 
anjune^men l^aben, ba^ 2Bie(anb bie ja allerbingd burd^ bie dies(h)al- 
cyonii(ei) ber gangbaren S33bb. löngft nal^e gelegte SBenbung in bie 
@pra(^e feiner l|öl|er gebilbeten 3^itgenoffen eingefül^rt l^at, ba^ bann aber 
mit ber SSerengerung be^ ^eife^ berer, bie öom ftaffifd^en Altertum no^ 
mancherlei anbreS (ernten, afö ma^ grabe in ben bi^ jur ^Reifeprüfung 
}um fiefen üorgefc^riebenen ©cfiriftftenern ftel^t, unfre S33enbung bem aÖ=» 
gemeinen 83ilbung^bemugt)ein frentb mürbe. @o tonnte benn im Saläre 
1900 felbft ein unjmeifelliaft gebilbeter 9Kann meinen, ber ^lu^brud be* 
reite firfj im Saläre 1H36 erft in erlöuternber Umfc^reibung öor. ©el^r 
banten^mert enblit^ ift «rnolb^ ^inmei^ auf Sal^n« S)enlnif)e 70 (1837), 
mo ber lurnöater fid) beg grembmort^ glücKit^ ermel^rt burc^ *@i^* 
üogeltage, mo ber ®eift in rul^iger Pflege ber S^^ fict) t^nt fieben 
erwärmt'. 

^oc^ aU Derftärtenber SSorfa^ Dor @igenf(^aft§mörtem ift Don mir 
fc^on in l^oc^menf^Iic^ bi^ gum S. 1799 aufwärts belegt morben, unb 
barum bringt bie t)on Slmolb aud 83örned Starren im meinen @d^man 
angefül^rte ©teile atterbing^ einen fel|r mißfommenen 93e(cg bafflr, bafe 
Diele gegiert tlingenbe 3ufammenfe^ungen mit f^oi) einem aufmertfamen 
©praci^beobaditer fc^on um bad 3a|r 1820 täftig ober (äc^erlidi erf dienen 
finb. @^ l^ätte aber beftimmter gefugt merben tonnen, bog abgefel^ 
Don ben in tanjfeimäfeiger ©prarfie unb in ber brieflichen änrebe fc^on 
feit 3a]^rl|unberten übli^en SSerbinbungen mit I|ocft gegen @nbe be« 18. 
unb im anfange bed 19. Sl^btd. anbre auftaudien, bie Don bem augen^ 
fc^einticf)en ©treben nac^ neuem unb geiftreic^em Sudbruct eingegeben ^nb. 
hierbei geigen einige biefer SBiJrter einen gemiffen SBebeutungSmanbel, ben 
mir in |oc^tragifc^ unb l^o^tomifc^ leidet füllten, ^oc^tragif^ 
l^at fic^ 3Re^er au« iäJötl^e« Äunfi unb Altertum 4, 2 (1823) nac^meifen 
(äffen; e« ftel^t aber fc^on in Jlo^ebued ^freimütigem Dom 3. 1805, 
9?r. 167 ©. 151 b; 'öon einem gel^men ©efül^l geleitet, bafe il^r naYDe 
Slollen beffer glücten m5gen a(9 l^od^tragif^e'. Sgl. auc^ d^itung 

10» 



148 «. (äomacrt, 

f. b. cleg. SSclt öom 6. SWoö. 1802, 9Jr. 133, ®p. 1063: 'menn i^ 
bcn SRoben unjerg S)i(^tcr§ für ein l^olie^ tragifc^c^ SScrf erflärtc, 
bag fogar noc^ tragifcfier aU bie Dftaöia tt)ärc\ SKir finb l^eute gc* 
wöl^nt, l^ocftttagifcf) im allgeniemcren Sinne öon fel|r tragijt^ ju gc* 
brout^en; in ber Stelle be§ freimütigen tritt beutlic^ ein (Segenfo^ ju 
einer geringeren ®attung l^eröor. Siod) beutlic^er fe^en mir bie^ bei 
l^oc^tomifdti, bei bem lieutjutage ber b(o^e begriff ber 93erftörfung noc^ 
mel^r übermiegt al^ bei l)0(f)tragif(^. SSergf. im freimütigen Dom 
3. 1805, SWr. 255, §. 604 »>: 'aWabam aBolfrfjof^tti , eine treffliche 
]^o(^fomifcf)e Sßutter'; ebb.: *für ba« I|Oc^!omifrf|e fel^tt il|r Stnftanb*. 
3Kan fielet au^ bem legten 83eifpiele beutlitf), mie I|ier ba^^oc^tomift^e 
ben ©egenfafe jum 9?iebrigfomif(^en bebeutet. 5!lu^brü(ffid& genannt 
mirb bieg in ber 3tg. f. b. eleg. SB. 1801, SWr. 24 öom 24. gebr., 
®p. 190: *25er ruffifcfie 9?ationa(f(f)aufpieIer ejceüirt nur im Sjtrem, bag 
l^ei^t in bem Stu^brudfe ber l^öc^ften fieibenfc^aft mie in ber 3^ict)nung 
ber niebrigften ^(attl^eit unb bem 9iiebrigfomifc^en'. S3gl. ferner 
3tg. f. b. eleg. SB. öom 17. 2tug. 1802, SWr. 98, @p. 787: *93. ift 
ein fel^r gemanbter ©rfiaufpieler unb ber fiiebling be^ ^ublüumg im 
ßocftfomifrfien'. ebb. öom 16. aKai 1801, SRr. 59, @p. 479: 
'aRabame ®t. ift eine fel^r intereffante (Srfcfieinung auf ber Sül^ne unb 
giebt ein f(f)öneg 83ilb ber l^olben SBeiblicftfeit. 3n Jiaturmäbc^en, frol^en 
unb gebilbeten (l^üc^tomifcf)en) fiiebl^aberinnen beftel|t il^re @tärte\ 
ebb. 9Jr. 72 öom 16. 3uni ®p. 581 in einem berliner Öerirfjt über 
eine 5!lupl^rung öon ©ötl^eg egmont: 'Übrigeng öcrbient öon ben @d)au* 
fpielern nur noc^ ^err Unjelmann genannt ju merben, ber aug bem 
SSanfen — öielleicfit eben nid)t noc^ ©öt^eg 3bee — eine löod)fomijcf)e 
6I|aro!terrol(e mod^te unb öortrefflic^ burcf)fül|rte\ S)eutli^er in biefem 
©inne ift bag geinfomifrfie. SSgl. g. ö. 6önn, SBien u. Serlin in 
^araöele 120 (1808): 'pr »erlin ift eg ein Unglüd, bafe Sfflanb fein 
i^ai), bog geinfomifc^e, öerlöfet unb alg Direttpr fic^ bie SRoIIe eine« 
£ear, eineg SBaUenfteing anmaßt, bie fc^Iecf)terbing8 feiner 9iatur ent^ 
gegenftreben*. (Getrennt finben mir l^oc^ unb fomifcfi bei 2. SÖieifter, 
ffle^tröge jur @efc^. b. teutfd)en Sprorfie u. SWationoI - Citteratur 2,97 
(Sonbon [b. 1^. äürit^] 1777) '©al^er ift eg fo fd)mer, bafe fie [bie 
©c^oufpielfc^reiber] ben 2!on treffen: niebrig unb pbbell^aft, menn fie fimpel, 
ftro5enb unb oufgebunfen, menn fie erl^aben unb rü^renb fei)n mollen*. 
äu^ fcfieint bag ^oI|e CSomifdic [im Drud l^eröorge^oben ] noc^ meit 
feltner aU felber bag tragifc^e*. 9Jic^t ganj ficl)er ift bie SSebeutung 
öon f)od) fomift^ in ber 8. f. b. el. SB. öom 11. 2)ej. 1802, 9?r. 148, 
©p. 1 1 88, mo bag lieberlirfie betreibe im 5ot)er beg Th6atre Montiinsier 
in ^orig befcfirieben mirb: *^'\e ®rapn beg ^alaig 9lot)ol merfen ^ier 
i^re 9?e^c oug... ^oc^ fomifc^ finb bie alten g^^anjofen in il^reu öer* 
liebten ttttituben unb i^ren 2)ouceurg üom ancien regime'. Sinfac^ im 
öcrftärfenben ©inne ftel^t f)oä)tom'\)i} ebb. 9lx. 153 üom 23. S)cj. 1802, 
(Bp. 1225: '^c^ j^abe nie in meinem fieben fo öiel gelacf|t, o(g ben 



SHobert fixnolb fibec fRid^oxb äTle^eid ^ier^unbert Sc^lagmorte. 149 

Äbenb, mo ic^ im Marais Sßcnf (^enl^a§ unb SReuc f al^ ; benn oufecr bem 
l^oc^tomtfc^en @tnbru(!e, ben bo^ ganje @piel auf micf) mactite, fielen 
ein paar äufecrft lächerliche ©jenen öor*. S)a^ ^oc^fomifc^ eine ein*^ 
fadfje Überfcfeung öon haut comique ift, (eucf|tet mol^f ein. |)oc^!omifd^ 
unb l|oc^tragifc^ f eitlen im 2)^6. mie ba^ ebenfalls nicf)t grabe feltene 
l^oc^poetifdfi, für ba3 ein älteres ©eijpiet auS $«oöaIiS 2,397 ^tilhx. 
(1800) ftel^en möge: *6infacf) müfjen Sieber unb ^rebigtcn fe^n uno boc^ 
l^oc^poetifc^'. SWeben bem im S)aBb. auS Zki^ SWol)enenfranj 4 (1835) 
gebracfjten l^oc^ genial ftel^t nac^ bem frül^eren @pracf)gebrauc^ l^oc^« 
gcnialifc^ bei 2trnbt, gragm. über aßenfc^enbitbung 2, 139 (1805): 
®aS ^oc^genialifc^e, ba§ gli^Ö^i^^^^^ ©emütl^cS, bie ßiebe bcS Schönen 
gel^t unter*, ©bb. 2,166: Diefed ^ocfigenialifc^e gab eine fiaune, 
eine (Sinfalt unb Äü^nl^eit beS SBifeeS, eine ßebcnSfrcil^eit, bie nur menigc 
ju bemunbern fällig finb\ ^ö^ l^od^menfc^Iic^ l^abe ic^ in biefer 3f- 
©b. 2, 70 ein Seijpiel an^ Sol^. §einr. 9So^ gegeben. 55iefer gebraucht 
es auc^ in ber SBibmung feiner Slntif^mbolif an bie Stfabemien bet 
SBiffenjcf). in 95er(in unb SÖiünc^en: 'baS Üicfit l^odf|menfcf)Iic^er S33iffen* 
fc^aften". |)oc^(eibenjc^aftIicf| bietet bie S^itung für bie el. 3Belt 
1801, yix. 1, @p. 7: 'ben fc^neibenben ober f^mütftigen Ion ber 35efta* 
mation, baS fic^ ©ewaltigl^aben bei ]^od)lcibenfdf|a^t liefen ©teilen, 
moburcf) ber ©cfjaufpieter gern in Srftaunen fe^en mag', ^oc^moralif^ 
tt)irb im freimütigen 1805, ©. 608» fd^on fpbttifc^ öermenbet: *bet 
biefen f|odf|moralifc^en 3cit<*n^ 50?i§bel^agen an ber gejierten SSer* 
ftärtung burc^ l^oc^ emp^nbet auc^ fieop. B^nj in feinen 2)eutfc^en 
©riefen 7 (1872), auf bie niic^ 9ti^. SRe^er freunblic^ aufmerffam ge* 
madfjt J^at : *9){an giebt ben burd^ ftarfen ®ebraucf| abgemagerten ääörtern 
einen Überjug unb tritt nun geficfierter auf. ©o mufe je^t l^oc^ l^er* 
l^atten für ^oä)gebi(bet, l^oc^gnäbig, l^oc^beüebt, l^oc^elegant, l^oc^intereffant, 
l^oc^l^crfcf)aftIidö, l^oc^oberlid^ (?); eS giebt l^odEieble ^fcrbe, einen l^oc^* 
berebten 9Kunb, ein $)ocf)ergel^en beS ^oc^feligen unb — ^oc^ftapIer\ ^oc^ 
oIS SSerftärfung öon Hauptwörtern liegt unS l^ier femer; boc^ fei mit 
SBejie^ung auf baS im 2. 93be. ber 3f- ^"^ bem 3- 1789 beigebrachte 
aus bem @ng(. überfe^te |)o erleben eine ©teile l^ergefc^t, in ber boS 
SBort no(^ als neu erfc^eint. SI|r. i^xb. ö. SBIanfenburg, SSerfuc^ über 
ben Dloman, 93reSlau unb fiiegni^ 1774, ©. 352: *menn man bie ©c^ulb 
auf bie 83eobacf)tung beS mal^rfc^einlic^en ?fnftanbeS unb ber feinen SebenS* 
ort unter 'ißerfonen beS fogenannten High-lifo [S)rucff. Nigh-l.J fc^ieben 
moHte". 9{atürlicf) ift eS babei fel^r mol^I möglich, ba^ au^ fc^on jemanb 
in ober öor bem 3. 1774 ben SluSbrucf |)o^Ieben in glei^em ©inne 
gebraucht ^at. f^äi ben Segriff ber SÖi^fttfication öenoeift ?lrnoIb auf 
ben 4. 83anb ber Collection du Bibliophile Parisien (Les Mystifi- 
cations de CaiHot-Duval 6d. L. Larehcy 1901). 3)a ic^ baS 93u^ 
nicfit fenne, jo meift id) auc^ nic^t, ob fc^on im franjöfifc^en niystifier 
bie ©ebeutung beS ftubenti{c|en ^oramierenS liegt, bie augenfc^einli^ 
^taten, &e). SBcrfe 7, 89 («rief an ©uftoö ©^mab öom 18. gebr. 1828) 



150 «. OJomacrtV 

bem SBortc ni^ftificicren giebt. 'SBq^ bcn Subcn ^cinc betrifft, fo 
wünfcfite icf| woll, ba^ meine SRünc^encr grcunbe (bcnn er ift in Sßün^cn) 
i^n gelcgcntlicfi m^ftificierten unb il^n |ur SRebc [teilten, ma« il)n ju 
bem S33ageftü(f öcrieitet, einen offenbar @röpern, ber il^n jerquetjc^en fann, 
fo unbarml^erjig ju bel^anbeln*. Sßeine in 95b. 2, 266 aug 9iooali^ ge* 
gcbenen SSelege ju 3ßt)ftification unb m^ftificieren, toobei bie ^afjxe^^ 
jal^I 1783 für ben 1. öanb bei^ @cf)legelfcf)en «tl^enäum^ natürlid) in 
1798 JU öermanbeln ift, jeigen oHerbingd eine anbre SSebeutung ber 
SBörter aU bie fpäter üblirfie, bo(^ ift and) biefe f(f)on frül^ nac^jumeifen. 
Sgl. 3. f. b. eteg. SBelt 1802, Kr. 118, @p. 948, mo fiofeebue fagt: 
*i^ liabe ^olbergd 2)on 9ianubo be Solibrabod bearbeitet unb gemi^ i^m 
nid^t^ genommen, öielleidit I|in unb mieber einen fleinen ©cftmurf ^inju» 
gefügt, bie SR^ftification be^ eblen ^aare^ etma^ mel|r motiviert* u. f. m. 

93ei neröö« weift Strnolb mit SRec^t barauf I|in, ba^ ba^ SBort 
bem Söebeutung^manbel be^ franj. nerveux gefolgt ift. gür neröb^ 
im neueren Sinne bringt er aU ältefte^ il^m befannteiJ 93eijpie( ein^ au^ 
b. 3. 1841 (@ottI|clfg Uli b. Änedit 196 in b. Jtogabe ö. Setter); 
i^ öermeife barum auf 3mmermanng (Spigonen o55 (1836, SRecI.): 
*@in ftar!e^ gieber I|ielt mid) brei S33oci^en lang jtt)i}rf)en glülienben 
$l^antafieen gefangen unb möcf)te leidet einen gefäl^r liefen nerööfen 
Sl^arafter angenommen l^aben, mören nicf)t' u. f. m. Sergl. auc^ bad 
balb barauf bei ®aubt), Slu^mal^I 2,136 (®er moberne ^ari^, 1839) 
üorfommenbe neröö^ affijiert: 'Öaron ßlementi, melcficr blöffer aU 
getobl^nlic^, augenjcf)einlicit| nerüög affijiert unb leibenb auf bem ©opl^a 
rul^te*. Xa^ gleici^bebeutenbe neroö^ gereijt l^at ®ufe!o!o in ben SBriefen 
aug ^ari« au^ b. 3- 1842 (@ef. SaSfe. 12, 335. gfft. 1846, fofern 
^ier nirf|t nat^tröglit^ geänbert ift): *93itterfeit, SKelancftoIie unb neroög 
gereijte franfl^afte fieibenjc^aft finb in ben ©efic^t^jttgen ©irarbin^ 
unöerfennbar*. JBergl. aut^ ®ufe!om, @ef. SBfe. 11, 49 (Steifeeinbrüdfe, 
QUd Sßerjeburg, 1839): 'ba^ ber Il^ee eure cmpfinbfamen Sieröen an» 
gegriffen I|ätte*. SWeröen erfc^eint ^ier aud) bri ©u^fom in gejperrtem 
1)rudf; er fc^eint alfo ba^ JReben öon ben empfinbfamen 9?ert)en a(^ jeit* 
gemäfe ober fein bejeirfjnen ju rnoUen. 2)ie SReröenübel aU Äranfl|rit 
beg 3a]^r]^unbcrtg treten fcf)on bei Smmermann (Spig. 557 (1836) l^eroor: 
*3)er 8rjt l^at eine grofee Slufgabe in ber ©egenmart ju löfcn. Äranf^ 
leiten, befonberg bie 9?ert)enäbel, moju feit einer 9lei^e öon 3rtf)ren 
bag SWenfcf|engefcf|Iec^t üorjug^mrife bifponiert ift, finb ba^ moberne 
"gatum"*. ^oc^ meift ©ufefom, ®ötl^e im SBenbepunfte jmeier ^ai^x^ 
l^unberte 156(1836) mo^I nic^t mit Unrecht ba^ 9ierööfc im l^eutigen 
©inne, aurfi ol^ne ba^ 3Bort felbft, fd^on bem 18. 3^bt. ju: '^-SJert^er 
mor ber öollenbete Äu^brurf biejer gefülilöollen SReröenanregungen*. 

äBenn Slmolb bad ^ reuten tum nur eine @pejia(ifierung bed 
3a^nfc^en Soltdtumd nennt, fo bin ict) bamit um fo me^r einüerftanben, 
ol8 ic^ in meiner 93efprerf|ung beg SBortc (3f. 2, 269) mit anbrer 
äBenbung tttoa ba^felbe gefagt \)abi, t^x, ^luge ^at um bie 3al|re^menbe 



über bog SBort in ber 9?orbb. SSlIIg. S^itung gel^anbclt unb babci mit 
SRe^cr angenommen, bafe ber greilier öon Süttmife in feiner SRebe bei 
ber enbgültigen »eifefeung SBIüc^er^ bag SaSort im Sa^r 1820 (benn in 
bie^ 3al|r faßt bic SRcbe) juerft gebraucf)t l^abe. 35ieje Slnnal^me \im 
fic^ auf bie Oemäl^rfcftaft SBörne^, ber freiließ fel^r unmeife bo^ SBort 
aU eine (Srfinbung be^ '^errn auf ^^mi^* ju öerl^ö^nen fud)t. Slber mir 
ift c^ injmift^en in ber 3wfönimenfefeung 3tlt|)reufeentum im SR^ein. 
abierfur Shr. 297 Dom 11. @ept. 1815 aufgeflogen: *SRun tommen aber 
biefe unb bringen i^r öerjagte^ ©cfpenft mieber ^erbeigefc^Ieppt: i^r ?nt* 
preufeentum in feiner ganjen ^erblieit unb ber hjibermärtigen Schärfe 
— aU folc^eg nidE|t etma bem matfern Stamme angel^örig, fonbem al^ 
ber Snbegriff aller fi^falifc^en, fammeraliftifrfjenr militärifd) be^potift^en 
fogcnannten lenbenjen ber testen 3^it betracf|tet — motten fie ber SBelt 
oon neuem aufbringen, bie e^ in innerfter Seele l&a^t unb e§ Überott 
oon firfi abgetrieben/ 5!l(fo an ber (Srfinbung be^ SBorte^ ^reufeentum 
ift ber grl^r. öon fiüttmife unfc^ulbig; ic^ öermute auc^, bafe SBörne an 
bem ^u^brucf eigent(id) etmai^ anbred au^jufe^en l^at al^ bie fpra(f)lic^ 
nit^t ansufec^tcnbe ®i(bung. SSietteicf|t ^at nämlic^ ber Sprecfier — feine 
in ©(^roeibni^ 1820 befonberg gebrutfte Siebe ift I|ier leiber nicf)t auf^ 
5Utreiben — öerfuc^t, bem SBorte ^reufeentum, ba^ jur SBcjeic^nung 
unerfreulicher (Srfc^einungen fc^on öor^anben mar, einen ebeln 8inn ju 
geben. 9)ian öergl. Si^marrf^ befannte ^ufeerung in ber ©ifeung ber 
prcuBifc^en jmeiten fiammer öom 8. Slpril 1851: 'S)ie SSl^igg unb 
Sorie^ maren auc^ ^u^brücfe, bie urfprünglic^ etmad @eringf^ä^ige§ 
bejcic^ncten, unb feien Sie öerficfiert, mir merben unfererfeit^ bcn 9?amen 
be« Sunfertum^ auc^ noc^ äu Sl^ren unb Slnfel^en bringen". 5)enn 
atterbing^ fc^eint ba^ SBort ^reugentum junädift burc^au^ unb auc^ 
fpäter übermiegenb in tabelnbem Sinne gebraucht morben ju fein, menn 
a\i6) mijt immer mit fo au^gcfproc^enem SBibermitten, mie etma ba^ oon 
3. 95- 2ig( für fein SBair. Saterlanb unb jur g'^eube feiner SBei^murft'* 
(ömen erfunbene ^ruffafentum, ba^ '\a b\xx6) ben beabfid)tigten ^n^ 
Hang an Sfofatentum j^G^^i^ ^i^ ^orftettung beS Unbeutf^en unb 
Änuten^aften nal^elegte. 9)ian oergl. aufeer ber in bicfer 3f- -» 6«^ 
au^ Seume angeführten 'altpreufeifrfien 3mpertinenj* and) Jreitf^fe, 
@efd). 2,415 fg.: 'Die ^enenfer unb bie rabifalen ®ie^ener betämpften 
nic^t nur jebe 9iegung preußifc^en Selbftgefü^U a(d „unbeutfd)ed 
^reufeentum'S fie f dienten fid^ aurf| nit^t, au^ ber ®efcf|i(^te ber 93c* 
freiungdtriege atted ^reugifdie, atte^ mad i^r ^^arbe unb hieben gab, 
au^juftreicl)en*. Jreitfc^fe bietet I|ier atterbingig feine beftimmte Stettc 
für ba^ ^reufeentum, aber feine 3lnfü]^rung§jeic^en beuten borfj auf 
eine folt^e, mcnigften^ für mid). Sc^ I|abe nämlicft einen unb ben anbern 
Stbfdinitt ber 0efcf)irf|te JreitfdEifeif, j. ö. frine Darftettung bc« ©am* 
ba(^er ^efte^, mit ben gteic^jeitigen Duetten oergüdien unb bin erftaunt 
über bie ©enauigfeit, mit ber er bie i^m oorliegenben ©cric^te unter 
gefc^idter 3(nf(^miegung an bereu SBortlaut in fein äBert oermoben ^at. 



152 St. QJomöcrt, 

Garant fc^c xij in bem *unbeutfcf|cn ^rcu^cntunt* bei i^m nic^t 
bIo§ eine begrifflicfi ricfitige Swfömmenfaflung öon ©tfieltiüorten auf 
^reufeen, fonbern einen mirttic^ öon il^m in ber 3^^^ jtt^ijcfien 1815 unb 
1819 flclefenen Stu^brnd. 3lu^ Sreitfcf|feg beutfc^er ®efcf)i(^te wäre über* 
l^aupt für ba^ ?(uffommen öon Sd^Iögtüorten oom SBcginn be^ 19. SaJ^rl^. 
bi§ in bie öierjiger ^aijxe öiel ju lernen, ba er fie I|änfig aU folc^e 
tennjeidinet. Site ^auptjut^aten ju bem ^reufecntum nun crfc^einen 
in bem nicfitpreufeifrfien S)eutjcf)(anb bag ©arfc^e, ^arte, |)o^mütige, 
bönn ba§ Äede unb S33inbige, mie bic^ ein in meiten Äreijen em^funbcnet 
unb öon ben tJü^rern fe^r öerfc^iebener ^arteien tt)oI|Igei)flegter SBiber* 
Wille gegen ben emporftrebenben (Staat ftiHfc^meigenb öorau^fcfetc. %n6) 
ein SJer!ünber be^ preufeifcfien öerufeg wie ^. ^fiser muB, um ol^ rec^t^* 
ft^affener ®eutfcf|er ju gelten, bem ^reu^cntum mehrere gefinnung^- 
tücf)tige SRippenftöße öerjefeen ober wenigften^ in bem 95riefroerf)fel jmcier 
2)eutfcf)en burcf} ben einen Sörieffteller öerfe^en laffcn. SSergf. SBricfm. 
jtt). 35. 205 (1831): *jmeifell^aft, ob ^^reufeen je gro^finnig genug fein 
würbe, feinem ^reu^entum, worauf eg ftolj ift, ju entfagen' u. f. w. 
6bb. 227: 'wenn ^reu^en ... bie befrfjräntte ^ireufeijc^e 9Jationa(* 
eitelfeit ju einem beutfcfien 9?ationalgefül^l erweitert, ol^bann 
wirb . . . aurfi ba^ ©efc^rei ber 2)eutfd)en über "preu^ifcf)e junger- 
leiberei unb SBinbbeutelei" öerftummen*. (Sbb. ©. 319 in ben 
ongel^ängten @ebid)ten: 

'<Bd)\it nld)t bm junger, ben ber SRu^m, 
2)cn 2)urft, bm ©röfee ftlüt! 
SBliel) bocf) ba^ winbgc ^^3rcu6cntum 
Der G^rc fester (Bdjiib*, 

Snblicfi gi(t and) ba^ ^reu^entum alg freil^eit^wibrig. SSergl. 
Sreitfdife 4, 542 '^n feinem SBurfie ""ißreufeen unb ba^ ^reufecn- 
tum" erflärte Qafob SBenebe^ furjab: "Der Stntigeift ber greil^eit f^at 
^reufeen gejrfjaffen; ^reufeen wirb untergel|en, fobalb ba^ beutfc^e SSolf 
crwadEit"'. SIU grobe Unterart beä 'freil^eit^feinblic^en ^reufeentum«' 
erfcfieint ba^ ^^Jommerntum bei SBofff, 93erl. Uteüol. El)ron. 1, 188 in 
einer ©c^ilberung beg SSerl^alten^ pommerfc^er ®rcnabiere am 19. äWärj 
1848: "3Bir finb feine feinen berliner, wir finb grobe ^ommern!" mit 
biefem imponierenbcn ?lu^rufe begleiteten bie fi(^ il^re^ ^ommertum^ 
[fo] bcwufeten 3KitgIieber ber preu|ij(^en 3lrmee il^re Brutalitäten'. Sbb. : 
*ä^nlicf|e ^Äußerungen be^ ^ommerbewu^tfein^ würjten bie Unter- 
]^a(tung^ 3)o2 üon mir mit einem überfel^enen 25rudfe|fer bem ^a^xe 
1817 jugewiefene 3Bort E^inefentum ift ouf 1815 l^inaufjurüden; 
benn Slrnbt;^ SßJäc^ter, ou^ bem icf| e^ angemerft ijattt, ift ja im ^ai)x 
1815 erfcf)ienen. Die gemeinte Stelle l^at ?lrnbt bann wiebcr abbruden 
laffen in feiner 3cf|rift G^rift(irf)e^ unb lürfifcfie^. SSergl. bort S. Gl: 
*©o finb bie ^^anj^ojen nur eine anbere Strt europäijcf|cr ßl^inefen, 
bei welchen ba^ meifte bcftimmt, gemeffen, abgemad)t ijV. (Sbb. 63: 
*2)a^ eben erwäl^nte fronjöfifc^c Et)ine)entum*. 3cf) will eublic^ im 



mobtxt 9(mo(b ü6ei m^b a^e^etd ^ter^unbert ©(^(agtoortc. 153 

SCnfc^Iug l^teran meine Srmäl^nung be^ t^ranjofentum^ au^ bem 
Saläre 1814 burrf} ben ^inmet^ barauf öerbeffern, ba^ ja ®öt^e ft^on 
1797 fagt: 

•granjtum bröngt in bicfen bcrtDorrenen gfragen, tt)ic cl^matö 
ßut^crtum ci8 gctl^an, rul^tge ©Kbung jurücf . 

S)öneben feigen wir für bie fpätere Stxt ber bcginnenben jman5iger 
3al^rc beg 19. 3[oI|r]^^. bo^ granjentum ofö ©rfjlagwort öon ©ufefott) 
bejeugt. JBgl. au^ ber Änabenjeit 291: *be^ Änaben angcborne plebejifc^e 
bcutjd^tümefnbc 5!lbneigung gegen bag bamate fogenannte "gran jentum"'. 
2)en SRcc^t^boben l^abe ic^ oHerbtngg \i)on dg ©t^Iagmort au« 
bem 3at)r 1833 nat^geroiefen ; boc^ gebe ic^ gerne ju, bafe bic l^äufigc 
SJenoenbung be^ S33orteg weniger ouf @örre§ a(g auf @eorg ö. SSindfe 
jurütfgel^t. ©erounbert aber l^abe xä) mxä), bafe Strnolb ber ftc^ l^icrfür 
auf bic 9leimd)ronif beg Pfaffen 9Äaurijiu3 (^artmann) beruft, bie erftc 
bort öom SReben über ben9led)t^boben l^ergeleitcte SSerl^öIinung SSinrfe^ 
übergetit. Sgl. 1, 10: 

•^a, a[« e§ gott mit Sölnbmü^lflügeCn 
{m lüeifeen ®aa(c firf) 5U fcf)(Qgen, 
;n jenen ft^öncn SRct^töbobcntagcn — 
)a fa6 er fcft in feinen ©ügeln/ 

gerner l^ätte ?lrnolb bie SReimAronü, an ber boä) fpäter nit^t^ 
geänbert ift, nicf|t burd) ba§ 3a]^r 1851, fonbem burt^ bad Sal^r 1849, 
in bem fie erfc^ien, bejeic^nen foHen. 3Benn er bann auf bie mobif^e 
Verbreitung Dermanbter 3lu8brüde ('fittlicf)er ©oben' in ©ro^fen^ 
grei^eit^friegen) aufmerffam macf|t, jo fann auc^ ber ebenfalls rool^I bem 
^ec^t^boben nacfigebilbete 93oben ber 9ieüotution genannt werben, 
»gl. ®er(ac^8 9tunblc^auen 71 (tjom 35ej. 1848): '©ie ^artei SBalbed 
min ben "SBoben ber JReöoIution" im ®egenfa^ jur fonftitutioneÖen 
SJtonarc^ie nocf) lange bel^aupten'. 

gür Stic^tung in übertragenem ©inne unb mit bem Äfangc be^ 
©c^Iagmortg ^atte 16) auf ©teffen« (1820) unb auf ®ubife (1805) l^in- 
gcroiefen. SBeitere Seijpiele für ben gleichen ®cbrau(^ an^ ben öicrjiger 
Salären finb eigentlich nic^t nötig, ^enn ba^ bie dtic^tung big ^eute 
m(^t aufgel^ört l^at ak ©c^Iagmort ju bienen, ift bo(^ befannt. ^a i^ 
enblic^ bie SRic^tungglofigfeit aug SRenjelg ßitbl. üom Sal&r 1830 
nac^gemiejen l^abe, jo möge jefet l^injugefügt werben, ba6 f^on ®örreg 
im JR^ein. SÖierfur 9tr. 219 Dom 7. «pril 1815 ben «ugbrucf gebraucht: 
*2)er $au|)tjug im Sl^arafter beffen, roa^ man SSolf nennt, ift ein 
leibenbeg, burc^aug b(o§ empfangenbeg SBefen, jene 9ti(^ tun gglofi^fltcit 
unb fc^wanfenbe Unfi(^erl|cit, in ber eg ^inöegetirt unb l^inttäumt/ 

95ei bem SBerfuc^, ben Segriff unb Umfang beg ©d^lagroortg ju 
beftimmen, weift ?(rno(b barauf I|in, bafe in bem gleichen ©inne frül^ 
ber iefet me^r auf bie SBül^nenbarfteaung beft^ränfte «u^brud ©tic^* 
wort gcbraud)t wirb, unb giebt Selege bafür aug 3o^. ^erm. ^ctmolb 
(1844), aug Sog. ©olfe (1849) unb au« »igmard (1849)- einen 



154 8C. ©omacrt, 

ctipa^ frül|cren 83clcg, bcr freiließ gcßenübcr bcm au^ 93cnjcl'©tcrnau 
bei Sompc übcrftüffig tft, l^abcn mir in ^ücfler^ ©riefen eine^ Sßer* 
torbenen 2, 91 (1831, ©rief öom 10. Oft. 1828): 'civil and religious 
iberty, ba^ gro^e ©ticfimort ber 5!lfforiation'. ^ierju gel|ören audi bie 
Don mir 3f- 2, 307 au§ Sntmerntann^ (Spigonen angefül^rten ©cf|fog* 
reben, bie in ber Il^at bort ben ©inn öon ©cfilagworten, nic^t blofe 
Don fc^Iagfertigen, b. 1^. ben etwonigen ©egner in ber Unterl^oltung nieber« 
f(f)(agcnben Sieben l^aben, mie ein fiefer ber S^tf^i^ift in ^n^^" ©riefe 
an ntic^ meinte, ^enn Smmermann fagt Don ben @c^(agreben bed 
wifeigen Äopfe^' ba^ feine Stnl|änger fie uml^ertrugen unb grofe nannten*. 
^a^ mü mir aber auf ben ©egriff einer ben ©egner mi^ig obfülirenben 
©emerfung menig |)affen. SJian öergleic^e auc^ im gi^rimütigen Dom 
3a^re 1805 !Jir. 104, @. 414a: *einen großen 9ieicf|tum öon blenbenben 
unb treffenben SReflcjionen, bie fo energifd) ou^gebrücft finb, bafe fie ganj 
eigentlich ©c^Iagreben genannt ju merben öerbienen*. 25iefe ©teile 
frfieint fogar barauf ju beuten, bafe ber 5lu^brud ©rfilogreben bem 
©(^reiber ber Sßitteilung aU fd)on eingefül^rt galt. Sro^bem fut^t man 
i^n 90 So^re fpäter im S)SBb. öergeben^; aurf| ber im ©inne öon 
©c^lagmort gebraud)te ©cfjlaggebanfe fel^lt im 2)SBb. unb ift bod) 
fc^on jiemlit^ alt. ©gl. im grrimütigen Dom 19. april 1805, 9?r. 78, 
©. 212: '©ie [SRabame ©ürger bei einem ©ortrage öon Oebit^ten im 
Äonjcrtjaal beg SWationaltl^eater^ ju ©erlin] accentuirt ricf|tig; bal)er 
trug fie bie ©rjä^lungen unb jeben ftarfen ©t^laggebanfen gut öor*. 
©^lager toirb öon Slrnolb al^ bfterrei(^ifcf)e^ S)iaIe!troort bejrirfjnet, 
unb auc^ ©anber^ fül|rt e^ au^ ber SWationaljeitung al3 mienerifc^e 
©cjeic^nung einer jünbenben SÄelobic an. 3^ bin über bie ^erfunft 
beg SBorte^ im Unflaren, mufe aber borf| bemerfen, ba^ eg mir gar 
nirfjt fo feiten in gritungcn unb jtoar, menn mic^ bie (Srinncrung nic^t 
täufcf|t, öorjugSmeifc in fojiaIbemofratifcf)en jur ©ejeic^nung be^ mirf^ 
famen bie 3)iaffen berauf d^enben ©rfilagmort^ , banebeu aber anä) in 
©eric^ten über padcnbe 5!lnfprac^en Don ®riftUcf)en begegnet ift« 2)er 
©(^lager in biefer ©ebeutung fel^It im 25SBb. 

Über fcf)Ierf|t]^inig l^atte Slrnolb meine beftimmten ©elege au^ 
©rf|Ieiermacf|er nod) mijt geiejen. 5)ie^ ©(^leiermacfierifc^c fc^lerf|tl|inig 
l^at rinen ©orläufer unb öieÜeic^t ein ©orbilb in oorl^innig. ©gl. im 
freimütigen öom 2. ©ej. 1805, SRr. 241, (Bp. 544 b: 'ba beiben ^errn 
Untemelimem bie ©erbinblic^frit obliegt, bie not^ unter öorl^inniger 
?lutorität mit bem größten Irile be^ ©c^aufpieIer*^erfonaIe geft^Ioffenen 
ßontracte ju refpectiren'. S)ag S33ort erfc^rint l^ier ald Äanjlriau^brurf. 
äBeitere ©eifpiele Don üorl^ innig bei ©anberd. 

2)ie vertierten ©ölblinge, öon 3Re^er mit 9tecf|t al^ Äraftioort 
be^ Sa^reg 1848 bejeic^net unb au^ ©t^metfrfifeg Epist. obsc. vir. 
(1849), Don ärnolb al^ rincr öon il|m bem Saläre 1849 jugeft^ricbenen 
©cfterjbit^tung belegt, laffen firfj bod) rool^I ettoa^ genauer beftimmen. 
0«t. Säger nämlid) in ©c^Ioffer« 2BeItgefc^icf)te 17, 26 (1876) erflärt. 



9)oaert $(rnoU) über IRic^atb a^e^erd S3ier^unbert ^(^(agtuorte. 155 

ba6 ^dcr unb ©truöc mij bcm für fic unglütflicfien ©c^armüfecl bei 

S)ofjen6acf) (im firetfc Sörrat^) öom 27. Slpril 1848 öon ©trafeburg 

au^ am 29. ^xxl 1848 eine Äunbgebung mit ben mcigenannten balb 

©ntrüftung, balb ^eiterfeit erregenben SBorten crüefeen: 'eine Übcrmarf|t 

öon vertierten unb au^ ber gerne l^erbeigej^ogenen ©ölblingen [ju 

35eutf c^ : l^eflif dien unb mürttembergif c^en $)eere§abteilungen] l^ot in 93aben 

bie republüonifc^en SBaffen einftweilen niebergejcf)Iagen unb bem SSolfe 

ba^ x\)m üerl^a^te gürftenregiment mieber oufgejmungen*. S)er ^faff 

9}2auri3iud, bem ber Sludbruj natürlich befannt mar, fcfjeint i^n bei 

feiner S)arftenung be^ ^ederfdien ^lufftanb^öerfuc^^ dap. i^ 104 nur 

3U umfc^reiben: 

Unb einer bon bm ©ölbnern fam, 
3)ic bcutfd)e gürften o^ne ®d)am 
©mähren für ben SWorb ber Bürger. 

9$on meinen ^abenja^ren l^r erinnere id} mic^ übrigen^ mel|r ber 
'oertierten ©olbate^fa* aU ber 'öertierten ©ölblinge* unb biejelbe 
©rinnerung mirb mir burrf) l^iefige Slmt^genqffen für ©t^Iefien unb 
^ommern bejeugt; eg l^ot alfo, ba bie fonftige Überlieferung nicf|t onju* 
fechten ift, Dielfa^ eine Heine Umprägung be§ ^udbrucf^ ftattgefunben. ^ad 
früher farblofe SBort ©olbategfa würbe jo im 19. Sal^rl^. gern ald 
©rfjlogmort mit bem ©inne ber bürger* ober freil|eit§feinblid)en &tmalt 
gebraucht, ©o fül^rt Ireitfc^fe 4, 132 au^ bem 3a^r 1830 ben ©afe 
Sorbon^ in Äaffel an: '2)er ®eift einer ©olbate^fa ift fcf|on an )\d) 
Don bem @eifte be^ 9}o(ted DöIIig t)erf(^ieben\ 2)a]^in gel^ört auc^ ber 
öon if. ÖJu^fott) am 19. Sßärj 1848 in einer (Singabe an ben Äönig 
griebric^ SSill^elm IV. gebrauchte Slu^brud: 'bie folbate^fe SBerac^tung 
be^ Sürgerr. ©. SBoIff« »erliner SReö.^S^roni! 1, 239. 

^a^ SBortÜberjeugungdtreue nennt 2lmo(b ein gerabeju t^pifc^ed 
©(^(agmort unb fc^eint bamit 9){eQerd SReinung ju beträftigen, ba^ ed 
tt)irflirf| 5uerft öon ben 'boftrinären fiiberalen* gebraucht morben fei. 3(^ 
mufe bagegen auf meine 33emerfungen in 95b. 2, 312 biefer 31- öermeifen. 
S^üc^ f|abe id) aud ber bort angeführten ©teile glorencourt^ (1839) too^l 
mit Unrecht bie 93el|auptung l^erau^gelefen, ba^ bad SBort Don bem 
^riminalrat $i^ig l^errülire. S^enn bie Über5eugungdtreue ift ein 
fc^on bei ^egel Dortommenber Studbrud. ©. ©runblinien ber ^l^i(ofop]^ie 
b. 9le(^tÄle|re *193 'nac^ bem ©tauben im ©inne ber ÜberjeugungÄ* 
treue, ob ber SO^Jenfc^ in feinem ^anbetn feiner Überjeugung treu 
geblieben*. Slucf) I|ier l^alte irf| ein S^Mflni^ Ireitfcf)feg für bebeutfam, 
ber in ber @ejc^. 2, 390 fg. bie fc^Iagmortartige SSertt)enbung öon Über* 
jeugung unb Überjeugungdtreue in bie frülie Qtxt ber ^urfc^en^ 
fc^aft unb be^ Junten^ (1815—1819) rüdt: *2)a fanben fic^ bie beiben 
(äwei lumcr ober Surft^enfcfiafterJ rafc^ jujammen wie bie Sßitglieber 
einer unfic^tbaren fiirt^e unb fd^märmten für il|re "Überseugung"'. 5)iefer 
%u^bru(! |atte jonft nur bie Don au^en l^r burc^ bad 3^ugnid anbrer 
gewonnene Srtenntnid bej^eic^net, je^t erhielt er einen neuen pat^etifd^en 



156 2t. QJomöcrt, 

Sinn, bcr il^m bi^ l^cutc geblieben ift. Überjeugung mar bie ©timme 
beg ©emiffenä, Überjeugung^treue bie I|öcf|fte oller S^ugenben, feine 
Überjeugung änbern l^iefe fic^ f eiber unb bie S)eutjc^l^eit öerraten*. 
Ireitjcfife fü^rt bann jur SBerbeutIicf|ung ber gefc^ilberten Stimmung 
einige Q^xUn au^ einem fiiebe beg ©iefeener ©artoriu^ on: 

'Über jebc (5rf)icffa(ö^.cu0un9 
©(^lüingt fid) unfre Überzeugung. 
3)iefe mac^t uuS aöe gleid), 
(Stiftet uufcr neueö dltidi'. 

9iarf|Jlreitfc^!e 2, 414 müfete in berfelben Seit anij grie§ inQena 
öon ber Überjeugung^treue gerebet l^aben; benn a(g beffen immer 
mieberl^ofte ben ©tubenten eifrig geprebigte ßel^re fül^rt er on: *®er 
SWenfd) foK feiner Überjeugung treu bleiben, ob er fid) ouc^ bie gonje 
SSJcIt jum tjeinbe moc^e*. 5!luffänig ift bem gegenüber, bofe 3mmermonn 
ben üon Sreitfcf|fe gefennjeic^neten pot^etifcfien ©inn ber Überjeugung 
ni(f)t ju fennen ft^eint, ja bieg Söort für ein fcftli(^tere§ a(g bie 51 n* 
ficf)ten l^ölt. SSg(. Gpigonen 119 (SRecI.): '5ür ben minbigften ©t^ein, 
für bie l^ol^Iften SKcinungen, für bog leerfte ^erj finbet mon Überott 
mit leirfjter 9Jiüf|e bie gej^oltoollften, fröftigften SRebengorten. 35og olte 
fc^Hc^te überjeugung ift begl^olb ouc^ oud ber äJJobe gefommen, unb 
mon beliebt öon Stnfid)ten ju reben.* 

2)o6 mon l^cute für 3BeItonficf|t l^äufiger S33eItonf(^ouung fogt, 
ift freiließ meine SReinung wie bie 3(rnoIbg; bofe ober bie SBeltonfid^t 
*l^eute betonntliii gonj oufeer Surg' fei, mufe \d) junöcf)ft noc^ meinem 
@procf)gefü^( bejmeifeln. SBenigfteng l^oben mir bo(^ uoü) oug bem 
^atixe 1873, olfo oug einer ung fprot^Iirf) noä) nicf)t fremben S^it, 3. 
$. 5itf)te8 SBucfi *Die tf|eiftifcf|e aBeÜonfic^t*, unb gleit^jeitige wie 
neuere SBelege mürben (eid^t ju finben fein. Scft gloube übrigeng, bofe, 
möt)renb mon im oHgemeinen beibe SBörter ol|ne Unterfc^ieb gebroud|t 
l^ot unb gelegentlich noc^ fo broucbt, fic^ bod) noc^ jmifd^en il|nen ein 
Meiner Unterfc^ieb machen (öfet, infofern bie SBeltonfidit oft mcl^r bog 
ftrf)cre ober menigfteng o(g fiäier gefül&Ite Srgebnig einer längeren SBelt^ 
betroditung, bie 23cItonfcf|ouung ober e^er biefe 95etrorf|tung ol^ne ben 
beftimmten Segriff einer befeftigten Überjeugung ougjubrütfen fc^eint. 
^ierju mürbe eg ftimmen, menn O. St)on in feinem @i)nont)m. ^onb^ 
mörterbu^ in bem SBorte fc^en in übertrogenem ©inne mel^r bie Se* 
ftimmtlieit finbet. S)og ftimmt freiließ nic^t ju Sb. 2, 259. 

Den 3^i^9^if^ ^iH Slrnolb in einer befonbcrn ?lbbonbIung öor* 
fül^ren, unb mir ^oben bol^er biefe objumorten. Sl(g SSorlöufer betrot^te 
idj ben ©eniug unjerer 3eit bei 3i"Äf«borf, Seremiog 227, (1789): 
*3)er Genius unferer 3^i^ if^ sat\Ticiis. S33enn ficf| bie ©eelen nit^t 
mol^I in ocf)t nehmen, fo fcf|Iei(f)t firfi ber ©pott*@eift in it)re ©emütl^er. 
2)iefer spiritiis criticus et sarcasticus ift eine ^eftitenj unfrer 3^^^^"*. 
9)teifter, Set)träge jur ÖJefc^. b. teutfc^cn ©proc^e unb SJotionolIitt., 
»orrebe IV (1777): 'Der literorifdie @efcf|i(^tfcf|reiber fodte bie »üc^er 



jRobcrt Slrnolb üöcr ^idfaxb Mtt)ci0 iBier^unbcrt ©(^logiDortc. 157 

jebc^ 3ritraum§ jclbcr ju ratl^ äiel)cn, um fo öcrmittefft Scobac^tung 
bcg Snnl^alte^, be^ @t^U, bcr Sel|rart ben iebegmaligcn ®cniu^ bcr 
3citcn g(cicf)jam an^ bcr ®rüft ju crrocden*. 

3um 3^^^iff^n^" bringt Strnolb gegenüber meinen freiließ ouc^ erft 
im gebruar btefe^ 3oI|re§ öerbffentltd)ten Slu^fütirungen (3f- -f ^^^) 
nicf|t§ 9?eue^. Scf) mill l^injufügcn, bog jerrijfen im übertragenen Sinne 
aU Seimort öon 3)ienfrf|en fdjon bem 18. Sal^rl^. angel)ört. Sgl. gr. 
e^Iegel Über ©i^t^e« 833^. SReifter bei ajiinor, ^r. @(f)lcgel 2, 181 
(?{u^ b. Sltl^enöum, 1798): *9?arf| bem Untergang SRarianen^, bie un^ 
nirfjt aU SDJariane, fonbern al^ bog öerfaftene, jerijjene 3Betb über^oupt 
interejficrt, ergöfet un« ber 3lnbli(f be§ 2)ufaten 5äl^(enben fiaerte§^ 2)ai^ 
jerrif fene |)erj, auf baS un§ f(f)on bie Sibel im ^rofeten 3oeI 2, 13 
fülirt CS^J^^^^ife^t ^«r^ C^erjen unb nic^t eure Sleiber!'), finben mir 
im 3lnfang be^ 19. 3ö^tl^§. bereite öerfpottet, offenbar mril e^ firf| al^ 
häufig unb meÜeicfit öftere gefdimatfloS gebraurfjte^ @(^(agmort löftig 
gemaät l^atte. SSgl. ben g^^i^tütigen öom 21. San. 1805, SWr. 15, 
©. 58a: *SBa^ Seufel, mein |)erj ift )(f)on jerrijfen öom Äopf 
bi^ JU ben 5ü6en\ ®ie ©teile ift abgebrucft an^ 3f^of!e§ in S^ric^ 
1805 erfrfjienener *9?cubearbeitung öon iOioliere^ iJuftfpiefen unb ^offen*. 
3u ben öon mir bi^ 1807 aufmärt^ gegebenen belegen fürä^^^^^ijf^n^eit 
im übertragenen Sinne füge man .^cge(§ SSorrebe jur ^l^änomenologie 
XXXVllI (1807j: '©r [ber ©eift]" gewinnt feine SBa^r^eit nur, inbem 
er in ber abfoluten S^^^Mf^n^^it firf) f^'H* finbet*. @. 3ß. 5!lmbt, 
»ru(f)ftü(fe einer Steife burt^ einen %\)di Stauend u. f. m., SBb. 2, 340 
(1801): 'Srniebrigung unb (Sinflufe ber gremben ift ba§ Sic^erfte, ba^ 
bratjfte SBolf nieberträcfitig ju machen. 3lrme^ Jeutfc^tanb, toa^ foll ic^ 
2)ir alfo bei beiner B^rriffenl^cit propliejeien ?' 3)en Segriff ber fpäteren 
oft nur eingebilbeten ober fic^ fpreijenben S^i^^^iff^n^eit umft^reibt nic^t 
übel 3mmermann, @pig. 117 fg. (Steel.): 'Unglütf tiaben bie 9Jienfc^en 
JU allen 3^it^n genug gel^abt; ber gf"^ bc^ gegenmärtigen @efcf|lerf|t^ ifi 
aber, fi(^ auc^ ol^ne alled befonbre ^eib unglüdlic^ ju füllen'. 

2)ie 3ße]^rI|eit^form 3"f*änbe fül)rt 3Kei)er aU einen Sieblingd* 
au^bruc! ©u^tomd an; Smotb aber meift baraufl^in, bag grabe ©u^tom 
ic^ an bem '^äfelicften abftracten SBorte* geärgert unb SSaml^agen bafür 
omie für 'Scjüge* unb *ftofflid)* öerantmortlirfi gemadjt I|abe. SJiefer 
SBiberjprurfj mirb ficf| mol^l löfen laffen, menn mir öon vorneherein an* 
ncl^men, ba§ ©u^tom ju t)erfcf)iebenen Seiten über ben 3Bert beg SBorte^ 
3uftänbe öerf(f)ieben geurteilt tjat SBar er boc^ ein augenblidlid)en (Sin* 
brüden leicht untermorfener meift aufgeregter 3Jiann, ba^ rechte Sinb be§ 
•neroöfen Sa^rl^unbert^'. SWan öergl. Slafebom «2, 86 (1846): ^SBenn 
wir für unfer beliebtet 9teifenoöeÖen=0enre folgenbe (f)emifd)e Jo^^ntel 
cntbecften: Sieben Sotl^ äwftänbe, fieben Sott) feine SBejüge unb brei 
2ot^ J^eilige nic^t ganj ju öermerfenbe ^ietät^ftoffe*. @bb. 2, SO: 25ic 
Schreibart ber 3w)^önbe mu& üon 93erg ju Jl^al manbern, l^ier fteinig 
unb (^auffiert, mo eine %f)at)ad^t ju entmideln ift, bort grün unb tofenb, 



i 



158 St. ®ombctt, 5Rob. «tnolb üb. Sftic^. SWc^cri^ 83lcr^unbert «Si^aöioortc. 

tüo c^ gilt, fic in il^ren mannigfacficn "fflcjügcn" ju fcf|ilbcrn'. ©äl^renb 
l^icr ein SBibcrmiHc gegen bie '34*^"^^' wnb faft nodi mel^r gegen bie 
'Sejüge' l^eröortritt, ift öon folc^em an anbern ©teilen ni^t§ ju fpüren. 
@o in ber @(f)rift ®ötl^e im SBenbepunfte jmeier 3ci]^t|unberte 250 
(1836): *3ebcr ßicerone ber gegenwärtigen beutjci)en fiitteraturjuftänbc 
tüirb in SSerlegenbeit gerotl^en, menn ein grember il^n früge: SBo ift bo^ 
©enier (£bb. 129: '3)a [im 18. Sa^r^.] fcf|toebte über ermübeten 3u« 
ftänben eine tüunberbore 9lufregung'. SSielteidEit l^at (Sufefom ben SBiber* 
miKen gegen bie Swftä"^^ o^^ SKobetüort erft in ben öierjiger Salären 
gewonnen, eine ?lnfii)t bie ficfi mir befeftigen mürbe, menn in ber erften 
mir unjugänglicfien 9lu^gabe be^ ffllofebom (1838) bie borauS eben an* 
gefül^rten ©teilen nocfi feilten foltten. 9D?et)er fü^rt ben SBIafebom mö) 
ber jmeiten Stuf läge in ben ®ef. S33erfen, 83b. 7 — 8 au^ bem Saläre 
1846 on, jc^reibt aber bie Sal^re^jal^t 1838 baju; (Sufefom aber l^at 
bod^ jelber ben Stajebom ber ©efammelten S33erfe alg *üöllig umgearbeitete 
Slu^gabe' bejeic^net, fo ba^ mon au^ il^rem SBortlaut feine fieberen 
©d^Iüffe auf ben ber erften jiel^en fann. S)a^ übrigen^ SJie^er, mie 
Slrnolb jagt, ba^ SBort guftänbe ate einen ^öon ®öt^e bePügelten* 
Slu^brud bejeicfinet ^ätte, trifft nidjt ju; er nennt il^n nur ein öiel* 
gebrau^te^ ®öt]^ifcf|e^ SBort. 9ltg ©rfinber be§ Slu^brud^ fann ©ötl^e 
ni^t gelten, ba Slbelung im Sal^r 1786 bie SBenbung leibenfc^aft* 
li4e 3wftänbe ol^ne ^inmeiS auf bie SReul^eit be» äu^brud^ bringt, 
unb ba ßl^r. gr. öon 93Ianfenburg in jeinem SSerfuc^ über ben Sioman, 
Seipjig unb fiiegnife 1774 (@öbefe, ©runbrife *4, 216 fg.) l^äufig öon 
Suftänben rebet. SSgl. bort ©. 275: *3ft bie« für ben bic^tcrifc^en 
Seier genug, ber ben 3Renf^en nac^ ber SBal^rl^eit, ba« ift, mit ber SSer* 
änberung feine« äugern 3uftanbe« jugleic^ aÜe bie innern S^ftänbe 
be«felben fennen miU?' ®bb. 298: "ol^ne bafe nid^t gemiffe innre 3"* 
ftänbe, Sorftellungen unb ©mpfinbungen öorl^ergingen'. Auf @. 299 
roerben bie innern 3«^^"^^ breimal genannt, fie fte^en au^ ©. 121, 
unb ba« SBort Suftänbe überhaupt bietet auc^ @. 142. 25a« 93uc^ 
Slanfenburg« ift ba«felbe, ba« id^ unter 'JRomanbic^ter' 83b. 2, 275 
al« ein mir unbefannte« nac^ SBielanb« 3Jierfur angefül^rt l^atte. ©eitbem 
ifi ber ßeiter unfrer ©tabtbibliotl^ef ^err ^rofeffor 3Jiarfgraf meiner 
Unmiffenl^eit freunblic^ ju ^ülfe gefommen, inbem er mir ba« 93u(^ 
nad)gemiefen l^at. 

Strnolb ^at nod^ eine JReil^e anbrer ©ci^Iagmorte 3Jie^er« bel^anbelt, 
fo au^er ber fd)on l^erDorgel^obenen rechten |)anb nod) ^ntifemit, auf« 
geregt, Sbelroft, ©mpbrer, feftnageln, pittore«f, romantifcfi, ©^möfer, 
©d^rullen, ©c^mefelbanbe, ©nob, taftio«; bocfi gel^e iä) auf biefe Äu«* 
brücfe je^t nic^t weiter ein, teil« weil ic^ ju einigen felber nic^t« 9{eue« ju 
fagen meig, teil« weil bie 83e]^anbtung einer Slnjeige fcf|on au«fül^rli^ genug 
ju fein fc^eint. 3lrnoIb jeigt in feiner Slrbeit miffenfcfiaftlic^e ©4ulung, 
umfängliche Äenntni« ber beutfcf)en ßitteratur unb ein fc^arfe« Urteil; man 
fann bal^er auc^ auf bem treibe ber SSJortforfc^ung ®ute« Don il^m erwarten. 



Iloc^ einiges fiber «Sc^lagmorte itnb Lebensarten. 

Sßon 
S(. ©ombcrt. 

SBenn und l^ier noc^ einmat Sc^Cagmorte unb Siebendarten 6ejcf|äfttgen 
»erben, jo ift bie erftc SBeranlaffung boju otterbingd 91 ic^. SDleijer mit 
feinen S^ierl^unbert Sd^Iagmorten, unb in ber mieber^oUen SSel^anb^ 
iunfl feiner (S^rift fann er eine Slnerfennung i^rer SSebeutfamleit, ind^ 
befonbere il^rer anregenben ftraft feigen. SIber mie )cf|on bie ©rörterungen 
unb Kac^roeife in ber Süc^crfd)QU bed jmeiten Sanbed biefer 3^it}c^rift 
offentunbig unb unoerl^ol^Ien andj manche mortgejc^ic^t(icf)e X^atfac^en 
twrfü^rten, bie nur in lojerem Sufömmenl^Qngc mit TOe^erd ?lrbcit ftanbcn, 
fo wirb oudj biefer 9luffQfe fid) nic^t immer ftreng an 3)ie^er Italien; 
\a er nimmt bad 9iecf)t ju freierer Semegung auf bem ®ebiete ber 
Scbtag^ unb ^al^nenmorte, ber batb bauernben balb rafc^ t)erl^a((enben 
Äraft* ober äi^r^^ortc noc^ grunbfäfclic^er ald bid^er in ?(nfprud), bo 
ed fic6 je^t nicf|t me^r t)orjugdmeife um bie 93eurtei(ung einer beftimmten 
Sdjrift ^anbelt, fonbern um biejenige allgemeine ÜJiit* unb 3!öeiterarbeit, 
bie SÖJe^er felber am Sc^Iuffe feiner Scf|rift (8. 92) gemünfdjt unb 
erbeten |at. !£a^er merbe ic^ ed auc^ nicf)t a(d äSormurf empfinben, 
wenn mancf|e ber folgenben (Erörterungen me^r an ©üc^maund öJeflügelte 
SS^orte a(0 an 3){et)er anjulnüpfen ober überhaupt fid) in eine 93ericf)tigung 
unb Crgänjung unfrer beutfcf)en äBörterbüd)er ju oerlaufen frfieinen. 
8inb roir boc^ über bad ^uffommen unb bie ^Verbreitung lanbläufiger 
ober in engeren Äreifen befonberd beliebter SBenbungen meniger genau 
unterrichtet, a(d ed bei uuferem SSefig öon öerbienftlidien unb umfang* 
reichen SBörterbüt^ern ju ermarteu fein foflte. Seri(t)tigungen nac^ biefer 
Seite ^in werben alfo öon Dorne l^erein berechtigt unb felbft bantendmert 
erfcfteinen, fo roeit fie mit ber nötigen 35orficf)t audgefproc^en merben, an 
ber ed SKeper freiließ oft ^at fcl)(en (äffen. 3u ben tofgcnben W\U 
teilungen berichtige ic^ nun nict)t b(o^ 3)h\)cx ober bied ober jened Sörter« 
btt(^, fonbern aud^ me^rfacf) meine eigenen in ber $üd)erfd}au be^ oorigen 
Sanbed gemachten Angaben; icf) teile mit, mad xdj in einer 9ieil)e oon 
t9ortgefd)ic^t(ic^en (fragen Semerfendmerted glaube fagen ju fönnen, auc^ 
mnn ic^ fe^r mol^I meiB, bag bamit eine Unterfuc^ung nod) nic^t ab« 
gefc^Iofjen ift. Weine me^rfac^ ungcnügenben iöemertungen ^aben boc^ 
immer bad Oinit, einem anbern ben g(eid)en oft fe^r jeitraubenben S^eg 
(U bem Don mir fc^on gemonnenen feften fünfte ju ersparen. Sin 3){ig^ 



160 a. ®om6ctt, 

t)erftQnbnid möd^te tc^ nocfi abmelkten, ^te toortge{c^ic^t(td)e g^orfc^ung 
macf)t manijtm {etcf)t el^er ben (Sinbrud einer ^rt don ®port ali einer 
ernftl^aft miffenfc^aftlid)en Slrbeit; ja gegenüber ber 9?ac!^meifung cine§ 
SBorteg au^ einem beftimmten ^a^it regt \xi) mol^t ber SJerbad^t, al^ 
tDoUit ber SWitteilenbc mit ben möglici^ft oufttjärt^ fül^renben Sal^re^^ 
jQl^Ien nur einen *neuen JRecorb jc^Iagen*. S33er bergleicfien nic^tigc^ 
Streben mirftic^ öorau^fe^t, ber joft in feinem SBal^ne nic^t geftört 
werben. Safe ober tuenigften^ für bie ©ci^Iagroorte nic^t ber ältefte 
Seleg an fidi bag SBefent(icf)e ift, fonbern ber fidiere ober menigften^ 
wal^rfc^einlicfie SRocfimei^, burc^ wen ober bei loelcfier ©elegentieit ein 
öielleid)t längft öorl^anbeneg S33ort jum ©c^Iogmort geftärft ober beflügelt 
morben ift, ba^ Ieucf)tet »ol^I allgemein ein unb ift fcf|on öon SQie^er 
an mel^reren SBeifpielen bargetl^an morben. SBo nun im folgenben ein 
SBort über]^au^)t unb njo e^ aU Schlagwort nacfigemiefen mirb, ba^ 
werben bie Sefer leicht ju unterfc^eiben miffen, unb fie jebe^mal barauf 
befonber^ l^injumeifen, öerbot fd)on bie §öfli(i^!eit. S33o l^ingegen TOife* 
öerftänbniffe möglich fcf)ienen, ift auc^ breite Slu^brücflic^feit ni(f)t ge* 
fc^eut morben. 

hiermit gel^c i^ jur Betrachtung einjelner ?tu^brücfe über. 

2)ie affenartige ®efcf)roinbig!eit ber preu^ifd^en Solbaten 
würbe be!anntlic^ im Satire 1866 ein öorjug^weife öon ung ^reufeen 
fclbft mit Beilagen gebraucf|ter ?lu^brucf, ben wir, wie Sü^mann lel^rt, 
ber SBiener ^reffe öom 18. 3uni öerban!en, wo bie affenäl^nlictie 
83eweglicf|!eit ber ^reufeen l^eröorgetioben wirb. 2)en ©ebanfeu felbft 
finben wir mit anbern SBorten bei Sörne 1, 48 (üeipjig, bei $effe: 
©chücfiterne Semer!ungen über JÖfterreicfi unb ^reufeen, 1818): 'aRit 
langfamer nücfiterner ftraft l^at Öfterreic^ geftritten unb burc^ bie il^m 
}um 9?aturtriebe geworbene, faft bewu^tlo^ l^anbelnbe ©taat^flugl^eit 
unter ber SKiene bequemen Sl^un^ me|r »errichtet afö ^rcufeen mit 
unjeitiger, jappeinber ®efcf|äftigfeit'. SJergl. aucf| ©oang. Äirc^en« 
jeitung öom 22. ?lpril 1848, SRr. 33, ©p. 301: 'wä^renb ber Sng* 
länber aucfi in ber Sluflöfung 9Kab unb ®efe^ !ennt, erfreut fid) ber 
5ranjofe mit äffifcfter 3ieweglicf|teit unb prin^^iplofer ,§aft an bem 
Umfturj alg fold^em.' Sbb. ®p. 297: '|)ier [in «oben] ift bie !ran!* 
l^afte 8ieweglic^!eit, ba^ abftrafte ®cl)auffement . . . recf|t eigentücfi 
ju ^aufe'. 

*9lltar be^ SSaterlanbc^' erfci^eint bei ®id)enborff, Ärieg ben 
^^iliftern 8 (1824) beutlic^ aU SBenbung aix^ bem grü^jatir 1813 
mit beftimmter ^inweifung auf |)ermine üon ©cfimettau: 

Sllö öor ber ©cfterc mörbcrifdicm <^taf)it 
!Do^infonf meiner golbncn i^ocfeu 3d)niucf 
§(uf ben 9(ltar be«^ 33atcr(aubö, ctn 3d)erflcm 
3u 5:aucn, Gegcln. 

5)er etwafi; fpöttifc^e Ion, mit bem ber boc^ ernftl^afte unb üater* 
lönbifc^e ©ic^enborff bie SEBenbung gebraucht, beutet barauf, ba^ fie, 



9loä) einiget ü6er Sc^tagmorte unb 9{ebendarten. 161 

ijieneic^t fc^on feit 1818, unb mal^rfci^einlicfi fpätcr nod[i tnetir, jum 
Übcrbrufe gcl^ört roorbcn ift. ^cutc öoUciib^ crfc^cint fic al^ jo Der* 
brautet, bafe mon fid) fcf)eut, fic bei njirflirf) ernftl^aftcn fieiftungcn für 
bad ^aterlanb noc^ ju Dermenbcn. 

'9lnbQl^ncn* erfd)cint in bcn SBörtcrbüd)ern feit Gampe, ber e^ 
bur(6 ein beigefügte^ Uxcn^ al^ (onbjc^aftlid) bejeidinet. @rimm unb 
©anberd bringen e§ ol^nc SBeifpiel ; |)et)nc giebt folc^e au^ Äeller (ISoG) 
unb au^ einer noc^ jpäteren 9lebe Si^mardS. Sinen etmo^ früt)eren 
Seleg bietet ®u^!om, S)eutfd)(anb am ^orabenb feinet f^aüt^ unb jeiner 
@röBe [3). a. «.] 28 (1848): '3)eutf(^Ianb fanb feine franjöfif^en 
£ubn)ige, feine 9)<Qjarin^, ®uHt)d unb 9{id)elieud, bie burc^ eine furje 
Sijrannei eine lange 5^ei^eit angebal^nt Ratten/ Gbb. 228: '9iie 
Tüäre ber ?lbfoIuti^mu^ angebal^nt morben'. ^riebric^ SBil^elm IV. 
in ber Il^ronrebe jur Sröffnung be§ bereinigten Sanbtage^ am 11. 9(pril 
1847 (Slbbr. u. a. bei $at)m, Sieben unb Siebner be^ öereinigten preufe. 
ÜanbtageÄ^ 8. 459, ober bei Säger unb 3JioIben{|auer, Slu^roa^I wichtiger 
«ttenftüde 195): 'bei ben ©eric^ten ift ^eünblic^teit unb Öffentlirf|!eit 
angebal^nt/ 3JJan fie^t, bafe in biefen SSeifpielcn, befonbere^ in bem 
legten, bad SBort burc^nus^ nid)t a(^ (anbjc^aft(i(!^ ober gar aU ooltd« 
tümtid^, fonbern im öegenteil al^ entroeber gefcf)äft^= unb !an5leimäBig 
ober al3 feierlich erjc^eint. Sbenjo fie^t mol^I iingelftebt bei Jeob. 
mhl Seiten unb ajien)rf)en, 2, 286 (»rief an Söel^I üom 1. 2)ei. 
1865) bn^ 2Bort an, menn anber« xd} bie ju itim gejc^ten 9(nfü^rung^* 
jcicben richtig beute: 'roeil id) bie öJrünbung einer beutjd)en S^atefpeare- 
©efedjdjaft unb bie Silbung eineg äJerein^ beut)d)cr 33ül^nenbict)ter unb 
lonje^er menigften^ )o meit "anbal^ncn" möcbte'. üöngft ift nun ba^ 
SBort üiel l^äufiger geworben unb gehört ju ben ftetienben SBenbungen 
lettenber SRäte, fic^ fül^Ienber 3^i^ii"9^W^riber unb ber 3)iad)er aller 
Parteien. Sn bem legten 3al^rje^nt ober aucft fd)on früber mu§ e^ fein 
öebiet teilen mit ber anfprurfi^öoUeren unb munbfü(Ienberen SBenbung 
*in bie SSege leiten', o^ne bie tieute tein SJertreter eine^ gri)Beren 
JBerein^, öoflenb^ fein Üanbrat, Stcgierung^präfibent unb 9)?inifter me^r 
befielen fann. 

Äntebiluoianifdi im eigentlid)en ©inne braud)t |)erber 6, 111 
©up^. (um 1770): *ber ©ammler biejer SlntebiluoianifAen 9?ad)* 
ritzten', b. 1^. foId)er, bie fid) auf üorfünbflutlid)e 3^'^ beäicl)cn. ^Hld 
übtrtreibenbe^ 2d)mud* unb ilraftmort b«be id) e^ im 0ro6=Stre^li^er 
©(^ulprogramm b. 3. lss9 au^ 05rre^, Icutf(^lanb unb bie SfeDohition' 
25 (1S19) nadigeroiejen. Gbenfo rebet "^üdler in ben ©riefen eined 
Serftorbenen :{, 2:59 (2s. TC5. 1n26) t)on 'antebiluöianifcben ©tier* 
börnern', um folc^e ju bej^eic^nen, beren Iräger nod) in ber Sad)jenjeit 
gefdjoffen mären. Xai SBort ift bann in übertreibenber Sd)er5rcbe 
febr geroö^nlid) gemorben unb bat fid) in biejer bi^ beute (gelegcntlicb 
mit Dorfünbf(utlid) mcd)jelnb) ungefd)mä(bt bebauptet. 'Gin ante^ 
bituDiantfc^er ^^rad' u. bergl. St^ij^^n eigentlidiem unb übertragenem 

II* 



162 a. ®om6crt, 

«ugbrud ^ält bic aKittc ®örrcg, Scutfc^t. u. bic Mcö. 25 (1819, in 
einem 9?arf|brud au^ bem Sollte 1820): *25ie Änl^änger beg onte«» 
biluöionifd^en Alten unb bie be« 9?Q^)oIeomi(^en 9?euen'. 35enn mer 
will, fonn ja bie franjöfifc^e 9leöoIution aU eine ?Irt ©ünbflut Quf* 
faffen. t^ür bad nemö|n(ic^e t)orfünbf(uttic^ im eigentlichen ®inne 
brandet ®örreg, jrioricr 39 (1838) öorflutig: *bie öorflutigen 
S3ären unb bie Ure unb bie ^t)antn, unb mad fonft feine @e6eine in ber 
SWuggenborfer unb in anberen ^öl^Icn jurüigeloffen'. 9Kit bem Äuf^ 
tommen ber ©patenmiffenfc^aft fagte man in äl^nlidiem @inne and) gern 
'ausgegraben'. @o rebete man im Äriege gegen granheit^ gern öon 
alten 'ausgegrabenen' (Stappettfommanbanten. 

35a« feit Sci^tl^unberten in mel^r als einer SBebeutung gebrauchte 
SBort anregen fc^eint am 6nbc bcS 18. ^al^rl^unbertS ben befonbcrn 
©inn ju belommen: 'geiftig unb feelifcfi in einen befonbern 3"f*ön^ ^^^ 
©enufe' ober SJeiftungSfäl^igfeit öerfefeen'. 3)ie}er ®ebraucf), in bem be* 
fonberS bie formen anregenb unb angeregt mie baS ^aupttoort An* 
regung erf^einen, mürbe bann t)on man^em a(S gejiert em))funben. 
ßreujer fagt öon fi^ bei «oft, «ntil^mbolit 1, 358 (1824): 'SluS Ceipjig 
l^atte icf| baS Sci^Iegelifc^c ?lt^enäum mitgebracfjt ; für micf) toar bieS 
eine ^eriobc ber öielfeitigften geiftigen Anregung*. SBofe ebb. l^ö^nt 
mit benfclben S33orten: *mie öieljeitig mar bie geiftige 31 n regung beS 
Athenäums. SBie regte bie ©aft* unb fraftöoHe fiucinbe ben fd)Iaffen 
©inn ! . . . D^ne 3"^^?^ t ^^t auc^ bem fiebenunbjmanjigiäl^rigen 9Ät)ftif er 
bie angeregte ^aft in bie Ringer gejudt'! SJofe mürbe mo^I auf bem 
il^m fonft befannten SBorte anregen f^mcrlicfi fo l^erumreiten, toenn eS 
il^m ni^t in ber befonbern SScbeutung als gejicrt oorgefommen möre. 
Anregung geben ftel^t im SRI^ein. SRerfur SWr. 151 üom 20. 9ioöembcr 
1814: '2)arum fe^ l^ier bie erfte 3lnregung nur gegeben unb ber 
SBorfc^Iag [äuSbau beS Äötner 3)omS| fünftiger 93erat^ung ber 9iation 
empfohlen.' 3)aS Slnregen als bemußteS Qxei ber SageSblötter liebt 
Soel Sacob^ in feinen Silbern unb 3"ftänben auS SBerlin 2, 17(5 (1833) 
auSbrücflicf) l^eroor: *3Ran beben!e bocf) ben S^^^^f ^^" f^^ ^'^1^ ®^* 
fcfjcinungcn gefegt l^aben. ©ie moHen anregen, Sbeen in Umtauf bringen, 
bie 3^it vertreiben, jum eigenen 9?acf|benten aufforbern'. 2)ie unS tieute 
gan^ geroöl^nlicf|e 3!öenbung 'einen ®ebanten anregen' erfct)eint in 
SBoIffS berliner Sieool. Sl^ron. 2, 132 in 9lnfü^rungS5eid)en, loobei 
freilid^ nic^t fid)er ift, ob bamit SZeubeit bcS ?(uSbru(fS ober Urtunblic^* 
feit beS Söerid^ts auSgebrücft merben foll: '3wgl«c^ Joeiß baSfelbe 8)(att 
[bie SJoff. S^itung] mitsuteiten, bafe "ber ®ebanfe angeregt" morben 
fei, bie Äommanbantur ber ©tabt unb baS Äommanbo ber Sürgermel^r 
in bie ^önbe einer ^erfon ju legen/ 3JgI. anii ©u^fom, @ef. aJJerfe 
12, 15 (Sriefe auS ^ariS, 1847): •^opuIaritätSt)ogeIfc^eucf|cn, bie bei 
jebem Änlaft, unb mär' eS ber gebanfenlofefte, in ben 3<^itungen als 
?ln reger, Seförberer, ^tanmac^er fid) gebrudt feigen muffen'. Gbb. 3, 
312 (SBiener Sinbrüie, 1845): *S8auernfelb, ber gefinnungSooIle An* 



9lo(^ etntged über ©c^rogmorte unb dteben^orten. 163 

reger bcr ?ßetition'. §tcr (mic anä) in bem öorl^crgel^enben Selcge) 
l^aben mir mol^t injofern einen neuen @pracf|gebrau(^, a(d gegenüber bem 
im 35SBb. jcfton ou^ fiut]|er belegten Anreger jefet im Slnf^tufe an bie 
mit ber frj. JReüoIution aufgefommenen unb in bem Dictionn. de l'Acad. 
t)om Saläre 1798 unb bonocfi bei ßatel (1801) aufgenommenen SBörter 
motion, motionner, motionneur auc^ ber beutfc^e Anreger eben ben 
Äntragfteller in einer beratenben, in^befonbere )jo(itif(^en SBerfammtung 
bebeutet, mofür &ate( bie mol^I taum ju red^tem fieben gebiet)ene Über^ 
fefeung *?ln träger* l^at. 3)ie^ S33ort mirb aud^ bei @rimm übergangen, 
unb nur ©anberS bemerft, bafe eg einmol in ben ®renjboten ben ^eran=« 
ober 3u|ammenträger ber ®arben bejeit^ne. 

3)ie *arbeitenben* filaffen finbet man »ieberl^olt bei ®ufe!ott), 
j. S. ©efammelte SBerfe 12, 464 («ßarifer Sinbrüde, 1846): •jur 
^ebung be^ menfd^Iici^en (SIenbd unb jur (Srleidjterung bed O^orttommend 
ber "arbeitenben" ftlaflen'. @bb.: *@§ ift nicf|t nötl^ig, barum alleiJ 
in 5I"B 5" bringen unb bie "orbeitenben" Slaffen mit ben Utopien 
eine« ©ejamteigentumä in graujame Tantalusqualen ju öerfefeen*. 3n 
bemfelben Sanbe frül^er, b. 1^. ben ©riefen ouS ^ariS ouS bem Solare 
1S42, nennt er bie arbeitenben Äfaffen ol^ne Änfttl^rungSjeid^en. SBa§ 
tl^n 1846 an bem ?(u§bru(f üerbriefet, fetien mir (ei(f)t a. a. D. 465: 
*bie hochmütige ^olemif, bie öon einigen, befonberS ben beutfc^en Äom* 
muniften, gegen bag übrige fieben ber gefeflf^aftlic^en gebifbeten SBelt 
gefül^rt mirb, ift eine l^ol^te Slenommifterei . . . .; bie gemöl^nlic^e 
praftifc^e Äommunifterei tritt un^ in ^ariS oft mie traget fiungern 
tiac^ &lnd, mie meinerlirfie ©enufefuc^t entgegen/ 3Ran fül^It bem 
unermüb(id) fleißigen ®u^fom, ber ed fid) fein fieben (ang l^at muffen 
f aurer merben laffen aU bie meiften 3Jer treter ber 'orbeitenben 
AI äffen*, bie Sntrüftung nac^ über bie Slnma^ung biefer, bie Arbeit 
aU ein unterfd^eibenbeS SDiertmal für fid) in Snfprucfi ju nel^men. Xa& 
ber ?[u«bru(f felbft nicf|t erft öon ben Äommuniftcn erfunben ift, mirb 
betannt fein: nur gebrau(f)te man il^n frül^er gemöl^nlid) in ber Sin5ahl. 
SJgl- 3citg. f. b. eleg. 2Se(t 1801, iRr. 49, @p. 390: '^unberte oon 
©urgent au3 ber *arbeitenben Ätaffe*. 

35cr arme 9Äann, für beffen pfeife gegenüber ben ©ebanfen an 
bad Xabatdmonopol üor 20 unb mel^r ^af^xm fo biebermännifc^ rül^rfam 
gerebet unb geschrieben mürbe, ba^ er fic^ j^Iiegiic^ in ben *fo genannten 
armen 3)2 ann* Dermanbelte, begegnet unS aU ©(^(agmort u. a. im 
Sollte 1847 in 85ec!d fiiebern öom armen 9)iann. SSgl. aud) ben 
Pfaffen SWaurijiu«, 1, 13 (1849): 

'9((d mir unter einem armen 
(Scf)mar.^Qe(ben ^of^meg^oerTtgen (£armen 
!Den 9{amcn eined $oeten (afen, 
!Der nod) t)or Shtr^em mit toUem ^(ofcn 
3(Iö "armer SKann" unb 3ocia(ift, 
%(i» ^tfieift unb (iommunift, 
Äld jerfaßrener ^oete fang.* 



164 M. OJomöcrt, 

©clbfttjcrftänblic^ ift bcr arme SKonit fcf)on öict frül^er 0(8 SWcl^rl^citS«» 
begriff für bie armen ßeute gebraucht roorben. SBgl. ben freimütigen 
öom 31. 9Äai 1805, 9?r. 108, ©. 431b: 'SBarum mac^t man nic^t 
eine ?(uflage ouf bie JRomane? 55ag märe marl^aftig beffer, afe bafe 
man bem armen Spanne ^olj unb 83rot öertl^euerf. 

2)ie 3lriftofratie be« ®eifteg ift, mie SJie^er meint, juerft 1819 
öon bem berüchtigten ©aul 3lfcf|er in feiner Schrift 'Über ben beutfc^en 
©cifte^ariftotrati^mu^* ju einem ©rfilagmorte au^gc^jrögt morben. 
®Ieirf|jeitig aber tefen mir bei ®örre8, Seutfci^I. unb bie Sleool. 164 
(1819): '3lriftofrotie be^ Sefifee^ unb be^ Satent^', mag freiließ 
näöer an bie in unfern Xagen öiel genannten 'SJertreter öon Silbung 
unb Scfi^' anMingt. 

?i[ft|etif(^ mürbe burc!^ SBaumgarten unb 3Keier (feit 1748) balb 
ein gern gebraurf)teg S33ort ber fiunftric^ter, unb ber SWifebrauc^ rief bem* 
entjpred)enb frü^ einen 3Biberfprud| gegen äftl^etifrfieg @ejd)mä^ mac^. 
SBgl. gr. % aaäolf, SJerm. Schriften unb Sluffäfee 377 (au^ bem 3a^rc 
1784): '@r (Sürger) geftel^t jmar, ba$ bieg ein Söroden für ben 
äft^etifd^en ^ang ^agel fe^n merbe/ 3)ag merben SBorte SBürgerg 
aug bem Sournal SJon unb für S)eutfci^Ianb fein, in bem feine öer* 
beutfc^te SHag bamalg erfc^ien. Sgl. aucf) 5- ö. GöIIn, SBien unb Serlin 
244 (1808): '6in englifd^er ©troJ^junfer muffe je^t üon nic^tg reben 
olg öon englifc^en üanbmirt]^fct)aftggrunbfä^en . . . ©eine Äü^ftätte, 
SJiiftpfüfeen unb ^artanftalten mürben alle äftl^etifcft angelegt". Sei 
(£ö(In mirb überl^aupt bag SSJort äftl^etif(!^ me^rfac^ mit äBibermiden 
genannt. ©. ebb. 130: 'änfolenjen, bie fic^ blofe bie äftl^etifc^^freien 
berliner erlauben/ © 151: *3n mand^en [fogenannten geleierten @e* 
fe«jcf)aften] treibt man äft^etif^e Sollseiten." ©. 310 (9?arf)frf)rift): 
*Unjere mobernen äft^etifcf|en Äritifafter.' 

?(uftlärung im gemö^nlid^en ©inne beg S33orteg feigen mir fc^on 
1785 o(g abgenufet, mäl^renb eg nac^ SQie^er burc!^ Äantg befannten 
Äuffafe öom Sa^xt 1784 erft ttaffifc^e ®eltung befommen öat. Sergl. 
a;. TOertur, «uguft 1785, ©. 108: 'bog SBort «ufflärung fängt jefet 
ollmäl^lic^ an, fo mie bie SBörter ®enie, Äraft, guteg ^erj, Gmpfinb* 
fam!eit unb anbere in üblen SRuf ju fommen". ©. oud) 8)b. 2, 59 fg. 

^lugnal^megefe^e, öon benen mir bei beftimmten ?(nläffen immer 
reben l^ören, nennt fc^on ®örreg, leutfc^I. u. b. SJeüoI. 47 (1819): 
*93eminigungen, burc^ Slugna^megefe^e meiglid) gejügelt*. SanberS 
l^at bai^ SBort ^unäc^ft ol^ne Seleg, bann im (Srgänjunggmb. mit einem 
aug bem 31. Sal^rgange ber SJationaljeitung (187s). 

SBenn 1876 fiurnberger bie SBenbung *bag Sanner ^ocf|{|aIten* 
JU ben Slumen beg 3^iti^"9^frilg recfinet, fo mag er rec^t l^aben; boc^ 
ift ber ?lugbru(f fid)er auc^ im übertragenen ©inne fcf|on oiel frül^r 
gebraucht morben. Sn ben fiebjiger Salären bemerfte ic^ bie 3!öenbung 
in ftubcntifdjen Äreifen fc^on alg ftarf üerbrauc^t unb barum in poffen^ 
l^after Sermenbung. 3Ran pflegte nämlic^ ftatt beg einfachen ftubentifc^en 



^od) einiges aber ©d^tagmortc unb diebeni^artcn. 165 

3utrinfcn§ ba§ SJicrgta^ l^oc^ ju lieben unb babei ju fprcc^cn ^Srofebcm 
mcUen mir bad Sanner ber ^iffenfdiaft fjoäjiiaittn unb unoerjagt 
in bic Swfunft bliden*. 3)a^ ®anjc flingt mic eine luftige SSäiebergobc 
einer gejinnung^türfitigen ^rofefforenrebe, bie etma gegen ©talgig jogenannte 
Umfe^r ber SBiffenjc^aft Sin^pruc^ ttiat. 3)onn freilicfi müfete unfrc 
JReben^art jc^on in bic erfte ^älfte ber funfjiger Satiren (1852) gel^ören. 
Sarritoben finbct ^et)ne noc!^ ber SSermenbung in ber älteren 
Äriegefunft '1848 in ben ©traBen!änH)fen reöottierenber SKengen*. 3)a& 
feit 1S48 in S)cutjc!^Ionb me^r öon 93arri!oben gerebet mürbe afe 
frül^er, ift ganj natürlicf); aber bag S33ort l^atte bocf| jcf|on feit ber Suli* 
reöolution jeine beftimmte Stellung im 2Sortfd)a^e ber Parteien. SSgl. 
^einc: 9, 167 ($amb. 1885, au^b. 3- 1882). 'Jrobbem, bafe man megen 
be§ aufgeriffenen ^flafter^ unb beä Sflefte^ ber Söarritaben bort jc^mer 
pajfirt^; ebb. 05, 167 unb 165: 'fic^ barrifabieren*, mäl^renb mir 
i^eute jagen: *ficf| öcrbarrüabieren'. ®ic!^crlic!^ merben gleiche Selege 
in 5Kenge ausj Se)d)reibungen ber Sulireöolution ju finben {ein. 93arr6 
im Complemont du Dictionn. de TAc. füf|rt Les barricades de 
juillet au^brüdlic^ olg 93ejeic!^nung für La revolution de 1880* 
an, unb Ireitf(f)fe, ®efrf). 4, 14 meift barauf f)in, mie *ba^ aIteSfam^)f* 
mittel au§ ben ®tra|enfcf)lacf)ten ber |)ugenotten unb ber gronbe' (SJgl. 
Journee des barricades) feit 1830 öon ^xantxAij^ 9Jac^barüöI!ern 
9e(el)rig aufgenommen mürbe. SJgl. aucf) ^engftenberg ©oang. Äirci^enjtg. 
bom 26. äpril 184S, SRr. 34, @p. .313': '5n 3tHem, im ©rofeen mie 
im Ä leinen, öon bem 9ltt)eigmu^ bi^ ju ben Urma^Ien, öon ben Siarri^ 
laben bi^ jur Iritolore, !opiren mir pünftlic^ bie fraujöfifcfien SRufter*. 
Süon Slnl^öngern bee S(ufftanbe^ merben bie 99arri!aben natürürf) ge=« 
feiert, fo in ber 9ieimcf)ronit be^ Pfaffen SRaurijiu^, beren äJerfaffer 
auftritt a(^ 

Q'm armer fmipicr SRcinidironift, 
Strägt jc^t eine gebor ftintcrm Cfir, 
9?acl)bcm er umfonft bais geuerro^r 
(^elaben, geleert unb mieber gclaben 
'Biber bie Äncd)tc Don ©otted QJnnben 
9(uf cmig ^eiligen Öarrifaben. 

Ta6 bie Sarritaben in 35eutfd|lanb feit bem 3)iärj 1848 eine 9lrt 
Ja^nenmort merben, überl^aupt allgemeiner genannt merben, ift natürticftejJ 
©rgebni^ ber bamaligen Sreigniffe. Sgl. SBolff, SBerl. JReüot. (£^ron. 
1, 324: '^ort auf emig in bie 9iacftt ber Sergeffen^eit mit allen 
©cfteibemauern ber 3)ienfc!^en, tragt fie ab, bie Sarrifaben eure^ 
^erjen^, nac^bem i^r bie bed Jtampfed abgetragen l^abt/ (Siebe bed 
«ffeffor^ giung am 22. SÖförj 1848. 83arrifaben!ämpfe unb Jöarri* 
tabenfämpfer merben im Sommer 1S3S meift mit ?tnerfennung, 
93arrifobenl&elben batb üorjug^meife mit Spott ober Sntrüftung 
genannt. Sgl. Wufefom D. o. S. 185 (184s). 'Die (Sr^ebung be« 
Solted mar mieber eine (Empörung gemorben, bie Sarritabentämpfer 



166 «. ®ombcrt, 

l^icfecu Sougcnicfitfc.' 3wnäc!^ft freiließ gilt and) bic SBejcit^nung 
SSarrüabcnl^db aU crnftl^aftcr S^renname., @o mirb in SBoIff« 
®crl. JRcöoI. ßl^ron. 1, 381 au^ einer längeren Slufeerung ber @^)enerf(^en 
Leitung Dom 23. ober 24. SDlärj Qu^gefül^rt: *3)eutf(^Ionb mirb ^reufeen 
ol^ne SReib bie 9?olIe überloffen, an bie ©pii^e jeiner Sr^ebung ju treten, 
»eil bie lapf erfeit ber SBarrifabenl^elben il^m bie Überjeugung einflößt, 
bafe e^ bie @üter ber gi^^i^cit nict)t mel^r öerlieren lann/ ?lud> ol^ne 
§erabje^ung mirb bei SBoIft 1, 305 ein bama(3 öiel gejcf)äftiger unb 
ju öorübergel^enber Serül^mt^eit gelangter STOonn mit ben SBorten ein* 
gefül^rt: '^er Sierar jt Urban, ber Sorrifabenl^etb unb Begleiter beS 
Äönig^ ttjöl^renb bed Umritte^/ ©olc^e SJerl^errlic^ung forberte natürlich 
ben 3orn ber ©egner ber Semegung l^erau^, unb ber fflarrüabentielb 
tüirb balb in anberm Jone genannt. SJgl. ©Dang. Äirdienitg. öom 
12. Slpril 1848, SRr. 32, ©p. 289: *a33er jefet . . . öon Solbaten 
tüie Don ^unben jprirf)t, bagegen bie fflarrifabenl^elben öon Serlin 
ben tl^ermop^Iifcfien Äämj)fern gleid^ftettt, ber fann (ic^er fein, öon ben 
Seitung^pöpften ju einem 33oIfö^ei(igen fanonifiert ju »erben unb I)at 
^nfpruc^, einjuge^en in bie SBal^alla ber gefinnung^tüc^tigen SQiänner.' 
ebb. 9?r. 34 öom 26. «prit, ©p. 313: '^n 93er(in müRen bie treuen 
Jru^j^jen, bieje ed^ten ©öl^ne be« SJaterlanbe^, nad) bem ©iege ben 
besiegten 93arrifaben{)elben »eichen/ ©bb. 9?r. 37 öom 6. 3D?ai, 
(Bp. 375: *Unb ob be« Sanbe^ SBe^r bie SSJaffen, im ?(ngefirf)te beä 
iJeinbeiJ, ftreden, unb bie treue iJeib»ad)e beS dürften ben Sarrifaben* 
l^elben roeicfien mußte — bennocf) joll bie Süangelif(^e ßirc^e il^r 
aSerlöbni^ I)alten' u. f. m. Sbenfall^ in tabeinbem Sinne brauci^t Mmbt 
ba^ SBort in einem Söriefe au^ bem 3uni 1848 bei SKei^ner u. ®cerbä 
@. 441 mit 8)e5iel^ung auf bie unmittelbar üorl^ergegangenen kämpfe 
in ^ari^. 3)iit bem gleicfien SBibermiflen nennt ^engftenberg aucf| bie 
SBarrifabenmänner. 3}gl. Goang. Sirrf)enjtg. üom 15. Slpril 1S48 
9?r. 31, ®p. 287 : 'öott be»a{|re ung oor einer ßenfur unb SttJ^^nfl^ntafe* 
regeln, bie fic^ auf bie gurc^t öor Sarritabenmännern ftü^en/ ?luc^ 
l^ier fcf)eint eine 3lrt (Sinfprud^ gegen üerl^errlicfienbe SBejeic^nungen l^erau^^ 
jutönen. SBoIff nömlid^ berict)tet 1, 305, ba^ in einer 'SDiitteilung 
jener läge' ber fcf)on genannte Urban aU 'Söarrüabenl^auptmann 
unb SBolfetribun' bejeirf)net morben fei. 3)en öarritabenfämpfer 
bringt Sanber« erft au^ b. 3. 1861 (Spiel t)agen, ^robl. 9?at.), ben 
Sarrifabenl^elben überge{)t er ganj. 

Seit »ann rebet mon öon einer SSeamtentiierard^ie? 3mmer» 
mann, gpigonen 366 (1836, iRecl): 'Slidt ber SSürger au3 feinen oier 
^fäl^Ien in ba^ ©emeimoefen, fo fielet er ba^felbe eigentlich nur in ber 
auffteigenben 85eamten^ierarct)ie, bie jebe^ felbftttjötige eingreifen 
feinerfeitö üerbietet/ 31U Überfdjrift bei öörre«, ®ef. ®rf)r. 5, 182 (1S24). 

3)em ©d^mudmort SBilbungäp^iüfter l^at, mie f(f)on mancher 
anbre, auc^ J^u^ter^Ieben üorgeorbeitet, ögl. beffen Seitröge jur fiitteratur 
75 (1837): 'SBeforgni^, ai^ gefäl^rbe bag ©tubium ber Sllten ... unfere 



2flod) etniged über ©c^tagioorte unb 9{ebendarten. 167 

freie notionotc Sntfattung, erfc^offe ben getel^rtcn fiaftengeift, ba^ 
Itttcrorifc^e ^l^tüftertum, unb l^inbcrc Icbenbtgen gortfc^ritt'. 

'Ungcfäl^r um 1894 mirb bic funfc(nagelneue"®eruf^freubi9feit" 
9Jiobe\ J^cifet e^ bei SKe^cr. SBelt^e unrichtig aufgefaßte ober mirflic^ 
trrenbe SBel^auptung ouä bcm 3. 1894 i^n ha öerlodt l^abcn mag, bleibe 
bal^ingcftettt. S)a§ SBort felbft aber begegnet un^ fcf|on 1848 in ben 
®d)U]. ^roüinjialblöttern, September, ©. 201 («uffafe eine§ ^aftor« 
Si. in 5üi. 'Über bie beabftc^tigte Trennung ber äjolfefd^ule öon ber 
Äircfie'): *Cft )rf|on hattet i^r [SJoIföf(^uIIel^rer] geflagt über bie bittere 
dlot, bie 6u(^ briidte unb Qnif bie nötige ©eiftedfreubigteit in @urem 
ft^iüeren Stmte unb Berufe raubte/ 6bb. 200: *@o lange bie Schule 
unter ber Scaufficfttigung unb fieitung ber ®eift(i(^en ftonb, mar ber 
®ei)t mic in fpanifrfie Stiefeln eingefc^nürt . . . 3)a l^atten bie Seigrer 
feine öeruf^freubigleit unb bie Sd)ü(er feinen fiemtrieb/ 3n ber 
burrf)tt)eg fpi)tti)(^ ge{|a(tenen Stelle ift bie SBerufSfreubigfeit fcfimerlicft 
eine 9{eubi(bung, fonbern e^ mirb allem 9(n{c^ein naä) nur a(^ fd)on 
beliebtet Sc^Iagmort an^ Sel^rertreifen gebrandet. 9J}an mirb ed alfo 
ipo^l in iJe|rerjeitungen ber üierjiger ober ouc^ ber breipiger 3öl^re, 
cbcnfo in bamaligcn Schriften J^ieftermeg^ ober Si. fj. SB. SBanberd ju 
]nä)t\\ l^aben. 

^ic breiteften ®runblagen finb befanntlic^ (SBüci^mann *® 535) 
jum Sc^Iagtüort beflügelt morben, feitbem griebrit^ SBill^elm IV am 
22. 9J?örj 1848 ju einer ?{borbnung au3 SBre^Iau gefagt ^atte: ^Üftadf* 
bem icf| eine tonftitutioneKe SSerfaffung auf ben breiteften ®runb* 
lagen t)crf|ei$en l^abe.' (So in einem 6]ctrablatt ber ?lflgem. ^reufe. 
Leitung üom Slbenbe be^felben lageS). !Cer Äönig meift alfo auf ein 
frübere^ iöerfpred^en jurüi, unb bie^ ift am 1 8. SJiärj einer ?lborbnung 
ber Stabt SSerlin gegeben, lieber beren Srfolg giebt ber ^Berliner 
9){agiftrat a(«ba(b no^ am 18. ber $3ürgerfci^aft Äunbe burc^ einen 
SDiaueranfcftlag mit ben Slnfang^roorten : 'üDer 9Äagiftrat ift amtlich 
bat)on unterri^tet, bag ein auf bie freifinnigften ®runb(agen fi4 
ftü^cnbe^ ^^irefefrcil^eit^gefefe bereite unmiberruflic^ öofljogen ift.' 9{u(^ 
ber am is. SDläxf^ tagenben StabtDerorbnetenderfammlung gegenüber 
fc^eint in ber fog(eicf) münblid) gemaditen Ü02ittei(ung über bie ^J3er« 
l^eiBungen bed ^önigd ber ^u^brucf freifinnige ®runblagen gebraudjt 
morben ju fein; benn ein 9){itg(ieb bemängelt e^, baß bie ®(ei^ftellung 
aller reügiöfen SBefenntniffe auf "freifinniger ®r unb tage" nic^t ge* 
forbert morben unb barum nodi ju f orbern fei. ?lm 18. ajiärj fanben 
in ^Berlin au(^ nichtamtliche ^erfammlungen t)on 93ürgern ftatt, unb 
in einer fo(d)en teilen bann jroei 3){agiftratdmitg(ieber in etmad unt(arer 
Soffung mit, ba^ bie Stabtbel^örbe bereite eine 'auf bie freifinnigften 
©runblagen gefteHte S3itte on ben Il^ron gebracht' l^abe. Diefe an* 
goben entnimmt SBoIff, ^Berliner Meöotution^c^ronit 1, 119 u. 121 
einem bolb barauf erfd^ienenen fogenannten 'autl^entifcften öericbt', ber 
freiließ tro^ feiner Sejeid^nung fein urfunbUc^ed &ttoid)t ^at, in bem 



168 n, ®om6crt, 

ober bic jrocimal genannten freijinnigcn ©runbtagen in Über* 
einftimntung mit ber amt(icf|en SBe!anntntQd)ung be$ SJ^agiftratd bte 
grogc noI)e legen, ttjeldje^ SBort ber Äönig eigentlid) ben Sborbnungen 
gegenüber Qtbxanijt ^abe. 3)aB in ber amtlichen ^öffung ber StUgem. 
^reufe. S^itwng eine 3{enberung erfolgt jei, märe an fid^ möglirf), mie jo 
l^eute jeber ?lbgeorbnetc feinen SBorten gegenüber bie gleiche g^^ci^eit l^at ; 
unb and} an eine 8Serjcf)ieben]^cit be^ 8lu^bruc!^ gegenüber ber berliner 
unb ber Sre^Iauer 2(borbnnng löfet fic^ benfen, jumal ba ber eine äu^brucf 
junäcbft üon einem ^refegefe^, ber anbere üon einer SJerfaffung rebet. 
t^riebrid) ä93il^e(m aber (iebte anfcf)au(icf)e Si(b(icf)teit bed ^u^brucfd, 
unb bieje fc^eint in ben breiteften ®runb(agen beffer getual^rt aU 
in ben freifinnigften. @r liebte aufecrbem bie gefegentlic^e Sermcnbung 
üon 8cf|Iagmorten ober anäj einen abme^renben ^inmeig ouf fie, unb 
bie breite ®runblage (Unterlage, ®afi^), frül^cr ja meift in ber 
(Sinjaf)! gebraucht, ift ein längft üblicf)er übertragener 3lugbru(f, ber bem 
mit bem geifti(jen Seben ber Qtit fo öertrauten Äönige natürlid^ geläufig 
mar. 3"^ Uberfluffe feien einige SSelege ^ergefefet. 3ean ^aul, 
Dämmerungen für 2)eutfrf)Ianb 193 (1809): 'J)er jefeige Äriegegott 
©uropa^ mirb . . . feinem auf SBJaffen gebauten SReidie mal^rfc^einlic^ 
eine tiefere unb breitere Unterlage unterbauen, mei( er bie ®efd)i(^te 
ber Sitten !ennt/ 9KenjeU Öittcraturblatt üom 14. 3lpril 1830, 5»r. 39, 
®. 154^: *^crber§ Schriften finb eine fo breite 93afig für üielc 
^errüc^e ®ebäube ber neuen fiitteratur/ 3a!. ®rimm an ®ert)inu^ 
öom ö. 3anuar 1838 (93ricfmecf|fe( ämifc^en ben ®ebrübem ®rimm, 
2)a^(mann unb ®ert)inug, ^erau^geg. ü. 3ppel, 8)b. 2, 9): *2)a6 mir 
ein etma^ meit au^fel^enbed beutfd)e^ SBörterbud) unternommen l^aben, 
ift 3^nen mol^I ju O^ren gefommen: e§ fofi jumeift nad) bem ^(an 
ber ßru^ca be|anbe(t merbeu unb au^ einer breiten ®runblage l^eröor» 
ge^en/ Il^eob. 3Jiunbt in feinem erft nac^ bem SJiärjaufftonbe gefc^riebenen 
Äatecfti^mu^ ber "^^Joliti! 53 (1848) vereinigt bie Sejiel^ung auf baä 
^reifinnige unb ba^ Umfangreid)e : ''^reufeen begann bie fonftitutionelle Um* 
bilbung jogleid) mit einem SBal^Igefe^ auf ben freifinnigften unb 
unbebingteften ®runblagen, inbem e^ SBa^Ired)t unb SKäl^Ibarfeit al§ 
ein unbebingteg poUtif^e^ ®^ren= unb 9}iünbig!eit^red|t jebeS Staate* 
ongel^örigen anerfannte unb barin bie bemo!ratifc^e 93afi^ feiner neuen 
SJerfaffung in einem fo meiten Umfang na^m, mie eg bag fonftitutionelle 
Staatsrecht bi8f)er nod) nirf|t gctannt |atte/ Q\x ber bemotratifc^en 
SBafiS^ üergl. man ^^fijer, SSaterlanb 94 (1895): 'roie unentbei)rli(^ 
3)eutfd)(anb eine mirfüd^e (Sin^eit auf DoÜdtümlid^er ®runb(age 
ift'; ebb. 31 b: 'auf öolfstümlit^er Untertage.' 9iarf| bem allem 
glaube ic^, baB bie amtlid)e 'Raffung mit ben breiteften ®runblagen, 
mie fie in ber Sttlgem. ^reufe. 8taatSjeitung üorliegt, ben SBortlaut 
ber @rflärungen bed Königs mirflid) treu miebergiebt, unb ba^ bie bem 
Sinne nac^ freiließ nic^t Derfdjiebenen freifinnigen ®runblagen mol^l 
einem ^örfel^ler einiger 3)titglieber ber ftäbtijc^en ^Berliner Slborbnung 



92o(^ einiget über Sc^tagmorte unb 'JIeben)^Qrtcn. 169 

Dom 18. 5Kärj t^rcn Urjprung öcrban!cn. 3" 3Jie^er3 |)inmei§ barauf, 
bafe bie breitcften ©runblogcn jc^on im ?(pril 1848 öon ^J^eiligratl^ 
Derfpottet merben, jei fc^lte^üc^ bemertt, ba^ mir einige SBod)en fpäter 
Qud) im Älabberabatjd^ SKr. 4 üom 28. SKai 1848 lejen: 'Die Äa^en- 
mufifen finb auf ben brciteften ©runblagen eröffnet/ 

iBrillant, ba^ ic^ im l^eutigen Sinne fc^on aug ^injcni^o^^f nac^* 
gemiejen ^abe, ift fpäter DoHenbd fel^r gemöl^nüc^. 92id)t ganj im l^eutigen 
©inne freiließ finben mir ba^ SBort in einem Sriefe Saüater^ an ©ötl^c 
oom 18. 3uli 1774, mitgeteilt in ben ©c^riften ber 0i)t^egefeIlfcf)oft 
16, 809: 'brillante 3)ienge ®rafen unb ©räfinnen'. Dagegen nic^t 
onber^ aU l^eute erfc^etnt brillant l^äufig genug im 3al^rgang 1801 
ber Leitung für bie elegante SBelt, j. 83. 9ir. 24, ©p. 128: '»c- 
fonber^ brillant unb für bie Sntrepreneur^ einträglid^ finb bie 
Sonjerte, bie mä^renb ber gaftenjeit [in 3)io^tau] gegeben merben.* 
6bb. ÜRr. 86, ©p. 281: *©ie glauben, baß ber mögli^ft brillante 
©ffeft ber mefentlid^e Qw^A be^ Detoration^maler^ bei 9lu^fü^runfl 
einer Deforation fei.' ®bb. 9?r. 70, ©p. 565: 'mie lebhaft unb brillant 
ei in biefer gemiß nirf|t unintereffanten blül^enben »f)anbeUftabt [©oftonj 
fein muffe, löfet fic^ atinen'. (Sbb. dh. 52, ©p. 4H): 'Da« ®anje 
giebt einen brillanten ^arabeanjug/ SBemerten^roert ift, mie in bem* 
felben Sa^rgange um ba^ gefenfcf)aftli(^ brillante gefo(f)ten mirb. ©o 
ebb. Sßr. 92 oom 1. Äuguft, Sp. 740: 'Der S8ürgertid)e allein tann 
bocb feine eigentlich öornel^me unb brillante ^efellfc^aft l^eroorbringen/ 
Doc^ baju bie iPemertung am Jufi ber ©eite: '®iebt e^ nict)t auc^ 
eine bürgerlid)e 9?obleffe, mie in manchen ^anbeU- unb Meictj^ftäbten, 
unb follten bürgerliche ©ojietäten überl^aupt fic^ nid)t aud) Dorne^m 
unb brillant genug mad)en fönnen?' äBeiter ebb. 9?r. 109 t)om 
10. Btpt.f ©p. N75: 'SBa^ nennt ber .feerr ö. 9)?. eine üorne^mc 
unb brillante ®ef ellf c^aft ? 3ct) i^abe bürgerliche QixUl tennen gelernt, 
bie... gemig ju ben eigentlich Dorne^men unb brillanten gel^örten'; 
unb fogleic^ barauf: 'in ben meiften 3^^^^^!^ bie fic^ in ^üctfic^t bed 
Srtl lauten gemife mit feinen erften abelic^en meffen fönnen'. ^ieraud 
roirb flar, mit wie menig 9iecf)t SOie^er ba^ 9luftommen be^ SBorted 
brillant erft öom 3. 1814 an rect)net. Cber f)atte er bei feiner 8)e- 
^luptung etroa ben au^ bem 3- l'^l-l ftammenben Seteg für ba# 3Bort 
aus» ^^offmann« .^ünbctjen ®ergan,^a (^^antafieftüc!e 1, 22s ber 9lu^^ 
gäbe oon is.54) im ?luge? ^ier ^eißt ed nämlic^: 'Da fie fbie Damen] 
tinrn nac^ il^rem 6)efc^mac! Dorteil^afteu ^njug unb menigften^ einen, 
naci) i^rem Sludbrud, brillanten Abgang ald unerläglictte Sebingniffe 
twraudfe^en.' ^Brillant aU ÜDJobemort ift bod) einfacf) aud bem 
^anjöfifctjen l^erübergenommen, mo ed '\a bid jum ÜberbruB aU i'obmort 
j^raucftt roirb. Sörne, 2, 12 ( Jranjöfifcfte ©pracfte, 1822) mac^t 
ium SBeroeife für bie ^rmlic^feit be« franjöfifctjen 9ludbruc!d barauf 
aufmertfam, ha^ ein einmal treffenb audgebrüdter ®eban!e immer aufi^ 
neue, auc^ bei felbftönbigen ©(^riftfieHern, mit benfelben SBorten toieber« 



170 «. ®om6crt, 

gegeben merbe, unb fäl^rt bann fort: *@o l^aben fie bo^ unouäftel^Ut^c 
SBJort "brillont", ba^ jic fo l^äufig anmenbcn, bafe einem bie Stugen 
überlaufen. SHe^, roa^ fte loben, ift brillant; eine ®ejeIIfc!^oft, eine 
Xl^eateroorftellung, SRapoIeon^ ^Regierung, eine ©iftung ber Slfabemic, 
ein (Semälbe, bie Sapferfeit, bie ©ci^önl^eit, jebe lugenb. SJon il^rer 
3ugenb jagen fie: "La brillante jeunesse/* objmar beren SSor^ug . . . 
gerabe barin beftel^t, bafe fie nic^t brillant ift im ©inne \>t^ franjö* 
fifc^en SBorte«/ 

55ie 33ü(^crfc!^au bejeic^net SKetjer au8brüc!Iic!^ aU ein öon Sean 
?ßaul im 3. 1H25 gefiiaffene« Saäort, ba^ Sied fofort alg einen •glüd* 
Ii(f)en liter (Äritif^e @dE|riften au3 b. 3. 1827) aufgenommen j^abc. 
ßampe aber l^at ba§ SBort fdjon in feinem SBb. (1807) unb fennjeic^net 
e^ burc^ einen ©tern (*) alg eing, ba^ öerattet, aber fci^on üon guten 
©cfjriftftenern lieber erneuert fei. 3n feinem SSerbeutfc^ung^mb. (1801) 
@. 217» berid^tet er unter ßenfur, ba^ er frül^er fid^ bie SJilbung 
bed SEBorte^ felber jugefc^rieben l^abe, bag e^ il^m aber t)on ßinberling 
fd^on in ben Tropi bibiici öon Solj (1527) narf)gemiejen fei. Sampe 
bi(bet bann felber totxttt 93üc{)erfcf|auer unb 93üd)erfc^auamtr t)er« 
fielet aber biefe beiben SBörter mit bem Snä)en @, ba^ eine öon itim 
ou^gel^enbe Steuerung bebeutet. Übrigen^ ift ämifdjen bem ßam^jifc^en 
SSegriffe ber 83ücf|erf(^au al^ einer *Unterfurf|ung, ob ctmag bem ©taate, 
einjelnen ©liebem ber ©efeÜfcfiaft ober ben guten Sitten Slod^teiligeS 
barin öortomme* (S^nfur) unb bem 3ean)jau(ifrf)en immerl^in ein Unter* 
fd^ieb. 3lber auc^ einfach im ©inne öon Sfritit ober Slejenfion gebraucht 
Sean ?ßaul baS SBort nid|t, fonbern, inbem er an |)cerfcf|au benft, 
brüdt er burd> feine 93üc!^erf(f|au au^, bafe er nidit eine einjcinc 8)uct)beur* 
teilung, fonbern, mie ber jmeite Seil feinet Söuc^eg au^brüdEIid) fagt, *@e* 
fammelte 93orreben unb Slejenfionen' geben miK. 3)iit biefem 
©prac^gebraurf) ift i^m fc^on ®örre^ öoraufgegangen, ber in feinen 
58olföbücf|crn 26 (1807) ebenfalls mit ^inroeiS auf eine lange 9iei^e 
Don Suchern fagt: '2)ie Orbnung, bie mir bei biefcr S8ü(^erfc{)au 
befolgen.^ Cb nun Sean ^aut bei feinem ®ebrauc^e bed 3i}orte^ metjx 
Don ®i)rre^ ober öon ßam^je abl^ängig gemefen ift, übcriaffe ic^ gern 
benen ju entfc^eiben, bie eä beffer al^ ic^ gelernt l^aben, baS 0ra^ 
mad^fen gu l^ören. 

3)en Söunbe^ftaat üerjeirfinet SWe^er fel^r irreleitenb au^ bem 
3. 1850, blofe roeil bamal^ ber Dbcrpräfibent II^. ö. ©c^ön ben 
SSnnbe^ftaat nebft Nationalität unb 9lec^t^boben *a(^ brei gel^att- 
lofe 9ieben^arten' bejeic^net, *bie in ber neucften 3^^^ öiel Unglüd über 
3)eutf(^Ianb gebracht l^aben'. SWun aber merben f^on feit ber erften 
3eit bei^ beutfd)en Sunbed bie SBorte SBunbedftaat unb ©taatenbunb 
aii ©c^Iagmorte einanber gegenüber gefteHt. Üreitfc^fe 2, 147 bemerft 
über bie ^ebe, mit ber ber öfterreic^ifcbe S8unbe^tag§gefanbte ®raf 93uoI 
am 11. SWoöember 1816 bie Sunbe^öerfammlung eröffnete: '^^olitift^ 
bebeutfam mar an ben leeren Sorten nur bie beftimmte Srttärung: 



^oä) einiges über ^(ogtuorte unb Slebeni^arten. 171 

*her beutfc^e S3unb fei tein 93unbedftaat, fonbern ein ©taatettbunb . . . 
Xk @(|(agmörter @taatenbunb unb SBunbedftoat begannen eben 
ie^t in ber treffe aufjutauc^en, ol^ne bag man no^ einen beftimmten 
ftaatöret^tUc^en @inn bamit derbnnben l^ätte . . . Xie jungen !£eutonen 
fümmten il^rem üel^rer t^xit^ begeiftert ju, ai^ er in feiner Schrift 
**8om beutfc^en ©unbe unb beutfcfier 8taat^üerfaffung" f^cibelberg 1816] 
mit ber Dreiftigteit bed rool^Imeinenben 3)i(ettanten hirjer^anb au^fprac^: 
"mir roünfc^en feinen fc^Iaffen ©taatenbunb, fonbern einen feft ver- 
einigten 93unbedftaat/' Umgetel^rt fagt Subroig I Don SBaiern im 
3. 1S26 md) Ireitft^te 3, 618: 'ic^ wi« feinen Sunbe^ftaat, fonbern 
einen einträditigen Staatenbunb'. Sie Erörterungen über Sunbed« 
ftaat unb Staatenbunb fc^meigen aucfi fpäter ni(^t unb finben fic^, mie 
ju erwarten, mieber^olt bei ?ß. ^fijer, ogl. beffen SSoterlanb r>:] (1845): 
*ben beutfc^en SJunb, beffen SBerfaffung roeber bie goiberungen be« 
natürlichen nocb bed ^iftorifc^en Siec^td bed beutfc^en S^olted gur Qirunb^ 
löge ^t, ber meber ©taatenbunb noc^ Sunbe^ftaat fein roiU'. @bb. 
197: 'rneil 2!)eutfc^(anb bie ben tttnftigen 3)unbedftaat bebingenbe 
Sntroicfelung^ftufe bed blogen Staaten bunbei^ nod) nid)t oonftönbig 
burc^Iaufen l^at'. G. SR. Ärnbt bei Wei^ner unb ®eerbg 467 ruft in 
feinem SBriefe oom J). 3Rärj 1849 bcm Äönige griebrit^ SBi(t)eIm IV 
ju: 'Sm. SJtajeftät ^aben fic^ aud ber ^üde ber 3)lad)i unb au9 
Überjeugung einer unoermeiblid^en SJotmcnbigfcit für einen e^rlic^en, 
ftarfen, beutfc^en 3)unbe^ ftaat ftatt beS unel^r(i(f)6n, fc^mäd^lic^en 
früheren Staatenbunbe^ erflärt/ iöon einem größeren Staatcnbunbe 
ober Staatenöcreine rebet ber St^ein. 3)fcrfur 9?r. 243 öom 
26. 9)iai 1815: '^n bem großen Staatcn*8erein Suropa^ mufe jebeÄ 
©ol! ali ©lieb einer ^amilic betrachtet werben/ 

Ccntralifieren ift nac^ SDJctjer *turjt)or 1830* aufgetommen, unb 
er rei^t e^ mit faft un^eimlict)er ©enauigteit burc^ bcfonbre llbcrfdjrift 
i^mifcften 1829 unb 1830 ein. SSgl. ®örre«, Jeutfcfttanb unb bie 
iWeoolution 58 (1819) 'Crganifatione* unb 9Jcuerung^fud)t, (Sentrali* 
fieren unb ?ßara(ifieren, Schein unb ^^Japiertl^ätigtcit, ^i^^^li^^^'» ^^^• 
139: 'Um bie^ ju bctoirten, werben nad) unb nacf) jene EentralifationS* 
fpfteme au^gefonnen; bi^ ind ^(lercinjelnfte jog ber Staat ade^ in 
feine Guratel; auc^ ba^ ®eringfügigftc foKtc oon ber 3)?itte aui^ 
gebilbct fein . . . 3ene centraüfierten i^errictjtungeu forberten ju 
ibrer ^anbl^abung 92aturen ^öl^erer ^rt, aU ber gemeine ^J){enfclienfc^tag 
fie bietet.' Gentralifation ift, wenn nid)t fd^on in ber franj. SHeooI. 
geprägt, ein bejeidjnenbed 3d)(agwort ber 9{apo(eonifc^en ^^^erwaUung. 
Xeutfd) finbe idj ed juerft in |)egeU ©rief an Siiet^ammer oom 1 1 . ^br. 
IHOS, abgebr. bei ftuno Jifc^er, |)cgeU Öeben, SBerte u. üeljre 1,93: 
*bie (eiterigen c^arafteriftifc^en SRobalitäten ber Sentralifation unb 
Crganifation'. 

SSirnn SKeqer befonberd Dermerft, bag ber ^ürft $ü(f(er im 3. 
1828 bad SBort ßomfort fc^on o^ne (frflärung brauche, fo (üßt fid^ 



172 3r. ©ombcrt, 

bos^fclbe fo unb itvax mit bcutfci)cn Settern auc^ fci^on qu§ ber S^'tung 
f. b. eleg. aSeft 1801, 9ir. 46, @p. 366 noc^metfeit; ^SDer ©omfort 
ber @ng(änber (ägt ftd) bur(!^ fo(^e g{et(!^gä(tige ^tnge [@e(6ftmorb 
einer brotlojen SKutterJ nicf|t ftören/ ebb. 1801, SRr. 97, @p. 777: 
*SDflöge Hamburg balb üon ben g^anfen aU fleine^ beutfc^e^ ^ßori«, 
balb t)on bem ©ritten unb ber fiegion unferer mobernen ?lngIomanen 
Q(d 9){onopo(ftQbt ber über^ 3)her trand)n)rtabten eng(ifd)en Somfortd 
unb ©enüffe ge^)riejen merben/ ßomfortabel, öon mir 95b. 2 oud 
b. 3. 1820 (©örreg) nacf|gemiejen, fte^t 1805 im Sretmürigen Wr. 91, 
©. 362 «^: 'SKitten im SBalbe glauben fie in bem §otcI garni einer 
großen ©tobt ju jein, unb fic geftel^en and) jelbft, menn fie in ©jiglanb 
t)ermö^nt mären, bajs e^ l^ier öollfommen com fortab le fei. SBä^renb 
l^ier comfor table mit beutjdien ffluc^ftaben erfdieint, feigen mir fpäter, 
bei 2Bil^. 9JMer, fRom, JRömer unb ^Römerinnen 2, 156 (1820) ba^ 
SBort in einem jujammengefefeten ganj englift^en 3lu^bruc!: 'Der @ng* 
länber läuft 3J?onate lang mij einem Comfortable Lodging uml^er/ 
3D?an barf aljo au8 ber beutjc^en ober ber au^länbift^en ©d^reibung ober 
©praci^form cine^ grembmort^ nid)t tibereilte ©djlüffe über beffen ©in* 
bürgerung ober beffen Unüblic!^!eit madjen ; ]^örf)ften§ fann man bel^aupten, 
bafe in foId)em i^aüt ber ©emäl^r^mann burc!^ bie ©direibung jeine 
})erfön(irf)e ©mpfinbung über baS S'^^wibmort au§brüc!e. ^a^ pa^t 
freiließ mdjt auf SBill^. äRüHer. S)iefer nämli^ fannte fidierlid^ com** 
fortabel f(f)on al^ eingeführte^ g^embroort; aber mit bem beibel^altenen 
englifd)en comfortable Lodging malt er unÄ treffenb ben anfprucfi^üoll 
unb mißmutig nac^ einer bel^agli^en äBol^nung in 9tom l^erumtrottcnben 
unb ^erumfragenben ©nglänber. 2)ag bann immer l^äufigcr gebraudjte 
SBort ücriiert oft öiel üon feiner eigentlichen 93ebeutung unb brüdt ge- 
legent(id) nur bie äuBer(id)e !i)rperlid)e bequem (ic^feit aii^. 93g(. @aubQr 
«u^gem. SBerfc 2, 122 (S)er mobernc ^ari«, 1839; : '9?ac^bem ber 
fii)rper in comfortable Sage gebra(f)t toorben fei/ 

2)ic 2)ro^nen im übertragenen Sinne bejeidinet 9)iei)er al^ ein 
*po(itif(^ fojiale^ ©d)eItmort an^ bem S}o!abuIar ber 2)emofraten unb 
©ojiaibemotraten' unb frfieint eine ber frü^eften Slnmenbungen be^ SBorte^ 
in Ä. SJogt^ lierftaaten (1851) ju finben. 3Jian üergleidie ba^er bei 
Sreit)rf)fc 2, 440 ben ©dilu^oerg eine§ milbcn unb müften Siebet üon 
Ä. 5o«en, ^ttva au« ber 3eit üon 1816—1819: 

'iWleber mit Slronen, ^^roncn, grol^ncn, 3) rönnen unb 53aroncnI' 

«gl. bei »oft, ©tolberg ein Unfreier 111 ff. (1820): '5Dic« (£rb* 
bronenrerfit [erblidie SJorrcc^te ber Mitterfc^aft] begeiftert fie, mie ben 
®rierf|en S^eil^^it unb äJaterlanb; bie« fort jucrben auf il^re 3!)rönlinge, 
rei.^en fie umeinanber ba« «olt auf ben dürften, ben ?fürften ouf ba« 
SJoIt.' (Sbenfo bei ®ufetom in ben ©äfularbilbern 2, 151 (1S46) 
*Dr. (£no? ift eine unjurcf^nung«fäl)ige, träge gefellfcf|aftlid)e 2)ro{)ne*. 
SBenn bann 93t«mar(! bie 93ureau!raten ober bei einer nic^t rec^t 



92oc^ einiget über «Sc^tagioorte unb Sieben^^arten. 173 

objumei)enben %ud(egung feiner äBorte üteHetc^t aUe ^Beamten, bte ntd)td 
a(^ Samten finb, a(d 2) rönnen bejeic^net ijat, unb menn bte^ in ben (e^ten 
Sauren bejonberd in mand^en (anbmirtjd)aft(id)en Greifen mit 93el^agen 
unb 92a(^bruct mieberl^olt tporben ift, )o foUte SJte^er boc^ banim bad 
SBort nid)t unter b. 3. 1899 aufführen. 

^uobe5« in übertragenen unb l^erabje^enben @inne bringt Sanberd 
in bet äJerbinbung Suobeji'onne jc^on aud Lichtenberg. 6r)t neuer 
finb moM bie 'Duobejftoaten, j. 3). bei ^fijer, SSaterlonb 28(j (1S42) 
unb bei &cxlad), ^mölf 9iunb)^auen 121 (gebr. lS47j: 'iCie 2)uobej- 
ftaaten jd)einen bie dioKe ber Sl^atefpearfc^en (uftigen ^erfonen in ben 
9{eDo(ution^bramen ju übernehmen.' ^cx %u£;bruct tlingt mir übrigen^ 
rec^t jeanpauHfc^ ; üorauf ging il^m ja fc^on (ängft @äntl^erd *!}{arr 
tn ^olto . 

!£)ad (S(enb ber 6pod)e mirb üon ®u^tom mieberl^oU aU ge« 
fpreijted unb unberechtigte^ Scftlogmort l^erüorge^oben, jo ®ej. Üöerfe 
12, 414 (^arijer ßinbrüde, IMG): 'Sommt mir nic^t, i^r eocialiften 
unb (£ommuniften, unb rebet üon Suren neuen ifel^rgebäuben unb Don 
(Surem "etenb ber epocfte"! ebb. 428: 'rva^ tt)un? 3m eaf6 fifeen 
unb Domino jpielen ! digarren rauchen unb um eilf U^r gä^nenb jeinem 
SBette jumanten! 8ire, ba^ jogenannte (£(enb ber (Spoc^e ift nic^td 
aU bie iJangemeile öon ^ari^et.' Xu bestimmte S3ejiet)ung auf "ißari^ 
fül^rt barauf, bafe mir e^ l^icr mit einem franjöfijdjcn ®cf)Iagn)ort ju 
t^un l^aben, unb mer in ben Scf)riften ber fran5öfijd)en Äommuniften 
me^r betponbcrt ift al» id), mirb ba^ SJorbilb, etma 'la misere de 
lY'poquo', (eidit nacf)n)eifen fönnen. 

Xie (Smancipation ber grauen mürbe feit ber 3u(iret)o(ution 
ein üblicf)C!2^ 3c^(agmort, ba^ meQetc^t )d)on Dörfer beim ^ater Snfantin 
öortam. VJDfei)er« Sonöerf. iJej. * 6, 818»>). 3n biefelbe Q^xt gehört 
auc^ wotjl bie Smancipation be^ ^(eifcfied (die^abi(itation bed 
5leifcl)e3 bei |)eine, 7, 199 au^ bem 3. 18:5:5), ber bann fpäter bie 
Gmancipotion belJ ®eifte^ gegenübergeftellt mirb. 3}gf. 93r. Sauer, 
©efd>. ber '^arteifämpfe in Xeutf erlaub :5, 75, mo au^ ber iDiannl)eimer 
Äbenbjeitung oom 18. Jcbr. 1844 ber Sab angeführt roirb: '35ie 
©tubicrenben ^offen, bafe Senat unb SJJiniftcrium ber "Sr^cbung für 
bie Werften $<eftrebungen ber ©egcmpart, für bie Gmancipation be^ 
öJcifted" fein .^inberni!^ entgcgenfteüen mürben. 

3n ben 5uerft rü^menb, bann mit Spott genannten Sd)lagmorten 
be^ 3a^re^ 1848 gehören bie errungenjd)aften. 3n ber 9ied)t?jprad)e 
ift bai 3Bort ja fd)on 3abr^unberte alt, unmittelbar nad) ben SJerliner 
SRärjtämpfen ift cd jur Sejeidinung ber neugemonnenen Oied)te in aller 
SRunbe. SBolff, JBerl. 9ieü.=l£^ron. 1, :5'>4 nennt bie ganje C^cfdiidjte 
ber ©erliner ätcoolution feit bem 22. ÜJJärj eine '0ef deichte ber Gr- 
rungenfc^often' unb gibt bem bann folgenben britten Sud)e feiner 
Xarftellung bie Übcrfc^rift: '35ie (Jrrungenfdjaften.' 3h einer äJoltd- 
t^rrfommlung Dom 2:5. !Diärj mtrb ein Stufruf vorgelegt, ber u. a. bie 



174 a, ©ornbcrt, 

äSenbung entf)ö(t : '2)Qd 9iec^t ju Politiken S8erfQmm(ungen . . . gehört 
fo felbftrcbcnb ju ben Strungenjc^often bcr Stcöolution, bafe . . / 
2)aneben ftnbet fic^ bann fel^r balb bie Sejeic^nung äßärierrungen«' 
fdiaften, ebenfalld juerft rül^menb, bann mit $ol^n genannt. 3^nen 
ftcHt iBubw. ö. ®crlac^ in bcr 9lunbfc^au üom ?(nfang SJcj. 1848, 
©. 67 bie SKoöcmbcrerrungcnfc^aften (Sinjug SBrangete in ©crlin) 
gegenüber. *2)afe bie gotbne ^w^^i^fäffigfeit ber preufeifrfien Armee fic^ 
neu bemöf)rt l^at, ba^ ift eine ber inl^aüfc^merften 92odembererfungen^ 
frfiaften'. Äül^t über bie SKärjerrungenfc^aften urteilt SKenjet im 
fiitbl. öom 13. aRärj 1849, dlx. 19: 'SßJäre ber BoKüerein über ganj 
£cutjd|(anb au^gebel^nt gemefen, l^ätte ^eut{c^(anb eine ^(otte gel^abt, . . . 
fo mürbe ber Patriot nad) einigen bemotratifd)en SD^ärjerrungen^ 
fc^aften me^r ober meniger nid)t gefragt l^aben/ @ine eigene 93ebeutung 
giebt ber ^faff 9Jiaurijin^ 2, 81 bem SEBorte, menn er fc^ifbert, mie 
SÄetternic^ im 5Diärj 1849 mieber nac^ SBien jurüdjutel^ren gebenfc: 

•©r hoffet, Ol« 9}2ör5crrun0enfcf)aft 
3n SGi^icn juft oniulauöcn, 
3m 'SRäx^, lücnn bie Snofpen brcd)en bie ^oft, 
unb töenn bcr Äoffut^ gefangen.* 

©uropamübe al^ ©c^tagmort (18:58) mirb, mie ÜKetjcr nac^meift, 
1839 öon 3mmermann burc^ afrifamübe oerfpottet. @ufe!om l^at an 
ben gro§f purigen ^uf^ninienfe^ungen mit -mübe fieser 3lnfto| genommen. 
Sgl. S3Iafebom ^ 1, 44 (1838), mo ber ,^elb bem Äonfiftorium anjeigt: 
*3Sor etma brei Jagen ftarb in meinem Äirc^fprcngel eine Slafee, l^oc^^ 
betagt, mäufemübe, auf i^ren fiorbeeren rufienb.' !CeggI. StuS ber 
finabenjeit 267 (1852): '35ie SBittme erfannte if)reg ,.9tomeo^ 3ufunft 
unb fd)enfte il^m \t)x folbatenmübeg $cvj.* Sl^nlid) mie tjier 
s^mübe mirb öom dürften ^üdfer *blafiert gebraud)t: 'Obgleich ic^ 
geftem mic^ jcf|r ^arfblafiert füf|Ite.* Sriefe eine^ 8Jerft. 3,2.56 
(2. 3[an. 1827). ^eineg europamübe ftammt aug b. 3. 1828 (©üd}m.) 

2)ie 5ö"0titer ber Stu^e mcift 3Jiet)er mol^I mit SWed)t in ba^ 
3at|r 1848 (ftlabberab. 1848, 9?r. 27), unb mir finben bann ba^ 
SBort fogfeic^ aufgegriffen bei ©ufetom, 2). a. SJ. 172 (1848): 'Xie 
"[Jona titer ber 9tuf)e" maren ärger aU bie, melrf)e in ber Unrufie 
bie natürliche "i^olQe, ja bie notmenbige Sebingung einer moraIif(l}en 
SReoolution faf)en.' i?crgl. and) bie 9leimrf)ronif beg Pfaffen SJiaurijiu^ 
3, 147: 

„•'jRiil^ unb Crbnung" — ben Flamen erfanb 
SJicincr öleleu 33erc^rer JHul^sg^tafc/ 

^ann Sruno Sauer, 2)ie bürgcrlirf)e Sieüolution in ^eutfc^lanb 
246 (1849): 'ganatiämu^ für Stillftanb unb 9lu^e.' 9tber ber 
Äu^brucf l^at fid) lange öorgebilbct unb ift im 3- 1842 fd)on faft ju 
ber ®eftalt be^ un§ geläufigen ©cI)lagmorteg gebiel^en. Sgl. ^uftlom, 
®ef. ffierfe 12, 352 (Sriefe an^ ^ari^, 1842): 'ffiaif i^n [®uijot] 
an bie diegierung gebracht l^at, ift nic^t fein ^rincip, feine t^^^ne, nic^t 



9{oc^ einiget über ^dßaqwoxtt unb 9{eben^arten. 175 

fein softem be^ SBiberftonbeg, fein ganati^mu^ für Drbnung, feine 

S(nbad|t üor bem @efe^e, fonbern u. f. m/ SRan (iebte ed (ängft, bad 

SSort ^onati^mud mit anbern %udbrttc!en ju Derbinben, bie grabe im 

ftarten ©egenfa^e jum Segriffe be^ ganati^mu^ ju [teilen fc^ienen. ©o 

bei ^. ^fijer, Soterfanb 86 (1845) 'gonotigmu^ beg Unglauben^'. 

Ä^nlic^ flingt ed fpäter bei $eine im Siac^mort jum SRomanjero (1851): 

'S)er gefamte l^ol^e ttleru^ be^ ÄtJ^ei^mu^ f)Qt fein Änatl&ema übet 

mic^ gefprod)en, unb ed giebt fanatifd)c Pfaffen bed Ungtaubend, 

bie mic^ gerne auf bie Jotter fpannten/ @ufcfom, @öt^e im SBenbe- 

punhe 1S5 (is:^6): 'Sei alten frf)macf)en ^erfonen erfrf)eint bie SBal^r* 

^eit immer nur unter ber gorm ber Uberjeugung, , unb nicl)tg enlroidelt 

ft(^ bann fdjnetter, alg ber ganati^mu^ ber Überjeugung/ S33ie 

roeit bei Ircitfc^te, ®efrf). 2, 75 bie 'ganatifer ber 9Zü^Iid)!eit' unb 

ebb. 5, 42^» 'bie 9?ü^Iirf)feit^fanatiter' eine fc^on umlaufenbe 9lebe* 

roeifc miberfpiegeln, mcife irf) nirf)t. S3ci @örre«, ÜKojimilian I an 

i'ubmig I, S. 14 (1826) ^aben mir: 'ein fafter nürf)terner 8?er* 

ftanbe^fanati^mu^'. 5i^nlic^ ®ufetom, ©ötl^e im S33cnbepun!te 164 

(l.s:^6): 'Stic^t^ ift fo fc^redenerregcnb, ah glü^enbcr @ntl^ufia3mu3 

für nüd)tcrne unb formale S3egriffc/ Slnberg fd)eint Srf)(ege( ju 

urteilen bei iU^inor, 5r. Srf)(egc(^ 3ugenbf(f)riftcn 2, 84 (1796): '^Die 

erfte fubjeftiüe Sebingung a(Ic^ cd)tcn ^^ifofop^iercn^ ift ^^ilofoptjie, 

im alten Sotratifcften Sinne be^ SBorte^: 2Biffcnfd)aft^Iiebe, uneigcn^ 

nüfeige^ reinem 3ntereffe an ©rfcnntni^ unb SBa^r^eit, man tonnte e^ 

logifcften ©nt^ufiaijJmu^ nennen/ 3m Ötjccum b. 3- 1797, 2. Ici(, 

S. 11() (bei Diinor 2, 158; nennt er bann üeffing^ 9{at^an 'ein öom 

©nt^ufia^mu^ ber reinen SJernunft erjeugteg unb befeeltc^ ®ebi(f)t'. 

ßnblicft möge an fanatifd) a(^ ^JJobemort in ber Seb. öon fe^r, alfo ,5ur 

9lbroe(t)felung mit riefig, foloffaf, pl^änomenaf, pt)ramiba[, jacfig, 

gletfc^erl)aft u. brgl. erinnert mcrben. ®. J^^etjtag, ©oü unb ^aben 

*•*!, 2:^7: 'l£r mirb ein fanatifc^ reicf)cr ftcrf. 3JJan fagt, jman.vg^ 

taufcnb JReöenüen.' 2^er 9tu^brn(f, ^ier bem jungen Seutnant öon 5Rot^* 

fattel in ben SJhinb gelegt, fte^t etwa auf ber §ö^c beg öon @d)cffe( 

in feinem üiebe öon ber leutoburger ©d)Iarf)t öermenbcten trampf^aft: 

•1>lö^^lid) an^ bcö Söolbe« Dufter 
5^rect)cn fvompfl^oft bic CS^eruöfcr.' 

Die gefpreijtc äJerroenbung öon 'f^'^^g^' tabtlt fd)on SJörne 6, 45 
i,^ffej in feinem 72. 93riefe au^ ^axi^ öom 2s. 3anuar 18:J2, mo 
er aud einem ^^itung^auffafee ®agern^ bie üfijenbung anführt: 'gehörte 
}u ben märmften unb eifrigften Serteibigern ®ried)en(anb^ ober ber 
"griec^ifc^en Jyragc". !Cann fä^rt er fort: 'äöarum ^err oon ®agern 
bai allgemein befannte SBort ®rierf)en(anb ganj ol^ne 9?ot mit ®ried)ifc^e 
3 rage überfeftt, mill ic^ 3^nen erflären . . . ©ic |bie 2)ipIomaten] 
fteden fic^ an, ali göbc e^ fein 2anb unb fein 3SoIt, in ber SBelt, fie 
fucfaen bad ju öergeffen, unb e$ gelingt i^nen burc^ Übung, ©ie fagen 
barum nie: Portugal unb ^ortugiefen, 3ta(ien unb 3taliener, Belgien 

8fb©. in. 12 



176 ^ (»ombert, 

unb 93e(gier, $o(en unb ))o(mf^ed Sanb; fonbem fiefagen: bie )}ortu^ 
flicfifdEic grage, bic italicnifrfie 5ragc, bic belgifrfic ^ragc, btc 
|)oInifcI)c S^^^Ö^-' S)enfclben ®poti feigen mir ebb. 6, 268 öom 
9. gebr. 1883: *bi§ bie belgifti^e, irlönbifc^c, fronjöfifc^e, beutfrfie, 
))ortugiefij(^e, fpanifci^e, ameritanifdie, gried|ifd|e, türtifdie, äg^tifd^e 
fjrage entfrfiieben ift*. 3n neuerer 3^* ^«^^^ wian mä)t blofe bei ber 
Srmerbung ober 3!&ai)l etned S3auf)(Q^ed, fonbern and), mo ed fid| barum 
l^anbelt, einigen Sifc^gäften ben rid|tigen $Ia^ ju geben, grogfpurig 
öon einer *^öfung ber ?ßtafefrage*. S)ie fociale grage ift nac$ 
S3ü(^mann ein ^udbruct 9{apoIeond I. 

Sei ber Srmä^nung ber ®efül^ 12^)01 itif bin ic^ öftere ber SBor* 
ftellung begegnet, ba^ ba§ SBort erft ber Si^mortfifc^en Qdi ober bem 
Steic^dtanjler felbft feine Sntftel^ung üerbante. ^iefe SDteinung mirb baburc^ 
unterftüfct, ba^ ^ilbebronb im DSBb. ba« SBort ®efü]^Ut)oIiti! jmar 
anfül^rt unb ofö ®egenfa^ 3U 3[ntereffenpoIiti! bejeic^net, ober ol^ne 
jeben 83eleg lä^t. 3n anbern SBbb., ouc^ bei ©anber^, fel^tt eä gänjlic^. 
»gf. SR^ein. a»erfur, S3eilage ju dlx. 191 (9. gebr. 1815): '©ie 
teutfc^en Slätter [jagen], baf in biefem S(ugenblid! feine ©efüJ^U- 
?ßoliti! bie neu entftel^enbe Drbnung ber ©taatenüerl^ältniRe grünben 
bürfe.* S)ie SJlitteitung l^anbelt *Über bie bei ©rodl^au^ er{d)einenben 
Steutfc^en ölätter' unb trägt bie Unterschrift: SUtcnburg, b. 30. 3)ej. 
1814. ^fijer, «atcrianb . . . (1845): '©efül&UpoIitücrn unb 
3)i(ettanten bünft nic^t^ , einfacher unb nQtiTrfic^er, aU ha^ ba§ ju üier 
günftl^eilcn unbeutf(f)c Öftreic^ beutfc^ unb btu? fonftitutioneKe ^anpt 
üon Deutfc^lanb merbe/ 83i^marrf an fieop. ö. ®er(ac^ am 2. SJiai 1S57: 
*3n ber ®effl]^UpoIiti! ift gar feine SRejiprojität, fie ift eine au§fd)Iie6(ic^ 
))reuBifd)e (£igentäm(id)teit ; jebe anbre Stegierung nimmt (ebig(id) il^re 
Sntcreffen jum 9Jia^ftabe il^rer ^anblungcn/ Die Sntereffcn- 
politi! tüxxh tt)o]^I fo alt fein mie bic ®efül^I«poIiti!; angcmcrft 
^abe icfi fie erft au^ ©ufcfom, @ef. 2B!e. 4, 119 (1845): '^Der ro^en 
9?atürlirf)teit unb einer 3ntereffenpoIitit ju fiiebe, mc(rf)c feit 50 3a^rcn 
fc^on öom üibcrali^muä befämpft mirb.* ©rinnert fei l^icr auc^ an ben 
im 2)8Bb. mie bei ©anbcr^ ol^ne ©eleg öerjeirfineten ©efü^t^menfcften. 
Sgt. Slrnbt, @eift b. 3eit 4, 494 (1818): *3:a6 übrigeng bei ben 
leutfdien öon je^er über bunfle SK^ftifer unb umnebelte ®efü^U* 
menf(t)en getlagt morben, mag ba§ 93o(t fic^ el^er jum fiobe a(g Xabe( 
rerf)nen. 2)egg(. aWenjef, D. 2itt. «3, 203: 'SaSir [!£cutf(()c] maren 
immer ®efü]&lÄmenfd)en*. 

2)ie göttlidje ©robl^eit ift befanntlirf) au3 einer Stelle ber 
©rf)legelfc^en fiucinbc (1799) gcfrf)Iiffen, mo 8. 30 (@. 19 be8 Äoburger 
3)ru(f^ Dom 3. 1868) bie SBenbung gebraurf)t mirb: *big jur ®rob- 
l^eit gött(id|'. Sd muß auffaHen, ba^ in ben ®ef(üge(ten SSorten 
nai} eingaben fioberftein^ bloß üermutet mirb, ba§ nic^t erft @. %, Ä. 
^offmann im 3a^re 1821 ben S(u§brucf 'göttlidöe ®robl^eit' ge* 
bi(bet ^abe. S)enn mir l^aben ja bie gött(id)e @robl)eit fogleic^ in 



92o(^ einiget ü5er (Sc^loguiorte unb dtebcndorten. 177 

ben erften Salären bed 19. ^al^tl^unbertd mit beftitnmter 93eiie^ung auf 
©rfllegcl. Sgt. Scitung f. b. cteg. SBcU 1801, 9h. 41, @p. 827: 
*äBennd eine göttliche ®robl^eit giebt, fo tannd ja mob( cinü) eine 
göttliche ^umml^eit geben. 2>ie erftere intommobiert tttoa^, bie 
festere ober !ann amüfieren/ ©eurne H, 139 (SOiein Sommer, 180G). 
3)er 3)2en)d^ [^oftiQon] 30g fein @efid|t pl^(egmatifd| in bie Sänge unb 
in bie 93reite unb jagte mit ber neuen @d|u(e ber gött(id|en 6(rob« 
l^eit: @iebt auc^ ein el^rlidjer ^ert einem el^rlirfien ?ßoftiUon ein fo 
lumpige^ !£rintge[b?' 2)eutlid) and) auf bie Stelle ber fiucinbe bejie^t 
fic^ Gber^rb, tft^etif 1, 2o() (1803): 'g« fe^It nic^t on lauten 
^rebigcrn ber Unfittlic^feit, bie öerbilbeten S33eibem bie ©c^oml^aftigteit 
t)eräd)tlid| machen unb fd)minbelnben Jünglingen bie üergötternbe 
Ärroganj cinreben/ gr. Sti^Iegel l^ot bie SSerel^rung für bo^ Slnremt)e(n 
aucfj fc^on frül^er befannt. Sgl. ^r. ©c^tegel« ©riefe on feinen SBrunber 
mif)dm, ]^rau§g. ö. äBaljel, 3. 301, üom 31. OK. 1797: 'alle« 
mad ficf) burdi erl^abene ^rec^^it audjeidinete unb für a((e anbem 
3ountaI^ ju gut märe'. 3n biefem ©pracftgebrourfi gel^t il^m, freiließ 
mit ganj anbercm Urteil, nocf) oorauf Siecf, Strau^febem 5, 14S (17 96): 
'Sein ücl^rcr fparte md)t^, iftn f(f|on red)t frü^ jur eblen unb freien 
ilunft ber Ömpertinenj ansufül^ren, vermittels bereu fo manche 
unbebeutenbe ^eute imponieren/ 2)oc^ biefe üerfdiiebenen äBenbungen 
finb im i?aufe ber Qnt gegenüber ber bis jum l^eutigen Sage öielfarfi 
genannten göttlichen ©robl^eit jurüdgetreten. ®clegentlic^ erfc^eint 
biefe andi lootjl als ebel, fo bei ^^Jüdler, ©riefe eines SSerftorbenen 
3, 110 (öom 20. Stoöember 182()): *Satt|re auf biefe Sittenliceuj unb 
eb(e C^robl)eit.' ^iefe ©erbinbung ift unS l^eute menig geläu^g, befto 
mebr bie fd)on alte eble Xreiftigteit, bie id) am bem freimütigen 
1804, yix. lOH, S. 723 *^ angemerft ^abe: *fo macfjte er feinen Eintrag 
mit eblcr Dreiftigfeit.* 

•Öereinragcn unb hineinragen, jmei gcmöl^nlic^e SBörter, menn 
aurfi oon $ei)ne im !CSBb. mie in feinem 3Bb. übergangen, toerben feit 
fterncrS Seherin öon ^^reöorft (1829) ober üiclleidit fc^ou feit einer 
frül^cren Sdjrift ttemerS auf eine Steige öon Sal&ren .^u fpbttifcf) mit 
beftimmter ©ejic^ung auf Äerner gebrauchten Scblagmörtern. ®ubfom, 
Öötbe im SKenbep. 170 (1836): 'Ä reife, mo man gemo^nt mar, baS 
allgemeine {y'i"'»^^*^» ^^^ !Cinge unb bie 9?ebel^aftig!eit ber S3egriffc für 
bereinragenbeS ©eifterleben ^u b^Iten.' ®u^fom, öef. SBerfe 4, 53 
(^^ifof. ber Ibflt unb beS SreigniffeS, früher im 3- 183G unter bem 
9iamen '^^bi'ofopbi^ ber 0efc^icf|te' erfc^ienen): *Gine Spiegelfecbteret 
ber .£)öne unb bie JatobSleiter ber ©ifionen unb ber b^^ci"^<^9^"ben 
ÖeiUermelten.' Ontmermann, ÜJiüncbböufen 2, 122: 'um eS roo 
mijglic^ bis jur ^robuttion einer in unfere b^reinragenben bibberen 
SBelt ju bringen.' (Sbb. 2, 123 (?luSg. ö. 185S): 'äöenn man ben 
ganzen Jag otute cbronifcbe Übel unter ben Rauben ^at, mie öicbt, 
^eftit unb SiadfOtil fo mia fic^ feine 3eit für baS bi^Iiete ^eid) 

J2* 



178 n, ©ombctt, 

unb bQ§ 9J{itte(reic^ ftnben; aud| mug ic^ seftel^en, bag erftered noc^ 
nie in unfere Ärantcnftotioncn l^crcingcragt i)at\ Sbb. 2, 127: *^6) 
k)er{prQd|, bie Kammer allen ^bl^eremeltl^ereinragungdmännern 
meiner 93e!anntf(!^aft befteng ju empfel^ten*. @ufc!om, ©fijjenbuc^ 276 
(1839): •S)ie Äu^fic^t, nac^ SBein^berg ju fommcn, bo^ im ganjcn 
3n)if(^enreic^ old bad einjige fiodi berühmt mar, burdi melci^ed bie 
©eiftermett in bie irbifc^e "hineinragen" burfte/ @ufefott), 9Kal^a 
@uru * 24 (1845): *^ä), ber i(f| nun auc^ bie ©eiftermett in unfere 
l^ercinragen fefie*. 

©eit mann rebet man üon ber ^öflic^teit be^ ^ergen^? Sgl. 
pcMer, »riefe eineg Serftorbenen :^ 190 (üom 16. S)ej. 1826): 
*SBal^re ^erjen^l^öftit^feit unb l^eitere 83onl^omie öermifet man ganj* 
[in ber engl. ®efetlfrf|aft]. 

^eroftratifc^er SBaI)nfinn tuirb öon ©ufeforo in ben SBeitr. jur 

@efc^. b. neueften Sitt. 1, Sorr. V (1836) bei bem ©bt^einbe 3ä. SÄenjel 

gefunben: *fo l^croftratifc^er S33al^nfinn, mie il^n SKenjel offenbart*. 

ffiergl. aurfi ®eibel^ ®ebic^t an ^ermegl^ au^ bem gebr. 1842: 

•!Du miaft ben mormcu ©ottegfCf)cin 
3ur 5^^^^ ^eroftrati^ entmci^n.* 

Slltere 83elege für bie genannten SBenbungen muffen öorl^anben fein, 
jumal ba bie Tt^at l^eroftrat^ felbft fc^on üor mel^r al^ 2000 Sauren 
at§ freöel^after SBa^nfinn berüd^tigt mar. Qn einem mcitl^in öerftönb^» 
liefen ©c^tagmort l^at firfi aber ber ^eroftratifdbe SBal^nfinn nic^t 
au^bilben fönnen, meil in ben breiteren Sitbung^fd^ic^tcn bie jur rafc^en 
Äuffaffung folc^er ?lnfpielungen crforberlid^e tlaffifd}e ©Übung fe^lt. 

3um l^ippofratifc^en ÖJefic^t mirb bei 83üc^mann gefragt, mer 
gucrft bie öon ,^ippo!rate^ fo genau angegebenen Äcnnjeidien be^ nal^enben 
lobe^ aU facies Hippocratica bejeic^net ^abe. 35er §lu^brud tritt 
in ärjtlid)en ©cfiriften be§ 16. 3f)bt^. fc^on alg feftfte^enb unb befannt 
auf, j. S. bei 3?ictor Jrincaöclliu^, Consilia Medicinalia 112*» in ber 
SSenebiger Slu^gabe öom 3- 1586 (Consilium LXXXIX, semio de 
animi defoctu queniGraeci (Tutkott^iv appellant): 'facies illa Hippo- 
cratica*. 3c^ »erbaute biefe 9Jiitteilung ber 5^eunb(irf)!eit be^ §errn 
Dr. med. SRic^. Äol^n l^ierfclbft. SBeitere§ mu§ in ben alten lateinifd)en 
©alenüberfe^imgen unb angel^ängten ©rflörungen gefucf|t merben. Dcutfc^ 
mirb ber ?lu^brurf axid) mo^l frfiou im 16. 3^bt. öorfommen. 3^bler im 
Uniöcrfallejrüon 2, 274 (1732) fagt: §iergu gehöret auc^ be§ Hippo- 
cratis ®efid)te, Facies cadaverosa ober Hippocratica genannt.* 
©onft ^abe id^ e« angemertt au« 3ean ^aul, Sitan 1, 495 (ISOO): 
*©ne ganj fc^marj geficibete 5Diagfe mit einer fterbcnben Saroe, bie ba« 
l^ippofratif^e ©efid^t öorfteHte*. 'S)ain l^ält 3ean ^^Jaul aber bie 
gufenote für nötig '©o l&ei^et bie ®eftalt eine« ©terbenben*. 3Äir ift 
geläufiger ber 3lu«bru(! .^ippofratifcfter 3"9r ben auc^ ©ufefom« 
©lafebom »2, 22« (lH38j bietet: '©afe er nirfit ftunbenlang mit feinem 
f leinen 9lafierfpiegel, um ben gel^eimni&öollen l^ippotratifrfien Qu% 



92oc^ einiget ü5ec (^(agtoorte unb 9iebendarten. 179 

ju fuc^cn, mit bem bcr lob ]^ctbcif(!^(ri(f|c' ? J^eutc »irb bic SBcnbung, 
tt)ic c« frfieint, mcl^r im übertragenen ©inne gebraucht, j. 83.: *ba« 
9Kinifterium jeigt einen entfc^ieben l^it)t)o!ratif5|en 3"9-* SBieberum 
bte alte facies Hippocratica üermenbet Ämolb SRuge )o in ber 
©tfeung ber ^i^antfurter SKationalöerfommlung öom 19. Sfuni 1848, 
tüo er bem (arf)enben gö'li^n fiiti^nom^f^ guruft: *S)a^ ift burc^ou« 
ni(!^t Vdä)exl\ä), unb bem, ber borüber larfit, fel^e i(f| bie facies Hippo- 
cratica on. ©^ ift ein ©ol^ngelöc^ter; ober auc^ ein ©eläc^ter bei^ 
2:obe«fampfe^\ 

9uf ber ^od)toad)i [teilen mirb üon äße^er o(d @d^(agmort 
mit einer SReil^e anberer au§ SKürnberger^ SBlumen be^ 3^»tung§ftilÄ unter 
ba§ ^aijx 1876 gefte(ft. Die Übertragung ber i^oc^mad^t auf geiftige 
SScr^ältniffe mirb boc^ fc^on erl^eblit!^ älter {ein. @inen neuen ©eleg 
bietet ®eröinu§ in ber Sorrebe jur Sittcraturgef(f|., au^ bem Suni 1840 
an Dal^Imann : 'Sie, ben mir 2)eutf(f|en aut!^ aufeerl^alb ber SBiffenfdjaft 
gern auf berJ^od^madit ber gegenwärtigen Dinge bed 3}ater(anbed 
fe^en*. Srinnert fei auc^ an 

*'3d)lcötDi0s^oIftein, mccrumfd)lun0en, 
Deutfc^er ©Itte f)o^t Söac^t% 

ferner an ^reiligratl^^ für ben 2)i(!^ter beanft)ru(^te *]^öl^ereS33arte*(1841). 

3n ber (Sntmideiung gmifd^en mi^igem @d|e(tn)ort unb ©c^iagmort 
ift mie mand)er anbere ^u^brudE auc^ ber ^ofbemagoge ftecten geblieben, 
ben 83ürf)mann auä einem ®cbi^te Öubm. Stöberte (1824) nat^meift 
«erg(. ©djüft, 5Rafierft)iegeI für bie beutft^en Uniö. 199 (1830): *fiuben 
bat fortmäl^renb eine fo entfd^iebene SSeränberung feiner politifdien &t^ 
finnungen gcjeigt, bog man i^m adgemein ben 9{amen bed äBeimarifc^en 
^Ipofbemagogen gegeben l^at*. 9ßir finben bann bad Sßort mieber bei 
^ruft, ^olit. SaSodienft. 31: '^ofbemagoge, grei^eit^fänger'. «ud^ 
tt)urbe mol^I Sit. ü. ßumbolbt in manrfien Greifen al^ ber a(tc 6of' 
bemagoge begeicf^net; bod) l^abe ic!^ bafür feine anbre @emäl^r aU 
eine unmutige münblidje ?leuBerung an^ ber 3rit, mo feine S3riefe an 
SSaml^agen eben erfc^ienen maren (1860). 

^[mpertinent bebeutet in ber neueren Sprache burc^meg: unge« 
l^örig, unt)er{d|ämt unb mirb taum noc^ in bem älteren Sinne 
ber SKec^tdjprad^e für unerl^eblic!^, nic^t jugträftig gel^ört. %n bie 
alte Sprache, boc^ jc^on mit bem .ßinmeid ouf bereu SBefonberl^eit unb 
Unüblicftfcit erinnert ©ufefom im »lafebom * 2, 234 (1838): 'Der 
Sinmanb ift irrelevant ober, mie mir ^uriften fagen, impertinent', 
impertinent blonb üom ^aar o(d fd^ersl^ofte Seieic^nung für rötlic^ 
mirb üon @anberd angeführt, bocf| nic^t belegt, ^ergl. ^. fiaube, 
SRobeme S^aratteriftiten 1/ 362: *bie fogenannte impertinent blonbe 
Sörbe* iani einem ©riefe ber Stapel SBarnI)agen). 

3n 93 an ben frei ift und nac^ 3){ojend ®ebic^t über ?(nbreod 
^ofer ein geläufige^ SBort. äRofen ober fd^eint bie SBenbung mörtßc^ 
entmeber unmittelbar ober nac^ einer Snfttl^rung übernommen ju ^aben 



180 M. ®om5ert, 

ou8 J^erbcr^ mrofteo, 2. Su^, 2. ©tücf, @. 211 (1801): 'Sn »onbcn 
frei, nic^t einfam unb borfi einfont*. 

Snbuftriell ift ein mrf)t eben alte^ S33ort, wirb menigften^ im 
Dict de TAc. 1798 noc^ nic^t öerjeic^net; ja ol^ ^au))tn)ort erfd^eint 
eij bem Dict. noc^ im 3. 1835 f))ärlid^ gebraucht: Mndustriel se dit 
quelquefois, substantivement, d'une personne qui se livre ä 
rindustrie*. S)oc^ ift bag Dict. I^ier wie fonft ctmaS ju öorftc^tig unb 
fpröbe in bcr Äufnal^mc beg neuen SBort^, bo^ wir bod^ fc^on im ^afftt 
ber 3uIireöo(ution mieberl^ott bei Söme finben, aßerbing^ mit (Srflärungen, 
bie ben ?tu^bruc! ofe neu tennjeic^nen foHen. SJergl. @ef. ©d^riften 5, 
49 (13. »rief au^ ?ßari« öom 9. SRoö. 1830): ^bie Snbuftriellen, 
ba§ l^eifet auf S)eutfc^ bie mifcroblen Äaufleute unb Krämer, bie nic^t^ 
l^Qben afg ^urt^t unb @etb\ ebb. 5, 54 (üom 17. dlo\>, 1830): 'Dag 
finb bie ®utgbefifecr, bie reichen S3anquier^, bie Ärömer, bie ficf| mit 
einem öornel^men S33orte bie Snbuftrieden nennen. S)iefe SKenfc^en, 
bie funfse^n 3af|re gegen ofle ?lriftofratie gefämpft — foum ]&Qbcn fie 
gefiegt, unb fd)on wollen fie für fic^ felbft eine neue ?(rifto!ratie bilbcn, 
eine ©etbariftofrotie, einen ©tücföritterftonb'. 9Ran fielet, wie 
Sörne, bcr ben 3;nbuftriet(en nirf)t l^otb ift, weil er in il^nen mit 
9lerf)t ®egner jeber umftürjenben Semegung fielet, fie ben fc^on im 
18. 3i^bt. in Unel^rcn genannten Chevaliers d'industrie gleic^ fe^t. 
@u^tom gebrauct)t qu^ ben 2(udbruc! ^nbuftriemann, 5-93. beitrage 
jur neueren fiitt. 2, 318 (1836): *3)q« (ginfommcn beg ©runbbefi^er«, 
be^ ÄQpitaliften, be^ 3[nbuftriemanne^ bilbet fic^ ou^ ben ©eminften, 
mlijz' u. f. m. 93a(b lommt quc^ bog S33ort älnbuftrioli^mu^ auf, 
nod) nic^t öerjeic^net im Dict. de TAc. öom 3. 1835 unb felbft bei 
fiittr^ ein SÄcnfc^enolter fpäter norfi al^ n6ologisme angefproti^en, 
bod^ in^ Compl6ment du Dict. de TAc. (1843) oufgenommen unb 
fc^on früher aud^ beutfc^, fetbft in übertragenem Sinne üermenbet. 9Serg(. 
8. ?t. .^uber, 3"^^ifrf "• 83emer!ungen gegen ?lnfic^ten über bie teutfc^en 
Unit)erfitäten 113 (^amb. 1834): *eine ber Minderungen be§ mijfen* 
fc^aftlic^en 3nbuftriali3mu§, ber eben im entfrf)iebenften ©egenfa^ 
mit jenem l^ö^ercn unb eigentlichen wifjenf(f)aft(i(^en ®eifte ftel^t. 
®u^!oro, Sfijjcnbuc^ 317 (1839): 'bcr 3nbuftriali§mu^ in feinen 
complicirteften Seftanbteilen (ftunft, fiiteratur unb ^olitif finb Sieben* 
jweige biefe^ Stammet geworben)'. 3m eig. Sinne ebb. 319: *bie Um- 
fkänbe, burt^ weld)cber3nbuftrialigmu§ biefe frampfl^afte Srregbarfeit 
befommen l^atte*. ?t[g 'inbuftrieUe^ 3a^r^unbert beg ®efc^äf trieben«* 
wirb ba« 19. fcf)on öon ^üÄer, »riefe eine^ SBerft. « 1, 21 (au^ b. 
3. 1828) bcjeic^net. 

Slu^ eigenfter 3nitiatiöe wirb öon 9)iet)er unter bem 3al^re 1889 
uermerft, weit JRub. |)ilbebranb in biefem 3flt|re fic^ über mehrere SKobe* 
worter geäußert ^at, babei aber grabe über biefe Sßenbung, toa^ ^let)ti 
fclbft angiebt, fc^on 1879 in feinem JBuc^c öom beutfrfien Sprad^unterrit^t. 
Seiber ^abe ic^ auc^ tein frfibered 93eifpie( für bie äBenbung jur ^onb, 



^od) einiget aber ^lagtoorte unb SlebemSorten. 181 

aber fie bürftc fc^on um ba^ 3al^r 1850 üorfommcn, aU griebt. 
SBill^edn IV. bei bcr SScjc^mörung bcr SBcrfoflung (6. gebr.) crflärtc: 
'SBa^ ic^ jagen merbe, finb meine cigenften SBJorte' unb in ber* 
felben Sunbgebung : *inbem ic^ bie SJerf.^Ur!. fraft fönigtic^er SRad^t* 
öodfommen^cit biermit beftätige*. Sbenfo bejeic^netc {päter Äönig 
SBilbetm bie Umgeftattung be^ preufe. I^eere^ gern Qt§ {ein eigenfte^ 
SBert, unb id) glaube menigftcnS, ba^ in biefer Qtxt unb im 3- 1850 
and) oon ber eigenftcn Snitiatiöc ber beiben Sönige gcrebct unb ge* 
fc^rieben morben ift. 3luc^ menn 93r. SÖQuer, 2)ie bürgert. 9let)olution 253 
(1849) fngt: 'aBäfirenb ber Sönig nic^t einmal ba^ SBa^Igeje^ aug 
eignem ©ntjc^Iui ju erlaflen magte*, Vd^t fic^ bcnfen, bafe l^ier bie 
eigne ober eigen ftc Snitiatiüe öorgcfc^mebt l^abe. 35aran rei^t fic^ 
bie grage, mann ba^ SBort Snitiatiüe überl^aupt aufgefommen ift. 
3)a0 Dict. de TAc. üom 3- 1798 ijat nur Initiation, erft bad öom 
3. 1S35 auc^ initiative; auc^ in (£ampe^ ®crb.*Sa3b. fel^It ba« SBort, 
unb 9)io^qua (Äg^b. 1812) bietet nur 'Initiativ Slnfang, SSorfprung, 
SJorjug*. 3""ä^f* begegnet un^ nun Snitiatiöe im ftaat§red)tlid^en 
@inne a(^ 58or)ci)(ag!?re(()t. 3?erg(. S8ud)^o(äf ®emä(be b. gejcn{d^I. 
3uftanbe§ b. preufe. SUionarc^ie 2, 21 (1808): 'bafe er fic^ üon bet 
geje^gebenben unb t)o((jie()enben äKac^t nic^t;^ meiter anmaßte a(^ bie 
3nitiatiöc unb bie Promulgation ber (Sejefee*. ^pjer, S3riefm. 229 
(IS.'U): *burrf) ®eje$e, beren 3nitiatiöe Hjtn juftänbe*. ®u^fom, 
»lajebom* 2, 211 (1S38): 'ba^ ^rincip, meiere« icf) in bem ©ebanfen 
finbe, bafe bem 9Cbct bie l^iftorifc^e Suitiatioe atte§ SBerbcnben gebül^re, 
gerabe im ©cgenfafe mit bcr getoöf)nIic^en Sunfcrt^eorie be^ Sonjeröatiö* 
fgftcm^'. Mgemeiner im Sinne t)on93eftimmung^!raft jc^eint ba^^SKort 
JU fte^en bei ®ufe!om 3). a. 93. 47 (1S48): 'ber lpo(nifrf)e] «bei ^at 
nicht mel^r roie fonft bie 3nitiatioe feiner Schief ja(e'. ^ejonber^ beliebt ift 
belanntlic^ bie SBenbung *bie 3nitiatioe ergreifen', natürlich blo^e 
iiberjebung an^ bem franjöfi)(f)en prendre 1 'initiative, ba;^ mir im 
Dict. de TAc. jeit 18:^') finben unb bann balb im ^eutfct)cn, j. 93. bei 
©aubt), 3)cr neue ^^}ari§ (1839) in Siegen« 9Cu#gabe 2, 125: 'berjenige, 
melrfier bie^nitiatiöe ergriffen*. Xie ftatt(id)e munbfüKenbe SBenbung 
wirb natürlicf) oft im 3- l^^-*8 gebraurf)t, meil man in 3)eutfc^Ianb 
in ber Sntmidelung ber Spradje für öffentliche SBer^ältniffe noc^ jurücf 
mar unb fic^ be^l^alb gern an ben fcf|on fertigen fran2öftfcf)en Su^brud 
anfc^Ioß. ^ie 3nitiatiDe ift aucfi mol^t fo met mie 93emeggrunb 
(principium); oergt. ®u^!om, ®öt^ im SBwibep. 114(1836): 'bieSnitio- 
tioe ber ©cftiücrfdien 2)ic^tung mar ba« 3ntereffe*. 2)ie ^rage nac^ bem 
Sluffommen be« 9Bortc§ 3nitiatii)e befci^äftigte 3af. @rimm unb 2)a^(* 
mann im 3- l'^32. I)a]^Imann bittet (93riefm. jmifc^en ben ©rübem 
Orimm, Dol^lmann unb ©croinu«, ^«g. ö. 3ppel, 1, 32) um ^tus^tunft 
iber bie erfte (Sntfte^ung be§ äBorted im po(itifcf)en @ebrauct). 3at. 
®rimm legt feinem ©riefe oom 21. C!t. 1832 eine befonbere Erörterung 
über 3nitiatioe bei, bie nid^t ermatten ift. 2lm 24. CtL bebanh fic^ 



182 sc (^om6ert, ^od) einiget ü6er ©d^lagmorte unb dtebendorten. 

2)Ql^(tnQnn für bie 9)ättei(ungen über bte ^SnitiatiDe unb fäl^rt bann 
fort (©. 35): *3rf) glaube je^t, ba^ de Lolme bcn Slu^brud erfunben 
l^at. @o frf)(iefee ic^ au^ ©. 218 feine« SBerfö über bie enfllifrfie »er* 
faffung. 3n bcn franjöfifd)en Sonftitutioncn feit 1791 l^eigt e« immer 
la proposition de la loi, unb erft in ber S3onapartif(f|en Sonft. 
öom 5tug. 1802 pef|t titre V l'initiative. S)er «u^brud ift übrigen« 
übel erfunben, ba er ba« Stecht be« Slntrag« nid)t öon bem be« ®efefc=» 
entmurf« unterfrf)eibet\ 

2)ic öon 9Jiet)er unter bem 3- 1807 au« 3ul. ö. SJo^ angeführten 
SEBenbungen Mnnere« S(uge', *innere« ^erj*, 'innere S3ruft' u. f. rv, 
k)erfpotten junäc^ft bie ^u«brud«n)eife ber 9iomantifer, unb auf bieje l^ätte 
Süie^er barum öerroeifen foUcn, j. 83. auf i^x. ©c^legel im Slt^enäum«^ 
fragment.174 au« bem 3- 1798 bei SRinor 2, 230: *bie M^ ift 
SKufi! für ba« innere Dl^r unb 3Ra^Ieret| für ba« innere Stuge*. 
©benfo fül^rt SR. ^a\)m in b. SRomant. ©c^ufc au« gr. ©c^Iegef« Sluffofe 
Aber ^l^ilofopl^ie (ätl^enäum 1798) ben ©afe an: 'SRcligion l^at ber, beffen 
innere« Dl^r für bie ÜRufi! aÜer ©pl^ären ber allgemeinen SJitbung 
empfängti^ ift*. 2)a« äuJBcre unb innere ?luge fteKt auc^ 6. 5Di. Ärnbt, 
gragm. über 3}ien}d)enbi(bung 1, 118 (1805) einanber gegenüber: *®« 
giebt SRenfc^en, l^armonifdi gebol^rne, g(üc!(ic^ gebo()rne, aber fo jart ge> 
bol^mc SRenfc^en, bafe fie gleirf)fam jum ©aitenfpiel ber SBeft beftimmt 
frfieinen. ©ie »erben feine ©tätigteit l^aben für ba« äußere ?luge, 
mol^I aber für ba^ innere*. SBir l^aben jeboc^ auc^ ätjnli^e ?tu«brü(fe 
f(f|on frül^er bei ©d^rififtellern, bie, allem gefud)ten Äu«bru(! abl^otb, fic^ 
in nüd^ternfter SRebe ju bewegen lieben. SJgl. 83lantenburg, SJcrfurf) über 
ben SRoman 388 (1774): "SBer un« bie innere ©eftatt eine« SRenfc^en 
onfc^auenb barlegen min, mu§ alle bie äußern Umftänbe genau tennen, 
bie auf feine äu«bilbung @inftu§ l^aben'. 6bb. 387: *3n Jtnfel^ung 
feine« innern 3n^olt« l^at bev beffere SRoman eben fo menig Sinförmig* 
feit, ol« in ?tnfel^uug feine« ^tu^ern'. ©dilieBlicf) ge]&i)ren in biefelbe 
übertragene SRebemeife S33enbungen mie innerlid)er SBife bei 2iec!, 
©traufefebcrn 8, 53 (1798): *J)ic eigentlichen ©mpfinbungen fonnte man 
öiellei(f|t innerlichen SBifc nennen, menigften« nenne id) fie mir mandi* 
mal fo*. (Sbb. 8, 1S7: '3d) mußte innerlid) lachen unb fonnte mic^ 
öor eJ^eube nid)t laffen*. 2)a« cntfpredienbe innere Steinen mirb aucft 
im ^SB93. au« 3ean ^aul« ^efpcru« belegt. Grinnert fei l^ier aud> 
an bie innere 3Äiffion, bie ireitfc^fe, @efdj. 5, 24(5 rid)tig auf 
b. 3. 1842 jurüdfü^rt: *3Bic^tiger no(f| al« bie |)eibenmiffion erfc^ien 
tl^m [SBic^ern] bie Stuf gäbe ber "inneren SOiifjion" — ber 5Rame 
begann feit 1S42 aufjufommen.' 3)aju bie 3)em. in 3Jiei)er« Äono.*= 
fiejr. * 9, 254 b: 'JJen 5ujammenfaffenben 9?amen ber "innern SJiiffion", 
burcfi ben bieje 83eftrebungen in parallele mit ber äuBern 9)^iffion gefegt 
morbcn, gab i^nen juerft ber @i)ttingcr Il^eologe gr. fiüde*. I)iefer 
l^ielt im 3- 1842 in ÖJöttingen einen SJortrag über *35ie jmiefadie, 
innere unb äußere aJiiffion ber eöangelijc^en Sird)e'. (3(^iuMn ^cft *.) 



ftttl)enfd^. 

«tfrcb ®ocfcc. 

3o gut iDte bie ^di^xit in ber @(f|(ac^t tetn g(etd|gt(tiged ^eimert 
tft, fo gut finb auc^ bie 9{ainen, bie fid| bie Parteien im Kampfe bei« 
(egen ober bie il^nen beigelegt merben, für bie ®efd|id|te biefer kämpfe 
nic^t unmefentlidi. Unb mie ber ©ejd^ic^tdjc^reiber eine^ jirieged auc^ 
beu rul^mreic^en ^^al^nen um bie gefoc^ten morben ift, eine Qrmäl^nung 
gönnt, jo mirb man in ber @efd|ic^te ber Steformationdjeit ben S3(id 
auf ben 92amen (enten, unter bem bie 2(nl^änger ber neuen 9ttc^tung 
ftritten unb ber auf« engfte aud^ mit ben tiefen fragen jener Szxt üer^^ 
bunben ift. X^n 2(nföngen bed Sßorted tutl^erifdi nac^jugel^n, ift um 
fo Derbctenber, a(d in biefer S3egiel^ung für bie ©efc^i^te bed SBortei^ 
bie^r menig getl^an morben ift,^ namentlich finb bie ^rtitel ^e^ned im 
2)eutfc^en äBörterburfi 6, 1353 unb in feinem SBörterbut^ 2, 700 fel^r 
tnapp gehalten, unb bod| erlauben bie reidien QueHen ber Szit, ber Snt« 
midtung be^ äBorted auf Schritt unb Xritt nadijugel^en, eine Stei^ 
rebenber 93e(ege bietet bie 50iöglic^teit, einjelne SSSenbungen in ber &e* 
fc^ic^te bed äBorted genau ju beftimmen, unb ouc^ bed Sntereffanten bietet 
bo^ äBort genug.' 

^nberd a(d bei ber 9J{affe ber äBorte Derl^ätt e^ fic^ gleic!^ bei ber 
Sntftel^ung ber iBilbung (utl^erifc^. äJor bem «^rbfte 1517 mirb niemanb 
bem äSorte ju begegnen ermarten, auc^ mer gegen bie ^(terdbeftimmung 
anbercr SBorte öebenten l^at, mirb in biefem goUc ben terminus i)ost 
quem gelten laffen. 9iun tritt aber unfer SBort feine^mcg^ unmittelbar 
na^ biefem 3^itpuntt l^äufig auf, fonbern bejetc^nenbermeife erft nac^ bem 
Srfc^einen üon fiut^erd 3enbfd)reiben an ben beutfc^en ^bel. Xcr ältefte 
©eleg, ber fi(^ ^at finben laffen, ftel^t in Sol^ann Gd« Sdjrift iJe» 
^(gen Soncilii ju Sonftanj (Sntfd^ulbigung (lieipjig, 29. September 
1520) B Ib: 2)^^ ünb ber gle^c^en t^erbamlic^ Dnnb Qrrig artidel, bie 

* ^Inrid) €>eppc0 13u(^ über Unpruttfl unb O^efc^tc^te ber '6c^ctd)niin()cn refomtterte 
unb lutfytxWdit ttirdje, O^ottia IKöft ift niefentltc^ alc fi ampffcbrift im 3innc ber Union 
AU oerfttiKn, bo(6 fliebt c^ aud) für bie fpdtere ^erbreituno bec iföortex^ lutberifd) unb 
fttr bie entfprec^nben lateinifdien ^ui^brütfe reic^ec Sl^ateiial. 9on einer 6et)anblunfl 
bider ^in^e ift bafyer im fol^enben abflefeben ]inb bie Unterfudyuno auf bie )Hnfänfle 
btc fBorted lutberifd) einaefc^nnft worben. Über bie ^uvMpradie (ut^*rifd) ofll. l'pon 
tn ben Settrdaen ^ur fädififc^n ülirdienoefdiidne 12, H4. 

* 9Rit mttfyt Ifat ba^ (Hombert Okrmania 2!^ a')2 lutl^rtfd) unter bie Sporte 
auf0enommen, beren Wter Tidf beftinimen lä^t. 



184 9((freb (S)oe«e, 

t>n^ bad Suberifc^ emongeltum lernet, ba§ er fid| rftmet, er l^abd ünber 
ben bencfen l^er für gebogen, eg fe^ mofil cccc ior barunber gelegen, 
wil ic^ ^efetmal atfeu rm fteHen. 6rf ift aU fiutJ^erS crfter ©egner 
größeren @til^ feinen 3^'tgenoffen in ber Sermenbung be^ S33orte§ lutl^erifc^ 
üorou^ — er l^atte noc^ |)eppe ©. 5 ouc^ ben 9?amen fintl^eront juerft 
gebraud)t, nämlic^ in jeincr ©c^rift Pro H. Emser contra male sanam 
Liiteri venationem responsio, Df tober 1519 — l^äufiger mirb ba^ SBort 
erft nac^ bem Steid^Stag üon SSSorm^. ?luf biefen 9tei(f|gtag bejiel^en 
firf) bie jmei ätteften 5Iugfcf)riften, in benen e^ öorfommt, e^ finb 35octor 
ilKartin Sutl^erg ^affion unb ber SReue Äorftl^an§, beibe au^ bem ©ommer 

1521, Dagegen tjabe ic^ e^ nicfit gefunben in ben ötteren ©rfiriften 
«uguftin «Ifetbg (Über ben QpoftoIi)c^en ©tu^I, «t)ri( 1520. Pia 
coUatio, 9?Qd)mort, 1521. ©ermon öon ber focromentlirfien S3eic^te 1521), 
in ber 3?or(egung gemocht burc^ ©ruber Sol^onn Jefect, gräJ^jal^r 1518 
unb in 5Diurner§ ©rf)rift an ben 3lbel 1520, bei Sabian, 5ßom alten 

^ unb neuen @ott 1521, in (Sberlin^ günfje^n Sunbe^genoffen, bei Äafpar 

®üttel, !Cia(ogn§ ober ®efprä^bürf)Iein 1522, unb @in feiig neu Söl^r 

1522, bei 3ot|anne^ fiange, 9Son ©e^orfam ber meftlic^en Dberteit 

1523, in Sarrftabtg ©c^riften 1520 bi« 1524 unb in ben älteren 
©c^riften ®eorg ©(^önirf)en^ unb Il^omag SKünjerS. 

©tarf beeinträd)tigt mürbe anfangt bie ^(u^breitung bed äBorted 
lut^erifdi burdi bie SBilbung martinifc^. Diefed Sßort anjmoenben 
lag allen benen nal^e, bie i?ut^er al^ SJruber 5D?artin gefannt l^atten, ^ 
üomel^nilid) alfo ben ®eiftlic^en 6rfurt^ unb ©ad)jen^. ©o ertlärt e3 
firfi, ba^ bie fiutl^erifdjen in Srfurt noc^ 1525 al^ SRartinianer erfrfieinen, 
mie ^am^jfc^ulte, S^ie Uniöerfitöt Srfurt 2, 116 feftfteflt. Sereinjelt 
tt)irb ber SRame martinifc^ am furfäc^fifc^en ^ofe gebrandet morben fein, 
om 1. ?lpril 1522 berid)tet ^an^ oon ber ^lanife bem Äurfürften 
fjricbrirf) (SBeric^te au^ bem SReic^^regiment ©. 127): (ber gi^cal) l^att 
bem bifc^of öon ©tragt)urgf öollcn gemalt gegeben, inen ^ie auf bem 
rei(^Stage ju öortreten, unb berfelb ift uaft pofe SOiartinifc^. SJiel l^äufiger 
ju belegen finb bie 9iamen martinifcft unb SRartinianer für ßeipjig. Tiefen 
üermenbete narf) @eorg ©c^önic^en^ 3^wgni^ (2)en achtbaren unb l&orfi^ 
gelehrten ju Seipjig, 3Jetro SJlofellano 2c. 4, 3uni 1528) ^ierontimu« 
I)unger^]^eim öon Drfifenfurt in ber ^rebigt: 3tm tage ^pilippi önb 
3[acobi bin ic^ aurfi ju fanct SRicolao, bep eucf) ju ber prebige gemefen, 
auff bag mal öon felbigen prebiger gel^ort, @g mern bie gu^ften önb 
oberteit pfticl)tig dnb fc^ulbig bar^u jut^un, bj man bie b5^en teut, bie 
SRartinianer bempfte, unb meiter: b^ bie bö|en leut bie 9Rartinianer 
nidjt alfo über^anb nehmen. 50iartinijd) ift in Seipjig fc^on @nbc 1520 
üblic^ gemefen, mie au$ Smferd ©c^rift SSßiber bad mic^riftenlidie bndf 
SRartini fiutl^er^ ?(uguftiner^, an ben beutfrfien ?(bel, SReubrud ©. 141 
l^rüorge^t: Qlr mottet bi§ bucf|lin nit^ @mjer ftulcgen, nit fpred^en, id^ 

> (£od)(aeud unterfc^tbet in fetncr Scfirift Septicepi? l'ut^erui^ Don Idft^ bfit 
^octor unb ben SWartlnuö oon bem (©ormfcr; ifut^er. 



ßut^ft^. 185 

l^ott e^ mit Smjcnt, Ober ic^ bin cmfecriftfi. »ic c^tid^ bte l^er gcfagt 
einer, et fet) (Sd\\ä), ber anber er fe^ SRortinifc^. 

gin britter fici^jiger ®eiftlid^er, äuguftin Älfetb, flebraiirfit im 
Solare 1522 bo^ Stbjeftiö mortini}^: Slber wir moHen ön^ l^fitten öot 
3)?artinifc^er, luterifrfier gfo^. 9Son bem el^elid^en ©tanb wiber trüber 
STOartin Sutl^cr A 4a; 3a Heber Suberer, eg ift gar ein feiner, SKor* 
tinifc^er, fiuberifc^er au^^ug B 3 a. (£r bilbet baju bog ©ubftQntiü 
5Diartinift: Schämet t)r SKartiniften, emern f|oc^geIarten luber, mie gar 
fein er feine meiß^eit beirfiriben gibt D 4 a. ausgiebigen (Sebrou^ 
mact)t jc^licfelic^ ?tbt ©imon Sttc^ öon ^egau in feiner ©ti^rift 'SBerberbc 
unb S(f)Qbe ber 2anb unb fieuten au§ fiut^erifc^en unb feine« ^nl(|Qng« Seilte 
jugemanbt', Ü^xpiiQ 1524, öon bem SBorte mortinif^. @r rebet fein 
Surf) A 1 b an: ba« f re^ Peifc^tic^ ber SKartinif (^en leben ift f o gro8, 
önnb bcn 9J?artinifrf|cn fo liebe, ba« man bic^ nirfit le^en noc^ l^ören, 
©onbern öorpfugen önb öorfpotten mirt, er fagt femer: ©ie »erben öon 
ben fclbigen 3}?artinifrf|en (cutl^en öerarfit, gefc^met, aU meren fie nirf|t 
d)riften. bei) ben felben aufegelouffen opoftaten önb martinifrf)cn Gib, 
fiut^er ift i^m ber martinif^ man C 2 a, er münfc^t ben ®egnem: bie 
felbige öorbampte le^er foHen martinifd^e emig l^eni)d)e merterer önb nic^t 
rfiriftgtaubigc menfd^en jein F 3 a. 

häufiger ift aber fc^on bei 83(ic^ ba« SBort lutl^erifc^; i^m ift 
martinifrf) mit bem ?(u«fterben ber älteren ©eneration, ber 2)unger«l^eim, 
Smfer unb 931ic^ angehörten, gemieden. 

äucrft mürbe lutl^erifd) in rein poffeffiöem ©inne gebraud)t, gc* 
wiffermaften ftatt be« ®enctiö«, atfo in ber Sermenbung, in ber l^eute 
bei Slbjeftiöen auf A)6) ba« i ji)n!opiert wirb, ^ierl^er gel^ört ber oben 
angeführte ältefte Sc(eg au5^ @dE, l^ierl^er aud) ein öon ®ombert ®ermania 
29, 352 mitgeteilter SBüc^crtitel au« bem 3anuar 1521: ©^mon §effu« 
Se^gt on 2)octori üKartino Sut^er örfac^, marumb bie 2ut{)erifc^en buchet 
öon ben Golonienjern unb t^ouanienfern öerbrennt morben jein. 5)iefelbc 
SSerbinbung 'bie lut^erifc^en Sucher' finbct fid) mel^rfac^ im 9Jeuen 
ftarftban« öom 3uli 1521 : Db got mit, fo balb ic^ l^eim tome, »il i^ 
all lut]^erifrf)e büc^er laufen unb mir einen fd)&ler, mann ic^ nit arbeite, 
barin lefen laßen. Satiren l^g. öon ©c^abe 2, !(>; barumb lafe bir bie 
lutrifc^en bürf)er, mie bu öor gefagt ^aft, lefen 2, 29. gberlin tä^t ben 
fünften trofHofen Pfaffen Magen: bie üut^erifc^en, 5Dielanrf|tifd^en, Garl* 
ftabifdjen jc gefc^rifften borffen mir bp groffer peen nit ^aben ober lefen. 
3um Jrofte mirb i^m gefagt: ber bifrf)off (öon Safel) fclb« flgffig li§t 
fiut^fd)e bftrfier on öerbrufft. SBelc^er jm ein lutl^erifrfi büd^lin jft* 
bringt, t^fit jm fonber bienft. 9?eubr. 2, 73, 92. ©benfo mel^rfad^ 
in ben ®erirf)tcn be« ^an« öon ber ^lanifc, juerft am 5. 9ioöember 
1522: Sjunft loeife 6- cp. @. ic^ nic^t« neu« ju f(t)reiben, ban allein, 
ba« bie t)em öon 9?umberg!, al« id^ ^ore, au^ beöeH erjl^erjog gerbinanben 
bie i^utt)erif(f)en buc^er aUent^olben follen öeil ju ^ben öorpoten l^oben 
232, 17, gonj entfpret^enb am 13. SKärj 1523: fein manbot) fein 



186 $(Ifreb (»otüt, 

fiutl^crif^c hix^cx mel^r ju brufltcn (offen 399, 2. gerner bei i^artmut^ 
öon Sronbcrg SKeubr. 111 öom Sanuor 1523: 9Snb bcf^elbigen trogen 
(fie) weiter forg, fo bie fiutl^erifc^en bftc^er gelitten merben, ba^ beffe^ 
|o(ben 5fir ftro^, bie grog glod im ntünfter, ünb bie gro§ pfe^ff in ber 
Orgien 5a ben ^uguftineren jü @trogburgt t)ff ben Sl^riftog jerbrodien 
fe^, unb tpieber einige So^re fpöter in Il^oma^ S^^ifrf^ SRotl^enburger 
@ef (flickte ijQ. öon Söoumonn ©. 6: 2)er bobft unb römif(^ fo^fer lieffen 
berl^olben et(id}e fdbmere monbot unb gebott oüent^olben im l^oiligen 
reic^ bormiber ou^geen unb t>txpktzn, föli^e (utl^erifd^ unb feiner onl^enger 
buc^er, ler, prebigen unb moterien meber jU fc^re^ben, ju trutfen :c. 

2)icfe^ ©eifpiel jeigt rec^t beutlic^, mie bog ^Ibjettiö einfot!^ ftott 
bed ®enetit)^ ftel^t, e§ öermittelt jugleic^ ben Übergong ju finnöermonbten 
SSerbinbungen : bog mon olle luterifc^e jc^rift, bomit bog mon bod long 
k)ertegen unb üergegen emongeüon moU miber on tog bringen, jfl t)er^ 
teufen ernftlic^ monbiert l^ot. ©otircn 2, 59 öom Sommer 1523; ber* 
l^olben ein i^Iic^er frommer ßriftgloubiger fic^ fold^^ fiutterifc^en Siemen 
teftoment^ pitlig eufern . . . foH. S33oIfgong 9icborffer, 2)er fiut^erifrfien 
Se^ereien in gemein turje SBerlegung, gi^onffurt 1523, G 4a; ob mer 
bem l^eitige ^ieronimo mit ein^efiüeit ber !ird)en, bcnn bem Üutterifc^en 
tontt JU gtouben fein mog E Ib; ocf)tet mer ouff bo^ Suterifd^ gefme^, 
ben ouff ®otte^ mort ober gefofe. So^onn S)ietenberger, I)er SBouer, 
gron!furt ©cptembcr 1523, A 2 b. S(bermolg biti^t neben bem @enetiö 
unb beutlid^ oI§ beffen Vertreter jeigt ^ieron^mu^ ®ebtt)t)Icr3 'Seft^irmung 
bc^ Sob^ unb 6l^ren ber ]^orf)ge(obten l^immfifti^en Königin', ©trogburg 
1523, H 4a bog poffeffioe lutl^erifc^: ©igmunb ©teinfcfinciber l^ottc ben 
?ßförtncr in Sottenl^eim gefrogt, ob er ouä| beg fiutl^er^ ober nem ^oter 
nofter tünt betten, unb gebrol^t: eg mürt in furfeer jeit borjft tumen, ir 
muffen beg üutficrg ^oter nofter leren. SBie nun ben Se^er bie ©trofe 
errci(f|t, bemerft ©ebm^Ier: X\^ ift ber Ion ber im ömb bj fiutl^erifc^e 
^oter nofter ift geben »orben. 

Sefonberg feft gemorben ift ber poffeffiüe ®ebroucf) üon lutl^erift!^ in 
SBerbinbungen mie lutl^erifd^e ©oc^c unb Iutl^eri)rf)c Seigre. 2)ie 93er* 
binbungen ber erften Art finb nomentfic^ im ©tile ber SBc^örben üblich 
gemefen. Soronjuftel^en l^ot l^ier ber einjige 93e(eg, ber fi^ für ben 
®ebrouc^ beg SBorteg lut^erijc^ bei g^iebric^ bem SBeifen l^ot finben 
(offen, menn er ouc^ erft öom 10. Stpril 1524 ftommt: S33ir moHen 
anib mo( g(ouben, boj mon nit unberloffen merb, in ber fiuterif^en 
fodi mit monboten unb onberm etmog onjuriditen. 93erid^te bed ^ond 
öon ber ^loni^ 617, 28. grül^er fc^on öermenbet ber furfürftlic^e Slot 
^ond Don ber $(oni^ bie S^enbung, junödift im Sitot: mon foget l^ie 
(in 9?ürnberg beim 9leicl)gregiment, 20. September 1522): l^erjog ?)orge 
merbe fic^ ouc^ nunmot^ onl^er fugen, be^gleidien l^erjog ^il^e(m unb 
l^erjog fiubmigt üon ^e^ernn. ^ie l^oben in irem furftentl^um bei einer 
groffen pen oorpiten loffen, bog nimoncj öon ber fiuterifcf)en foc^ l^onbefn, 
reben ober bifputiren foll. bof. 201, 23, cbenfo im 95eri^t über eine 



2uüftti\df. 187 

9tebe bed 97untiud S^ieregatt: mietooll ecjdc^e mancherlei rebe üon S. 
cfl. @. tetten ber fiut^rift^en foc^ l^atben 270, 16, {rfiüeSHc^ aber au^l, 
mo $(ant^ in eigner ^erfon rebet: %ber in menig tagen, a(d id| ju 
onbern fachen neben etlichen aud ben rei^dftenben 5U l^anbeln üerorbent 
marb, mürbe bie fiut^rifc^e fac^ unb bie geftalte notet miberumb für« 
genomen 288, 29. ^\xä) in fübbeutfti^en Äanjleien gilt bie giJrjnrf- Sm 
Äanjleiftil fc^reibt 3o]^ann gd am 23. äRärj 1522 an ^erjog SBil^elm 
k)on ^aiern: @o aber mQeidit bie £ubberi)c^ fad} möchte aud) ie^ auf 
bem reici^^tag ju 92ürmberg furgenommen merben, mie bie notturft eraifc^t, 
tttoai barin ju l^anblen. üon 2)ruffel, bie bairifd^e ^olitit im beginne 
ber dieformation^jeit, ^b^anb(ungen ber l^iftor. Slaffe ber bair. Stabemie 
17, 697, unb ganj ai^nüä) am 1. ÜJJai 1523: maö fid) mitler jeit 
begeb im £utteri{d)en 1^ anbei, bad @. $. @. möc^t mer angenem machen 
baf. 699. ?lm 26. Sönuar 1524 befd|lie§en bie Sibgenoffen in einem 
Äbfdjieb: 3tem, e^ fol nieman in ben mirfe^eufem, ober fünft l^inbct 
bem mein Don fiut^rifc^en, ober nümen fad)en nic^t^ reben. ^(uge, SSon 
fiutl^er bi^ Seffing 3. ?lufl. 8 üer^eic^net einen !Crud üon 1524: Ärtidet 
unb SBeme^rung berjelbigen, fo bie Prälaten, ^bt, @tift unb ^(öfter, l^aben 
eingelegt in £ut^erifd)en Sachen am Xag be^ @efprä^d oor bem burdi« 
leuc^tigen ^oc^gebornen dürften unb §errn §errn Safimir 3Jiarfgrafcn 2c. 
3n bemfctben 3a^re erjdjien in Strasburg einSJrud: Äc^fedic^ manbat 
iüngft olgangen jft SRiirmberg, über ben ^e^tjc^mebenben (80 man fpric^t) 
ifut^erifdjen i^anbel. 

Daneben finb biefe gormein auc^ in ber nid)tamtlid)en Sprache 
allgemein üblid), nur um il^re SJcrbreitung anjubeuten, feien einige Sei* 
fpielc angeführt, öberlin^ fünfter troftlofcr Pfaffe flagt: Darjü machen 
Dnferc ä^ijdioff alle jad)en böjer mitt irem bodjen. mären f^e fd)Icd)t, 
onb lieffcn bie 2ut^erifd)c fad| fein, ber (bar) f^e ift, fo l^ctten mir aH 
frib . . . 3c^ molt, melidie bie ^ijc^off re^^ten miber bie Sut^erifc^c 
fad)e, ba^ ft)e aK in bem Stein legen. Xie tröftenbe 3lntmort beginnt: 
Xae bu bic^ betlageft ber bijd)off onbefc^eibenl^eit ober t^rannep in bem 
fiutl^erifdien l)anbel, ntjmm bije antmort (9Jeubr. 2, 73. 91). ßbenfo 
roenben bie öegner ber ^Reformation biefe J^ormefn gern an, 5. Ö. SJiurner, 
Sutf). 9iarr. SB. 3876: I)ag fein aljampt lut^erifc^e fadjcn, ober Sebaftian 
Jelbaum, 9tebe t^xa^e unb ?lntmort oon breien ^^Jerjonen firf) übenb in 
lutrifc^n fad)en, ©traftburg 1524, C 2b: Sag ün^ öon fiut^erfdien bingen. 

"kod) meniger aU ^ier läfet fid) bei ber SSerbinbung 'lut^erijt^e 
Se^re* ber 5Reid)tum ber Belege erfd)öpfen, fommt fie bod) allein in 
ber me^rermä^nten Schrift bei^ ?lbt^ Simon 93Iic^ auf fieben 93ogen 
jroanjigmal, in bem SDianbat ber bairijd)en »^ergöge oon 5. iDiärj 1522 
ouf fünf Seiten fünfmal oor. SBielleidit ben älteften 93eleg bietet $art* 
mut^^ Don (Sronberg Senbbrief an Sidingen Dom 13. Cftober 1521 
(dteubr. 12): ba^ mit feinem grunbe ber ^et)(igen fc^rifft bie Uut^erifc^ 
lere mibberlegt mag merben. Srft mefentlic^ fpöter tritt bie ^yormel bei 
^n^ wn ber ^lanife auf (465, 34. 477, 13. 616, 13). S)et ftortcn 



188 $(tfreb &otiit, 

JBcrbrcitunp bcr gormel '(ut^crifc^e fic^rc' entfpric^t eg, ba^ [ic^ in il^r 
ber pofj|efjit)e @ebrauc^ bed ^biettit)d am längften ev^alten ^at. 3in 
äbrigen ift er fräl^ audgeftorben. 

t^ür bie 2Bortge(d|id^te ift er baburc^ tfic^tig, ba^ er ben meiteren 
&thta\xä) be^ äBorted t)ermitte(t l^at. 93et einer @telle n)ie: ed (bad 
Sud)) ift mit fürfa^ t)g narrenmei^ befc^riben morben, niemand jü le^ung, 
funber allein ben (utl^erifdjen, nerrifdjen affenbüc^lin jä ertantnid. Wwcntt, 
änti). 9?arr l^g. öon Äurj @. 4, fönnte noc^ ber alte enge Sinn öor^ 
liegen, aber bie SBorte bejiel^en fic^ nid|t aQein auf Sutl^er^^ @d^riften, 
fonbern auc^ auf ben ^arftl^and unb @berlind SBunbdgenoffen, a(fo braucht 
aWurner l^ier mie and) fonft bad SBort in ber jüngeren, öergleic^enben ^ 
©ebeutung 'in fiutl^erd ©inn unb SRic^tung, nac^ Sutl^erS ärt*. Um* 
gefeiert mirb man bie aud bem 3ufammen|ang geriffenen S3?orte: Aber 
ein gut Sutl^erijc^ griffle^n ift baS, fo er ^erfeog ©eorgen ^nn jtt)o 
|)crfoneu te^It (Sodeud, ^^jog ©eorgend ©ntf^utbigung Fla) junäd^P 
im neuen ©inne öerftel^en, ber Sujammenl^ang te^rt aber, bafe fie im 
alten gemeint finb. yiaij 3Ruftern mie biefen mirb bie neue SBermenbung 
fernen allgemein. ^DJurner jetbft ^at fie l^äufig, j. S. glei^ im litet 
feiner Schrift *SBon bem groffen Sutl^erijc^en Slarren', benn ba^ l^eifet: 
*öon ber religiöjen SJerirrung ber Qtxt in fiutl^erd Sinne', ober @. 3 
ber Einleitung : mol^in t)ff ba^ {o(c^ fpil t>nb (utl^erif c^e gaudteret t>^ mangel 
cined münd|3 nit önbermegen bleib. SBenn tutl^erif^ in biefer Sebeutung 
pröbifatiü ftel^t, ma^ fel^r l^äufig öorfommt,* mie bei Sberlin, te^ter 
JBunb^genofje Sieubr. 195: ber ift gut (uterijd), ift ber ©d^ritt nic^t 
mel^r gro^ jur ©ubftantiDierung bed SBortd. Qnn^i finbet fie fic^, 
fc^on unmittelbar naci^ bem ^teid^dtag t)on SBormd, in Soctor 9}{artin 
iäutl^erd 5ßajfion, in ber bem Äurfürften Don ©ac^fen jmeimat (©atiren 
2, HO, 30. 37) Dorgemorfen mirb 'unb bu bift ein lutl^erifc^er*. Ämtlid^ 
toirb bie jubftantiöierte gorm fdjon in bem äRanbat ber ^erjögc bon 
JBaiern Dom 5. aJJärj 1522 üermenbet: Unb infonberl^ait foflen bie 
Suterifc^en, neben öilen anbem pofen uncriften(id|cn artileln au3 irem 
felbdaignen mutmiHen ba^ aüerl^eiligft facrament, ben toaren leit^nam 
unjerd l^errn unter pebertai gefta(t je nieffen, auc^ anbem }e raid^en 
fumemen. Slbl^. ber l^iftor. Glaffe ber bair. Sltabemie 17, 692. Unb 
bamit bie fiuterifc^en ber melt begerlic^Iait, unb moHuft berfclben . . . 
nadjöolgen. baj. @anj feft ift bie fubftantiüierte gorm bei SJJurner im 
Sutl^. SZarren j. S. ö. 303: e^ I)aben ed bie fiutl^rifdjen getl^on, Die 
niemand mößen fc^reiben Ion. Unb bamit l^at SJutl^erif^ bie (efete unb 
toic^tigfte ©tufe feiner SBebeutungdcntmidlung erreicht, ed ift jum 5ßartei» 
namen gemorben. 

Xa ergebt fic^ gegen ben G5ebrauc^ bed SBorted ein ganj cigentüm* 

* 3u btefem Übcrfloitfl bet ben Slbjcfttocn auf =tfcö tm aagcmelnen f. ©ettrögc 
24, 490 ff» bQfelbft 481 ou* etnißc ©clcßc für lutbertf*. 

* über btc ©tcöttflfett beo probtfattoen OJebrauAv^ oon Slbjefttüen filr tbre ®e* 
beutungdentmicflung f. ^eltrdge 24, 491. 



Cut^rlft^. 189 

(ic^ed ^inbernid, ber 2Btberfprud| be^ bebeutenbften 9}2anned, bed einflug« 
rtidiftcn ©diriftfteHcrd ber 3^i^f bcc jußlcic^ ba^ Siecht l^atte, in Sachen 
be^ SBorte« tutl^erift^ jii aücrcrft gehört ju mcrbcn.* 35ic Sibcl, bie 
aUeinige (Sefe^geberin ber neuen 9{id|tung, Derbietet bie 93enennung c^rift- 
lic^r Parteien mö) i^ren gül^rem ganj unjmeibeutig 1. Sor. 1, 12 f. 
unb 3, 4 f. Siutl^er überfefet bieje Stellen in ber ©eptemberbibel fotgenber* 
tna^en: ^d) |age aber bouon, bai Dnter euc^ et^ner fpric^t: 3c^ b^n 
$aulitc^, ber anber: Od) bqn SppoIIijc^, ber britte: 3^ b^n ßepl^ift^, 
ber öierbe: 34 b^n ebriftijdi. SBieV 3lt 6^^«^ nu i)nn ftucf teilet? 
3ft benn $au(ud für euc^ creu^iget? obber fe^t \)t)x ^nn $Qu(ud nanten 
tauffet? — 35enn fo epner jagt: 3c^ b^n ^aulifc^, ber anber aber: ic^ 
6qn ^oOiic^, feqtt t)i)x benn nic^t f(et)fc6tic^ ? 2Ber ift nu $au(ud? 
totx ift Apollo V Wiener finb fie, burc^ milche t)]^r fe^t g(en)big morben, 
ünb baffelb, mie ber l^rr epnem Qglic^en geben l^at. 3^ i^cibe pf(an^t, 
StpoIIo l^at begoffen, aber @ott ^at bad gebet^en geben. 

fiutl^er über}e|t bie griec^ijdben ©enetibe mit Äbjeftioen auf A)(i). 
5Ba^ mar bie fräftigfte Art ber Überfefeung, aber nic^t bie nädiftlicgenbc, 
in i^r barf man alfo mol^I bie SRüdfid^t auf bie eigne 3^it mit il^ren 
Äampfnamen erblicfen, bie 9tücffic^t auf bie 'lutl^erifc^en' Anhänger. 35enn 
fdjon e^e Untrer bieje ©teilen überje^te, menbete er fic in ftrenger 8)e* 
folgung be;? ©c^riftprinjip!^ auf bie kämpfe jeiner 3«it an, er jc^reibt* 
8, 085 (5rül)ling 1522): Xjum crften bitt id\, man roolt met)ne^ namen 
gefc^mc^gen unb fid> nit lut^crijc^, fonbern Gl^riften ^et)jjen. SBa§ ift 
fiut^er? ift bod) bie lere nitt mepn. @jo b^n irf) auc^ für niemant 
gecreu^igt. @. ^aulud 1. Sorint. iij. mo(t nit leiben, ba^ bie (il^riften 
\xd) folten ^epffen ^aulijt^ ober ^eterjc^, jonbernu G^riftcn. SBie ferne 
benn id) armer ftindenber mabenfad ba^u, bau man bie fqnber (i^rifti 
folt mit meijnem ^et)IoBen namen nennen? 9{itt alfto, lieben freunb, 
loft nn^ tilgenn bie parte^jt^e namen unnb Gl^riften ^epfjen, bed lere mir 
l^ben. ^ie ^apiftcn l^abenn bidid^ epnen parteqjc^en namen, bie rvetfl 
fte nit benuget an (E^riftud lere unnb namen, moOenn auc^ Sepftijc^ je^n, 
fiO (aft fie ^epftifd) fe^nn, ber Ql^r me^fter ift. 3c^ b^n unnb m^Ü te^niR 
me^ftcr fe^n. 3d) ^abe mitt ber gemeine bie einige gemeine lere Gt)rifti, 
ber allein un^er mepfter ift. SJJattl^. jriii. 3"^ 2^' mörtlid) feiert 
bie SJial^nung roiber in ber Sd)rift *9Son beiber Öeftalt be^ ©acrament 
ju nehmen' (1522. (5rl. «u^g. 28, 31G): SBal^r ift^, baft bu ja bei 
£eib unb ©eel nid^t follt jagen: id) bin lut^erijcb ober pdpftijd), benn 
berfelb ift !einer für bic^ geftorben, nod) bein ÜDJeifter, fonbern allein 
C^riftud, unb foIIt bic6 (£t)riften befennen. 

SJiefe Äußerungen finb oon mafegebenber 93ebeutung, umjomel^r oU 
bie anjdiauung, au^ ber fic l^crtjorgegangen finb, bie Örunbanjd)auung 



* i^fll. bterju C>epp«, Urprung unb (^c^Atdjtc ber ^Besctdmunßcn rcformtmc unb 
iutbtxVdft ihrdit 3. 11 f. 

* L'utfierci ®erfc rocrbfu nacö ber iöcimötcr Äuijflobc onflefuljn, foiüctt btefe 
nodt nidft ttid^t, noäf btr v^langer. 



190 Sltfreb &ota^, 

ber 9{eformation mar. Saturn ift ed anä) fein 3ufaII, bajs ein Stnl^änger 
fiutl^erS, offenbar unabhängig t)on i^m, ja ganj berfelben ^^orberung 
tomntt, menn ed fic^ bei i^m auc^ nic^t um bad SBort lutl^erif^ ^anbelt. 
Sa^par @ütte( fagt in feiner @d|rift *@9n fe(tg 3ltxo tax t)on nemen 
önb alten gecje^bten*, ©rfurt, Sanuar 1522, B 3*>: 3d| mit ober ba^ 
alled auc^ bed S)octor fiutl^erg namen t)nb l^aberfac^en mir nid|t auff^ 
gelegt l^aben. 3)ann ferre t)onn mir, ba^ id) mteber äRartinif^, no^ 
^etrifc^, ober $au(ifd), allein (Sl^riftifc^en namen gnabe t>nb feligmac^ung 
mir ju fc^reibe, ünnb e^nen getaufften c^riftenmenfdien betenne. S)ad 
mir mieber 3^^^^^^ Stppollo, aud^ ^aulud, mie el^r felbft fagt, m( 
meniger 3Rartinud, ober t)ergent e^n anber menfdje, mag geben, ber 
falben auc^ biefe mort 3Rartinifc^, ©cfifc^, moe red|ter c^riftlic^er öor* 
ftanbt üorl^anben, folten piüxä) t)orb(eQben. 

dlod) bejeic^nenber ift, bag auc^ einjelne @egner fiutl^erd in biefer 
tJorberung mit i|m übereinftimmen. Der erfte ift SBotfgang SReborffer, 
S)er (utl^erifrfien Äefeereien in gemein furje SSerfegung, granffurt 1523, 
Fl*: So ein ifelic^er Don megen feinet lermeifterS', ober taufer^, beffer 
benn ber anber fein mo(t, fpred)enb ic^ bin $au(ifc^ ober ic^ bin ^pollifc^, 
ober ic^ bin Sepl^ifc^ ac. %(^ mie i^unb au^ gleicf)er torl^eit, aber nit 
gleirfier me^nung e^Iic^ fagen, Std) bin 9)?artinif(^, itf) bin iJutterifc^ 2C. 
Straffet ^aufud bie felbigen fprei^enb: SK^mantiJ bertome firf) in ben 
menfrfjen. SBie SReborffer benit auc^ ein jmeiter ®egner üutl^erg, 3lbt 
Simon 93(id) t)on $egau, an bie für biefen audfdilaggebenbe ^ibetfteUe. 
6r get)t aber in feinem SBiberfprurf) fo meit, ba^ er in ber Sd^rift 'SSerberb 
unb S(^aben k/ auc^ ben 9?amen eüangelifrf) a\^ unc^riftlic^ unb b(a§^ 
pl^emifc^ abmeift, meil feiner ber bier Soangeliften ben SOienf(^en feiig 
machen unb meil firf) auf§ Söangelium auc^ ber leufel berufen fönne. 
?lu§ 93lic^§ Semeigfül^rung blirft ber Strger barüber, baft er fel)en 
mufete, mie fid) für bie böfen S'efeer ber gute 9?ame eoangelifc^ feftfejjte. 

2)iefer SBiberfpruc^ ber ©eguer ift öereinjelt unb unmirtfam ge=» 
blieben, fel^r im ©egenfa^ ju i^utl^erg 3tufeerungen, bie balb oon cnt* 
fd)eibenber Sebeutung mürben. ®ie Srfiriften, in benen fie ftel^en, finb 
oft aufgelegt unb öief gelefen morben, man barf für bie meitere Gut* 
micflung bamit rechnen, ba^ bie gebifteten Slnt)änger be^ 9ieformator3 
feinen äBillen tennen. ^erüorragenbc ^rebiger mieberl^oten bie äJial^nung, 
©berliu Don ©ünjburg, SReubr. 2, 144 fagt: Sotten jr follic^ lere . . . 
UQemanbt anberft jüfc^retiben bann got, Dnb nit fagen, bife (eer ift 
Sut^erifc^, Sarlftabifc^, ^l^ilippifc^ 2C. Sebaftiau Üofeer fc^reibt 1528 
au^ SRemmiugen feinen ©lauben^genoffen in .^orb (Slu^gabe Don ®ö^e 
88, 84 ff.): S)arna(^ finbt mau bie fagenn: i6) bin gut Üutterifc^, bad 
^auIuÄ Derbeut. 3n bem ®efpredö Dom gemeinen Sc^mabac^er itaften 
(Srübling 1524. Satiren 8, 19Gf.) mirb auf bie SBortc 'Gi bie jmen 
merben ba^ uic^t tl^ün, bau fi fein gut lutl^erifdi' geantmortet: '@3 
l^eigt nit (utl^erifc^, fonber c^riftifc^ ober eoange(ifc^'. f)utteu gebraud|t 
im ?lu^fc^reiben an ^faljgraf Üubmig (Cftober 1522, bei Sjamatoföü 



Cut^crlW. 191 

S. 172) um bem ®egncc öcrftanblic^ ju fein — bic SBebcutung biefcd 
©runbcd ift auc^ in ber ejolflc nic^t ju untcrfc^ä^en — ba^ öerpönte 
SBort : San man l^ielt bid) tttoa für fiutl^erifd^, aber er fügt fofort t)om 
eignen Stanbpunft aud ]^in5u: bad ift für (Suangelifc^. 

(Singel^enb unb üoQer äJerftönbnid befd|äftigt fid| $and @ac^d mit 
ben 9{amen ber neuen re(igi5fen Partei, junäc^ft geroig unter bem Sin« 
brud ber lutl^erfc^en ^ugerungen, angerbem t^ieüeic^t beeinflußt burc^ 
bie 9{eic^§tag^Derl§anb(ungen, bie fic^ im Sanuar 1523 in 9türn6erg um 
ba^ 3Bort ©öangelium^ beroegt Ratten. 3n feinen öier Keformation^* 
fc^riften t)on 1 524, auf beren 3Bic|tigteit 2. ^elUx, 3o^ann t)on @taupi^ 
S. l^^lff. fel^r mit JRec^t l^ingeroiefen ijat, braucht Sac^3 im eigenen 
9{amen nur bad äßort et^angeüfc^, lut^rifdi !ommt in bem britten £ia(og 
(JBerfc t)g. öon iMer unb ®ö^e 22, 51 — 6S) gar nid^t öor, in ben 
brei anberen faft nur im SRunbe be« ®egner^, meift f ubfkantibiert : 8, 17. 
12,7. 16,5. 18. 28. 18,14. 80. 19,18. 31,21. 32,4. 44, 13. 
75, 27 f. 79, 30. 84,4. 84, 11, au^erbem in folgenben SBcnbungen: 
ber lut^erifc^e geift 18, 15. ber tut^erifc^en feieret) 30, 10. ber fiut^e« 
riid)cn bößroic^tcr 32, 24. ir lutl^erifd^en (erot 74, 17. ir lutberifc^e 
roepfc 75,32, enblic^ präbifatiD: ainen ber nit (utl^erifc^ ift 79, 31. 

darüber l^inaud ftnbet fic^ ein bem Siebter eigentümlicher ®ebrau(^ 
bc^ SSortc^. @rf)on in feinem jroeitcn t)ia(og läßt er, in bemfelben 
Sinne roie Uutl^er, Gberlin, üofeer unb öuttcn, ben ?ln^änger ber neuen 
ife^re bie S^ogc 'ir fetjt (ut()erifc^' ablel^nen: *9?a^n, fonber eroangelifc^* 
34, Uff. ffiincn Schritt roeiter gcl^t @ac^§ in feinem Dierten SJioIog, 
'®Dn gefprec^ etjnc« eüangelifc^en Sänften mit einem Sutl^erift^en, barin 
ber ergerlicf) roaubel etli^er, bie fic^ Iut|^erifc^ nennen, angejaigt unb 
brüberlirf) geftrafft roirt'. Jpier roirb 50Jeifter Ulrich, bem Vertreter ber 
alten Mircfie, ber *Iutf)erifc^c' 'ißeter gegenübergeftellt, ber mafilofe 93e« 
!ompfer be^ alten, ber ben Sinn ber neuen üe^re lebiglic^ in äußeren 
fingen furf)t unb bamit ben SBiberfprurf) bcÄ *eüangelifrf)en' (£t)riften 
roecft, ber ben 9{amen be^ 5)id)ter^ trägt. 3luc^ |)and öere^rt in Cutter 
ben 5"^^^r i^^ 3Ba^rl^eit, aber gerabe barum trennt er firf) Don ben 
iJut^rifd)en : Qn bem fo roolt ir all, bie ir euc^ lutl^crifc^ nennet, an 
bem frummen man, bem fiutl)er, ainen bedtmantel eroer unfdöidlitait fucften, 
unb euc^ feiner leer nit gemeß l^altcn 79, 10 ff., er roirft i^nen Dor: 
Xic iJutl^erifd)en tijnnen nic^^, bann bic gaiftlicften fc^mä^n 79, 5, er 
fteüt bie 9Jamen Öut^erifd) unb Süangelifd) einanber fc^arf gegenüber: 
Unb roölt got, baß e^ alle bie gehört l^etten, bie fic^ gut lut^erifc^ 
nennen, Dielleicfit möd)t in ir rum geligen unb erft ain tail leren rec^t 
eüangelifdj (Sänften ^n roerben 8.3, .36. 

^anl» @ac^d ift fic^ barin treu geblieben, baß er ben 92amen lut^rifc^ 



* Tcnn oUcin um blefc»? 35Jort banbclt cc firt) nodj 'JJIant^, ^ertdue :W, 6. 
.'H4, 21. :Wf*, 11 ff. JHcittiv>tafl»>aftcn, v^ö"flcrf '^^tbc 'i, 42»j, nldii um (foanflcltfd), role 
C. 3?. :HcWld), ^HcldKMao oon ^JJanibcrft, l'etpitßcr Tiff. 1H«7, 3. 124 unb Vubrot« «cBer, 
^"Hobann oon 3tQupl9 ;c. l^t2 annct^mcn. 

3ft«. UI. 13 



192 «tfreb &otiit, 

tnieb, fein 93er{uc^, einen Unterfc^ieb jmijdien Sut^erifc^ unb Soangeüfc^ 
ju fc^offen, ift gej^eitert. ©oöiel ftel^t aber iebe^faß« feft: Sutl^erd 
Stnl^änger Ratten \xä) bie ^Benennung (ut^erifc^ abgeroöl^nen laffen, nid|t 
fo bie @egner. @ie tonnten ja unmöglich auf fiut^erd SBorfc^lag ein^^ 
gelten unb il^re f^^einbe S^riften ober (£l§rift(ic^e nennen, mie ed gelegentlid^ 
bie Anhänger traten unb namentfic^ Sutl^er felbft, ögl. Satiren 2, 124 
(Sut^erd Süc^Iein) t)on ber beic^t, in n)e(c^em er ganj c^riftentid^ (ic^ 
fprid^ mer bann lutl^crifc^) fc^reibt, ober fiut^er @rt. ÄuSg. 48, 183: 
liefen SBortl^eil l^aben mir (S^riften, ba^ ein (Sl^rift bei Sott Meibet. 
^uc^ ben Spanien @t)ange(ifd^e tonnten jmar Sutl^rd ^nl^önger ol^ne 
»eiteret annehmen, fiofeer tl^ut ed j. 93. 44, 12, l^dtt e^ aber borfj für 
nötig, ba^ betanntere lut^rifd^ baneben ju fe^en: rva ainer folc^d fagte, 
»er er nit Suangelifc^ ober fiutljerifc^, mie manfe nenbt, ©onber tefeerifc^, 
unb bei i^nen mürbe bie eigentliche SBebeutung bed SBorted frtt^ üergeffen, 
ögl. Sberlin, Setter ©unb^genoffe 9leubr. 195: ?llg ainer jcu nel^ft 
fprac^, l^ol^e in ber ftabt SÄ. ift man gut @uange(ifc^, jie fc^Ia^en bie 
))faffen n^ber a(d bie ^unbt. ®t)n anberer fprac^, ic^ ma^§ ain prebiger, 
ber ift gut Suangelifc^, er fc^i(t bie Pfaden roaiblic^. 3)er brit rebt 
bon ainem t)nb fprad), ber ift gut Suangelifc^, er l^at bie gan^ faften 
flaifc^ geeffen. 3nt folgenben 3al§re, 1524, finbet firfj biefelbe fttagc 
bei fiutl^er: Xod) bamit mitt xi) ben leichtfertigen Seuten, fo ficf| eoan* 
gelif^ r&^men, unb boc^ nic^t finb, nid)t Urfact^ geben l^aben, noc^ ftdrcten 
i^re Idfterüc^e SBermeffen^eit unb gred^^eit. (Sri. SluSg. 29, 76 f. «ber 
ba§ 3Bort mar im guten Sinne ju feft eingemurjett, ogl. ein offenbar 
ejem^jet ber emangetifc^en fcfjrifft 6mfcr§ Duabruplica 1521 bei ®nber^, 
fiutl^er unb Smfer 2, 168 ; (2ut^er§ Anhänger l^ietten feine fiel^rc) aU 
für bie recf|t emangelt)fc^ marl^ait unb bad marl^aftig mort gotted. Xl^oma^ 
3meifc( 1527 in Saumann^ SRotl^cnburger Duellen jum 83auerntrieg 4 f., 
ed tonnte alfo nic^t auf einmal im böfen ©inne gebraurfjt roerben, ober 
bo(^ nur ironifc^, etma mie Don 9?ico(au^ It)oman in feiner 2SeiBcn=« 
^orner ^iftorie ^g. t)on 93aumann in ben Quellen jur @efc^ic^te bed 
83auernfrieg§ in Oberfrfimabcn @. 79: Qu merer ercterung be^ un* 
buKic^en, öerreterlic^en, unerlic^en furjugg, fo bie emangelifd|en bruber 
unb bef^itmer be^ criften(ici)en glaubed nac^ (er be^ pfarrerd t)on fiet)pt)ain 
unb anbrer (utl^erifc^eu prebiger {)aben un^ ju SBeq^enl)oren act) motten 
benfelben glauben leren, unb, mit meniger beut(ict|er Ironie baf. 90: 
S3etract)t bu (efer unb ain Qeber i^er^üc^ bed großen morbd unb un- 
bißic^er, uncriftenlict)er l^anb(ung, fo bie emangelifct)en pauren getl^an 
l^aben. Äurj, bie öJegner mußten bem roiberfprec^en, ha^ fict) fiutt)er^ 
Seigre aU bie eoangelijc^e be5eicf)nete unb fie l^aben ed oft genug gett)an 
(Sclege bei ^eppe @. 2 f.). 

Xa^ bequcmftc unb treffenbftc blieb für bie Äatl^oliten, bie Öegner 
mit bem Siamen be^^ überragenben Jü^rer^ ju nennen, ba§ gefchal) benn 
auc^ ungemein, unb gerabe mei( !^ut^er unb bie feinen ben (Mebrauc^ 
be^ 92amen^ (ut^erifc^ bem @egner überliefen, butbeten fie, ha^ \i6) ein 



«ut^erlfc^. 193 

Wfcr Sinn in bcnt SBorte fcftfefetc (ögl. Sciträge 24, 481). 5Darüber 
Maflt 3>^i"flli iwi 3iili 1522, bcutjdje Schriften 1, 38: ctlic^ grofle 
ffirften unb l^nen, SJifc^of unb pralaten . . . madienb . . . bie fac^ luiber^ 
toartig unb Derbac^t, {o f^ allen, fo bad (SDongelium prebigenb, l^äjfig 
namen jüfcgcnb, jp fpinb fiutl^erijc^ ober ^ujfijdj ober Ie|fer, ebcnfo jroei 
3o^te {päter So^er 74, 7 : man mött aftc b^e, fo G^riftum bcfennen, 
tocruolgen mb burd)dc^ten. SBt)e mo( man im atn onbern namen g^bt, 
@agt ^ fepen fiut^erifd), unb noc^ 1530 bie ?lpo(ogie jur 3lug§burgcr 
(Jonfeffion ?(rt. 15 (i)eppe @. 12): S5a^ liebe, ^eilige ©üangelium 
nemten fie Sutl^erijd). 

SSSenn ed ben ^at^olifen gelang, ben 9tamen (ut^erifc^ burc^juje^en, 
fo mar bamit and) grunbjä^tic^ fel^r Die( gemonnen. £ad brüctt Sutber 
trcffenb aud im 6^riftlirf|en Iroftbrief an bie 9JJi(tenberger oom Jc^ 
bniar ober SJJärj 1524: mie bie fe^nb be^ Suangelj unb feel mörber 
an eud) gel^anbelt l^aben umb bed @ottid mortd miOen, melc^e^ fie mit 
^^rem freöeln leftcrmauf t)fet Sutl^erifc^c lere i^e^ffen, auff ba§ fie epncn 
fc^ein baben, aU t^etten fie @ott et)nen bienft bran, me^I )ie menjc^en 
lere oerfolgen, mie bie 3uben an ben Slpofteln, al^ S^riftu^ ^l^n oer* 
hinbigt, auc^ tl^etten. SBeim. Äu^g. 15, 70; ©e^et, lieben ^errn unb 
freunben, joldj^ troftbrieff^ l^ab irf) mic^ untermftnben an eud) jufc^re^ben, 
mie mol ed anber befjer fetten m&gen t^fin unb gröfjer urfad) traben. 
SBet)( aber met)n name auc^ mit t)m )ptjl ift unb t}i)x al^ bie ^utl^erifcf^en 
verfolget merbet, ^att mt)r^, ac^t ic^, nid)t übet gej^met, mic^ euer antju« 
nehmen ad« met)n fe(b^. Unb mie mol ic^^ nitf)t gerne l^abe ba^, ba§ 
man bie lere unb leuttc üfitterifrf) nennet, unb mu^ oon tj^nen letjben, 
bad fie @otti§ mortt mit meqnem namen alfo frf)enben, @o foflen fie 
bod) ben Xfüt^er, bie fiutt)erif(f)en lere unb (eut, (äffen bleiben unb ju 
c^rcn fomen. baf. 7S. öJleic^faü^ üon 1524 ftammen bie iBorte: ^enn 
mir fet)en täglid) be^ SBiberrufen^ Diel, unb menig finb, bie ba beftel^en. 
©0 l^aben mir je fo einen fc^mä]^Iid)en unb fd)änblid)en 9{amen für bcr 
SBelt, aU freilief) in taufenb ^al^ren niemanb gel^abt. äöeldien man 
tann i'ut^erifd) ober Soangelifc^ feigen, ba meinen fie, fie l^aben il^n 
me^r benn je^enmal tcufelifd) gel^eifeen: ber muB benn auch met)r, benn 
einer Rollen roertl^ fein. (Sri. 3lu^g. 29, 77 f., cnblid) au^ bem ?lnfang 
ber breißiger ^ai^re: (®ie '^^Ijarifäer nennen 3efu^) md)t einen ISbriftum, 
fonbcrn fprerfien: ©^ ift ein @aliläer, glcicbmie man aud) ju unfcr 3^it 
jaget, roenn einer ein '»^rebiger ift: 2Kad ift er? Gin ifutl^erifcher? 3)a^ 
muB ein frf)mäl)lic^ 3Kort fein, gleid) aU märe er ein lürd ober 3ube, unb 
nic^t roertl), bajj man il)n bei feinem 9Jamen nennetc. GrI. ?lu*g. 4s, 247. 

9{ac^ allcbcm follte man ermarten, baB fiutber felbft außer foldjen 
(Stellen bae SBort lut^erifd) nicht angemcnbet hätte. Xennod) bat er bad 
gftban unb .v^ar gar nid)t feiten. 9ber er gebraud)t ba^ Sort nie 
öon feinem 8tanbpunft aw^, ^ fonbern gemiffermaBen nur mit Slnfübrungd* 



' Unbetd urteilt C^cpne in feinem SBörtcrbuc^ 2, 706. 

13' 



194 mu^b motiit, 

jcic^en. Dft ift bie Slnfül^rung ganj unöcrtennbar, fo mcnn Sutl^cr aud«» 
brütflic^ ben ®egner fprec^en Tä^t: SBo jic^^ begibt, bojs in eine $farr, 
@tabt ober ^errfc^aft bie ^apiften unb Sut^erifd^en (mie man fie nennet), 
gegen nanber fc^reien, unb miber nonber prebigen über etlichen 9rtite(n, 
ba beibed ^l^ei(d bie @c^rift für fic^ ^aben toiU, tvoUt iä) bennoc^ {o((^ 
gkoiefpa^t nic^t gerne (eiben, unb meine Sutl^erifdjen joQten ouc^ gern 
abtreten unb fc^n)eigen, roo jie mertten, bo^ man fie nic^t gerne l^öret. 
6rl. Äu^g. 39, 252; JHfo uberreben fie bann bie Könige, dürften unb 
^errn, ha^ fein SRittel fei wiber ben iürfen, man ^ab un3 Sut^erifc^en 
juöor benn alle ermurget 45, 28 ; aifo fagt man l^eute ju Jage aud| : 
SBodt i^r miber ben Jüvfen Sieg l^aben, fo muffet il^r juöor bie Sutl^e* 
rifc^en tobten 45, 29; 2Bie man benn l^eutiged Xaged bon uni^ auc^ 
faget: mären nur bie Sutl^erifrfien l^inmeg, fo moHten mir baftc bem 
Surfen obfiegen 46, 355; (ber ^apft unb bie feinen l^aben ein ßoncil 
audgefc^rieben) barinnen fie nid)td bon ber i^ircfjen Sachen, nic^td t)on 
8Ser|ör, nichts Don anbern Saiden melben 2C., fonbern allein bie Exstir- 
pation ober Slu^rottung ber giftigen (ut^erifc^en Äe^erei, mie fie fic^3 
fefbg in ber 93uIIa, de Reformatione Curiae, beuten (1537) 55, 169. 
9?ic^t anberg ift e^ ju beurteilen, menn ba^ SBort bei Sutl^er in einer 
Uberfefeung borfommt, fo menn er Itßapft ?lbrian§ Lutheriani im SJreoe 
an bie 93amberger SJJärj 1523 überfefet: ani) nic^t grüffet bie Sut^e» 
rifc^en, bie nirf)t motten mibber ^u rec^t fomen. @g fott euc^ aber nic^t 
bemegen, bas^ bie Sutl^erifc^en ber l^c^Iigen fcl)rifft mortt unter ^l^re lere 
mengen. SBeim. Äugg. 11, 350. 

3m ©inne ber (Segner, freiließ mit minber beutlirf)er Slnfü^rung 
i^rer SBorte, fpric^t fintier aurf) in ©teilen mie ben f olgenbcn : Sie tl^unfe 
nur barumb, bad fie moOenn etmad neme^ miffen unnb gut (utl^erifd^ 
gefeiten feijn (1522) SBeim. 8, 684; Da ju finb i^t ber ©picurj, ©ceptiq, 
önb Surianj faft öiel, bie ömb ber sinfe mitten meffe l^alten, onb bcm 
SBapft önb ©iffc^oucn l^euc^etn, ba ju bie Sutl^erifc^en faft jrfjelten. 
SBinfelmeffe (1533) JReubr. 24; (bie ^Jöpftifc^en ^aben) gleid^ bie 3eit 
gar trö^fii} geftimmet, menn bie 2ut]^crifrf)en fottten ermorbct merben 
u. f. ro. (1533) Sri. Slu^g. 31, 258; Sllfo auc^, auf bem 9teirf)?tage 
JU 9tug^burg moflten fie bie Sutl^erif(^e Seigre gar untcrbrucfen unb (un8) 
ausrotten (narf) 1530) ®rl. «u^g. 48, 179; unfcr »lut^unbc unb 
STOörber . . . mfinfrf)en nic^t, bafe il^n @ott fotte l^elfen bie fiutl^erifc^en 
umbjubringen : fie finb Don firf) fetb^ mdc^tig unb fing gnug (1533) 
ffirl. «u^g. 31, 262 f.; 9Ju finb mir iiut^erfc^cn nicfjt ^efeer, bag muffen 
bie ^apiften felb« befennen (1533) SBinfelmeffe 9Zeubr. 55; Slurf) bed 
fiönige^ ju Jranfreii^ ©otfcftaft, !Coctor ©eroafiu^, öffentlich für und 
befennet, fein Äönig märe alfo ubenebet, unb gemift bafür hielte, bafe 
bei und Sutl^erifc^en fein S^e, fein Obrigfeit, fein Äirrfie noc^ nirfitd feie. 
(1537) gri. 3ludg. 55, 169 f. 

S(^lie6Iirf) fann man bei einer legten ©ruppc oon gätten nur aud 
bem ironift^en Älange ber ganjen Stette öerfte^en, mie bad 'lut^erifc^' 



t'ut^erifc^. 195 

genteint fein mag, fo namentlich in ber berül^mten, im beutfc^en SBörterbuc^ 
t^orangefteOten Stelle bed S3tric^ted an einen guten (^reunb t)on beiber 
©eftalt bc^ ©acrament« (ffinbe 1528), bie l^ier ben %X)pu^ öertreten 
mag: S^^^ anbem, fo l^ab tc^ bi^l^er mit meinem ©d^reiben fc^on a(t« 
jm^iel unb ftarfe fiut^erifc^en Qtmaö)t, bog xd) mol^I mug aufhören, e^ 
möchten fonft bie ^apiften aOjugar fiutJ^erifc^ metben. S)enn fie finb 
fürroa^r bereit mel^r unb beffer fiutl^erifc^, benn ic^ felbd, unb bronzen 
oud) bed Sdangeliond mel^r 5U i^rem 9tu^, benn mir felbd . . . (SBenn 
früher ber ^ap^t gefangen mürbe, mar bie 9tot grog, ie^t nic^t:) Sßarumb? 
S)arumb, bag ber iiutl^er $apft ift, ol^n il^ren ^ant, t)on bem fie ge^ 
lernet ^abeit, auf ben $apft 5U geben, fo ml fie ed ge(uftet, unb finb 
l^ierin ganj burc^au^ Sut^erifdi . . . !(ber bie jornigen Sunferlin, bie 
dürften, finb noc^ bie aOerbeften £ut^erifc^en, nehmen ®efc^ent unb 93ar^ 
fcbaft Don fi(6ftem unb Stiften bie 30tenge . . . 3^ foic^er Sl^re aber 
muffen unfer iiiut^erifd^e e^ürften nic^t lommen, ja ibermann muB il^n 
feinb fein ... Slfo miOd faft ba l^inaud, bag bie, fo fiut^trifd) gefd^olten 
merben, fd)ier am menigften fiut^erifc^ finb, unb me((^e papiftifc^ ge^ 
rül^met fein möllen, am meiften Sutl^erifc^ ftnb unb erfunben merben. 
(Sri. «u^g. 30, 37« ff. 

^aB Untrer bad SBort je emftKc^ gebraucht l^abe, mirb niemanb 
bel^aupten, ber Derfuc^t, fic^ in bie Sage bed 9^eformatord bem neuen 
S3orte gegenüber l^ineinjubenten. ^a^ er tro^bem ber SSerbreitung bed 
Sßorte^ burc^ fein SSer^alten baju 93orfd|ub ge(eiftet f^at, ift ni(|t ju 
beftreiten. Unb gern gingen bie J^eunbe auf fein SBerfa^ren ein: jie 
brau(l)en, oieHeic^t nic^t mit gleicher ^onfequenj mie ber 9feformator, 
bad 3Bort eoangetijc^, roenn fie im eigenen Äamen fprec^en, tutl^erifc^ 
nur im Sitat ober bom Stanbpuntt be!^ @egnerd. 

Sinige 33elege mögen bie oerfd|iebenen SJlögüd^teiten biefed &Axandf^ 

unter .öinmeid auf §eppe^ au^fül^rlicftere I^arftedung bi§ in3 18. ^a&r* 

^unbert anbeutenb oerfolgen. 3o^. 35rac^ jd^reibt im Woöember 1528 

in feiner Söittf(l)rift an ?tlbrec^t öon a){ainj C 3a: ?tber bie Statthalter 

fc^reiben mir in 6. &. S^amen: id^ ^ab bie 3}2i(tenberger burcb neue 

Üut^erifcbe $rebigt üerfü^rt. ^and Sac^^, ber im eignen 9tamen oon 

Chmnge(ijd)en, (S^riften, ober ma|r]^aften Sl^riften unb rechtem cbriftlic^em 

ölauben f priest, erjä^It Jyabeln unb Scftroänk Keubr. 9Jr. 31 s 0. 7 ff.: 

Xa rett mid) aud) am papift, 
Gin hinterUftiger fop^ift, 
'^0 ber glaub, boffnung \mb bie lieb 
^e.^ünb pci) und Cutrifdien plleb, 

unb roeiter o. 1 «)S ff. 

Xer pQpift fprodi: 3olrf) criftling manbcl 
^iebt man pei) ber lutTifd)fn menig 
3&nber fd)ir toeber Dil nod) menig, 
3unber Dil e bad mtber jpU. 

Xie jimmerifcbe (S^ronit bietet lut^erifrfj jroeimal in Scbeltreben: 
SBie, biftu Don 9teut(ingen? fo biftu auc^ ber lut^rifc^en te(d)bieb einer. 



196 ^tfreb (»otlit, 

S»cubr. 2, 322; S)u bift am lutcrrifc^cr fc^elm unb böfemic^t (1566) 
3, 630. 3m 3a^rc 1555 prcbigt «nbreag aRu^cuIu« in granf* 
fürt a. b. Ober gegen ben ^ofcnteufel: benn mer luft ^ctte, öon munber«* 
megen, me( unnb bie mennig fotc^e t)nf(ettge, 6übi{c6e mh t)nj&c^tige 
5ß(uberteuffel jufe^en, ber fuc^e fic nic^t önter bem SJo^^ftum, jonbern 
ge{)e in bie @tet bnb fienbe, bie je^unber fiutl^erifc^ ober Suangelifc^ 
genennet werben (Sieubr. @. 19). ®ag jie^t au8, al8 wäre (utferijc^ 
noc^ immer ber üolfdttblic^e, et)ange(i{c^ ber amtliche ^udbrud. Unb 
äl^ntic^ Hingt eine 220 Saläre jüngere ©teile bei Senj, ^ofmeifter 1, 3: 
@r ift lutl^erifc^, ober proteftantifdi moHt' ic^ jagen; er ift proteftantijdi. 
3q big in§ 19. Qal^rl^unbert f^ai fic^ bie ©c^eu öor bem SBorte erholten: 
^mxiä) fieo, geb. 1799, erjä^It: ba meine ©rofetante SRümpel in Srfurt 
gmar ftreng lutl^erifc^ mar, aber nic^t (itt, bo^ wir un^ aU Sutl^eraner 
bejeidjneten, fonbem behauptete, mir feien ebangeüfc^^fatl^olijd) unb bie 
eigentlichen Jlatl^oliten, erfc^ien mir bad römifc^-tatl^oüfclie SBejen noc^ 
öermonbter (SReine 3ugenb5eit. ©otl^a 1880. @. 37.) Sluf meieren SBegen 
fic^ boc^ fc^lieglic^ lut^erifc^ allgemein, auc^ in ber amtlit^en @prad)e, 
burc^gefe^t iiat, l^at $eppe audfül^rlic^ gejeigt. SRitgemirft l^at babet 
ber Sinflufe beg ©übeu^, unb l^ier mieberum f^eint bie 9?ac^barfd)aft be3 
fatl^olifd^ett ©prac^gebrauc^S Sutl^erd SBarnung frül§ übermunben ju l^aben. 

^enn bei ben Itat^olifen ift lut^erifc^ t)on t^ornl^erein bie allein 
geltenbe Sejeic^nung ber neuen £e^er. Slllein au^ 9tifolaug X^omand 
SBciffenl^orner ^iftorie 1524 — 1532 jei angeführt: Sutl^erifrf). Sfe nam 
ad) beg lutl^erifc^ unb fe^erifc^ mefen ju Ulm unb anberftma faft ju. 
Saumann, Dberjdimäbifc^e Duellen jum Sauemfrieg @. 62; 1)eg allein 
folget au^ irem lutl^erifdjen, fe^erifc^en glauben 85; (Xl^oman l^at jum 
Sobe öerurteiUc fianb^fnec^te jur Seichte gehört) Sfe maren jmen barunber, 
ber ain infunber, moQten nit bet)c^ten, er rva^ üaft mol gelert, allegiert 
bie gejc^rift, er wollte got, feinem jc^epfer, beichten, ber tunt im fein 
funb t)ergeben, mit fül lutl§erifd)en einsugen 99 ; Umb äff umptionid SJ^arie 
Ijai man umb ©tugart unb jltanftabt jmen lutl^erifc^ Pfaffen an bie bem 
gel^encft 113; bie luterifc^en furften mit iren anl^engem wollten nit con^ 
fentieren 166; S)arnac^ in furzen tagen fetten bie öorgenanten Sutl^erif d|en 
unb 3^ins(if^^>^ ^ii i'^^^n an^ngern wuberumb a^n üerfamlung ^n 
9?uerenberg 188. ©iel^t man fo, wie ha^ SBort im fat^olifcfien Sprad^* 
gebraurf) auf ©c^ritt unb Jritt begegnet unb ocrgegenwärtigt man firf|, 
wie untrennbar fatl^olifc^e unb ebangelifc^e (Semeinben im ©üben burd^^ 
einanbcr gewürfelt finb, fo öerftel^t man, wie auc^ im ©prac^gebrauc^ 
ber ©Dangelifc^cn bai öon Sut^er öerpönte SBort guft fafete. 

(äel^t man ber Sntwidlung weiter nac6, fo wirb man jwifdien ge^ 
bilbeten unb ungebilbeten ^nl^öngem Sutl^erd unterf (Reiben muffen, e^ür 
jene war fiutl^rg Seifpiel in SRebe unb ©c^rift öorbilblii^. ^icr fanben 
fie bai öerpönte SBort im ßitat ober fpottweife angewenbet, oft fo, bafe 
ber Unbefangene ben ©pott faum merfte. 2)icfen ©ebraut^ a^mte man 
nac^ unb überfc^ritt babei, fpäter immer l^äufiger unb unbebentli(t)er, bie 



ßut^riW. ' 197 

@renjen, bie fiutl^r geftectt l^atte. Sin t^ptfc^cd 936ijpte( biefer (£nt« 
micflunfl für bie frül^fte geit bieten §an§' öon ber ^lanife 93eric^te. 
Sr bringt (ut^erifc^ a(^ ^arteinanten gern int Sitat, juerft ont 18. Wax^ 
1522: 2)aÄ befinbe id| moll: melc^er fic^ öomenten (eft, at^ fei er nlc^t 
gutt üutl^erifc^, ber ftett bei beiben furften in guten gnaben unb anfeilen 
111, 3, cbenjo im ßitat 141, 26. 249, 12. 32. 271, 16. 477, 25. 
615, 12, aurf): ber fiutl^eranij^en faction l^alben 267, 17. ^aju tritt 
bie jpottenbe äSerroenbung: mirt ein gang ^ere pb^ i^utl^erijc^ infamen^ 
fomen 201, 22, unb noc^ bitterer: Der^alb ber erj^er^og rinen aui^« 
fdjOB üororbent, nemlic^ ben erjbifc^of öon Salcjburgf, ben bijc^of öon 
Irientt, cm ©ebaftian öom Sioten^a^n, ben ccnjier öon Jrier unb boctor 
Somparter, bie alle pöö unb jel^r pöfe Sutl^erifd) jeint 245, 19. Xa* 
neben ift nun enblic^ ganj üereinjelt, aber eben bod^ betegbar ber ^dO,, 
boB ^^Jlani^ ba^ SBort im eignen 9Zamen unb böttig ernftfaft anroenbet: 
Unb feint t)aft alle t)on ben furften, geiftUc^ unb me(t(ic^, bem fiutl^er, 
feo üiil ber l^ie feint, gans entgegen, ir retl^ aber feint ber merer teil 
gut yutl^erifrf) 304, 19. SBie 5ßlanife in biefem galle ^at mancher Sll^änger 
fiutberd f(t)on frü^ ba^ SBort gebraucht unb fo, mie ber Steformator 
felbft, 5U friner Einbürgerung beigetragen. 92ac^bem ed einmal mißlungen 
mar, bie Sntmicttung be^ äBorted ju unterbinben, tl^at man Kug baran, 
gute SRiene jum böfen Spie( ju mad^en unb esf lieg fic^ ja and) für ben 
@ebraud) bed SBorted mand)er(ei anfül^ren, mie ed 3){artgraf @eorg ju 
SJranbenburg (bei |)eppe 8. 33) treffenb jufammenf aßte : Sei) bin auf 
D. ^ut^er nic^t getauft, er ift nic^t mein ®ott noc^ ^ri(anb. 3(^ g(aube 
nicbt an ij^n unb merbe burd^ il^n nic^t feiig, unb barum in folc^em 
^rftanb bin id) nic^t ^utl^erifc^. SBenn ic^ aber gefragt merbe, ob ic^ 
mid) JU biefer Se^re, bie uni^ @ott burc^ fein l^eilfamed äBerfjeug 
D. i'utE)erum mieberum gegeben unb geoffenbaret l^at, mit ^erj unb 
92unb befenne, ba l^abe i^ fein SJebenfen nod| ©d^eu, mic^ ^utl^erifc^ 
5U nennen, unb in biefem ^erftanb bin unb bleibe xö) mrin £eben (ang 
rin üut^eraner. 

3?iel wichtiger, aber auc^ öicl fc^merer ju beftimmen ift ber Sprach* 
gebrauch ber ungebilbeten ^nl^önger iiut^erd. t$ür bie Verbreitung bed 
SBorted (ut^erifc^ im Volte ift fc^on ber ®runb gelegt morben, e^e i^utl^er 
feiner Änroenbung miberfproc^en l^atte. ©c^on im Saläre 1521 erfc^eint 
er häufig bei bem eoangeüfd^en Verfaffer bed 3!)ia(ogud jmifc^en ftun^ 
unb 5"^ (Satiren 2, 119. 122. 124), ebenfo im folgenben 3al§re bei 
ffiberlin (9ieubr. 2, 71. 73. 91. 92). ^ad) bem ©efanntmerben 
Don fiutl^erd (Sinfpruc^ giebt e^ eoangelifc^e Sd^riftfteüer, bie bad 
öfrpönte SBort ungeftört weiter gebrauchen, entmeber meil fie ju ftar! 
Dom Sprad)gebraud) il^rer Umgebung ab^ngen ober meil fie i'utl^erd 
SSiberfpruc^ nid)t fennen. So fommt in ber 'Jl(age unb 9ntmort 
üon i^ut^erifc^en unb '$äpftifd)en Pfaffen über bie 9ieformation, 
fo neulich ju Stegeneburg ber "^riefter l^alben au^egangen ift im 
Oa^re 1524' (Satiren 3, 136 ff.) bad ©ort fafi auf jeber Seile 



198 9(tfreb &otiit, Sut$ertf4 — ^o^onned (Bto^df, 

Dor/ cbcnjo in bcr *9iüfelic^cn Stehe, ^rage unb Äntwoct öon einem 
SBtirftbuben, einem Ättoater unb einem äRönc^e', bie ©ebaftian t^eU 
bäum 1524 fc^rieb. ^ad finb ©puren, bie auf eine allgemeine ^er« 
breitung bei^ äBorted gleid^ in ben erften Salären ber Sieformation l^in- 
loeifen. ^a^ ha^ SSJort auc^ in et)ange(if(^en Greifen immer mel^r t^uft 
fa^te unb )d^(ieJ3(ic^ fogar jur amtlid^en SSejeic^nung ber neuen ftirc^e 
em|)orftieg, jeigt, ba^ fic^ bie @prac^e nid^t meiftem lägt, aud) nic^t 
t)on einem @prac^meifter mie Sutl^er. 



(SRac^trag ju Beitfc^rift 2, 294 ff.) 

S3on 
Siol^anned @to{c^. 

3c^ iiaht ju meinem Stuffa^ über 'tölptV einige Seridjtigungen 
ju geben, burc^ bie jebod^ bie SBemeii^fü^rung bedfe(ben im allgemeinen 
nic^t beeinflußt mirb. 

1) 35ie beiben f. 294 3(nm. 1 bem 35SBb. unb &rifc^ entnommenen 
Selege für tölpel au^ Sleifersfberg finb ju ftreic^en. 

@rimm t)erjeic()net 2, 1151 j. ö. diltap: 'dildapp stultus tölpel 
einfaltspinsel KEISERSB/ (ol^ne genauere Angabe). 2)a beigefügte 
©rflärungen im S)SBb. fonft curfio gebrucft toerben, biefe S)ru(fart aber 
am angeführten Drt nirgenbd ftattfinbet, fo mußte ic^ ft^Iießen, baß bie 
ganje ©teile aud Äeifer^berg geft^öpft, mitl^in ®rimm ba« SBort tölpel 
bei Äeifer^berg befannt gcroefen jei. 3)er Slu^brucf einfaltspinsel, ber 
fürd 15. 3^. nid)t borau^iufe^en ift, l^ätte mic^ aOerbingd marnen 
follen. 93alb barauf ert)ielt \d) öon |)crm 5ßrofcfjor SRartin, bei bem 
ic^ mic^ nac^ bem Sortommen Don tölpel im Slfäffifc^en ertunbigt l^attc, 
freunblicbermeife folgenbe Slbfc^rift eine^ 3^tte(§ bon Stöber: *dalap, 
dildap, tölpel, einfaltspinsel 9{arrenfc^iff §. 127*. SBie man fielet, 
bedt fic^ ber SBortlaut in ber ^auptfac^e mit bem @rimm'fd|en Gitat, 
nur finb bie 3lu§brüdte tölpel, einfaltspinsel al§ erfäuternbe S^fä^e 
burcb bie Schrift fenntlirfj gemacht. I)a ©töber öon Safob ®rimm 
(1, LXVI) unter benjenigen genannt toirb, bie ?(ugjüge jum 3)SBb. ge= 
liefert l^aben, fo ift e^ faum jmcifel^aft, baß bie öon 3Bi(l^eIm öermerfte 
Stede mit ber auf bem Stöber'fc^en S^titi ibentifd) ift. G^ lam barum 
nur noc^ barauf an, bie Cuelle ju beftimmen. SBa§ bebeutet *!Jiarren* 



» S(f)on bei^ftalb barf mon blcfc fthiöfdirift nicftt CJbcrltn jufchrctbcn, luic mcl;rfo(^ 
0cf(^Oen tft, Dßl. 5öaur ÖK?5:M. IJW, 1, 4. 



«ipcL 199 

fc^iff §. 127', lüic Stöbet angibt? 3c^ combinicrtc bamit bad öon 
©rintm beigelegte *Äeifer3berQ*. 93efanntlid^ finb Äeifet^bergd ^rebigten 
über Staute SWarrenjc^iff 1511 öon Dttl^ec lateinifc^ l^ecau^gegebcn unb 
1520 öon Sodann ^aufi, 1574 öon Slicolau« ^öniger in« 35eutfc^ 
jurücfüberfefet. Siefe |)öniger'fc^e ^Bearbeitung (i^c öoHer Jitel bei 
Sarncfe f. CXIII) ift in ber il^at öon ©tobet mit bent § genteint. 
©. 127» bei §öniger lefen wir: ein grober dalap vnnd dildap, SBorte, 
bie Stöber auf feinem Qetttl mit tolpel, einfalt^nsel erflärte. &^ ift 
tool^i nur ein JBerfel^en, ba^ biefer Qn]aii im S)2Bb. nic^t curfiö gebruÄ 
tonxht. 2Be§^aIb aber @rimm ben ^ite( fo unboUftänbig angegeben 
l^at, meid id) nic^t ju erraten. 

^cr langen Siebe furger Sinn ift a(fo, bafe bie im S)9Bb. 2, 1151 
aud Äeiferdberg (richtiger: au« ^öniger« ^Bearbeitung öon Äeiferdberg« 
9iarren|'ci^iff) angefül^rte ©teile ah ©eleg für tölpel nid)t öerroertbet 
merben barf. 

©djueller täfet fic^ ba« jmeite Sitat erlebigen. 5rifc^ -r 376^ 
notiert: 'einen über den dölpell werffen, decipere imprudentem 
Sat)fergb. 9Jarren^fdjiff fol. 179' (bamac^ auc^ bei ^e^ne 3, 993). 
8tud) biefc Slngabe ftammt au« |)öniger« ^Bearbeitung, wo @. 179*' bie 
©teile öollftänbig lautet: (mancher |)anbtt)er!er benft) er (ber Sunbe) 
verstehet sich nicht darauff, darumb wil ich jhn wol vber den 
dölpell weiflen. Die angejogenen SBorte finb alfo ein 3^UB"iB für 
bie Sprarf)c ^önigcr« öom 3a|r 1574, nid|t aber für bie Äeifer«berg«. 
^d) glaube überhaupt, ha^ bei bem le^teren ba« SBort tölpel ni(t)t t)or^ 
fommt; ic^ l^abe e« menigften« nirgenb« gefunben. 9ud) im heutigen 
Glfäffifc^en ift, roie mir ^^rofeffor 3)?artin freunblic^ft mitteilt, ber Stu«*» 
bruct feiten ; unb ba« l)eutige fdimäbifc^e fennt, nac^ freunblic^er Angabe 
tjon ^rofeffor §. Jijc^er, nur bie Scjeid^nung woehentölpel ^i parotitis.^ 

2) S. 296 ^abe ic^ unentfd)ieben gelaffen, ob bie fünf SÖenbungcn, 
über den tölpel werfen, stoszen, schupfen, führen, fallen, in benen 
xd) tölpel bon doi-per 'tl)ürfc^mclle' Ijerleite, g(eid)äeitig unb unabl^ängig 
öon einanber entftanben finb, ober ob über den ttUpel werfen ba« 
9}{ufter für bie übrigen abgegeben l^at. 3c^ möchte je^t mit 9tad)bru(t 
betonen, bafe ba« le^tere ber i^aü ift. 35ie 9tcben«art über den tölpel 
werfen ift faft jo frü^ nac^meidbar, mie überhaupt bie Jyorm tölpel (mit 
innerem 1), unb ftel^t lange für fid) allein ba. Xie anbern bagegen 
treten erft auf, al« ber 3w)ömmen^ang mit dorpel in biefen ißer* 
binbungen Idngft Dergeffen mar. Sie finb einfad) 9iad|bilbungen ber 
älteren Jormel. S« mar barum öergeblirfie« SBemü^cn bon mir, eine 
SBenbung, mie über den tölpel fallen, noc^ auf eine i^r ju örunbe 
liegenbe finnlic^c ^u)d)auung jurücffül^ren ju mollen. 



Vi Todb oer^eic^net 3cf)mib im fd^ioöbifdjen 9Q3b. 133 bie Qfi'^i dörpel - siuerQ- 
OTttflei?, unbefiälflic^ec .vtinb, unb ^irltnßer 119 ben 'J^omen Tölpelsfels. %UC9 gebraucht 
3. iH. Jifcöer in feiner *leften ©eltfu(^t* (1623) ben «uöbrutf vbem tölpel schupffeu, 
t)0(. 8aQern0 a)>lunbatten 1, 102. 



200 Soi^onneiS (Stofc^, 

S)ic 3uftt^^cwiicöu"8 nicincr fämtlic^cn Sciegc, mit ?ludna^mc 
bcr attct neuesten, mirb bcn wal^ren ©ac^bcrl^oft am beften erfenncn (aflcn. 

A) Über bcn tötpcl »ccfcn: hertzog Friderich . . ist weid- 
Hch vbern tölpel geworffen vnd betrogen worden vom selbigen 
bisehoff. Sut^ec, Jif^rebcn 339a; l^ömger, 9iarrcnfd^iff (1574) 179^ 
f. oben; es bestund nit lang, er (ber neue SBeinl^önbfer) ward als 
einer solchen kauffmannschaft unwissend, übern tölpel geworffen, 
ietzt im kauff, denn im verkauffen, denn von seinen eygnen 
knechten. ÄHrr^^of, SBenbunmutl^ 1, 213; vber den dölpel werffen, 
fratidare, ludificare; also musz man den narren vber den dölpel 
werffen vnd ein specklein auff die fallen legen, ^enifd) (1616) 
725 ; (SüJenfc^en, bie) sich noch wol rühmen, wenn sie jhn (i^ren 
Släc^ften) tapffer haben vber den tölpel geworffen, als betten sie 
eine grosze ritterthat begangen. aSoIering Verberget, |)erjpoftinQ 
(6. Slufl. 1625) 1, 195a ; rationes fallendi, dadurch . . die alten 
teutschen täddel vbern tölpel geworffen worden. Slrnolb ^DJengering, 
Srieg^beliof (1633) 265; (mein @ut,) in orscharrung dessen ich so 
manchen ehrlichen mann vber den tölpel geworffen und betrogen. 
aWofc^erof^, ©ejic^te (1650), 1, 417; ich hab jhn, golt verzeih 
mirs, recht vbern tölpel geworffen! Sl. a. O. 1, 446; ich habe 
ihn so artlich über den tölpel geworffen, dasz ihn der teuffei hätte 
holen mögen, ©rimmel^l^aujen, ©impüciffimu^ 72 (Sieubrudt); etliche 
betrogen, und andere wurden wieder über den tölpel geworffen. 
©im^jlicianijc^e Schriften 1, 186 (Äurj); es vermeinen etliche . . , 
wann man einen Juden betrieget oder über den tölpel wirffet, 
dasz es kein sünde seye. Slbcle, Äünft(irf|e Unorbnung (1670 ff.) 
2, 250; wie manierlich kan er die alberen courtisancn auffziehen 
und über den tölpel werffen. ^ebantifc^er 3rrtl^um (1673) 73; 
einen mit sehenden äugen verblendeten über den tölpel zu werffen. 
Älamobift^ tcc^notogif(^eÄ Snterim (1675) 476; wo ich ihnen indessen 
ein bein halten und (fie) über den tölpel werffen kann, thue ich das 
meinige. Ä. a. D. 515; ein roszkam streckt sich hier in dieses 
grabes grundt, der übern tölpel warff durch sein verlognen mund 
air die mit ihme sich zu kauff und tausch einlieszen. Sort|bon 
au6 Slrcabien, Slarrenboffen (1677) ä. XII; im Anfang, wenn sie 
ein mägdlein über den dölpel werffen wollen, so brennet ihnen 
die liebe lichterloh aus dem leibe, ©tranifeh), Dllapatriba (1711) 
246 (3leubru(f); so er (ber ^rojefefül^renbe) den festen glauben 
heget, dasz er seinen gegner werde über den tölpel werffen 
können. SRocfenp^ilofopliie (1718) 2, 293; einen über den tölpel 
werffen, homimm incautum faUere. ©teinbacft 2 (1734), 822; 
jem. über den tr)lpel werfen, besiegen (1747). fiiuge, ©tubenten* 
fprarf)e 130*^; einen über den tölpel werffen, ihn betrügen, Dlaf 
fiinb, 2:eutfrf|=fc^mebif(^e^ SBb (1749) 1540; ögl. ferner Äbetung, Sampe, 
Ärünife 185 (1844), 631; Don ©ialettmörterbüdiem gchmetter 1, 603, 



StölpcL 201 

Äcl^rein, S3oIf§fprac^e im ^crjogtum Slaflau 405, ÜKüIIcr^'^Beife Äad^cncr 
3RunbQrt..34, @d|mibt, mcftccmälb. ib. 256. 

B. Über ben tölpct fto^en: wie schön sie mich über den 
tiUpel stoszen will, ficffing 1, 246 (Xcr junge ©elel^rte 2, 3); er 
hat sich von mir lassen übern tölpel stoszen. 1, 365 (äRifog^n 

2, 5); doch, Frank, ein kniff, ein plänchen ists ja nur, von mir 
und ihrem vater ausgeklügelt, Mounchensey übern tölpel brav zu 
stoszen. liecf, altengüfc^e^ Jl^eater 2, 159; ögf. ferner Äbelung, 
eainpe, Srüniß 1<S5 (1844), 621, aRüaer-SBeife 34. 

C. Über ben tölpel fc^upfen: ja hui, der (Siarfjbar) ist 
weidlich beschissen, ich haim wol dächt, ich sey so gflissen, dasz 
ich jhn vbem tölpel schupff. 3. 9i. &ifcf|er, fietfte SBeftfu^t (1623) 

3, 1 {^at)mi^ ajiunborben 1, 186^). 

D. Über ben tölpel führen: ©c^weijerifdieä 3b. 1, 56.^ 

E. Über ben tölpel fallen: JBgl. bie fc^on in meinem öorigen 
5tuffQ^ (j. 296 ?[nm. 3) angefüljrten Selege; femer ?tbelung, ßampe, 
Srünife unb ajeüHer-aBetfe. 

^itim Sammlung tft notürltc^ ntc^t entfernt üollftanbig, aber fte 
jeigt boc^ gur (äenttge, bag bon ben in Siebe ftel^enben Sßenbungen bie 
an erftcr ©teile betrachtete (über d. t. werfen) bei meitem bie ältefte 
unb üerbreitetfte ift unb offenbar ba^ 93orbi(b ju ben übrigen abge« 
geben l^at. 



* UnsutTcffenb ift <l a, O. btc ChrTlärung, btefc SBenbung fei *unri(^tiae %uf* 
löfung unb 9(u0bcutunß bei^ fcüriftbeutfc^n oberMlpeln*. Sic tft oiedne^r eine ber 
Dielen 'Jkd^bilbungen oon aber d. t. werfen. 



HL- 



SdjriftfleUer. 

53on 
$. SBunberlic^. 

3m 2)cutf^cn SBörterbu^ (leil 9, 1748) jinb bie äußeren Umriffe 
bcr ©ntmidtuno^gcfc^id^tc unfcrcd SBoctcg folgenbcona^en feftgcftcüt: 

„Die ältere bedeutung des wertes ist die von concipient, es 
soll einer bezeiclinet werden, der für andere rechtliche schreiben 
aufsetzt; in diesem sinne sind schrifftsteller, schrifften- 
steller, schrifftdichter aus einer quelle von 1616 belegt bei 
Schmeller 2«, 599; noch bei Frisch 2, 227^ wird schrifft- 
steller in diesem sinne verzeichnet (autor, der eine schrifft für 
andere aufsetzt) unter anführung einer älteren quelle . . ; die an- 
wendung des Wortes in dem uns gebräuchlichen sinne, dass ein 
mann bezeichnet wird, der berufsmässig eine litterarische thätigkeit 
ausübt, wird erst im 18. jahrh. üblich, bgt. ©ombert (93cmcrlungen 
ju SBeiganb^ 2)cutjc^em SBörtcrburfi), ^ der es zufrühest aus dem jähre 
1723 belegte 

®Q5U ögl. ^aul SJeutj^cd aBörtccburf) (1897) f. 402: „Schrift- 
steller, am frühesten gebraucht von jemand, der eine gericht- 
liche Schrift für einen andern aufsetzt. Im heutigen sinne wird 
es seit Gottsched üblich statt skribent, welches erst durch diese 
konkurrenz einen verächtlichen Sinn erhält". 3}orfic^tiger märe 
t^ gcrocfcn, ftatt „am frül^cften gebrandet" ju jefeen; „am frül^eftcn 
bcjcugt". Sonft enthält bic 2)arftenung bei ^au( infofern einen gort* 
fdiritt, al§ fie ber gunttion eine^ SKonien agenti^ gegenüber bcm ?^)))enatib, 
mit bem im I)2öb. bie 93ebeutunggcnttt)i(flung g(ei^ beginnt, me^r ®pkU 
räum gijnnt. i^xtxliä) ber grage md) bem SBerl^ättni« bei? 92omen 
agentid jum ^ppeKatio innerl^alb ber äSermenbungen unfered @ubftanttt)d 



* ^ao Sc^ulprogromm, in bcm (^ombert fctne auf bad SBort Sc^riftfteder be> 
ftügUc^en ^orfc^ungcn niebergeleßt ^at, wax mir tro^ oielfeitigfter ^emä^unoen nic^t 
CTTci^bar, bid mic^ bic QJütc bcö C^crm 3^crfoffcri^ in ben ©tonb fc^tc, bic ergcbniffc 
nadfttäfiiidi noc^ ju bcrütffic^tigcn. «nbcrc Arbeiten i^ur aßortforfc^ung entbehren, »ic 
ftc^ neucrbinßi5 seigt, manchmal felbft bei ber ^lter!$bcftimmunß neu^oc^beutfc^r S^örter 
btcfed wichtigen ^Miftoittels^. da wäre ba^er fe^r bonfenöwcrt, wenn Tttö (^ombcrt 
cntf(^lie6en roottte, ben in ja^lreit^en Programmen icxftrcutcn Sc^a^ feiner ^tobad^- 
titngen in 8u(^form augdngüc^ ju mac^n. ^reiHd^, ba cd ftc^ um unfere eigene 
©prac^c ^anbelt, wirb e^ in ^eutfc^tanb mo^l feine gelehrte Sldrperfc^aft geben, bte 
btffen $(an unterftQ^te. 



S^rtftfteller. 203 

gel^t and) ^aul nic^t metter md), unb boc^ fällt meUeic^t gerabe Don 
|ier aud Sic^t auf bie noc^ l^eute ungelöfte ^au^tfrage, mie fommt ed, 
hak ein ©ubftanttö, boi^ in bcn erftcn ^Belegen einen SBinlelfc^reiber — 
beftcnfatl^ einen Äböofaten — bejeid^net, jum ®attung«namen für bie 
©röfeen ber ontifen unb ber jeitgenöffifc^en Sitteratur würbe ? S)arf man 
l^ier einfach an eine fpätere Erweiterung ber urfprüng(ic^en engeren 93e^ 
beutung beulen? 

!Der folgenbe 93er[uc^ einer Srtlärung wirb nici^t überaß mit neuem 
SJ^aterioI arbeiten, er gel^t melmel^r in erfter fiinie barauf au^, burc^ 
bie Seränberung ber t^ragefteUung unb burc^ bie breitere Vludfül^rung 
be§ 3wf ^"ittienf angeg , in ben bie @ntroid(unggge}(!^i(!^te unfere^ @ub^ 
ftantio^ gel^ört, jur ttufl^ellung bcijutragen. 

3unäd^ft ermäc^ft ber ^ortforfci^ung bei einer fo fpät bejeugten 
Silbung wie „Sc^riftftetler" bie Aufgabe, nac^ älteren Äu^brud^mitteln 
Umfc^au ju galten, bie einen Xeil ober ben k)oIIen Umfang ber 93e=» 
beutung iuoor t)ertreten l^aben. Unb l^ier begegnen uni^ juerft bie alt^ 
l^oc^beutf^en ficl^nroorte Scribo unb Scribari (ögl. ®raff, alt^oc^^ 
beutjc^er ©prac^fc^a^ 6, 572. o73), bie mit ben beiben juftänbigen 85il* 
bung^mitteln ein 9?omen agentii^ nac^ Analogie bei^ lateinifc^en Scriba, 
Scriptor ermöglichen. 

Sc^on für bie an^ ber J^embjprac^e übernommenen SBegriffe wie 
für bie bcutfc^en Üe^nroorte ift nun feftjul^alten, bafe fie fic^ in brei 
^auptformen gliebern, bie in bem jpäteren Schreiber immer mieber 
lebenbig werben: bie ^unftion bed 92omen agentii^, ben Übergang jum 
Slpperiotio, wobei ein weiter Q3ebeutungdumfang neben ber mec^anifc^en 
Jertigleit bed Sc^reibcng auc^ bie jc^öpferifc^e Seite ber I^ätigfeit jur 
Geltung bringt, unb brittend bie ^ebeutung^oerengung be^ Slppedatiod 
burc!^ bie SBcjie^ung auf JRec^ti^gefc^äfte. 3" ^cr erften 5orm ogl. au8 ber 
aIt]^oc^beut{d)en ^eriobe: Min wort ist also stato, also diu scrift des 
scriben (calamus scribe, i. scriptura scriptoris) 9?otIer ^jalm 44, 2. 

3u ber jweiten 5otm og(. 

iz ni habent livola, noh iz ni lesent scribara. 
thaz jungera worolti sulih mord wurti. 

Ctfrib 1, 20, 23. 

Was her tho sie lerenti soso giwalt habenter, nalles so thie scri- 
ba ra inti Pharisei (non sicut scribe eorum et Pharisei SRattl^. 7, 29) 
latian 48, 4 u. a.; bie britte gorm aber wirb burc^ bie @(eicl)je6ung 
öon scribo unb scribari mit ben SJegriffen exceptor, notarius in ben 
©(offen bargeboten, ogl. notarios, scripun ÜDionfeer unb legcmfcer 
©(offen^anbfc^riften ju ©regor^ ^omilien Steinme^er * (3icDer§ 
2, 2()r). u.a. f. ©ratf a. o. O. 

I*ie gleichen ^Beobachtungen, erweitert burc^ bie größere 3^^! unb 
bie SWanigfaltigfeit ber einfc^Iägigen Selege, ermöglicht bie mittel^oc^^ 
beutfc^e ^eriobe, namentlich auc^ im Übergang jur neul^oc^beutfci^en 3^it 
ügl. aWittel^oc^beutfd^e« SBb. 2,2,208; fiejer 2, 793. 



204 $. SBunberli«, 

3um 85clcgc für bie gunltion be^ 9?omcn ogcntt^ unb für bie du 
meiterung ber Sebeutung mögen ein paar groben bienen: 

Dö si den margräven töten sähen tragen, 

ez enkunde ein schrfber gebriefen noch gesagen 

die manegen ungebaerde von wibe unde ouch von man, 

diu sich von herzen jämer aldä zeigen began. 

9'll6elungen 2170, 2 ßad^mann. 

daz maer dö briefen began 
ein schrfber, meister Kuonrät. getihtet man ez slt hat 
dicke in Tiuscher zungen. Silage 2155 Sadimonn. 

t)g(. anä) bie Sßariante ber Slu^gabe t)on ber jagend 18 : ditze vil alte 
maere het ein schribaere wllen an ein buoch geschriben; gegen 
Sac^mann 9 : ditze alte maere hat ein tichtaere an ein buoch schriben. 
9}o(^ meiter gelten anbere 93e(ege: 

wann minne du bist also maniger slahte. 

alle schriber niht vol schriben. mohten gar ir art und ouch ir ahte. 

jüngerer 5:iturel 678 u. a, 

die alten scribere (bie Äird)enbäter) 

sagint uns ze mere. Snted^rlft, fjunbgruben 2,118. 

ich schriber (ber !Dic^ter) gib min stür da zu 

das ir alle sament tu 

basz denn disü frowe tett. CoßbergS Öieberfool 2, 530. 

S)ie Sebeutung^Derengerung, bie bie SBeruf^fteHung eine^ SBermaltung^« 
Beamten ober einer ®eric^t§perfon fennjeic^net, gel^t oon poffeffioen unb 
ä]^n(i(!^en inbioibuatifierenben Seftimmungen aud: 

Min schriber b! mir niht enwas 
der mir min heinlich brieve las 
und ouch min heimlich ofte schreip. 

Ulrirf) b. ßiecfitenftein 169 S3ecf)fteln. 

ow6, ow6 der grözen not ! 

dö gelac der fürste tot. 

den vant sit ligende jaemerlich 

sin schriber, der hiez her Heinrich. 1667. 

dar nach dem schriber von der stift 
winkte er zuo im unde rief 
er hiez in lesen dö den brief. 

Äonrob bon SBttraburg 9(Iejiuö. (3eitfd)r. b. o. 3) 1010. 

do gebot der keiser dräte 

sinem kanzelacre, 

daz er hiez die schribaere 

der mäterje berihten. Grocliuö 1788 QJroef. 

cancellarius . . einsgrosen heiTon .schriber 2) iefenbac^ 94*>; notarius, 
ein offenbar, offener schriber ebenbo 383». SBgl. hoveschriber, 
lantschribaere, .statschriber, aKitte(^orf)beutfc^e^ aSb. 2, 2, 208 u. a. 
^uc^ in bie neu^od)beuti(^e $eriobe tritt ©c^reiber noc^ mit ber 
ganjen SJ^annigfaltigfeit feiner 93ebeutungen ein. 2)ie einfache t^unttion 



©i^ftfteaer. 205 

bed Spornen agentid fpiegelt ^ic^ noc!^ burc^ ba9 9l))peIIatiD l^inburc^ in SBer- 
wcnbungcn roic : auch haben wir mangel an geschickten schreibem, 
begern wir das ir Valtin Dennem uff unsem costen zu schicken wollt, 
^auptlcutc unb JRätc bcr ®aucrfc^aft an ben JRotcnburgcr 9iat (1525) bei 
Saumann, DucÖcn jur ®ef(^. be§ Saucrnfricg^ aug ^Rotenburg, 384, ^ 
cbcnjo Hanns Becken von Wettringen, der erstlich gein Brethain 
zogen zu Hanns Metzlem und in diser sach erstmals in anfang 
diser empörung sein waibel ist worden, her Lienhart Dennem, 
pfarrvenveser zu Leuzenpronn, der der versanielten pawrschaft pre- 
diger, Schreiber, ratgeber, vorgeener, heber, leger und der vor- 
derst im spiel gewest ist, item herr Hanns Hollenpach, frumesser 
zu Leuzenpronn, gleichwie her Lienhart Denner und sunst ain 
grosser bub, uffwidler und sollicitirer der uffrur. 85ci Naumann 
Dueücn 60. 

Da^ ÄppcHatio in ber engeren öebeutung, a()o in ben Äbftufungen 
ber britten i^oxm mirb je nac^ ber ®egenb unb bem lanbfc^aftlic^en @t^ 
brauch 5äl^e feftge^alten ober burc^ neue — namentlich lateinifc^e — 
93ejeid^nungen Derbrängt. iRtc^t blo^ 3ufammenje^ungen mie fianbfc^reiber 
unb @tabt{d)reiber, fonbern auc^ ba^ Simplej lebt in ©c^roaben unb ber 
©c^meij weiter : sasz Gmf Haugen Schreiber auch am tisch (JBau* 
mann, ClucIIen jur ©ejc^ic^te be^ Sauemlrieg«^ in Cberfc^roaben ©.567) u. a., 
ögl. ben „©c^rciber" be^ Iruc^fefeen ®eorg öon SBalbburg (cbenba 527). 
zaigt an, der schriber von Hohenegk, Coni-at 5liller, hab in 
ir buntzbrief und ander Schriften gemacht. Ocftänbrnp be^ 3örgen 
©c^mib genannt ftnopf, ^auptmann^ be« „Mgömijd^en, ©obenfeer unb 
SBaltringer ^aufen^" (lo25) bei Naumann, Alten jur ®ef(^id&te be« 
beutfc^en 93auernfrieg^ an^ Dbcrfc^roaben j. 350. „item wer in die 
buntzbrief oder Schriften gemacht darinn geraten, geschriben und 
behalten hab?'' ,,Uff den zehenden articul sagt er, wie vor, das 
Conrat Müller, schriber in der Witnow, ine ir buntzbrief und all 
ir Schriften für und für gemacht und geraten hab, auch viist von 
irtwegcn geschickt worden sei** jroeitc^ SJer^ör Sorgen ©c^mib^ bei 
SJaumann Sllten 3. 379. 3tuÄ ber großen Sdf)l jonftiger Söelege fei nur 
bie Motte l^croorge^obcn, bie ber ©d^ribcr in ^cinric^ SöuIIingerd „2\i' 
cretia unb Sirutuö" {pielt (og(. Sd^toeij. Scftaujpielc bed 16. 3a^r^. 
1, 13:>ff.j ebenjo mie bcr Sijpu^ be^ ©c^riberd, ber in 9iicla^ SÖia* 
nueU Jaftnat^täffpiel oom ^abft unb feiner ^riefterfcftaft unter ben in 
grage fommenben SJeruf^ftänben aufgefül^rt mirb. 93gl. 93er5 ^42 ff. 
Söäc^tolb.« 

* TavJ ^cfteörcn luiirbc abßcfdjlaflcn, benn 3^olenttn Trennet fanb eo tm <^cflcn= 
fo^ ^u feinem "Jiameni^üetter , bem ^foriDenuefer V^eon^ort X'enner, nicftt für gc» 
raten, häi ber Satöc ber dauern an.suftöltefien. Ter iHat ontiDortetc: Dann so künden 
wed*»r wir, noch uns^T stattsohroiWr sein difer zeit nit geraton, norh ine soiui dieofits 
erlassen, zndem das ime Valentin Dennern, wie er nni berieht, nit selbs greletren . . sich 
xn euch zn thun ebenba 8f)2. 

' l^a^u. ofli. auo ber älteren t'itteratur bie ^i^nx bei^ 3(t)ribero in ^ermann 
Don Sac^fen^eimo 9)^örin: 



206 $. SBunberlid^, 

3n ben fränfifci^cn Urfunbcn jum Saucrnfricgc jctgt \xä) bic Sc* 
megung, bie bad StppeQatit) @c^ reib er fpäter jurüctbrängte, mel früher 
mtrtfam aU in ben oberfc^mabifc^en. ^ie untergeorbnetfte Gattung ber 
Schreiber, biejcnigen, beren Il^ätigfeit auf ba^ Stbfc^reiben befc^ränft blieb, 
merben and) meiter mit bem ©ubftantiö gcfcnnjeici^net: Daruff ain 
zimlichen begriff vom Stattschreiber zu Ochsenflirt zu verfassen, 
also das solich ausschreiben in werten gleichförmig sei etc. und die 
sach dest furderlicher ain furgang neme, wollen die Schreiber 
ietzt zu Haidingsfeld irs tails auch kein fleisz sparen. — Es sollt 
auch ain brief gestellt und in die truckerei gegeben werden, 
welicher form die manung allwegen ausgeen sollten . . . Dann 
unmuglich ist es, soliches alles neben andern gescheften ausser- 
halb ains trucks mit der band auszurichten, es wern dann 
mer schreiber vor der band. JBefc^Iüffe ber SBauerfc^aft, 3Kai 
1525 bti Naumann, Duellen jur ©efc^ic^te be§ SBauernlriegeg au3 
^Rotenburg 415. Überall, mo aber jugleic^ bie ^äl^igfeit, ein ©c^rift* 
füld abjufaffen, mitfpiett, l^errfc^cn frembtiingenbe litel Dor: Hainrich 
Zentgraf, secretarius obgenant JBaumann, Duellen 468; An herren 
Wolfgangen Ofnem, der rechten licentiaten, margrafischen canzler 
514; ich, Valentin Denner, zu gemcltem Rotenburg uff der Tawber, 
ain lai, Wurzburger bistumbs, von bäpstlichen gewalt ain offenbarer 
notarius imd schreiber . . hab ich sölichs alles in die offen form 
und instrument gezogen und pracht ebenba 117; Valentin Denner, 
notarius, scripsit 436; und solichs artikel warn des obgenannten 
Hohenloischen secretarien Hainrich Zentgi*efs aigne handschrift, 
wie er denn auch . . vil der vorverleipten schrifton . . selbs mit seiner 
aigcn band geschriben hat 414. Selbft bie oorübergel^enbe Stellung 
berjenigen, bie bie ©c^riftftücfe ber JBauern ocrfafeten, mirb in bicfcn Ur^ 
funben mit fremb flingenben tlppellatioig balb neben bem beutfcl)en 8ub* 
ftantio balb o^ne bieje^ getenujeic^net: Uff soliche der uffrurigen 
bawrschaft Schriften, dero hen* Lienhart Donner . . pfaiTverweser 
zu Leuzenpronn, ain cantzler oder schreiber und darzu . . der 
pawrschaft prediger 78; Hat pfaff Holenpach, ir gesanter, gesagt 
wie etlich . . in gegenwertigkait her Leonhaiis Denners irens 
cantzlers, und vil ander ausz der Stadt sich hören haben lassen 601. 

9Bte l^ter, jo bröngte auc^ anbermärt^ bie meitere (Sntmicflung ju 

trat dort her ain sehr! bor guot 

mit einem brieff, als sie denn taond, 

daran von wort zuo werte stuond 

die urtail, dag und widerwort, 

als man von baid partien bort 

und hin zuo recbt besetzet was. 13üü u. a. 

3?ercin5clt locrbcn in ber ÜJiörtn aud) frembfprac^llc^e Öormcn bojrotfd^en gcfc^obcn: 

Kio kumment widor zuo mir her, 

und euch mit in der frumni schriber, 

ich main nottargen publicus. 2922 Dgt. 3892. 

S?ör. ouc^ r>803 (ben schribern, kanczlem). 



©(^riftfteaet. 207 

bcn öorncl^mcr Hingcnbcn Sl^jpcttatiöfe, ögl. 3in^9^^^ff ^pop^ttQm. 1, 12: 
Schreiber oder secretarius (wie man es heut nennet, da die Schreiber 
nit mehr Schreiber heissen mögen, weil es gar zu teutsch ist, 
und jeder ein frembden namen haben will), ögl. SJ.SBb. 9, 1699. 
Dieser cavalier hatte einen kerl, der war sein Schaffner, seiner 
kinder praeceptor und zugleich sein Schreiber, oder wie sie jetzt 
heissen wollen, sein secretarius ©impllcijjimu^ 534 SReubrui. Unb 
fo finb ed batb nur nod) bie SSSörterbUd^er , bie bie alte 93Ubung 
5ur ftcnnjcic^nunö auc^ bcr _^ö]&eren Scruf^ftcIIung no^ fcfll^altcn: no- 
tarius, ein Schreiber J^M'^w^ (1o74) 878 »; notarius, Schreiber 
oder notarius ©j)icfcr (1700) 1, 718b; ä^nlicft auc^ S'irfc^ 1, 793^. 
Segünftigt mürbe btefe (Sntmtdiung jugleic^ baburc^, bag ber auSgebtlbete 
©d)reiboerfe]^r ben ^erfonalbeftanb ber Äanjlcien erroeiterte unb bo§ in 
ber Zi)at ein ^ebürfni^ oorlag, bie 92otare unb äl^nKc^e ^erfonen gegen bie 
unteren ©ruppen abjugrenjen an benen ber 9?ame Schreiber l^aften blieb. ^ 
äBäl^renb alfo bad SlppeQatio in ber engeren SBebeutung auf bie 
nieberfte ©tufe ber Siongorbnung l^erabfanf, l^ielt fic^ boc^ bie gunftion 
be$ Spornen agentid an ber @ubftantiDbilbung immer lebenbig unb fie 
mac^t e^ nun mögttc!^, ba^ im getegentlic^en (Bebraud)e auc^ bie meitere 
99ebeutung bed Slppellatiod (bie oben ermähnte jmeite gorm) immer 
mieber aufgefrifc^t mirb.* gür ben allgemeinen ©ebrauc^ ift fie freiließ 
öief früher auggeftorben, aU bie SBörterbüc^er erraten laffen; tjgl. Ho- 
merus, der eltist haidnisch Schreiber Äöentin 1,165. dazu 
auch die heiligen veter und alle Schreiber übereinstimmen Sut^er, 
3, 431*> 3ena; von diesem werden diese klugreden bei den alten 
Schreibern gefunden 3in^Ö^^f ^Ipop^tegm. 1,323; 

warum der reichsvogt ihn, der Maximilian, 

so sehr geliebt, den auch die Schreiber alle preisen. 

Otompler 106, bgl. 2).5Ö6. 9, 1700. 

Xaju og(. hoch geachte Schreiber und urhaber der bücheren, classici 
authores 3)iaaler 36H. scriptor, ein b&chschreibor, oder der ein 
buoch machet, und es ausz laszt gon grif iu^ (1574) 1189 *>; schrijver, 
scriba, scriptor, graphiarius, amanuensis, tabularius, librarius, Äitian 



* 3^91. bie (VJeflcnübcrftcffunft bcc^ (iJcrttötiMcftreibcr^ iu bcn St^rclbcnt alö f öftren: 
welcher jederzeit unser veraidter {^orichtsschreiber und kein ander . . Bein, wie dan in den 
commisionon un»er beambten schreibere weder gebraacht noch sie das freringste macht 
haben 8oll<*n, von den partheien anzunehmen. 0>AIi<^ unb SergtfdK 9}eätffpoli5eQ 
,Sufa^ f. 17. 

^f)I. oud): auch schreiber und notarien verlang ich, 

um meinen letzten willen aufzusetzen. 

® (Ritter, 14, 407 (aWoria ©tuort 1, 2). 

erst war er schreiber, und wie ihn ein patron nach dem andern fortjagte . . pfuscht er 
jetzt notaren und advocaten ins bandwerk. Q^o^fte 8, 200. 

' die natar . . f&hret die feder der Schreibern, sie hilfft den mahlem die färben 
reiben. ^i)?fUTfc ber ma^Icrrt 1, 9h:. 2ü (f. ^^7 ^SSettet); indessen bescheidet sich schreiber 
dieses ganz gem. SBielanb 20, 277, Dgl. ^935. 9, 1G99, 1700. 

3fbS. UL 14 



208 «. SBunberlt«, 

(1632) Ji 2. 6crivain Schreiber, un 6crivain, un auteur, ein uhr- 
schreiber, scriptor. nouöcou bicttonairc bu öo^ogcur (1703) 1, 375* 
(schriftverfasser, iin öcrivain, auteur, scriptor 2, 313*); Schreiber, 
un 6crivain, scriptor, un clerc, scriba. ebenba. Schreiber, un 6crivain, 
scriptor, imo scrittore SScncroni (1766) 148* (un clerc, scriba, uno 
scrivane. ebenba; schriftverfasser, un auteui*, scriptor, un autore o 
scrittore. cbcnba); Schreiber, T^crivain celui qui öcrit, bien ou mal. 
it. le copiste, le clerc Seaman (1784) 2, 754 (ä^nlic!^ noc^ 1811). 

$ie äSerbrängung btefer SBermenbung bed @ubftanttod @c^retber 
l^ängt mit anbern frembfprac^Itci^en 99i(bungen 5ufammen, bie in bie 
aRobe lantcn: Slutor unb Scribcnt: ogl. scriptor . . schriber, scribent 
iJrifiu^: (1541) 968. authores classici, angenommene und bewärte 
scribenten und leerer grifiug (1574) 148*. Buchschreiber, ein 
scribent, scriptor, autor Smmel, SKomcndotor 205; Schämte mich 
auch gar nicht, der einfalle, lügen und grillen der alten scri- 
benten und poeten Simpliciffimu^ @. 527 9?cubrud; Und was niüsto 
ich für zeit und gelegenheit haben, wenn ich alle die gelehrten 
frantzösischen scribenten, welche die mathematic, die physic, die 
sittenlehr und die hohen facultäten mit vielen unvergleichlichen 
schrifften ausgebutzet haben nur erzehlen wolte. Dieses kan ich 
unangemerkt nicht lassen, dasz sie aus einem überaus klugen ab- 
sehen nicht allein ihre wercke mehrentheils in frantzösischer 
spräche herausgeben; sondern auch den kern von denen lateinischen, 
griechischen ja auch nach gelegenheit teutschen autoren in ihre 
muttersprache übersetzen. &)t, Il^omafiu^, 9?on Stac^al^mung ber 
gronjofcn (1687;, 9?cubrud (S)cutj^c Sitteraturben!m.) @. 13; Aber 
was lateinische und gi'iechische scribenten beti'ifft cbcnba @. 1 7 ; 
einem erwachsenen jungen menschen, der nebst seiner mutter- 
sprache einen frantzösischen autoren vei'stimde @. 24; die zahl 
von guten autoren und denen so artige sachen verfertigten, sei 
unendlich ©. 27. auctor, scribent, autores classici, die besten la- 
.teinischen scribenten ©picfcr (1700) 1, 111*; autot, scribent 
SBci^mann 1, 96\ Ätrfrf) 1,128»» u. a.^ 

S)ic Scrbcutfc^ung fül^rte l^icr auf ba^ nur tjorübcrgcl^cnb gebrauchte 
@d)riftocrfa{jcr* unb auf bie oom Srfolg getragene SBilbung ©c^rift* 
jierier. 

S)iefem Sompofitum l^at @ombert, abgejel^en oon ftrittigen S^uq-- 
nifjen au^ Il^omajiug,' ben litterarifc^en ÖJebrauc^ juerft für ba^ 

* OJombcrt macht mid) auf bie SBUbunft ^rofonfcrtbent in ber 4. "?(uflaflc üon 
^affoiüij (^rtcc^. ?Bb. dKil) unb ouf btc Änrcbc ,,C'>crr ©cribent" aufmcrffam, bie bem 
©ertc^tcfdireiber in ^mmermannö SWünc^^aufen (1858) 4, 114 üom ^loffdjul^en fle- 
5oUt wirb. 

* XdiS SBort ift bei Seien ^\xtx\t belegt unb toirb oud^ t>on ^aßeborn flc= 
brout^t. 3?0l. aud) XißJb. i), 1750 fowie schrif tTerfasser, der concipient einer schrifft 
^eutfdj^cnflltfd^e« 2öb. (171G) 2. 1673, t>0l. oben baiS nouüeou 'Dtftionatre, ügl. 5Hrfd? 
2, 31811. 

■ «ßl. 9lei(^cr, Älelncd (»ottf(^eb^©b. (1902) 3. 50. 



©(^tlftftcacr. 209 

3a]^r 1728 narfigcmiefcn. SBcic^monn, bcr in her SJorrcbc jum 1. 85anbe 
jciner ^ocfic bcr Sliebcrfac^fcn (1720) noc!^ öon bcutfc^cn Schriften fpric^t, 
„die der arbeit ihrer (ber ^^anjofcn) scribenten wenigstens voll- 
kömlich gleichen", jc^rctbt in ber SSorrcbc jum 2. JBanb (1723): „so 
aber fällt es unsem meisten schrift-stellern fast unmöglich, 
andere von ihnen abweichende sätze ohne bitterkeit . . anzugreifen". 
3n ben SSertel^r eingefäl^rt mürbe bad 3Bort aber burc^ Sottfc^eb; 
ögl. Wiedrigen falls aber müssen sie es nicht übel nehmen, 
wenn diese gerechte kunstrichter mehr auf die gantze gelehrte 
weit, als auf einzelne, und zwar schlechte schriftsteiler sehen. 
SSorrebe 5ur erjien ausgäbe ber S)ic^tfunft 4*» (1730). Ich habe mir 
nunmehr einen grundrisz gemachet, auf dem ich künftig fort- 
arbeiten kann; wenn ich theils bei anderen Sprachlehrern gute 
anmerkungen finden, theils selbst in guten Schriftstellern etwas 
anmerken werde. Ich habe endlich darinnen . . den gelehrten 
sprachkennem unseres Vaterlandes entdecket nach was für regeln 
ich mich bisher im reden und schreiben gerichtet: so wie ich 
dieselben in den besten schriftsteilem voriger und jetziger zeiten 
beobachtet gefunden habe. SJorrebe jur erften Stufloge bcr beutfc^en 
@prad)funft. Die besten schriftsteiler eines volkes, werden 
durch den allgemeinen rühm, oder durch die stimmen der klügsten 
leser bekannt. Es dürfen aber diese scribenten nicht eben 
alle aus derselben landschaft gebürtig sein. (Sinlcitung jur ©proc^* 
fünft 1. 3l6jc^nitt § 5 unb fo and) oft bolb Scribent, balb ®d)xx^^ 
ftcHcr.i 

2ic SBörterbüc^cr folgen bicjem gcftetgerten ©ebrauc^c beg neuen 
€ubftanttod je nac^bem rafc^cr ober langfamcr nait). tyxx)6) fennt noc6 im 
3o^re 1741 nur bie au^ einer Sülicftjd^cn ?ßo(ijeiorbnung gefc^bpfte SBer^ 
toenbung in bcr Stan^Uxipxaä^t , bie Singnngg crmäl^nt mürbe (autor, der 
eineschrifft für andere aufsetzt 2, 227 b), t)om Httcrarifcften ®cbrau(^ 
bt^ äSorte^ mei^ er nic^tg. S)agcgcn finbcn mir fc^on 1743 bei 3^b(er 
im *^">. 93anb be^ Uniöcrfal'Scjilong: Scribenten, schrifftsteller, scrip- 
tores heissen alle diejenigen, welche schrifften oder bücher auf- 
gesetzt haben, es mögen nun solche schon im dnick erschienen 
sein oder noch in handschrifft liegen. Äbclung 2,274 vereinigt 
bereite beibe Angaben unb mertt eine engere unb eine meitcre SBcbcutung 
ön. 9(nberc bucl)en nur noc^ bie meitcre JBebeutung.* 

SScnn mir nun bcr 5^ö9^ ^öitftx treten, mic ficft bie ältere, engere 
unb bie jüngere, meitcre SJcrmcnbung gegen cinanber öcrl^altcn, unb ob 
i^r gcgcnfcitiged SScrl^ältnid nic^t in bcr Analogie ber ®ebrau(i)dformen 
Don Schreiber unb Scribent (og(. namcntlirf) S. 7, Stnm. 1) gcnü* 

* 3^0l. Quct) >Hei(^cl a. o. O. 

• S?0l. der Schriftsteller, die schrifstellerin, recrivain, TAuteur 3dUoon (IjHi) 

% 7>V>br aut«ur heisit auch, ein schiiftsteller, der Verfasser eines buches (17H9) 1, 174a: 
^crivain, beiszt auch der Schriftsteller, derjenige, welcher eiu buch schreibt 3(^10 an 
2, ^73a. 

14* 



210 $. SBunberlic«, 

genbe (SrHärung ftnbet, muffen mir guerft bie für bie ältere 93ermenbung 
biig^er beigebra^ten 85e(ege genauer in« Sluge faffen. * 

Nachdem biszweilen die supplicationes und klagen, antwort 
vnd andere schrifften, so vnformblich vnd vnuerständlich sein, . . 
als sollen f &r an . . den parteyen jhr notturfft formbverständtlich 
vnd beschaidenlich fir zebringen, aufferladen, vnd dieselbe anderer 
gestalt nit gehört, auch nach beschaffenheit jhrer vngebür, so wol 
auch jre rathgeber vnd schrifftsteller.. gestrafft werden, ^au 
rifc^e« Sanbrec^t (1616) 5. Wann aber die tägliche erfahrung zu- 
erkennen gibt, dasz etliche parteyen, theils ausz aignem mut- 
willen, theils ausz anhetzung jhrer aduocaten, procuratom, vnd 
anderer schriff tensteller, in vnzimmlichen sachen, vnd darinnen 
mit recht wissentlich nichts zu erhalten, allein zu verzug desz 
rechtens, und schaden jhres gegenteils, an den fürstl. hofrath 
oder regierungen frevenlich waigern, als sollen . . , nit allein die 
partei selber, sondern auch ihre advocaten, procuratores, und andere 
schrifftensteller mit . . straff angesehen werden. 85air. Üanbrec^t 
@. 87. ... jedoch bei solchen incidentibus einem jeden theil mehr 
nicht, dann zwei schrifften dergestalt gestattet werden, dasz in 
solchen incidentibus so wenig, als der hauptsachen selbst unnötige 
schrifftwechselung und weitläufftigkeit gestattet oder zugelassen . . 
sonsten die schrifften nicht angenehmen, und die schrifftsteller bei 
straff, nach ermessigung dafür angesehen werden. 3ü(tc^ unb 
®ergtfc^e Sanfele^^proce^'orbnung oon 1661 § 82, wie iheweilen die 
geringe unverständige, oder sonst zanksüchtige partheien in un- 
nötige und straffbare Weiterungen geführt . . darausz dann endlich 
newer streit, und injuri processen entstehen, und solches guten 
theils ausz ihrer advocaten und Schriftstellern ungeschicklig- 
keit, und bösen gewonheiten herrühret § 39 ; ja wohl gar vorange- 
regten unsem Verordnungen zuwider, gar anzüg- und taxirliche 
imputationes durch die schrifftstellere biszweilen eingerichtet 
werden, welches dann . . zu unverantwortlichen Wiederholung bereits 
decidirter Streitigkeiten . . gereichet. SJerorbnung $^t(ipj)SBi(]^eIm« 
öon 3ü(ic^ unb «erg 18. »oo. 1662. 

3roei SWomente ftnb an biefen SJeifpielen l^ertjor jul^cben : Srftend 
legen fie un« na^e, in bem neuen SJorte (Sc^riftftctler) eine @e(egen^citg* 
bilbung be§ bairifciien ^an2(eiftt(d gu erbliden, bie gunac^ft benachbarte 
ftaujteien in eben bem Sc^riftftüd erreichte, in bem fie angcmenbet mürbe. 
S)enn e§ ^anbett ftc^ immer um bie gleite @ac^e, bie in ben betrcffenben 
®eric^t«* unb ^rojefeorbnungen faft mit benfelben SBorten gea^nbet 

> ^tc Änflobcn oon Sc^mcHcr 2*, i'W fmb fummortfc^ unb lafTcn in 53ciU0 
auf blc gorm, btc ben ctniclncn aufgeführten i)cnfmä(crn onjic^ört, tm «Sttdi: Der 
schrifftsteller, tchrjffteniteller, scbrifftdichter, Verfasser von derlei Schriften, l'anbrec^t 
oon 1616 ®. 51. Ältere »atjreut^er ^ollicl^Drbn. «uflöburflcr ttnfd^lofl (3Konbat) öon 
1640^ die schriftenstöller (procaratores, notarii und Schriftsteller) betreffend Cgm 4905, 
^. 557. ^ie (e^ten beiben IBelege t^abi tc^ ntc^t nachprüfen fdnnen. 



©(^tlftfieaer. 211 

tDurbe. äSenn in biefen engeren ^reii^ anit) bte 93erorbnungen bed 
f^erjogd oon 3ült(^ unb S3erg fallen, fo barf mol^I baran erinnert merben, 
ba^ ^^ilipp Sßill^elm ber $fa(} ^^ 92euburgi{(!^en fiinie angel^örte. 
Snbere äl^nlic^e Orbnungen, bie bad gleiche SSerbot treffen, l^alten boc!^ 
bie neue 93Ubung fem, mie bie @ac^fen^9{tenburgif(!^e ^otice^ unb fianbei^^ 
orbnung oon 1671 unb bie Cl^urfürftt. ^ranbenburgifc^e ^rojejsorbnung 
öon 1686. S)q nun aurf) ein fo forgfältiger unb fcnntni^reic^er 85c** 
oboc^ter mie ©tieler in feinem SBörterbuc^e öon 1691 jmar bie S5il« 
bungen ©rieffteller unb Stebepeller, nic^t aber ©ci^riftfteller anmerft, 
fo barf man mol^I bid gu ber ^Beibringung neuer 3^ugniffe^ t)ennuten, 
ba^ bad fongleimägige ©ubftantü) nic^t meit über bie ©rengen feined 
^u^gang^gebieted gebrungen ift. 

3n)eiteng mufe betont werben, baft bie ©leirfifefeung öon ©c^rift^ 
fteöer mit 9?otariu^, ^rofurator, SIbtjofat aui^ ben betreffenben 85eleg^ 
ftellen erft gefolgert mürbe; in bem 3ufammen]^ang ber einjelnen 85eif})ie(e 
l^errfc^t anfangt mel^r ber Sl^aratter eined iRomen agentid t)or, boS fic^ 
enge an ein entfpreci^enbed ^erbum refp. eine SßortDerbinbung anlel^nt. 

^fir biefe Sßortoerbinbung Hegen nun an^ ber frä^neul^oc^beutf^en 
^criobe jal^Ireic^e Selege oor mit einer umfaffenben unb atigemeinen 
SBebeutung, bie ben ^u^gangdpuntt aUer ^ermenbungen bilbet. S)ie 
9ßortt)erbtnbung entfpringt ber Zijat^aäft, bag bad 83erbum fc^reiben 
t)ie( enger an bie medianijc^e @eite ber Sl^ätigteit gebunben blieb 
aU bie jugel^örigen @ubftantiobi(bungen. 32o bie geiftige ober fci^öpfe^ 
rifc^c ©eite betont merben foHte, l^aben mir jc^on in ben oben ange* 
fü{)rten ätteften SBelegen anbere SBerba: biegten,* prüefen, machen. 
3n ber frül^neul^oci^beutfc^en ^eriobe finb ed oor allen bie na^e Der« 
manbten SSerba fe^en unb ftetlen, bie in biefer 9lic^tung gerabeju 
jufammentreffen: die Wörter wol setzen, rächt und eigentlich aus- 
sprächen und auszkünden, verba recta foniiare, verba struere 
SWaaler iMO^; ein red wol setzen oder stellen, in ein rächte 
gstalt und Ordnung bringen, orationem conformare, ebenba; sein 
raeinung setzen oder stellen, sententiam suam ponere, 370 c, seine 
Ursachen nach Ordnung setzen und erzellen, describere rationes 
ebenba. ein red stellen und ordnen, orationem solutam struere 
381) c u. a. orationem solutam struere, ein red on reimen rüsten, 
oder schreiben, oder setzen J^ifiu!^ (1541) 1010 •*; verba stniere, 
ordenlich setzen, ebenba; componere . . zusammensetzen oder ordnen 

> ^on (^ombert fmb mir sn)ei neue Sclege unb ,)tüar aud bem Anfang bed 
IK. OiaöT^btd. nac^gemiefen morben^ oon benen ber etne idbitt Don 1701 in ^Tlc Zta^ 
tuten, ^rioUeflen unb Sonctionen bed i^anbed (Bd^Mcn*' 1, 807) in ben ftletcfien 3u- 
fammentjang gehört, iDo^renb ber anbere e^er für allgemeineren Q^ebraucb bti SBorted 
fpric^t: dasz alle schrilTtsteller und Sachwalter, wann sie etwas zu Obergeben haben, 
ihre bitte allemahl der ^schichtserzehlunr gem&sz einrichten, ^ifttationcabfdiieb beo 
ftaiferüc^n JHeic^^rammeröeric^tiJ ju Söe^lor 1713 bei <){• 0- Sdjmauft Äorpu^» ;^ur. 
publici (1774» 3. 1108. 

' ^g(. bnochtichter Verer 1, 3H7; t)g(. des procurierens, brieffdichtens and der* 
fleichen CE^urbranbenburgifdK ^rojeftorbnung oon 1()8S 3. 58; ogl. brieffdicbter in ber 
ieavreut^er Crbnung f. Sc^meder o. o. O. 



212 $. SBunberlic^, 

224; componere et struere verba, zusamen ordnen, oder ordenlich 
stellen, ebenba; rationem discribere, sine Ursachen nach Ordnung 
stellen und erzelen 322*». (Sin SRomcn agcnttg l^at l^icr jeborf) ju* 
n&i)^ nur setzen cnttotdclt: Autor., ui-secher, uffsetzer äßclbcr 
vocabular. predicantium (Strasburg 1486) fi. 4.^ SBie befonnt, l^at 
bte Sprache be$ neu auffommenben SSuc^brudergemerbed biefe^ Spornen 
ogentt^ gonj ifolicrt unb in bcr ©ebcutung öcrengert: setzer (bcr) com- 
positor; setzer in der bichtruckerey typotetha, SWaalcr 371*; 
setzer, der in der truckerey die buchstaben zusammen liset und 
wort drausz macht, ßulfiu§ (1616) 296*». <go treten fic^ ^eute 
©diriftfefeer* unb ©c^riftftettcr mit fc^roffem ©cgenfafe bcr ©ebeutung 
gegenüber unb bad alte ©ubftantio @e^er l^at ftc^ nur im Sompo^ 
jitum lonje^er bte allgemeinere SBebeutung bemal^rt. 

$em gegenüber jetd^net ftc^ bad SSerbum stellen burc^ bte größere 
9){anntgfa(tigtett ber einfc^lägigen 93erbtnbungen unb burd^ bie unoer^Itni^^» 
wiöfeiO^ ^äu^g!eit ber SSermenbung au^ : Ein ding in gewüsse haupt- 
stuck oder hauptartickel stellen und ordnen, in genera describere 
SDl^aater 386^; ein klag wider einen stellen und fürnemmen, in- 
stituere accusationem, ein kundtschafft stellen, testimoniura com- 
ponere, . . einschreiben oder in ein register stellen, in codicem re- 
ferre, conjicere in librum; etwas aufzeichnen, und in gschrifft 
stellen, literis committere aliquid; etwas in schrifft stellen, illinere 
chartis aliquid. 9Kao(er 386 c. 

Wer wott den plunder allen erzellen, 
Von wort zu wort in ein Ordnung stellen. 

9»^. manuti, ^zx miafefrämcr 3. 438. 

(Sine reic^l^oltige Slütenlefe ergiebt audi ber Sinblitf in bie ^ßroto- 
foöe, 93riefe, (Singoben, 95efc^merben unb SRepHIen, bie in bcm einen 3al^rc 
ber großen SBauernbemcgung (1525) gcroec^fctt mürben unb bie für bie 
Srroetterung be^ Äonjietftife jur lolalen Sc^riftfprac^e manche anfc^an^ 
jc^aulic^en JBelege barbieten : Item die gemaindeverordneten von Be- 
demow haben meine hem gepeten, das man inen 2 vom rat ziiegebe, 
damit siire beschwerd stellen kinden. au^ bem 9iat^protofofl ber 
JReicftSftabt 3)iemmingen 6. Sluguft 1525 bei Saumann, Sitten jur 
©efc^id^tc beg öauernlrieg« in Oberjc^roaben 39. In summa der 
Karelstatt ward nichtsz dest minder gemelten masson haimlich 
hie enthalten, wurden sein materien hie gestellt, geschrieben, 
getruckt und auszgetragen. « I^. Qwtx]el, bei Saumann, Queflen 

» Tic nicbcrlanbtfc^c Sprotte ^ot baö Subftontto Cpftctter, oßl. Concipist, schrift- 
opsteller «ramer, 2, lJ)Ob (1719». 

* ^(ftriftfc^cr tu jucrft in Äramcr»5 bcutft^ätoL Tlftton. (oon 1702) 2,772c 
belegt; oßl. X).©b. 10, 658. 

' 3301. Der tOfel nem die truckenresellen, 

Die alle ding in tütsch stellen. 
Das alt und nQwe testament. 

<n. aWonuet, 3?om ^abft unb fetner ^rlefterfc^aft 0. 268 bei »ac^tolb. >S. 43. 



©(^ftfteact. 213 

}ur &t\d)x6)tz be^ SBaucrnfrteg^ in ^Rotenburg 18. Etlich artickel 
uff ains erbern rats verpessern . . aim eussem rat furzutragen 
gestellt 41.* Vermainte protestatio!! . . in etliche artickel ge- 
steUt cbcnba. 116. Indess hett ein rat uff söliche schrift ain antwurt 
stellen lassen @. o7. Soliche obgemelte gestellte schrift war 
Steffan von Menzingens handschrift, aber auswendig dai'uff mit 
ainer andern handschrift geschrieben dise wort: „Es ist kain nutz" 
114. Pin ich zu derselbigen zeit von rats wegen verordnet worden, 
dasselbig begem, so in Schriften verfasst gewest ist, zu verlesen 
. . das hab ich . . getan, die schrift, wie sie gestellt ist verlesen. 
@. 572. Was dann ain rat mit denselben gutz darinen handien kind, 
erpieton si sich gut^villig, imd das der apt sein artickel, was er er- 
leiden kind, mitlerweil gestelt het in Schriften, 9J2emminger 9iat^* 
ptotofoll Don 1525 bei Saumann, Stftcn S. 38. Dess wurden sie 
da also ain pflicht, die in Schriften gefasst und gestellt were 
und inen vorgelesen wurd, hören und Inhalt derselben schwern 
%\). Q\r)tx]d bei Naumann, Cluellen jur ®e)c^irf)te be^ Sauemfrieg^ 
QU^ 3iotcnburg a. b. I. 550. Die verordontcn gemainer lantschaft 
liaben auch gesagt, das jnen not sei, auf meins gnedigen herm 
eingelegte antwurt ain replic zu stellen, und begeren darauf 
ain bedacht, der in von den underthedingem auch zugelaszen 
worden ist. Und als die gemaine lantschaft ir replic in geschrift 
gestolt, haben si dieselben den gutlichen underthedigem über- 
geben, die also, nachdem si die hören haben laszen, meins 
gnedigen heiTen von Kempten rete sich darinn zu ersehen auch 
uberantwurt ^rototoll be^ Obergünjburger lage^ öom 14. 3onuar 
1525 bei SBaumann, Slften S. 81. Als nun uff abgemelten samstag 
. . zu morgens fruw zu obgemelter ur bede inner und eusser rete 
in den grossen ratstuben . . zusamen kamen, tiugen Stephan von 
Menzingen (der dann handler, redner, heber und leger in diser 
sach war) auch andere des ausschusz verordnete ir instruction, 
die Menzingor in ain Schriften an die bawrn gestellt hette für 
bed rate. Xtf- S^ti^d bei JBaumann, Duellen 05; Und liesz ain 
rat demnach auch ain sondere instruction, welicher massen mit 
der pawrschaft zu handeln, sie auch für gut ansehe, stellen und 
begreifen, der mainung . . was sie dann clag, voi'derung oder be- 
schwernuss gegen aim rat betten, darum wollt inen ein erber rat 
vor dem kaiserlichen regiment . . rechtens pflegen, und sollt ieder 



Ich h&b'g gerechnet und fresteUt in xal 

Alle nutzunyr franz ufi gnOwiit Oberal. 42r). 

(lanror zu sin, hab ich erwellt 

fier stuck, und di inn frechrifft gestellt. 

i\ »uUtnöcr, VucTctto (i'jC (5*roeU. Srfjaufptclc bcö IG. i^am, 1, l;^2). 

' 3?0(. nämlich, wo sie die gestelten artickel nit annemend, so sife wol zu gedenken, 
dass lip nit früts im sinn habend. ^J^ S^anucI unb feine URitgcfanbten an ben diät su 
»cnt irj2J>. W' «öc^tolb ölnl. «. 48. 



214 $. SBunbetll«, 

tail sein dag und antwort nur in ain schritt stellen und 
übergeben, ebcnba 1, 66 u. o. 

(£d ergeben fic^ l^ieraud smei formen ber SSerbinbung, ie mi) ber 
SJebeutung unb ber j^ntaftifci^en gun'tton öon Schrift: etmad in Schrift 
ftellen unb eine Schrift ftellen. 2)ie erfte gorm erfc^merte bie 
S3t(bung eined iRonten agentid t)on t)ome]^eretn, abgefel^en baton, bog in 
ben junäc^ft angebogenen Quellen einerjeit^ ber Sigenname ober SBerufg^ 
titel (Pfarrer, ©d^ulmeifter, Slmntann, ©c^ultl^eife, ®ürgermeifter, 9iat, 
S)oftor, Äanjier, ©efretär, 9?otar, ®eric^t^{c^reiber) näl^er log, teilmeife 
noc^ bad alte (Subftantit) @(!^ reib er au^reic^te. 2)ie jmeite t^orm, in 
ber ©c^rift mit ber ®ebeutung ©c^riftftüi ba« Dbjeft be§ S3erbum2 bilbet, 
»ar ber ©ntmidlung eineg 9?omen agenti^* ungleirf) günftiger, fie ift auc^ 
biejenige gorm, bie bie anbere überlebt l^at: ein bawr begert an 
einen advocaten, dasz or ihm eine schrifft stellen solte. 3iJ^^9^^f 
«popl^tegnt. (16B9) 1,342. 

drum treibet mich mein sinn zu stellen eine schrifft . . 

mein denkmahl soll ein brief, ein blat sein. f$(eming 93. 

S)er Äanjlelftil mar e2, in beffen @nge unb SBerfnöc^erung bie 
@^riftform einer beutfc^en ©efc^äftdfprac^e jurüctfan! nac^ bem furjen 
Sluffc^mung, ben fie in ber l33auembeioegung burc^ bie äußeren ^n(ä{je 
fomo^( aU burc^ i^re 93erül^rung mit ber 'i^age^litteratur genommen 
^atte. S)iefer ^aniteiftil mugte einer @e(egen^ettdbilbungr mie mir fie 
in bem Stomen agentid erbliden bflrfen, an6) bie gleiche Snge ber 9)e« 
beutung aufbrUden, bie in bem 133e(ege aud 3intB^^f <^n bem Sßerbum 
Schrift stellen ju Sage tritt. 

SBo fidi ber ®efic^t^Irei^ aber ermeitcrte, mo ber ©egenftanb be§ 
©c^riftDerte^rd SBebeutung gemonn, mngte fic^ auc^ ber SorfteQung^inl^alt 
biefer ©elegenl^itdbilbung beben. Sine entfd^eibenbe ©teUung möchte ic^ 
in biefer ^inftc^t einem Söelege jumeifen, auf ben mic^ ®ombert auf* 
merifam mac^t. 3n ber ?lntmort bie Äaijer gerbinanb II. feinen ober* 
öfterreic^ifc^en Stäuben, auf bereu Sefc^merbefcftrift in Sachen ber 9te(igion3* 
freil^eit (1626) erteilte, l^ei^t e3 (iionborp 1,1557**): „Derowegen so 
lassens ihr Mai. bei ihrer . . resolution und . . patent . . verbleiben, 
Tvelchem sie die hemi supplioanten . . gehorsambst parirn . . werden, 
wie ihnen dann auch hiemit perpetuum silentium imponirt, und 
benebens anbefohlen wird, dasz sie hierüber in den nechsten 
tagen deren schrifftensteller zu J. M. ferneren Verordnung 
namhafft machen soll''. 

^ier ^aben mir bad au^gefproc^ene 92omen agenti^, ba^ bie meitere 
unb allgemeinere Sebeutung ber SSerbinbungen in ©c^rift ftellen, 

» 5^0l. btc ?(nfQ^e 5U einem ^Jiomen actlonU^: Es ist in dieser Ordnung kein recht- 
müssige sU'lIung cr^-h^lten 'Ol. ^J^^anuel, Xeftament ber !Dkffe. Sädnolb 3. 28l>; 
So dürfte manchen ehrlichen Deutschen . . einige geheime schriftstellnng, dahei concijiist 
und brieftr&ger aller verdachte und gefahr befreit, wohl zu statten kommen, ^utfcnfp 
Vat^mod ^Jlr. 12 U<>77). 



(Sc^riftfteaer. — O. 9e^ag§el, ^ie Stammformen bed SBorted Kein. 215 

@(^rtft [teilen meiter fül^rt, mäl^renb ba9 9[))peIIattD bie 93ebeutung 
fo fic^tbar oerengert l^atte. 9Son btefcm weiteren @cbraurf) unb öon ai)n\ 
liefen Scrmenbungcn an^ fonntc bai^ Subftanttö in bie litterarifc^e 83c^^ 
tüegung bc^ IH. ^al^rl^unbcrtg eintreten unb bort burt^ bie neugefc^affenen 
SBer{)ä(tni{fe einen neuen 93ebeutungdin]^a(t empfangen. 

Iro^ biejer 9KögIic^feit ift freiließ bie freie ?ßrägung unb 9Zeubi(bung 
be^ SBorte^ für ba^ 18. Sa^rl^unbert noc^ nici^t au^gefc^Ioffen. 83 rief*» 
fteder^ unb Slebe^eUer, mie fie bei ©tiefer belegt finb, einerfeit§ 
unb ©d)riftoerfaf jer (ögl. oben @. 208, ?lnm. 2) anbererfeit^ fönnen 
unmittelbar ju @et)atter geftanben l^aben. S)enn ber 9u9gang§punh für 
ben l^eutigen &ehxand) t)on ©c^riftfteQer liegt im 9torben, mä^renb bad 
ältere 3?omen agenti^ faft au^nal^m^lo^ fübbeutfc^ ift ober — genauer 
gefagt — auf bairifc^^öfterrcic^ijc^en Äanjleiftil jurüifül^rt. 



Die Stammformen hts UDortes klein. 

Son 
D. ©el^agl^el. 

2)ag SDeutf^e SBörterbuc!^ oertritt bie «nfci^auung (V, 1087), bo§ 
beim SBorte Hein brei Stammformen nebeneinanber lögen: kleine, 
klin unb klin, „ganj wie fonft beim ftarfen SSerbum". Äluge, St^* 
mo(. SBbrterbud^ •, 210, rechnet menigfteni^ mit jmei go^men; er fagt: 
„alemannifc^e 9Kunbarten weifen auf eine SRebenform al^b. *chlini". 
3)ie gleiche 3)ieinung l^egt ba^ Sc^weijerifc^e 3biotifon, III, 653; tjgl. 
au^ $aufö ©runbrißr^ I, 541. 

3)a6 eine Stammform klin ju irgenb einer 3^* beftanben l^at, 
wirb fieser gefteUt burc^ bie 93elege, bie bai^ S)^. bem baQerif(i)en 
SBörterbucft entnommen l^at, unb bie ba^r.^^öfterreic^ifrfjen Ouellen be^ 1 6., 
IT. Sal^r^^. angel^ören: verklienem, verklienerisch, auf das aller- 
klienest, ain Klieners, femer burc^ kline bei 85el^eim. ?luc6 a klin 
im Cberinntl^al beftätigt biefe Stammform ; benn fc^werlicft wirb man mit 
bem S)2B. barin eine alemannifc^e Sinwirtung feigen wollen. 3^^if^(^^ft 
ift bagegen bie Quantität be^ Stammt)otate in ben 9{eimbe(egen bed 2)9B. 
au^ älteren alemannifc^en Duellen. SSier öon il^nen entftammen be^ leufete 
9?e^, einer bem fiujerner Shujal^r^fpiel (9Kone, ©t^aufpiele II, 378); in 
beiben Cuellen aber wirb unbebenfli^ in auf In gereimt, ögl. 9Ze^ 627 : 
in: sin, ()53: win: sin, 1024: swin: gewin, 1282: sin: hin, 2052: 
sin: hin; Steujal^r^fpiel 82: ^esin: hin, = 86, 326: in: bin, 436: 



^g(. ^enifc^: ein sendbrieff schreiben, steUen 506. 



216 O. 8e^a0^el, 

sin: dahin, 809: sin: hin. Sbenfo mcnig läfet ^xü) ütoa^ fagcn über bie 
fiängc beg SSofol^ in clinot in ^l ®. bcr (Sncibe, cliniu in ber (Srlangcr 
§f. bc§ aicnncri^. §icr fönnte fogar ungenaue ©ci^reibung für ei öor^ 
liegen, ögl. SBein^olb, 9»^b. ©rontm.«, § 99. 

S)ad chli, ha^ l^eute in ben f(^mei5eri{(!^en 9J2unbarten gefproc^en 
mirb, l^ot mit bcr ©tammform klin- ni^tö ju t^un, bcnn chli i)at 
burc^aud ge{d)Ioffened i, mie mir Sl. @ocin freunblic^ mitteilt, unb biefed 
tonn nur an^ äherem i ]^ert)orgegangen fein; menn ml^b. hin im 9l(. ju 
ht mirb, fo ^at biefe^ offene^ i aufjumeifen. ^uc^ bad appenjelltf(|e 
chllnne Hein werben öerträgt fic!^ mit einer (äJrunbform klinen, mie 
mic^ mieber ©orin belel^rt, benn bort l^eigt ed anä) schinnen fc^einen 
unb minn mein. 

Die 83eifpiele au§ 2)ieffenbac^ : klyno jmeimal, klyn einmal, 
laffen auf klin fc^Iiefeen, boc^ mü^te bie ^^^^ngebung ber betr. SJoIa- 
bulare genauer belannt fein. 3)ag cimbrifd^e klain, ba^J ©ct)mefler, 6im* 
brifrfieg aSörterbuc^ 136b, anführt („neben kloan üblic^ für klein"), 
mügte notmenbig auf klin jurüdgel^en, menn man ganj juoerläjfig mügte, 
ba§ eS nic^t au^ fc^riftlic^en Quellen ftammt; benn biefe jeigcn gelegent* 
lic^ bo(!^ ©inflüffe ber l^b. ©d^riftfprac^e. 

S)a6 nun bie formen klein- unb klin- auf alte ©tammabftufung 
jurüigel^en, erfc^eint nic^t jmeifell^aft. ?lber mie oer^ält eg fiel) mit ber 
britten ®efta(t, mit klin-? ^d) l^abe oor einiger 3cit eine Il^atfac^e 
beobachtet, bie barauf fiic^t ju merfen fc^eint, in einem S)enlma(, ba3 
bem ba^r.^öfterreic^ifdien ©prac^gebiet angel^ört, bem SiaiSbucft oon ^and 
@eorg Srnftinger, ber in ben legten Sa^rjel^nten bei^ 16. 3al^r^iJ. feine 
tJal^rten unternommen unb befc^rieben \)at (l^gg. öon SBaltl^er al§ 
SBb. CXXXV ber öibliot^ef be^ Iiterarifrf)en herein«), ^ier fte^en auf 
@. 1 — 110 nid^t meniger al^ 74 JBelege unfcre^ Slbjeftiog. Unb jmar 
bietet ber ^ofitio 57 mal bie bipl^tl&ongifrfie ^ortn^ gemöl&nlid) mit ai 
gefc^riebcn: ©. 3, 8, 9 (ämeimal), 10, 13, 24, 28, 29, 33, 39 (jmei- 
mal), 42, 44, 45, 46, 48 (jmeimal), 49 (jmeimal), 51, 54 (jmeimat), 
57 (jmeimal), 58, 62, 65, 68 (oiermaQ, 69 (j^meimal), 78, 79, 80, 
81 (jmeimal), 82 (jmeimal), 83, 87, 88, 91, 97, 99 (breimal), 102, 
107, 108, 109, = 53 mal; fetten mit ei: 18, 87, 99 (die Klein- 
seiten, nämli^ oon ^rag), 103, = 4 mal; bie lefetere @efta(t ift ge* 
mife ni^ti^ anbere^ aU bie 5orm ber ©emeinfprac^e. 5)em gegenüber 
flehen öier SBelege mit ie, bie natürlich ältere^ klin- mibcrfpiegeln : 13: 
ain art der klienen schiff; 15: hat 9 grosse und vil kliener bilder; 
67: über 120 grob und kliener stückh (ogl. 68: mit grob und 
klainem geschütz); 108: dem klienen Lauffen. @anj anberg liegt 
bie ©acfte beim fiomparatio: ^ier ift ie bie Siegel, bie ic^ mit 10 ©teilen 
belegen lonn: 5: dem klienem garten; 21: die Instat, die kliener; 
29: den klieneren stat; 40: auf vilen grossem und klieneren 
inslen; 44: 8 andere carfunkl etwas kliener; 73: in der klienem 
statt; 88: darbey hats noch ain klieners thor; 102: dem jedes 



^ie Stammformen bed SBortei^ Clein. 217 

kliener als das andre ist; 102: mit vil grossem und klienem 
seulen; 108: das kliener thail der statt. 2)em gegenüber nur ein 
9e(eg mit ai: 78: das grosse thail der statt hat 6 stattthor und 
die klainere 3 thor; einer mit ei: 99: die klain statt Prag oder 
Kleinerseiten, mo mieber ganj beuttic^ nici^t ber 85rauc^ be^ ©c^rift* 
fteller^ jelbft, fonbern eine il^m überlieferte ©prac^form oorliegt 5)et 
einjige S3e(eg bed ©u)>er(atiud enbtic!^ jeigt ie: 21: die Ilzstatt ist die 
klienest. 

äBerfen mir je^t mieber einen 93(i(I auf bie 93elege au9 anberen 
bat)rtfc^en Cuellen, bie ©c^meOer beigebrad)t i)ai, \o jeigt fic^, ba^ fie 
audj(^{ie§(ic^ ^omparation^formen ober Ableitungen bak)on entl^alten. 
%\idj im fdjmeiserifc^en Sbiotilon glaubte ic!^ eine 3«rtang eine Änbeutung 
bafür 5u entbecfen, bag ber ^omparatit) anberd bel^anbelt merbe, ald ber 
^ofitio; eg mirb bort HI, 654 SJobion al^ ©emä^riJmann genannt mit 
bem 3ufafe: „klyner neben klein-". Slflein eine SInfroge, bie §err 
^rofeffor Sac^mann mit großer fiieben^mürbigfeit beantwortete, l^at tt^ 
geben, baß biefe Slcu^erung irrcfül^renb mar, unb bafe auc^ in ben f^rift* 
Iid)en alem. Selegen beS SBorte^ klein nichts auf bie ©tammform klin- 
meift, bie fomit auf bad 93aQrtj(^e befc^ränft fc^eint. 

Unb jmar barf man nun mol^I annehmen, bag in einer 3^it, bie 
nic^t meit hinter Smftingerd dtax^bwü) jurüdtiegt, bem ^ofitio bie ^orm 
mit ei, bem ^omparatit) unb ©uperlatit) bie ^orm mit i jutam. 9J2an 
tonnte geneigt fein, in biejer 93ertei(ung einen iRac^tlang inbogermanifc^er 
SBetonung^oerl^ältniffe ju finben. Slfiein ma^ mir fonft über bie 85e* 
tonung ber ftom})arationi^ftufen im Snbogcrm. miffen, bietet bafür 
feinerlei ©tüfee (ogl. SBrugmannS ©runbrife II, 400). J^rner märe eS 
!oum JU begreifen, mie fid^ in biejem oereinjelten 93eifpiel bie ?lbftufung 
in urfprünglic^er Verteilung fo lange follte erl^alten l^aben, mo boc^ feit 
alter 3«* bie noc^ beftel^enben Unterfc^iebe jmifc^en ^ofitio unb Som- 
paratio ausgeglichen maren. (Sine folc^e @r|a(tung ift um fo menigec 
mal^rfc^einli^, aU bei ber urjprünglic^en SBebeutung be« 2Borte8 klein 
ber 51'omparatit) oerJ^äUnidmäBig feiten fein mu^te, alfo menig Anl^alt 
im @ebäc^tniS bejag. 

^olgli^ mug bie ©onberftellung t)on Jtomparatio unb ©uperlatiti 
jüngeren Urfprung l^aben, einem fpäteren Sautmanbet il^r Dajein oer* 
banfen: oor bem ©uffi^ bei^ Komparation unb ©uperlatiod ift ei, ber 
©tammootal ber überlangen ©Übe, in bie einfädle itürje gemanbelt 
morben, bie bann fpäter mieber in offene ©i(be geraten unb ^el^nung 
erfal^ren tonnte. Qalilxüd)t munbartlic^e SBelege für biefe Srfc^einung 
l^at ?ßau( gegeben, JBeitr. IX, 127 unb 129, unter benen auc^ bie 
©teigerungSformen tjon klein nic^t fel&len. 3n ber gleichen SBeife ift 
bann auc^ ba3 äbjettio klinzig (f. 3)833. V, 1200) a\i^ kleinzig burd^ 
jlürjung entftanben. 

3n einem $untt aOerbingd meici^t unfere (Srfc^etnung t)on ben 99e« 
legen bei $au( ab: in ben mb. unb nb. äRunborten, au9 benen $aul 



218 O. ^tffa^fftl, 

feine Setfpiele entnimmt, jeigen bie @teigerungdformen bon klein ein e, 
lein i; ed liegt eben tooijH überall bereitiS bie monof^l^tl^ongierte t^orm klen 
iu ©ninbe. (Sine fixere ba^rifc^e ^aroMe für ben SEBanbel t)on ei ju i 
tm^ xd) nic^t beijubringen. ^in; ald ftofeform t)on ^ einrieb ift 
tool^I laum im ba^rifc^en ©ebiete l^eimifc^. S)Qd auc^ fübbeutfc^e SÜb^ 
jeltit) winzig qu^ wenzig belegt menigftend bie 92eigung fold^er @ilben 
für i. SBenn neben winzig in onberen SWunbarten eine fjorm wtmzig 
auftritt (f. ^(uge q. q. O. 429), fo ]pnä)t bad nic^t notmenbig gegen 
bie eben gegebene S)eutung bed SSorted: in meiner ^eimat befte|t aud^ 
ein kleinwiitzig, unb winzig fönnte ^xä)' mit wutzig ju wunzig öer^ 
mifd^t l^oben. 

äBoHte man bod 1 t)on ba^r. kliner qu^ kliner entftel^en (äffen, 
n)Qd lautlid^ unanftögig märe, fo bliebe bie SSerteilung t)on ei unb i 
auf ^ofitit) unb ßom^oratit) töllig buntel. 



Mt%t = leu^tferttged Wetbdbtlb. 

!6on 
O. 93e^Qg]^er. 

3)ie SBelege für Metze im Sinne öon meretrix fc^einen nici^t über 
ia^ 15. Sal^rl^. l^inoufjureic^en. lieber einen mefent(i^ älteren 9e(eg 
l^aben mol^I fd^on SSiele ^inmeggelefen. (£r ftel^t bei teinem geringeren 
old SEBoIfram t)on Sfci^enbod^, freilici^ nid^t in befonberen @c^riftieici^en 
niebergelegt, aber bod^ beutlicb genug ertennbar. 

SSifle^orm 152, 128 Reifet e^: 

dem marcräven zorn gebot, 

daz er dennoch sine swester schalt, 

diu etswä unschulde enkalt. 

3)en SBortlout biefer Sci^elte mitjuteilen, verbietet SBotfram ber 
l^öftfc^e Snftanb. %ber, mad lein ^nberer gemagt l^ätte, auf einem 
Ummeg Denät und bennoci^ ber gro^e ^umorift, toai er ju Derfd^meigen 
f d^eint : 

die minne veil hänt, diu wtp, 

roemscher köneginne llp 

wart dick nach in benennet: 

die namen het ich bekennet, 

ob ich die wolte vor iu sagen: 

nu muoz ich si durch zucht verdagen. 



Vttiit = leic^tfertified »eibdbUb. 219 

2)Qd @c^elttoort, hai ber SRartgraf gebraucht Ifat, ift alfo ein 
fo((^ed, bad iugleic^ ben 9lamen römifd^ier l^ntginnen gebilbet l^at: ba(^ 
tonn nichts anbered ald metze fein, bai ja betanntlic^ fiofeform für 
Watyübt ift. t^reiü^ ^at ed bid auf bie Sioge äSoIframd bIo| eine 
9Rat^t(be gegeben, bie ©ema^Iin eined römifci^en ^önigd gemefen \% bie 
6(entQ]^Itn ^etnri^d V. äßenn SEBoIfrant an fie aDein gebac^t l^ätte, fo 
märe bad ^ort bide t)on fel^r ^metfel^after SSered^tigung, obgleid^ man 
e^ mit folci^en 2)i(i^tenDorten nid^t aDju genau nel^men barf (t)g(. bie 
Sinleihing ju meiner ^[udgabe ber Sneibe, @. CLXI). Unmögli^ »are 
ed nic^t, auf SRatl^ilbe, bie ®ema]^Iin ^inric^d I., ju toermeifen; benn 
fär äßoiiframd SSorfteUung tonnten bie !J3egriffe bed römijc^en unb bt» 
beutfd^en Sönigd iufammenfallen. Slber tovlt^ foUte SEBoIfram t)on biefer 
fi^unbe getommen fein? Sßeit mal^rfd^einlic^er ift ein ^[nbered. SSenn 
auc^ bte ©efc^tc^te felber tetne weitere römifc^e ^nigin bed ^Ramend 
tennt, fo gab ed bod^ ein ©efd^ic^tdbuc^, bad t)on einer fold^en ju be» 
richten mugte: bie ^aiferd^ronit. ^ier l^igt ed 1219: 

ein buoch saget uns sus: 
daz riebe besaz Faustinjänus. 
FaustinjAnus nam ein wip, 
diu was im sam der lip: 
Mäbtbilt biez diu frowe. 

92ic^td fte^t im 9S3ege, anjunel^men, bag SBoIfram aud biefer @telle 
feine ßenntnid Don einer weiteren töniglid^en 9){at^ilbe gefc^5f)ft l^at. 



Betttage ;ttt oetgletc^ettbett Bebetttttngdle^te. 

@. Singer. 

93et ber Aufarbeitung einer Anjeige bed 93u(!^e^ Don SBaag (9e« 
beutung^entmidlung unfereg S33ortj(i^afee«, fial^r i. 8. 1901) ftct e« mir 
auf, bag bie ®ef(|id)te ber 93ebeutung einer großen Anjal^I Don SBoiten 
baburc^ eine ungenügenbe fei, bafe ber SSerfaffer bie SBorte ber beutfci^en 
©pra^e ifoliert betrati^tet, ol^ne auf bie j)araKeIen Sebeutung^entmidtungen 
in ben anberen ©f^rad^en, bie bie beutf(f)e !ulturell beeinflußt l^aben, 
JRüdfic^t ju nel^mcUr obmo^t il^m felbft, mie er @. Ylll mitteilt, folci^e 
parallelen aufgefallen »aren. ^i) fal^ mid^ bann in ben SBörterbücf)em 
um, bie, mie Dor aQem ba^ $aulfd)e, bie ©efd^id^te ber 93ebeutungen 
Derfolgen, unb fanb bort benfelben 9Range(. SSSertDoHe SOtaterialien 
fanben fid) freiließ an Derjcf)iebenen Orten, fo in SBerfen, bie bie ®e* 
fci^idite ber (Sj)rad|reinigung bel^anbeln, ober in SDlonograpl^ien, mie bie 
Siaumer^ über ben (Sinflu^ be^ Gl^riftentum^ auf bie al^b. ©praci^e — 
intereffantc Semerhmgen fanben fidi ba unb bort Derftreut bei Derfdiicbenen 
Autoren, benen merfmürbige Ä^nlici^fciten smifc^en 2)eutfci^ unb 5i^an* 
jöfifd^ aufgefallen marcn, dScouvrir unb entbeden, tirer fe nn unb 
ben SBein abjiel^en. — 9J?antI|eg berartige »irb mir mol^t entgangen 
fein, aber im ^ufcmtmenl^ange fd^eint mir ba^ Problem nod^ nirgenbd 
bel^anbelt. Unb boc^ lann man, fodte ic!^ glauben, leine n)iffenfd)aft(ic^e 
83cbeutungggefcf)icf)te fdjreiben, beDor man fic^ mi)i ber SBicf)tig!eit ber 
Sebeutung^entlel^nung bemüht gemorben ift, fo menig, ald man eine 
SBortgefd)i(i^te fd)reiben fönnte, ol^ne ju miffen, ba§ Sater mit j>a^^ 
urDermanbt, ^ßapa mit lat 2^1^ jufäKig übereinftimmenb, ^funb aber 
aud pondo entleiht ift. 

®erabe fo berul^t bie Übereinftimmung ber urDermanbten SBörter 
aud^ in ber ®ebeutung auf UrDcrmanbtfc^aft, unb jmar ^aben fie mand^mal 
bereite in ber ä^i* gemcinfd^aftlicl^en ©prati^Ieben^ Derfc^iebene Scbeu* 
tungen cntmidelt, mie etma bag S^erbum fubftantiDum bie ber Gj:iften5, 
ber Gopula, bc^ ^tujiliar^, ba« SJerbum l^aben bie Don „l^alten" unb 
„befi^en". SBenn anbererjeit^ im Sateinifdicn (simjjlex, duplex etc.) 
unb im 2)cutjc^en (cinfalt, jmiefalt 2c.) ein Don einem „galten" beben* 
tenbcn Stamm abgeleitete^ ÄbjeftiD bie gunftion erl^ält, bie SSerDieU 
fad^ung^jal^tmorte ju bilben, fo ift ba§ fi^er ein jufäHige^ 3")ö"^i"cn' 



Mittage sur oergleic^nben 8eteutun0dte^re. 221 

treffen. SBenn ober enblid^ ba^ eine biefer SBorte (simplex, ein f alt) 
auf bad geiftige Gebiet übertragen tPtrb, fo mtffen mir, bag bad freiließ 
an fic^ mieber fe^r mol^t fpontane Übereinftimmung fein tonnte, bag ia^ 
aber in biejem ^ade nid^t anjunel^nten ift, meit und ber Vermittler biefer 
93ebeutungen in ber ©prad^e ber ^rebigt, bie fo g^nte t)on ber sancta 
mnplicitas, ber ^eiligen Ginfatt fpric^t, bor Äugen liegt. SBir miffen 
ferner, baß in ganj Suropa bie JBebeutung biefed SBorted simplex (franj. 
engl, simple) betertorierte, mir miffen, bafe ®eutf erlaub biefe ^Deterioration 
bed QJrunbmorted nic^t fremb blieb (man beute an ben Simplicius be9 
17. 3[^bt^., an unfer Simpel, öerfimpeln), e« erfdjeint und bagegen 
au^gej^lofjen, ba§ unjer ei nf a(t feine 93ebeutung unabl^ängig baDon foUte 
Derfd^te^tert l^aben, jo fel^r bied an fic^ auc^ mögtid^ märe. Sin folc^ed 
Söeitcrleben eined fiel^nroorted mit feinem ©runbmort tennen mir auc^ 
fonft f. u. fein, nerDöd; man mu^ l^ier nid^t t)on abermaliger Sntlel^^ 
nung bed 9Borted reben (fin l^ätte ja nac^ ber ®unierung entlehnt nl^b. 
fieti ergeben), fonbem allenfalls öon neuer Sebeutungdentlel^nung , am 
beften oon fortbauernber SJerbinbung. 

©ine bejonbere GJruppe biefer „Sebeutungdlel^nmbrter", mie ic^ fie 
nennen möä)te, finb bie „Silbungdlel^nmörter", bie, ald Überfe^ung eined 
fremben äBorted gefc^affen, badfelbe auc^ in ber Art feiner 93ilbung nad^< 
a^mcn. Solche finb bad genannte dicouvrir = entbeden, impressio = 
Ginbrud, expressio = Studbrurf, bad t)om «Herausgeber biefer 3M^^- fo 
einleud)tenb bel^anbelte fiostalgin = ^eimmel^ u. a. m. 8uc^ |ier mirb 
eS Don 9?orteil fein, menn mir und ber tulturetlen Ginflüffe erinnern, 
bie Don ba ober bort auf bie beutfd^e jtultur in äBiffenfcf)aft unb ^unft, 
^anbel unb ®emerbe, 3){obe^ unb Q^efeUfc^aftSton ausgeübt mürben. 
An fic^ mürbe bie SBebeutung beS SBorteS „tief" in ber SJerbinbung ein 
„tiefer Saft" fid^ fel^r mol^l auS ber OrunbbeDeutung entmidfeln laffen; 
boc^ merben mir eS ooriiel^en, bie ^iß^rafe als Überfe^ung eines busso 
profondo aufjufaffen, menn mir unS ber mcitreidjenben Ginmirtung ber 
italienif(l)cn 3)iu|it unb ©angeStunft auf bie beutft^e erinnern. 3d) möchte 
bel^aupten, baß lebe bebeutenbere ^ulturübertragung fo gut mie in ^el^n^* 
mortem auc^ in fold^en Überfe^ungen * il^re Spuren surürfgelaffen l^at, 
unb baB fid) gerabe fo gut mie über bie beutfc^e j^ultur im Spiegel beS 
beutfd)en iie^nmortS eine folc^e über biefelbe im Spiegel beS SebeutungS* 
unb Ji8ilbungSlel)nmorteS fd)reiben ließe. 

Äeine abgcfc^loffcnc Unterfucbunij, nur eine Jöeifpielfammlung ju 
ben eben auSgefüt)rten @eban!en foll baS e^olgenbe bieten, unb ic^ fci)eue 
mic^ babei nid)t, etmaS ,f)albeS ju geben. Über il^r jufälligeS 3uftönbe* 
tommen ^abe ic^ fcf)on gefproc()en: fie berul^t l^auptfäd^lic^, maS id^ auS« 

' Xteiclbc fQitn noiürlicb münbllc^ ober litterortf* erfolpcn. ©enn eine foIf(^ 
Ubcrc^unfl fid) burd^fc^t, fo loirft nc eben fo fprot^bilbenb wie bie feltpc -fatfdje Üna- 
üHiiC. ^^n einem J^eulUeion ber „'')U\xtx{ freien ^Jreffe" oom a aWör^ IHÜÖ lefe id) oon 
ber „f(6iueb(fd):amenfanifd»en üolonie tht orereotMer .,, lotc ibre ^itflUeber fidt tim-- 
lieren, loeil fie, lole He faßen, über aü bie 2elbftfud)t ber cieltlldifelt fommen tt>oaen^ 
fBenn bo* ftd? etwa burc^feft, fo^oben wirinnät^ficr 3eit^übertommcn*'ftatt ^übf^ulnben^ 



222 ®. etngcr, 

brüdKci^ l^etDorl^ebe, auf ben Sammlungen SEBaagd, bie unter eine ah* 
fid^tltd) einfeittge ^eleuci^tung gerfictt unb burd^ gerabe {ur ^anb Siegenbed 
üermel^rt mürben. Überfe^ungen öon ©j)rid|mörtern mie manus manum 
lavat 2c. mürben fo meit ald mögüc^ au^gefc^Ioffen. 

Sine f^ftematifc^e Unterfuc^ung l^ätte junöc^ft bie ganje Überfe^ungd^ 
litteratur Dom SUtl^oci^beutjci^en an (Dg(. ^eQe, ^unftau^brüde in 92otterd 
JBoet^iug) mit ©injfci^tufe ber freieren ^Bearbeitungen (bie ml^b. ^ßrebigten 
unb diomane) bid in bie neuefte 3^it hinauf ju verfolgen, ^ie einjelnen 
SBiffenfd^aft^:» unb SebenSgebiete (ihlnfte, ^anbel unb ©emerbe) mären 
einjeln öorjunel^men. %vix bie SWebijin mirb etma^bfter^ groM Äran!l^eit^=» 
namenbuci^, für bie iRaturmiffenfci^aften 9temni^^ ^ol^glottenle^üon ber 
Katurgefc^id^te unb SRoKanbS Flore populaire, für bie Suri^prubenj ba§ 
im Sntftel^en begriffene t)on ber 93erliner 9{!abemie unternommene beutfci^e 
dtec^temörterbud) reici^Iid^ed 30tateria( liefern. Sluci^ eine Unterfuci)ung 
nac^ 9Bortgrupf)en grammatijci^er Srt (t)gl. ^olji^n, @tubien jur ©efd^. 
bed ^eminutit)^ im Seutfc^en) mag einiget 9iefu(tat liefern. @ine ^urc^^ 
mufterung bed mittedateinifci^en SBortfc^a^ed an ber ^anb eigner fieltüre 
mit äSeijiel^ung Don Sucanged fie^!on mirb e^ geftatten, genauer, aU ed 
im folgenben gefci^el^en ift, ben.@inf(ug ber (ateinifc^en ^eltfprad^e bed 
SRittelalterd unb ber fransöfifc^en ^of« unb @efelljd)aft^fprad)e ju fci^eiben, 
auc^ für bie Seeinffuffung ber Sebeutung mitteUatcinifd)er SBorte 
bur^ bie $u(gärfpra(^en ober ha^ umgele|rte 33erl^ä(tni^ glaubhafte 
Kriterien aufsujtellen. %x6) bag fcf)mierige Problem ber öeeinffuffung 
ber germanif^en |S)iaIefte unterein anber, ;bag Don nieber(änbijcf|cr (f. te 
SBinfel, ®runbr. b. germ. ^^itol. I*, 917) unb jfanbinaDijc^er Seite 
(f. %I fiod, oni sprakets föräadring, ©öteborg 1896 S. 152 ff.; fein 
öfversättningdän entfprict)t meinem „Silbung^le^nmort") fcfion ange* 
fd^nitten morben ift, märe nun auci^ Don Seite ber beutfd)en Sprad^e 
oud iie(bemugt ju Derfolgen. 

Sc^uc^arbt l^at in feinem geiftreici)en SffaQ „@(aDobeut)d^e^ unb 
©laDoitalienifc^e^" (®ra} 1885) ^auptfäc^Kc^ bie Slbmeid^unacn Dom 
gemeinen @praci)gebraud^ l^üben unb brüben im ^uge gel^abt. Slber aud^ 
in biefem felbft fiuben fic^ maffen^afte Übereinftimmungen, bie meber auf 
3ufaII nod^ auf UrDermanbtfd^aft jurüdfgefübrt merben tonnen, mancf)ed 
aber auf gleiche ®eiftedanlage, Dielet auf @nt(el^nung. 3c^ merbe einiget 
beibringen, o^ne irgenb einen Snfprud) auf SSonftänbigteit, mad id^ mir 
gerabe bei meiner ruffifd^en fiettüre notiert l^abe, obmol^t id) meig, ba^ 
ber 3ufammenl^ang be§ ^eutfc^en unb Stuffif^en nur teilmeije ein biretter, 
teilmeife ein burc^ bie meftlid^en flaDifc^en Sprachen Dermtttelter ift. 

Slbenbma^(,aufbad^eUt0e6ef4ränft: ^bftanb (Chttfemung) otstojanie, 

eena, dne. oblongen d^pendre. 

Äbfürjung Übcrfcftt Abbreviatur, obftofeen repousser, ottolknuf, 

^t^aht (<Steuer), podat*. «Ätung, Äufmerffamfelt, ^efpect: 

abge^oaen fpe^ieU ^prad)gebrau(^ bed reapect us, respect. 

18. 3^td.: abgtract. ^bzxim&t^ttin, ^oi^l v€na,vein€,iila. 



i^eiträge sur oerglelc^nben Sebeutungi^Ie^re. 



223 



Slffe, fRau^dj, ital. monna, bertaccia, 
scimmia, fpan. tnona, tfd)e(^. optc« 

(3ct)uc^arb, <^Iat)obcutf4ed @. 95). 
a(Imäcf)tig überfefet omnipotem, 
allmeß (m^b., btaleftifd)) tuttavia. 
alt, pieuj-; eilte alte Jungfer, une m- 

eitle fiiie ; ein alter ©eljfragen, 

(BdiW&^tt, un vieil avare, un vieux 

t'odoteur (fonn man aud) auf einen 
gan^ jungen SD^cnfd)en fagen); ble 
^\xit alte 3^^^/ ^* ^^'* «?t>Mj: temps; 
mein ^Iterl lieber ^Itcr! mon vieux f 

mon eher rieux (o^ne JHücfflcfjt OUf bod 

ipirfli(f)e Filter Itebfofenb gebraucht). 
^Ältcfter ift Überfe^ung beö blbllfcften 

tfenior iDgl. Htaroata), Wie OUC^ O^b. 

A/ri/Y>, $)err nld)t8 anbercö Ift atö 
Überfeljunfl bon senior, öon mel(ftcm 
ÄomparatiD au« bereit« im 9C^b. ber 
^}yoi\t\\) her, urfprünglicf) grau, alt, 
feine jc^ige ^ebeutung angenommen 
I)at: f. u. Qünger. — Slltertum 

übcrfcQt atituiuUaSf antiquit^, mle 
I'httelaltcr metliumaecum y moyen 

9(mt gottc^bienftlic^ : Überfettung bon 

miniHterium, officium (fr^. Office), 

anbeten überlebt adorare, 

51 n beuten 2>(x6)z, bie jum %wt, ge« 

geben rourbe, sourenir. 
21 n f ü b r u n g ö 5 e l c^ e n übcrf e^t sigti um 

cif(ifionif<. 

Eingabe (arrlia), zwiatok, 

21 n g ft ift entioeber au« bcm lat. angustuB 
m bev iBebeutiuig „Verlegenheit, Ü'lot« 
läge" entlehnt, ober bod) In feiner 
33ebeutung becinflufit (in 9(ngft fein 

= in atufUHtiiü ejtse\. 

Einlage, Talent rooftl Überfefeung bou 

ditfjxjsitiOf dispositioiiy mit WUU^UUg 

bcö bereit« bcftc^cnben 3öorte«. 
?lnmcrfung überfe|jt nota. 
aufd)nelben eine Sr^age, entamer une 

t/uentiofi. 

aufdimärjcn, noircir. 
a n ft ä n b i g , printojnijj, 
'^(pf elf ine übcrfe^t ixtmme de Sine 

-S^luge Cft. üöJb. f. D.). 
?( r b e i t urfprünglic^e 93ebcutung „3Wü§» 

fal", ögl. labor. 
5(rm eine« fjluffe«, bras d'un fleuve; 

cineö yebnttu^le« d'un fauteuil, 
Sluferfte^n ftberfeöt Murgere, re^ur- 

f/ere, avil, de mortuin, {tcoztfiawat') ; 

xUufcrftcbung, "Jlufftanb resur- 
rectiOj renurrection, tcoztftanie. 



OUf geben htn Qbt\\i, reddere animam 
cctlOf reddere animas, rendre Vdme, 
l'esprit, otdat* Bo^u duäu; Slufgabc, 
sadaischa. 

^uffal^rt überfe^t ascensio, 

auf gebt afen, enfld, naduiip. 

Auflage, (Steuer, überfe^t imp^, mit 
93enu(}ung bc« altern „auffegen", ög[. 

nalog, naloienie. 
9lugc an ^^flan^en, oculm, ceil; am 
^fauenfc^manje, oculus; auf ber 
(Suppe, Im Räfe, oeil; bor, unter 
ben migen ^emanbc«, ante, sub 

oculiSf depüfUf aous les yeux; ein 

^uge auf etma« luerfcn, adicere 

oculum alicui rei, oculos ad aliquid; 

©nem ble 8lugen öffnen, aperire 
oculos; etma« bor Äugen öabcn, 

habere ante oculos aliquid; (^nem 
ble 9(ugen jubr liefen, premere oculos; 
@lnem mit bcn Äugen folgen, pro- 
sequialiquem oculis; bor Äugen fielen, 
Stare ante oculos; (^inem Äugen 

mad)en, faire des yeux ä quelqu*un; 
unter bier Äugen, entre quatre yeux; 
Äugenblirf, cHn d'ceiL 
au«be5ncn, ext ender e, Äu«be^nung, 
extensio In mlffenfcf)aftlld)er $:ermlno« 
logie buvd) ba^ iateinlf(f)e ^ort be« 
einflußt. 

Ä U « b r u (f , expressio, expression ; au«« 
brücfen, exprimere, exprimer, 

Äu«gang, tdbfld)er: exitus lethalis, 

ausgemergelt fteüt SHuge dt, 533b. 
5. Auflage f. b, „mergeln* m 
,Tlaxt\ Ölebld) ^.33. 33eitr. 23, 223 
^n .aJlerger, «luge (>. Aufl. ^u 
belben; e« fönnte mit marcor, mar- 
cidus urbenoanbt fein, ift aber jeben* 
fall« al« mebiclnifdier ^erminu« 
(9iemnid), Loxicon nosologicum) ba» 
burd) beeinfluf^t. 

au«einanbcrfe^en, au«legen, ex- 
ponere; Äu«einanberfetjung, Äu«» 

legung, expositio, exegesis. 
ÄU«fuÖr Export; (Jinfuftr ImpoH; 
^urd)ful)r Transport. 

au«net)men excipere; ausgenommen, 

excepto; ÄuÖna^me exceptio. 
Äu«rufung«5eld&cn überfe^jt cx- 

clamatio. 
au«fd)lte6en excludere^ exclure; 

Äu«fd)luB, Äu«fd)lieBung exclusio, 

exclusion. 
aufterfid)fein ^Eiardvai, icychodifiz 

sebja. 



,Sfl>2j». 111. 



15 



224 



S. Singer, 



8(udfteIIung überfe^t expasUion 
(wystawka). 



Qnn, %Stthoi, Vx&}\\6)t (Btrafe, t)g(. 

interdictum. 

©an!, Söec^felbanf, banco, hanc. 
batml^crälg, misericora; ©arm* 
l^^igfeit miaericordia, 

©art, eined ©ud)fta6end, baS beim 
(Stiegen an ben köpfen angef(^o{fene 
Tltiaü: barbe, petites in^galit^s 
qui restent ä certains ouvrages de 
m^tal; über ben CHnflug ber franA. 
Drucferfprac^e auf bie beutfc^e f. 
Älena ©. XXI ff. 

Saud) cineß ©efäßeö, vetUer^ venire. 

befriebigen einen ©(öubiger, pacare, 

(pagare, payer). 
begabt, dotatus, dou4f odarSnnyj, 

begleiten, urfprüngUc^ ,;ben ^eg 
geigen", xo\t conduire, mad)t bcffen 
(^öfifc^) ©ebentungdentmicflung ^u 
.mit @inem gelten* mit, mofur 
ml^b. 5unöd)ft ba^ f^rembmort can- 
dewieren, befcbtönit ftd) bann auf 
bie (entere ©cbeutung; murtfaUfd) 
accompagner nad) <Sd)önoid) 9{eo[og. 
Wy. 45,30 ein (^aUicimud (^Jf^itteilung 
Seainef«). 

begreifen comprehendere, compren- 
dre, f äffen, saisir; fö^ig, capable 
(bgl. nod) m^b. vememen, ruff. 
ponjaf) — jeigen alle ben gleichen 
©ebeutungdübergang roo^l t)om lat. 
refp. mitteUat. an. 

bel^ alten etmad, Tid) etmad mercfen, 

retinerey retenir, 
©eid)te, bigiht überfe^t confesaio, 
©eifi^er überfe^t Assessor, 
©efcl^rung überfe^jt cbnversio (t)gl. 

obraitSenie}, 
©cruf, ©crufung überfeftt vocatio, 

befd)U(bigen accusarey accuser, icinW: 
entf d)u(bigen , excusare, excuser, 
izicinW, 

be flegeln, red)töfräftig feftfe^en, sig- 

nare, 

befi^en überfe^t possidere; ©efi^, 
possessio; befeffen (= ttja^npnnig), 
possessus, ©efeffenbcit possessio. 

©cft anb, sostaw; ©cftanbteil sostaw- 
njfja tiasti; befte^n sostojat\ 

beftätigen confirtnare, confirmer, 
Überfc^t konfirmieren (ftlcn^, beutfdje 
S)nirfcrfprad)e XX). 

beten, nid)t unterfd)ieben öon bitten, 



©ebeutungdbefc^rönfung burc^ QHn« 

flu6 bon orare; ©eC^auö, domus 
orationis. 

betrad)tlic^, ctm^rM^^a^/« (9mtteilung 

meined greunbed $röd)ter). 
bemanbertfer^o^M^^ebcnfo erfaßten 

perüus, 

bemegen förperlid), gemütlich: movere 
dwigat', bemegt imu; bemeglid) 

(juriftifd)), mobüe (dwiiimuj); un- 

bemeglid), immobile. 
bekDU^t, conscius. 
©ilb, obrcu!, ©Übung obrazoicanie. 
bidd)en, mlat. morsellum, morceau. 

bitter, unangenel^m, rcijbar, amanw, 

amer. 

©löl^ung mebi5inif4 überfe^t flatus. 

©latt, am ©aum, im ^xid^, folium, 
feuille; fliegenbe« ©latt, Flugblatt 
überfe^t feuille volafUe (|)ilbebranb» 
©erltt, SWitteilungen aur (^efd). b. b. 
©olföliebe«. I, 73). 

©lauiacfe überfeftt bluejacket. 

©lei f. Cot. 

©linbbarm überfe^t coecum itUesti- 

n um / b l i n b c ^Ut, fureur a veugle ; 

n)ic ein ©llnber öon ben ^^rben 

fprec^en, juger d*une chose comme 
un aveugle des couleurs; ©linb« 
f d) l eic^ e, cofcilia, aveugle, TUcpXivoc;. 

©od, kozel, $)oläbod, S^utfd)bod, 
kozlyj. 

®brfe, ^aud, xoo $anbel@gefd)äfte ab* 
gefdiloffen »erben, Qklbbörfc: bourse. 

©räune, ^al^fronf^it, uod) 9}emnid), 
lexicon nosologicum, lat. prunella, 
ftj. prunelle, it. prunela, alfo mo^l 
Umbeutfc^ung, t)ietleid)t aud) Über- 
fetiung, menn bie S^ranf^eit loie ber 
Jlleiberftoff prunelle w(x6) ber bunf len 
fSfarbe (bc^ ©elagö) genannt wäre. 

©rudft, Atpif d)en jwei greunben, ru^y- 
iure (Statteilung Don ¥räd)ter). 

9 ad} maa mo^l eine Überfettung Don 
tectum fein, benn ben et^moloöifd)en 
3ufammen^ong mit tegere ^u em 
pftnben, ba^u geborte nid)t biet; mie 
bie 'DeutfAen, aiö p« ben römifd)en 
^auSbou rennen lernten, ibt H «wrf 
burc^ ba« Cebntüort Mauer erfc^ten, 
mögen fie aud) ettoo für hröf ein 
neucö Söort gemonnen ^aben, inbem 
fie ba^ latcinifd)e burd) ein bereit«^ 
beftebenbe^, bon weiterer ©ebeutung, 
überfe^jten. ^ie bi(^terlfd)e ©er-- 



Setttöge ^nx t>txQlt\dftnhtn 8ebeutungdle^e. 



225 



tpetibung bon ^oc^ a(d ,$aud' ift 
too^I antilif\txmbtoitbttbviTd)tectum 
beclnfluBt. 
3)ämpfer, Gincm einen 3). auffe^n, 

to ptU a damper upon one, Dgl. 

mettre une sourdine ä ses pr^tentions. 
IDampffcfjiff, steamboat, bäieau ä 

rapeur; i>amp^ZX, steamer. 
2)anl njiffen, mvoir gri, xdpvyf ^ir(- 

(jTaoeai (^rätf)ter). 
5 Q r fte I ( e n , enoaö öor ®lnen l^infteden, 

eine SD'ieinung: präsenter; öor« 

ftellen, ctmac^ bor (^inen l^infteUen, 

(£inen mit einem iSnbem befonnt 

machen : presenter{p^{,prediftau:ljat*). 

!^a man ha^ fmnlitbe pr^enter Ja 

cruche ä quelqu'un mit „®ncm ben 

Änig barftellcn, borfteüen" überfefite, 
mocf)te man bonn and) bie über« 
tragenen SBebeutungen bon präsenter 
Öleid)ermcife überfet^^en, bann aber 
auc^ hCk^ fomponterte reprhenter 
par la peinture JC. un r^e, un per- 

sonnage burd) bar« bor [teilen unb 

repr/setUation bvixd) 3)arfteIIunfl, 
SSorftellung; bgl. predstawljat', 

^ing ift fo mie 3ad)e aud ber ur« 
fprüngüd) red)tli(f^n <3p6öre meit 
^inoud getreten; babei möaen res 
unb causa mitgcioirft l^abm, bie man 
Auiiö(l)ft in i^er juribtfd[)enSebeutun0 
Durd) bie beutfcf^en ^orte fiberfe^te, 
bann aber and) in i^rer weiteren. 

brucfen überfe^t imy>r»m^/e, bfli. Älenj, 
beutfd)c !Dru(!crfprac^ XVII ,bie 
beutfctie I>ru(ferfprad)e bat [xdt unter 
bem Ginfluffc ber lateinifrfjen ®e« 
le^rtenfprac^ gebilbct"; 3)ni(f, im- 
pressWf Impression ; ^rU(ffad)e 
impresHttm; fl)rurffe]^ler, errata 
tgpographica. 

bulbfam überfe^t (oferant, 
2^urd)(aurf)t überfc^t iUustHs (^ul, 

S)iß3b. f. b.) 
b u r d) f d) a u c n , perspicere ; b u r d) « 

fid)tig perspicuus, 

€^re, hotios, honneur, in feinen oer« 
fc^iebenen ^ebeutungen mo^l burc^ 
bie entfpredienben fremben SBorte 
jeroeilcn beeinflußt, ebcnfo ehrbar, 
honest usf honnMe; G^renttJOrt, /wro/e 
d'honneur, 
(Sinbrucf, impressio, Impression, 
einfältig, simj)lex, simjtle; (Einfalt, 
simplicitas: bte Silbung ber 9hime« 



ralia simplex, duplex k, mit einem 
^ort, ba^ fa(t bebeutet tote im 
3>eutfd)en, ift mol^I 3"fQß/ "*^t «^^ 
bie Übertragung auf btn 9krftanb: 
bod ift Überfe^ung. ^Damt bleibt 
ba» fiberfetjte ^ort n)eiter^in ob« 
^ngig bom ($)runbmort unb betert« 
ortert mit il^m. ^uc^ auf illeibungd« 
ftücfe angeiDonbt gebrauch man ed 

ml^b. einveltigez tuoch, mofül^. mir 

ie^t einfad) fogen, eine anbere Uber^ 
[e^ung bon simple. Unabl^dnaig 
oabon ift fc^Iec^ted Znd) ^u ber 
^beutun^ ^menigfoftbor" gefommen, 
mod flc^ ja leidet begreift, bann aber 
bod) bieQeic^t burd) fremben (finfhig 
auf 9)>lenfc^en übertragen: bgl. mati- 

vais garnement. 
einfül^ren^ introducere, introduire. 

©infommen, income, ®inf ommen« 

fteuer, incometax, 
elnne^menb, zanimateVntfj. 
einprögen, imprimere, insculpere, 

imprimer, 

einf el^en bie 95üc^er, inspicere, borni 
auc^ für perspicere berwenbet; ein« 

fid)tig perspicax; C^infic^t, perspi- 

cacUas. 
einfbibig, monosyllabique (r4ponse), 
eintönig, ^ovÖTOvo^, monotone. 
(Jifenba^n, chemin de fer. 

eitel, leer, etnoebilbet, ranus, vain. 
elenb, unglücflid), berätfttlic^, miser^ 

misirable. 

©lle, Unterarm, Cängenmaö überfetjt 

ulna, lokot. 
empfinbfom Übcrfc^t sentimental. 
entbedfen, d^courrir. 

Gnt e, falfcöe ^lad)x\d)t, überfe^t canard. 

Entartung, degeneratio, d^g^ni- 

rcUionf icyroidenie. 
ent[d)ieben, d4ciiiement, rUiteVno. 
entfpred^en, resjfondere, r^iiondre, 

otwetit'. 

entmenben, detoumer. 
entwicfeln feine ©ebanfen, expiicare, 

expiiquer, raztrit'; @nttt)i(flung, ero- 
lutiOf erolution, razwitie. 

entwürfen, Einreißen, uhtekat\ wo- 

schiitiaV. 
(Jrbauung, (Fdificat io ; crbaulid), 

Mifiant; erbouen, edifier. 
er f in ben, troucer, controurer, in- 

venire, inventer. 

(frfolg, suec^s, mie biefec^ meift mit 
ber ^ebeutung bed günftigen. 

15* 



226 



®. finget; 



ergeben ©tcucrn, Uvarey lever; boS 
®oIf, @cfd)rel, ®cfä(t)tcr, (Sturm 
erl^ebt ftd), «« lever, panjafsja; et* 
^abcn, Slrbeit, ©nippnbung: relevS. 

crJ^l^en ftc^, ctjümen, s^ichauffer, 

gorjatMt^ja, 
ctfcnncn, flelfrfinc^, cognoscere (%S\xU 

goto aud betn ent{pred)cnben ^6tö« 

ifd^en Söort). 
Q^tlöfcr übcrfcfit redemptor. 

ctf(f)öpfen in ber gcgemuörtig oUein 
ü6(icf)en übertragenen Slnmenbung 
überfetjt (junäd)ft mebialnifd)?) ex- 
haurire, drrf(f)öpfung^ exhaustio. 

Ctn)ögen, petisare, deliberare, penser, 
dilAirer, 

crftrecfcn, örtlich, jcltüct): äendre. 

graben old 3)^q6/ QefintDort aud bem 
mb. (Älugc, et. S55b. f. b.). 

gfall, ©tiirj (Qucf) mora(lf(^2C.), Unter* 
gong, Umftanb, ©elcgenbelt, gram« 
motifcfie ©nbung: castis, cos; fe|en 
ttjir ben goll, posons le cos; bod Ift 
mein fJoU, c*est lä man cas; tcft bin 
im fjoü, ie «M#« dana le cas; id) 
ftnbe mid) im fjoü, >« m« trouve dans 
le cas („betbe ^ueibrucfdttjeifen ftnb 
frül^er nicf)t gebraud)t unb f(^einen 
bem grani. nad)gebilbet", !D2Bb. III 
1274); im 9?otfaü, en cas de hesoin; 
in jebem grall, cn /oi/^ crt<<; im gaUe 

ald . . . e/t ca«, que . . .; ß^f^^' 

gtiorf accUUt unter ©intt)ir!intg bon 
casus, cadetitia, chance. 

fallen, ba§ giebcr föüt 1a fUvre 
tomhe; eö fällt mir in ben (5inn, »7 
me tombe dans Vesprü; ber 93erbac^t 
fällt auf i^n, le soup^on tombe sur 

lui; ber !@ad^ fällt in einen anbern, 

la rivih'e tontbe dans teile autre; 

bie f^ier fällt auf btn "Sfionai Quni, 

la cMtnonie tombe au mois dejuin. 

— Do8 SOßaffcr föüt, l'eau baisse; 
bic Slftien faQen, le^ actions baissent. 

— 3n^ 9(ugc faüen, cader e stib 
oculos, brosit'sja w ylaza; unter 
eineiJHegel fallen, sub regulam cadere; 

in ber 3c^(a(l)t fallen, in proelio 
cadere; eine Stobt fällt, urbs cadit, 
Ginc girma fällt: ift b(x^ Umbeutung 
bon failUr?} fnüenbc Sudlt, mal um 
caducum, mal caduc, mal caduco, 

fjorbe, Gigenfd)aft, Stoff jum Järben: 

colorf cotileur; ^JarbeiUon, ton de 
couleur. 



geber ^um fjliegen, jum ß^ititen: 
penna, plume. (Biiftx Überfe^ung 
axi^ bem Sotetn (penna ^uerft bei 
Spbor); 5:rlebfeber (in urfprüngüc^ 
unb je^t n)ol^l aQein gültiger Aber« 
tragener 93ebeutuna) pruiina. 

fein madjt bie Sc^idffale bed Auoninbe« 
Itegenben fin mit (?aul Dfeb. f. b.). 

geinb, 5:eufer überfc^t ^epö?, *»»- 

micus. 
f]irslbfd)lange, couleuvre. 
ernfpretber überfeftt Telephon. 
■eftung, iöefte, überfe^t mlat. fir- 

mitas, afrj. ferti, 
fin ben: trouver, nachodtV; &nabt 

pnben bor S^n^önbeö Slugen, trouver 

grace aux yeux de quelqu'un; ic^ 

pnbe (= id) meine), ba}^ . . .Je trouve, 
que . . ., ja nachozu; finben 3le? 
vous trouvezif; gut finben, trouver 
bon; ftnbig, nachodtäiu:yj ; ftc^ be« 

finben, se trouver, nachodWsja, 
^ o§, einen inö O^r fe^en, meUre ä 

quelqu*un la puce ä Voreüle, 
Sflügel, eined %zb^\xbz^, einer 9Ilü$le, 

eines ^eereö, ber 9?afe: ala, aile. 
fSflufe, JJranfi&eit überfe^t rheuma; 

»eifeer Slufe, fluor albus, 
5 Igen, hinter ©inem ^ergebn, räum* 
litt), aeltli*, al« Söirfung, logif*, 

befolgen: sequi, suirre. 
Rortfrf)ritt, progressus, progrh, 
§rau: domina, dame; gräulein, domi- 
cella, demoiselle — bie ^eriDenbuug 
ald ^itel bor bem 'J?amen fönnte 
mobl beeinflußt fein, niie aud) bie 
(Jrmeiterung bon „Herrin" 5um 93cs 
griff., „bomej^me grau", loä^renb 
bie Ubereinftimmung mit bem 3tal. 
donna, (^rtoeiterung ju ^fjrau" i.Sl. 
u^o^l sufäUig ift. 
Freimaurer, franc-ma^on, free- 
mason; J^reijlnn, Liberal istnus, stco- 
bodomyseie ; freifinnig, liberal, stco- 
bodomyseja^täij. 

5riebenörid)tcr, Juge de paix, 
frifd) neu, fü^l, frais, sirizij, 
gruc^t, 2früd)te = Obft : fruits ; gruc^ 

nießung, grucfttgenufe überfetjt usus 

fructus. 
fübren, einen SBlinbcn, Slrieg, ^-^ 

fpräd), Untcrfjaltung, mener, wesii 

rwodit'j; biefer 253eg fü^rt in bie 

Stabt, ce chemin mhie dafis la rille, 
äta doroga tcedet k gor od u; einen 
an ber iUafe führen, mener quelqu'un 



beitrage jur oergleld^nben Sebeutungdte^re. 



227 



par la nez, tcodit' kotco za nos; 

boö füfjrt 5U nlcf)t§, cela ne nUne ä 

rien, äto ni k täemu ne po- 

icedet. 

gu^^/ fc^Ioucr SWenfd): rulpes (bib- 

lifd)), reiiard. 

fjuji, an 2Jlö6eln, elncd 33ergeö, 
Cängcnnmö, SSer^maJ : pes, pied; mit 
$)Qnben unb 3r"Bcn, manibus pedi- 

butique; ÖOU ÄOpf biö guß, <^« /« 

f^/e rtMx pi€<h; auf gtoücm fjufe 

leben, etre sur un gratul pied; ftrf) 

auf einen beftimmten ^"0 ntit @inem 

ftellcn, se mettve sur un tel pied 
arec queiqu'un. 

©alle, "äröer: äi7w, fei, bile, fiel. 
©oftf rennt) ben SBirt »Die bQn öaft 
be5etcf)nenb überfe^t t)erbentlid)enb 

hoapen; ÖJaftTed)t Hospitale ius, 
hospitium, 

(VJotte tann [eine Speäiolifietung ju 
^ö^egatte" bem (5cnflu6 bon coniux 
Derbanfen, bc^^ man mo^l leicl)t richtig 

5U coniunyere fteEte. 

geben, bie ^<xnb, eine SWaftl^eit, ein 
geft, einen ©dilog, ein (5d)aufplel, 
ein 3cicf)en, einen Rufe, einen il'^amen, 
Grlaubnid, 5(uftrag, ein 9lmt, Qz\i, 
9iaum, C^^elegen^elt, jum 9?ad)folaer, 
Aum sodann, Oiat, 3c"flni^/ ein 33ers 
fpre(f)en, iHed)enfc^aft, iDhit, Hoffnung : 
darey donner; gegeben om . . . Über« 
(etjt datum; ju trinfen geben, dare 

bibere, donner ä boire; CO Ift mir 
nid)t gegeben, now miÄi datum est; 

CJlnem etiuaö jn bebenfen geben, 

aliquid alicui cogitandum dare; ein 

Äinb ouö bem |)au}e geben, infantem 
aliorsum dare; Hcf) geben (bem greinbe, 
bäufiger ergeben), se dare; fid) ^iter, 

rn^ig geben, se hilartinty placidum 
dare; fid) b^lX %ob geben, se donner 

la moti; 5öare auf drebit geben, 

donner de la marchatidise ä crMit ; 

ein Cebenejeidien geben (and) abge* 
fd)n)ädit .Don fic^ boren (äffen"), 

donner signe de vie; ^ubien^ geben, 
donner audience; id) gebe iftni feine 
fed)ö SD^lonate ijum leben;, > nelui 

donne pas si.r mois ä viere; i. ftartcn^ 
geben, donner (de» cartes); ba^ giebt 
5U benfen, cela donne h f>etiser ; ed 

giebt fein Dritted, tertium non da- 
tur, ob bafter überbaupt unfcr ,,eö 
giebt" ? 



Quebec! I^at feine ^ebeutung einge- 
fd)ränft unter öinflluB t)on couvert, 

öcgcnb, mlat. contrata, contrie 
(iubau, m6m. de la sociale de 
linguistique VI, 191; (Bd)ud)arb, 
(SloDobeutfcbed unb (^(oboitatie« 
nifd)ed ©. 11). 

geflügelte ^orte überfe^t ^irea 
irrepöcvra. 

ge^en, aufi^ Canb ge^en, ber fjluö 
ge^t inö 3Weer, ber 58ealtf gebt bl« 
Aur ^reuAe, ba^ Gaffer gebt (^nem 
bid 5um Rnie, bie ^ftie gebt auf fo 
unb fo biel, icb gebe mit bem $reid 
auf fo unb fo t>ie(, ba^ Terrain gebt 
bergab, bie MIß ge^t (gut, fd)Ied)t), 
ba« ©efcbäft gebt (gut, fd^lcd)t): aller, 

chodit* ; toic ge^fö, comment va-t-ilf 

^d)n)ei5erifd): ber 9)lante( gebt ^ut, 
le manteau va bien; ge^en lallen, 

laisser aller; SlUeö gelten (äffen, 

laisser taut allei-; bad gebt nid^t, 
cela ne va pas; Öang (einei^ SWen* 
fcben, einer U^r, eine« öefcbäfted, 
Gorribor im $aufe) chod; gangbar, 
gäng, chodjat^ij; aufgeben (oaö Qk* 
treibe, bie @onne) woschodif; unter- 
geben (bie ©onne) zachodü'; ^rt)ot= 
gelten (= folgen, ficb entiolcfeln) 
wychodit*; Slui^gangöpunft, totika 
ischoda; .jimg^b^ ^^^^ umgeben ob- 
chodit*; Übergang (über einen glufe, 
5U einem %\^m(\)transitus,perechod} 
tranfitibeö 33erbum, perechodja^üj 

glagol; Dergebn, perire, prochodit', 
gebord)cn, geborfam, obaudire, 

obaudiensy ^uf äUige Übereinftimmung. 
®etft, Spiritus, esprit; beiliger Greift 

Überfetjt sanrtus Spiritus; geiftUd), 
spiritualis; SWnnil t)0n ÖJeift, komme 
d*esprit; (Bd)öngeift, bei esprit ; Jrei- 
gelft esprit libre. 
geläufig, courant, Ifiglo. 

öelbfd)nabe( i'iberfe^t bec jaune; 

®elbfucbt, jaunisse, 

©emad), ;©equem(id)feit, 3iw^"'e^- 

pokoj (bgi. commoditi), 

gemein, geioö^nlid), niebrig: com- 
munis, commun; Q^emeinbe, com- 

munitas, commune; Q)emeinp(at}, 
locus communis, Heu commun; ^au^ 

ber ©emeinen, house of commons. 

geneigt, incUtiatus, inclin^, pencM; 
9{eigung , inclinatio, inclifuUion, 

penchatU; felbftöubig entmicfelt bolb 
(f. ftluge f. P.). 



228 



®. ©Ingcr, 



genug tl^un^ satisf (teere, satisfaire; 
©cmigtl^UUng, aatisfactiOf satisfac- 
Hon. 

gern, mit ©cgictbc, mtt 33etgnügen, 

(eid)t: volontiere. 
©erftenforn am Sluge, hordeolum, 

grain d'orge, orgelet (frfimcij. a(5 

ßeftnwort ürseli), 
QbtSö^it&ji, (eble) ^bftammung, gram- 

motifcfi: genus. 
@efc(tfd)Qft, ^anbeCdgefettfc^aft, eo- 

cietas, eociit4, towarUftSestwo, 
(deficit, visio, Vision, widinie, @e« 

fid)tdfreld überfeftt hortzon, Hori- 
zont, audj bi(bltd). 
®ebattcr überf. compater (J^Iuge f. t).). 
(äJetüalt, bäterütfte, pcUria potestas; 

oefe^gebenbe, puissance Ugislative; 

@d)lüf|elgctt)alt, poteetas davium, 
&ttütbt, ©plnngcmebe, tela aranew, 

toile d*araignie, 

(äJemiffen flberfe^t consdentia {^{\x^t 

f. iJ.). 

@Iaö, ^toff, ®efäB au« biefem @toff : 
verre. 

glatt, glatter (gcfäl^rllc^er) ©oben, 

glatter SRenfcf), lubricm. 
OJ l ä u b t g e r , überf c^t einerfeit« iidelis, 

ant)ererfeit« creditor, credÜore, cri- 

ander; Ungläubiger übcrfe^t m- 

fiddie unb incredtdus. 
®lei(f)gemic^t, aequUibrium, raicno- 

wieie; gleich Ofquus, ungleid) iniquus 

(f. 0. S. 142). 
O^lieb, nü^licf)e« ber Q^fcOfdiaft 2C. 

membrum, membre, t)erbeutÜd)enb 
SDfütalieb. 
@l offen mad^n, geleierte Slnmerfun« 
gen, ^ämifd)c ^merfungcn mad)en: 

gloser. 
gotölfc^r altertümlich, gothique. 
®rat, ®rätc ber f^ifc^, ^Rürfgrat: 

Spina. 

g r 6 , f örperlid), gclftig, berf d)iebene Qn- 
tcnfitötcn bcjeidjnenb : magnus,grand; 
(äJroßtWter, «mutter, grand-p^re, 
-mere; ©roßJaufmann, marchattd 
en gros; Im ©rofeen, en gros; ein 
groRe« (@yefd)äft«)^au«, une grosse 

maison. 

®runb, ©rnnblage: fundamentum, 
hasisy mirflid) unb übertragen (ögl. 

osnoiranie); begrünben, fundare, 
fonder, meift = ftiften, aber aud) une 
opinion mal fond^e, non reritate 
fundata. 



@Ut, ©ep^tum: bonum, hien; c« Ift 

(fd)on) gut, gut! {= genug batoon!) 
€^est bon; gut flnben, trouver bon; 
gut fein für eine <Bumme ®clbe«, 
itre bon pour; in gutem ©lauben^ 

bona fide. 

1^ a b e n , gemeingerm. $ülf «^eltn^ort , 

mlat. habere, avoir; \q) ^aoe AU . . . 

(= Id) fott), fai ä...} (Boa unb 
$aben, überf e^t, doü et avoir; fd^meU. 
e« §at . . ., il y a; fdjmeij. ic^ ^aoe 

falt, fai froid. 

$o^n, auf bem 5^ird)turm: coq, engl. 
cock; am QJcnre^r, am gaö: engl. 

cock. 
^abnrel, cocu Dgl. 3)unger, ®erm. 

29, 62 ff. 
ßälfte, e^egattln: moiti^. 
palö, einer SM^^c, collum, cou, col ; 

Äeller^alÖ, neck of a cellar. 
I^alten für etwa«, habere pro, tenir 

pour (^^Jröc^tcr). 

^anb, main; tote ^anb, manus man 

tua, mainmorte; au« ber ^anb freffen; 

manger dans la main; mit boQen 

^änbcn, äpleines mafiw;$>anbftreid), 

coup de main; ^onbpferb, cheval 
de main; öon langer ^anb, de lon- 
gue main; au« erfter ßanb, de la 
premiire main; (ein ®efd)äft JC.) in 
bie $>anb nehmen, prendre en main; 

unter ber ^anb; sous main; baö 
^erj auf ber ^anb tragen, avoir le 

cceur sur la main; bOU ber ^anb 
eine« ÄÜnftler«, de la main de tel 
mattre; bicr^änbigcö SKuflfftÜrf, mor- 
ceau ä quatre maitis; letzte ^^anb 
anlegen, donner la derni^re main; 

eine glürflid)c ^anb ^abcn, aroir la 
main heuretise; bie $anb rcid)en (AUr 
@]^) donner, offrir la main; ö^c 
jur linfen ^anb, de la main gauche; 

eine fd)önc ^anb fd)reiben, une bdle 
main (t)gl. ruka); bie Jj)anb in einer 
@ad^e ^aben (geheim mitioirfen), 

avoir la main dans une affaire; 
^anbfdjrift überfeßt manuscriptum; 
e« ift mit 4)änben ^u greifen, potest 
manu tangi; C^inen auf btw ^änbeu 

tragen, habere in manibus aliquem; 

etma« unter ben 4)änben ^aben, habere 

in manibus, int er manus aliquid; 

bie ^anb nid^t umbrel^en einer (^ac^e 

luegen, alicuius rei causa ne manum 
quidem tertere; jur ^anb fein, ad 



Seiträge jui Dcislei^enben ^ieutungSte^re. 



229 



manum, ä la main, na ruku; mit 
.^önben imb großen; manibua pedi- 

fjusque; furjcr i^anb, übcrfe^t breci 
manu; bo^ ließt (ift) in eUTCT ©onb 
(»itum) est in manu restra; panb 
Qnlcgcn, manum afferre; rcd)te ^wxti, 
f. 3lrnolb, 3. f. b. oft. ©Dinn. 1901, 
3. 17 ff.; ^onbcln, urfprünßllcl) 
tranfttiD (Dgl. engl. hafuUe), mani- 
carey manier (Äörting, Öat.stom. 
3ßb. f. D.); I^anbürf), manuarius 
(ftönlng f. t).); ^anbtud), mantele, 
$>an9, abfd)üfrt9e 3teüe, ©eneigtfteit, 

penchant. 
^Qtt, 3luÖfprQC^e, Sltbeit: durusydure, 
$>afcnfcf)atte, labium lepoHnum, hec 

de lierfe, harelip, 
^^QUpt ber (J^mille 2C., caputy cKef, 

tete; 3tü(! iMel^, captä; ,J)aiiptmann, 

capitain; m^b. houbetguot, capital; 
^lauptftüc! (bg(. ^/aira) Capitel , 
Caput» 

$>cibc übcrfc^t paganus lÄlugc, (5t. 
ilßb. f. D.); 

f) c i li , .J^eiliger, sanct u« ; l^ilige 3d)rift, 
ttanctftf »acra ttcHptura. 

|)eilanb übcrfetjt Saloator, 

|>eimn)e^ übcrfeßt nostalgia (f. Äluge 
in bicfcr 3tfd)t. II, 284 ff. i. 

l)eitcr, |)immel, ÜJemüt: serenus. 

Öcrauc^fiebcn, ein 93ud^, edere, izda- 
icaf\ .j^crau^cber, editor, dditeur, iz- 
dater, 3lu^abe editio, Mition, iz- 
da nie. 

.J^erb, öeimifAer, bcö ©rennfpiegel«, 
einer ^Joff^bcmegung, Shanf^eit, ^n- 

ftecfung: focuM, foyer. 

i^tj, firf) bo«^ ^tx^ abeffen, cor mum 

edlere, ne ronger le cceur; jum 

4^cr5en geftn, aller au cceur; bon 
ganzem ^er^en, de tout c(gur; fein 
i^erj in beibc ^änbe nehmen, prendre 

ttoH caur () detix maitut; ^ei^lict), 
cordia/. 
bente atlb.hiutUf hiutagu: hodie QUS 

hoc die: ^ufäflige Übereinftimmung 

(Dgl. i<eicodnij, 

^xmmti, 33cttöimmel, $:§ronl^imme( : 
ctel ; öimmeltDeit t)€rfd)ieben toto cmlo 

diffeti, 

bod), ^on, Altertum, ^roteftion, (VJe- 
bnrt: altun, haut; boö bofic Tletx, 
alt um f la haute mer; ^ocfioc^tung, 
haute estime; ,^od}t)^nat, haute tra- 
himn ; ber .£)öd)ftc (= ®ott», Ältistsi- 
mujt, le TreS'Haut. 



$of eines ^^aufeS, eineS fjütften cour; 
einem ben ^of machen, faire la eaur 
ä qudqWun; ^öpfrf), ^öflid), courtois; 
Höfling, courtisan. 

I^örig, c/ie/w — fonnte man bie &t^ 

mologie? ögf. gel^orrf)en. 
^orn 5um 2:rinfen, S3Iafen jc., comu, 

cor, corne; bcn "3tler an ben Römern 

f offen, pretulre le taureau par lea 

Cornea; f)örner auffe(}cn, f. l)unger, 

QJerm. 29, 62 ff. 
ßunger, Söolfö^unget, faimdeloup. 
^ut, garde; auf feiner $)Ut fein, Hre 

surses gardes; ^otl^Ut, avant garde; 

9?a(t)^Ut, arri^regarde ; ^üteu, bod 

3lmmer, ba^ 33ett: garder, 

3^r, $öfli(f)feit0anfprad^: tw, vous; 
^öflic^feitiSanfpradien überhaupt über« 
fe^t bg(. (^er {"»ol^^it, rotre Ältesse, 
(Euer $)errli(^feit, rostra signoria, 
Guer Snaben, ruestra merced. 

impfen, mebijinifc^, inoculare, ino- 

euler, inociäate, priwit'. 
inftänbia inatafM, nagtojateVnifj, 

irbifd), ÖJcgenfaft ju l^immlifcf), terre- 
stris (^ibelfprarf^e). 

Qoc^, jmei $:iere, jmei 33ergfpi^n ber* 
binbenb: jugum; ber @]^e, joug, 

i^ünger bgl. ita(. giuniore, juniore, 
opposto di seniorc , gignore il 
garzone che apprende un mistiere 
(f. Körting a. a. O. f. b. junior), 
aud biefem mol^I m(at. @)ebrau(^ 
^rauS n)at)rfd)ein(id) 5ur Überfe^ung 
M tibi, discipulus bermenbet. 

Äamm eine« SBogelö, ®ebirgeS: criata, 
crite; (£inem fdjroiflt ber Äomm, 

crinta» alicui surgunt ; ^a^nenlanim 
C^flon^e), crete de cmj. 

Kammer, politifd), chambre; ^unfeU 
fommer, camera obscura ; Mammer« 
topf, jMft de chambre; Sätömmcrer, 
camerarius; «Vlommerfrau, femmede 
chambre; Äammer^rrnfd)IüffeI, def 
de chambellan ; S^ammerbietter, valet 
de chambre; Silammermuftf, musique 
de chambre, 

Sl a p e n e , !ird)üd), muFifalif c^ : capella, 

chapelle; ÄOpeflmeifter , mattre de 
chapelle^ maestro di capf>ella, 

j^appe, 3){ante(, Stopfbebecfung: cappa 

(f. Äluge, f. b.). 
Sta^e, m^b. ^lagerungSme rf^eug über« 

fe(t catta, Chat; bie Stü^ im <^(t 



230 



©. Singer, 



laufen, acheter chat en poche; tute 
^unb unb ^ü^t leben, vivre comme 

chien et chat; ed mar feine 5(a^ ba, 

il n*y avait pas un chat; kDitf bie 
Statte, xok bu miQft, f\t fdQt immer 
Quf bie f^Ü^e, il est comme un chat 
qui retombe toujours sur ses pieds; 
R^i^tn, S^ofename, ^lütenfö^d^en : 
chat, 

Äouj, feltfamer 9}Jenfrf): Ai*oM(homme 
m61ancolique et qui fuit la soci6t6, 
Littr6' f. b.). 

Äe((^, ®efä6, ©lütenfeltf): calix, unter 
bcm ©influö beö entfprecfienben gric* 
(ftifd)cn ©vunbtoorteö* (SBoag a. a. O. 
59), b. 1^. co/tx nol^m unter bem @ln* 
flug Don KdXuH bie ^meite ^ebeutung 
an unb beeinflußte banw mieber boS 
t)on il^m abgeleitete „9tz{6)\ 

Vt\nb be^eic^net ml^b. nur ben jungen 
9)^enfc^n, nic^t ben unermac^fenen 
mie ^eute im ^b.; in !DiQle!ten unb 
in ber Umgongöfpracfte iftja bie m^b. 
©ebeutung fpeäteH für SDtäbdjen er^ 
galten. 9)^erln)firbig parallel ^t Ttcl) 
baiS frj. enfant entmlrfelt; afrj. enfes 
lann aud) ben jungen gelben be« 
^eic^nen, mie ml^o. ^a ba^ (^runb« 
roort infam aber fpe^ietl baiS fleine 
SHnb meinte fo möd)te man bei ber 
33ebeutungdenüeiterung im afr^. ölel* 
leicf)t germanif(t)en (Jinpiufe annehmen 
bürfen, bei ber mobcrnen Öebeutuiigö* 
Verengerung aber erneuerten CJinfluB 
beö ©runbmorted. 33ci ber S3er- 
engerung ber ^ebeutung bed beut^ 
fc^en ©orteö fennen lüir feinen ber« 
artigen (^runb, bie ^inmirfung ber 
^beutungdentmicflung im gr^. ift 
fd)mer benfbar; fo loirb mo^l ein 
auffaHenber 3"f"U borliegen. 

fi^eln, bie <Binne, semits titHlare; 
bci^ Oftr, ben ®aumen. chatouiUer 
Voteille, lepalaiii;ik\\^c[ be^ 5Ieifd)eö, 
titillatio carnis. 

flar (bgl. jasnos immer öon neuem 
in ben Derfdiiebcncn 33ebeutungen 
burd) dar US unb clair beeinflußt; 
{a\x&\ in Slompofitiö 5. 33. dMarer, 
Mairer, tX' , oufflöreu) beeinflußt 
feinerfeitö etma mieber beutlid) 
u. a. m., unb erleiditert bie 33eein* 
fluffung don bunfel ügl. tPmnyj) 

burd) obscut'HSy otjHCure :c. 
Änöd)el, tßürfel, talusy OHtragalus, 
Änopf, Slnofpe, öou(on. 



S^o^le, $ol3«, Srauns, vBteinfo^re, 

charbon. 

fommen, etn)ad fommt einem unter 
bie ^ugen, bie (Bonne fommt, Blüten 
fonunen, mir fommen ju @nbe, e^ 
fommt mir in ben (Sinn, in ben 
9DfJunb, ber 2:ag, bie Qtit, ber 3d)laf 
fommt, mir fommen je^t ^u biejem 
(S^genftanb: venire, venir; bie 3u- 
fünft, Ventura, avenir; mo^er fommt 
eö? d*oü vient'il?; (®d)mei5.) ber 
95aum fommt gut, Varhre vient bien; 
nl. welkom unb engl, welcome finb 
in i^rer grorm mol^l beeinflußt burd) 

bienvenu, 

Äopf 95ed)er, $aupt; au^ mlat. cuppa, 
ba^ mo^l f^on beibe ^ebeutungen 
entmicfelt ^atte, bgl. proD. coba 
(Sc^äbel (Körting f. ö.); ber SScbeu« 
tungdübergang fd)eint fpe^ieH mlat., 
Dgl. testa, vSd^erbe, 5:opf, tue; ob 
C^ im fetale baburc^ beeinflußt ift? 
— 3" Äopfe fteigen, monier ä la 
tete; S^opfftimme, voix de tHe; 

@inem etmai^ (P^t^f^fd) ober geiftig) 
an ben JJopf merfen, jeter d la tete; 
Äopf einer ^m^t, caput, tSte; fo 
unb fo blel per Äopf, par tHe; nod) 
feinem Äopf ^anbeln, agir ä sa tHe; 
ein guter ÄOpf, une bonne tete; 
ben wopf Derlieren, perdre la tete; 
SWobnfopf, Äopf eined i^kgelö, einer 
©terfnabel, SBrücfcnfopf: tete de pa- 

rot, d'un clou, d^une^pingle^de j>ont. 
Stoppel, copula, couple ma6)t bie 53e= 

beutungöentmicflung beö fr^. Süßorte^ 

mit. 
Jlorf, Dtinbe ber Äorfcidie, J^oWcnr 

ftöpfel: cortex. 
Äorn, Samen forn, QJetreibe, <Ba{^r, 

Sanb=, ^^uldcrforn :c., Äorn eineo 

SRetall^: grain, 
Slörper, menfd)lid), ticrifd), materiell 

i. ^l. : corptisy Corps, immer mieber 

burd) b(x^ ©runbmort beeinflußt. 
J^ränjd)cn, ®efellfd)aft: coronn, 

Slrabn: T^pavo(;, grus, grue, 

Slrebö, Äranffteit, überfe^t cancer, 
Äunft: ars, arty fielet immer unter 
bem Ginflnß bicfcr Söorte 5. iB. bie 

ft^en freien fünfte, septem liberales 

arte» u. a. m. 
fturj aud cutius moftl fd)on mit räum* 
lieber unb ^eitlid)er ^cbeutung ent^ 
lebnt, bleibt in einer gemiffen Wo- 
bängigfeit t)om fr^. court^ mie auc^ 



SeltTöge sur oergleic^nben Sebeutungdte^. 



231 



lang, oBmol^I nic^ entlehnt, oon ben 
ö^nlid) fltngenben lonyua, long (Sin« 
flüffe erfährt. 

laben, ein Q^eme^, charger. 

Sage, situatio, Situation, poloienie. 

lau in übertragener ©cbeutnng, t)g[. 

9pofa(t}pf. 3, 16, Sed quia tepidus 
es et nee frigidtis nee calidus, 

laufen, im (aufenben i^abre, anno 
cur reute; (aufcnbe SRedJnung, conto 

corrente; ^m\tXif Vinteret courant; 
Q)efd)äfte, affaires couratttes; ouf 
bem Caufenben, au courant; fiöufer, 
Cursor, coureur; fiauf, ber (Sonne, 
eineij ^tromcsi, berßreignlffe: cursus, 

cours; cttt)aS läuft JU Qwbt, court 

<> sa fin ; ber ®e^alt läuft feit . . . , 

biö . . ., les gages courent . . .; @e« 
fatjr laufen, courir le n'sque, 

C a u n e, 3Ronbmed)f el, Stimmung : luna. 
Seberf lerfcn, maculm hejMticar (^^m- 

nid)). 
Cebemonn: rireur. 
Sel)rftu^l überfe^ cathedra, chaise. 
fielb, Äletbungöftürf: corju; Öelbd^n, 

®d)iiürlcib, corset; ben Teufel im 

ßeib ^oben, aroir le diable au corps; 
ßelb bcd $)Crrn, corpus domini, 
corj)s de Xotre - Seigneur; Öeib* 
gorbe, gardes du corps. 

leiben, 3d)mer5 ^aben, erlauben: 
souffrir; Gincn nldftt leiben fömien, 

ne jMuroir souffrir; leibenb, souf- 
frant. 

lefen, fammeln, ein 53ud): legere; 
ob DO|n 2luf lefen ber ütunenftäbc^en; 
ober Übcrfe^ungy 

Cidit, Ginem ha^ öid)t auv^blafen, to 
put out his lighe, quf Uröenoanbt« 
\d)ah beru^nbe Übereinftimmung 
(ögl. ^toet^e, -abb. b. St. ©ef. b. ©iff. 
SU (iJöttlngen 1JK)1, 3. 15.). 

C i n f e , linf enf örmig gef cf)liff euer J^örper: 

lentille. 
Cift, ftunft, ©C^lou^it: ors, arte {con 
atie et con inganno si rire mezzo 
Vanno^. 

Cot, 5^lei, SRitfttblei, 3enfblei, Jhaut 

unb )3ot: plomb. 
Sdmcnsabn, leontodon, dentdelion. 



ad)en, fcbwei^. ed madit falt, H fait 

froid. 

9)'lad)t: p<»testas, potentia, puissance ; 
ei$ ift ntd)t in unferer Tladit, non 
est in fUßstra potestate; 9oUmad)t, 



mlot. piena poteniia, pleine puis- 
sanee; beboQmöc^tigt, plenipoten- 
tiarim; 9lllmac^t, omnipotentia ; 

^ru^penmad)t, (^ttmadjt: puissance; 

©roßmoc^t, grafuie puissance. 

man, on (au« homo), \xd}tt aufäHlge 

Übereinftimmung. 
SO'lanbel im $alfe, ungenau für 

glandula? 
3R<Xppi, mappa mundi, mappe, map; 

.großer S3ogen "Rapier, für Warfen 
\mb Sinmicfeln berwenbet'' (!D^b. 
f. t).) mappa @ert)iette jum CHn- 
roicfeln ber «Speifen Dem)enbet. 

9Jla rfcball, mar^chal; ^elbmarftfiatt, 
m. de camp; ^ofmarfcball, m. du 
palais; SJ^arfc^aQftab, bdton de m. 

9)^adfe, eine« (Sd^ufpielerd, £oten« 
mac^fe, madfierte $erfon: masque. 

^a%, bor allem bod m^b. diu mäze 
Überfe^t mensura, prob, misura; 

ajlaöftob, norma (eigentlich 9Binfel= 

ma6), regula i9fiicf)tma6). 
mott, weitere ^ebeutung unter @in- 

fluB bed frans, mat. 
9)>löudlein überfe^t musculus; orm 

mie eine ilirc^enmaud, ^ielanb 

fagt bafür ^ird)enratte (!D^b. 

f. b.) gueux comme un rat d'Sglise. 

menfcj^lid), humanus; 9)^enfc^lid)!eit, 
humanitas, madft bie ^anbelungen 
be« 93egriff« „©umanität'' mit: 
9)>lenfc^nliebe, philanthropia. 

SWiene, gute Tl. ^um böfen ©piel 

macf^n, faire bonne mine fi mau- 
vais Jeu ; Tl. machen 5U . . ., faire 
mine de. 

SWildlftrafee, ria lactea. 

3Witeffer, comedones {"^zmwx&i, ^oix^^ 
glottenle^ifon). 

anitgift berbeutlld)t dos (bgl. pri- 
donoje). 

9)^itt0g, medius dies, midi, mezzo- 
giorno; !@ormtttag, ante meridiem, 
avant-midi; 9?ad)mittag, post meri- 
diem, aprh-midi. 

aJlittel, mt)gen, mezzo ; SRittler (fird)^ 
\\&i) mediator; mittellöubifd), medis 
terraneus. 

monbfüc^tig, lunaticus; ^onigmonb, 
mois de lune. 

9)>lorgen, morgen, früb am 7ag, 
ber näcbfte 7og: mlat. mane (bgl. 

demain; S^örtiug f. b.). 
9)^örteL mofiarium, moW t>r (oucb Üt 

ber beutfd)en ^beutung). 



232 



®. Finger, 



SRutter, btx <Sd)raubc k., mater; 

2)fhittcrfprac^e, lingua matema, 

langue matemelle. 
mxx^z, t)ieUei4t (finflug t)OU Kappe, 

fiele bort. 

«Qtftgiebia, podatUwyj. 
iRod)taef^irr, r<Mc rf« nt*»^/ nad)t* 
toanbeln, somnambulare. 

S^obcl, iÖä^r, ^aornobel, «cm«/ tote 

eine SSlahti fud)cn, * chercher une 
aiguille, acum quofrere; 9^abel|ti(f)e, 
coM|w d'dpingle; iRäl^*, (g>trtcf*, 9JlO0* 
net«, Sht^ftaQnabel, aiguille, 

Sf^äalein, ^Iclfe, ögL \pan. clavel, 
9ce(fe (mo^I fc^on 9}eoen6ebeutung 
beö miat. clavellus). 

^arm, ©etü^mt^elt, namen, fwm; 
naml^oft, renomm^. 

S'Jafe, ntc^t melter old feine S^ofe feigen, 

n< fotr p/u« long que son nez; bie 
Söürmer awQ ber ^J^ jicl^n, tirer les 
Vera du nez; feine 9^. in etnjo^ 
ftecfen; mettre le nez datis qquechose; 

dinen mit bcr 9^. auf etmoi? flogen, 

mettre le n, sur qquechose; (SHnen an 

ber SR, führen, noöfü^ten, men^r 

qquun par le nez; @tncm QUf ble 9?. 
geben, donner sur le n, ä qquun; 

feinem bic ^üre bor ber vi. 5u= 

machen, fermer la porte au nez; er 
^at eine gute ^, il a bon nez, 
nerböS: nerreux, macf)t bie ^irffale 
bed ©runbmorteö mit (f. Tlttfti, 
neue gial^rbüc^er 1900, (5. 5591. 
9(rno(b Q. Q. O.). 

9^effe(fieber, feln-is urticata, fUvre 

orti^e (9?emnid)). 
9'Je^, um bie (Jingctoeibe, reticulum 

iecoris; ^t^f^aut retina. 

nic^t^beftomeniger, nihilominusf 
n^anmoins (SWitteilung Don ^räd)ter). 
S'Ji^tÖt^un, far niente. 
nlcbergefd)Iagen, abattu, pora- 

z^nnyj. 
5^0tl)elfer, bie 14, atixiliatores. 

nüd)tern, in ©e^ieöuna ouf geiftige 
©etrönfe, in ber Stuffaffung einer 
3o(f)e: sobn'tis, sobrey trezwyj. 

Offenbarung, rerelatio, 

Oi^x, ^nfel einer ®d)üffel, Ginbug 
einer S3Iottfeite: oreille; geneigte^ 

C^r, propitii aures; boö 6^r bcn 

^Borten Q^wwnbe^ neigen, demittere 
aures ad verba alcjs; ba^ O^r leiten, 



praUfere a ures, priter V oreille ; tauben 
Ol^en prebigen, surdas aures fati- 
gare; ganj OffX fein, ^tre tout 
oreilles; e« fommt ju O^ren, accedit 
ad aureSf il vient aux oreilles ; auf 

biefem O^r 6ört er nic^tö (= bafür 

ift er taub), il n'entend pas de cette 
oreille-lä; e5 ge^t i^m 5um einen 
O^r hinein unb ^um onbern ^inauS, 

cela lui entre par une oreille et lui 

sort par Vautre; ble Obren Wngen 
laffen, baisser Voreille; Rcfi bei ben 
Ol^ren nehmen, se prendre par les 
oreilles; er ftecft barin b{& ju hm, 
bid über bie O^ren, il est dans cette 
intrigite jusqWauXf par dessus les 
oreilles. 

Ör, OÜöen^ 3Raabet«, SHüböl 2c.: 

oleum, huile; (^tciniS[,petroleum, 

Orben in Derfd)iebenen Sebcutungen: 

mial. ordo, ordre. 

fßad, ©eporf, ©efinbel; wir gebrauc^ien 

auc^ bagage fo, bod) ifl c§ mir im 

grran^. nidjt befannt. 
^alme, S3aum, ©iegcSprei«?, palma, 
"^dp^^, bci^ ift nic^t bon ^oppc, bgl. 

personnage de carton, komme qui 

n'a qu'un rdle de parade (Littr^, 

s. V. carton). 
p ein lief), f. SWeper, 9leuc ^aftrbüc^r 

1900, 3. 576, fid)er unter Ginflufe 

bon penible, 

^erürfe, alte '^Jcrürfc 6ei6t Oueften* 
berg im 2öa[(enfleln (3öaag <^. 89), 

bgl. perruque, personne trop dgSe 

pour les fonctions qu*eile occupe 

(Littr^ f. b.). 
pfeife, 5:abafÖpfcife, pipe; a^ufif^ 

inftrumcnt, mlat. pipe, pipeau. 
treffe, Drucf maf c^lne, ö^itw^Ö • p*'^*^^; 

einen Q)nmbfa^ preffen, presser une 

maxime. 

^ u I b e r, mcbi5lnif c^, militärifc^ : jMudre, 



ab, beö5Bagenö2C., fjoltcrinftrument, 
beö ^fau^, rota, roue; \d) bin gc* 
räbert (fe^r mübe), je suis roue. 

9lanbbemerfung überfctjt nota mar- 
ginal is; {HanblelflC, bordure. 

JRat, SWaßregel, beratenbe 3?erfamm5 

(ung: consilium, conseil. 

SHatte, Saune, rat; 53aüetratte, rat 

de ballet «Bd^udfaxb <B. H9). 
rauAen, 5:abaf raud^en, fnmer. 
JRaufd), einen ^aben, u newo iumit 



Beiträge ^ur ongleld^nben OebeutungiSle^TC. 



233 



IC gdowi (mörtlic^: cS raufest ll^m 
Im Äopfe). 
Tccf)t, gcrobe (fenfrcd)t, aufrecht, toag« 
rccf)t), re(f)tdfeiti0, gerecht, ^ubftontib : 

rectus, directus, droit; faum QUO 

rec/ti« entre^nt, aber burc^ genannte 

^orte beeinflußt. 
$Rc gifter, S3erAeic^niö, ber Orgel, ber 

Stimme, in ber 2)ru(ferei, rigitire. 
$Hcinfcf)rift, überfe^t mundum; rein, 

Qbt)erbiQl bor ^Cbjeftiben berftärfenb, 

purementf tiisto. 

SHeuc überfe^t eontritio ber Äirc^en* 
fprQd)e unb befommt bo^r eine 5e« 
fchränftere S3ebeutung. (Sflouner, @in* 
fluf^ bed (Il^riftentumd auf bie af^b, 
2>\>xad}t 893.) 

SRippc, an SWenfd) unb $:ier, Wan5^ 
(2cf)iff, ©emölbe, conta; SRippenftücf, 

coteletfCf entrecöte. 
^Ritter, überfe^t miles, (heralier; 

9t e i t e r ^m^b. riter) bebeutet urf prüng* 

lid) ba^ &ie\d)t: ift bie Trennung 

ber 35}ortbUbungen ber bon cÄ«ra/»>r 

unb carafier nac^gcbilbet? 
9Ro((e in ber ^ebeutungdentroicfeümg 

burcf) rdie beeinflußt. 
9Ro^r, ran/Ml, rann« mit ä^nlic^r ©e« 

beutung£(entiüi(f(ung; dibf^xt, 2n\U 

röÖre, canna. 
JHöt^cln, rubeohe, rougeole, 
SRofenfranj, romrium, 
JRo^bub, 3c^impftT)ort, morveux, 
9t ü (f e n , eine« «erged, SWeff erö, 93uc^Ö : 

dop'Mum, dos, 
9tü(ffi(l)t, respectus; berü(fficf)tigcn, 

respicere (SWitteilung bou ^rät^ter). 
rubren, berühren, bie Saiten, biz 

Seele: toucher, trogat\ 

Dt Ute, öerte, 3ö4t<Ö""0^*^<^^ä^"0/ 

3aubcrftab, rirga, verge; QängeU' 
mai^, männltcf)eö QJdcb, perge. 

C a i t e, eine empftubüd^e Saite berühren, 

toHcher la corde setisible, 

Salbe, 33egri^Bung«f ci)flfTe, glelA^eitig 
abgegebene Scf)üffe, 33etfaüiffalbe, frj. 

Holve. 

fatt, bon Speife, befrieblgt i. 31., fattc 

Jarbe, aatur; bid jum Üoerbruß, hoüI. 

Sa^t, grammatifd), muftfalifdj, phrase, 

Saum, beöÄleibcö, be« SBalbe«, ora 

reaii«, hUixp, 

Sammetpfötc^en, jMtte de velours, 

fc^ä^en, tarieren, ^ocf)^alten, estimer, 

(mftgnej tpjttimare, TiM^v, tsänii*. 



Sc^auber, frisson; fc^aubern, frw- 
soner, 

S (^ l a g , mebi^inif c^, überf e^t apopfexia 
bgl. 5. coIpOfpercosw, ruff. udar; 
f ($lagen,einen !uienfd)cn, bie ^rommel^ 

battre, bW (biwaf); ben geinb, battre, 
razbit*; SRünjen, battre, wifbiwaf; 
^er^fc^lag battement du cceur, bienie 
serdtm; fid) f (platten, bueüieren, se 
battre, bif^ja ; ben iaft, @ier f erlagen, 

battre; bie U^r fdjiögt, t^asy b'iut; 
eine gefd^lagene Stunbe, bityj t^as; 
ein S3le^ f*lagen (= ft^lac^ten) bif; 
mit bem greife auff(i[)lagen, nabif 
t^anu; ftd) burc^f dalagen, perebi- 
wat'sja; ein Cagcr aufftfilagen, raz- 
bif lager"; bie 3cit totfc^lagen, ubi- 

wat' wremja; ßärm f dalagen, udarit' 
trewogu. 

ft^eel, fc^lelcnb, mlggünftig, obliquus. 

S(6lff, einer Äirtlie, mlat. natis} 
Sc^iffd)en, am $(^ebftu6l, navette, 

f (Reiben, fpeAletl bie (g^e, separare, 
«Sparer, tellttKlfe im ©egenfaft jur 
eigentlld)en Trennung ber Qf^, oem 

ditfortium, divorce, 
f erliegen, logifc^, concludere; Schlug, 

condusio, 
Sc^Iüffel, ö^lffernf*Iüfiel, clef; 

muflfallfd^, chiave, def, 

fd)(fipfrlg, 93obcn, erjä^lung, lubri- 

que. 
f(l)mc(jen, in St^ronen x., se fondre, 

in (Jntaücfen tajat', 
fd)mleren, bcfted)cn, fl^raw^er Japatte. 
Srf)nabcl, „an Cllampen aüer 

«rt, ^rborfte^nber Dodit^alter" 

(2)$ßb. IX, 1145^, Sd)lfffd)nabe(, 

rostrum, 
fcftmu^lg, geizig, sordidus. 

Schneebällen, ^flanje, bouJe de 

neige, 

S(f)nitt, bed Qktreibed, eined ft leibet, 
bcö ©cfic^teö, coupe; ein 2Begfd)neibet 
ben anbem, einem ben 'Beg, bie 
Sebcndmittel, bad ^ort abfd)neiben, 
©ein berftfiueiben, couper; ©eutel» 

fc^neiber, coupeur de bourse, 

ft^neujen, ein Cld)t, moucher; 

Sdinuppe, moucheroHy mouchure, 

f(l)ön, elne^ fc^önen 3:age«, un beau 

jour i^äd)tcrK 
fc^reienb, tjaxbt, couieur criarde; 

^immelfd)reienb, aud Qkn. 4, 10. 

Vox sanguinis fratris tui damai 

ad me de terra. 



234 



®. ©inger, 



<S(^üIft, fol^rcnbcr, = fol^renber 

Scholar; ®d)u(mciftcr, scholw ma- 
gister, 

^ (Rüffel in bet Sebeutung „bad in 
ber (^(^üffel (^t^oltene" überfe^t oud 
platte, bort, koo bied nic^t (anbed* 
üblich ift; lel^tered aber ift in beiben 
^beutungen t)on fr^. plat beeinjlugt. 

fd)n)Qnen ^ot \x6)tt nicf)td mit bcn 
9{orncn unb ^c^monjungfrouen ^u 
t^un (3)^6. f.D.)/ fonbcrn cntftommt 
ber ©ele^rtenfproc^e bed 16. Qa^xf^^., 
bie cd nac^ „ed o^nt mir'^ bilbete, 
in Erinnerung an ben „^d^^onen« 
aefong^', bod Sieb bed <Bd)mQnd, 
Der feinen ^ob tooraui^ftel^t. !Ded« 
l^(b ^eigt „t^ fc^mant mir^ unb 
„ic^ l^obe, befomme (Sdjmondfebern'^ 
bie beibe aud) in bie !DiQlefte gebrungen 
ftnb, bor Odem 8öfcd boraudfe^n. 
(State urfprüngüd) ein (Stubentenmi^ 
bol^inter, fo fönnte man ougerbem 
an eine l^erbinbung bon ölet mihi 
„t^ a^nt mir", mit olor „©c^ioan" 
unb „@crud)" benfen. 

<5d)tt)an5, ©t^ioeif, urfprüngiic^ 
©(ftleppe, bann ©cftmanAeineö 2:iereö, 
Quc^ queue ^Qt beibe ^beutungen, 
nur ift bie (^tmicf e(ung bie umgef e^rte, 
tt)Qd aber 8ecinfluffung ni^t oud« 

ft^üefet. ^ud) ^tteu« d*un comke 

l^eigt ed, unb cauda beActc^nete gleich 
ben beutf(f)en Porten bod männUd)c 
Q^Iicb. 
vBdikbebe, in ber, in suspenso, 
ft^wimmen, in ©eligfeit 2C., tiaget-, 

plaicaV, 

@ee I e, töeologifc^ anima ; fc^öne ©eele, 

belle dme (5unäd)ft nod) 9iouffeQU, 

!D3öb. IX, 1479); grofee, ebie ©celc, 

grande, noble dme; (B^lz einer 

Äanone, ^Rocfete, rfme; (Seele eineö 
Unterncömen«, einer Partei, dme 

d*une entreprise, d'un parti; mit 
®eele pngen, chanter avec dme; 
Äofetöort, anima, dme; (ujremburgifd), 
@timmbö(5d)en an ber (^eige (!3)$ßb. 

IX, 2924), dme. 

(Se^ne, eineö 2:tere3, ©ogenfel^ne, 

nervus; fel^nig, nervosus. 
©elbftbcrmoltung, selfgovernment, 

mUoHomie (9Wet)er, o. a. O. 565). 
^itte, fittnd) mo^I burd) mores, 

moralisch in ber ^ebeutung^ntmicf« 

lung beeinflußt. 
®o^le, <S(^u^fo^(e aud lat. «o/ea, 



ober f^ug', (Sd)Q(^t^, ^baifo^Ie burd) 

«o/um hominis, fosscB oeeinPußt. 

(Spanne, 3^*tfpanne, dodrans, 
(Spiel, ber ^nber, (^lüctdfpiel, mlat. 

joctts,jeu, igra; fpielen, mldijocari, 
jouer, igrcU* ; (Spieler, jocator,joueur, 
giuocatore; (Spielmann, joculator, 

(Spiel5eug,iow«*/ein SRufif inftrument, 
ein ^beaterftücf fpielen, iow«r, igrat'; 
eine wotte fpielen (= tt)id)tig fein) 
jouer un rdle; mit feinem Ceben 
fpielen, jouer avec sa vie; nur um 

bie @^re fpielen (b. f). nid)t um Qkib), 

nej, quepour Vhonneur; alle fjebem 
fpielen laffen, faire jouer toutessort es 
de ressorts; b(x^ (Sd)lo6 fpiclt nid)t 
cette serrure ne joue pas; ber @toff 

fpielt 5tt)ifd)en grün unb gelb, VAoffe 
joue enire le vert et lejaune; (^nem 

einen (Streit^ fpielen, j, un tour ä 

quelqu'un; 92aturfpiel, jeu de la 
nature; SQ^ortfpiel, jeu de mots, igra 
slow; ®efellf(ftaft§fpiel,>tt desoci^^; 
(Spiel beö 3wfQÜÖ, jeu du hasard; 
unfd)Ulbige (Spiele, '>**^ innocents; 

93örfcnfplel, ieu de bourse; ein ©piel 
harten, ein (Sd)ad)fpiel (b. ^. bac^ 
Söerf jeug beö (Spielerd),>u de cartes, 
d'^checs; @picl be« Cic^td, jeu de 
la lumi^re, igra solntsa; ÜÄienen 
fpiel, jeu de la physionomie ; «Spiel« 
räum geben, donner du jeu; im 
(Spiele fein, ^tre en jeu, 

(Spi6,$Raufd),t7ow»«;>oiWij(18.36l).). 

(Sporen, am 9?eiterfticfel, om Jufe 
bed ^a^nö, an 93lütenfeld)en, iperon; 
feine (Sporen berbienen, gagner se» 

Operons, 

(Sprung, ®ebanfcnfprung, saut, 
(Stab, ^ommanboftab, 3l(arfd)allftab, 

bdton, 
(Stall, auö *stadlo (^ieberd, 3bg. 
gorfd). IV, 335). urbenüanbt mit 
stabulum, aber in ber 33efd)ränfung 
ber heutigen ^ebeutung mo^l bon 
biefem beeinflußt. 

(Stammbaum, arbor generationis, 

ftel^en, fte^cnben örußeö, staute pede; 
(Stanb, Status, Hat, im (Staube fein, 

Hre en itat, bgt w sostojani ; ftanb- 
^aft, beftönb^ constans,stojkij,postO' 
janntp (beffen ^bberb postojanno 

gleidi bem beutfd)en .immer' bebeuten 
fann); beborfte^n, w^^/o/a^'/Mifteben 
fommen, stare, stoit' ; cd ftebt bei 
(finem, stat per aliquem. 



93eittÖ6e sur oergreic^nben SebeutungdCe^re. 



235 



ftfißcn, 5U ^fetbf, In bcn ©oöen, 
auf bo« ©djlff, ouf ben $:^ron, her 
8Iu6, btc ©onnc, ber ßu^, ble 
3(ftlc ftclgt, bcr ©ein, ber ßorn ftelgt 
SU ^opfe, bod 8(ut bie 9{0te ind 

C>Jcficf)t: monier. 

(^ t e H u n g , amtlich, gefe Hf c^oftUc^, /)o«t- 

anfteücn placer, pristawü* ; fteQen^ 
eine Sroge, ponere, poser, 8tawü\ 

Stempel, estampey tftampaf stampi- 
gUo; ^ier bürften xotM bie roma* 
nif(f)en (Bprodien bie ^beutungcn 
löJerf^cug, SRcfultat bcö ©tcmpelnö 
— - successive empfangen ^oben. 

3ti(^, bcr Sßeht ^at einen ®t., /« nw 

/f0 pique. 

(Stimme p^tjpfcf), poHtifcf), vox, voix, 

ffolos. 

3tor(f)fcfjna5eI, W^nje, bec de ci- 

gogne, 
©tra^I, Wl/ ßic^t^/ SBafferftrapI, 

^V rf« lumi^re, d*eau ; bgl. /^/a rfie*, 
/^ Holeil darde 8es rayons. 

(3 trief. Im ^aufe beö Öe^ängten Dom 

3tr. reben, parier de corde dann la 
maiHon d^itn pendu, 

Stücf, %\)t(iizi\XM, pihe ; SRufifftüc!, 
morceau. 

Gturmbocf überfe^t aries, 

f ü R , bcr mobenie übertriebene ©ebraucft, 
bef onberd bei ©ocfftfc^en beliebt, f ommt 
tüoftl QU« Gnglanb: ift er nicf)t füfe! 
oh, isn't he sweetY fann man ge(e= 
gcntlic^ bon einem @lcp6anten ^ören. 
Aber Qucf) ber bereit« m^b. fe^r aw^-- 
gebe^ntc QJcbraud) bon miese ift moöl 
Don dnh'iH, doux beeinflußt. 

ZaUi C^fetifd), Gffen, table; offene 
5:afe( garten (j. 93. Urlaub, Älein 

SHotanb), teuir table ouretie; 5^QfeU 
runbc, table rowle; öcfc^ötofcln, 
Stammtafel, ßogarit^mentatcl, tables 

de la loi, ginicUogiqueSy de log- 
ariihmes. 

Xag urfprünglic^ nur bie ^cHe ^age«« 
bälfte (.^luge f. ö.) ift bie «u^bc^^» 
nung auf 24 ©tunben bem öinfluß 
be« lat. dies al« J^riftbeftimmung 
( JHccf)t«fprad)c) jusufcftreiben ? 3:agc«* 
orbnung, ordre du jour. 

tanken, auf bem 3eil, danser sur la 
corde (ma« uatürlid) fein mirflicöe« 
5:on5en ift; aucf) übertragen); ©eit«* 
tans, Chorea sancti Viti, 



teilnel^men participare, partieiper; 
gemütlich: prendre pari. 

tief, «Cbgrunb, minbe, ®€6öubc, 
SBiffcnfc^aft, ®(^laf, ®efü^l, !Dun!el, 

S3ö6, profundus^ profond, profondo, 
gluhokij, 

Stinte, 8farbe nac^ «belung 5)©b. f.D. 

burd) ital. tinto in ber 93ebeutung 

beeinflußt 
5:ifc^ f. t:afel; reinen 3:ifc^ mac^, 

faire table rase ; 9Ja(^ttifc^, table de 

nuit. 
^oc^ter, alem.: für SV^öbc^en (auc^ 

«iöc^terft^ule* juerft in bcr <Bd)tt>t\^), 

(Hinflug uon ßlef 
Tölpel m& dlfrpel überfe^t vilain. 
^ranf fpesieU ^r^neitranf, potio. 
^on, grarbenton, ton de couleur al« 

@ntle^nuna an^ bem grans. ^^n 

Slbelung, $)3Bb. f. b. beaeit^net; ber 

gute Ston, le bon ton. 
Stopf, eine Stimme mie ein serbroci^enet 

^Opf, une voix de pot cassi. 

tragen, b(x^ Stragen ber ^Stimme über-» 

fc^t il portamento di voce (Slbclung 
%m>. f. b.) 

treiben, 55ie$,93lätter, SBlüten, ^offen, 
etkoa«^ nidrt«, agere; koa« treibft bu? 
quid agis. 

Strtnfgelb pourboire. 

2:rommel im Ol^r, tympanum, tarn- 
bour. 

tropf, ml^b. (Sc^lagflug, mlat. gutta 
it. goccia. 

Abel, ftc ift nitf)t übel (= ^äfeU*), 
eile n*est pas mal (man fönntc l^ier 
tt)eber „fcfilec^t* nod) mauvais fagen, 
mägrcnb ,b<xQ ift nid)t übel'' mxh 

,f(f)le(^t", ce n* est pas mal \x. mauvais, 
fonfurricreni; q^a« übel nehmen, 

prendre mai ; Ubclt^at, maleficiumf 

malfait; Übcltljätcr, malefactor, mal- 

faiteur, 
übercinftimmcn, concordare, (Jum- 

q)u)V€iv (53r^Ql ®. U7) ügl. Gin« 

flang^ ein^dig. 
Übergabe, rccfttlic^ überfe^t traditio. 

(bgl. peredntia). 
Überbeben flrf), se efferre, woznosit'sja. 

Übertragen and einer Sj)ra4e in bie 
anbere, transferre; Übertragung, 
translatio (frü^r grembttjort trans- 
latz}. 

Übertreten transgredi; Übertretung, 
transgressio. 



236 



©. ©Inger, 



umarmen^ embracer, abbraciare. 

Urnftonb, circutMtantiay cireomtance 
(0Qul ^b, f. t).)/ frepCaTam^ oä«/o- 
jaieVstwo; machen ^\t fchic Um« 
ftänbe, ne faites pas de circon^ 
stances; etfc^tuerenbe, milbernbe Um- 
ftänbe, circonstances aggravantes, 
att^nuantes; umftänbücf) , obstoja- 
ttVnyj; UmftanböttJOtt obstojatel'st 
icenfwje slowo. 

unberlüffen, unbcrminnen, un- 
bctfe^cn (fi(^) In glccfö glorc 

Übetfe^t 8*entrebaiser, s'erUranter, 

s'entresgarder (Q^eTbtUUd, (^efc^. b. 

b. 3)lcf)t. I», 639). 
unermeglid)^ immensm (^unöc^ft mol^C 

tJ^ologlfc^r terminus). 
un..crfcftütterrit^, inibranlable (auf 

Überfe^ung lönnte tDeifcn, bog ed 
!cln porttltocö ,crfd)üttcr(id)'' gicbt 

unterbrechen eine 9^ebe jc, tWei-- 

rumpere, inierrompre, perebywat*, 

unter ^a Iten, ha^ %tnzx, eine^efannt' 

ft^aft, entretenir , podderSat* ; eine 
fjrau, aoutenir, entretenir, 

unterliegen, auccumbertt suecomber; 
boc^ mol^l nur s^fäUig, ügl. obe 
Ugen, überlegen ; ©r^oT . Essai de 
simantique 146 fte^t ed old Überfegung 
an, cbenfo wie begreifen, beftä* 
tigen, entfc^eiben, entbecfen. 

unternehmen, undetiaket entre- 
prendre; Unternehmer, undertaker, 
entrepreneur, bod ©ubftantlb \id)tt 
entlehnt (beim ^rbum lonn man 
5tt)cife(n, bgl. übernel^men, auf ficf) 
nel^men); ob bad beutfc^ unb fran« 
S^rtf^e a(fid)mö6ig aud bem eng- 
lifd)en, ober beutfc^ unb englifc^ aud 
bem fran^öpfc^n, müßte eine Unter* 
fucf)ung ber nationalöfonomifc^en 
2:erminl beö 18. ^a^r^btö. lehren. 

Unter fteHung, suppositio , suppo- 

sition. 

©aterTanb, patria. 

berbinben, obligare, obliger; toer* 

bunbcn, obUgi; 33erbinbUc^feit (ju* 

riftifd)), oUigatio. 
toerfüfiren seducere, siduire, 
t)ergebcn j>erdonare. 
berpärten, obdurare; oer^ärtet, obdu- 

ratus (t^eoiogifcf)). 
berfeftrcn, conrersari, obratit'sja. 

t)er loben, despondere (berloben: loben 



b.i. berfprec^en = despondere: spon- 
dere). 
ber öffentlichen, publicare, publier, 
pubiicieren. 

berqulcfen, amalgamer (refp. mlat. 

atneUgamare), 

SBerfuc^er überfeftt tentator. 
$ierecf, ©ebiert, überfe^t Quadrat, 

SSiertel Quart, Quartier. 
bögcIn«ware(=coire; 3)ubau a.a.O.) 
l^oifdfunbe überfe^t folkeore; ^olU-^ 

kbirtfc^aft, national economg; bolfd« 
tümttc^, populariSy populaire^ aber 
auc^ national; ^odSlieb bei ^erber 
für ältere« Nationallied, Populär- 
liedj chanson ncUionale, populaire, 
national, populär song; $o(ldtum, 
nationalitS, Nationalität. 
borbereiten, prwparare, priparer. 

S3orempfinbung, prisentiment. 
SBorgebirge übcrfe^t Promontorium 

{\cX\6) für promunturium). 
S3orfe^ung überf eftt Providentia (pro- 

widenie), 

SB ä Irrung, valor, valeur, valuta. 
SBappcn, arma, armes, armure. 

Sßaf f er (citung, a^Mijprfwc^w« ; SBaffer- 

fc^CU, hydrophobia; SBafferfud)t, Hy- 
drops, 
Söecftfel, SBedjfelbricf überfc^t cambio. 
lettera di cambio; (®elb) mecf^feln, 
cambiare, changer; Söec^Öler, cam- 
biadore, cambiatore, cambista, G^eib 
tuec^SIer, cambiamonete. 

meg abb. it. via, njo^I zufällige 93c= 

rü^rung. 
3Beife, SWelobie, modus. 
tt)ei6tt)afd)en, einen SWobren, Aieiowa 

XeuKaiv€iv (3f. f. ob. 3Wa. HI, 50). 
Söelt, Qlib. Seitalter, 3öelt, sa?culum; 

bie grofee Söelt le grand monde; 

$a Ibmelt demimonde, 
Iberfen, in vincula conicere €i^ t6 

bea^iuT/ipiov ^MßoiXXciv (^räc^teri. 
Söefcn,p^ilofop^ifd)er 5'erminuö über^ 

fe^t esse, essentia bgl. suitiesUco). 
tt)id)fen, ©tiefel, auci^ menn ed nicftt 

mit Söac^ö gefrf)ieöt, cirer. 
miberrufen überfc(jt revocieren. 
mieb erholen, repetere {'^xäd)tex). 
mic? commentf ttjenn man eine JHcbc 

nic^t berftanben l^at; l^öflict)ere f^orm 

ald .mad? gwoiY" ($räd)ter). 
micbergeben, überfeften, barftellen, 

bortragen, reddere, peredat*. 



Setträge ^ur oergleic^nben Sebeutungdfe^re. 



237 



tuiberftc^n, reaisterey ustojaf. 
SBol^Igefaden, beneplacitum ; loolge^ 

fätliö, benepiacitua; too^IgefaHetl, 

beneplacere (oOe in btt SuIgOta). 
SBo^U^Qt beneficium; SS^o^Itl^ätet, 

benefactor; tt)0^(tdtig, befieficus; 

5öo^U^ätigfclt, beneficetUia. 
tDO^ItDoUenb, benevolenSy benevolus; 

^O^lmoden, benevoletUia, 
So ort, 3krfpre(öen, parole, seotco; 

fein 2öort geben, donner sa parole; 

l^often, <^»iir 8a parole, sderiaf 

stcoje alowo; boö Sßort ergreifen, 
Qbfd)nelben, ^aben (parlamentorlfc^), 
bcr langen, znif^\t!tjtn,pretidre, couper, 
avoir, demander, retirer la parole; 
auf mein 3öort! sur ma parole! 

2öud)er, iwwra, bte 53ef(f)ränfung auf 
ben unerlaubten Stapita Ulnd gebt 
üon bent ®prad)gebraud^ oer Shrc^e 
<x\\^, bcr natürll^ Aunöc^ft h^i ioi, 
Söort trifft, ba ber $Hrrf)e eben jeber 
Slapital^ind ald unerlaubt galt. 

2Ö u n b e r , miraculum , ditco ; ftc^ 
tüUTibern, mirari, diuHfsja. 

?ö u r ü e l , ülgebralf d^, fprac^gefd)i(^tlld), 

radixy racine. 

3c^nt, decima. 

geitpunft, punctum f point; ^z\Xf 
raunt, spatium, espace. 

5 er ft reut, dütrait, 

5icöcn, bie U^r, ba& ©cftmert, ben 
SBagen, ble Ol^ren, ein Co«, blc 
Sßur^el (matl^em.), ben S3or^ang, eine 
Cinic, einen Äanal, einen Äorbon, 
einen 50öec^fel, SJortell, bie Äonfe= 
qucn^en, tirer; an ^df jic^n (= flc^ 
aneignen) tirer ä soi ; er jie^ 
10 000 fjranfen auö feinem ®runb:= 

befl(j, il tire 10000 francs de rente 



de 8a terre; fic^ aud ber Äffatre 
5le^n, ee tirer d'affaire; ^XtlfOXi^ 
(ber Öottcrle), tirage, eetfxizione; ab- 
^Icl^n, btn !©eln, eine 2)ru(ffa(^, 
tirer; QuMitxt, betee de tirage. 
Rüg im Öfen, tirage du foyer; 
©tiefel^le^r, tire-boUe; Äorfjic^r, 
tire-bouchofi, S^or!5lel^erIo(fen,cA«Mwx 
friaia en tire-bouchan ; QwQ, 9{ei^ 

bon SWenfdjen ober 5:ieren, @ifen= 
bal^n^uo, train-, im Quqc fein, in 

gutcm^uge fein, itre en (bon) train; 

3ug, wt beö 3le^en«, beö ^rlnfen^. 
Im (S(f)a(f)fplel, Q^efic^tii^^üge, G^a« 
rafterjug, trait; Qugiß^txb, chtval 
de trait; J^eber^ug, trait de plume; 
3ug für Qa^, trait pour trait; in 
einem 3"9' <''«'» trait; In langen 
3ügen trinfcn, boire ä longa traita; 
ber 9toman ^at Rmq, ce roman a 
du trait; Se^ug ^aben auf etnmi^, 
avoir trait ä. , .; anjiel^enb. An» 
Ale^ung, attrayant, attraction; bie 
Wolfen 5te^n, oNaka neautaja; aud 
ber Stüd^ ^ie^t ber fRand) l^ereln, fz 
kuehni neaet dymom; cd ^lel^t bom 
gfcnfter u okna neaet. 

31 el, feftgefefttcr 3ettpunft, termi* 
nua. 

Qixtzl (eirfcl) Jhelö, gefettlger «rel«, 
eirculua; ^n\tt\xmmt jum S^reld« 
5tel^n, entlehnt ble Sebeutung bon 

eircinua (^b"^ ^b. f. b.). 

3unge, ©prac^e, Grb^unge, Öanb= 
AUnge, fXwaaa, lingtta,langue; 3üng« 
lein an ber ^age, Ungua, languette; 
Oc^en^unge C^jpanje^, bubula Ungua, 
bugloaaoa. 

34b ei 0/ ®efc^äftd5toeig 2C. branekty 
obraae. 

3b)ieba(f, biacuit, biacotto. 



st Vettstan;. 

@. »ilfinßcr. 

©t. Seit^tans (chorea S. Viti) Reifet befanntlic^ eine Sßeröcn* 
frantl^eit, bie jid) in gewaltfamen 3u^U"8^n ^^^ 3Kn^!e(n unb 93er^ 
renfungen ber ©lieber äußert. äBa§ ^at aber ber 1^. Situd, ber unter 
Sioüetian ben 5IRärt^rertob erlitten fjaben foH unb am 15. 3uni feinen 
©ebenftag in unferm fi'alenber l|at, mit biefer Äranf^eit ju tl^un? 
„5)ie Äranf^eit — berichten bie ©prac^gelefirten — l^at biefen SRamen 
ba^er befommen, roeil man ben 1^. SSeit als Reifer gegen biejelbe anju- 
rufen pflegte." 3rf| nel^me an, ba^ eg mit biefer Il^atfac^e feine 
9lid)tigf eit l^at ; ber ©rfilufe, ha% bie Sranfl^eit baljer ben 9?amen erl^alten, 
fd^eint mir aber baburd) nod) nidjt Ijinreici^enb begrünbet ju fein. @^ 
[iegt etma^ Ungemöl^nlidied unb Unlogifd^e^ barin, ein £eiben uad) bem 
JU bejeidjuen, ber e^ ^ei(t. S)er ^aj^enjammer l^ieg e^ebem bei ben 
iJranjofen „le mal de S. Martin", ni(f|t roeil ber |. 9J?artinug ben* 
felben l^eilte, fonbern raeil er if|n öerurfarf|te (SRartin^trunfj, unb unferm 
„©. Urban^plagc" liegt biefelbe SSorfteKung ju ©runbe. Stud) ber jtüeite 
Seftanbtcil biefe^ SJamenS l^at bei biefer ©rflärung tttoa^ ?luffallenbe§ ; 
e§ bleibt babei unKar, mie bie ©lieberjudungen eine§ öon einem 9iert)en* 
frampf gefrf|üttelten Äörperg bie SSorfteßung eines Janjcg, jumal eine§ 
SReigentanjeg (chorea) ma(f|gerufen l^aben. 3!)ie SJoHe, bie ber lag 
beg 1^. SSeit (15. 3uni) in ben legten Sal^rl^unberten beS aKittelalterS 
im c^riftlic^en Äalenber gefpielt l^at, füljrt auf eine anbere 6rflärung, 
bie öieHeictit norf) einer tiefern Scgrünbung bebarf, afe irf| fie im Äugen* 
b(icf JU geben vermag, immerl^in aud) je^t fd)on genügenbe S33a]^rfd)ein« 
Iid)!eit befi^t, um als ©runblage weiterer (Erörterungen ju bienen. 

3!)er ^tijUx beS julianifrfien Sai^reS bratfite eS mit fid), bafe bie 
Sal^rpunfte, bie öon ©ofigencS auf ben 25. SJiärj, 24. 3uni, 24. September 
unb 25. 25cjember fijirt raorben maren, fid) immer mel^r öerfrül^ten. 
5)ie Gomputiften beS frül^eren 5DiittelaUerS mie 3fiboruS, SBeba, 
^rabanuS 3JiauruS unb anbere l^ielten an ben julianifdien j)aten fefi 
unb pflegten nur mit SRüdfid)t auf bie fird|Iid| recipierte Cfterbered|nung 
ben 3"iöfe 5" mad)en, bafe für bie 93ered)nung beS CfterfefteS ber 
21. ÜJiärj als grü^IingSgIeid|e anjune^men fei. Slflein bie SDiffercnj 
rourbe immer größer unb fül^lbarer, bis enblid) im Saläre 1582 burc^ 



et. Seüf^tana. 239 

bie gregoriantfc^e ^a(enben[>erbeffening eine rabicale ^ei(ung eintrat, 

nac^bem bic Sal^rpunfte — naü) Sbclerö Serec^nung — fi^ auf bcn 

11. 9Ȋrj, 12. 3uni, 13. September, 12. December tjerfc^oben l^atten. 

SBir ftnben aber (c^on einige dal^r^unberte Dor ber @regoriani(d^en 

9{eform beftimmte @^uren neuer Hnfä^e, tpomad) bie ^al^rpuntte auf 

©regorü (12. ÜJförj), »eit (15. 3uni), Sambert (17. September) ober 

auf ftreujtag (14. September) unb fiucia (13. 3)ecembcr) fijirt worben 

iDaren. S^l^^^'c^^ ^alenbarien, Sprid^mörter, SBettenege(n unb auc^ 

SSoIfgfitten legen oon biejer I^atfac^e 3cwgnig ob unb lenfen bie Äufmerf* 

famteit be^ ^ulturl^iftoriter^ auf eine S^l^atfa^e, bie in ben c^rono(ogifd^en 

|)anbbüc^em meift unermäl^nt bleibt. Sin mittelaUerlid^er Serd (ScbmeUer 

s. V. Suj) bcfagt: 

Lamprecht, Gregorii adaequat noctem diei 
Vitus et Lucia sont duo solstitia. 

„®regori unb bad ^reuje mad^t ben Xag fo (ang ald mie bie 
SRactjt" ; „St. fiujen mac^t ben Jag ftufcen*' ; „St Seit ^at ben längften 
Jag'' u. }. m. jagte man in 2)€Utf(i^Ianb, unb ba^ alte Kalendarium 
Alemannicuni, ha^ Sdjilter im 1. ©anb feinet thesaurus publiciert 
^at (er fefet e^ in bai^ XIII. Sa^rl^.), bcmerft jum 15. 3uni: „solsti- 
tiuin aestivale, S. Viti, l^ier mag bie funn nit l^öl^er". 2)er SSeit^« 
tag galt bemgemäg etma feit bem Snbe bed 13. ^ci^rl^unbertd für ben 
eigentlichen Sonnmenbtag, unb mir bfirfen und nid)t munbern, menn 
mand)e Solfdanfc^auung unb $$o(tdfitte, bie urfprUngUd^ am Sol^annidtage 
l^aftete, roenigftend fporabifc^ auf ben SJeitdtag Übergegangen ift. J)ie 
befannten Sitten bed Öol^annidtageig bejw. feinet Sorabenfo finb: 1. J)aÄ 
Sobannidfeuer, ha^ man unter allgemeiner SBeteiKgung auc^ ber dor* 
ne^meren @efeBfrf|aft nic^t nur auf ©ergen, fonbern in ben Strafen 
ber Stäbte mit Slnbruc^ ber 9?arf|t anjünbete. 2. 5)er Sol^annidtanj, 
St. ^angtanj, inbem ®ro6 unb SIein, $ocb unb 9?ieber fi^ im 
JReigen um bad lobcrnbe 5^uer bewegte, auc^ in wilben Sprüngen 
über ben l^erabgebrannten ^oIjftoB eiujeln ober paarweife wegfegte. 
3. Jie Sol^annidfräuter, bie man an biefem Slbenb pflüdte unb ju 
manrfien abergläubifc^en Qxoedtn, jur Äbme^r bed Ungewitterd, jur 
•Teilung bcd !ran!en Siel^ei^ u. f. m. öerroenbete. 4. Die 3lol^anniiJ» 
bäber am Jage ober am SSorabenb So^annid finb uralt unb feit ber 
3eit be2 §(uguftinud burc^ aHc üänber unb Sal^rl^unberte narfijuroeifen. 
@d gab nnmentlicf) beoorjugte SBrunneu unb DueKen, bie man an 
Sobanni« ju biefem Sxoedt aufjufutiben pflegte (®rimm SRtjt^. ooo ff.). 
^Ile biefe für 3ol^anni fo (ftarafteriftijc^en ©ebräuc^e ftnb nun, ba fie 
an ber Sonnroenbe b^ft^^^^r ^u^ ^uf ben äJeitdtag übergegangen. 
9ieindberg'J)üringdfeIb erjä^It im Jeftfalenber au« Sbbmen (S. 300), 
wie fic^ bei ben Jf(^ed)en bie Sitte erl^alten b^^e, um bie 3^5* ^^ 
JBeitetage« narf) bem JRiefengebirge ju wanbern unb bort an beftimmtert 
Oueüen Cpfer oon «Ipübnern barjubringen. SJon biejen Duellen nel^men 
fie bann in allerlei ©efäpen SBaffer mit. Sn^Uid) pflücfen fie ftrouttr 

3f^». in. lö 



240 &, »ilftnger, 

unb 93(umen, um biefe(6en gletd^faDd mit nad^ ^aufe ju nel^men. 
„3Rit bem äBajfer mufc^en fie il^r franfed unb gefunbed ^ief), bie 
Kräuter mengten jie unter ba^ gutter. Äuc^ räucherten fie bie ©tälle 
mit ben Kräutern aud unb 6ef))rengten fie mit bem äBajfer, bag bod 
äSie)^ gebeil^e''. äJ^on fonn jic^ taum ber Ueberseugung t^erfc^Uegen, bag 
biefe ©ebräuc^e, bie gonj ibentifc^ t)om Solonni^tag betannt finb, 
jugleic^ mit bem Segriff ber ©onnwenbe öom 24. auf ben 15. 3uni über^ 
gegangen finb. Saju fommt nun, bog mir ben eigentlichen 3Ritte(puntt 
ber Sol^onni^gebräu^e, bag ©onnmenbfeuer unter bem SJamen @t. JBeit§* 
feuer mieber ftnben. @o {)eigt bad(e(be an t)erfc^iebenen Orten @c^mabend 
(SBirlinger, Äu^ Sc^maben, ©.116 ff.), aud^ wo bie ßeremonie am 
Sol^anni^abenb ftattfinbet. 3n gemiffen ©emeinben ttjirb fie aber an 
ben 3 auf ben ä^ett^tag folgenben (Sonntagen vorgenommen, unb Sir« 
linger l^at auc^ ein 3^wgni2 aug bem Saläre 1593 beigebrac{|t (ib. ®. 117), 
bag ba§ @onnn)enbfeuer am Seitdtag abgel^alten mürbe. Sarauf beutet 
auc^ ber an Dielen Orten gebräuchliche 9{eim ber Ijoljfammelnben ^ugenb : 

öeUiger ®t. 55elt 
mf> mir au a (Bereit 
OlnS ober brul 
3um ^etrige (Sinfafulr. 

Dl^ne SttJ^if^I \ft ^^^ ©onnmenbfeuer nac^ ber mittelalterlichen 
83eftimmung be^ @olftitialtage^ menigftend ba unb bort auf ben SeitStag 
gerüdtt, um fpäter nac^ ber @regoriani{(^en ^alenberorbnung mieber auf 
ben alten, bnxi) bie 2!rabition gel^eiligten Sag jurücfjuf eieren. Sie Sin- 
menbung be^ bi^l^erigen auf unferen @egenftanb bürfte fic^ nun üon 
felbft ergeben. 3Bir l^aben gefeiten, mie bie 3ol^annidbäber, bie So^annid« 
trauter unb ba^ Sol^anni^feuer auf ben Seitdtag gerildft finb. @d fe^lt 
5ur SerüoUftänbigung nur noc^ ber Sol^annidtanj ; beffen fc^on in bem 
fieben beS f), @ligiu^ ©rmäl^nung gefcliiel^t. „Nullus in festivitate 
8. Johannis solstitia aut ballationes vel saltationes aut caraiüas 
aut cantica diabolica exerceat'*. Soljanne^ 93oemu§ (1520) gebraucht 
ben Äu^brucf: choreas agere: „In nocte S. Johannis Baptistae in 
Omnibus fere per totani germaniam vicis et oppidis publici ignes 
parantur, ad quos utriusque sexus juvenes et senes eonvenientes 
choreas cum cantu agunt.*' SBir l^aben alfo in engfter Serbinbung 
mit bem ignis St Johannis eine „Chorea St. Johannis", unb jo mußte 
fiel} notmenbig, nad^bcm bie Serfc^iebung ber ©onnmenbc auf ben 
15. 3uni ben begriff be^ @t. Seit^feuerg l^ert)orgerufen Jjatte, mit 
biejem fic^ and) bie „chorea St. Yiti'^ öerbinben. SBo dürften unb 
tjürftinnen, bie ^erren Dom diät unb bie ^atricierfrauen ficf) am @onn* 
menbtanjc beteiligten (jal^lreictje Söeifpiete geben ®rimm, SKptl^ol. 583 ff. 
unb ©c^meller, b. 333. s. v. ©unnmenbfeuer), mocljte e^ bei bem lanje 
leiblich ehrbar l^rgel^en; um fo l^eftiger aber mirb ber Xanj, um jo 
gemaltfamer werben bie Sprünge gemejen fein, wenn fic^ ber anftänbigere 
leil ber ©cjellfc^aft 5urücfjog, um bem ^übel bie ^ortjefeung ber ßuft* 



®t. 55eit^toni. — O. Seife, ffiorternärungen. 241 

barfett um ben l^eraBgebrannten ©c^eiterl^aufen ju übcrlaffen. S)ann 
itol^m bec Seitötanj einen fi^axatttt an, ber cd ert(ärßc^ mac^t, mem 
ber geläufig geworbene Segriff auf bic milben ©lieberjurfungen eine^ 
(Spileptifdien angettjanbt würbe. 35ie Sitte, ben 1^. SSeit ate ^Ifer gegen 
bic Äranfi^eit anjurufen, ift aber wol^I o^nc S^eifel aU eine [Jolge bed 
einmal geläufig geworbenen ^Ramend ber Äranfl^eit anjufel^en in äl^nlic^er 
SBeife, wie ber 1^. Salentin burc^ ben jufölligen Änflang feinet 9?amen§ 
jum Reifer gegen bie ^fadenbe Suc^t" geworben ift. 



VDorterklärttnsett. 

$on 
O. aSeife. 

1. oer})fufc^en, ocrfumfeien. $. 95oII l^ölt ba§ SBort oerfum* 
feien (ögl. fiponä 3eitfc^r. f. b. beutfd^. Unterr. XV. ©. 730) für entlehnt 
au^ cng(ifrf) forfeit = frj. forfait o. lat. foris facere, wa^ jwar ber 
ä3ebeutung nad) pa^i, aber formell unmöglich ift. 3)arum bemerft au^ 
SBeibling ebenba XVI, @. 131: ,,©onte ba nic^t eine anbere ^erfunft 
ju ermitteln fein?" 3n ber Sl^at ift ba§ ©ort ec^t beutfd^ unb berul^t 
wie Derfdjiebene anbere ^udbrüdfe bed ä^erberbend unb SSemid^tend auf 
einer Sd^allnac^al^mung. @benfo |^at oerpfufc^en, ba^ nac^ jituged &Xf^ 
mologifdiem äBörterbud^ jeit @tie(er (1691) gebucht unb bejeugt wirb, 
onomatopoetifcbe ^ertunft unb bejeic^net im älteren 9t^b. nod| ba^ 
©cräufd) bed aufjifdienben ^uloer^. 3n äl^nlic^er SBeife wirb verpuffen, 
ba^ junödift ben ^lang bcd (oiSgel^enben @(^uffed au^brücft (og(. piff, 
paff, puff), im Ober^fifc^en (ßreceliu« Dber^eff. SBörterb. @. 219) 
für öerpfufc^en gebraucht, j. ©. ein SIeib, einen 9loc! verpuffen unb im 
2l^üringifd)en für aufbraucl)en, burd|bringen (^ertel, Xl^üring. Sprac^fd^. 
<3. 1 x\^ ; tjgl. altenburg. @clb oerpuloem = oerl^aucn, unnüfc ausgeben). 
S(ud) bie in mittelbeutfd)en äJJunbarten t)orfommenben ^(u^brücte 6ielb 
oerbläffen i^crtel S. 69; ogl. bläffen oom ^unbe), @clb oerplempem 
(ebenba ®. 183), @elb oerläppern, oerfläppem, oerflentern (Älbrec^t, 
fieipjig. 50iunbart ®. 229; ßreceliu^ ©. r>35), oerquatfc^en = oergeuben 
(jcblefifd), bei SBeinl^oIb Xialcftforfc^. ©. lOojj^aben ganj ba^ Äuejc^en 
t)on onomatopoetifc^en ©ebilben ober finb wenigftend Don fcbannad^« 
a^menben äJerbid aud ju i^rer übertragenen ^ebeutung gefommen. 
5Cemnod| fann e§ nic^t befremben, ha^ t)ertumfeien, we(d)ed urfprünglic^ 
ben filang ber ©eigenmufif bejeidjnet (ögl. nbb. eJww^fcu Sanj) ben 
@inn oon öerpfufcftcn erl^ält, j. ©. in iJeipjig (Älbredjt ©. 228), in 
SEbüringcn (|)ertel ©. 1 80 1, in Cbcr]^effen(e;receliu28. S6o). ß^arafteriftifc^ 
ift l^ierbei bte fdjwanfenbe ^orm; benn wir finben baneben oerbumfeien 
(^ertel @. 77), t)erbumfibeln, oerbumfü^ten iK. ^örftemann, populäre 

16* 



242 O. ©clfe, 

äReton^mien, äRagbeburger 9iea(g9mnafiaI))rogramm 1900 II. @. 36), 
t)on benen bad an jtueiter ©teile genannte SBort gerabeju auf bte f^iebel 
unb ben e^iebe(6ogen ^inmetft. %^mt man boc^ auc^ ju $(an in SBbl^men 
ben @etgenton mit ben äBorten ftbe(gunta9, fibelgeigad nac^ (t)g(. 3. ©(fiepet, 
S)er ©afebau bcr ©geriänber SIRunbart ?ßrag 1899 ©. 89 «. 5). 
Ueberbie^ fe((t ed nic^t an Analogien, b. 1^. an t^äOen, too mufifa(i)(i^e 
^(änge jum Sudbrudt bed Serl^unjend ober SJerfc^minbenmaci^end benui^t 
merben. 3n ©tubentenfreifen fagt man fttr ein ©piel t)er(ieren ein &p\d 
Dergeigen unb für ®e(b bur(|bringen @e(b t)erfumfen, b. 1^. unter 
©um!^ (urf))rttng(ic^ = ®efumm) ausgeben, ferner merben t)on bem Hudruf 
bei^ SubeU juc^^ei abgeleitet mnb. juc^ei, ein £ebemann (Sübben^Sßalt^er 
©. 165) unb üerju^^eien, luftig burc^bringen (Älbrec^t ©. 229) 
= öerjujen (für öerjud^jen; Älbre^t ebenba); ebenfo gel^ört l^ierl^er üer^* 
jubeln = unter Subel öerpraffen (ftluge, S^eutfc^. ©tubentenfpr. @. 133). 
Äufeerbem ift ju beachten, bafe bie Snierjeftion beg greubenruf^ l^eibt 
(aud^ üer(ängert ju l^eibinmutfd^) ben ©inn Don fort, entfc^tounben, Der- 
buftet annimmt, j. $. mein ganjed @e(b ift l^eibi (üg(. $au(, ^eutfc^ed 
SBbrterb. ©. 210), unb bamit l^armoniert bcr ©cbraud^ üon frfirum, über 
ba« wir im 5)aBb. IX. @. 1803 lefen: „©rfialfnat^a^menb öom S8a§, 
bie ©c^neHigteit bejeidjnenb, befonberd aber bad, mad p(ö^üd| fort ober 
t)orbci ift.'' %uc^ ^ui erl^ält in bem baüon abgeleiteten ftubentifc^n 
ÄU!8bru(! l^ujen (ügl. Äluge, 2)eutf(^e ©tubentenfprac^e ©. 96) bie 
iBebeutung ftibi^en, ftel^Ien, alfo fortbringen. ®anj gleic^mie üerfumfeien 
unb Derju^l^eien, b. {). mit ben beiben Sauten u unb ei, ift bad in Seipjig, 
Xl^ttringen unb Reffen übliche Iuleie(r)n gebi(bct, bad bie SBebcutung fi^ 
mfigig l^erumtreiben l^at unb mit Der« jufammengefe^t in gleidjem 
©inne mie bie genannten Serba gebraucht mirb, ). $. ju fieip5ig in ber 
SJerbinbung (@elb ober 3^^*) öerluleien b. ^. burc^bringen ober tot 
f^lagen. 2Rit öerfumfeien aber l^at ed bie Alliteration gemein, bie mir 
^öufig in t)ol!dtümlic6en Hudbrüden antreffen, g. 93. in ^urtepaud (9?ame 
einer Äanone), gi^^l^önj, Duirlequitfc^, iripötriHe, Dubelbei u. a. 

SJon ©ubftantiDen finb l^ier gu enoöl^nen ^opl^ei, ^op^e, ^opl^eic^en, 
^opfiefen ©SBb. IV, 2 1798: „3nterie!tion in fubftanriöiirfier »er- 
menbung, bie junäcfjft ein Hudbrudt bed luftigen, leidEiten @mporfpringen9 
ift, fobann aber ben ©inn eined luftigen gefte«, einer luftigen ®ejell*= 
fc^aft, ber leichten ^abe befommt", ferner oberfäd|fijrf| ^urrle^ee = 
^urra^e, geringe |)abe, bie frfjncll in äße SBinbe verfliegt (3llbrec^t 
©. 136; ögl. teipj. fein ganjed glittc^en ^allo = glitterftaat) ; 
überbie^ Siubelbei, befonberg in ber 9leben2art, ctroad für ein SJubelbei, 
b. f). für ein @eringed l^ingeben, ein tludbruct, ber noc^ beutlic^ an ben 
9?amen eined langet erinnert, melrfien ^ifdjart ©arg. 99 b öcrjeic^net : 
„9?em bie ©adpfeife unb mad& un« ben iutclei", (tjgl. aud) ©dinurr* 
Pfeiferei = Sleinigfeit, mcrtlofed QtnQ unb 35ubei, ben 9iamen ber 
©acfpfeife im 17. unb 18. Sal^r^unbert). SJon l^ier au* fällt auc^ 
tirvai ßic^t auf ben Äudbrurf Ärbten für Saarfc^aft, j. SB. in bcr 




Sorterfldrungen. 243 

SJerbinbung „meine paar ficbten". 9Jac^ ^e^ne foH bie Sejet^nunfl 
üon bem SßJappentiere einer ÜJiünje l^crtü^ren, bad man einer firöte Der* 
gltd). Sied i[t jeboc^ nirgenbd belegt, bie Srflärung Hingt überbied 
(el^r untpal^rtdieinlic^. Srmägt man nun, bag ber @tubent üon ber 
Sröte auc^ bie SBenbung frötenfibcl (= jel^r luftig) entnimmt unb 
babei an bie luftigen Sprünge biefed liered benft, fo ttjirb man el^er 
geneigt fein, bad 2Bort nad| %rt ber dtebendart „bie ®o(bfüd|te fpringen 
laffen'' ju erflären; benn man erinnert fic^ babei, bafe bie geringe Saar* 
fctjaft, öon ber „bie paar Äröten" immer gebraucht wirb, leicht fortfliegt 
(tjgl. ^op^eirf|cn, ^urlel^ce, ©ubclbei).* 

2. Jeberfudifer; cd fuc^ft mic^. ^e^ne fagt im 2)eutf(^en 
2ßörterbu(f| I, 093: „gu^fcn urfprünglic^ Söort ber ©tubentcn, einen 
ald (^ucf)d bel^anbeln, il^n plagen, quälen'' unb leitet baDon auc^ bie 
?ludbrude geberfudifer fomic ed fuc^ft mic^ ab. 9?äl^er l^ätte ed 
gelegen, bei bem dualen an ha^ ^uc^dpreHen, b. 1^. bad .^^oc^fc^nellen 
mirtlic^er 5"^)^ i" benfen. 5)o(^ l^alte id) beibe Grflörungen für un* 
richtig. Um bie @runbbebeutung ju ermitteln, muffen mir junäc^ft bie 
übrigen ©ebraudjdmeifen bed in JWebc ftel^enben SBorted fennen lernen. 
3n Jl^üringcn wirb ed fomol^l intranfitiö (in ber ©tube l^erumfuc^jen 
= Ijerumtobcn, l^in* unb leerlaufen; ögl. fuc^fig, mütcnb) afe auc^ 
tranfitiö öerrocnbet: 1. = öerroirrcn (bal^er fjuc^djmirn, üermirrter 3tt)im) ; 
2. fd)led)t näl^en; 3. coire; 4. ärgern, üerbriefeen (ügl. ^ertel @. 99). 
Ueberlegt man nun, bafe geiftige ©egriffe meift aud finnlic^en l^eröor* 
gegangen finb (ügl. öerbriefecn urfpr. ftofeen = lat. trudere; f ekelten = 
fd)alten, ftojsen; vexare, üejieren üon vehere, jiel^en; plagen, oon lat. 
plaga, ©d|lag, ©tofe), {o wirb man auc^ nic^t abgeneigt fein, bie über* 
tragene Sebeutung öon fudifen (ärgern, üerbriefeen) auf eine finnlid)c 
@runbanfd)auung jurüd^^ufül^ren (etma = reiben, fragen). 5)iefe !ann 
aber nur ^in^ unb ^erfal^rcn fein, mie \xä) aud ben angeführten tl^üringijc^en 
SBegriffdfdjattierungen (l^in* unb l^laufen, näl^, üermirren, coire) beutlic^ 
ergiebt. 5)aju mürbe aud) geberfuc^fer paffen, b. 1^. einer, ber fc^nett 
mit ber $cber über bad Rapier l^in unb mieber jurüdfäl^rt. 

Seftätigt mirb bieje Srtlärung burc^ bie 93etrad)tung ber übrigen 
formen bed meitt)er}meigten ©tammed, ber in allen brei Slblautftufen 
mit a, i unb u ben ©inn bed $in* unb ^erfal^rend noä) aufmeift. 9){it 
a gel^ören l^ierl^er faden, fid| einen JBaö gegenfeitig juroerfen (^ertel 

' jotct fei noc^ etne Vermutung übet ben Urfprutig bed SBorted oerfjunjcn 
getuagt! l^iec tuirb geroötinnc^ Don C'>unb abgeleitet mit C^inmei<5 auf bu^en, ibr^en unb 
fie.^en. X)od) luill biefe )ttnaIogie in ber ^ebeutung nic^t rec^t ftimmen; benn Der> 
Funsen ^eif^t nictt {'>unb nennen, fonbcm oerpfufc^en. 9{un giebt ec neben bem 
t^üringtft^n 3?erbum oerpfumpfen Tv ^. einen 9?o(f, C^ertel S. IHO» = oerberben, 
Derpfuf(^n (ug(. pftmpfen bei ^dbrec^t, l'eip^ 9)>2unbaTt ®. VII) unb pfumpfen, ab' 
ftumpfen i^ugl. 'ßfumpfnofe, Stumpfnofc bei ^-»ertel q. q. O.) and) ein Scitioort pf un.^en, 
Derpfufdjen (isertel ebenboX boc, fofem ei? mit jenem jufammenWngt, bocö roobi au^ 
pfumpe^cn ^erDorgegongen ift. <\n gleidjer fBeife tonnte quc^ oerbunAen far DeTtjumpe.^en 
fteben, roelc^ei? ftdb aud bem Vutberfc^en ^ifimpler (Sprach 3aIom. '26,10 = ungefdiicfter 
Rrbeiter, ^fufc^t) erfc^Ueften (änt (og(. aud^ Rumpeln, unbebolfen geben bei ^(bret^t 
e. 137). 



244 O. fficlfc, 

©. 91) unb fa(!c(n = fuchteln in ber SBenbung: ^icr mirb nic^t 
gefadtelt, b. 1^. nic^t mit bem @toä ]^in^ unb l^ergemacfelt, nid^t bIo§ 
gcbro^t, {onbecn auc^ gef (plagen, tl^üring. fatffcn, fdjncK unb fc^Ic^t 
fd^reibcn (^ertel @. 92), ferner gajen, ^offen unb ba^ glcic^bebeutenbc 
rebuplirierte Jidfarferei nebft ^üfoc! unb fitffaden, ^ojjen reifeen^ 
o^ne Sxütd l^in= unb leerlaufen (Sreceliu^ @. 372), mit i (abgefel^en üon 
ben julefet genannten) f i(!en, coire m^b. vicken, reiben, i^\dmixi)lz, ein 
SBrettfpiel, bei bem bie ©teine nac^ öerfc^iebenen 9tirf|tungen gefcf)oben 
merben, ^xdc, Safere (^ertel @. 94), in bie man mit ber ^anb 
hinein* unb l^erau^fäl^rt, um @elb u. f. w. f|ert)orjul^oIen, fidein, bie 
®eige fpielen, tJidelbogen, gibelbogen, ba^ ©efid, l^erum!aufcnbe§ 
©efinbel (@(f|mener, Sa^r. 3Börterb. ©. I. 510), fiden, Juden, fragen, 
reiben, überl^aupt für je unb raf^e Söewegungen machen (ßrecefiu^ ®. 372), 
fiden, mit ber ^eitfcfte, ®erte, 9tute frf|lagen (SreceliuS ebenba), bapr. 
ba^ fidt mic^ nic^t an = ba^ fic^t mirf| nic^t an (Sd^meller I, 510), 
mit u tl^üring. fudeln, trafen unb betrUgerifc^ burd) einanber fteden, 
tjermirren, frül^ nf|b. Suder, 951afebalg unb nümbergif^ 5uder, gä^er 
(ög(. Äluge^ ®tt)m. SBbrterbuc^ unter 5äd|cr), bapr. fudifen, fud^feln 
im Spiel betrügen (Sc^meHer I, 508), fc^mäbijdi fudijen, quälen (©rbe, 
Bäftodh. SBortfc^a^ @. 34). @benfo gel^ören \t>oi)l ^ierl^er oberpfätjifd^ 
foden, neden, reijen = mnb. vocken, aufjiel^en, jum Siarren l^aben; 
(ög(. ©c^abernad üom ©c^aben bc§ 9?adeng) unb r|einlänbif(^ vor de 
fük, jum Spafee (ogl. 3. Soulen, S)ürener Programm 1896 ©. 14). 

aSie man fiebt, entfprec^en fic^ bie Sebeutungen ber einjelnen 
SBörter wieberl^olt jiemlic^ genau. Sieben fiden, coiro ftel^t fudfen, 
coire, neben gebcrfudifer fadfen, fc^neH unb fc^Iec^t fdireiben, neben 
fiden, fragen, fudeln, fragen, neben e^ fuc^ft mid|, e^ fidt mit^ 
nic^t an, neben fidfaden, ^offen treiben öbr be güf, jum Spa^; 
neben fidfaden, l^in* unb ^erlaufen, l^erumfudifen. 

äSir tbnnen aber noc^ einen ©c^ritt meiter gelten unb auc^ ber 
bebeutungdoermanbten f^ormen gebenten, bie ftatt bed k^äank^ einen 
p*2aut aufmeifen. SDer f^xäe, Safere entjpric^t munbartlic^ Swppc 
(öfli. Ätugeg ©t^m. SBbrterb. unter ^ide), bem oberpfäfjifdien foden, 
neden, reijen, ba^ rotmelfd^e foppen, neden; ferner finb ^icr ju nennen 
tl^üring. fippern, unabläffig neden, reijen, leipjig. e^ fuppert mir üor 
ben Äugen = e3 jittert, flimmert, fc^mirrt mir oor ben ?tugen (ögl. 
3)aBb. fippern, jittern, vibrare), unb norb^äufifc^ bid| fippt«, bu 
bift öerrüdt.» 

3. 2)iäb(^enl^engft, ÜJiäbtiöenfift. gür einen 3ö?enfd|en, ber gern 
SRöbc^en nachläuft, tannte man bereite im Anfange bed 17. ^al^r^unbertd 
neben grauenmann (mulierosus) bie beiben ?(ugbrüde SOiägbel^engft 
unb 9Rägbefeifter (ögl. in biefer 3eitf(^r. I, 354). 3ener ift Ieid)t 
t)erftanb(i(| unb l^ai Analoga in ftubentifc^en Sejeic^nungen mie'^erttden^ 

» SDlöflücö roärc eis audb, bafe bei 6cm Öebcutungcübcröonflc von Hr, fcft 
(= fixns; 5U Hx, fAncH, baö 3?crbum ntfcn (Stnflufe geljabt ftat. 



©ortcrnärungcn. 245 

ftengft für ^erücfcnmacftcr, ^ec^^engft für ©c^ufter, ^omabenl^engft 
für ftufcer^afte Stubenten unb SKa^n^engft für 5IRamrf|äer (ofli. 
Äluge, Xeutjrfie ©tubentenfprarf)e S. 16 unb 51), alfo für Seute, bic 
\\6) oicl mit etroag bej^äftigen, auf etma^ erpirfjt unb öerfeffcn finb. 
tiefer \nai)t größere ©c^mierigfeiten wegen ber öerfrfiiebenen SBortformen, 
bie er aufroeift. 3ebodE| fönnen wir babei öier ^auptt^pen unterfd)eiben, 
bic fämtlicfi mit f beginnen unb in folgenben SBorten enthalten finb: 
1. ä)iäbrf|enfift (^fieft, -feift) unb mit ber ©nbung -er ber Noniina 
agentis a)iäbrf|enfifter (^füfter, ^fcifter). 2. 5IRäb(^enfifeIer unb 
ajiäbc^enfuielcr. 3. SRäbc^cnfe^el (=fifeel, -fobel) unb -füfeeter. 

4. SDiäb(f|enfäräer. 

?lm burd)fi(^tigften fmb bie formen üon 9?r. 2, bie befonber^ in 
Cberbeutfc^Ianb Verbreitung gefunben l^aben, in Sdimaben SKöbteS« 
fifeler (6rbe, @rf|mäbifc^er ffiortfc^. ®. 21), in Sägern SRägblein* 
füfeler (©(^melier I, 571). ^ier fann !aum ein 3tt>^ifcl barübet 
obwalten, ba| ber jweite SBeftanbteil ^rftammt t)on bem munbartüc^en 
Verbum fije(n, Keine Bewegungen machen, gefd|öftig l^in« unb l^ergel^n 
= m^b. viselen, tänbeln ober fufeln in gleicher Söebeutung (ögl. batjr. 
gus^Ierei, jwedlo^ gejrfjäftige Art, eine Sac^e 5U be^anbeln, Jwfcl, 
weibliche *ißerjon, bie bei aller ®efc^äftigfeit nic^t^ audric^tet). Saju 
gehören aurf| fijeln, mit einer SRute l^in* unb ^erfal^ren (Stalbcr I, 
372, grommann VI, 402), ^M^I» P^^is unb fijeln, coire, futuere 
(Sreceüu^ 374), oermutlirf) and) 5if^^ ^^^ 3ungc im ©emer SKattett" 
englijd) (t)g(. bieje ß^itfc^r. II, 51). 

^uf bie nämlidie Snfdiauung gel)t 9?r. 3 jurüc!, melc^ üorüegt 
in tf)üringif(i^ 3)iäbc^enfi^el (^ertel 94), fc^wei5erif(^ SRaiblifüfeelcr 
(Stalber I, 402) unb SKöbc^enfofeel, ancillaram sectator bei Stielet 
524, 1211; XSBb. VI, 1433; IV, 1, 45. 5)enn l^ier liegt bad 
3citwort fi^en ju @runbe, ha^ in Zl^ringen bie Bebeutungen l^at: 
bei ber Slrbeit eilen (^ertel 94), mit ber Sfabel ^in* unb ^wfal^ren 
(nät)en, flirfen), mit ber 9iutt {(^(agen unb in ber Slbteitung fitfd^e(n 
t)in^ unb ^erfa^ren, in lurjen ä3ewegungen l^in^ unb ^erfc^wingen 
(.pcrtel 95). Sbenbol^er leiten fid) aud| bie t)eräd|tlic^en oberl^effifc^en 
Stuibrüde ©riefelfcber für ben S3rieffd|reiber (ogl. oben Jeberfuc^fer), 
filaffotfefeer für ben Srfineibcr, ber „Älüftc^en" fc^nell unb fc^lcrf|t ^cr* 
ftellt, Sofe^artfefeer für ben J^eifc^er (Sreceliu« 375) unb öermutlid^ 
and} ba§ ftubentijc^e S^fe^^f Degen (Sluge, 5)eutfc^e ©tubentenfprad^c 

5. 90). 2>iög(ic^erweife ^ängt bamit altenburg. Kingcrfit für einen bc^ 
ftänbig ningernben, b. 1^. weinenben unb 93ette(fit für einen l^äufig 
bettelnben SDienfc^en jufammen (^rtet 95). 

%ndj yix. 4 weift auf biefelbe @runbüorfte(Iung l^in. 2)enn 
SOiäbc^cnfärjer (DSBb. V, 800 für «rnpabt bezeugt) ift in SBerbinbung 
JU bringen mit fc^Ieftjc^ unb oberfäc^fif^ ferjeln, ^in^ unb ^rfa^ten 
wie ein girlefij (SBein^oIb, Deutfc^ X)ioleftforf(^ung @. 95, «(brecht, 
iJeipjigcr SKunbart 8. 112). Dem gleichen 9?amen begegnen mir in 



246 O. ©clfc, 

bem ftubenttf^en Sudbrudt ^e^farjer fUr ben Schuftet (^(uge, Seutfc^e 
©tubentcnjpr. ©.17; ögl. oben ^ßccftl^cngft). 

©omit bleibt un2 nur nod) übrig, öon 9Jr. 1 ju jprec^en, bie mir 
in ber gorni 9Käbc^cnfift unb ^ficft für Il^üringen (^ertcl 94) 
unb ßcipjig (älbrec^t 113), in bcr gorm 5IRäbc^enfifter unb 
sfüftcr in Jl^üringen (ßertel 100) unb Reffen (Srcccliuä 375) antreffen. 
Offenbar liegt l^ier Anlehnung an gift, crepitus ventris unb feiften, 
crepare üor, bie öieKeic^t mit burc^ ben Slnüang öon SRäbcftenfärjer 
an farjen, crepare üeranlafet worben ift. 3m 5)3Bb. V, 800 unter 
Äirc^enfeifter, eifriger Äirrfiengänger ift fogar biefc ©t^mologie ange* 
nommen morben; benn bort lautet bie ©rtlärung pedens in ecclesia 
(„ein alte^ Äraftttjort au§ bem SBoIf^munbe"). Sioc^ erl^cben fic^ 
©c^mierigfeiten l^infic^tlic^ ber Sebeutung. Senn wer in bcr ftirc^e 
ben „SBinben" freien Sauf läfet, braucht norf) lange tein eifriger Äircöen=» 
ganger ju fein. Unb toa^ )oÖ bann SRäbdienfeifter bebeuten? Sludf} 
»irb biejer ?ln!Iang üon feiften fc^merlic^ gefül^It morben fein jur 3cit 
ber Sntfiel^ung be§ Äl^felber ^affionafe, mo bie leben^Iuftige SJJartl^a 
bie fromme 3Karia mit ben ©orten anrebet: „3!)u Äirrfienfiftcrn ganc 
öon mir" (^aupt III, 499). SBir muffen un^ be^l^alb nac^ einem 
anbem Gt^mon umfe^en unb finben biefed in bemfelben Stamme fif — , 
ben mir a(d @mnbform bed ä^erbumd fifeln anjunel^men l^aben. 3}25gli(^ 
tD&tt aber auc^, ba§ äBort mit nbb. füst, füd)tig in äJerbinbung ju 
bringen, bag in tellfüst, erjäl^lungäfüc^tig, fc^mafefüc^tig, blekfüst, 
blei(|fü(^tig, slingfüst, jum f(|linben, b. 1^. fc^lcnbern geneigt, 9)iüBig* 
ganger (95rem. SEBörterb. I, 470j vorliegt unb fic^ nac^ SRegel, 9tul^Iacr 
SRunbart @. 234 l^crleitet t)on ags. füs, pronus, cupidus. feicrl^er 
mürbe bann mo^I auc^ ^^ffifc^ {^ift für einen Meinen, l^infölligen 
ajienfc^en ju ftetten fein (ogl. SBilmar, 3biot. @. 103). 

4. ÜJiutterfeelen allein. ®^ giebt wenige SBörtcr in unfercr 
©prad^e, bie einen fo ^ol^en 6iefü^(dmert befi^en unb bie ©aiten unfere^ 
@emfltd fo ftart in ©cbmingung Derfe^en al^ mutterfeelenallein.^) 
ftommt und fc^on ber Sudbruc! 9){enf^enfeele traulid)er unb l^erjlidier 
t)or aU bad b(oBe äßenfc^, fo noc^ mel^r bie 3ufammenrü(tung mit 
3Rutter, bie und an 3}2utterfprad|e, SO^utter^erj, ^J){utterg(ü(t unb anbere 
ßompofita erinnert. Xritt nun oollenbd bad SBort allein I)iniu, fo 
mirtt bied boppelt bejaubemb, meit bie Sinfamteit für ben ^eutfcben 
groge ^njiel^ungdtraft befi^t unb in i^m ben @iubru(t bed ©el^eimnid^ 
öoßen, bed Slembranbtfc^en öalbbunfeU ^eröorruft. ©al^er l^at ed auc^ 
nic^t an poetifc^en Qrtlörungen biefed ftimmungdooden unb befcl)aulicl)en 
SBorted gefehlt (bal^er ift ed aucö oerfd)iebentlirf| j. 93. in ber Üaufi^ 



* {S. 3(^mt6t, Vcffitifl IL 2. iW: „7>ci>s an^ 6cn tiefen beo ^olfeßcmüti? imb 
t)on V'efftng gleid^ mutternacft ober .VompoHta luie blutfeiten (geliebte mutterfeelenaUcin 
ücrpönt ber Sprftdimeiftcr ^belung, unb 3c^ottel < i?luof übrl. ^ri(^t, ^aunfttnüetg 1G63 
@. 763) f priest uon fonberltcfacn iJl^rafcn, bie üon bem ©orte !i)hitter in beutfcöer 
^prac^ üblidf feien. 



SS^orterftörungen. 247 

ju mutterfettgaHetn umgeftaUet tuorben). O^reiltc^ ftnb bie 2)eutungd« 
öerfu^c oft jicmlic^ problcmatifc^cr Art. S)ic einen benfen an Qvix^iiU 
legung au^ frj. raoi tout seul (ögl. j. 93. 3^tj^r. b. aügem. beutfc^. 
©prad)üerein^ XIII ©.219 Srieptaften), bie anbern an SSerftümmcIung 
au§ „mit ber Seele allein", bie britten erftören e2 aU „allein in Sejug 
auf aße SOeenfc^en*' (j. 95. ^aul im S)eutf4en SBörterbudEie @. 315 
unter ^inmei^ auf bie Äu^brücfe feine 5IRutterfeeIe unb tein STOuttennenjc^). 
SBieber anbere finben barin ben ©inn „allein ttjie eine 5IRutterfeeIe" ober 
„allein roic in ber 5IRutter", b. 1^. „im 3ÄutterIeibe" (ogl. ©oetl^e: 
„Unb fo fa^ id) manc^eg Sal^r über mir allein mie im SKutterleibe) 
ober glauben, „feelen" fei au^ rrMig'' oerftümmelt unb beuten „öerwaift 
nac^ bem lobe ber 5Diutter, oerlaffen felbft burcfi bie oerftorbene, feiige 
ffliutter" (SSciganb, 2)cutf4eg SBörterburf) II, 168). gine poetifdjere, 
aber n\i)t ri(f|tigere Sluffaffung finbet ficfi im 95rieflaftcn ber 3^itfct|rift 
bell allgemeinen beutjrfien ®prarf|Oereind X, @. 264: „§ll^ nod) bei 
einem oielfac^ anberäfül^lenben ®ef(^led|te bie äu^fitfit auf bie 9lnfunft 
eine^ jungen Srbenbürger^ in ber Familie eine glüdbringenbe 9Serl^eiJ5ung 
mar unb bie in ftiHer Sinfamfeit l^arrenbe 3)hitter mit fcligem ©efül^le 
erfüllte, ba fanb ber beut)(f|e 9Runb für biefeg ölüt! ba§ rechte unb 
mei^ereicfte SBort multerfeligaßein." 3. ®rimm wirft in feiner Deutfc^en 
0rammatif II, ©. 556 bie 5^age auf: „SBcbeutet mutteraßein oaterlog, 
eingejogen bei ber SKutter lebenb?" unb O. ßaufdiilb im Programm 
be3 ißJil^clm^g^mnafium^ ju Hamburg 1899 ©. 21 meint: SBie mir 
„feine 3)^eujd)eafeele'' jagen, um ein nad|brü(fli(^ed niemanb ju geben, 
unb ebenjo nocfi im 93remif(^en kien nioderminsk, kien nioderseel, fo 
aud) mutteraßein mit bem ©inne: fo aßein, bafe feiner SKutter Ä:inb 
b. ]^. fein menfc^lic^e^ SBefcn bei jemanb ift (ogl. feberftiße, fo ftiß, 
bafe fic^ feine ^^ber bemegt). ©nblid) Icfen mir in ber 3ritfrf|rift bed 
aßg. beutfd). ©pra^ö. XIV, ©. 126 bie S^eutung au2 bem iief erfreife : 
„fo aßein, ]o einfam unb öerlaffcn, mie fic^ ein SBiutterfterj fül^lt, menn 
i^m ba^ Üicbfte, ba§ Äinb, genommen ift". 

Soweit bie 2)eutunggoerfu(^e ! Unb nun bie oerf^iebenen formen 
bed ä93orted! ®rimm jäl^lt a. a. O. folgenbe aud ben beutfc^en 2l2unb^ 
arten auf: muttermenfc^enallein, mutterfteinallein, fteinbein« 
mutterfeligallcin (Öfterreitfi), mutterroinballein; baju oerjeic^net 
^aujct)ilb a. a. O. al^ oberfäc^fifd} fteindmutterallein, unb in 93ec^« 
ftein«^ aWärd^en fieipjig 1858 @. 42 finbet fid^ mauämutterftern* 
allein. Xieje ^ludbrücfe finb auf eine ©tufe ju fteßen mit ja^lreid^en 
anberen mie jplitterfafernacft (b. 1^. fplittemacft unb fafemaclt), funteU 
nagelneu, funtelfpetternagelneu (bat^r.) pedjfol^lrabenfd^marj, 
fperrangelmeit, fd&neeblü^riefelroeife (tirol.); fpinnnatterfeinb 
(öfterr.), tirfc^feffelbraun (t^üring.) freujlenbenlal^m, fternl^agel* 
betr unten, tobfterbendmatt, ftodfrabenfinfter, ftein^ornalt 
(fcftmeij.), J^ellerlic^terlol^, murfSmöui^c^enftill (t^üring.), finber* 
feberleicf)t, fuc^ÄteufeUmilb, brü^ficbenbl^ei^ (tl^üring.), fitf^en* 



248 O. ©clfc, 

mabennafe (tl^üring.), fltunbcrbcbö^ (l^cnncbcrg.). ^icr [teilen bie jur 
SBerftärtung t)orgefe^ten %\x^bxMt nttgenb^ in innerem ^uft^i^intenj^onge, 
fonbern finb einfa^ naä) 9(rt ber ^)3Qnbt)aIom))ofita oneinonbergefügt 
etma wie in @(^tedmig«^oIftein, ac^tjel^n ober fc^roargmei^rot^. $ec^« 
tol^trabenfc^marg ift qI{o {(^marg mie ^cd), wie ^ol^te unb mie 
SRoben. ^ 3lu(^ ift boS Serl^ältni^ ber öerflärfenben begriffe jum ®runb* 
mort feine^roegg überoQ badfelbe. @o ift brül^fiebenbl^ei^ ^u erHären 
fo l^eife mie 93rül^c unb fo ^eife, bajj e^ fiebct, jperrangelmeit, jo meit 
wie eine 3lnge( unb jo weit, bafe e^ jperrt, mu(f^mäu8rf)cnftilt jo ftiH 
mie ein äJi änderen unb fo ftiH, bag man fic^ loum mudft, fun!etnageU 
neu eben erft fertig genagelt unb fo neu, bojj e^ fun!ett (funte(neu), 
finberfeberlei(^t, leidet mie eine geber unb feiert genug für fiinber. 
2)er Unterfd^ieb jmifc^en pec^fc^marj, ped^rabenft^marj, p^^toijl^ 
rabenjrfimarj ift fein qualitatiöer, fonbern nur ein quontitatider, bie 
SSermel^rung ber öorgejefeten SBörter l^at lebiglidf} ben Qmd größerer 
Steigerung. 6^ giebt ober fein einjige^ jolc^eä (Sebilbe, in beni bie 
beiben erften 93egriffe enger jujommengel^örten. @o menig funfelnagel* 
neu bebeutet neu mie ein funfeinber 9?agel (= funfelnbnogelneu) ober 
brfll^fiebenbl^eife 1^6 w^ie fiebenbe ©rillte (ma^ l^ier fd^on bie SBort^« 
fkeUung öerbietet), fo menig ift ouc^ finberfeberleic^t oufäufoffen olg 
Iei(f|t mie eine Äinberfeber. S)orou8 ergiebt fic^, bofe alle @rf(ärungcn 
öon mutterfeelenallein, bie öon 3Kutter)eeIe oui^gel^en, foljd^ finb, 
bafe mon dielmel^r ou^julegen i)at feelenallein unb mutteralleiu.^ 
3unäcftft finb bieje beiben für fic^ in ©ebrouc^, mie fid) ergiebt ou3 
altenburgifrfi jcelen^aKein (j. 93. bei ©porget, 9lo(^ geicrol^mbä III, 
©. 50) unb ou8 ba^rifrfi mutter^odein (Sd^meller III, @. 478, bei 
Äöentin mutteral(ein) fomie au^ ftfimebifdi moderallena (dgl. 
@rimm @r. o. a. D.). ©obann ober fommen beibe oud) bei anbcren 
ßompofitid t)or, g. 93. fee(engut, {eelenfrol^, {ee(enüergnügt unb 
mutternodt, mutterfabennadt bei ^erber im Solf^lieb (SBerte I 
©. 269), mutterftill (bei Sutber, fie^e oben), muttermäu^(^enfti(( 
(SRuboIftabt). 9iun fragt fic^ nur nod|, mie bie 3"fö"""^"Hwn9^» 
feelenaKein unb mutterallein ju ertlären finb. t^üx bieje^ bieten 
bie ml^b. formen rauoters eine, muoterblöz unb muoternacket' einen 

* Stein In muttcrftelnollcln Ift tjcrgenommen oon ftclnalt lülc ftocf In ftorf* 
fatöolifcf) unb ftocffrcmb oon ftocfnnfter, b. f). fo ftnfter lolc Im ©torf ((^cfnnflnic<); 
ftctnöcinmutterfclloallctn ftctjt anf etncr Stufe mit ftelnbelntreu unb tfi oer* 
lüonbt mit Stein unb Sein f(6ioören, b. l^. f)odi unb teuer oerficöem ; mutteriotnb» 
allein erinnert an meftpliftlifcö (beiJBöfte) lotnbfcfiopen afletn, gan j ocrlaffen ; mauÄ* 
mutterfternadein ^eigt abnlid)e ^erftärfung mie moufetot unb ftern^oael« 
bctrunfen. t^^l mutterftill bei l'ut^er oon CJoncilüjj unb Ätrt&en, ffiittcnbcrfl VW, 
m Otter maufcfti II in einer 5:t)ürin0er Gtjriftfomöbic oon 17(X> c^rnftäbter 
^rogromm MY,) S. 13». 

' $0l. funfelncu unb nagelneu, tobmatt unb fterbencmatt, fuc^t^- 
mtlb unb teufel^mitb, fteinalt unb t)ornalt u. f. f. 

* maoderblöz unb mooternacket ftnb äbnlicf) auf^ufaffen mie ftiefelnacft in 
ber ertüöbnten ibüringer Ööriftfomöbie oon ITOT) 3. 'x Diefe* ^eiijt befieit oon 
©tiefein, barfufe unb jeneö befreit oon ber äl^Zuter, oom SWutterleibe, neugeboren, alfo 
gans nacft. 



göorterflörungcn. — 95ot. ^ In tu er, »legikar, ©uttcrfafe, ©uttcrfübcL 249 

^nl^oU, n)e((^e gonj aOetn unb gang entblöjjt bebeuten. S3ebenlt man 
näm(ic4, ba§ m^b. eine (mie ba^ bamit jufammengefe^te aUein) ur^ 
{priinglit^ bcn ©cnetiü regiert unb bafe man jagt alles valsches eine, 
frei üon allem t^al^i), alters eine öon ber SBelt (al^b. weralt) Der* 
iafjen, fo roirb man jugefte^en, bag mir aud^ l^ier eine folc^e ^ilgung 
t)on ung ^aben fönnen unb bofe muoters eine urjprünglic^ l^eifet öon 
ber 3Rutter üertoffen, allein; bebenft man femer, baß feelcngut, feelen* 
fro^, fee(ent)ergnügt urfpriinglid^ begeic^nen gut, frol^ unb t)ergnfigt in 
ber ©eele,^ ) fo mirb man feelenaüein erläutern mit allein in ber ©eele, 
fid) im ^erjen einfam fü^lcnb. @rft al8 ber üon §au^ au^ barin 
liegenbe Sinn nic^t mel^r empfunben mürbe, !onnte man 9D?utter auc^ 
ju ®ebilben üermenben mie mutterftill, muttermäuSrfienftill, maug* 
muttcrfternallein, muttcrfabennacft u. f. f. nacft ?lrt öon ftocf* 
fremb unb fteinreid^, in benen ©tocf (®efängni8) unb ©tein öon 
?lu^brücfen übertragen morben finb mie ftodfinfter (fo finfter mie im 
©efängni^) unb fteinalt (fo alt mie Steine}. 



slegikar, Butterfaß, 6utterkübeL 

33on 
SSal. ,^intner (SBien). 

®^ follte eigentlich überflüffig fein, über baS SBort nod^ ju fc^reiben^ 
ba cd ja löngft ber ^auptfac^e nac^ tlargelegt ift (t)gl. Slge, 2)ritted 
3at)re^^eft be« SSereine^ be^ ftain. 2anbe^«3Rufeum«, Saiboc^ 1862, 
S. 62. Scf)r5er, S)ie SRunbart öon @ottf(^ee 211. ©ifeung^beric^te be« 
p^il.^^ift. ei. b. f. «fab b. 2Biffenfcf|. LXV, 1870, ©. 477. §intner, 
JBeitr. 219.). Slllein ba« ©SB. ^at ba« ©ubftantioum gar nic^t auf* 
genommen, fonbern nur ba« baoon abgeleitete SBerbum ermähnt unb 
unrid)tig erflärt (IX, 261). ©o möge benn im Jolgenben bie ©ac^e 
ri(f|tig geftellt merbcn. 

5^a« 3Bort ift, fomeit meine Senntni« reicht, nur no(^ gebräud^lic^ 
in Cfttirol, Äärnt^en unb ©ottfc^ee. S)ie)e brei 9D?unbarten fte^en au4 
jonft in näherer Söejie^ung ju einanber. 3n ber ®egenb jirol« oon 
lobfacft bi« Sienj, mo man m^b. ei al« breite« a fpri(^t fj. 85. ich 
Avass = weiss), loutet ba« SBort schläker, im 3falt^ale unb ben ©eiten* 
HjäUin sehläaker b. i. schleiker (©c^bpf 612. |)intner, Seitr. 219). 
3n Cbertärnt^en fagt man ebenfaU« schläker, in Untertömt^en bagegen, 
mo überhaupt lange ©ilben gern oertürjt mtrben, mirb schlacker ge^ 
]procf)en, aber mit reinem a, ma« anjeigt, bag e« nic^t nrffirfiiiglii^ a 
ift, unb baB man nidit Don schlag au«ge^en barf (Se^er in t^rommaitiiS 

' Xtefelbc örtlich Suff äff ung finben mir 5. 9. bei freudCenbenla^m == (o^tn 
im Htcu^ unb in ben l'enben. 



250 fßal. etnln«T, aleglkitr, «uttnfag, »utteiEAbeC 

Sritf^t. VI, 201. Äänit. aSb. 218). fiejer f)at bei ber Ausarbeitung 
feinet äBürterbuf^eB bad Sti^tige noi) mi)t ertannt, aUi \pätn meine 
<£[{[äiung für felbfloecftänblid) befunben unb feinen (^et|(griff bebaueit. 
Snbliäi in @ottfi^ee lautet baS äBott nac^ ber getob^nlic^en ^ugfprac^e 
scMoikar (@[je a. a. O-, @(^iüer a. a. 0-), beffen oi nur auf m^b. 
ei juiüdfletien !ann (öouffen, S)ie beutf^e ©pto^infel ©ottfdiee, ©toj 
1895, ©. 22). ffis pi^rt alfo 0068 auf ein m^b. sieikar. ^iefe fLxi' 
na^me erhält eine @tü^ in eleihkübel bei SJiefenborfi gi. 5'M^ gegen» 
über ra^b. slegelkübel, slegekübel (Sejer, SDi^b. Sffib. U, 9ti5). Die 
fl^b. St"^™ niufe slegikar gcroefen fein unb sleRikar ftellt fit^ an bie 
Seite öon a^b. slegimelc, slegibatta,' slegemelo, slegimeli, slegimeUi* 
ober slegipra, slegibraua, slegebrauua* unb fi^on sleibrauuon (palpe- 
bralibus}* fo roie sleipalspis (=; sleipal spil)* ober slegifedera, 
Blegtrind ° u. a. Dq& nie eS bei slegikar mit einer a^b. ÜQortbilbung ju 
t^un ^aben, ift fidjer, benn kar in ber SSebeutung „©efäfe" ift bem Sßolte 
fd|Dn fiü^ ab^anben getomtnen. @$ fteOt ficEi bentnatf) unjer slegikar ju 
al^b. SSürtcm roie binikar, ' hantkar, * kasikar, ^ lihkar, '" meiMikar, " 
milihkar,'* rauhkar," sulzikar/* seukar(?)," scinakar (?)'* u.a. 
(®toff IV, 463). 

93on biefem slegikar, sieikar, schlÄater, schläker, schlakcr ift 
baS Sßerbum schlakem, im schiaker fflutter bereiten {@(^bi)f 612. 
fiejet ^W>. 218) gerabe fo gebilbet, roie oon kübel ba« SSerbum 
kübeln, cliüblen, im SButterfübet (änfen!ü6e() SSutter bereiten, abgeleitet 
1^, \>ai in einigen ®egenben Xirold (j. 93- in Käufers im ^uftert^ale) 
unb in ber ©d^roeij (©imeii. 3b. HI, 117) gebraucht roirb. ÜEie 
f^nongmen SluSbrüde für „Suttet bereiten", nämlic^ riireu unb sclilegeln 
(gromm. äeitftfir. HI, 520, 18. ©(f)öpf 61ü. ©c^meller 11«, 519) 
jÄliefeen fi^ bodi nui^ an rüerkübel unb slegelkübel an (üejer, SDt^b. 
28b. II, ö:t2; 965). !£iamit ift bie @acE|e, f|offe i^, enbgtltig erlebigt. 

' GL (= ©ttinmeBer'SltDerS Mb. Waflen) II, 93, 23; 3&'>, l."i f. 
» II, 722, 9. III, 22:>, 42; 295, 17; m. m. 

• II, 3*1, 16; -im. 31; :ä7, 3Ü. in, w, 3a 

• II, 488, 1. 

• IV, 51, 1. 

• 111, 15, aa I, Tift 19. 

» Gl. If, 25, 2i; 701, 61 111, 215, W; IJH, ff); SSS, 32; 406, Ti). iv, 32, II; 
129, Kl; 167, 4; 241, 3, 10. 

■ III, 223, 29; 2fö, i»; 293, 38; 311. 13; 634, 4; 63.i, 19; 636, 13, rä: KiO, 48; 
667, 74; (Sf*. 43; 699, 2i IV, 35. 1; 173, 23. 

■ I, 401, 37. II, 377, 16; 382, 8; 401, 10; 41.^ 17; 474, W; 484, 9; 501, 63; 
Bai, 2S; rm. m: r<m, 29; 567, 58; 674, 4.9; (ÄäH, 38; 672, 74; 69M, 29. III, im. M, 
ffi; Xö. V,, 27:., IH; 357, TjQ; 372, 18; 649, 12; 644, 27; et», 11; ffj8, 27; CTO, 2S; 
677, 2i IV, (Li, 7; 12:}, 43; 143, 20; SCT, 3; .340, 20. 

'• I, L>S1, K, 11, ins, 31; Gi«, 22; 5G3, SO; 500, 4a III, 303, 21; 411, 62; 41«, 
7; 662, 21, äV IV, fti, G; 158, 3. 

" III, V«, ä». 

" II, 392, & 

" I, 261, 23; 293, 31. III, ff>3, 20; ffA. 46. 

» 1, 717, 1; 71«, 2. II, *7, ;«; 411, (>>; 499, 48; Tfi», 62; 7äi, 44. III, 642, 
U: 643, 14; 6M, 15; twß, tl; Sti. 29; 6ö;, 87; 677, lü. IV, 94, 19; 3tj, 44. 

■» It 3», 11; 1'«, 35. 

•• IV, 19^ 2l 



beitrage ^nnt nen^oc^bentrc^ett IPortfc^a^. 

Sart 9RfiHer in Sterben. 

Abenteuer, ©onn einer öiel Stä)t öerfpielt, fo l^ette er ben 
Abenteuer, ober einen teuren %benb. $l^it. ^ari^börffer, ber gro^e @(^au^ 
ptofe jämmerl. SKorbgefc^. 1662, @. 737. SBflI. ©rfieräuS, ®eiftl. ©prac^- 
jc^ule 1667 ©. 226: Äbentewer üon adventura ein fonberlirf} fel^meÄ 
unb neroed l^ertommen, eir fet^om 2)ing. Sbentl^mer t)on eventura, ein 
Stuggong unb @otted berol^t mie man faget : (£r mag ed auff fein (£ben^ 
temer oorfuc^en. 

^(nffil^ren. (£d mac^t ben Seutfc^en nic^t t)ie( S^re, bag einen 

anführen (road jonft mit anleiten f^noni^m ift) jo me( l^igt ald einen 

betrügen. @o0te bad nic^t ein ^ebraidmud fein? Lichtenberg, SSerm. 

©cftr.l, 350 f. 

^trmel. mil man ein ^ing gefd)n)inD Vermitteln, 
<^o ift ba^ (Spri(^n)ort eingefüi^rt: 
Ol tan t& aus bem (Srmel f (Rütteln, 
Qf) pc^ ein hocus pocus rü^rt. 

tingegen h>irb t& einem fauer, 
ommt aUeS bei) i^m (angfam rauiS, 
^0 l^iftd: C^r tle^t ald toit ein 9auer 
Unb wie ^lannfe o^ne ©miel au§. ^icanbcr 5, 49. 

S(udmtftcn. Xtx Umgang mit ©pie(ern mirb baburc^ nodb uner^ 
träglicf)er, ba^ biefe fid^ fe^r nicbrige Slui^brütfe bei il^rem fiiebling^^ 
gefd)Qft erlauben unb ba^ burc^ eine 2!ermino(ogie biefer 9(rt auf ben 
Äaffee^äufern ein folc^er Jon einreifet, ber bie Clären eine3 üomel^men 
unb gefitteten 3}{anne§ notmenbig be(eibigen mufe. Sin fiiebHng^mort ber 
©vieler ift bag Äunftmort: auÄmiften. J^eilic^ ift eÄ ein garftigci^ 
@cfd)äfte, jemanb im ©piele um bad ©einige ju bringen. SJeue ^re^bner 
TOerfmürbigfeiten 1792, $«r. 16, ©. 123. 

93an!erott. Decoxit rem. (gr l^at fein l^aab unb guter öerbempfft 
unb oerpraft, ober mie man fagt, l^at er bankerotten gefpielet. Dünger, 
2)io(oge beg ^Siöe^ 1587, ©. 213, ©in Kaufmann fo ^antferott ge* 
fpie(et, oDer mie man ed ^eut etmad fubtiler nennen tl^ut, fedqret ^at. 
iJuftigcr Temoaitu« 1650, ©. 8. 

^ieb. Tie in ber fiic^tfc^ere angefammelten ©dinuppen faden 
beim ©dineujen bed üiä)i^ auf bie flamme unb bie Iterje, entjünben 
fid) ba unb Derurfac^en an ber fterje bie fog. 2)iebe, roÜen brennenb 
auf ba« lifc^tucft ufm. fiic^tenberg, SSerm. ©^r. 4, 528. 



252 daxl mülUx, 

@m))finbe(ei. Sopl^te ^Ibted^t empftnbelt gu t)iel. 3c^ nenne 
baiS (Sntpftnbelei, menn einem bttnit, man empftnbe toa^, »o man leer 
bleibt, ober menn man \\(i) itvingt, gemiffe ^inge ju empftnben, {o0t' 
auc^ fieib unb 8eete ju ©runbe gelten, weil gerabe ba8 — em^jfunben 
»erben muß. SReinmalb an ©(Ritter Anfang SKai 1784. S)ie Heine 
@d)mörmerei, bie man Smpftnbfamleit ober Dielmel^r Smpftnbelei nennt, 
»enn fie fic^ nur auf baiS ^rauenjimmer unb bei biefen etma nur auf 
bad Sobedurteil einer SJtüde erftredt. 2)iefe Smpftnbelei l^at fogar auf 
Stec^tdgelel^rte (£inf(u^, bie auf alle äBeife bad tl^euere Seben eined 
@pi^buben bem Staate ju erl^a(ten fuc^en. fiid|tenberg, SBerm. @(^r. 4, 319. 

Smpfiubfamleit. 

^ie l^tgt ba& ^^ier boH ^erAeleib, 
S)a8 Immer Ud) unb Söe^e fc$rett, 
DaiS aüftetö nac^ bem iD'lonbe gafft 
Unb bort \xd) fpan'ft^c ©c^löffcr ft^offt? 
@d l^etgt ein @(egienbic^tev, 
Unb nad) bem ^udbrudf unfrer 3ett: 
©in 2)ic^ter ber ©mpfinbfamfeit. 

dbt. !Dan. (Bdjvbaxi, @ämt(. @eb. gronff. 1787. 2. (= Söerfe ©tuttg. 1839. 
VUL), mtf)\t{. 

3um Unterfc^iebe t)on empfinbtid^, melc^ed in fitttidiem SJerftanbe 
eine fel^Icrl^afte Sigenfc^aft bejeic^net, l^at man ba^ SBort empfinbfam 
eingeführt, eine gute Sigenfc^aft baburc^ anjubeuten. @d ift aber megen 
ber melen ^erfonen, bie fi^ mit Smpfinbfamleit jieren mollen, fel^r 5U 
beforgen, ba^ biefed Sßort feine gute 93ebeutung mieber üerHeren unb 
nur bienen wirb, eine t)or gegebene jarte Smpfinbung an5ubeuten. 
Ä. SB. JRamler, berliner Seiträge jur beutf^en ©prac^funbe 1794, S, 191. 

(Smpfinblic^ = mit Smpfinbung, Iiebet)on, järtlid): 

(Sie erwarten mit berlongen 
!Die erwfmfd)te ^aged^eit 
Qud) empftnb(i(^ 5U empfangen. 

SSeifec, Überfl(\ff. ®eb. 1701 (Gs ®. 47.) 

©rquiden. Sr fünbt au(^ bie Jobten erquidten. @eb. SBilb: 
3wölf Eom. u. Strag. 3lug^b. 1566, Set). (Sgl. Ec 8: er min bie mit 
©d^merjen Selabenen crquiden). 

gclbglode. J ad gi^aecum IL An biefeg l^äfelid^e @erüft, ba^ bie 
el^rlirfien fieute, für bie c^ gebaut wirb, bie J^lbgfode nennen, in ber fie 
felbft ben filbppel abgeben, t)erwünfd)te er ben ©e^er. fiangbein, ©ämtl. 
©dir. 25, 103 (2)er Siitter ber SBa^r^eit). 

Selbl^err. 

Mx 3)cutfc^en mad)et eud) bom <Sprat^gemenge loo! 
$od) mögt i^r ©eneral ftatt gelböcrr niondimol fd)reibeii. 
S)ad §o^e beutfc^e Söort gebührt ben 3:apfent blofe, 
!rie ^erm öom gelbe bleiben. 

ßangbein, ®eb. 1835, 8, 399 (Die ^ludnoftnic 1. 

genfter. 3^ ftel^e jefct, wie man fpridjwörtfi^ fagt, am mitlern 
genfter; b. i). gleich fern jwif(^en S)arben unb Überfluß. iDieiftner, 



SettTöge ium neu^oc^beutfc^en SBortfc^a^. 253 

©fijjcn 11, 194 (1796). SBgl. (£d mufe nun, rote bu fic^ft, im ntittcin 
gcnftcr ftc^n, A la StudentiKiu^, jcbcnnoc^ nid^t im ßubcr. (3)o« l^ei^t) 
fo la la unb l^alb jufriebcn. ^icanber 1, 411 (408). 

graucnjimmcr. SBad fon abgcjd^modtcr je^n, qI^ eine einzelne 
gröu ein g^^öuenjimmet nennen? Gin ßi^nter ift ein ®emo(^, eine 
©tube. ®in i^tautn * Qxmm^x ift ein ©emocft öor bag ^^auenöofcf. 
fernoc^ pro metonom. continentis pro contento l^eift man bad 
rtauendold felbft granenjimmet. S33a^ man ober nun öor eine abj(^eu* 
lic^e metalepsin machen min, wenn eine einjefne t^xan ein ^rQuen^* 
3immeT J^eijjt, bad tan xä) nid^t t)erfte^en. 3d^ glaube, bad SBort ift 
erft t)on einem ^ron^man aud Unmiffen^eit {o gebraucht unb Q()ofi)rt 
öon einem 2eutj(f|en erjc^napt morben. Denn oHeS, mod oon 5^an5ofen 
tommt, ba^ ift galant, unb mir 3)eut{(^en tl^un e^ nac^. $|i(oIogud, 
SBiber bie I^eutfc^öerberber 1685, @. 19. (S8gl. S)er anbre mürbe im 
grauen jimmcr auf Setten unb Äüfjen öerjörtelt Eelanber, bie öertel^rte 
SJcIt 1718, S. 13. 2)ie ^öfli(^!eit, bie man gegen atteg artige grauen^* 
jimmer fiegen muß. Sbenba @. 360. @o eine grofee ©emalt l^at bai^ 
graucnjimmer über bie SWann^bilber. * Gbenba ©. 377. älle^ biefe^ 
grauenjimmer erj(f|ien mit üerbedtem ©efi^t. ©benba @. 547. 3(f| 
^atte mir öorgenommen, atteä moHüftige grauenjimmer, fo im 93eruf mar, 
fenncn 5U (ernen. (Sbenba S. 270). 

ivreubenjungfer. Sin Jrauenjimmcrn, bie man fille de Joye, 
freuben 3ungfern ober auf gut Ieut)(| §uren ju nennen pfleget, fel^lt 
e^ mi)t 9lngene^me« ^affe-tem3 5 (1742), @. 329. (Sgl. löc^ter 
ber J^rcube, bie abgemijt genug finb, junge ^ür|(^gen an fi^ ju loden. 
2)e^ jüngeren Jauftin« Steifen unb I^aten, iJeipjig 1799, ©. 184.)* 
Walant. ^a^ ift mertlic^, ba$ unjre 2tntt nur biejenigen gemei* 
niglidi galant nennen, ]o jcfton nette Äleiber tragen, ba bocf) in biefer 
SBefrfireibung (2)cfinition be3 franjöfijc^en Söegriff^j nxä)i einmal ber fileiber 
gcbodjt mirb. ^^J^ilologu^, SBiber bie Deutf^üerberber 1685, ©. 39. 
Seine freAe, ober, mie er e^ nennt, galante üeben^art. ®ellert, SBerfe 
1833, 2, 240 (bog Öoo^ in ber üotterie II 8). 3m 2)3Bb. fe^lt bie 
bejeidinenbe Steüe au^ Sobmcr, SJeue iirit. Sriefe, Süxxä) 1749, 52. 
Srief 2. 377, mo bie Öalantcrie erflärt mirb al^ „bie Sunft ben 
Jyrauen-jpcrionen au^ bloßer .|)i3flid^feit ju öerftcl^en ju geben, ba§ man 
gctüijfe (Smpfinbungen gegen fie l^at, meldte man nidit üerfpürt." 3cft 
befd)rcibe ^icc ben prärf)tigften unb galanteften ©of ber SBelt. SOian 
miiB mir ba^ lefcte SBort im beutfd)en gelten laffen, bann e^ ift in 
@ad)}en fe^r üblid), unb icft finbe auc^ fonft feinet in allen mir be* 
fannten Sprad)en, melc^e§ ba^jenige beffer auSbrüden folte, ma§ id) l^ier 
jagen mill: c^ bebeutet jold)e^ jo öiel, al^ ein lebl^afte^ artige^ Söejen, 

' 3. I^2 'J)lanni?bUb — 3)jQnnv>Ieutc, 2. 400 ein ©clbev>bllb. 3?ö(. Schirfoflcn etu 
tVrau ü^Jcnfd). I^uii^burfler i^ocob. 1724. «jÄofVaa. 4, 108). 

' ')lo(b lücntflcr in üblem 2tnn alc i'efiinö<> (JmUto (iJalottt i bie ha^ .pauö Wrimalbi 
„bac .imu\> ber ^reube" nennt) fpricöt bie (iJrönn Jer.ifu <iJtceolomini III, H): nitftt 
in ein (>reubenbauc bin bu getreten. 



254 (£ar( WtüiUx, 

bad gefaUt, bad rül^retr ha^ jxü) ber ©innen bemächtiget unb ben 9Bt^ 
gebrandet, um befto em)>ftnbli(i^er mol^Uüftig ju fein. Soen, fil. S^r. 
1, 3, 39. 

@enial. 2)a man ein unenDorteted, t)on ber Siegel meid^enbed 
Setragen unter ben äSeimarifc^en 2)ien{lmäb(^en ober Sel^rburfc^en toofjH 
genia( ju nennen pf(egt. 3u(. D. 93o^, Segebenl^eiten einer SOtarletenberin 
»erlin 1808. 1, 222. 

©eigl^ald. ^ermut^Iid^ tommt biefed äSort Don bem gierigen 
t^eberDiel^r toeld^ed aKed mit l^eiger »egierbe l^inunterfci^rudet unb nid^t 
JU erfättigen {(feinet, menn ed auc^ gleic^ ben Stcop^ fc^on angefüllet 
|at. fioen, «. ®(^r. 1, 33. 

@ern. 2)a^ SBorttin ®eme neque latine neque g:raece neque 
hebraice reddi potest, Syntaxis mutat significationem eius. Cor- 
datus, fiutl^erd Sagebuc^ ]^g. t)on SBrampelmeier. S. 656. 

®e{inbe(. 3o{efi| ^at nic^ti» gemein mit bem übrigen @efinbe, 
ha^ man el^er ©efinblein nennen foHte. 9Soib, Sojep^ 1618, II 2. 

©uggelful^re. 3n @uljcr§ Äinbl^eit nannte man in [einem 
»atertanbe ein luftige^ 3Rut]^n)i0entrei6en be^ 3ufammentünften iunger 
fieute eine ®uggclfu|re; bad ift nac^ ber @tt)moIogie bed äBorted jum 
$ofjenreigen gebungene 92arren, bie auf einer ^'arre l^crumgefäl^rt merben. 
^lögel, @ef(^. ber fom. Literatur 1, 326. 

Kämmerlein. SSiel öerpufft ber Sergmönnic^ ober fiujfren^Ier, 
meieren man auc^ ben 9Jieifterl^ämmer(ein l^eip. ^ar^börffer, ÖJefprec^* 
fpiele 3, 257. (Sgl. 3lö6^fianement, bie äWerfener Sotfreiter 1880, @. 25. 
^6) möchte eS leiben, bafe 9J?. §ämcrlein nur fo eine 93ojemann§ ®r* 
finbung märe. Sllamobifd^ lec^nolog. Snterim 1675, S. 331. ©afclbfl 
©. 328: 3^ ^abe gemi§ ma^ öerfel^eu (bei ber Sefd^mörung), fonfl 
i)ättt ber 2Bu]^( feine ySlaäft über mic^ gel^abt.) 

^ang. 3n Helvetia ac Rhetica bie Raufen Nobiles et Optimates 
appellantur. Et in inferiore Saxonia et Westphalia qui supra 
sortem suam aestimari volunt, ironicos Hansi voeantiir, bann fie 
motten groffe Raufen fct)n. (9?arf) ^iniett^au^ in Sontrod) Sefolb, 
Thesaurus practicus. lubing. 1629. 1, 2SS. (Sgl. Um ba§ fjleifc^ ju 
öerjel^ren ber ^otentatcn ber Srbe, Unb um ju trinfen ba§ Slut ber 
gewaltigen Raufen, .^amerfing, Äönig üon Sion, 1 2. ?lufl. S. 53.) 3n 
Misnia tristissimum hoc est proverbium, ut juveneni imberbom 
^anJ5 ol^ne Sart^ per jocum appellent . . . quod Johanna Papissa 
in variis scriptis imberbis Papa, "ißabft o^nc Sart^ salutetur. (fiutl^er 
hanc Papissam ^err 'i|?abft Agnose vocavit, ut etiani fiieber §err 
Set^ scripsit.) G^rift. SBcilcr, Specimen Paroemiarum bist. Weben 
1726, S. 1. 

.'pau? mittel. ÜJian l^at bi« je^t mit bem 3Borte |)au^mittel 
nod) leinen beftimmten Segriff üerbunben. ®^ foH aber mol biejenigen 
Wittel bejeidinen, bie man nicftt nötig ^at, au^ ber Sl|)ot^efe ju Idolen. 
Sudting, ajiebirin. ©rflärung beutf(t)er Sprüc^roörter. 1797, ä. 183. 



Beiträge ^um neu^oc^beutfc^n SBortfc^a^. 255 

.^eiliger. Toi heiling apertissimus et aptus terminus, quo 
nominatur haereticus. Cordatus, Sutl^crg lagcbuc^ @. 30. 

^ci^äog. ^er^og üom ^cr^ unb oug, bag ein Dbrcr foH ^oben 
ein Derftenbig, ^opffer unoerjogted gemüt^ gu t^un ober gu laffen aCfed 
mQ§ bQ§ Qug, bod ift fürfic^tigte^t unb üerftanb (eieret unb me^fet. @. 9tot 

§euo^§, eigentlich |)eueroc^g, bie fieute, mel^e Sdjiffe ouf bcr 
SSefer fttontoufgie^en oon Stenten bi§ Hameln; fie woren jel^r grob 
unb mürben gefeuert, gemietl^et 93. ö. $. (Secfmann), Sorratl^ üon 
Senterfungen über monc^erlei Oegenftönbe. ©öttingen 1795, ©. 295. 

§ofieren, baS iji auff l^od^teütfc^ {^c^ff^t. Sinbner, Slaftbüc^fein 
ir).')S, S. 129. 

S)oU. @elbe aSefte unb Unterbeintteiber. ®oet^e 22, 92. 

3pjion. 3ft ein ©potmort, don bem Pronomen ipse. 2)er fid^ 
öil Icft gebunten, ber )x(i) t)i(er S)ing annimbt, beren er root gerollten 
möcl)te, ber jm felbft üil ju jcfiaffen mac^t, ünb boc^ nic^t^ befolgen 
ift. Simon Mot. 

ÄQpaunt. Sci^ lernte einige fopaunte Warquid !ennen: ein 
paar Iriüer finb bie Urfoc^e be§ großen (£lenb^, met(^e^ burc^ biefe 
ftnobenjc^inberei über Italien verbreitet mirb. Um bie (üfternen 95c^ 
gierbcn unfern ®Qumeng ju befriebigen, berauben mir eine jo betrögt* 
liefen Slnjal liere i^rer ÜJiannl^it; muffen mir um unfre Dl^ren ju 
tüjjeln, unjrc trüber, bie ÜJienjc^en, elenb machen? S)eg jüngeren S^uftin^ 
Steifen unb Itiaten 2 (1799) 153. 

fiapf)a^n. SJiondier mufe e^ bleiben laffen, alg bie nidjt« l^aben, 
unb ba fet)n bie j^apl^äne Dunb bie fec^fig järigen Xan^ ^neci^te. Slber 
ba l^eift e^, mer ni^t tan mug bleiben (an onnb ein ^anxtt) merben. 
engl. Gomöbien 2, 1630, Zt^. 

Äatf)olifcf). 

Cftcr 6ört man i^n nocf) (5cn aU)prlc^mörtIicf)cn Slu^brucf i, toenn @iner 

fo rerfjt beöperat Ift 
Unb bie üerrücftcflc X^ot mut^cnb für möglicf) erflärt : 
/J[ÖctterI ba möct)te man ja öor 3orn fatfiolifd) nocf) merben!" 
^Huft er unb fdiläflt auf bcn Zi^d), ^at [\d) entlaftet unb lat^t. 

33ifd)er, Cijr. öönge 3. 160. 

Ü?gl. ^Ji)Jancf)e JRepublifaner mögen mirflic^ au^ ärger !atl^oIif(^ ge^ 
morben fein. ^. $eine, iJ. 99öme 4. Surf) (11, 213). 

vftolrüfelin. Kaiaivib quae foco et fuligini assidet (oorl^er: 
faniula culinaria, Slfc^enbröbel fel^It alfo noc^) Crusius, Gramm, ling. 
graec. looH, 1, 100. 

(/ißoft t)on) Äorbburg. 

Tie Ceutc treiben 6ier bte Äörbcma(i)ereii ; 
Tamit ein ^äb^nt nur ntd)t oU^u mürrifcf) fei), 
fo pflegt fie einen Äorb Don i^ren eignen .g)änben 
bem, ber i^r ^er^ öerlangt, an beffen 3tatt 5U fenben. 

^iconber 2, 15(i (^oftbertd)t ber Clebe). 
^',fb2jJ. III. 17 



256 (Sari mülUx, 

firetfd^martn. (Sine ©aftl^alteriit (ol^ne imeibeutigen @inn) ober 
tote man biefe £eute in 93tedlau nennet, eine ^ret((|marin. Soen, 
«I. ©(^r. 4, 383. 

2aht)x\xit^{\^AD. Sab^rint^ mirb anä) gebraucht für eine groge 
Snge(egen]^ett, ein fiab^rintifd^ oerftodted unb t)erba(Ited SBefen. @c^eräud, 
©eiftL ©prad^enfc^ule, 224. 

Sanbe^freunb. SBir l^oben, aä^, fein SBort, ben Patrioten ju 
nennen; l^atten ein«. Sl^r fragt mi4? Sanbe^freunb ; 3i) weife e« 
toüfjH, bied SBort gel^ört nur in« ©ebic^t Don altem @(^rot; aQein bie 
neue 9»ufe weint: «c^, finb wir'« etwa nic^t? Ätopftod 6, 536 (1771). 

aUe Seier. 

Söic man tcnn fogt, gleich fort al8 fetter, 
2öa8 folö? eö tft ein alte Öe^er, 
Q^ ift ein a(tö t>er{ungen$ Qieb 
Unb gtlt SU unfrer jett je^t nit 
^ft alt f^rönfifc^ ber oUen ^e(t, 
$nb i[t niemanb bemd U)o(gefeIt. 

eug. ©gering, ^ober6. 1, 263. 

Senje. 2)ie SJenje, fiinje, fiol^ne ift ber in ein breite« Slec^ 
ftatt be« fiopfe« au«Iaufenbe eifeme iRagel, ber burc^ bie ^^e oor ba« 
9tab geftedt wirb, bamtt biefe« nic^t ablaufe. XQf)tx ba« Sprichwort: 
SBer nac^ einem golbnen SBagen ringt, betommt eine Senge baoon. 
JBüüng, 9»ebirin. erHärung beutfc^er @prid|W. 1797, @. 196. 

Söffelei, löffeln. 

@« ift bie Söffele^ awar mol^I bem Sieben ä^nlic^, 
aRon füffet, (ecft unb brücft unb t^ut beratoeiffelt fei^nüc^. 

eeboc^ ber toa^xt QtDtd ftel^t auf bie Q^l^e n\d}t, 
« ift aum 3eitt)ertreib unb ^oQuft abgerid)t. 

^iconber, 1, 402. 

93om Saffen lömmt täffe(n, b. 1^. fic^ laffenmäfetg bejeigen, fonber« 
lic^ beim t^rauenjimmer, tül^n unb oerliebt t^un ((öfeln ober (effe(n l^iefee 
gar nid^t«). ©ottfd^eb, ^Beobachtungen aber ben ©ebraud^ oieler Sßörter 
1758, @. 164. 8SgI. Seffelen prensare feniinam, faire Tamour. 
©c^ottel, 1355. 

3u ßeipaig ^ötö l^übfcf) gungfrätofein, 

2)ie gern frö^ltcf), bocf) jüc^tig fet)n, 

@p toie wi( id} ^u (öffeln m\d), 

^dj toeife ein bie fonö meifter(icf) 

fjürtoor pe fü^rt micf) rec^t Aum parn. 

&. ^cnrici, (Somöbic bom ^rin^enraub 1595, '?tu. 
(2)cine ^Bangen pnb t)crblaft, 
!I)cinc 3Söaben l&ängen runter; 
5!öarum fic^ft bu nid)t me^r munter y 
5öci( bu öiel gclöjfclt ^aft. ^icanber 2, 267.) 

Sgl. aWurner, SRarrenbefctiw. 8 (®oeb. ©. 32 f.) 
Söffetfnec^te = ^ouffirer, SBeifee, Überfl. Öeb. 1701, 21 3 »> 
(ebenba 6 3 ^ : 




!Beitrd0e sunt neul^c^beutfc^n 9ßortf4<M}. 257 

(£d tft bod) (auter finberei^ 
ma btx öerüebten löffelcij.) 

fibfc^l^orn. 

\d) ^berlein ^teffenbom 
)ab ja aud) ein fd^öned Sdfc^^otn, 
)ad gonget mir xab übtx^ Wlani . . . 
llt\t> fte^t aud) nac^ bem Sprad^^oud um. 

^. <5oct|8, ber 9^afcntan5 1550. 

Sgt. @tn $ert, meieret eine groffe pfunbgofdie Dnnb ein (ang, bicf, 
breit lejc^^orn l^atte. Sommer, @mpl. Kornel. 1609, 95 6. 

<Sc^neib ab bie ^a& unb flicf bir aud 

!Dad ^inberfod) . , . Qv^ mad, 

SBoIt 3^r, ?opa, mir filmen ju 

5Dht eurem öef(^^om fein 

2)en Lüfter? ^er ?ebont. ahrrt^umb 1678, 270. 

2)ie SRoje ift mie ein Söfc^^om. ©ie «uge Ströbelfrau 1682, 33. 

^{ar. Sin oltd t)erlegeneg Xeutfd^, bad mir einfach gar nimmer 
ober feiten brauchen, l^e^ft ein 9toBr baroon ift aud^ im brauc^ ^au 
pal(Ier), aj^arfc^atd etc. ©im. SRot 1573. 

^ard ift ein att 92ieber(enbif(^ mort unb bebeutet eine @ren^e, 
bad man noc^ faget ein äJiardftein , b. i. ein gren^ftein, Sleinftein. 
©d^eräu^, ©pra(^enf(^ul IIH. 

3Jiemme. Sticht ber Ätte, fonbem bie 3Remme bed 8SaterIonb§. 
Sq, .f)eine 12, ol (^er ©c^mabenjpiegef). 

9?age(. @o brannte il^m, ber feine SKittel lieberlic^er SBeife tKt* 
tijan ^atte, bad i^ici^t, mie man im ©prid^mort ju reben pflegt, re^t 
auf bem 9kgel, al^ er erful^r, bajj Slarinb einen 3Jlann jum ©d|anb« 
bedEel i^rer Stu^fc^meifung nel^men moHte. Selanber, SBcrf eierte S35clt 
17 IS, S. 520. 

^4$ aar. Par: ein paar, 2 gleiche. %ud^ bal^re ift, mad a0en gletc^ 
ift. ©im. Mot 1573. 

^4?atfd)fe. 3rf) muß blö gor l^lm betteln gc6n 
53nb merb glcld) tele '^Jatfdifc befteön, 
Irf) mein \\t merben mid) all auglodhen, 
!Dag id) mic^ ^ab 5um S^arm (an mac^n. 

®. ^enrtci, $rln5enraub 1595, 3)i*>. 

'ißolitifc^. Sin itatienifc^er 3}{inifter fragte, ob und ^eutfc^n 
benn bie "ißotitique fo (äufftig märe, bag fie ben @ta0'3ungen unb 
3llten SBeibern auc^ nit »erborgen bliebe: bei il^nen . . . fbnnte nic^td 
^otitifd) genennet merben, ald mad mit ber Slegierfunft ju fc^affen l^ätte. 
^ntmort : ^an l^ätte aud ben mancherlei) 3ntriguen, meiere in politifd^en 
©taatd^©a^en t)orjuge^en pflegten, Urfac^e genommen, aOed tva^ ein anber 
^nfe^en don fid| fpüren lie^, al^ ed in ber SBal^r^eit l^ätte, $o(itif(^ 
JU nennen. 3lr(f|iero ßornemico, ber gute SRann 1680, 8 6. SBergl. 
3eitfd)r. für ben b. Unterrid^t 10,777 folg. 



258 earl aRüllcr, 

^c^ (eB alfo in gutem Thdf) 

uno fümmere mid) nid)t bort, 

halb Bin itt) frol^ balb Böb balb gut, 

bieg ift mein gon^c 2frt, 

balb lieb icf) tt>a&, halb ac^t ic^d nic^t, 

balb ift mirS ein 35erbruB, 

bie tDeil mein ^un fo eingetieft 

Q(d ein ^oüticuiS. 

drailöl^eim, Sieberfammlung ^g. bon SVopp 3. 78. 

^I^^ficuncud ift ein fpottroort gegen benen, bie etma^ in natür- 
lichen 2)ingen unb jonft wiflen wollen unb bocft ni(^t^ ift, fonbcrn 
timpe§ tem|)ed feinb. ©im. JRot 1573. 

^rongl^aber. 9D?an jc^etten , bie »irfttc^e ^rangl^abern maren, 
»ie man jeneg franjöfijc^e 3Bort ^ier unb ba im Sd^erje ju bolmctfcften 
|)f(egt. ßangbein, SBerfe 26, 11. 

Quarre. 3^m lag me^r an ber ^]axu aU an ber Quarre. 

JBiefer Slu^brucf mar überl^aupt auf bie janfte ßuije nic^t anmenbbar, 

ba er ein immer unjufriebeneg Srummeifen bebeutet, fiangbein, ©ämnttt. 

©c^r. 25, 174. 

33gl. Qd) toeife eö mo§(, bei einer Pfarre 
@olI, mle man foget, andt bie Duorre 
&ax\i unumgängtid) nöt^ig fcim. 
@in ^riefter unb ein ^lunggefcUe 
<BtX) mie ein Slirc^t^urm oQne 3(f)eC(e. 

^icanber 5, 13. 

©d^emper. ®a^ meifee 93ier, ba§ mon be^ un^ jonft Sc^emper 
nennt. Srebelo, ^oet. Stifc^. 1682, ©. 27. 

fd^ier = faft, beino^e, motten einige für pöbel^oft erflären, ift 
aber in manchen tjötten noc^ beffer; man fagt: id) l&ätte )d)ier gefagt, 
id^ möre fc^ier geftolpert, icft l^ötte faft geglaubet, idf| märe beinahe über= 
rebet morben. fioen, fl. ©c^r. 4, 47. 

ft^iltern. 3cft befinne mid^ auf einen guten ©tümper, mclrfier 
einen Söürgermeifter alfo anrebete: I)u ©diitter unfrcr ©tobt. 55enn 
meif ©d)inem be^ ben ©ofbaten fooiel J^eifet al« 2[öad)en, fo badete er, 
ein ©(Ritter märe foöiet afö ein SBdd^ter ober ^üter. SBeife, ber 
grünenben Sugenb not^menb. @eb. 1690 ©. :nof. 

©d)(ac^tenbummler maren bamal^ nodi nicbt crfunben (im 
fc^Ieömig=l^o(ftein. Ärieg), man fagte ^ufc^öucr. 93ufd), 2agebuci)bt. .*^, .*)1>1). 

©d)lafittc^en. 

3d)lofittd)cn ift ein f leiner öcift, 
2^en nion auö:t fonft nodi anberv? ^cifU 
ü'cr flattert um bie Seutc, 
:3nö "D^aße unb \n^ SBJeitc. 
Gin nicblid), putjig flcincö X^ing, 
Qis bat 10 maij nom 9d)!nettcrling 
Unb fdimirrct um bie Merken 
llnb ftidit unci in bie .5>cr5en 

«. Mopifd) 2, 269. 



8eittö0e 5um neu^oc^beutft^n SBortfc^a^ 259 

@c^recfenberger. 3)a ntäfjen benn bte ©d^cedenberger 93eftQnbtg 
auf bcm Sprunge fein, ^iconber o, 14. 

fc^ü^en. Set ^lug f)at {el^r t)te( @i$ gebrockt, melc^ed Sc^ü^e 
gemacht, boDon bad SBaffer in beffen 3J{ül^(graben ausgetreten ift . . . 
alled ntbglid^e mugte angeroanbt merben, um baS @i9, meines fic^ fon)o^( 
auf bem 5^"ff^ H^f^ olS aud^ auf beffen 9Jiül^Igraben fd^üfete, wieber 
in ®ang ju bringen. Sarauf: bad @ii^ ftopfte bad ganje ^(ugbett 
faft an (bann : bie Serfefeung beS (£ifeS). SReue SreSbner SWerftDürbig^* 
feiten 1792 9lx. 16. 

Semper ^eift almeg, wirt aber abusive onb fc^mandroeife gebraucht 
für einen groffen fet)ften Saud), ber nur ftetS öof wiH fein. Semper 
üotl nuniquam leer. ©im. 9lot 1578. 

©ieman* 3)aö 2öet6 bcm SJlon ftetö n)iberfi(f)t, 

(Bit f)ab gletd) red)t brin ober nid)t 
Unb ^pman fein )ui( in bem ^qub 
^rrmon mit gewalt roil jagen oud. 

(J^ring, ^roöer b. 2, 74. 

@o(bat. meldie jujeiten 9iomu(i ein oberfter ober ^aupt ber 
Stitter unb ber jottaten ober ber !riegg(eut fo in ber befa^ung ligen, 
genennet warb. Ölinger, 2)iat. be« SSiüe« 1587 @. 899. 

@trebela^e. (Sin 9ub Ftd) an ben anbem ^ieng, 

^it bem einen ber bied ^err ^o^, 
3Wuft icf) iic^n bie ftrebclaft. 

(9lacf) folgenbcr SCnmcifung:) 
3o fte^t einanber gegen ober, 
$nb macf)t eucf) bie quei t)mb ben ^al^, 
'JUemet ben ^Inotten bet)b g(eid)Bfa(Id 
S3nb faffet mit ben jänen feft, 
@in jcbcr fein Rnotten ouff^ bcft 
Darnod) fniet nieber auff bie Qxb, 
33nb 5ief)t, loft fe^en mcr geroinnen rocrb. 

& .£)enrici, (Som. bom "tprinaenraub 1596 CJd»>. !Dt»>. 

I roden. ®^e man barauf ben!t, roie man einen "ißroceBr ber 
nod) nic^t tauft, geroinnen roid, jo mug man erft benten, ob man i^n 
öermeiben fann. Sie 9lbt)o!aten nennen bieS ben trodenen äSeg abfommen. 
ifid)tenberg, 2c^r. ^, 550. 

7ümme(d^en. 9Bei( id) ein Hein ^ümmelc^en ober (Sbriftlic^ 
9täujd)cn ijübt. Älamob. Jed)no(og. Snterim lt>7S, S. 155. 

^unjd|. 

. . . bod pöbelhafte $ßcfen 

Unb iHeben, fo roir nod) in aüen (Sdmften lefen, 

ai<<: 53offen; bicfe« Söort ift (öngften« auj^geftört, 

f^aum boB man felbiged annod) bep $^inbem 6ört. 

(£in (^ufc^l Hingt 5U tl^umm, bie ^fftm^öxn Ttnb nid)t <Sd)roetnc. 

(fin ^unfd) roie aud) ein 3Raul lA^t eben nid)t gar feine. 

(Sin 3d;ma^ ift 5um (^el^Or ber Bauern eingeridn, 

^eil man oicl artiger ein !(eine$ (Sd)mdQgen fpridit. 

$icanber 1, 357. 



260 daxl mülUx, 

®iS fäat mir bie ^^efeüfc^aft ein, 

^0 fie ba& ^ort im Tbinht füllten : 

SBo muß »ol^I je^t mein 3:unfc^clt fei?n ? 

!3)ie Olsten möchten einem göuen, 

iBenn man fo fc^öne ^ite( bort, 

SGßomit man toocfer ^ungöefcllen 

£\n ben 3uföntmenfünftcn el^rt. 

S)od) nein! ic^ n^ill [\t nid)t berflagen, 

@in ^unfc^It fömmt t)on ^unfc^e ^er, 

^a^ §eift^ menn fie mein ^unfc^elt fagen, 

9((^ mer boc^ balb gefüffet tDär. ^icanber 3, 328. 

Unerfinblic^ ift ein neued ©efc^öpf bei Steic^^canjeliften unb 
$ub(tciften. @te fagen unerftnbUd^e S3efc^u(bigungen, bie boc^ mtrHid^ 
gemotzt morbcn unb aljo tüoijl erfunben jein müjfcn. @ottj(^eb, Seobac^* 
tungen über ben ®cbrau4 »ielcr SBörtcr 1758, ©. 371. 

Unlepunj. Xxt ^or^p^öen ber SOtebicin feigen nid^t mel^r einem 
Unfepunj ä^nlic^, pe finb SIegantö. S33ef^er(in bei Sbeling @. 256. 
Unter anberen [tiefe man auf ein linier, bag 7 Söpfe, 10 ^örner, eine 
Seoparbenl^aut, !93ärenfüfee, einen fiömenradjen unb einen 3)tau(efel{(^meif 
^atte. 3)iefer Untepuns l^at ben %ud(egern t)ie( ju fc^affen gemacht, 
ebenba @. 309. 

Unluft. yinx \a^ xä) jule^t, bafe bie SRenfd^en i^rer fiuft nid)t 
el^enbcr ©cl)ranfen fe^en fönnen, al« bi^ bie Unluft boju fommt. fiocn, 
m. Bä)x. 1, 3, 50. 

unmuftern. SBo nid^t fran!, boc^ unmuftcrn. ©oetl^e 21, 104. 

Unrul^e. S)a8 ®emiffen ift gleic^ einer Unrul^e im Ul^re; benn 
wie biefe immer fcl)läget, mcnn ba^ Ul^r aufflejogen ift, fo rul^et jene^ 
a\x^ nic^t. ßelanbcr, SSerfc^rte SBelt 1718, @. 228. (SSgt. ein 
rechter Unru^ unb SBilbfang. 9»artini, Siebnerf^afe 268.) 

unmirf (^. 3c^ mar ganj unmirfd^, mie bie beutfd^cn Slitterroman* 
fabrifanten fagen. Sauftinä Steifen 1799, @. 41. (Sgl. @Ö lag ein 
Stein 9led|t l^inter feinem Sein, ber macl)te, bafe ber §err ©anj 
uniüürfc^ nieberfiel. Setanber, SSerfe^rte SBelt 718, @. 282. SDa« 
^ferb l^atte ben Sieiter fo uniüürfdf} abgefe^et, bafe er barüber in Dl^n* 
mad^t gefallen, (gbenba @. 414.) SSgl. SBie mö(^t mir aber ^c^t fein mirS, 
ffig ift mir ein önc^r önb fcl)anbt. @cb. SBilb, Som. 1566, 2(aa^ 

SBorfucceffor, mie bie gemeinen ücute im D^nabnldijd^en einen 
SSorgänger nennen, ift nic^t mel fc^(ed)ter at^ SRad^foIger, ba einem ja 
niemanb dorfotgen fann. iJiditenbcrg, 93erm. ©cftr. 1, 275. 

aa3alb(eg)einfam!eit. S(U SEiecf fein 9Jförd)en „S^er blonbe 
Gfbert" im Ätcife ber g^^^unbe öorta^, erfuhr ba^ SBort, melc^e^ im 
9D?itteIpunft ber (£rjä^Iung ftanb, äBatbeinfamfeit, eine fd)arfe ftriti!. 
SBactenrober erKärte ed für unerl^brt unb unbeutlid), menigftenS muffe 
e3 ^eifeen 8Balbe§einfamfeit. S)ie filugen ftimmten bei. Umfonft juckte 
7iect fein SBort, ba§ er unbefangen gebraucht l^atte, burc^ ä()nlid^e 
Sufommenfe^ungen 5U t)erteibigen. (Sr mufete enblic^ fdimeigen, o^ne 



QeitTfige sunt neu^oc^b. SBortfc^a^. — 9). Sprenger, ftCeine Bettröge. 261 

uberjeugt ju fein, ftrid^ e^ aber ntd|t aud, unb gemann tl^m bad Bürger« 
rec^t in bcr Sitcratur. 91. ftöpfe, S. Titd 1, 210 f. 

SBeigmod^er (im mirt(id|en unb übertragenen Sinne). @oet^e 
3, 304 (Snöectiöen). 

933 e{ entließ. @r fagte ben $el5 an, ba et benn fanb, bag ed 
ein mefentlic^ed Q^uq tvat, fo er in ber ^anb l^ielte, mibrigenfaüd ^atte 
erd t)or eine SSerblenbung bed Xeuffeld gehalten. Se(anbet, SSerte^rte 
SBelt 1718, S. 348. (SJgt. SBorte finb SBorte, e« mufe ein wefenttid^ 
Sßerct meine SSergnügung oerurfac^en. Sbenba @. 152. mefenli^ 
substantialiter, ba« ein ffiefen l^at. (5r. Älberu«, ®ict. Ä Ä). 

S93if d^. 2)ad l^eift unter bem mifc^ üertaufft, mie bie bauren menn 

ite etmad in bie @tabt bringen unb moUen ed nic^t anfagen, fo (egen 
ie einen ftro^mijc^ brttber. SBeifec, ÜberpüR. ®eb. 1701, @. 415. 

SSittib, SBittme. (Sine äSittib miQ nic^ me^ ^eirat^en, ober 
eine SSitme, bie mil! 3)er Sre^Iauer fiorenj $tege( bei $o(tei, X^eater 
36 b. (S)et Äaltbrenner.) 

SBurfd^tel'^rater bie @)egenb be§ $rater§, mo bie ©aufler unb 
^u^jpenfpieiier il^r SBefen treiben, ^oltei, SJierjig Sn^re 4, 94. 



kleine Beiträge. 

35on 
3t. ©prenger. 

ttna4roni$mui$ = 3eittDibrigIeit. 

Ouftat) 3cf))t>etfd)!e läßt in feinein X^roma 9(nnd)en t)on ^^orau l 2 
(9CudgetDd]^(te (B(f)riften, ^aüc 1864, 1. ^bt 3. 82) p. 9(lberti ni 3imon 7>Qdi 
fagen: «^B))re4t mir öo(^ nid)t, toert^r Xadi\ in ber $oejte bon nnadjroni^men, 
ober mie td) ed i^ur C^^re unb 5um $ort6eil unferer beutfc^en 3prad)reinigung 
fage, t)on 3eitn)ibrig!eiten^ 

Unmerlung. 

1>a^ bied ^ort and) in neuerer ^tit nod) im 3inne t)on Semerhma 
gebrauch mirb, bcmeift Zf). SD^uage, :Sogt t)on 3t)It (dtedam) 3. 131: «^ 
bin )n)or nicbt gen)ö^nt% fagtc ^., .auf ben "(krfettd föniglidier ü^td^er ^u 
aebeit, aUein id) ^offe, toenn id) bie Qffxt fjabt, ben Slönig ober ben $rinAen ^u 
fpred)en, mi^ beffen mQrblg ^u betueifeu; foUte id) aud) bei ^-tofleuten biegen* 
ftonb i^rrr 9nmerlungen roerben. 

audfe^en = engl, to set out. 

3fume, SpaAicrgong (SJerfc ^. ö. 5ßogner 3. 146): ,id) mietbete mtr 
alfo einen SRaulefel mit feinem ^iibrer unb fe^te ntbig aud'. Die 3teUe finbet 
Tut) aufb in Tl. ^eDneci D.&^b. \, 3. 24t$; bod) ift nid)t bemerft, baß hier ein 
Snaltcidmud oor liegt, ben 3. rno^l feinem 9(uf entölte in ^merifa oerbanft; 
au^e^ entfpric^t ^ier genau bem englifdien to set out. audruden, aufbred^en. 



262 91. Sprenger, aCeine ^Uräge. 

93ocf, eine 9(rt ©t^iff. 

Seumc, 3Jleln Ceben (SSBerfe l^cr. b. ^SJagner ^. 22) berichtet, baß er, öon 
befftfcben Sßerbem geprefet, mit feinen ®d)lcffol«aenoficn auf fogenannten ©rem er 
^öcfen bie ^efer bUiabgefa^ren fei. Qx befc^reibt fie adS Heine lange f^af^x^ 
jeuge. Qm 53remer SGßb. I, 155 ^igt eö: ©uf, ein plottcö ga^rseug, ba^ ble 
^efer auf unb abfahret: eine @)attung ber bei und fo oenannten @!en. 6. 299 
tDerben biefe erfläct al& eine ^rt langer unb platter Schiffe. fSferner ^igt ed: 
„^it\z platte (S(f)iffe finb Don bret)er(ei @(attung: nemüq (Sttn, n)e((f)e einen 
eichenen ©oben l|aben: ©uffe, toelc^ einen büc^nen ©oben ^aben: unb 
©uUen, tot[d)t tttoa^ fteiner ftnb, unb il^re ©enennung t)on ©al^Ien, ^^of)ltn 
l^ben'. 2)iefe Grftärung ift nlc^t fpradjgemäg; blclmel^r wirb mon Ajpar G!e 
a(d (Sidjbaiim, ©udP unb ©ude aber o(iS 9{amen ber benannten %iere ^u 
erflären l^abcn. ©enennungcn öon <St^iffen nat^ 5:teren ftnb jo ^äuftg. 

brum==tt)ctr. ®d)t(lerÖ SBaHcnftein, ^iccoL 4, 5, ©. 66. 

91 eu mann. 2)aö aüeö wißt 3^r! SBoftl betoanbert feib 3t)r 

3ln Gureö ßanbeS S^ronif, Äedermeifter. 

JicUermetfler. ^rum waren meine Slnl^erm Staborlten 

Unb bleuten unter beut $ro!op unb Qi^ta. 

3)a6 <^c^iner brum = »well" auS ber ©olfdfpract)e feiner ^elmat ent* 
na^m, betoelft eine alte Slnefbote ble ^. Äur^ In feinem 9ioman „©cbiUcrd 
^eimatöjal^re'' (®cf. Söcrfe ©b. 2, ©. 116) eingcflocf)ten bat: „^er^og Äarl 
war mit einem ^orffcftultbclßcn, ber l^m auf feine feiner f^^agen gebörlgcn ©e- 
fcbelb geben fonnte, fcbr un^ufrleben unb rief bom ^fcrbc ^erab ben berfammelten 
©aucm 5u: ^ört' mal, ©auem! Id) fag, euer (5cf)ulä Iffn recf)tcr ©fe(! — 3)o 
trat ein alter ©auer, ble aWü^e In ber $anb, unerfcfirocfen l^erbor unb berfc^te: 
Sl^r' !l)urd)lau(I)t, brum Ift'ö 'n clnfaufterl (ber ba^ 5tmt erfauft ^at)". 

bumm „bcrborbcn, unfräftlg" gebraucht befanntlldi Öutbcr, 3)ktt^. 5, 13: 
mo nun ba^ 2>ai^ ifjum wirb, womit foü man \a[^m? — SBle cd fd)clnt, ^at 
fic^ blcfe ©ebeutung In ber ©prac^c ber 3Jla(cr crbaltcn; man bcrglelcfie (2BII^. 
b. JJtigelgen) 3"flc"^c^""c^"9f" ^^"^^ ^^tcn SJ^anncö, ©. 406 (SRcclam): 
,3Weln crfter ©lief fiel auf baS nilnlertc ©üb. ^d) unterfudite ev>, bat cö mir 
In meinen Q^aft^of aud unb ftedte ed burc^ (Entfernung bed bumm geworbenen 
fjlrniffeö boüfommen wiebcr ^r". 

@infiege(. 

3)er arme 9Kann In 5:odtenburg (SReclam) (5. 44: „®[ber ba^ aßeö war 
noc^ nl^td gegen ben lebenblgen (^uHegel, ben wir Int |)aud bciben mußten: 
ein abfrfjeulld)ed ©cttelmenfcfi, bci^ ftd) befoff". X^afe (Elnflegcl, wofür ©ülow 
einflebel l^at, urfprüngllc^ nld)t« anbereö ift, ald blaleftifd)e fjorm für CSlm 
ftebler — au^ ^njengrubcr braudbt: Oapgl = ©Infiebel — Ift ftdjer, bemerfcnd* 
wert aber ble ^ler borllegenbc ©ebeutung eincö aUelnfte^nbcn 9Wenfd)en, ber 
bei einer gamille In Söo^nung unb ftoft gegeben Ift. 

enbllc^ = am (5nbe. 

Seume, ©pa^lergang 3. 127: „Xer (^ouberneur . . . bewirtbete mic^ 
mit bem berübmten fijrafurifclKU ÜRuefatenfeft, btn enb(ld) biefer .£)err wo^l 
gut ^aben mufe/ 

©rbtoffel. 

CHnc a)afd)form bon (Jrbapfel unb ilartoffcl (altm. 5:üff'l) bat ^öiüggc, 
!I)er ©ogt bon 3t^lt, @. 6: ^3)leö gan^e ^arabled mit feinen Grbtoffetn unb 
gammeln ({"»elgolanb; . . u. ö. 



Die Püanjennamen ber altl^oc^beittrc^en C^loffen. 

5?ou 
Sri! Sjörfman. 

4. ^flnnjcnnomcn, bic nur auf öcutfrfjcm öcbictc belegt |lnö.* 

a) ®inMiltda nnb »ciitgcr bnrd^fi^ttgc ftomliofita. 

ahhalm •malannus* ©ob. 33inbo6oncnfiö 2400, (£(m. 2G12, CSob. ^Berneiifid 
72*2, 1 (= III 482«), ahhelmo 'malannus', C£(m. 17403 (= III 47G»). achelmo 
•talo* (I. malo fc. malanmf; bgl. btc ©loffe ma/w« malamtus alpe III <)()4*») 
(Sob. SBeriienfid 224 f. 73 b (= III oKJ*»). 3. QJrimm, 2).9)h)t^. • 1113, nimmt 
an, ba\^ malannus eine ^pan^e Oc5cid)net; fo a\x6:s öraff I 132. 3n einer 33c* 
fdjtDörunß contra malum malannum (Örimm, !D. 3)h)t^.* III 3. 494) ^eiftt cd; 
ich bimuniun dich suam pi gode jouh pi chrinte, ^onft be3et(l)net malannus 

eine ftranfDclt, bte tu einem bon bu Gange anöcfü^rten S^tate foIgenbermaBcn 
6cfrf)rle6cn »trb: aderat quidam miles, cujus oculum dextrum carbunculus, 
quod malum Franci per antiphrasim bonum malannum vocant, adeo posse- 
derat, ut non modo de visu, sed et de vita periclitaretur. Ipse orbis, super- 
cilia, nasusque spatium suum a tumore eicesserant« tota facies largius ex- 
tubcrabat. C^in )o(c^ 9(uiSmud)d fdnnte ja gan^ ^\\i suam genannt luerbcn. 
ITad beutfd;e ^ort ift bt^l^aih faum ein Wan5enname.' 

alada 'elleborus genus herbe que francice alada dicitur*, alnda 'elle- 
bonis' Aldhelmi a*nigmata 200,20: (5ob. Jlorentinuö XVI, r>, C£ob. 53vemenfl« 
b52 (== II 10", 10*»). 

alpe 'malus malannus' III 664*»; ma^rfrf)einlid) ^aben mir ed ^ier mit 
mit bcm 3öorte alp 'gefpenftigeö 3Befen, Sllpbrücfen* ^n t^un. malannus fann 
nömlid) nad) bu (Sänge aud) 'morbus comitialis, bic faUenbe 3ud)t' bebeuten, 
eine Stranf^it, bic mit beut ^(pbrücfen gan^ gut f^dtte t)ern)ed)felt merben fönnen. 
9g(. ahhalm, achelmo oben. 

anMir, amaro. 1. f^ormen: amar, amaro, amero, amari. 2. Belege: 
amar 'far* II 370» C^Jrtfc. Qnft.: CSlm. 280 A, aim. 1837,")), amar vel einchom 
'far' II 374" C^rifc. 3nft.: (£ob. 33inbob. 114), amar 'far* II 374^» (^rifc. ^nft.: 

* 4>irT^r werben qu(^ i^flan-^cnnamcn (^cfu^rt, bie auf bcutfrficm (Mcbictc natft 
(atdntf(6en Äluftem gcbUbct finb i^üfll. :\ti(in. U, 2U')', obiuol)] dinb öiif onbcrcn ^vxatb^ 
gebieten ibentifdic ^flönj^cnnamcit öftere oorfommen. Tic Ubcreinftimmung bcrubt ja 
^ier nicbt auf Urt)enoQnbtf(^Qft. ^uc^ ^flan^ennamcn, bcrcn eintieimifdKr Urfprung 
mir mebr ober toenifler froalid) erfcbeint, merben l)icr aufgenommen. 'J^amcn, bte ent' 
lefinte (Elemente ent()a(ten, bte aber in bcn 3pradYcn, tuorauv^ tle flammen, nid)t ^flan)en« 
nomen finb, geboren aud) .^u biefer ^btcilunn. Tic näcbhc -Ctauptfatcgoric „(fntlebnte 
^flanunnamen" mirb alfo nur foldie 92amcn, bic fd)on oor tbrer (S^inbürgerung in bie 
bcutfc^ Spracbe ^flan.scnnamen luaren, famt 3"^^"mtcnfc^ungcn, luortn folcbe i^lan^en« 
nomen eingeben, umfaffcn. 

• agttiestra, agalstray ageUiraf agliftra, agihtra IV H\ " ff. fll0*f icrt baö lot. 

«Mi/##, bofl in bret C>ff. aii? '«owir« htrht* bc^ciinct luirb. Xa ober bao folgcnbe 
^ort pica ift, tiaben tuir ec ^ier ftcber mit bcm :?2amen ber (Alfter ^ ttrun. 
» tt, «l. M, VI 4y. 

drbo. in. iB 



264 Gri! 53iar!man, 

CSob. 33inbüb 114), amari, ämero 'aliga* III 111»« (^.®.)» «»««^o 'aliga* III 173" 
(|). (B.), om^ro 'halica' « III 200" (^. <S.), amar 'far* Sob. gtor. XVI 5 bei 
©cf^aibt Comm. de reb. Franc. Or. II 983 (bei ©tcinm. u. (Siebet^ f)abc idf 
bic ©loffe mrf)t mebcrfinbcu fönncn). 3. S3otanifd)C 33cbcutunfl: ^n^ä:)tütu 

fcri)d)eu !Dio(eftcn bebeutet ammer, ammerkomf emmer, amelkorn (tDoraud oucfi 
d)riftfprad)lid)e§ nl^b. Ammer, Emmer) \\(x6:\ 2)url^eim ©dituci^crifdjeö ^fian^tw- 
Ibiotifoii 33ern 185G ^. 85 {>d^[, (\\\d) ^:pri^e^3effen ®. 411, (Btaub imb 2:obrer 
I (^. 218) iriticum dicocaim, lüaiS un§ 5u ber Stunaßme, baß bicfeS aud) bic 
SBebeutintg be§ Ql)b. SBortcö ttiQt, S3erQn(affung giebt. 3)ic bon ©rapmomi 
@. 252 gegebene Gtijmologie (qu^ griec^. fiiuuXov) ift gemiö Qbjurocifcn. 

andorn. 1. 5*^^^^^^^- (^^tdorn, andor, anthdorUj anthorn, antorn^ andron^ 
antron. 2. JBelege: a) unfleftierie 3rO^"i* andorn, andor *marrubium* III 49**, 
andorn, andron, andor, anthdorn *marrubium* III 103^ ff. (.Jy. <S.), andor 
'marrubium. hec et prasium dicilur' III 172*^ (^. (B.), andont 'marrubium' 
198«^ ('&. (3.), andorn 'marrubium' III 280 »o (^. 0.)^ andorn •inarubium* III 
387**, andorn 'prassion' III 471**, andorn *marubium* III 475 ^<*, anthorn 
•marrubium' III 482»*, andorn *brasium* III 486*^ andorn •marrubium' III 489", 
antorn 'prasium' III 490'®, andron *brasium' III 494'*, andron 'brasica* III 
495 »^ andorn *marubium* III 503'*, andor, andor *marrubium* III 513**, andorn 
'brasia' III 516**, andorn *eupatorium' III 520', andorn 'marubium' III 
520'*, andorn 'marrubium* III 523*, andorn *baleta* III 537»', andof^i 'ba- 
lota' III 549**, andorn 'marrubium album* III 560*® f., andor 'anafod* III 
570*, andorn, andron 'marrubium' HI 571 »* f., antorn 'marubium* III 585»*, 
antorn 'marubium' III 586 •, andorn 'prassium* III 602 *^, andoi*n 'marrubium* 

III 603 *^ antotm 'de marrubio' IV 367**, antron 'marubium' IV 369**, andorn 

IV 414*^», antron Gloss« Theotiscae bei fjlfdier^^eiuon <B. 189. — b) flefticrtc 
govm: amlornes gen. 'marrubii* II 768** (llöatafr. (^ttabo De Cult. Hort: (5ob. 
SlpCr, ciü. $He^. I. 4. 53.; 10 3^.). — !Die $^l)ficQ ber ^etl. ^ifbegarb ^ot bic 
formen andor n nnb andron, i)gl. JJifc^er=S3en5on ®. 197. $!om^o)itum: bmnader, 
Uebe ^iefenbad) f. t). marrubium, anderbnine 'marrubium nigrum* III 543*. 
3. 33otnniid)e iBebeutung: Marrubium vulgare S., ber ^nborn, iDOJ^rfdieinlid) 
Qud) 5ufäUigeni)eiie Baliota nigra Ö., bie 33alIota. 5Beitcre3 bei 5ifd)er^5Bcn5on 
O. 77 f. 4. 2)ie ©tt)mologle ift biö^er nic^t oufgeflärt iüorben. SVluge u. groncf 
ncbuten an, boß -orn mit bem -om in ahom gleid) 5U fteüen ift. ®d)!Dcb. 
andorn i^cnfcr-^ufd) G. 141 ift c^n^ bem 5^eutfc^en entleljnt, ögl. ^Dcn^fa 
Slfabemienc^ Orbbof I (Sp. 1360. 

bähst er 'nulserida* III 505 »*. ^Sieüeidht ift bahternblädder 'Petasites 
officinalis' bei 'i|3ri^eU.3effen 5U tJergreid)en. Über h(\^ Inteinifc^e ^ennna fiebe 
©teinmeijer 5(nm. 

becchin 'bucrularis' III 516**. 

biboz: biroz 'arthemisia' III 49*®, btboz, biuuz:^. 'artemisia* HI 101** ff., 
biboz 'artemisia vel valentina' HI 172*, biboz, bipoz 'artemisia' III 197*®, 
biboz 'ambrosia et arthemisia* HI 223*» f., biboz 'melones* III 292 »^^ biboz 
'melones* III 303 '^ biboz 'artemisia* III 323«*, bintiz 'artemisia* III 387*», 
biuoz 'valentina* III 473*®, biboz 'mater herbarum* HI 475'^, biboz 'artemisia* 
III 477", biboz 'mater herbarum* III 489'*', biboz 'tautes' HI 491*», biboz 
'artemisia, bucca' HI 492'*, biboz 'artemisia* III 513'*, biboz 'artemisia' III 
517'*, biboz 'artemisia* HI 517'*, biboz 'artemisia* HI 521*», äiiI\j 'artemisia 
vel matricaria est mater herbarum* III 523 »'ff., biboz, bibiz 'artimisia* III 
53,3», biboz, byboz, bybdz 'artemisia' III 546*, pipoz 'artemisia* III 579*, 
biboz 'artemesia' III 583*®, biboz 'arlemis-ia* III 590*, iiVwr 'arlhemesya* III 
590'», biuot 'artemisea vel Valeriana* HI 719»*, *i6o^ 'beta* IV 358'«, biboz 
'artemisia* IV 365»®, |)/i///m2' 'bipede* IV 370»', biboz 'artemisia* IV 371'*, 
649^, piboz IV 455»*. 93otanifd)e 53cbeutung: S3eifn6, 'Artemisia vulgaris*, 
©etreffvj ber Ch\)mo(ogie ift auf Äluge, Gt. SBb. * 3. 37, 3d)raber, ^Heoae^ifon 
(5. 65, 5u üeriDcifen. 



Xic ^flan^ennamen ber alt^oc^beutfc^en Q)(offen. 265 

bletecha :c. 'lappa* III 245 »«f., pUticha 'lappa, lalecha' III 2798f., 
Meticha 'lappa lapatium' III 319«*, blechteca, Neticha 'lappa* III 338«,^/«- 
taha *lapatium vellapathum* III 475*, bletecha 'arginonis* III 485**, blatecha 
•argmonis* III 493", blaticha 'lappa* III 503», pleteche 'lapacium' III 513 »•, 
biatich 'argemonis* III 517 ••, pletacha. pletecha jc. III 573'*, pletecha 'lapatium* 
III 575*«, phtica 'lapalium* III 585", Uetechä •artemisia* III 589»», pletich 'de 
lapato* III 592", pUtiche 'rumica vel lappacium' III 679*«, pleticha Mapatia' 
[\ 21S\, plethacha •rumices et lappa' IV 311 ««, blatecha 'personacia* IV 
364 *^ Übet biefeö 5öort ^at ©roömonn, S)eiitfrf)c ^floiiäennomen ^. 15, 126 f. 
193, auöfüörüd) cjel^anbelt. Tlan borf i^ni mo^I borin bciftlmmcn, bo6 ber 9^Qmc, 
totid)cx \a ou$fd)neg[id) ^flc^n^en mit grogeit ^(atteiit (mie ^uflatttc^- unb 
Slmpferarteii) be^eidinct, mit bem Söortc 53(Qtt In irqenb einer ©eife ju ber» 
einigen Ift. Xa ed aber mit bem grrembmorte latihha, UHhha ;c. gleic^bebeutenb 
ift, liegt bie ^nna^me na^e, bog ber iRome eine Umgeftoltung blefed ^orted btnrc^ 
ben Glnfluö bc§ SjJortc« SBIntt fei. STb^umeifen tft bogegen natürll^ ble «nftc^ 
öraömnnni^ 3. 127, ed fet tn latieha :c. ein b obgefnUen. (5d Ift aucf) mögtl^ 
bax!, tci^ b urfprünglidi Qud einer 3iif<)^ntenfe^ung *huMeticha (= huofleticha, 
mit ber ^^ebenform *huob (p), nfib. Hub öroßmann (5. 70, ^rltjel-^eften @. 549) 
ßerrü^rt unb ba^ blefed aI3 *huob-bleticha burrf) ble Slffoclatlon mit bem Söottc 
^(Qtt aufgefaßt mürbe. Unter allen Umftönben fd)elnt mir ha^ $i^ort eine 
9Rifct)ung Don einöelmlfti)em unb entlehntem Sßortniatcrial ju fein, unb ed ift 
bemnad) fdiiülcrtg ju entfd)elben, ob eö au blefer ober ju oer nädbften ^aupt« 
gruppc AU führen Ift. Über bie neubeutfc$en formen bed SBorteö Ift auf ©rog« 
mannö Slrbcit ju toermcifen. 

bol 'cimoba* III 479», bol 'bolbo' III 486»«, bol 'bolo* III 494", wol 
•cimolia' IV 357", bol •cimolia* IV 359« !Der beutfcfte Urfprung be« 2öorte« 
ift nacf) 3tclni:ici)er IV 359 «nm. ^luelfel^aft. 

brado 'cupadium* lll 572 •». Dlefeö In einem Wönjengloffor begegnenbc 
©ort ift jebod) genjin fein ^flauAennome. Qc^ Ibentifi^iere ba^ lat. Semma 
mit lat. ciipeflhtm *Cecferblffen' uno ba^ beutfc^e Söort mit afib, brdto 'melc^ö, 

eßbareö Slfi^fft*« 

brüst 'arbuta' II 703 »* (5U «erg. ®. III 301, Cob. ^arlfmuS 9344) ift meine« 
Graditcnd für bvusc Derfd)rleben. !Dlefed Ibentlfi^lere Id) mit brüsch 'Vaccinium, 
Calluna' (Öraßmaini (3. 152, 155\ brüsch, brusch 'Ruscus* iöJragmann 3. 228) 
hrüschy brusch Erica vulgaris Ö (= Calluna vulgaris 3all§b.) ^rltjelsQtffen 
(3. 143. X^nö $Jort finbet \\6) a\\6) Im SRomanlfd)en mleber (Ital. brusco 'SJ^t^rtöcn*, 
SWäufeborn', frj. brusc '©cfen^elbe' , fpan., portug. brusco, -a '9)iöufebom% 
tjgl. nilat. bruscus 'frutex* (3ln. «art^. 3. 13, bruscus habet folia admodum 
buxus, tanlum spinosa, Sllp^lta 3. 27 1, unb e^ fragt \\d), ob eö germanlfc^ 
ober ronianifd)cr Slbftammung ift. Qm 3(tlgemetnen l^ält man bai^ Söort fftr 
ein lateinlfdieö Grbmort Im »fomanlfd)en ober für eine S?erquicfung t)on 5SBort* 
ftömmen latcinifd)cr ^erfunft, tleöe 5. 33. Körting • 1601. Qd) fialte aber ger« 
manifd)c ^^erfimft für \\ä)tx unb t)erjuelfe auf ble folgenben alö t)em)anbt in 
5Betrad)t au ^ie^enben iöörter: norm. blal. brus •büfd)e(arttger ober bufd)lger 
©cgenftanb (5. "ö. ein ^ölumenftrauß, ein (urjer 5lft mit t)le(en ftarren S^^^clgen)*, 
brusa *)\d\ büfd)elartlg ausbreiten (5. 93. Dom 2Bad)öo(berj*, bmsabjörk 'Ölrfe 
mit ftarren bid^tfi^nben 3^^^0^"% ^'^^ f^- *^^^ P* büfcbelartig wa&i ben 
(Selten aucibreitet, bufd)iger 53lumenftrauB, bld)te5 ©ebüftf), 3Bad)^olber u. f. \r>*, 
bruttk fb. '^^üf^cl, büfdietartlg macftfenbe ^^^flan^eu*, haarbrusk •f)aarbüf(^I% 
bruska •büfd)elortlg mad)fen (3. 93. bom 3öad)^oIber ober bon ber ^tr(e)/ 
fc^web. bial. ^»rM«V7 •bld)ttt)ad)fenb* ; engl, brotcse "jungeö ßaub, 3proffen*, me. 
briseicort 'brui.se-wort. anagallis, consolida major* gel^ören aber faum ^lerfter.* 

» Über bicfc nonu. 93örtcr Ift auf ble rctdjcn 3ammlun0en bei tlofen unb d}o6 
5U DcnucUcn. 

* a;ie. brufch *bru8b, bnishwood', hruschet *thicket* ftnb bem ^)?omanlf(^n, bad 
ben ©ortftamm meinet Cfrat^end au^ bem (iJermonUdicn belogen ^ot, entlehnt. 

18* 



266 (Jrlf «Jörtman, 

3)q fein rcc^t onncl^mBorcö (ateinlfcftcö (Jt^nion für öic tomanifcftcn Söörtcr 9c* 

imben worbcn ift, glouBc ic^, bai bic angcfül^rtcn norötfd)en $Börtcr, blc 

Ic^r clnl^clmifrf) rinb,.,für blc gcrmanifrf|c ^crfunft bcv romonifcfjcn 333ortfippc 

)Ctt)ciiSfräftl9 Tmb. Über bic ötDmoloaic ber ^icr anocfül^rtcn gcrmanijrf)cn 

SSßörtcr ^at ^caquift, Gt^mo(oglfcf)c SBcmcrfungen, ©cpc 1893 (5. VI f. oc* 

l^anbclt. ©r fteöt fic onfprcrfjcnb mit lit, hrmgaa *®eftrapp* ^ufammcn. @o 

aucf) 3w*^^6^/ ®crm. ®iUt. ©. 160. Stuc^ it. ^u«co, froriä. brusque *bax\6f 

jtc^t er ^icr^cr, befpric^t aber nicf)t bic ju berfclben ©tppc fid^cr gcftörigcn, oben 

erwähnten romonlfc^cn ^florticnnamcn. 

puchil 'cicuta* lll 513 '^, buchile 'gentiana, cicuta* III 680 «s. ^ad) 
S)url^elm ift Bächel in ber (3cl)mclä ein 9^anic für Angelica sylvestris; togl. 
aud) ©rofemann (B. 108 unb ^rifeer^g^cffen (5. 35. (Btaub imb $:o6lcr 6aben 
buchet '^o^Icr ©tcnael t)on ^olbenpflan^cn, ^ärenflou, ^otbangenfn, (^nug^eber, 
©c^laud), ber jum Absieben beö 3Beine« bicnt/ !Da bic ^pf-, tt)o 6i<cÄt7^ III 680»« 
borfommt, uo für ältercö <5 l^ot {ruope III 679*'), ift cö a priori ansnncljmcn, 
baß baß SJort germ. w ober ß enthält, ^f^cl^men Jüir erftercß an, (ä&t fic^ ba^ 
SSßort (eid)t alS eine Slblcitung Don a^b. buh •93auti)* erftären; ber 9kmc bc* 
jle^t fxd} meiner SJlclnung nadj auf bic bauchigen, aufgcblafenen SBIattfcf)eiben an 
oen oberen ©lottern ber Angelica sylvestris. !Die neubcutfd)e gorni unbers 
fprtc^t nirfjt blcfcr Grflärung, bmn ba^ Söort ift nur an^ ber 3cf)n)eij^ bcjeugt 
unb in großen teilen Don bcm fc^tt)cijerifcf)en ®prad)gebiete ift !eine ripbtfton* 
gtcnmg ber alten t-, «-, a- Saute eingetreten (bgl. ©c^aa^el, ^auld Örbr. I * ^. 701). 
bucholter 'cicuta' III 97 'f. 5)ic botanifcl)e Scbeutung war nadi "Primel* 
• 9Wen Anthriscus silvestris ©offni. (= Cerefolium silvestre C, S^crbel) unb 
Sambucus Ebulus ß. 2)aö Sßort ift eine Slbleitung Dom Dorigen 59ortc. 

brgge 'artemisia* III 49***, bucca •artemisia* III 485**, 485*«, bucca 
"tacantes* (= artemisia) III 491*®, bucca 'artemisia' III 492", |)m</.(/o *berula 
vel artern" II 577^* (rie^e (Steinm. 3(nm.), bugga 'hermalda* 585 «^ Slblcitung: 
buggela *amaracas, artemissia" III 469®, buggila 'aleptafilos, artemisia* III 
469'», bukel 'artemisia* III 546«. 9?ac^ ^rt^cl^^effcn ^. 495 bcscidmet ba^ 
Sßort unb feine Slblcitung mel^rcrc W^nAcn. 2)ur^elm ^at SBuggcln für Ajuga 
reptans; Dgl. örafemann ^. 183. S3el ©taub unb 3toblcr IV 3p. 1090 f. finbct 
fic^ ber ^flanjennamc buggelen 'l. 5^ame aller großen 2)olbciigcu>äd)fe, 2. ^öcg- 
»arte, 3. ('röti B.*) fried^enber öünfel, Ajuga reptans, 4. Öeifuö, Artemisia 
vulgaris*. !Dic S3ebcutung Artemisia vulgaris bürfte jcbod) bic 9emö^ulld)ftc 
gcwefcn fein. 

bungo 'bulbus* III 471 »«, pungo Tauata* III 488 *S 499*», bugin 'buga* 
III 526«', bunghen 'buga* III 536»», bungen 'balluga* III 537», biuigen, punge 
•anagallicum* III 546*'. Stbleitung: bungel •anagallicum* III 52.']", pimgil 
*anagallicon* III 534*», jömii^i/ "rostrum porcinum* III 544*'. ßitfammcus 
fe^ung: bungen rinde *cortex bunne* III 538 ••. !I)ie botanifdie ^Bcbeutung 
Don bungo mar mo^l öauptfäd)lld) Veronica Beccabunga unb Anagallis aquatica, 
blc ber Ableitung mo^l, mic blc bc^^ heutigen -Bi»i^«/Ar/-rtM< (<Büngelk'rautj, Mercu- 
rialis perennis. 93gl. (Btcinmeijcr III <S. 538 %\\m. 7. 9Uid) anberc ©cbcutuugcn 
mögen Dorgefommen fein, fte^c ^riöel=3effen 3. 610, öJra^mann ®. 89, 170, 
187. Die urfprüngllc^fte 53ebcutung mar 'Änolle* (Dgl. bungo 'bulbus* oben), 
fte^C Älugc @t. Sföb. f. D. Bachbunge, Bingelkraut. @tt)mologifd) DcrmanbtC 

SBörter ftnb bei 5:amm (h. ©Dencf Orbbof f. D. binge, 3upH^a, Wcrm. ÖJutt. 
<S. 177, Dcr5ctd)nct. 

buttele (ramnus in qua buttelen crescunt III 720*<*) ift eine 5(blcitung 
Don m^b. butte 'Hagebutte'. !Daß SS^ort bcbeutet elgcntlld) nur bic t^rud)t bed 
SBÖeli^bomS. 33gl. XS3}b. 2, 581. 5(ber ba m^b. butte, n^b. Hagebutte yi •^^^flanscn^ 
namcn gemorben fmb, Dcrbieut ba^ bamit urfprünglid) gleldibebcutcnbc buttele 
Öler ermähnt ju merbcn. 3"^ Gtumologic ftctHJ Don griqen Mediageminatorna 
©. 89 ff., Skeat Notes on Engl. Et. <S. 20 f. 

(einachorno) dinchel 'far* I 339», thincil 'triticum* III 16 *^ dinchel, 



l)ie ^flansennatnen ber olt^oc^beutfc^cn 05(ofien. 267 

dinkel :c. 'siligo* 111 111 " ffv dhikil 'siligo* III 200 »•, dhichei dinkel 'spelta' III 
257", iliHchil dincilla •spelta* 288 «^ dinchil •siligo* III aas««, dinchil (vel fesa) 
•speltaMll a09>^ dinchil 'spelta* III 344", diakeU •iriatlia* IlIoK)" rfi;icAi7 
•spelta* III G80«^ (fiVicÄ«/ •magudarim* IV 150«; tinkel 'eliotropa* 111555" 
IJt aW'S' rinkel (ritigela) cntftoitbcn. ©otonifdjc SBebcutima: ^pelj, !DinfcI, 
iinfcliüci^cn, Triticum Spelta Ö. Eitiachorno dinchil Ocjcidjilct ba§ Güiforn^ 
Triticuin monococcum ö. !Dct Urfpriuia bt{!> ^lamtn^ ber in S)cutfc6(Qnb fe^ 
frü^ geOoutcn, au^ 2)icfopotomien unb ^crficn ftommenben Wön^e ift bunfcl. 

thohari *camemelon* 111 107^* ff., thobari, tobari *aristolica rolonda vel 
abiana* III 109 »". öraBmonn gicbt in feinem SRcgifter einen ^ftanjennamen 
Dobtr an, aLer bicfeS ift nidjt an ber Don i^m angeführten ©tettc ju finbcn. 
»ci 'ißrit^cUQeffen ift boiö Söort nid)t an finben. eteinmeDer, ^nm. $n III 107, 
be^mcifelt bm bcutfdjen Urfprung 5eß^ 35.^orteiö. 

dolo 'uada* III 472««. SBot. ^bcutung: 'StoHfirfc^c, Belladonna'; bgl. 
^I^ri^cl u. Ocffen 3. 51, &ifc^cr.33cn5on <3. 201. 

iosittj dost, tost 'origanum' 111 49 ^, dosto^ dost 2C. 'origanum' 111 104 «♦ff.. 
dosto *orijranum' 111 172**, dosto *origanum' III 198 ^<>, tosto *origanum* III 
476^*, tosto, d09t 'origanum* III 482»*, osto (= dosto) Vunela* III 496*», 
osto (^= dosto) 'origanum' 111 505 ■\ tostOy thosto *origanum* III 513 *■, tosie 
•origanum' III 523***, toste 'golcnum i. origanum* 111 542*, toste 'origanum* 
III 544*, toste *origanum' III 578**, dosto *herbam driganum' 111 587", aste 
(=: dostej 'ori^anum* 111 588*^*, ctosta "origanum* 111 589'*^, dost *de origano* 
III 592^ do:*t ^origanum' 111 596 a. 12, tosto 'origano' III 602», dost 'eradia 
(= eraclia). origanum' IV 362", dosto 'origanum* IV 649*. !(Botanifc^ ®c* 
bentnng : X'oft, lüilber 3:l^t)mlam, Origanum vulgare, ^oö SBort tft mit Älugc 
Gt. '^'b.® für ibcntifrf) mit m^b. doste, toste '^traim, SBlumenftronfe* m öalten. 
S3n(. fd)meb. bial. tusta 'löünbel', rö-tustar 'roter ÄIcc" ijHie^j), 9?oriD. oiol. tmt, 
tuste '^ufdiel, .£)aQrbüfd)er), tusta 'iBünbcr (Slofcn, SRoß). 

drieide 'cidus sucus* III 486«' ift tt)QW*cinIicft bcrberOt nnb nlc^t bcntfc^, 
ficße 3teinmcucr, 9tnmerfnnö jnr betreff enben 3teUe. 

duriseslizi 'herba que dicitur d.* 111 602 *•. (Stelnmcl^er bcrgleic^t n^5. 
durrlitz, dirle *cornus sanguinea*. 

erbiifihy erbesip, herbisib, hersiby *herbitum* 111 96*® ff., erbesib "crispula* 

III 540 *^ erbesip, erisip 'cortex buzie* 111 552 '•. !Dic botonifcbe ^ebeittung 
ift Berberis vulgaris C. 2)ie GtDmoIogic Ift mir nnflor. SDq« 3öort muß na- 
türlid) mit erbmal, erbsei 'Berberis vulgaris' iT'^b. 111 738 f. ^ufammenöängen; 
biefei? bat aber mit erbse nid)t .yi tnn. 3JgI. erbsipne, erbsich, erbsidel Dfi Ce^CT. 

ferza Ventiana* 111 500'*. 3)cr 9iamc ift fonft boUfommen nnbefannt. 

risent 'sigillum sancte marie* 111 532** ift wol anö tcizirurz t>crbcrbt; 
bgl. trizicurz *sigillum sanrte marie* 111 566". 

foe 'tuber. masor, puliz* II 370*. Xit ®Io?fc ift mir unberftänblidi. 

funib« 'riscus' III 327". Qft bic öloffc afö = funfbere anf^nfaffen? 
(2oId) ein *is5ort ift mir aber fonft nidjt befannt. 

gahheila 'consulta* 111 496«*, gahheila 'consolida, consulla' 111 497 »•, 
gaheile 'prunella, wntcruth* lll 516', gachheil 'cenlimorbia* 111 528*', gaheila 

IV 370 a. I; gleia 'consulta* 111 519 »<> ift wabrfd)cin(icf) ond gahheila cntftcOt, 
bgl. Steinmeuer. Slnm. jnr betreffenben ÖJlojfe. 53ei Kriftel unb 3wn gilt 
gacheil alö O^ame für Anagallis arvensis. Achillea Millefolium unb Brunella 
vulgaris. QJrafjmann ^at Gachel 'acbillea*. 9Jleiner SWeinung nac^ ift 5et 
iRamc ali^ = gohi-heila (Dgl. möb. gitch 'fernen, plö^lid)*) 'fc^neüe Teilung, 
rafdi, fdinell ticilenbe ^flanjc' 5U beuten; bgl. Geheil 'Seseli coloratum , Oral» 
mann 3. 100, too bie erftc 3ilbe ioobl al^ bic umgclautetc gorm (= nbb. jäh) 
5u hi:\\Xm in. Xie Don jJri^el unb Reffen gegebene (Srflärung (= kulrukheil ; 
guch = gouh' Niurfucfj ift (autüc^ unmöglicti. ^ 

f/erhilht. firrbilla, gerhylh gerhila, gergil 'pastinaca* 111 108 »'ff. 3e^r 
Unfidwrre^? über biefen 9?amcn bietet ©rafemann 3. 101. 33gL girgila unten. 



268 Grtf SjörCman, 

germarrun vel hemerim 'elleboros* II 688**, g,^mer 'elleborum* III 
50", ^«ri/irfra 'elleboron, ueratrum, hemera* 111299", ^ermar^« 'ellebonim* 
HI 519 ^^ germerra 'elleboros* IV 349«". !Dic 6otanifd)C ©ebcutiuig mar too^I 
I^QUptfäc^lid^ Veratrum album C, bic »cißc 9?icött3uti; bal. $ri(jcl u. Reffen 
@. 428, ©rQÖmaim @. 233, (55rtmm 2)3öb. IV, (5p. 3718. 

^r^r« *aristolotia* III 522*, gers *aristologia longa" III 547'<*. ^o^( mit 
gersch •Aegopodium* (öraßmann ®. 101) ibentifcft. 

gersta *ordeum* I 606**, gersta "hordea* II 720**, gersta 'hordeum* III 
111**, gerate *ordeum' III 351**, gersda *hordeum* lll 501 *, gersta "ordea* 
III 505*^ gersta •ordeum* III 572«, kerste 'ordeum" III 680«', gersfe IV 216". 
Stblcitung: girstin 'hordeaceus* Zatian 80,4, girstinbröd III 698". ^Betreff« ber 
et^moloaic ift auf Slluge (5t. 3öb. * ®. 142, (Sd^tobcr, (Spracfitoctgr. u. Urgcfdi. • 
e. 411, 423, ftübfc^moim 5t. <5. ^. 24, @cf)rabcr, Öftcaüc^. (5. 11, 289, ^. $om, 
@xbx. b. nperf. (5tt)m. ®. 146, m tocnucifcn. 

gertel •abrotanum* III 547«. ©ie^c ©rofeman« ®. 108. 

gence 'carie* IV 235«. !Dic ©loffc ift bctbcrbt. 

gino 'ringo' III 508 ». !Dic ©loffc ijt mir uubcrftäublid). 

^tV^s *macedonium* III 481**. ©ic^e ©raftmomi 3. 101. ^gl. ^«r«. 

girgila *ocimum* III 482*«, girgel *ocimum* III 562*«. ©icpc ©roß« 
mann ^. 101, 174. !Dic botonifcftc 93cbeutun9 ift nad) ^riljel ii. Reffen Sium 
sisarum ß. SSgl. f5ifd)cr5SBcn5on (S. 118. S^gl. gerhilla jc. oben. 

^iVo/ *panastica* III 195 «*, «/»ro/ III 403 ' (®I. $)ilbc9arbid). 53öl. ba« 
tüol^l lierJ^crgel^örigc /ye/-^« ^llbcgarbiö ^^l)rtCQ, fJifc^cr=55cn50U 3. 203. 33gl. 
ouc^ gerhilla (iüorauö baö eben eriüö^ntc gerla bei ber ^eil. |)i(begarb\ girgila 
oben. 33otonifd)e 35ebcutung ma^rfc^einlic^ Sium sisarum ß. 

^»r«< 'astricia* IV 362 ^ 93otQntfd)e ^ebeutimg Imperatoria Ostruthium, 
8fifc^er*S3en5on ©. 197, ^riljel u. Reffen @. 269. 5)er SRomt gehört mit ^er«, 
^rire« jufammen. 

gliae 'cerofolium, gerwelia, funfbletter* III 49«*. ©ö ift üicUeidit ba^ 
(Qt. glis *lappa' in bem befannten ^erfc Glis animal est, glis terra tennx, 
glis lappa rocatur (Stlp^., 3in. SBartl). :c.; tjgl. aud) II 376 a. 2, III 35 a. 10). 
Ober ^ängt bo§ Söort mit glais, gleiss *Aethusa cynapium*, gleissblumen 
*Ranunculus acris unb sceleratus* (^'^ri^cl u. Reffen), gleisttOldmIein *Ranun- 
culus acris* (9?cmnid)) 5ufQmmen*? 33gl. glizzenbltim IV 369 a. 5. 

golde •fliotropia* III 522^», golde 'alscotilus* III 534«*, gMe 'adom 
(adera)* III 536 '», golde •affodillus' III 547 ". 

grensiftc, grenaich: grensich 'potentilla' III 49**, grensittc, grensinch, 
grensich *nimphea' III 103 '"ff., gresic *ninphea* III 172*®, grensinc 'nimphea* 
III 198*', grensinc, gensinc *ros marinum* III 255**, grensinc *ros marinum, 
herba nimphea' III 287 ***, gretisinch *ros marinum, herba nimphea' III 292** f., 
grensinc 'rosmarinum, herba nymphea* III 307 *'^, grensich *niinplea* III 
326**, grensich III 402**, greinsing III 472 '*, grensink *iua maior dicitur* 
III 474*®, grensinc 'nimphea, solsequia* III 476**^, grensinc 'potentilla* III 
476*», grensinc 'nimphea* III 482*' f. grensinc :c. 'potentilla* lll 482**, 
grensing 'nimphea* lll 490*, greyisinc 'nimphea* 111 505*, grensinc 'poten- 
tilla* 111 506*®, grensing, grensinc :c. 'potentilla* Hl 513 '''f., grensinch 'nim- 
phea* 111 515**, grensinc 'potentilla, medewrz* III 516 *, grensing 'nymphea* 
III 516**, grensink 'nimphea* lll 520**^, grensinc 'potentilla* 111 520«*, grensin 
'potentilla' lll 531*®, grensinc 'porressilla* 111544*^, grensinc, grensich 'er- 
cularis' III 555*®, grensync, grensich 'potentilla' lll 563'*, qrcnsih 'poten- 
tilla* III 6H0«®, grensich 'dorna* III 585*, grensich 'potentilla* lll 586*'. 
S3otanifd}e iBebcutung: bauptfädilid) Potentilla anserina Ö. ^avS 5ÖBovt gcOört 
AU ml)b. grans '©dinabel*; nur ift eö mcrfmürbig, bo)^ bno ^^Itu^fcfien ber 
^flan^cn ober t^rcr Blumen in feiner ^inrid)t .yi einem fold)cn i'iomen i^cran« 
(offung ju geben fd)cint. 

grint 'herba cheledonia' lll 587 **. 33gl. grinttcurz, öon iücld)cni grint 
h)a^rfd)einnc^ nur eine S3crftfmnnelung ift. 



^tc "ißflaiticnnQmcn bcr alt^odjbeutfc^cn (VJloftcn. 269 

gitggulun Vuculo panis* III 496*^ hiermit ift lüo^l fdiiöcij. gilggel- 
hhime *anemone piilsalilla" (= Pulsatilla vulgaris) bei ^^ri^jcl u. Reffen ^. 29 
ui öcr9tcicf)cn. (f ö frogt ftd), ob bicfer Winnie mit bcm 9?omcii bcS ^ucfucfö 511« 
fornmcn^ufteücn ift (cnttccbcr 0118 (ot. cuculus ober ein^cimifcf) mie m^b. gug- 
goucJi gugger *gouches amphere* GJroömaim ©. 193), toofür ba^ iat. Öcinma 
fprecfjen lüürbe, ober ob lüir ci^ mit einem ^ftoniennamen 511 töim traben, ber 
auf ba^ fappcnartigc §(udfe^en ber 53lumen ber ^flauic anfpielt, in iöc(ct)em 
goüe gitgel *arum' (= (ot. cucullus, mlat. ciicuUa), QJraömann 3. 218, m^b. 
gugeUf gugel 'Slapn^e, Äappe' ^\\ t)er9feicf)cn toären. 

gunda 'gamancirea' III 529 *•. 3)Qd Iat. ßemma bebentet Teucriiim 
Chama?drys ß., QJomanber. ^aw fönnte Derfucftt fein, gunda für eine @nt* 
fteüunfj C^W^ gundram (ober OU^ gamandra) 'Glechoma" 5U öoften, Dgl. 
(Stcinm. 9(nm. 

hamila 'salirion, natarwurc' (natarw. wor ffir boö borJ^crge^enbe dracontea 
beftimmt ) III 588 »«. Juimila ift nid)t belcßbor, bgL 3teinmet)er, 9(nm. 

hemara Vicutas* II 483 \ hemerum •elleboros* II 688^«, hemera 'elli- 
borum* II 747 *^ hemet-a, Hemer 'genliana* III 101 ^^'ff., hemera 'satirion vel 
leporina vel gentiana' III 172 '*>f., hemera, hemere 'gentiana* III 197**, 
hemera 'elleborum* III 273", hemera •elleborum, ueratrum, germüra* III 
299**, himera *elleborum, ueratrum* 31(5**, Jiemera "elleborum, ueretrum* 
III 334 ^ hetnera •gentiniana* III 480 "f., hemera •ellebonim* III 487»», 
hemera 'melampodium* 489 *•, Jiemera^ hemer 'genciana' III 513**, hemer 
'gentiana* III 5zO '*, hemeren *eleborus albus* lil 556', hemer 'aconita' III 
584»', hemere 'elebotum* III (579 «*. Qax Gtijmologie pnb flr. KÖ^apo<; *Grbbeer* 
bäum', oltfL öetnerica 'helleborus', (leinruff. öemer *nausea* 511 t)crgleid)en, 
Siebe 3d)rQber, ^Heaüejc. 3. 198, ^rellmi^ ©. 157, Swpit^a, (iJerm. ®utt. 3. 113. 
X^ie botanifdic SBebeutung ift iüQÖrfcbeinlid) ^Jiei^murj, Veratrum album ß. gcmefen. 

herlinge 'labniscas* I 597**, herlmch K. 'senelia* III 91 'ff., herlitie 
*senetia vel uva acerba' III 194**, herlinc *labrusca* 111325**. il(x6) %x\^\ 
\\, Qleffen 3. 443 bebentet bod ^ort bie SBeinrebe, Vitis vinifera ö. "Jtnbere 
(.5. Ö. 3d)abe, ße;^*er) geben bie 53ebeutung i^reuifrout, Senecio vulgaris C, an, 
Gö ift flar, ba}^ ein nnb bndfelbe Söort nic^t ^wel fo mcit t>erfcf)iebene '^flan.scn 
bot be^eidmen fönnen; mir ^oben eö ^ier mit jiuel t)erfd)iebenen ©örteni ju 

tonn, herlinc 'uva acerba, labrusca* gel^ört 5U O^b. har(e), her(e) (f[. hareicer^ 
hertrer) 'asper, (jcrb*. * ^d) beute ben .O^omen herlinc 'senetia' alö '(i^xtxi, 
alter 9Wann ju her 'alt, e^nourbig*. 3i^nlid)C 9iamen für Senecio fmb M 
öroßmann 3. 137, ^ritjel u. Qeffeit 3. 374 m ftnben. 2)icfe iJkmen besicben 
Tict) \\Ck6) öraf^mann auf bie ^infäflig!eit ber Sölüten, bftrftcn aber mcincicJ Gr« 
arfitenö auf bem 33orbiIbc bed Iat. senecio, b(x^ ja ,^u senex gehört, berubcn. 

hermalfa 'arlimesia* IV 3(53^ ift mabrfd)einlid^ für hermaltra l)erfd)r!eben ; 
^rltjel nnb Reffen ^aben m^b. hermelter 'Artemisia vulgaris*, (^ö fönnte gan.i 
gut 5U aftb. harmo 'grofteö Sßiefel, mustela* gel^ören, nnb ift öieüeii^ eine 
Örtoeiterung Don hermel 'Chrysanthemum Chamomilla, Anthemis arvensis* 
("JJriöel u. 3W")/ bö^ S^^^^ anberd bon ©raßmann 3. 135 erflärt mirb. 

hillepe, hilber 'eleutropium* III 55(i,.*'. 

himilinc *peucidanum III 50(5**. Über ben Urfprung beS 9iamenö ^at 
3teinm. 5tnm. eine feßr anfprerfnmbe S3ermutung. 

hirsi, hirso, hirse k. 'milium* I (10(5 »•ff., hirsi "milium* I (517 ■*, hirse 
*milium* I (518', hirsi spriu *tipsana* iptisanas) II 241**, hirsa 'milio* II 
720 *S hirse 'milium* :c. III 111 »*ff., hirse 'milium* IIl 200*«, hirse 'milivm* 
III 2H1»-', herse 'milium* III 387**, herse 'milium. centron* III 470", hirsi 
•milium* III 47(5««, hirse 'milium* III 504»«, hirse III r>8(5*, G80', IV, 205*», 
hirsi 'rnilium' IV 279**, hirse, herse 'milium* IV 2s0'. ^^PetrcffcJ ber Gtumo* 
logic, ber bot. 53ebcutung nnb ber pfIan.^cngeograp6ifd)en t^erl)ältniffe ift auf .J^e^n* 

« 2o audi Mliiflc dt, ffib.« f. 0. herling, ber ober boc* ©ort „crft nfjb." nennt. 




270 (Jrit ©jarfman, 

(B. 544, (Srf)tabcr ©prad)bcrgl. u. Uracfd).« ©. 424, fRcoac^* @. 11, 374, ©rate 
©Cä5. 53citt. XIII @. 48, $irt % SB. 33. XXIII ©. 353, betreffe bcr gt^moloßtc 
ober bcfonberö auf Oft^off, @ti)moloöi)c^c ^arerga I (B. 60, 63, ju bcriocifcn, 
©d^iücb. hirSf ban.'UortD. hirse ftommcn auö bem 2)cutfdjcn. 

hrauca Vitis alba' G. öl. Sat. III 591 »», 596 ««> 2C., f. 5ifrf|cr*53cn5on (S.55. 
hranca ift noc^ <3tcinm. III 471 a. 12 nic^t bcutfd^. 

Äi/;i6 Trasia, huntwTz" III 49*. 2)ic ÖJloffc i)t »ol^l pc^cr bcrbcrbt. Ober 
ift QC. hüne 'hoarhound' ju bergleic^cn? 

hunisca •bedullacia* III 486». 3)ic ®(offc ift fe^r rotfcl^oft unb \r)af)X> 
frfielnlid) toerbcrbt. 339L wetUelisca •bedullatica* (Hl 584 ^^^ unten. 

idecle 'tetrahit' III 545''. 2)ic Söicbcrgobe bon tetrnhit buxd) herba tu» 
daica {mM% <Sllö., Stlp^ito), h)orüber ftc^c <Stelnmci)cr lll 545 8(nm. 15, 
mac^t cö Dicßcic^t möglld), idecle als •Qw^^nft^c* S" foff^n. 

insHce *driorteris, polipodium' lll 487", itisuza *polipodium* 111490**, 
insusce *polipodiuni, eihvarm, sclareia* III 586 *^ in- ift mol^l bQ§ berftarfenbc 

träfir, OOÖ ftd) In mf}b. indu?'stec, ingruene, imwarz 2C. (©rfjobc, ^b. 2i3b. * 
. 444) iüicberfinbet. S)q3 Söort bebeutet alfo *ctn)a^ fcl^r fi'ife, blc fel^r fu6e 
^^flQn5e*, bgl. fc^meb. aötbräke», stentföta, hellesöta, bergsöta 'Polypodium 
vulgare C, b'aw. engelsod(e)y atemode *Polipodium vulgare ß.* Oenffen^^ufd) 
@. 179), beutfd) engelsüifs, silssfaren, süss würzet fipriftel U. Qeffen B. 299 f.). 

hisinina *ambrosia, genus herbe* II 15**, ysenina 'verbena* II 410**, 
isarna "verbena* II 482*', üfenina, isinina *verbena* II 513*', isintHa "ver- 
bena herba* II 537", iserna *verbenacia* III 101**, isinina 'verbena* II 
543**, isenina 'verbena* II 565", 574', isyrna "verbena* II 578 *•, isena 
•verbenas* II 698*«, isinun 'uerbenas* II 703 "f., ysunna 'verbena* III 50«*, 
iserna "verbenaca* lil 101**, iseni "verbena* Ili 171 •', isenina *sacralis' III 
491 •', isinina *vertipedium* III 491", isinina *sacralis herba' III 508''*, 
isinina 'verbena* III 510'*, isinina *verminacia* III 510**, isarna 'verbena* 
111 512«, yser 'borania* III 526", ysene •verbena* III 532", isirn 'botanica* 
111537**^, isere^ ysern 'verbena* III 545*', ysern, yserin *botania* HI 550**, 
isinina *ambrosia* HI 577*«, isinenin verbena* III 588", uarna (l. isarna) 
'verbenaca' IH 589*, isinina "verbenas* IV 348 **. 53otanifd)C ©ebeutung: Verbena 
officinalis . ß. (Sc^roeb. J^rtiört "Verbena officinalis Ö.* bcrul)t ouf bcutfdjem 
©nfluB. Über ben Urfprung beS 9iamenÖ fie^e 3d)rQber iRealle^*. ®. 179. 

kegere 'carica* III 50*. !Dlefe§ mir «uberftänblld^e SBort berglelc^t (Stein* 
mc^er 5(iun. mit o^b. gerhila, 

chemphe 'lupipecten* IH 586*. !Do§ SBort be5eld)nct ma^rfd)einlic^ eine 
S)lftelart. 33öl. hipopectina 'magnus Carduus' III 475 *'. 

chil, k'il, kill jc. 'porrus' III 109«* f., kil 'porrus* III 199»*. ©otonifc^e 
©cbeutung: ßauc^, 3^^cbel. 

coUo 'nimphea, grensinc* III 505*, ceUe "nimphus* III 520** ift tDO^l 
eine 93erftüntmelunö (^\x^ coh-eirrz, coJenvrtze •nimphea* IH 562'*. 

copernic *mev' III 562*. S3otonifd)e 33ebeutun9: Peucedanum palustre 
SWönrf); fic^e v2teinmei)er 3(nm. unb ^^^ri^eU^Wn ^, 270. C^tumologic unflar, 
bieücid)t fein beutfc^eö SBort. 

coste, cost 'costum* HI 50*, cojrt "costum* III 387 •*, coste 'costum* HI 
467»*, cosf •costum' III 495*«, cosfe 'coslum' III 519", cost 'costus' HI 527'*, 
coste *origanum' III 531». 53otonlfd)e ©ebeutung: Origanum vulgare Ö., nod) 
©rafemann aucft Hypochaeris maculata, maö mir ober unfic^er erfd)eint. !5)cr 
9^Qme ift ibcntifd) mit bem at^b. questa^ mßb. koste 'Siifc^el, Duoff unb bejie^t 
\\d} auf bcn bu|d)förmigen 33lütenftnnb. Gö ift au bergleic^en, ba]] af)b. dosto 
'origanum' urfprflngliÄ *3trauB, ©lumenftrauß bebeutet, ^^lat. costum, m* 
fprünglid) •grauenmln^e' (5i)d)cr^33en5on 3. 73), ift iüoI)l Don bem beutfcfien 
feorte be.^iiglid) feiner 33ebeutung beeinflunt morbcn. 

creb "Cucurbita, schibwrtz (= schitwrtz)', III 519^*. 3?gl. chra'b 'polamo- 
geton natans' bei ^^.^ri^el u. ^c^en 2>. 303. 



^ie ^flan^ennamen ber oltOod^beutfc^en (Stoffen. 271 

queren 'inliba, stur" III 473». 5301. quecke jc. bei "tßriUel IL Reffen, 
Quecke (VJraömonii ©. 243. 

chenela *serpyllum' II 688 <^*, queuona 'serpillus* II 724*, quenele *satu- 
reia' III 49»», krnle 'sarpilloMII 51«*, quenefa, quenil >c. 'satureia* III 103"ff., 
quenela 'satureia vel serpillus* III 172*', colna, quoneUe "satureia* III 198", 
queueia, q ue fiel .'süLiur ein* 111256^*, quonila *satureia* III 290", chenifa *sa- 
tureia* III :W)rt", chenele 'satureia* III 323**, quenla 'satureia, serpillum* 
III 327*% 327 '0, queuela 'satureia* III 387««, kuuenela, kicenela III 402". 
conehi *timbre* III 471 •, chunil *nodora* III 476 *•, couela 'poleium malus' 
III 476**', colouela, chouel 'origanum* III 482'*, quenefa 'satureia' III 483**, 
kenein 'serpillum* III 491 ***, coneln 'saluregia vel serpillum* III 513 * f., 
queneJ *cassina, satureia* III 519*, conel 'serpillum, veltkumel* III 545*, ko- 
niln, konofn, conuln "satureia' III 571«, conala 'serpillum' III 571', qtienula, 
cheuuUij qhenuln 2C. 'saturegia' III 473**, chouel *satureia* III 574*% queuula 
"satureia' III 575'% chonela 'satureia vel serpillum* III 586**, chonilo, que- 
nuln 'polion' III 588 '"f., coUe 'serpullum' III 589**, vhonila 'timbra satureia* 

III 5IK)«, chuuil 'de serpillo' III 592«, kunele 'satureia' III 717'% chonola 
'serpillum' IV 235'% queneln 'serpilla' IV 350% queuona 'serpillus, timbre' 

IV 352*«. Älugc Gt. 5öb. « f. u. Quendel ^ält frül^c Giitlc^nimg auö (at. conila 
(gr. Kovi\r|i für iucnlg «)a^rfd)cinlid), meil blc romanifc^en ©prac^cn boö Söort 
nid)t bcton^rcii. 33otanl)d)C ©cbcutung Thymus Serpyllum C, öicllcid)t ouc^ 
Satureia hortensis ß. {%i\6)n SBcn^on (3. 135).* 

leiifsup 'eupopectina' (= lupopectimi) III 480*, fieljc ceTs^up, 

liu^i 'lens' ä. 33. II 363% III 279»% 302«» f., 475% IV 148*% 229«% linsi 
•lentis' 11 720*% limti 'lentes' III 574*', liepm 'lens' III 319«% linne 'lens' IV 
215*% liuse 'lentes' III 575*% lense 'lens' III 372*% linsin 'lens' III 111«% 
200*% 279 »% Sm *% 571 *% linsin 'lentes' III 502 •% linsa 'lens' III 571 »% linsen 
'lens' III 111«", 245«* f. m läßt fid) nld)t cntfd)ciben, ob bai> Söort clnl^clmifd) 
ober cntlcl)nt tft. ^^l 3d)rabet, SWcaüey. (S. 503f., S^Iugc Qt. 3Bb., Äluge 
^^QuU^ OJnmbriB I« 3:^9. Slblcitung: linsinidin 'lenticula' III 502«*. 

liola, lionn 2C. 'cinis prionei' III 105 «•ff., liola 'cinis prionei' III 198«% 
Hein 'vitis alba' III 472«% Heia 'vitis alba' III 492% Heia 'brionia, scitwrz' 
III 495», Hella 'vitis alba' III 510*«, Heia 'uitis alba' III 517**, Hella 'vitis 
alba' III 532*% Heia 'ampellus' III 584«*. !Dic botanlfd)c ©cbciitung mar 
Clematis vitalba C, DicUcid)t oudj Bryonia alba ß. ^q\. ®tlmm, AI. (Bd)X. II 
(5. 3!>9, (VJranniQmi 3. 23, etaub unb Stobicr III 3p. 1260. ^m !D2öb. wirb 
Heue 'bic ^C^olbrcbc, clematis vitalba* quo $:obcmnem. angeführt. 

nWn 'carex' II 378*% liscn 'lilix' III 273*% lese 'scirpus' III 388% lius 
(=r //>,<i 'alga' lll 719**. 1)ic 33ebcutung mag fc^r gcfd)manft l^abcn; ögl. 
fJifd)cV'^ci!5on 3. 46, 'i^ritjel ixnh ^[cffcn, 2fd)abt* 3. 563. 

lomeke 'fabaria* III 556**. 55otanifd)c SBebcutung: S3ad)bungc. Veronica 
bercabunjia ß. 3icl)C ^i^rltjcl u. 9;cffcn 3. 432, 3d)iaer u. ßübben, Thib. Söb., 
SHegel >lsro9V. (>5otba 1873, 3. 7. 

lurhte 'eufrasia' III 529% luchfe 'eufrasia' III 541»% luchfe, luft 'eu- 
frasia' III 555**. SBotanifd)C 33cbeiitung: Euphrasia officinalis C, bgl. örafe^^ 
mann 3. 174, i^ri^cl u. Reffen 3. 148. 

luuisen 'altea, malua siluatica' III 172*°. 

mnfiehfer jc. 'basilica' III 104 ««ff., madelger 'basilia vel perforata' 
III 172**, mmlilger 'basilica* III 198*^«, madilger 'basilica vel basilicon vel 
regia' III 2t>5*% madelger 'basilisca' III 473*', madalger 'nepeta perforata* 
III 47t) »% madelger 'basiliscus' III 495% magdelg» 'basilicrus' III 518*% ma: 
dilger 'basilisca* III 577*% madelger 'basiliscus' III 495% madelger 'sper- 

» ,)d) habe oben 8tfd)r. II 3. 207 blcfcn Flamen qIo cntlcbnt aufgeführt unb 
mödnc feinen einljcimifdjcn Urfpruufi be^iueifeln; audi 3diraber, ^Keallcx. ä. 26J), ^ölt 
bav^ 3öort für ein vcbniuort. 3o lannc td) aber feine abiolut blnbcnbc ©cioctfe öor* 
bringen fann, mm bot$ SBort im biefem ^(bfc^nittc gefüt^rt luerben. 




272 erlf »jörfman, 

gula herba burit i. vnrehte* III 570*^, mmlalger "basilisca* III 602^^ tnadeger 
Vsilica* IV 362 '8. ©rinnn Sil. ®d)r. IV 3. 408 fieöt in bcm 5Gßortc „einen 
bcfonntcn ©igennamcn, bcr ouf eine ^flonjc übertragen werben Ift". 33etreffd 
ber botanifc^en SBcbentung fiel^e fJifcf)er*93en5on ®. 190. 

maser 'boletus i. fungus uel tiiber quod m. dicitur* II 339 •* f., ma^or 
•tuber' II 370 » f., masor 'tuber* II 372 « maser 'tuber, buliz' II 374 *«, masar 
•tuber' II 378*», masav 'tuber* II 388 ^^ maser 'tuber' 111509 30,532«». !Dad 
SBort ift ibentifd) mit ol^b. mo^ar '(norriger ^Ui3tt)nd)ö an 3l^orn= n. onberen 
©äumcn', mnb. maser *^^orn% aifl. mqsurr •flammet Ved, som forekommer 
i Trä der, hvor der i samme bar dannet sig Knuder eller Udväxter* » (S^^ifener), 
nad) Qönffon nud^ 'valbirk', me. maser 'maple-wood*, fd)n)eb. masurbjörk 
•ßetula alba Ö.* 3)le urfprnnglic^e SBebeutnng tvax •J^noHe, fnoüenartiger 9Cuö» 
tt)ud)S' unb nac^l^er in t)erfd)iebenen germanifc^en (Sprad)en '1)015 ""^ fnoHen* 
artigen Slu^tüüc^fen, 33ouni mit \o{d}cn SluSmüc^fcn ober folc^ent «Öol^e*. 5)ic 
le^te SBebeutimg mürbe na^f^er auf öerfc^iebene ^aumartcn fpecialipert. Unfer 
Sßort braucht nid^t axi allen l^ier angeführten Stellen ein ^flan^enname gemcfen 

fu fein, aber bie öemmato boletus^ ftmgtis, bxUiz beuten jebenfalld auf eine ju« 
ällige ^enuenbung ald ^flan^enname ^in. 

menewa III 402 'o, menwa •armoratia* III 478®, manua 'armoratia* III 
485 ^*, maniwa 'armoratia* III 493 *^, manua 'lappa* III 691 •*, metiewe 'de 
lapathis* IV 365*®, menewa 'radices herbe que dicitur m.* IV 369»'. ^Ck^ 
gifc^er^^Benjon ©. 61, 207, (Sc^raber, "^zcMzi^. ®. 40 bebentet \>(\^ 3Bort Rumex 
obtusifolius ß.; bgl. aud) menwelwurz bei ©rimm 2)2öb., unb ^^ri^cl unb 
3effen <B, 348. 

merch 'apium* III 522^, merk 'apium, eppe* III 547»'. 53otanifd)e SBe- 
beutimg nad) ^riljel n. Qeffen Apium graveolens C, Sium latifolium L. 53gl. 
nbh. merk, mark. ®d)iller u. ßüoben, Siegel ^rogr. ©ot^a 1873 5. 8. 

milsca 'sicera* III 508**. 

miua 'solago maior* III 589". !Die ©loffe ift rid)er tjerberbt. 

miure 'laureola* III 5o0«o. 3)ie ®lo)fe tft mir untoerftänblid). 

negelli 'gariopholum' III 51®*, nagelkin 'gariofili' III 529^«, neil ichin, 
nagelin 'garioüli* III 542®; t)gl. nelchin 'ÖemürAuelfen, bie getrocfneten 33tumens 
fnofpen tooi]. Caryophyllus aromaticus ß.* bei ocr ^eil. ^ilbeg. ( 3ri|d)er=^en5on 
@. 207). Über hm Urfprung beö 9^anienö fief)e (Sd)raber, SRealley. 3. 580. 

nessa 'nessia* III 505 »". 

nigo 'conquinisium* III 679 «•. !Die ©loffe ift mir untjerftönblid). Über 
boö lat. ßemma fie^e 3telnmei)er S(nm. 

nopho 'vitescella* HI 173«. 

papptilun 'maluf II 336 », 337«», pappala 'malua' II 369»», pa^yela 
•malua* III 50'*, pappala, bappila, 2C. 'malva' III 107** ff., })apla 'malua' 
III 109*0, Papilla, pappel 2C. 'malua' III 246*®, papila 'malua' III 2H0", 
Papilla 'malua' III 303*», 320*», papel •malua' III 326««, papel 'malua' 
III 4753«, papela, papel 'malva' III 482«*, bappella 'malua' III 489**, bappela 
'malua hortensis III i)OS*^ päppele 'malua* III 515**, papelblume 'flos siricus' 
III 529*', papel 'malua' III 530*', bapilnblumen, papelsame 'flos siliaci. i. 
flos malue' III 541*', papel 'malua vel siccidorum* III 543 **, y>«;><j/<j 'asimna 
(asinina)' III 549*', papele, jHipel 'diadema* III 555», papelblumen 'flos 
siriacus' III 557*', papele 'malua* III 561", papala, jmpilia^ papula 'malua' 
III 570**, pappala, jmpula 'malua* 111 573**, papilla 'malua' III 575**, 
mappula 'malua' III 578»', papele 'malua' III 586»', j>oj5ji>i</« 'altea, agrestis 
malua' III 604**, popele 'malua* III 605«, fxtpella 'malua' IV 3r>8 »«, papela 
•malua' IV 361 «0, pappila 'malua' IV 362 «^ 93otanifd)e 53ebentung : Der* 
f^iebene 9JiaIöa=Sfrten. 3)ie (Etymologie ift fcbr unfidier, fie^e Mlugc C^t. 3S?b. 
Cb axi^ lat. jxipilla '^ruftmarje, ©lumenfnofpe' entlehnt y Cber ift nilat. u. 
afib. papula auö lat. pappus •>i)amen frone' gebilbetV (^ö giebt aber iiod) eine 

* 9?idjt *?l^orn', luie cö Schabe lutb Mlugc angeben. 



Xic ^flaitjennamcn ber olt^ocfjbcutfc^cit ©(offen. 273 

2RööUd)(cit, ba& 3£ßort au crflörcn, worauf ©roBiuaiui 3. 54 Jöiniocift, iubcm 
er annimmt, 5a6 ba^ ^ort mit bem bcntfd)cn pamp, pampe, jxippe, mclct)c 
einen weichen 3^rci bc^eid^nen, jufammcnöänöt. 4)ic ^-Pflnn^c wirb nänilid) nad) 
5ifd)CT*33enAon ©. 197 alö »im« 9c(orf)t Ccuten mit fd)!öad)cm ^agcn empfofjlen, 
unb bicfer llmftanb beutet auf ß^f^n^^cn^ang mit mb. pfippe, peppe, nf}b. fmppe,^ 
beppe 'Äinberfpeife, 9Ke^l6rei*, m^b, pepeln 'einen füttern*, nbl. pap 'Äinbcr« 
brei*, engl, pap •food for infants* (me. pappe 'breast*) !)in. 

partic 'parta* III 71 9 »\ (3ic^c Stcinm. ^nm. 33ci ^rit^^cl n. Qeffen 
fhtbet ftd) partike 'Lythrum salicaria, Plantago lanceolala*. pai-ta ift wo^l ax\^ 
bem Deutfd)en gebilbet. 

pfaffilinga 'ligustra* H 680 «^ faphalinch •ligiistra* IV 149««. 

brima, phrimme, primmft, phrimCf phrimmen III 44 •'^•, brimmaf brima 
*micica, br. quam latini framariciam vocant* III 96*® ff., pfrimma, phrimma 
K. 'lupinum montanum* III 101*®, pfrimma *lupinum monlamim* III 197^', 
phrma "mirica in deserto* III 303**, pfrimnia 'lupinum montanum* III r)92 a., 
phrimmen 'mirice, genus arboris' IV 216 ■•. S3otanifd)e SBebeutnuß: Cytisus 
scoparius. Die Gtijmologie unb ba^ SBer^ältniö 5n)lf d)en ben anlnutcnbcn b- 
unb pf- fmb unbefannt. %(. Älugc f. ü. "»Pfriem*, galf xinb Zoxp, Etymo- 
logisk Ordbog over det norske og det danske Sprog O. 77, beuten an ^cx- 
n)anbtfrf)aft mit a^b. brdma. 

raba 'napum' III 282 ^ III 292«». raba 'rapa* III 507*», rab: 'napus* 
IV 151^«. 3teöe über ba^ 5ßort Äluge, et. !ß36.« f. b. $Rübe. 

riimutad*» 'stringnum. dolewrz* III 49^*», ramesdra, ramestra *strignum' 
III 104 »'ff., ramesdra 'slrignum* III 172*®, ramesttdra •strignum* III 198", 
rameise 'stignum* III 566 <«, ramestra 'stringnum* III 592 a. ©otanifdie S8e* 
beiitung n)al^rfd)einlid) 'Jlad)tfd)atten, Solanum nigrum C. 333enlöftenö war bicd 
bic ©ebeutung Don mlat. strignum, fic^e 5ifd)er^^Bcn5on, ®. 144. Öraömann 
®. 37, 227 beutet ben 9?amen ai^^ Paris quadrifolia C. (i^raßmann 3. 37 fü^rt 
bcn 9?amen 5U engl, rams, ramsons 'allium ursinum* (fte^e über biefcö '.l9ort 
vBd)rober, SReoaej-ifon 3. 1005). 

ratan, radan 'zizania* I 713®ff., ratin 'zizania, lolli' I 7*20«^ ratim 
lolium, lolli* I 720•^ rafan 'lolio* II 27«», ratan 'lolli* II 30"', :My^\ ratin 
'zizania, lolium* II 140»*, radan 'lolium* II 495^«, ratin 'lolium* II 512»', 
515», 537", 544»*, rado 'lolium* 11 566», ratin 'lolium* II 680^* ratan 
lolium'^ II 689", rado 'lolium* II 699«», ratan 'zizania, lolio* II 7:33>'», ratte 
'nigella* III 50**, ratino III 50'*, ratOy ratin^ ratiniy rade jc. 'zizania vel 
lolium, dnrt* III 111*» ff., rathen 'zizania vel lolium* III 200*®, raten, rate 




lolium' III 480*^ raten 'nigella* III 482»», raten 'nigella* III 4fMJ »^ ritan 
(= ratan) 'lolium* III 502 *«, radan 'nigella* III 504 *», ratan 'zizania* 111 511 »«, 
raten 'gjth, nigella* III 529*«, raten 'lolium' III 530«», raten 'zizania* III 
r»32»*, rnttfny raten 'lolium, Irespen* III 559**, ratgny raten 'nipella* III 562»», 
ratengame 'natea* III 562»*, raten 'melago vel nigella vel lolium* III 570»«, 
raten 'nigella* III 586»», ratte 'de lolio* III 590'*', rada 'lolium* III 719»'», 
ratan ratin, ratemo 'lolium (zizania)* IV 76 »', rat in, raten 'zizania* IV 111»', 
ratan 'lolium* IV 149*®, raten 'zizanium, locium* IV 218**, ratan 'lolium* 
IV 348**, ratan 'sinono siriaro. i. nigella* IV 360*. ^ux (humoloiiic flehe 
Äluge Qt. 3öb. • 3. 307. » 

' ^n btcfem 3ufantmcn6anö miJc^tc id) barauf niifmcrffam macficn, baf^ bic 

Ifinbldufige (Homologie OOn nt\t>. raigras, cnfll. ratfffraf», rt/effrasA, fcfill'Cb. raiffrag^ 

bän.'noTW. rat ff rä8 ni(6t rid)tifl tft. " Tiefe»? Sl^ortiutib von iamm, Fon<^tiskA kknne- 
Uektn pa lanorU i nysreuska riksspraket, Upfala 1W7, 3. 1, &alf unb Zoxv, trtnmo* 



274 (Srir »iörfmon, 

rejyttn 'uitem* 11 628", repa lagaeos* 11631% repa 'bumaste' 11632*.», 
repuH 'uitibus* II 633'*, repun •vitem* 11 633", rebun 'uites* 11144", reben 
*vite' 111 414", reba 'vitis* 111 467 *<^. 3wf^"*"i<^J^f^!?""Öcn : rebunblat, reben- 
blat':c. 'pampinus* III 90»», 90*^, rebeblat 'pampanus* 111 506*», reueblat 
•pampinus* IV 249®, rebelottb 'pampinus', rebemezev 'biduuium* 111 295", 
rebesfoch jc. 'uites* 111 90 *' ff., rebesioch *vilis' 111 194 *•, rebazui, repazuui 
•palmis* II 317 »*. !Daö Söort ift fnum In oüen fJäUcn otö ^flanscnnamc su 
bettarf)ten. 

redine 'persicaria' 111 516 ". SJ^lat. persicaria bcbeutct Polygonum lapathi- 
folium unb persicaria ß. redine ift beö^olb mo^rfcftclnüd) axx^ rodih, rotih t)crber5t. 

retza *varentia* 111 511', rezza "uuarantia* 111 517*^^. 2Rlot. varentia 
(tt)orou§ fr^. garance) bcACid^nct Rubia tinctorum (bgl. uaretitia, i. rubia (£. ÖJI. 
Zat III 579, 30, ©tcinm. 111 429 ^nm. 7. 339(. re^-^e 6ci ^rltjcl u. 3c(fen vB. 343. 

riMa "quinqueneruia* III 472**, ribba 'lanciolada* III 472 *, ribba 
•lanceolata* 111 475 *^ rippe 'lanceolata* 111 559**, 589*®, ribba 'lanceola' 
IV 362«'. 9?Qd) ©rQBmoim <S. 134 bebeutet ba^ Söort Achillea, nac^ ^ribel 
u. Reffen (^. 291 Plantago lanceolata C, JüqS burc^ ble lat. ßemmata xo^X^x- 
fd)einlicf)cr gemacht tüitb. 53öl. nnib. ribbewoi-t Tlant. lanc.*, SWcgcI ^rogt. 
Öot^a 1873 (S. 13, bäli. ribbeurt •Plantago lanceolata* (;3cnffeu*3:ufd).) S^gl. 
ne. ri7>^tf 'Cynoglossum officinale*. 

ringele 'ancusa' lll 49*', ringele *solsequia' III 51»', ringila, ringtda, 
ringlay ring! *eliotropium* 111 103 'ff., rengela 'eliotropium vel solsequium* 
111 172*', ringila 'eliotropium' III 198***, ringela 'heliotropium, solsequia* 
111 241**, ringela, ringele *uereucarica' 111 264', ringila *ausora' lll 294**, 
ringele 'solsequia' 111 327*', ringela III 402**, ringela, ringel "ancusa* III 478 ***, 
ringela 'solsequia' III 484*, ringela *ancusa. i. lacca vel solsequium* III 
485^', ringela 'nisene* III 490**, ringelo 'vertamnum* lll 492», ringila 
'ancusa* III 493**, ringila 'foliotropia (= eleotropia)* lll 500*, ringila 
'heliotropium* III 501 ', ringila 'incubus (= intubus) siluaticus, slezzo* (fiel^C 
slezo, */<'2co unten) III 501 '", r//»<7//a 'solsequia* III 508 **, ringila *heliotropia* 

III 512»', ringele 'eliotropium* III 515*®, ringila 'foliotropia* III 517», ringel 
'angula* III 517", ringel 'ancira* III 517 *^ ringel *eliotropium* III 519**, 
ringel 'solsequia' 521 *', ringele 'solsequium* III 522**, ringele *ancus* III 
524«, ringele *ancusa, areola' III 525«, ringele 'Calendula* III 527®, ringele 
'ancusa' lll 533**, ringele 'areola* III 53o»*, Hngele 'Calendula* III 538«, 
ringela 'Calendula* III 540«*, riogole 'solsoquia' III 544»*, ringele 'sponsa 
solis* III 545'*, ringele 'aureola vel angelica* 111 548»* f., ringele, ringel 'Ca- 
lendula* III 553** f., ringele, tinkel (öerbcrbt) 'eliolropia* III 555*«, ryngele 
'kalendula* III 559»*, ringele 'solsequium maius* III 565*', ringila 'lingua 
canina* III 577*^, ringil 'sololoquium vel solsequium* III 587«, ringel, ritigil 
'eliotropium neheteci* IV 56 «»f., riVi^»7o 'euticia* IV 364**, ringilin 'intibas* 

IV 368 »0, ringila 'intybus* IV 684«'. öotomfcftc 33ebeutunö Calendula offi- 
cinalis ß. J^er bcutfrf)c 9?Qmc befiel)! ftd) auf ble ^albfreiöförmigc '^xn&^t. 

ringo 'timo* IV 359**. 93otQuifc^c 33ebcutun0: Cuscula. ^kl^e ©teinm. 
u. (^ieöetö 5Xnm. 5um a. O. 

riotncha, riotahha, rietach, rettich, ritala, rietachel, rietachil, rirechil 
•saliunca* I 614*«ff. (©f. 55. 13), rietachel 'saliunca* II 617«', reotachil 'sali- 
unca* 11683**, rietachel 'celidonia minor, beinwrz, brennewurz* III 103«* ff., 

loßiof Crbbofl 2. 117 an^ frv irraie r^erficlcttct. ^Ic urfprünflllcljc OucHc Ift nbl. 
raaif 'sinalbladiire hounepnetel, roldjrirst, bnc» mit nl)b. Raden tbcntlfrf) tft (Dan 5>QlC 
Söoorbenb., il^crcouUtc, »efnopt CftDmoloflitdj ©oorbenbocf ber 9icb. ^aat 3. 215). ^n 
wie üictcn 3prac^cn ober bac» SKort bireft a\x<i> bcm 9ibl. übernommen lüorbcn tft, niuft 
baliinfleftcllt fein, ^m 5öeftflamtfc^en fuibet Tid) ein raai Vene honjrstammi^o wator- 
plant, in de Wdh. waterkolf geheeten, Tn)ha; üßl. oftfr. röjen '^atfitav^ l'üirt), 3(biüinbel- 
tafer' (tcn Toonif. i^oolm., 9^b. :;>afirb. XI 3. 116). ;^ur C^rflnrinifl ber &onn raai 
fiebe te ä^tnfel, 'tpauli? («runbr. I 2. i^£. 



Xlc ^flanäcnnamen bcr olt^oc^bcutfc^n QJIoffcn. 275 

198'S reitachaltir 'eraclea* (Wo6( 9)llfd}un9 bon rietachil uixb uuechaltir) III 
299", rithachel 'pröserpina* III 483», rietaccher 'senecion, rotlacha* III 513 »»f. 
rietoch 'yppiricon' III 587'', t-ietachel *celidonia minor, senelion, peinwurz 
in 592a, reotahha, reothahttf rietacchal 'saliunca* IV 94**, reitachil *saliunca* 
IV 279 ^\ 33otanlfd&c ©cbcutimö : berfc^lcbcnc ^orcy-^rtcn. !Dic ßcmmoto celi- 
donia minor, eraclea, senecion, ypiricon \\\\b ouffäüig, aber mögen auf S3er« 
merf)i^(ung mit rotiacha, rotachal berufen, n'otacha, rietach, rietachil fmb 3(6* 
Icitungen bon riot, riet *carex*. 

rietaccher 'senecion, rotlacha' 111 513»». ^ri(jel u. ^c^cix Mm rie» 
dacher *Polygonum lapathifolium unb persicaria C* !^g(. riotacha, rietachel :c. 

rieze 'rogio* 111 586*^ 2)ie CiJloffc ift raa^rfd)cinric^ öcrberbt. 

rotachelcy rotechal *senolion (senecion)* III 49'**, rotachal *sandaraca* 
III 508'®, rotlacha "senecion, rietaccher* III 513»», rolacha 'seneseion* III 
588** (fte^e rotlacha unten); rotlacha, rotachal Wltgeu Woßl mit ra/<V/#, röttich, 
rottich, ruttich rudich K. 'Polygonum lapathifolium unb persicaria* (''l^ril^i 
U. Reffen ®. 299), rotte, ruttich, rötig, rötschel Tolygonum persicaria* (öraß* 
mann (3. 194) ^ufammen. 

rotich "persicaria* 111 531»', rotich, rUich "persicaria* III 5(53**', fiel^e 
borigeS ^^ott. 

rotlacha "senecion. rietaccher' III 513»*, rolacha "seneseion* (= senecion) 
III 588**; bgl. ruftacha, rietachel, rotachel, rotiche, 

ruf "rumex* lll 255«*, IV 121*». !Der 9?amc gehört bicüctd)t ju af)b. 
hruf, ruf "tauige SRiiibe, <2>d)orf', bgl. öraßmann 3. 193. 

ruche "aaron* III 535**. ^icl^e öra&maun ©. 241. 

rusile "lentigon*; fic^c 2)iGßb. 8,1538. 

sahar, saharahi: in sahare, in sah'aha, sahirach ZC. *in carecto* I 321 »»ff., 
saharahi "carectum* 1 326»», im 8aharahe,srthirahe, saherach, sarhahe, in sarahix, 
"in papirione* I 263 »»ff., sahar "carectum* I 334*, saherai "carix (carectum)* 
1 50J)* (^ob 8. 11), sahar "carectum, arundo* 1 497 »®, mharahi, sahrarahi, saherah, 
sarhar^ sahr, nah^r "carectum* I 501 *»ff., sahor "scirpus* I 707 »^, in sahare "in 
careclu* I 707»», sahar "carex* II 6*», saharahi "carex* II 370^', sahar "carex* 

II 371»», sahar 'carix* II 385 »•, saharahi, sarahahi "carices* II 429 ^''f., saha- 
rahi "carires* II 80**, sahar "carices* II 491 »*, saher, sahar "carices* II 505*, 
sahirahi "alpa, fenum, gras* II 619**, sahirahe "carecta* II 676*», sahar "ca- 
rectum* II 735»*^, saherahi "carectum* II 739*, sahar, saher "garectum* III 
289»',s««r;.-.- "carectum* III 21^6 "^, saherah "carectum* III 314»*, sarahahi "sarich* 

III 574»*, sahar "sarix* III 578^^, sahir 'sarix* III 680», mherah "sarectum* 

III 680'^, sahar, sahir :c. 'carex est herha acuta* IV 44 »»ff., saharahi, sabo" 
rahi, sahar, saphir "filicum* IV 62** ff., saharahi, saherah, sahira, sahir "sarix* 

IV 95 »»ff., sahor 'carecta loca densa spinarum, loca carice plena' IV 124»*^, 
sahar "carix* IV 1JJ4*», saharahi "ülicum* IV 143'», sahrah 'carectum in loco 
palustri* IV 252 *', sorehe "in carecto ripe, in.Joco palustre ubi s. habundat. 
carex* IV 254», sahari 'carectum* IV 273»». Über segcar 'carix* fic^e <2teium. 
IV 198 a. 10. 93otanlfd)c 33cbcutung: Carex. 2)ad ^ort gehört jur Üöur^cl 
Sek 'fd)netben*. 

saif 'scirpus, scelph* III 5(j6*'. Die Öloffe tft waörfc^cinlid) auö scelph 
ober äbulid)ein bcrberbt. 

semida, semidahi: in semida 'in carecto' I 321'», semidahi 'carectum* 

I 326»^ f., semida 'papirus* 11 16»», semidai 'virecta* II 18», semida 'papirus* 

II 20»», semidahi 'carices, saharahi' 11 429**, in semiden 'in algis* II 509»», 
semithai 'carecta, multitudo herbarum. in palustribus. quas dicimus s.' II 
725»» f., semidahe 'carices* 11 540»^, semidacha 'carices' II '»55'**, semih 
(= semith) 'alga* II 562*», semih (= semithj 'alga' II 573»». setnid 'papyrum' 
II 734", setnidun 'iunci, scirpi* II 764*», setnetle 'cirpus 111 52*', semida 
'papirum vel iuncus vel scirpus, binez' III 199»», semid 'flumi quod in aqua 
nascitur* III 473»», semedehe "flumi* lU 480»», semi^la "scirpus* III 508»», 



276 örif SBiörfman, 

semlen 'papirus* III 544««, semede •ivncus* III 559»*, semit 'alga' III 584", 
semidahi 'papirus, genus est iunci, piniz" IV 153**, semidahi 'virecta* IV 
165««, semidach •carectum in loco paluslri, sahrah* IV 252«. 3)o« Sßort bc« 
jcidftnct öcrfc^icbenc SRlet- imb SBinfcngröfct. ^rißcl unb Soffen ßcben btc 93c* 
ocutuuöcu Juncus, Scirpus lacustris an. 9>" obcrb. SRunbortcn bebeutet die 
senden and) ^albeftaut (@cf)abe * @. 754). 

sint, shtdar, sind* •coliandrum* III 229 ««f., sinter 'calcus* III 519«». 
(Sie^e über bm 9?Qmeu ©rafemonn <B. 114. 

»lim 'bobulus* 111 486««. 3)ie ©loffe ift l\iS6)\i):o(xlix!\^t\\\\\&j a\x^ bidbus: 
Scilla t)erbcrbt. 33g(. hulbus silicicua squilla SllpbitO ©. 25. siua « Scilla, sqnilla 

'SD^eersmicber, gr. axlXXa) bertritt alfo taxxm ein bcutfd)e« 5ßort. 

scanuve *cicuta* IV 359*. 

scer(i)linc, scerninc : skerninc *cicutas* II 383«*, 386*, scet'ilinga 'cicutas* 
II 389^®, scerelinc 'cicuta* II 408 «^^ scarnin, scerelinc *ciculas sco pint scarnin 
herba* II 459^', scerilinga "cicutas* III 493^*, scerning "cicuta* II 496*^, sceriling, 
skeriling *cicutas* 11 515", scerelinga 'cicutas* II 544*°, skereling *cicutas* 

II 566*, scerningos 'cicutas' 11 578®*, sherninc "cicute* II 620**, scheming 
*cicuta* II 725 ^*, chei'mg *canna' III 49*, schet^nig *cycuta* III 50*^, scherlfnc, 
scerlinc, 'cicuta* III 97 *f., scerlinc, scherlinch 'cicuta* III 196»*^, scerlinc, 
scherlinch, scerninc *cicuta* III 228**, scherlinc, scerlinc 'cicuta* III 244 ••, 
scerhlincy scherlinc 'cicuta* IH 268**, scerlinch 'celidonia* III 269*°, scerlinc, 
scerline 'licuta* III 278®*, scherelinc 'cicuta, herba quedam venerata* 111 297'*, 
scerlinc 'cicuta, herba venerata* III 331*®, scerlinc 'cicuta* 111 387*®, scherlinc 
'cicuta* lll 479««, scherlinc 'solarega* 111 484^«® f., serlinc 'cicuta* III 487»», 
scerninc 'cycuta* 111 495®^, scereling 'cicuta* 111 513*®, scherlinc 'cicuta* 

III 515®, scherlinc 'cicuta* III 518*", scherlink 'canna* 111 519«*, scerlittc 
'cicuta' 111 522*®, scherlinch 'cicuta, wutscherlinc oder kclberscraut* III 553®^, 
scherilinchf scereling 'cicuta' III 573*®, scerlinc 'cicuta' 575 *«, scernink 'cy 
cute* lll 603»«, serlinc 'cicuta* IV 362«*. ^ierl^r gehört and) stipelink 'ci- 
cuta* III 719 '», togl. ®telum. S(nm. <Sle^e über bog SBort STIuge (h. SBb. • 
f. D. <Bd)terling; bgf. scamo 'cicuta* bei ©raff. 2)le 3"fQ"t"^^"f^üung mit 
altn. skarn 'SWift*, ac. scearn {(^djxabcx, D^eaüc^*. (B. 710, fjrancf, (Sp. 838) ift 
mir 5iücifclbaft. 

sciemaccal 'acorum* III 493 »* , sciemachal 'carecta* III 496 *° ; bgl. 
sciemun 'calamus' I 623*®. ^ri^el u. Q^ffcn l^abcn schienten 'Acorus calamus, 
Iris pseudacorus, Phragmites communis*; bgl. 93iImor Ql^iotÜon bon Äur* 
Reffen (5. 348. i)aS SÖort sciemachal ift in bcrfelbcn Söcife gcbllbet iPte He- 
tachal; ögl. ©teinm., 3(nm. ju III 493»*. 

sleifa, steipha, steif a, sleiff, scleifa 'psilatrum* 111 104*« ff., steipha 
•psilatrum' III 172»«, sleifa 'psilatrum' III 198 <^«, sleifa 'psyllatrum* III 
513®«. !I^a§ Sößort ift »oW ibentifcf) mit al^b. sleifa '(^cf^relfc. glelteubc« fja^r* 
Seug obne SRäber 2C.', bgl. (Scbabc • (S. 820; eö bcbeutct nad) QJra6mami <B. 40f. 
mabrfcbeinlid) 93ri)onia. 

slezo 'incubus* III 489*, slezzo 'incubus siluaticus. ringila III 501»°; 
bie^ 5l3ort ift fein ^flan^ennamc, fonbem intuhus mit incubus finb an bcr 
legten Stelle, wie Steinmei)cr 111 501 a. 16 bemerft, in einem $(nfa^ bereinigt. 

slinccol 'limaces (= KArmctrii;)* 543». 

sluthber, sluchtere 'alchikingi* III 549®«. ©tcinme^er bergfeidjt äögemb 
schlutten 'Physalis alkekengi* bei ^ri^el u. Qeffcn ®. 274. 

smelehc, smelohe 'mirica* 111 44 »°f. smelha 'mirica* 111 54 'f. !Da§ SJ^ort 
bejeirf)net t)erfd)iebene ©romlneen, befonberö Aira caespitosa ä. 93etreffd bcr 
(humoloflic ift auf Äluge (St. 2öb.® f. b. schmiele ^u benüelfen. Älnge berfie^t 
obb. smelaha mit einem (Stemd)en, \m^ hiermit 5u berid)tlgcn ift, ha smelha 
fdjon im (Sgm. 5250 (anö bem 11. 3^.) borfommt. 

smergela (®L ^Ubegarbiö) 111 403*. öot. ©ebeutung Ranunculus Fi- 
caria C, bicUeic^t and) Caltha palustris ß , ftcbe ^ri^jel u. Reffen, 5ifd)cr»^cn5on 



077 



5)lc ^flQnjcnnamcn bcr olt^oc^bcutfc^n (VJIofien. 2 i i 

©. 211, ©raömonn <5. 25 f.; nod) ®ta6mann 3. 190 fann öer 9iomc andj 
Blitum (Chenopodium) bcbcutcn (bat. oudö SWct)^^ Stonberfotionölcj. *: Cheno- 
podium). !Dcr 9iamc »clft nod) Örofemonn ouf bcn gcttglon^ öcr ©rumcii« 
Mottet 5er bcimit benannten 9iamtncuiaceen l^in. iDod &ort ift ^mar t)ieUeid)t 
bem JRomonifc^n entlehnt (Äluge Gt. 2öb.) unb mit nftb. schmeryel, achmirgel 
ibcntifdi, ober erft auf beutfrfiem 3prod)öebictc ^um 'ißflon^ennamen getoorben. 

»meruua 'exungilogia vel sintice' III 299«'. Qlft boS Söort mit tichmerbel 
•Chenopodium bonus Henricus' C^ri^el u. Qcffcn) bermonbtV 

npringu 'laclarada* IIl 502^', springa *lacteiida* III 503*, springa 'lac- 
tosa* III 503', springa *septigrania* III 509^*, springa *actureda* III 511 *", »pringa 
'lactrica* III 517**, springa Maclarida* III 578*«, sprime {= Mprince) "fulosa* 
(< esula ober lactosaV)' III 680 '•, springa •lacterion* IV 364*«. ITer ^Jlamt 
fd)eint eine ©upöorbio^Slrt be5eic^nct 5U ^abcn (bgl. ^ri^l u. Reffen 3. 405) 
unb beutet ouf bie ouffprtngenben grüd)te l^in. 

»techetie "lappacium acutum, slizletegen* III 542*®. 

stincha 'satirion* III 50", stinhOf stincha jc. *satirion' IH 101**ff., 
^incka •»atyrion* lll 197«», stinca 'folu* III 488»', sfinca •tentatilon* IH 
49P*, stinca 'magicinon* III 504»*, stinca *satirion. herba* III 509*'. satirion 
bejeldinete Detfd)iebenc Ord)ibeen (Dfll. ^ri^l u. ^t^zw 3. 254). ^m %\)h. unb 
bem ftüftercn ®i^b. bebeutet fttnfen 'einen QJerud) t)on ftd) geben* unb tutrb 
foßar t)om 3öo^Iöerud)c buftenber SBIumen gebraucht. Der ^Tomc be5iebt fid) 
auf ben fd)önen ©erud) berfd)iebener Ord)ibeen. 

stur 'intiba. quecca* III 473», strr 'blitus' III 478", stur 'inliba' III 
489», stur 'intiba' III 501", stur 'intiba' III 517", stur, 'blitum' III 522" 
ttur •blicus* III 536", stur, stör 'blitus* III 551», stör •intyborum* IV 364 »«. 
©otanifd)e SBebeutung nod) &ifdjer^53enAon 3. 129, 130,212, 3d)raber, SReoUe|1fon 
3. ^2ü\\: Amarant, Amarantus Blitum V , nof^ '•ßribel u. QejTen oud| Beta vulgaris 
Üur örflärung blefer ©ebeutung fie^e J^lftiber^wn^on vs?. 129) unb Cheno- 
podium capitatum. öJrimm $^I. 3d)r. IV 3. 407 Ibentlfiiiert bo^ 3öort mit oe. 
iiür 'frankincense* (QUO lat. storax).* C£ö ift ober mit größerer SE8aörfd)eins 
licöfelt für ein ein^eimifdieö 3öort ju polten. SDion fönnte t)erfud)t fein, mit 
©roBmonn 3. 188 3"fönimen^ang mit o^b. stiuri, sturi *grop, ftorf, ftattüc^" 
(3dxibc) aniune^men. 

suga 'luteola. calta. rubicunda* II 687»*. suga tft gleid)bebeutenb mit 
binisuga, 

$ure, süre, surre, surgi, surun, suriin, sorio "intubus* III 108** f., sure 
'acedula. sueramph* III 524*«, sura 'sepa vel surella* IlI 719 ^ 93otonif(^ 
93ebeutung: Rumex acelosa imb t)ieC(eid)t ouc^ onbere fRume^orten; möglidier« 
locife oud) Oxalis acetosella (örofemonn 3. 59). S3gL fd)meb. sgra, töl. sura, 
bän. sgre 'Rumex' ({^enffen^iufd) 3. 208), oe. sRre 'sorer. 2rOÜÖ biefe "Women 
nldjt in fonberfproc^Iidjer 3^^^ gebtlbet werben fnib, gel^ört ber ^i^ome 5u ben 
3fd)r. II 3. 220 ff. beljonbelten 9?omen. 

surich 'barbarica* III 585«. 3)ic botonifc^e ^cbeutung ift Berberis vul- 
garis, fieöe QJroömonn 3. 30, möglid)ertt)eife oud) Rumex acetosa C. (^ri^I 
u. 3cfien 3. :^46f.). 

$urro 'cepa* I 275**, $urio 'cephas dicitur caput. inde cepe* II 158**, 
9Hrio 'cepe* II 408**, surio *ca»pe* II 525* S suirron *cepe* II 562**, surro 
•cepe' 11 742*«, surio 'cepe* III 495'», surio 'cepa, louch* III 572»», suriho 
'porrus* III 574* f., suro "porro* III 578«*', surio 'porro* IV 88'»; X>qI, surige 
Hild. Phys. 53otonifd)e öebeutimg: Maxid), Allium Porrum unb t)ieaeid)t ctnd) 
anbete aillimtorten. ^Jiod) 3d)raber, ^Heoüey. 3. 1006 bebeutet boö 35}ort etroo 
,bte 3urifd)e''. 

swtrtella, surerdele 'acorus' III 49'*, sireyielhi, sueniele 'gladiolus* IIl 
50", fWtellenUuome, srerrtele 'actara (= actura)* IlI 51 =*•, sreiiala k, 'gladio- 

* Hud (at. storax ftommt fic^r stom, storr *ttorax, kuttenbam, hancpawm* III 44^. 



278 (Srtt «jöreman, 

lum* 111 106^* ff., suetiellun *gladiolus vel hirreus' 173', «ttez-feWa *gladiolum* 
111 199»«, sweHela 'gladiolus* III 240 «^ f., sweHella 'gladiolus* lU 276% 
seueHella •gladiolus' III 301 ", svcertella 'gladiola* III 318 «', stcerteUe 'gladiola* 
m 325*», suertela •gladiola* UI 33G •*, suerdelen •gladiolus* 111 387««, suerdda 
*acorus* III 473^, swertela, swefiiU *accorus* III 477'®, svertela, suertila, 
sicertele *gladiola* 111 480*° f., swertella *accorus* 111 485*', sweHella 'eris* 
m 488», swertella 'eresirica' \\\^^^\sweiiella 'gladiolus' 111 488", «iwfe//« 
•iris' 111 489», sueHila 'acorum' Ul 493", suertila 'afrodisia' lU 494», 
suertila 'eresirica* 111 499**, suertila *gladiola* 111 500*, sueriila "veneria* 
111 511", scetiila Vrium* 111 511", suertila *yllisirica, yrysilica* 111511*<»p., 
swerdele *acorus' III 514*', swertel *achorus* 111 518*^, swlrtll *gladiolum* 
III 520 *®, suertele *acharus, gladiolus* 111 524 *^ ff., suertele *aquilegia. achorus* 
III 525", suertel 'gladiolus* 111 529»», suetiele 'yris ylirica* 111 532*«, suertele, 
stvHele 'affrodina' lU 535 **, swertelbumen 'acira' III 535 **, sw»tel 'gladiolus* 
III 541 0^ swetiele 'gladiola* 111 542», swetiele, stvtilblume 'acira* 111 548^, 
sWczele 'affrodisia' 111 548*', swertele 'gladiolus* III 558***, swetiele 'ins* 

III 559", swertella 'afrodisia* 111 570*, suuertula 'cladiolus' :c. III 574* ff., 
swertvcha 'gladiolum* Ul 584**, suerdele 'gladiolum* 111 589»*, swercel 'de 
yri* Ul 592 *», suerdela 'yrium* Ul G03»®, suerdelen 'gladione (= gladiole) 
radicen' Ul 604»*, suetiille 'acorus vel gladius* UI 680», suerdala 'spatula* 
Ul 682 *«(?), suetiile, siutile, swetiil k. IV 57 »ff., sweiiach 'gladiolum* IV 
215', wetiilla (= swetiilla) 'de eresinio' IV 363**. (Sic^c über bicfeö 2Bort 
5l[rf)cr»S3cnäon @. 44 u. ®. 46 gußn. 1, <Sd)rQ5cr Ö^eoney. @. 383. 

drepso 'zizania' U 144*, tresp 'gith* III 558**, trespen 'lolium* 111559**, 
drepse 'lolium vel zizania* UI 719 *^ 5)QÖ 33erlÖQ{tniö MefcÖ Söortcö ju nbl. 
dravikj mc. drauk 'weed, zizania' ift bunfel; bol. ^(UQC (Et. 2öb. f. b. Trespe, 
Sronrf f. b. dravik. !Dqö o^b. Sößort ifl tt)o]^rfrf)ctnliq bermanbt mit norm. 
draphavre 'avena elatior', tt)orü6cr f. 'i^all unb Zoxp, QtXmoioQX^t CxbbOQ 3. 110. 

tüminc 'soponphera* (= soporiphera) UI 545»*. (Stc^c (Btcinm. STnm. 

turd 'auena* II 39 P«, turdi 'auenas* U 404*, ^m/y/mh 'auenis* 11 oa^«*, 
tuf'da 'auenas' II 456**, turd 'auenas' II 512**, tutih, turd "auena* U 520**, 
turd 'auena' U 551*', turd 'auenas* U 564**, turd 'auenas* Ubll^\ durht 
•auenas* II 577«*, turda 'auena* 11 627»», turd *zizania* Ul 16««, durt 
•zizania' UI 111«*, tvrd 'lolium* lU 357", doHh Ul 403^, turd, turt 'auena' 

IV 38*«ffv ^"'-^^ 'zizania' IV 211»*. ^:ilcid) ^rlöel unb Reffen Ocbeutct bod 
SCBort Lolium temulentum ober Bromus secalinus; bgl. nbb. doeti 'Bromus 
secalinus', ßuflöe "^bb. Slorr.-53(. XVIII <S. 11. 

tuualm 'briorua* Ul 584«*», twalm 'mandragora* III 586**. Toö SEßort 
Ift ibeiitlfc^ mit af)b twalm •33ctQu6unfl; moö betäubt, bctäubeitber Xunft, bc* 
täubcnber (Soft :c.* 

ugera Ul 402»' {(^l. ^ilbeöQrbiö; ourf) in ^lilbeQ. Physica). !I:en *i)?nmcn 
beuten ^rl^'^cl u. 3^ff<^" ^' ^^^ ^^^ Colchicum autumnale. ?. 5ifd)crs©en5on 
^Qlt i^n für lotetnlfd). 2)er bcutfrf)e Urfprunß beö 3Bortcö ift fe^r frnölic^. 

uchumidiuga 'acinos* UI 588*». 

vcegerih 'beta* II 369 '^, weyerich 'plantago* III 51*», weger ich :c. 
'plantago vel lala vel eptaplevros' Ul 100»**, wagerich, rregreich 'plantago 
maior* Ul 197»^ f., wegerich 'plantago minor vel arnoglossa minor* UI 197 »*t/ 
Wegerich 'arnoglossa' UI 221 «^ wegerich, wegrieft 'plantago* Ul 252»*, 
Wegerich 'plantago' III 285»*, wegerich 'arnoglossa' UI '294*'', wegerich 
•plantago* UI 306*», itegerich 'plantago* Ul 322*», wegerich 'plantago' HI 
342*', uuegereic 'arnoglossa, planlagine* UI 469**, uuegerich 'plantago' UI 
476*», wegerich 'arnoglossa' 111 478 "*, «-«//eriVÄ 'plantago* lU 482*«, wegerich 
'eptafilon* III 488 ', wegerich 'neruiosa' Ili 490 ', wegerich 'plantago' III 490»». 
wegerich 'arnoglossa* 111 492'«, wegerich 'fafaro* UI 499*^, wegerich 'plantago 
Ul 506', regerich 'arroglossa* Ul 512*», wegerich 'plantago, vuegebreida* 
Ul 512**'f, wegerich 'neruiosa* Ul 515*^, wegrich 'plantago' lil 520*', 



^ie ^panscnnomcn bcr alt^orfjbcutfc^n c^lojlcn. 279 

wegarih :c. *plantago* III 573**, wegerich *plantago* III 575**, wegerich 
'arnoglossa et plantago* III 584*, tcegreicJi 'amoglossa vel plantago' III 
587", wegerich 'plantago* III 589*, wegerich *de plantagine* III 590", 
weg reich 'de plan tagine* III 591*^, uuegerih "plantagine* III 602*®, wegerich 
'plantago* 111 602*', wegerich "arnoglosse* III 602*®, wegerich^, 'arniglossa* 
IV 36 "ff., wegerich 'armidossa* IV 131", wegerich 'arnoglossa her ba plan- 
tago' IV 181*^, wegrich plantago* IV 212 «•, uuegnrih "arnoglosa i. uueg, 
maior, plantago i. minor uueg' IV 228*® f., regerich 'beta* IV 363*«. 
93otQHifcf)c ^ebcutung Plantago major ß. ©ttjmologlc bei Äluge Qt. ^b.^ ®. 417. 

wetuie *hedera' III 589**. Wende ift fonft ^ici^ Sonnenwende, (3xa^mann 
3. 138, UiS. 

wetUelisca 'bedullatica* III 584»®. 33gl. huniaca 'bedullacia* III 586 *•. 
S3cibe (iJloffcn fmb mir unflor. 

wepenf weppe *cyna* III 554**. 

ireat *borit, alwort, weschwrt* III 522*® Ift cntwebcr QU3 weet (oder 
weit) ober QUO wescwrt bcrbcrOt; bßl. alwort unten. 

widiaca 'galisia' III 579*. 

wieaca 'uitiam, uogelchrut* IV 279»*. Ob berberbt QUO wiccha? 

vrieta Tiliceni* II 60*, uuieta 'filicem* III 68 *», wi«ta, uuUfta K, *ülicem* 
IV 62** ff., wista 'lilix, farn' IV 143»®. 3teinmei)er II 60 %\\m. bcTgIeid)t bQ« 
S33ort mit Qe. w^od 'Uufrout* ' 

wintern nch 'labrusca* III 353*. 95otQnif(^c 53ebeutunö HQc^ ^ritjel unb 
Reffen ^. (>47 Eranthis hiemalis unb Helleborus viridis, UQC^ (^rQBtnQun 
^. 27 Kranthis. 

ici^kehe 'mirica* 111 44**. Dqö Söort btQUc^t nic^t ein ^flQnjemmmc 5ufein. 

wittel Varciola, witesa* III 105 *^ 

iiniteifa Tilicem* II 71*^, witesuj uuutesa, wittel K. *carciola* III 105*^ ff., 
wife,sa Varciola' III 172'*^ wäem Varciola* III 199», witiaa 'kartiola* III 474*®, 
witesa 'kareola* I1I489'\ widiaa *gelisa, nessiwrz' III 500*^; witigise(= witesaf) 
•grensinc' IV 362». SRa6) ^e^n« 3. 206, 3d)rQber, JHcQney. 3 486, Ift witem 
öieic^bebeuteub mit wiatkummel 'Carum carvi*. 

wol Vimolia' IV 357«". ©g Ift uufirf^r, ob blcö ein ^flQujennQmc ift. 

woatene *dapsus barbastus* (= *tapsus barbatus*) III 528«'. ^ieHeid^t 
berberbt quo wolletle. 

wotich •cicuta* 111 314»*, wotich *cicula vel potius hcrba venerata* III 
324*«, wotich Viconia' 111 487*«, wotich Vicuta* III 575*®. 53otQnifd)c SBebcutung 
Cicuta virosa ß. 

rufietle (— wullede) 'tapsus barbatus' 111 532", wolecle *tapsus barbatus* 
III 545«»; üfli. wuUeiie 3i)u. ^potb-, '^rit'ict u. Qcffen 3. 430. 

wllina :c. 'blandonia' III 49», wullina, wulena 2C. *blandonia* III 105* ff., 
wilina 'blandimia' III 172*», 198", rrllena III 402*», wUina, uuUina 'blan- 
donica' III 47«**, wilina Manaria' III 481«», wilina 'pladonna' III 483», 
wUina 'blandonia' III 48(;*', wllena Manaria* III 489«*, wlgitui 'bladonna* 
III 494", wilina 'bledcma' III 495«, wilina 'blandonia* III 495«, wilina 'la- 
naria* III 502**, rullina 'glandima' III 516*^ uullina 'bladonia* III 514», 
wilina •blan(i<mia' III 518*', inV/i w« *blandonia* III 526**, willene 'hXamXimm* 
III 537*", wlme 'blandonica' III 551»*, wollino *herba uerbascum* III 587»*, 

' Tic 2rf)rclbunficn irw/a, uuitta Hnb folflcnbcrniaften .^u crflören. ^n ötclcn 
(^(otfcnhanbt(t)riftcn luerbcn ftatt bcr ^ofa(,)eicb€n bie im 9Up()abct folflcnbcn .^onfo> 
nantciucid)cn pcf (^rieben, luod olfo olö eine Art (£^tfferfd)rlft iu betrachten ifu II 60* 
ftet)t bcinacmdn üatt wieta faftifc^ rrA'W6, loo s ouf ^crn7C(^eIun0 mit bem febr äbm 
lieben f-Iupiu^ beriibt; II <>8*» ftctit uuifta, roo ba« 3m'tem nur unDoUftänbifl burdige« 
fübrt lüorbcn ift. tcMa, uui$ta crflärc td) oui? einer 3^enuedifelunfl ber i^odnße oon 
f unb 8. Crin Sdjretber, ber ble dljifferfcbrtft in ble normale Sf^retbmelfe auflöfen 
kooDte, nuiGte hai^ s ber Vorlöge behalten, ba \a vor t im 9(lpl)obet tetn $oCaI unmittelbar 
DoraiK^flinp. 

;5fbt!j. III. 19 



280 örif Sjöreman, 

wullina 'herbam lanariam' III 602 •*, wtdlin 'aprotano* lY 368". »otanift^ 
Sebcutung: Verbascum, bcfonbcrö V. Thapsus S. 

wurda •bolum* III 486 »». 2)ic &mt ift »ol^l toexbcrbt; bicttcic^ bertritt 
bic öloffe bolbum wrzza III 495^ boö Uriprünglic^C. 

zeinahi •calamus* IV 168". SJgL folgenbcö SBort. 

ce/ie/ (=zeinili) *hec scirpea* IV 235*^. 339(. ^em *Phragmites communis* 
bei ^ri^cl unb Soffen. 

celssuj) 'lupopectina* IV 359%- ^icrl^cr gehört Quc^ bQ§ toerberbtc leissup 
'eupopectina* III 480*. lupopectina ift = magnus Carduus III 475"; ceis- 
gc^ört bcSIftolb mit zeiaila jufQmmcn, fic^c ©tcinm., Slnm. 5 ju IV 359. 

cepphin *cytisum* II 676 ■', zepho, zepphe "citisum* IV 113 '•, zephun 
"cytisum, genus frutecti* IV 126", zephun *cythisum* IV 136'. <Bk^ zepho 
bei (Schöbe 2lb. 2öb«. 

cilant 'laureola* III 173*®, cigiHnda 'mirica* III 468*®, zugelindes bere 
•turpisci semen vel lauriole* III 471*® f., cilant 'cocconidium* III 479*, 
cigeliniuy zigelinta *fel draconis' III 480**, cylant 'cameelia* III 498 •, cuilitü- 
bere, ziulinheri •coconidium* III 513 *•, zicilintb*e *choconidium* III 519", 
ingelinde *alipiados* III 525**, cigelinde *alpiades, herba angelica, laureola, 
catolica* III 533 «, cigelinde 'alipiades* III 534^«, eigenlind 'iaureola* III 542*^, 
zilanty cigelinges bere *cocognidium* III 552 **, cigelingey zigelinge *allipiades* 
III 546**, citlant 111 584 »». ^ler^er gel^ört //YÄere ''cocognidium* III 49»«. 
boä fid)er quo ciliiübere bcrfttimmelt ift. 93otanifd}c ^Scbcutung: ©cibclboft, 
Daphne mezereum ß. 93etrcffö ber 6tt)molo9ic ftnb allerlei S3crmutun9cn an^- 
öefprodjen morbeit, bon benen ober feine annehmbar ift. 

b) ftom^ofitar bic a(d fol^e bentHA 3n erfennen finb. 

adildorn 'rannum* (Sob. g^^^^"^""'^ ^^I, 5 f. 141b 'rammum* CS Im. 
614 f. 32 (111 4G7 *«); beibe 4)ff. ftammen quo bcm 13. ^al^r^. 3)a§ erftc ölieb 
fommt Qudi bor in b^w folgenbcn bcutfd)en ^flQiucnnQmen : adelesche ^ficl^c 
^riöcN^^cffen), adelgras Tlantago alpina* (&x. X)3Ö3b. I (B. 177, $)url^im, 
©dimei^crifdiec^ ^flQnjcnibiotlfon §. 62, '»^riöeUQeffcn), aud) 'Poa alpina, var. 
vivipara* (^I^url^cim a. a. O., bal. '}3ri§cl=5i;cf)en), adehbeer (fiel^ '*}>ri5cl':3effcn). 
3n bzn norbifd)cn 3prnd)cn fuio bie folgenben 9?amen 511 Dergleichen: i§I. adal- 
bldbery adalbldberjalgng 'Vacciniuni Myrtillus S.*, norJü. biQl. adelfura-, 
furu Tinus sylvestris' (bcr ^Jlame be5cid)net bic gute ^efd)Qffenl^eit be§ C>ol5Cö; 
fiel^ 3^nffcn=^ufd) 3. 171), bän. biol. ddel-, adelklerer Anemone Hepatica C 
(3|en|icn 2:u)rf) '3. 17); bgl. ae. cepelferpingwgrty ifpelfgrdingirffrt. — 2)ie 

botQuifdie ^öebeutung beö 5ö3ortcö adildorn (jebenfallxj eine Slrt 3!)omftTQUc^) 
iQ^t fid) ni^t genauer feftfteUen. 

agalthorn (ramnus: agalthorn: est spinarum genus permolestum quod 
prius in herbam mollissimam : agaleia: pubescit) CSob. CSarol^ru^. 3. ^13etrt, 
m "ißf. 57. 10 (= 1 524 ««, SBabftein, m. altf. 3prbcnfm., 77. 13). Xk $)f., 
bic am bem Gnbe beö 10. ober bem 'Jlnfang beö 11. ^a^xf^, ftammt, meift 
fotüoijl l)od)= tt)ic niebcrbcutfd)c gotmen auf (ögl. SSJabftcin 3. 147), fo ba^ c§ 
fel)r fraglid) ift, ob boö 353ort, ba^ eine 2lrt iTornftraud) bc^eidinet, mirflid) al'^ 
^od)beutfd) Qufjufaffen ift. Ginige 33crmutungcn über ba\S 5öort l)abe id) im 
5(rd). CVll 3. 37<>f. gesagt. 

alruna, 1. fjormcn. alruna, fpätcr alruney alrun, alarun, alerun, fU). 
fem. 2. ©elege: alruna *mandragore' 111 51**'' (Folium Francofurtense), 
alruna, alrun, alraun 'mandragora' III 100*"* ff. (f). 3.), alruna, alrun 
'mandragora* 111 197*'^ (^. 3.), alrun *mandragora' 111326'* {^. 3.), alruna 
*mandragora herba hoinini radice siniilis* 111 338 ^<*f. (^. 3.), alarun *inandra- 
gora' 111475**, alruni 'mandragora* 111 515*®, alrune *mandragora' 111 530 ■•, 
alrun 'abollena* (ügl. (S. @l. C. 111 550, 1: apollea. mandragora) 111 536*, 
alrun 'mandragora* III 543**, alrun 'niaculon* * III 543***, alrune, akune* 



^tc ^flan^ennamcn bet dt^od^beutfd^en Q)(offett. 281 

'bulaquilon* HI 549*', alrune, alrtin 'mandra^ora* III 560**, alrüen *man- 
dragora' III 590 Slnm. 1, alerun IV 462*. «ompofitum: alrunen rinde 
*cortex mandragore* III 528***, alrun rinde, alm rinde *cortex mandragore* 
im 538** f. 3. 53otQnifcf)c ©cbeutung: Mandragora vernalis 35ett. un5 
bcrtüanbtc Wirten. Oief)e ^d)rabcr, SfJcaHc^lfon 3. 35 f. S)q$ lat. mandragora, 
ba^ in bcr ^iitgata a(^ llbetfe^ung bon bem f^bx, diidä*im bient, tryuxbt oudi 
onöcrt^ Ö^ofPert, luaö bcgreiflid)" ift, ba blc ^flanjc in 3)cutfd)(anb nlcf)t ein» 
l&cimifd) ift: bfll. I 30()'«ff., 313", 319*' (su ®cn. XXX, 14). 4. (Jtpmologlc: 
a^b. alnhia bcbcutct „oUc öJc^lmniffc fcnitenb" pel^c (Schober a. o. O., ftliiße 

(Jt. 3öb. f. 0. Alraiinef raunen. 

aiwoti 'borit. west* III 522 *°, (fragm. eccl. S. Johannis Gottingensis: 
bicfc m. ift nbb.), alicRrz 'asar* III 525*», (CSlm. 615, 14. ^f).). Tliat. borU(h) 
bc^eidinct im ailgeinetnen bic gorbepflan^e Isatis tinctoria, aber oudj (na^ 
$ri(5cl u. Reffen 3. 135) Dipsacus fullonum ß. 2)ic ®(offc im ©öttinger 
gragincnt : hwit ahroi rel west (tDO^l = tceet ober tceit) moc^t eö mol^rf^lnlicft, 
baö ^icr bcr imid (Isatis tinctoria) gemeint tt)lrb. ^{(xi. aaar wirb 5l(p6. 15 • 
mit virga pasioris glofficrt, boö noc^ 3(lbertuö a)^Qgnu§ u. a. (grifcöers^njoit 
(B. 122, >}5rit,^cl u. Öl^li^") ^c" Dipsacus fullonum bebeutet. ^3eac^tendioert tft 
bie Öloffc ÖTTÖ(; hortasar cktar (5. @t. C. II 385; gr. öiröq foU mit gr. crfXqpiov 
*laserpitium' (ourf) müjjlid)criDcife 'asafoetida*) g(eld)bebeutenb fein. (Stemm, 
u. 3iet>. IM 522 ibentinsiercn altrort mit aalkraut, bad nad) ^i^el u. QefTen 
Rumex hydrolapathum ^\\b^. unb Satureia hortensis C bebeutet. 

anatret 'proserpinaca* III 588" (CSob. Sonbinenft^ öarl. 4986; 11 31^.), 
Ili 589 »• (CSob. O;ion. 3un. 116 5.), awe^rrf 'centonodia* ' III 602» (Gob. Sölratb. 
^J)lp. 5:1). f. 146 f. 2 a; 10. ;3I^.). * !Dlc botonifc^e ©ebeutung bed mlat cen- 
towHlia mat Polygonum (JJnöterlc^), befonbcrö Pol. aviculare ß. (33ogelfnöterl(^), 

unb mit centhnHÜa Xo\xb mlot. proserpinaca, pronerpi nacia S. @(. ß. III 572 it, 

58450, 59356, 6153«, 6274.1 gleldjgefe^t. "©Ir bürfen alfo mit alemüc^er ©id^r* 
l^it annehmen, bofe nl)b. anatret Polygonum aviculare ß. bebeutete. (^i)mo(ogte: 
3iebe ©rimm fl Sd)r. IV 3. 407. * 

arschiciti 'spina* Vers, de Arb. (III 42«*: aim. 23496). S)lefe ©enennuna 
beö 2)omftrnudiö ift oud) bei C>oU, 2Bb. beutfc^r i^flonaeun. Grf. 1833 (togu 
'JJri^el 3^"C" ^- '^^'^^ 51J pnbcn, 100 bie Rosa canina ß. arschkitzeln ge* 
nonnt ir-irb. 

heinirelle 'consolida maior* III 519*', heimcelle 'consolida' III 526*®, 
henirefle, heimcelle *consolida maior* III 538 **f., öet/nicelle, baimcelle *con- 
solida maior* III 551^" f., heinwalla *consolda* 569»*, beimcalla 'simphiton* 
III 599»«. :öütanifd)e 53ebeutung: Symphytum officinale ß., 'öeintDett. 

heinirrz 'senecion* III 484»«, jmnuut^z *senocion' III 511**, peinwurz 
*cfii<ionia minor' :c. III 592 a., 7>er»rrr *scnecion* IV 360*', beinwrz '(eri- 
geron) sanarion* IV 367*", beinwrz 'celidonia minor :c.' III 103»* ift lOO^I 
(xw'ü' brennirrz üetbcrbt. ^otQniid)e 53cbcutung nad) ^^ritjel u. 3wn Senecio 
vulgaris V?. 

berfs-bofe ficbc meriMjHtfo unten. 

berinbunt/e 'berule* III 537*', berenbuqe "bcrula* III 550**. berula tft 
norf) ^llpbita eine i^flau^c; nod) '^Jri^el u. :J^etKU bebeutet eö Sium latifolium C. 
unb Vcronica beccabunga ß. !Dqö ^ort benil)t tt)0^( auf t)olf^ti)mologlf(^ 
^Inleönuui^ on bci<i> lat. ^ort. ITle bot. 53ebeutimg bed beutfd)en äßorted fft 
iDoI)! ^^adibunge, Veronica Beccabunga. 

* !ü^erbcrbt aw^ rBjulaculon = Bulaquilon 'maQdrMrora\ ogt. III 543 anm. 22, 
r>i9 Qiiui. is. 

'i :Jlcrberbt aiu^ alnme. 
> C£. m. V. VI IIUK 

* i'ritdiCT ^^cn>on 3. IKSf. brutft bai^diecept nac^ C^tf^art Comm. de rebas Franci» 
orieiitalis II 3. I^s Ohne vfinficöt bcr 4>anbfd^lft ab: bei IJdöan fte^^t Inbcifcn rfi««*r«#, 
titcbt, wie CO a. 6. anglcbt, ductret. 

19* 



282 Grit «iörtman, 

bernclawe •branca ursina* III 526*, 536»», 550»of. 3301. branca, herba 
ursina (^Ipl^ita). !Dag iQt. ßcmma Ibentip^icrcn ?5ritjel u. ^t^m 3. 101, 
180 mit Cirsium oleraceum u. Heracleum sphondylium un5 führen bärenklau 
•Heracleum sphondylium' ouS SBürtcmbcrg an. 

berwurz, beretiwrz *baldemonia' III 49**, berenwrz, herenwurz *pina- 
stellum* III 198* ff., bernvcrz *pinastellum* III 173 •, berentcrz 'pinasteUum* 
in 199", berewrz, berewurz III 402*', berenworz 'baldemonia* III 494»*, 
benvurz 'baldemonia' III 526^, hernuurz 'pencedanum* III 577'<*; bgl. 
^alanber ®. 56. 33otQnifrf)c Scbcutung mdj 5lf(^cr«53cnaon (5. 198: Meum 
athamanticum :3Qcquin, nad) ^ri^^el u. Reffen ouc^ anbete ^flan^cn. ©ie^ 
ouc^ (ä^rogmann <S. 106. 

berenzunga 'berula* III 536»*. SSgl. berenbunge oben. 25q3 SCßort fdnnte 
fogar Q\X& berenbunga betbetbt feilt. 

bieuerbluom *berula, berenbuge* III 550 ". SB9I. berenbunge, berenzunga oben. 

bibirwrz 'castoreum* II 620**, bibertcrzy biuerswrz *castoreum* III 51**, 
biuerwrz, biuerwurz III 403*®, biverwrz 'aristoiocia* III 478", bibencrz 
*castoreo* III 479*', biberwiz ((. biberwrz) 'castoreum* 496**, bieverwrze *aristo- 
logia longa, gers, ringelwrze' III 547**, biuerwrz "apiata* III 569*, bibertcurz 
•aristolocia* III 592 ^ SSgl. ?5alanbcr <ö. 71. 95otanifd)c ©cbcuning : Aristo- 
lochia Clematitis S. (bgl. 5ifd)er=93en5on @. 57, 198), nod) ^riV^cl u. ^[cffen 
aurf) anbete ^flanjcn. ^atS) Äluge et. 2öb.« @. 42 bebeutet biber \)iti 'Riebet'. 
SebcnfaUö bleibt nietbei bai? ßemmo castoreum fd)mieti9 5U etfläten. 

pinipluotna thymo* II 401 **, pinipluomin *thimo* II 415 ■*, pinebluome 
•thimus* II 684»^», biniblummo •epitimo* III 499*, binblum •eptimo' III 519*', 
pinipluomö, piniplttmen 'thimo* IV 102 «f., bihibluomen •timo* IV 162««. 53o. 
tonifcbe ©ebcutung: baöfelbe cüd binisuga, 

binicrut: bluomo des binecrutes *epitimus* III 488*. 33otQni|d)C 53c5 
beutung: baöfelbe nX^ binisuga. 330(. binibluonw. 

bies loich •serpilium* III 387 **, bisloch •satureta* (= satureia) III 719 *. 

binisuga *thimo' II 387**, pinosoga *thimo* II 392**, pinesuga *tymum. 
genus erba apibus grata* II 407**, pinesuga •thimum. genus herbf apibus 
grata* II 415** ff., pinesuga *thimum genus herbe apibus grata* 11 475 *f., 
pinesug(e) *thimo* II 478**>, pinesuga 'thimo* II 489**, binesuga "thimo* II 
531**, binisuga *thymo* II 538**, binesuga *thymo* II 552 *ö, pinesuga *thymo* 
n 558*, binisoga 'thymo* II 574**, binisuga 'thymo* II 575**, binsugun II 590 •«, 
pinisuga *violaria* II 620*', ^n/KWOM^in *thimo* II 646'°, binesuga 'thimus* 

II 684*', binesugon 'thimo* II 698*, binsoga, binisuga :c. 'apiacum* III 106*«ff., 
binesuga *apiacam' III 173*, binesuga *apiacu' III 199**, binesuga 'calta* III 
387**, binsöga, binsoge *timus' III 484**, binesuga *balsamita, seuibom* III 
486', binisuga •mellilota* III 489**, binisuga •melliota* III 503 *^ binsoge 
•millefolium' III 523*, bitisuge *missisi* (= melissa) 111 530**, binesuge 'timus* 

III 532*«, binsuge 'calca* (= caltha) III 539 •*, binsuge, binsoge '*calta* III 
551***, binsuge, binsouge 'me\\i\oium* III 560**, binesuge •hgustrum' III 570*, 
binisoga III 571*', pinesuga 'timum* III 587*, pifiosugun, pinisugin^ pinisuga, 
binsuga 'thimo* IV 101*»ff., binsuga 'thimus* IV 102'«, binsuga 'thinius* IV 
194**, binesuge 'thimus est flos' IV 195**. 53otQnif(^c ©ebeutung: Thymus ser- 

!)yllum u. vulgaris C, Melissa officinalis unb bicüeidjt ourf) anbete Cabiatcn 
5. 33. Lamiuml 

biniuurz *i\mo' II 534 «•, ;>inirr<V5r •melisphilla' II 642**, hiniuurz *v[\q\'\s- 
phylla* II 703*", biniuurt •melisphilla* II 726*», bineicrz, binewurz III 402«*, 
biicrz 'erkentella* III 471**, 6>g/i »rrc "ercantilla* III 472*, bitcrze 'l)a(risamita 
III 584**, biniuurt •apiastrum* IV 245**. ©otanlfc^e ©cbcutung: bnefelbc alö 
binisuga, SJgl. ae. bwwgrt. 

birnnecrut *apiatellum* III 107**. 

birnwrz 'pinastellum* III 107*«. 

bittergaile *centauria minor, fei terra» mageVlrrz* III 526*<>. löotanifdje 
Sebeutung: Erythraea centaurium ß. S3gl. ertgalla. 



Die ^flonjcnnanten bcr altt^oäfbtut^dbzn OJloffcn. 283 

blasuertele *ireos ilirico* III 542 ••. 

blatlouch •emicedo* III 555»». 

bhUehtse *vermicularis* III 532**, blatelose, blatloz *crassula minor* III 
552** ff. ©otanlfc^e SBebcutung: Sedum acre C, ttJoW Qud) Sedum album C. 

bljfttr' *cerusa* III 527'*, bfiwrz 'cerusa* III 551*". cerusa beöeutet 
•»lelrociB'; bgl. blUriz 'cerusa* III 538*«, 551", 584^; bliwrz bcni^t bcö^ato 
fl(^ auf 33crbcrbnli^ quo */«iri> ober auf wörtlicher Übcrfc^ung t)on (at. flo8 

^umbi *©IcilDCiB* ; bgl. 5ic ®loffc cerusa . i. a/^t/m plumbum uel flos piumbi 

tKU)^ita 3. 87. ^d gehört bcö^alb eigcntlidj nic^t 5U 5en ^flon^cnnamcn, 06* 
roo^l bic Ö(offatorcn flott piumbi gelcgentlirf) olö einen "J^flanjennamen Qufge* 
fafet ^aben bürften. 

biuottrrz •milleboria* III 50**, bluativrz 'sanguinaria* III 52*®, biuot' 
wrize "sanguinaria, gensecresse* III 5(>5 **. Sotonif^e ©ebeutiuig: berfc^iebenc 
^flon^cn 5. ^. Capsella bursa pasioris ^önc^, Potentilla Tormentilla ^td, 
(Bitfft ^rttel u. Reffen; 2rifd)er*33enaon <B. 198 beutet bcn 9?Qmen bei b. ^11. 
fitlbegorb Qlö Tormentilla erecta S. (= Potentilla Tormentilla 9Zecf.). dtegel, 
2)ad öot^ocr Slrjneibud) ^rogr. ®ot^a 1872, (5. 11 beutet mnb. blatwort old 
Polygonum aviculare ß. 2)er 9^aine ift natürlich nodj bem lat. sanguinaria 
gebiloct. 

bocuHbatih *fumus terre' III 529**, bochespart 'fumus terre* III 556**, 
pok€sj)ati,bochespati K. •sterillum* (= spirillum) IV 98*" f. 33gL ^Qlonbcr. 2>. 121. 
^ie botnnifchc ©ebeutung lüar mo^rfd^einüd) Tragopogon porrifolius ß. ©ic^c 
5if(^r=33en5on 3. 122 f. 

bochahorn 'cassia fistula* III 527'", bokishorn 'cassia fistula* III 539**. 

bocsurnmph *alleluia* III 547**. 

bonwimia *ligustra* III 52*. 

poturrz •millemorbia* drüswrz, maurella* III 475*^, bontrrz 'manrella* 
III 481«*. 33otanifrf)e 53ebeutung: Scrophularia nodosa ß., Sedum Telephium ß., 
ober Solanum nigrum ß. 3ie^e 2rifc^er*53enjon ®. 144, ^ri^el u. Qt^m 
S. 368, 371. 

boumirolfa *lana leoperina* III 502^', boimwone, banicofle *bombax* III 
536*, boimiroflenkern *bombax* III 537**, boumirollenkerUf bömtcoile, bourr^ 
wölken 'bombace' III 550** f., bormtcofle 'lana bambacis* IV 468*, bovnwolli 
*lana quae crescit in agris* IV 685'*. 

brachk-raut "agrimonia* III 548", brachntd "emicedo* III 105**. 

bracMöch *rinnicedo' III 51**, brachlouch 2C. *emicedo* III 105*'ff., 
bracMöch 'emicedo' III 198"*, brachloch 'emicedo* III 488', brachlöch 'himila 
III 488*% brnchleub 'emicedo* III 499*, brachlaup 'emicedon* III 518«*, 
brachlouch 'emicedo* III 555**. 

brachicurZf brachicrz 'eusole* III 50*', brachwrZf brarhicrz 'colubrina* 
lU 50*», brachicrz 2C. 'evsole* III 105** f., brachirrz 'eusole* III 198»«, 
9prachicrz 'eusule* III 480*», brachirrz 'titimallum* III 484**, brachicrz 'eusole* 
III 488*», brachicrz 'eusole* III 499', brahicrz 'titimula minor* III 510», 
brachicrz 'titimalus* III 510 »<^, brachic*rc 'agrimonia bibona' III 523**, 
brachicrz 'eusola* III 555*^, prachrrrze 'praca* III 586**, brachicrz 'brasica 
saluatica* III 5iK)«*, brahuurz IV 370*«, brachicti IV 394«*. 53otQnif(^ »C» 
t^eutung: Euphorbia Esula ß. 

brandeMoc 'boras* III 558«». 33gl. ¥ri§cl u. ^efien 3. 348. 

breitdiMteh 'labrum veneris* III 542*'. 93otQnifd)e ^beutung lUQ^r» 
f^einlid) Silybum marianum ÖJärtn. 

bremcrute 'apiastellum* (= herba scelerata, apium rusticum) III525«», 
bramecrict, bremencrut, bramelchrut 'apiastellum' III 546** f. 

brenbrama 'batus* III 295*'*. 

brennichrut 2C. 'herba scelerata* III 101*''ff., bremiekrut (rel hanenfuoz), 
*hcrba scelerata* III 197 '•\ ^otanifcfje 33cbeutung: t)icUcid)t Batrachium sce- 
leratum (ß.>, möglirfiermctfc aud) anbete i^flan^en. 



284 örlt 8J(Jr!mftit, 

h-enicrz "git' III 50', brettnewrz, brennwrcz ac. *herba scelerata* III 
101** ff., benniicrZf bernwurz, brennewurz *ceIidonia minor, rietachel, bein- 
wurz, weinwurcz* III 103** ff., brennewrz 'celidonia minor vel senetion' 111 
172'*, prennewurz *herba scelerata, apiastellum, apium rusticum, hanwurz* 
ni 592 a. 

brotchrut 'git* IV 649 ««f. SSgl. folgcnbcö Söort. 

brottorz "gif III 470*, protwrz 'git* III 474**, ptm'z 'negilla, git, ratan* 
m 476", bret (= brotwrz) 'gif III 500", brottiurz 'git' III 516", bn^unurz 
•git* UI 574*«, protwrze "melantium . i. gif III 586 *«, prottvrz jc. 'gif IV 
68^. 95otQnlfcf)e ©cbcutung: Nigella sativa S., fiel^c glfc^cr^^öcnAon O. 132. 

brunfiechresse, brunneg'sso 'alga etc.* III 221 **, briiigcresso nasturtium' 
III 472*', brunfiecresso *cardamomum* III 486'®, brüa^esae *cardamomum* 

III 519 **, burnkressBy brünecresse 'senacio* III 565 * (öfll. senacio nasturcium 
aquaticum idem, Sllpl^ita 165 b), burnecresse "masturtii* IV 386*', brtinnecrasso 

IV 414 '*. 53ot. ©cbcutung: Nasturtium officinale 9t. ©r. 

burnecrut, btirda'atU *flammula* III 556**. 

bruniX^urz "brunata* III 525 **, brunwurz *policaria' III 531 •*, brunworz 
•baltamonia* III 537", brunwurz, brimwrz 'brunella* III 550^ f. 33gl. ac. 
bruftetct/fi. 

buchheide *mirica' III 44 *^ 

buchsuame *agaricus, wegesuäme* III 525*, buchswam *agaricus* III 
533*«, 535*0. 

bumbelwrze *solsequia* III 587*. 

böchwrze *herba graminis* III 585'*^, pöchivrze *pipinella* III 586'®. 

bözwh *apozima* IV 357*, pozwrz 'diagredio' III 479**, puozwrz *dia- 
gridio, scimonia* IV 360*. 

tenemarg 'Valeriana* III 50**, tennemarg *samsucus' III 51', denmarka, 
denimarka III 402**, denemarch 'Valeriana* III 515**. SSqI. ^c^rober, DtcaHc^. 
®. 59, 1010. 

demgras 'gramen* III 589 *o. SSgL denngras Polygonum aviculare 
(^i(jc( u. Qcffcu (5. 296). 

denswurz *ramnus* III 544**. 

dolewrz 'strignum* III 49**^, doleicrz *s(t)rignus* III bOS^^ , doleicrz *strigma* 
in 509«», doletcrz 'solata* III 509»°, doleuurz 'strigma* III 516^*, doletbrc 
•solatrum, nahtsate* III 532*». 

donerswurze *nepita* III 591 ••. 

douvürzy dowurz III 402*« (®I. ^ilb.). S39l. dauwurtz $ilb ^^3^l)f., Örifd^Cf 
93cnaon @. 201. 

dropworz "fisilados, filipendula* III 541 *•. 

drwseblumen 'atila* III 536 •«. 

druswrz, trhicrz *maura* III 49**, drüstcrz, druswrz :c. 'millemorbia* 
m 104«<>ff., rfrMÄfrrz 'millemordia* III 172**, rfrw^MJMrc •millemorbia* III 198~ 
druswrz millemorbia* III 470«, troswrz "astrologia' (= aristolocia) III 473**, 
dröswrz *maura* III 475**, drdswrz 'millemorbia* III 475^*, drusirrz maura* 
III 481^*, druswrz, druswrz 'millemorbia* III 481*«, druswrz 'inaura* III 
489**, druswrz 'morella* III 489*«, druswrz 'millemorbia* III 4^9^», druoswrz 
'morella* III 503**, druoswrz 'maura* III 504**, druoswrz 'omnimorbia* III 
505**, druoswrz 'spintilla' III 509**, aruswrze 'maura* III 514*^, truosuurz 
'millemorbia* III 516**, dr^zwrtz 'millemorbia* III 520**^, droswort 'mirra* 
III 523*, druzttrz 'crassula maior* III 527**, druswrz 'millemorbia* III 
530*«, druswrz 'crassula* III 552*«, drösewrze 'maura* III 586'*, druswurz 
•millemorbida* III 592 a. 

durriplata 'gramen* III 474**. 3cl^r unfidjer unb fonft itidit belegt. 

ebirwrZf everswurz 'cardopana* (cardopana = eringio, npuffiov) III 
50*«, eberwrz, eberscvrz, euirwurz 'cardopana* 2C. III 105*' ff., eherwrz 'car- 
dopana* III 172«*, eberwrz 'cardopana* III 198"*, eberwvrz 'cardo rotunda* 



25lc ^flonscnnomcn bcr olt^odjbcutfc^n ÖJIoffcn. 285 

III 471**, euencrz *cardopana* lll 473*®, ebereswrz, eberwrz *cardopana* III 
479^', ebencurz "apri radix* III 485**, eher wrz *apri radix* III 493 *■, ebencrz 
*cardopana* III 497", eberwrtz *cardopana* III 519*, eberitrc *abrotanum, 
ebreyze' III 523*® (tciltDCifc bolfiSet^mologifd) nad) bem Ict. ?cmma), eberibrz 
'agramen' III 525", ebericorz •agramen' III 534*', ebencorz *coliandrum* 
III 539**, ebenvrzy herwiz 'agramen* III 547*'*f., ebencrzy ebencrze *cardo- 
pacia* III 552*®, ebencrz 'herbe cardus silvatici* III 587*', ebencurz 'cardo- 
pana' III 592a., eberwrz IV 649«*. 53öl. ^JJolanber ^. 153. 

egihfras 'centicerbia* III 529**, egelgras 'lentimorbida* III 552**. 

eihfarn (gcf (^rieben fihfarn) 'politricon* III 570**, eihfarn 'polipodium* III 
506*0, eihrarm 'polipodium* III 586*»o, eiVarn 'polipodium* IV 364*' ^^xi^l 
unb J^cffcn geben bic 93ebeutun9cn Polypodium dryopteris ß. unb P. vulgare C. 
an, ober oud) bic bon Osmunda regalis ß. 

einber 'crux Christi* III 526**, eittbere, aitiber 'crux Christi* III 552 *®, 
ehibere, ainber 'sigillum Salomonis* III 565 "f., eiftbere, ainber 'umbilicus 
veneris' III 568^®. S^qI. mnb. etibere im ®otl^oer Slr^nctbuc^, engl, oneberry 
'Paris quadrifoiia* („from its one central fruit"), dritten unb ^oUnnb 3. 359. 

einchorn 'far* 111^374**, einkorn jc. 'halicastrum* III 111 ** ff., ehikurne 
'halicastrum' III 173^*, enhorn 'halicastrum* III 200**, einchorn 'oriza, 
tisana* III 476"; bgl. einachorno dinchil I 339*. 93otonifrf)e 53cbcutim9: 
Triticum monococum ß. 

einwrzy eiicrz 'intiba* IV 72*®. 

eiternezelf fiel^e heüernezzela unten. 

(liftencurcz 'toxica, cicuta' III 576*'. ^icrl^cr gehört mQf;rfc^cinlic6 
ettewrz IV 369'*. 

eizbresta 'senetion* III 491*', 508'*, 586*«, 603'*. ^^l QJ^b. eiz 'QJe* 
fd^iüür, Glterbculc*. 

erdampher 'aristologia* III 599**. 

etiapfel 'pepo* III 250*® ff., erdaphel, erdepf efpepo* III 283 ®^ erdapM 
*pepo. pomum in terra crescens' III 305*' f., erdapphel 'pepo. pomum quod 
in terra nascitur* III 341*®, erdapfal 'malum matianum* III 475*', etiaffel, 
hertapfel 'orbicularis* III 482 "f., erdappel 'alcamia* III 524*®, erdeepfele 
'alcanna* III 534*®, erdphil 'panis porcinus* III 527**, erdapel 'crassula 
minor* III 527**, eiiapely erdopel 'alcanna* III 547* ''f., etia})elj etiappfel 
'cucumer* III 552**, herdaphel 'pepones* III 575*®, erdapfel 'pepo' III 577', 
erdaphel 'terre malum' III 588*®, erdapfel 'de melone (pepone)* III 600®, 
ertephel 'cucumeres, churbiz* IV 51 ', erdaphl 'pepo* IV 235^®, erdephele 'pe- 
pone s' IV 258*®. 

erilpere 'fraga* II 678*®, enZÄcr* 'fraga* II 689 »®, erthb:re 'fraga* II 723**, 
etibere :c. 'fragum* III 99®® ff., etibere, erbere 'fragum* III 197**, etiberi 
'fragum' III 237 *^ ertbere 'fragum* III 274*» f., etibere 'pacha* III 292»*, 
erdbere III 300*', etibere 'fragum* III 317*®, erbper 'fragum* III 325*®, erd- 
beroy erdber 'fragum' III 333 ••, erdbersloub 'frafolium* III ;^')®*, ertbereMat 
•fragefolium* III 488«, hetiheresblat 'frafolium* III 499®®, ertbere 'fraga* III 
4J)9*®, erbereblat 'fragefolium' III 520«®, etibere, erber 'frage* III 541»«, eH- 
ÄtfrwZ»/«^ 'erafolium* III 556**, etiperi 'fraga* III 574**, ertbereblat 'frafolium* 
III 585«*, etiperi 'fraga* IV 64*®, erdbere 'fragu* IV 143»®. Xa& 3öort ift 
rid)cr mit Qxbc sufornmcngcfett (fo Äluge®), nlcf)t, tt)ic frül)er anQcnommcn 
tourbc (bgl. Äluflc *, 3d)TQbcr SWeattc^. 3. 198), ^u altf. erda 'iöicncnfraut, 
3«cliffc* 9el)öri0. 

ertgallay hertgalle 'centauria* III 50®», eiigalla :c. 'centauria maior* 
III 102*® ff., etigalla 'centauria maior* III 172*^, etigalle 'centauria maior* 
III 324**, ertgalla 'centauria* III 479 »^ erdgalla 'centauria maior, fei terrae* 
III 495«', ergalle 'centauria' HI 514*', etigall 'centaurea* III 519 *, etigalle, 
erdgalle 'centauria minor* 111 540»* f., ergalle "centaurica* III 680*'. 53otQnif(^e 
93cbcut.: Erylhrecea Centaurium ß., ööLgifc^cr "©cn5on3.62. 939l. oc. corpgealla. 



286 orte 53jörfman, 

etihopfe •ipericum* III 520»*. ^riöcl u. Qcffen f)abtn erthopf 'Medi- 
cago Lupulina' 2. 

ertnuz *tubera* III 49**, 49**, erdnuz, erdemiz, erinuz "tubura* III 
106 »*ff., etinuz 'tumbula* III 172«», eHnuz "tubura* III 199«, 484", ertnuz 
•timbra' III 491", herdnuz, herdmiz 'tubura, erdwrze* III 513**, ertnuz 
•timbria* III 521", erdnuz 'tubura* III 574", erdnuz 'tubera* III 576 ', ertnuz 
•tubura* III 576»*, erdnuz 'tubura* III 578»», ertnuz 2C. 'tubera* IV 105 «»f., 
eniuz 'tuburca' (= ertnuz *tubura*) IV 218», 

erderoHch 'fumus terre, bocssbarth* III 529 *», ertroich, ertrach *fuinus 
terre' III 541»*, ertrouch *fumus terre* III 556»*; t)öl. mnb. ertrok "famaria 
officinalis C.*, unbl. aardrook, ban. jordreff, \ditütb. jordrök, engl, earth-smoke 
(©ritten unb Ipoüarxb O. 164). Sitte biefe Partim [xixb notürlld) Überfcfeungcn 
toon bcm fot. fumus terrce "Fumaria officinalis'. 

etituchil 'tubera* IV 105»». 

ertwrz *tubera, ertuuz* III 49*», erdwrze *tubura, herdnuz* III 513", 
ertwurz *tubera, timbra* III 532»», ertwrz *hynna* IV 365»^, ertwurz *cardopia, 
cruceiJ^Tz* III 528»* Ift nacf) @tetnmci)er bicücic^t axx^ eherwurz entfteUt. 

rarendebom *viticella* III 605*. ©iel^e über viti(s)ceUa ^ri^el u. ^t^tn 
®. 69, 103, 5ifd)er=:93enäon @. 56. 

(des) fech disteles *eringi. i. semen* III 488»», veherdisiil *hirin' III 
488 *^ reh disiel •miroballanum* III 504 »». i)?0(^ ^rtljel unb Reffen bcbcutct 
boö SBort Eryngium campestre S. unb Sonchus oleraceus C. 

feldchenule •serpillum* II 683»*, veltchonela 'serpillum* II 719*», velkenela 
'crassina' III 50»^, veltquenela *sarminia' III 50**^, vettquenela zc, 'cra.ssincW 
III 103*" ff., reltquenela *grassinula* 111172**, ueltcolna 'orassinela vel cicigios* 
III 198 ^®, veltquenela iz. 'serpillum*, 111 257» » f., uelttenula, ueltchonela 'serpillum, 
polegium agreste' III 288 »*, ueltquula *satureia* III 290 »», reltquula *satureia* 
III 293**, ueltchenila 'serpillum, pulegium agreste* III 308 *<^, ireltquenula 
"capillus veneris* III 473»», veltquenela, ueltquenel *cenebubula' III 479 »°f., 
ueltquenela 'serpillum* III 484», ueltquenela 'crassina* III 486»^, ueltcenula 
'crassina' 487 »^ ueltquenela 'serpillum' III 508»", feltquenela 'timo* III 511»», 
veltkunele 'serpillum agreste, pelegium' III 515 »», reltcunele 'carpillum* III 
522»», tceldkonilay feltkonala *serpillum* 111 571», feldquenela 'serpillum* III 
578**, ueltconila 'de serpillo* 111 590^», uelcunile 'saturei^* III 604'«, uelt- 
cunile 'satureia* III 604»», feltquenila 'sagapinum* III 605»» (bgl. $ripl)ito 
®. 16*0), feltchonela :c. 'serpillus* IV 97», veltquenela 'cenebubula* IV 357»», 
ueltchenele 'timum. cenebubula* IV 359 ». 

ueltcraut 'ipericon' III 559». 

feldmago 'papauer* II 370», feldmago 'papauer' II 374 *^ feltmagen 
'papauera' il 720», reltmago, weltnuigo 2C. 'papauer siluaticus' III 109 »»ff., 
ueltmago, reltmago 'papauer* III 482*», ueltmag^ 'papauer* IV 119 »<>, feld- 
mago 'papauer' IV 153»». 

ueltmorehela, reltmorhel 'pastinaca siluatica* III 482»». 

venurz 'celidonia minor, senetion. rietachel* 111 198»**. 

rvergistvvurz (= rergiftvvurz) 'aconita* III 198*». 

viuenwrcz 'apollonaris* III 472». ^I(x6) (S.®.ß. 586»" tft apollonaris = 
finitia. riuemcrcz ift beö^alb mit tcienwrz III 470»* ^ufornmen^ubringcn. 

fibercrut 'centauria maior, aurine* III 540»». 

vieuerio-t 'fassara* III 470 »", fiebenrurz 'raia* III 491 ». 

rigwrz, ficirurz 'tormentillum* III 51 »», figuurz, fiqirrtz, frigwrz K. 
'tormentilla* III 101 »»ff., figicrz jc. 'tormentilla* III 197*», fichuurz 'doVmitilla* 
III 299", fiacrz 'ficari* III 480»*, fiarrz 'tormentilla* 111484*«, fivirrz 'herba 
ficaria* III 501 »», fiacrz 'tormentilla* III 509*», fichwrze 'agrimonia* III 584»\ 

rogah'hrut 'viciam* I 606»«, uogalchrut 'uitia;. uuichun' II 626*»^ 
fogaich iücrbcrbt a\l^fogalch[näJ) 'musina similis ciceri* III 475 *'^, vogelchrutit. 
'musica* III 482* f., uogelchrut 'uitiam sparget, wiesca* IV 279^*. 



^te '^flan^ennamen ber oU^oc^bcutfc^en (V)(ofien. 2S7 

freit fei Kurz "mandragora* III 578*^. 

frideles ouf^a, frideles ocha III 403 *S rruielis oge, fridehug III 543'* f., 
vndelesofye, friedehöge 'flos campi* III 557«'*, bgl. QJrimm $11. (Scf)r. II 3. 401. 

frinrrz 'tormentilla vel tumella' III 172* ift loof)f quo ficwrz berbctbt. 

murenflns '{^raciosa, vns« frawen flahse' III 558**. 

irroirencrik *resta bouis' III 544*^, rrowencriCy frairentrit *resta bouis* 
III 5G4*^». 53ilL iribercrik (j^cfd)ticbcn riberck) *resta bouis* III 531»*. ^x\\^{ 
U. ^twx beuten franenkrieg olö Erbium x-ulgare. 

fuinfhletter 'cerofolium' III 49**, icpifldat, nmfblat uhifblat K, *quinque- 
foliuin* III 107** ff., winfblat •quinquefolium' III 199**, finfblata 'quinquefolium* 

III 507 **, fnufbleter "pentafolium* III 531 *♦, funfbleter "quinquefolium* III 
531 **, fumusbleter (=^ fumfbleter) *aspaltea* III 536®, wnphbleter 'quinque 
idem est pentatilon* III 570*». 3?0l. ac. fifliafe, .J^oopö ®. 17. 

gmihftgan *abrotanus' III 478*', gaHhignn *abrotanum' IV 361»®^ 
garthagan *abrotano vel stabewurz* IV 305**. 339l. garihain K, *Artemisia 
Abrotanum* bei ^Mtjel u. :^t])m. 

gaficresne *nasturtia* III 50', cartchresse *nasturtium* III 588**. 

'gat-tcmt 'olus* III 351**, gaticrut 'holus* III 387**, gartchrüt 'olus* 

IV 145^*^, gaiiknu 'olus* IV 153**. 33otonifd)C 33cbeutunfl (nnd) ^ri^cl imb 
Reffen): Brassica oleracea capitata. 

garfqueuula 'satureia' III 508 **, garquenel *erpillum* III 520*, gart- 
quenuht 'satureia, ysopo*, IV 364*°, gartchonle *de timbra, saturcia' IV 367 *', 

gatirvrz 'abrotanum* III 223 *®, kartvrrz *abrotanum* III 512 *•, gartuurz, 
keHinHurZf kerituurz *abrotanum* III 574 **f., gatirvurz 'abrotanum* III 680**, 
gatirrrz 'abrotanum* IV 27** f., gatirtrz "abrotanum* IV 28* f., gartvurz 
*abrotanuni* III 128 **, ganrurz 'abrotanum* IV 361 ", gerteirurz "abrotanum* 
IV 363»«. .f)terl)cr ac&ört ouc^ karturrci *abrotani* II 767 ••. S39L getitrurz 
bei 5iW^c^^-''^P».5on ^. 75. 

geh sitertefe 'alipiados. laureola, hasensuramph* III 524** (geU auertele 
gcl^örtc urfpvünölirf) au bem folgenben acharus, bgl. Stetrnn., 3lnm.), gelwe 
strertely geihiretiele acorus* 111 534**, geleswertele 'acorus* III 547*»; fie^ 
übxtQcnvj 'jifdier^iBenion O. 46, gußn. 1. 

genMert'estfe 'sanguinaria. bluotwrtze* III 545 *, getise kresse III 5()5 **. 

gepisefi.^fel 'endiuia* III 541 **. 

gifdigraaun *holus agreste* III 501 *^ ift pC^cr QUO uuildigrasun toCtbetbt; 

ögl. 3tcinm., 3(nm. 

golthblomo 'amella, berba* II 726**. 

giilttrrz 'coconidium* III 49*", goltirrz 'celidonium* III 388*, goJdeicrz 
•afTodillus' III 525**, golhcrz 'celidonia* IV 372*. lögl. golde 'alscotilus* III 
534«\ golde 'anodilius* III 547«*. 

gotin atnpher 'alleluia* III 536 *. 

gttfn'rgeze 'marrubium* III 530**, gotisier geszene *marrubium album* 

III 543*, gntrergezz€y gotr'gezzen 'marrubium nigrum* III 560*", gotrergezzene, 
gotuergezze 'prassium* IH 563**; t)0l. mitb. godesrorgetene "marrubium vul- 
gare* lÖütOner Slr^nelbud), SRegcl ^rogt. öoti^a 1872 3. 16), 

ghheaampfro 'trifolia* III 484** f., goitchottamjfhere III 487**, goisamiihera 
'trifolia* III 470*^ gohesamphera 'acitula* III 471 *», guoches amphera III 510". 

grnsUx'he *brandana, grozlatiche* III 550*'. 

grintirrz 2C. 'cclidonia maior* III 103** ff., grindirrz *celidcmia maior, 
scellcwrz* III 198»'*, grintirrze *celidonia, scellewrz* III 553**, erinticrz 
(= criufirrz) *celidonia, scellawrz* III 589**, grintuurz "celidonia, scellliuurz* 

IV 246*». 

grozenezele *archangelica* III 525'*^, groznezeJe 'archangelica* III 536*, 
groznezzefe 'archangelica* III 549»* f. 

groz steihbrerhey groz Steinbrech *filipendula* III 541*' f. 

gundcrnm *lacca* III 522**, gundram "acer berba, edera terrestris* 



288 örie ©iöreman, 

III 524**, gutuiram *edera terrestris* 111 528**, guttdram, gunteram *acer, 
herba terre, edera terrestris* 111 334*° f., gundram 'aser vel azarum, gund- 
rebe* III 547*^, gundram *edera terrestris* 111 555", guntram 'acerus* III 
719 ". * 

gutulereba giniderebe, *aceram* 111 52'®, gundreba, gundreb, guttdereba 
'acer vel acero* 111 103 ®® ff., gundereb "acero vel acer* 111 172 ***, gundereba, 
gu(n)derebe *acero vel azer' 11 198**, gundet'ebo, gundirebe 2C. *acer* III 
223*« ff., gundreba, gutidereba 'acer* 111 265 «* f., gmulereba 'acer* 111 293*«, 
gundereba *acer herba* 111 311 **, gunderaba "acer herba* 111 329 •*, gundereue 
•acer* 111 388», gundereba 111 402*», gundercha 'furfuga* 111 474*, gundereba 
gunderebe *acro* 477 ■•, gundereba jc. 111 478 **, gundereba *acer* 111 485 *^, 
gundereba *acera* 111 493®, gundreba, gmidereba *acero* 111 513 *®f., gujidereba 
'acer* 111 516*®, gundreb *asero* 111517**, ^wwirei *acera* 111 517**, gundrebe 
*acer vel azarum, gundram* 111 547 *®, gundrebe *edera terrestris, gundram* 
111 555*", gundereba, cundereba *acer* 111 573**, gundereba *acer* 111 575'*, 
gundrepa *acerum vel asarum* III 578°, gundereba *acer' III 581** guude- 
reb *gamedreas' 111 599**, gundereba *acero* 111 602', gunderebe *acer vel 
halsamita (= balsamita)* 111 680*®, gundreba *acerum' IV 28** ff., gmidereba 
•acero* IV 357«, gundereba 'acero* 111 361', gundereba 'radagimdis* IV 363*, 
cundereba IV 370», guttdereba 'acerem* IV 458*». ©§ ift nid)t öt^n^^aft, bog 
gundereba *9(born* bcbeutctc tt)ic eö Älußc (St. 2Ö6. « f. b. ÖJunbclrcbc annimmt, 
©ottjol^l <Bin. 53artö. (vS. 9) alö 'Älp^ita ((5. 2) Ocäcit^nen acer qI§ eine 'herba* 
(®ln. ©ortl^.: acer herba est, acer etiam arbor est; Sllp^lta: acer arbor est, 
item acer herba est). ^qI. and) gifc^crs^cnson ®. 203. !Die botQnifd)e 53e* 
beutung roor Glechoma hederacea Ö. 

habechesswum (^= habechesswam) 'agaricum* III 485*'^. 33ö(. habicht- 
schwamm bei ^ri^cl u. 3<^ff^n- 

habernezzila 'garganica' III 474 **, habirnescila 'garganica* 111 512 *, 
habernezzele 'garganica* 111 578 *®, habirnezzele 'urtica ganica* 111 679 »», 
habernezzele "garganica* IV 215®. 

hagenhuttOy hagenbtttte 'paliurus* 111 250 •* ff. 

Jianetibein 'gallicrus* 111 500«*. 

haneberi 'labrusca* U 619», hatiebere 'labrusca* 111 515 '^ bgl. Söob^ 
ftcln <B. 190. 

hanenvuoz: hanf^s *pes pulli* III 51 *, hanenibz, hanewz, hanefuz, hauen- 
föz 2C. 'herba scelerata* 111 101 '« ff., hanefüz 'herba scelerata vel apium 
rusticum* 111 172«, hanenfuoz 'herba scelerata, brennecrut' III 197*®, hanen- 
fvoz 'apium rusticum* 111 324*, haninwoz 'gallipes' III 474*, hannitbz 
'gallicrus* 111 474*, hanefcz, hanenfuz, hanenwoz 'gallipes vel gallicrus* 

III 480** f., hanenurz 'capnos* 111 486*», hanenwoz 'exscelerata* III 488'®, 
haninuuoz 'exscelerata* 111 498*®, hanetiwoz 'pulpedo* III öOö*"*, hanvuz, 
hanefuz 'morsus galli* Hl 543**, haninfüz 'gallicrus* III 588«<>f., hanefuez 
•herbam exsceleratam* 111 604*«, haninfuoz :c. 'gallicrus* IV 67*« ff. 

haneshoubet 'caput galli, hanenchopfe 111 552«*. 

haninchamp 'heraclea* III 474 *', hanenchamp 'eraclea* 111 480 **, 
hanencamb 'xrista* III 511**, hancamp 'centrum galli* 111 537 *\ hanenkamp 
'centrum galli* 111 553', haninchamp 'heraclea* 111 588'**, haninchamp :c. 
'heraclea* IV 70** ff., hanincamp 'heraclia* IV 170**, hanencanp 'crista* 

IV 345*«. 33ßl. lot. crista gallinacia ©teinm. 111 474 a. 13. (2icI)C über h(x^ 
SBort ^Rcgel, $roGr. ®ot^a 1873 ^. 1. 

hanenchopfe 'caput galli, haneshoubet* III 552«* f. 

hanemcurcsz 'herba scelerata' III 101*' f., /ia/ie;jirr^ 'pulpedo* III 483**^ 
hannenvcrze 'herba scelerata* 111 585*®. 3^g(. hanenvuoz. 

harsträc 'peucedamm* III 544**, harstranc, haratranch 'pcucedanum, 

> chundera *isca' III 54** ift ouö zundera öctbcrbt unb bcmnarf; fein "ilJflanjcnnQmc. 



Xie ^flanjcnnomcn bcr olt^orfjbcutfc^cn (äJtoffcn. 289 

olsnic* III 563*'. ^91. hartfttang 6ci ^ri^cl unb ^cffcn, mnb. haiisirathk 

(®otf)Qcr ^^(tsnciDud)) SWegcl ^roör. GJot^Q 1873 3. 1. 

harstrengn 'intiba* III 481 *. 

hatihöire, harthö :c. •ypiricum' III 10:)«*ff., hatiU •yipiricum* III 172««, 
hatihowe 'ypiricum* III 198*^, hartinhowi *ipiricum, herba s. marie* III 474*', 
harhoice 'camephitis* III 486**, harthotce *caros* III 487*, hardenhowe 
'ipiricum* III 489*, harteiOwuue *ypyricon' III 511**, hanlheiuuif liatiuwi, 
haiflenhouni "ypericum* III 512 '^f., haHahetn *herba perforata, opericoh, 
herba Sancti Johannis* III 529**, mienhetce *agnus castus III53r)'<*, hatentotce 
"ipericon* 111 542**, harthowe *ipericum* III 558**, haHinheuui 'equiseia* 
(= equiseta^i III 588**'. 93otQnifd)c S3c5eutunö: Hypericum perforatum ß., 
ögl. ®rimm D353b. f. t). ^ortcnau, ^art^cu. 

hartin'z, hatitcurz 'ipiricum' III 51", hnncurz 'migraneus' III 530**. 

hnselwurz *aizün* 111 49**. haselwrz *asarum* III 51^^, hasehcrz 'wlgago* 
52'% haselicrz :c. *vulgago* III 105 '•ff., hahelwrz *vulgago vel asarum* III 
172^', haneUcrz *vulgago* III 199*, haselicrz, haselwrz *aserum* III 266'®, 
hanelörz *aserum* III 294**, hasehcrz, hasewurz III 403*', haselwrz 'asoro 
bulganica' III 477**, haselwrz 'acere' III 477***, haselwrz 'bulganica* III 
478^**, haselwrz *wlgago' III 485 *, haselwrz *vulgame* III 485*, haselwrz 
•asarum* III 485*', hasalwrz 'asar* III 493««, haselwrz Vulgago* III 510*» 
haselwrze *asero* III 514% haselwrtz *asarum* III 517*®, haselwrtz *\vlgago 
III 521**, haselwrc *azara* 523*®, haselwurz "vulgago* III 532**, h'iselworz, 
hasilwrz 'auancia, pes leporis' III 533*'* f., haselworz, hasilwiirz *asara baccara* 
III 533*, hasilwrz :c. *asarabaccara* III 547 ''f., hasilwrz *auancia* III 547**, 
(ögl. hasenwrz uittcu), haselwrze "asarum vel baccara vel wlgago vel vvul- 
gama* III 549*®, hasiluurz *assarus* III 577**, hasiluurz *aserum' III 579*, 
hasilwrz *balbugine* III 583*, haselwurt *asarabacalam* III 605**, haselwurz 
•assaro* IV 363', haselwurz 'basilisca* III 363«*. 53otanif(fy! 93€bcutun0: Asarum 
europaeum Ö. 3?fl(. ac, liaselwyH, hn^ öicHctt^t auf Urt)crtt)onbtfcl)oft beruht. 

hasinberey hasenber(e) 'auesperma* III 547*®, hese'nber 'azesperma* III 
527«*, hasilberey haselber •auesperma* III 535* bürftcn tücgcn beÖ lat. Ccmmaö 
äufamntcngel^örcu, obttjo^l id) bic rid)tt9c grorm nic^t rcfonftruicrcn fann. $ri^c( 
u. ^tiym ^Qben häselbeer, haselbeer •Vaccinium myrtillus* QUO bcr 2(^U)Ci3, 
ober cS fcj)cint mir notürltcficr, bicö ouf hasenbeer jurüdf^ufüftrcii. 

hasinuüzz *benedicta* III 588**, hasenuut *leporis pes* III 589**. 

hasenore *didima' III 49**, hasinora, hatiora, hanettora, hanisora :c. III 
105**ff., Jiasinore *didimo vel auricula leporis* III 172**, hasinora *pidimo* 
III 199% hasenora 'didimo* III 479*', hasenora 'didimo* III 473% 487**, hasenora 
'auricula leporina* III 494®, hasenora 'didimo' III 498**, hasnore Midimo' 

III 519*% hasinore 'dactilii* III 528*®, hasetihore 'didimo* 111528^% hasenore 
'ditimus' III 540*% hesenhore, hasenore 'didomo* III 554*®. ©gl. ^olailbcr 3. 76. 
^^tcrl^cr gehört mö0lid)cm)cifc hasezoze 'lapacium* IV 187*% 

hasensuramph 'alipiados, laureola, gele suertele* III 524*% hasin» 
suräph», hasensuräp 'alleluia* III 547*% 

hasenwrz 'anancia pes* III 524*', hasenwurz 'auancia. hasihvurz* III 
547**. ^tcr^cr gehört aud^ ba^ ücrbcrbte hasencorz "auancia* III 535«. 

hederwrz 'coriandrum* III 522***., 

hefwiiz 'ulserida* III 521**. Über boS iQt. Scmmo ficljc 3tcinm. 
3(nm. 4 ja III 505 

heidperi 'uaccinia* II 625«*, heidebere *vaccinia* II 685**, heidbere 
'uaccinia* II 720*, heidebere 'vaccinia* III 511% heiflber 'vaccina* III 532*®. 
heitperi:c. 'vaccinia* IV 105*' ff., heitberi 'vaccina* IV 164% heidebere 'leucia' 

IV 364*«. 

heidentuda 'mirice. beide* III 50*®. 

heilhöbitoy heilhobito :c. 'nirmendactila* III 105*' ff., helhubite 'nirmen- 
dactilia' lll 199*, heilhoibedo 'irmodactilus, allium agreste* III 471 **, heiU 



290 Qtxil ©jörfman, 

hopitro •hermodactilica* HI 474»», heilhöbeto •hirmendactilica* III 488", 
heilhoibido *hermodactilus* III 501 *^, heühobedo •nirmendactilica* III 505 ", 
helhobeto 'yrmindactila* III 512'*, heilhoubito *ermindactile* III 516**, heil- 
haubet 'erba dactila* III 519*'. ©icrl^cr gehört mol^l au^ haühopfe 'ermo- 
dactilis* III 556 *S boS jttjar quc§ qu§ heilkopf bcrbcrbt fein fönntc. 53oto* 
nifd)C SBebcutung: Colchicum autumnale ß. 

heligebere 'acer* III 521*^, heiligeber *brionia* III 526*', heiligebere, 
hailigeiiberej hailigber *brionia* III 550'®. 

heiligen cristicrtz *elleborus niger* III 556*. 

heimgras *mercurialis. heimwrz* III 475**. 

hencoUa (=z heimconela) *saturcia* IV 370*. 

heimuurz •mercurialis* III 472', heimwrz •mercurialis, heimgras' III 
475**, heimicvz "mercurialis* III 503**, heimwrz 'mercuriana* III 504'*, heimuurz 
"mercuriana* 515*', heimwrtz "mercuria* III 520**, heinwrc 'mercurialis* III 
530*', heimtrrze *herba mercurialis* III 585'*, heimwurc 'mercurialis* III 
588**, heimwurz 'mercurialis* III 589", heimuurz 'herbam mercurialem* III 
602'*, heimuurz IV 370', heimwurz 'herbam mercurialem* IV 370** f. SRoc^ 
^ri^el unb Qcffcn bebeutet bnd Söort Mercurialis annua ß. SSgt. ne. hämwyrt, 
bQ§ bie[Ieidt)t urbcrtDonbt Ift. 

heininfuoz 'apiorisu vel butracion* III 294*^, heininfuoz 'butreion vel 
apiorisu* III 295**. 

heirbesicrz 'sparga* III 483** ift QUO curbezwrz bcrberbt; bgl. IV 361 *^ 
361»^. 

heiternezzela, heitf^vessel 2C. 'vrtica grenanica, germanica* III 107 'ff., 
heitenezzila 'urtica granatica' III 199*', heit'nescela :c. 'vrtica* III 263'®, 
heiternescila 'vrtica grenanica* III 263®*, heidernizila 'vrtica* III 310**, 
hedernezzela 'vrtica grenatica* III 470**, heiternezila 2C. 'greganega' III 480**, 
heiternezela 'grecanica* III 488*', heiternezela 'vrtica grecanica* III 492'*, 
heidernezzila 'vrtica minor* HI 510", eifnezel 'vrtica grenatica* III 521*', 
heidernezele 'gretanica* III 522**, heiternezel 'greganica' III 529*", aiternezzel 
'acalife, vrtica greca, heiznezele* III 533*°, heiternezzele, heifnezzily aifnezzel 
'acaliphe* III 547 'f., ait'nezzel 'archangelica, groznezzele' III 549 •*, hetene^ 
zela 'urticam* IV 369*^ 53otantfd)C S3cbcutunö Urtica urens Ö. S3gl. mnb. 
hederuettele (®0t^. "äx^Xltib.), Ob eiternezzila, mic ®rimm !D2öb. III ^p. 339 

annimmt, bod UrfprüngUcfte ift, muß für fel^r fraglich gelten. 

heiznezele 'acalife, vrtica greca, aiternezzel* III 533 »*, heiznezele 'acalife* 
III 534**. 

hemewrzy hemerwrtze *herba britannica (^ betonica)' III 558'*. 

herbestblume 'citula (= cotula) fetida* III 527 «^ 

hertzblat 'circa* III 519««, herceblat 'circe* 111540*, 552 •'. 9?ad) ^ri^l 
u. ^i\]m bebeutet herzblat in 3ßeftfalen unb in ber (Sdimei^ *Parnassia palu- 
stris ß.*; bgl. ®rimm, 2)2Bb. IV <Bp. 1226. circa ift mol^l mit circwa ^tp^ita 
(S. 41 (gr. KipKoia 2)io§c.) sufammenju [teilen. 

htmilprant 'maurella, herba ficaria* III 475*', hilmibranda 'maurella* 
III 481'", himelbrant 'herba britannica* III 585'*, himilprant 'britannica* 
III 588*', himelpratu 'maurella* IV 359*». ®rimm, !D2öb. beutet \^z\\ iRomen 
alö Verbascum Thapsus ß. 

himilheta 'ierobotana* III 474'*. 9?Qd) ©teinmet^er mo^I ju eit gel^örig, 
fo bafs = himilbrant. 

himelker 'artemisia* III 546*. 93gl. m^b. himmelker 'Artemisia vulgaris' 
^ri^el u. Reffen O. 45 (griefc, ®i)noni)mQ, ©trof^O. 1519, 9kmnic^). 

himellouch 'cicorea III 553*. 

Äimg/if/ Mcre/ 'primula veris* III 563**. 33gl. hymelsloszel 'primula officinalis 
Jacq. ober P. elatior Jacq.*, ^lmmelfd)lüffel, <3(^li'iffelblume bei ber ^cil. $)l(bc» 
gorb, 5ifd)er''öenäon <5. 205. 

himeliciz (= himehcrz) "primula veris' III 531**. 



^ie ^flon^ennamen ber oU^od^beutfd^cn (^loffcn. 291 

hinihipha 'ambrosia* III 471 **, hhidefre 'cicorea III 527 •, hinolosti- 
blume 'dionisia* lU 528^*, hitidouste 'elitropia* III 529», hitUJoifte 'cicorea' 

III 539**, hintlophte 'cicorea* III 540*, hftloiph 'solseqicum, kalenduia* III 545', 
hintloHfte 'cicorea* III 553*, hindilape 'ambrosia, apius siluaticus' IV 179". 
Ü6cr bic (hi)inologlc ^ot ©rlmrn, m. <B&\x. IV 3. 406, !DSBb. IV 3p. 1412 
geJ^aubelt. ^otonifd)e ^ebeutung: ^ouptfädjlic^ Cichorum Intybus 2. 

hirsesgewege *spica celtica* III 531^**. 

hirzhorHf hirishorn *cornu cerui* III 538 *•. SJgl. mnb. herteshorn. 
©ot^acr Strjnelbud), SRcgcl ^ßroßr. QJot^Q 1873 (5. 2. 

hirzsicam^ hirzessuam 'boletus' III 50", hirzwä *solopendria* III 327**, 
hirsunm 'boletus* III 537**. 

hirzicrZf hirzesw rz 2C. *scolopendria* III 102*' ff., hivzwurz 'solopandria, 
hirzeszunge* III 592 a., hirzwrz 'scolopendria* IV 239*®, hirzeswttrz 'bricon* 

IV 36v3", h'ticzt 'solinus dicit. herbam cinaram* IV 369"; togl. ^Qlonbcr 
(5. 106. 

hirzzcnga, hirzeazüge 'solopendria' III 50'*, hirzeszunga 2C. 'solopendria* 
III 102*' ff., hirzescungay *solopendria* III 172", hirzeszunga 'solopendria* 
III 198", hip'cescunga, hirzeszunge III 403 *®, hirzeszunga *scolopendrium* III 
484*, herzeszunga 'hermion' III 488*®, hirzeszunga 'solopendria* III 491'S 
hirzeszunga 'cerui lingua' III 496'®, htrcescunga 'hermion* III 501*', hirzes' 
cunga 'imagales' III 501**, hirziszunga 'lonchitis* III 503', hirzescunga 
'prygia' III 507*, hirzescunga 'splenios* III 508**, hirzescunga 'solopendria* 
III 509*®, hirzeszüg III 521**, hirzeszcunge 'hermion* III 529**, hirseszcunge 
"lingua ceruina* III 530**, hirscunge 'spergula ceruina* 531*», hirszunge 
'scolopendria' III 532*», hirzunge, hirszunge "lingua ceruina* III 559** f., 
hfrceszunge 'splenium' III 589**, hirzeszunga 'scolopendria* IV 365**; t)gL 
^Hilanber 3. 10<). 33ütQnlfd)c ©cbcutung: Asplenium Scolopendria, fic^c ^ri^cl 
u. Reffen (S. 367, ^Hcgel ^rogr. &ot^a 1873 (S. 2. 

holtzmoerheln (9efd)ricbcn mit e über bcm o) 'agrion* III 518*® 

holundertrrz 'alrapassa* III 547**. 

hoftctz 'polipodium, stenvarn* III 515**, holewurz "aristoloca rotunda* 
III 524**, ho1ü>urz 'amilum* III 525'*, hoieicurz 'strignus* III532**, hohcurz, 
holirrz 'anibrosiana' III 536**, holicrrz 'arislologia rotunda* III 547 ""f., hoUcrz 
•de aristologia* IV 367**. Glc^c JHcgel ^rogr. QJot^a 1873 ®. 2. 

hobetloch 'capicio* IV 274'. 

houuebluomo 'sernen feni' III 509**, hdblumen 'yrmindactila* III 587**. 

hufdorn 'paliurus* III 713'*. 

hufclette 'bardana, huflaticha' III 550'*. 

hugidistil 'paliurus* II 621**. 33ieUeld)t nud dudistil (3fd)r. II 226) 
berbcrbt. 

hunersdarm 'moron* III 476*, hvnerdarm 'moron* III 482**, hunertiarme 
•ipia, morsus gallino* III 542'*. !©gL Sllpbita ®. 120 Slnm., vSin. "^axtf}. 3. 25, 
^ritjcl u. i\cffen ©. 549, ©rimm 5)^b. IV 3p. 1878. 

hunesirurz 'astracium* III 525**, hunestcrz, huneswtize *euforbium* III 
555**, hunichischierrrrz 'hesbura* III 585**. 

hungebluma 'ligustra* III 481'*. 93gl. honigblume 'Melissa officinalis' 
bei '^xiW u. ^c}ku, 

hunqermmpher (gefd)riebcu rgersamphe) 'peucedanum* III 599**. 33gl. 

^Ttt^cl u. Reffen 3. 346. 

huntespere 'labrusca* III 245**, hundesbere 'labrusca* III 338*, hüdes' 
bere 'bulbi* III 522^ 33gL ^alanbcr 3. 30f. 

hundenblume 'cotula fetida* III 539*', hutulesjtiiime 'amarusta. hunderip* 
III 547**», hupidesblumCf hutuiesplüme 'cottula fetida* III 552®' f., hundesbtome 
•auteriiim* III 594*o. 

hüdesdiKtel 'camomillum* (= gr. xa^a(^^Xov) III 521**, hundedistel 'co- 
tula fetida* 111 52^;»®, hutdistele 'camulum* IV 361»*. 



292 (5rie ©jöreman, 

hundesclobeloith "cepa canina* III 495 S7. 55g(. ^olonbet @. 31. 

huntlouch •ermadactili* III 488 «o. ©gt. ^olanbcr <B. 31. 

hundesrip 'amarusca* III 525'*, hunderip "amarusta* III 547*'. ^otQ« 
nifcftc SBcbeutung: Plantago lanceolata C. 

huntswamme 'boletus' III 581«. JBgl. ^olanbcr (S. 31. 

huHtestille *ramumuium* III 483**, hinidestille "amaruscea* III 535*, 
hundistille, hundestill III 540". 9301. 'ißalanbcr @. 31. ^ieröer gel^ört mo^l 
aurf) ÄeiV/A;i7 •ramnus* III 507»", bß!. <5teinm. u. ©icbcr« ib. Stnm. 22. 

huntestropho (ro bwxd) cincn ÄrciS übet ^ be5cl(^net) 'ampellus, uitis alba* 
IV 357»«. 

huntwrz *frasia, hune* III 49 *^ 

hüdiszüga *narrcissus' III 49^*, hunteszunga jc. 'cinoglossa' III 102*® ff,, 
hundescunga *cineglossa* III 172»», hundiszunga 'cinoglossa* III 198**, hunU 
ziinga 'cinoglossa herba* III 315**, hmide8zvge*c\x\o%\oss2i* III 324", htitide- 
zunga *lingua canis' HI 489»', hüszüg 'batica' 111 518**, hundeszunge "bugilla* 
III 526**, hutidescunge "cinoglossa* 111 527 ^ hundeszunge 'bu^lossei' III 537", 
hundeszunge, hundiszüge cinoglossa* III 538*^, hundeszunge *bugilla vel ba- 
tica* III 550**, hundeszunge 'cinoglossa* III 553 'f. hundestunge *cineglossa* 
III 719»*, hundeszung, huntzunge *cynoglossa herba* IV 185»* f., hundiszunga 
"de narcisso* IV 365», hundeszunge *lingua canis* IV 370 a. 1. SSgl. ^* 
(anbcr v5. 32. 339I. OC. hundestunge. 

husaluurz 'balbutium* III 517* ift tüOl^I au& hasaluurz bctbcrbt. <5lc^C 

Otcinm. S(nm. 

husJoch 'barba iouis* III 514**, 522**, husesiouch *iouis barba* III 529 »^ 
husloich *barba iouis, semperuiua, huswrz* III 536*', husloich *semperuiua' 
III 545»*, huslouch *barba iouis, hauswrze' lll 550*», huslouch 'iouis barba* 
III 559*, husJöc 'iouis barba* III 56n»o, husloc 'barbe iouis* lll 719«». 

huswurz *aizon* III 49 »*, hvswrz *barba iouis* lll 50 »», huswrz *acci- 
dulla* III 52**, huswrz :c. 'semperuiua 111 104*», huswrz 'semperuiua vel 
aizon' III 172**, huswrz 'semperuiuam' III 198**, horswtiz 'semperuiua* III 
327**, huswrz lll 40S^, huswrz 'iouis barba' 111474»*, huswrz *zion, semper- 
viva* 111 477**, huswrz 'iouis barba* lll 481", huswrz 'aberdiosus . i . barba 
iouis* 111 485*®, huswurz 'barba iouis' III 486®, husuurz 'buptalmon* lll 
486»^*, huswrz 'azon' III 493»*, huswrz 'iouis barba* 111501»», huswrz *io 
uis barba* lll 515*®, husuurz 'iouis barba* III 517*, huswrtz 'aihon* III 517**, 
husdtrc 'semperviva, ayzon' 111 532*, huzwrz 'aquirica* lll 536**, huswrz 
'barba iouis, semperuiua, husloich* 111 536***, hauswrze 'barba iouis, hus- 
louch' 111 550**, husuurz 'barba iouis* III 577»", huswrz III 587»*, hus- 
teure 'semperviva* III 588»^, husrruz 'Iouis barba* III 680**, huswrze 'iouis 
barb(a)* IV 235*, husuth 'sinteria* IV 360*. huzworz 'stafisagria, luswrz* 
III 545 fcf)cint quo luzworz (=^ lusworz, ficlftc bieg) cntftcUt, unb h fdheint bon 
fpätetcr ^onb in / forriglcrt ju fein (3teinmei)cr). 

igelgras 'centimorbia* III 537**. 

isenblöme, isenhlume 'flos ferrugineus* lll 52 "f. 

ysenhard 'verbena' 111 515**, isinhart 'verbena* lll 604 »^ isrenhart 
'verbena* lll 719*». SBgl. isinina oben. 9Md) ^luötüeiö ber öloffe deme- 
tria . i . verbena* C£. Q)(. Cat. 5(>0,1, ift hemhati, hernhart 'demetria' III 554*» 
mi^ isenhnrt betberbt. 5Ö9I. QC. isenhearde, 

isincletta 'uerbena' 111 455*' f., isincletta, iVi*>irÄ/e/e 'uerbena' lll 585*' f. 

isirnwurz 'borania* lll 537*», isnrrrze 'verbena* lll 587**. 

iuncfrouwenhar 'capillus veneris. wedertan* 538'"*. 

chalberscherne 'pastinaca* lll 476^^. 939l. hVberkerner^ kdlberscheere 
'Anthriscus silvestris* bei ^l^ritjel u. ^tykn 3. 33. 

kalbesituz 'iarus* lll 530*, cabeswz 'iliaros, pes vituli* 111 542 '^\ 

kazzenbere^ 'morella, rasenber* lll 561**. 

Icatzencraut 'nepta* III 562*'*. 



X)ic ^flanjennomcn bcr att^ot^bcutf(öcn ÖColicn. 293 

cazzeianabil 'aronlilla, catzenzagel*, III 547*^. SCßo^I QU^ catzenzagel 
bcrbcrbt. 

chnzzenzngelf kazzumagel 2C. *italica* 111 107 '"ff., kazzinzagel *italica* 
111 199*", cazenzngelf cacenzagel 111 403****, katzenzngiJy cazziuzagel 'arcontilla* 
111 535**, catzenzagel 'aronlilla* 111547**, chazenzagel *genteramia* 111592 a. 

33gl. ^ßolonber "3. 53. 

keiberscraHt *cicuta, wutscherling* 111 553*'. 

kenigevsta •hordeum distitum (= distichon) vel cantitum (= canthe- 
rinum)* 111 200**. 

cleberrnth *agrimonia* 111 514'^ 

deine beinirelle *consolida minor* III 538**. 

clenicJeta •agrimonia* 111 602^*. 

ch'uet<truc 'drauoca vel lappa* 111 719**. Sgl. clfba Q\d)x. II (5. 229. 

chlobilouch 'alea* (= allia ^ulg.) 9himeri (Sob. O. ÖQQi 295 = I 356» 
chilobahn'h 'alliuni' 11 394**, chhuelouhc, choluahrhc *allium* II 449**, 
chtfiehmc 'alliuni* 11481^*, chfl6c 'allium* 11 580*», clobilouch 'allia* II 675>^ 
chlobeJouch *allia' II (>88**, knobloch 'gordeo' (Übet gordeo fte^t: rehc; UqI. 
scordium lUttcn) 111 51*, knoblöch 111 51*», chbelöch, klobillöch 2C. *alliuin* 
111 109« ff., klobelöch •allium* 111 199", clobelorch 'allium* 111 222**, clobe- 
iotrh •allium' 111 2«5**, chbelöch •allium* 111 293**, cnobelorhc •allium* 111 311", 
vlobeloch •allium* III 32<)", cloueloich •allium* 111 387**, clobelouch •allium* 
485*»*, clobelouh •allium* 111492*, knoblauch •allium* 111 518*, knobloch 'alleum. 
scordium' 111524**, clobeloich *allium* 111534*', cnobelouch, cnobloch *allium* 

III 5^17* f. kUwIiok 'allium* 111 571 *^ kloflohc 'cepe* HI 571**, chlouolouch 
•aleum* 111 572»* f., knoreloich •allium* 111 574*», clobolorch •allium* 111575«, 
knoblauch •allium* 111 576«, gnobllich •allium* 111 581**, gnoblouch 'de allio* 
111590*«, cÄ/oi/iVoic/* •allium' 111679«, chloueloc, chloflouch, chlobeluch K. 
•alliuin* IV 31 '»ff., chnouelouch, chmlaiich 'allium* VI 180*\ clofloch 'allium* 

IV 235««, cmiiioch 'allium* IV 237*. 3)q8 crftc öJlieb ift mit ac. clufe, clofe 
Vlove, bulb or tuber of plant* Ibcntifd). S3öl. S^IUßC (h. W).^, $C^U* 
3. 203, ftluöc=l^ut5 CS. Gt. 3. 45, 3d)tQbcr, SHcaacy. 3. 1006. 

kopfirrze 'solatrum mortale, slopbwrz* 111 56;5*». 

kranichUxnabely craninsnabil *herbe reumatice* 111 '50*" f., kranichesnabel, 
kranichinsnanel K, *reumatica* 111 102**, granejiceanabel *reumatica* III 172**, 
krancheititnabel *reumatica* 111 198**, cranechesnabel, cranchesnabel *reumatica* 
111 254^*, chranachinnahil *reumatica horba* 111 292*», chranichessnabel *reu- 
matica. herba quedam* 111 307*, canicheuHnabel 'reumatica, berba quedam* 
III 322^', canichessnabel *reumatira herba' 111 327**, chranechentnahelf cranches- 
nahel 'reumatica 111 483*», cranechettnabl 'reumatica* III 491*, cranihes snabel 
'agrimonia. agrimonia reumatica foliis similis betlumie* 111 492**, kraneches 
snabil 'reumatica* 111 507*", cranchesnabel 'reumaticha* 111 521*, k^anchis^ 
nabel 'acusinata* 111 525*, cfanicheuHnabel, cranichsnabel 'acus muscata* III 
534«, cranichsnabel 'alleluia* 111 535***, cranchi«snabil ^ kranichsnabel 'acus 
muscata* 111 547*', chranchsnabel 'reumatica* 111 592 a. Öroff II 99() teilt 
unttditiflcnücife boö 3öort krantches nobel auf; ricf)tifl bogegcu ©raff VI 838. 
Xa^ bäufig auftrctenbc tnloutenbe einfädle 8 ift (outgefe^lid) oud ss entftonben. 
33otQni)dic ©cbeutiing: Knxlium cicutarium (bietleit^t and) geroiffe Q5eranium« 
9(rtcn;i. 3.^^!. fdiiücb. tränend f 'geranium*, bän. tranenndb 'Erodium cicuta- 
rium*. ;^cnnensiufd) 3. 305 f. 

cnntichttirrze 'asclepia* 111 549** ift tt)0^( a\X^ trachemrurz berbetbt. 

crannoz 'polpedum 111 470**. 

chrantrrz, kranirtize 'geron* 111 557**. 

crebezirnrz 'c<'ntum grana* III 527**, crehimrrz 'boletus* III 550**, 
crebesirrzft crebneninize 'rentumgrana. herba cancri* III 554"**. ^\(i6) ÖJrimm, 
3)^l^b. V 3p. 2135, ift ba^ '^OXi flicid) drachemrurz. 

chrierhciiz homre 'fenum grecum* III 488**, crichetf hoire 'fenugrecum* 



294 örif »iörfman, 

ni 529 J^, cf'i^ch howe, criez howe 'fenucrecum* III 541^®. iRotütlitö eine 
blrc!tc Übcrfefeung au^ bcm Öotcinifd^en. S50(. spinnilboum unb ä^nlic^cö. 

cristeswrtz 'illisirica* III 520**. 

crotuntnu •anthemnis* III 485'*. 93otQnifd)e SBcbeutung: Anlhemis Co- 
tula, Hundsdill; bßl. ©rimm 5).SBb. V (Sp. 2421. 

cruceitrc *cardopa* III 528**, cruceworz *cardus benedicius, senecion* 
III 538**, crticewurz 'saliunca. spica celtica* III 545 •, criäewt-z, crvzeicrze 
*cardus benedictus* III 552^* f.; nocfj ^ri^cl u. Qlcff^n bc5cic^uct S^reuitourj 
bctfc^icbenc ^flan5cn. SRcöcl ^ri>9r. ©ot^a 1872 ©. 13 beutet mnb. cmcewort 
als Senecio vulgaris. 

chumguntkraut 'eupatorium* III 480 a. 6. 

kungeskerze 'tapsus barbatus wolecle* 111 545^*. 33otanifd)e ^ebeututta: 
tHJtfc^lebene 33etbaöcum ^Slrten, bcfonbcrö roof)! V. Thapsus. Ö. 339(. frf)iüeb. 
kungsljus *verbascum*, nortü. konglys *V. Thapsus', bön. kongelgs 'verbascum* 
(3cnffen=^ufd)), ble auf beutfd)em SJiuftcr berufen bürftcn; bön. kongekjeH (^cnffen* 
Xufd)) ift blreft auß bem i)eutfrf)cu entlehnt. 

lange holwrz 'aristoloca longa* III 524**, lange hohcorz, lanc hohcrz 

III 533 *n. 

leberblume (9cfd)r. liberblume) 'ambrosiana* III 525 ^^ SBgl. mnb. leuer^ 
blome 'Anemone Hepatica* diec\ü ^xoQX. &oi^a 1873 3. 6. 

leberct'tu 'epatica* III 529*, 541«*, 555*^. '^amt niedrerer '^Jflon^cn, be* 
fonbcrö bon Anemone hepalica ß. (Sic^e T).S3Jb. (>, 4G2. 

leberiertzcraut *epatica, lebercrut* III 555*^. 

ledirkalk *ambuslum* 111 535*®, lederchalchy lederkalc *ambustum* III 
548', ledercalcy lederchal 'calK viva* III 553***, ift fein ^l.>flan3cnnamc, obrao^I 
ed in ^^^flon^eußlofforen borfommt ^ic!)c 5).$Bb. 6, 494. 

lentlewrz 'ercantilla* III 488***, lendintcrz •erchantillus' 111498^*, hndinwrz 
•iragina* 111 510*«. «Sic^e !5)/©b. 6, ®. 474. 

letrenuiiz *pede leonis' III 588**, lewiniiuAL 'leontopodium* III 589 ^ 
Sgl. oe. leonföt. 

lewenicrz 'leonpodium* III 481". ^q[. 'iJ.^Qlanbcr <S. 49. 

lidewpiz 'sperentilla* III 473«', lidwtiz •sperentilla* III 521 *«. 

lodin-z 'consolda, solago* III 719^». !Dag Jißort bebeutet noc^ ^xit^ci u. 
Qeffen ®. 393 Symphylum officinale Ö. 

lunchwrz, lunchwurz III 403** (@I. ^)ilbe9arbiÖ) ift xmiUuigvutiZf lunck- 

teurcz in ber ^J3^i|ficQ ber ^eil. .fiilbeöarb ibentifcf) nnb bcmdimi ba^ Önngen» 
IrQUt, Pulmonaria offfcinal.is Ö. S3öl. 2rifrf)ersS3en5on 3. 206. 330l. nc. hingen- 
wgrt, !5)aö 3Bort ift eine Überfc^unfl öon lat. pulnwmina (3in. 5^artl)). 

luppeicurz 'acconitum* III 485**, luppiuurz *toxicum' IV 370**. 33fll. 
ac. Igbb 'medicine, drug, poison", got. luhjaleis 'giftfunbiö' :c. 33otQnifd)e ©e« 
beutimg: Aconitum napellus ß., cigentlid) '©iftpflon^e*. 

lusicrz 'stafisagria, huzworz' 111545*. 33fll. aiaphUngria herba pedicularut 
aipl^ita. 

macht man •anuduin* III 525 ^. !Die C^JIoffe ift fel)r rätfclljaft. 

mageraten 'girada* III 480*®, magerato 'sigillum salomonis* 111 484**; 
stgillum ataJomonU bC5eid)nete convallaria polygonatum Ö. 

magdeliniz 'bersica, basica (= basilica)* III 518'*. 

fwtgettrz Ventauria minor, fei lerne' III 52(>*". 

tnänegoft *beta, beizcol' III 53G", mangolt *beta, beizcol* 111 549"'*. 

mancrnut 'lunaria* lll 5(>0'**. 

nuirdistel *cardopan' III 569*". 33otQnifrf)e Söcbeutung nad) ^x\^z{ u. 
Qeffcn 3. 145 Eryngium campeslre ß. 

maredioh 'marrubium* 111 571** ift fldier baberbt. 

nuiriendistel *labium veneris* 111 560*'. 

fnarMtthda 'elleborus' II 703"***. ^d) bernuitc, ba^ ble G5Ioffc auö mar- 
thi«til berberbt ift. 



^tc "^flansennamen ber alt^oc^beutfc^en ()5(offen. 295 

megedisteJe *endiuia. gensetistel* III 541 •■•. 

tneidebium *camomilla* III 527', meideblume 'cainomilla' III 589*, 
metdeblumen. maidbldme 'cainomilla* III 553^^. 

merigra^un 'algis' II 394*", merigrason *aJgis • seon* II 580*', meri- 
gratfe *alga* II G75'', merigrnse *alga* II 698 ^'^ tnerigras *alga' IV 31***. 

nfthiae *d\^a.* 11150**, m<»ri7i;wi *Iupinicurn* III 475*", merelitmin *alga* 
III 492'*, mereli/nain *facus* III 500^, merlinsen *alga* III 525**, merlytise, 
merlinsen *fatiu»s* III 557*". 

merispoto 'vaciia avena* II 496** ("<3rub.; fioltc icf) für einen 3cf)ret6« 
fehler ober eljcr eine DoIföetDmoIoflifdjc Umbcutunö tion beresboto *zizania*, ba^ 
8 mal im !^atiau Dorfommt unb be^^alb old bo^ rid^tige unb urfprüngüc^ 
bet